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Lossless zum Dax: Das Szenario

Der Dax vor dem Wochenende..

Redaktion

Veröffentlicht

am

Gastkommentar von @Lossless zum Dax

Wenn die 11308 halten, erwarten wir Kurse bis in den Bereich 11434.

Sollte ein Rücklauf beginnen und der DAX die 11308 unterschreiten, werde ich mich im Verlaufe des Tages melden.

Haftungsausschluss

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können einen individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

23 Kommentare

23 Comments

  1. Avatar

    Mitch

    16. Dezember 2016 11:28 at 11:28

    Hallo Lossless,
    wäre die 11308 die MOB Marke?
    Oder liegt euer Short-Trigger tiefer?

    Viele Grüße!

    • Avatar

      Lossless

      16. Dezember 2016 11:41 at 11:41

      Wenn die 11308 berührt werden ist dies ein Signal für fallende Kurse. Da der DAX sich immer noch im Anschlussmuster befindet wäre dieses Signal von großer Bedeutung.

  2. Avatar

    KSchubert

    16. Dezember 2016 11:39 at 11:39

    Bin bei 11370 seit heute Morgen Long (SL unter Tagestief); sehe die ersten Ziele auch bei 11420 + X.

  3. Avatar

    Lossless

    16. Dezember 2016 11:59 at 11:59

    Touchdown ;-)

    • Avatar

      Mitch

      16. Dezember 2016 12:16 at 12:16

      Glückwunsch! Hut ab!

  4. Avatar

    Juke

    16. Dezember 2016 12:19 at 12:19

    Respekt und Glückwunsch! Dann warten wir mal auf die 9.000…

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    Lossless

    16. Dezember 2016 13:15 at 13:15

    Der Rücklauf hat begonnen. Mal sehen was der Tag noch bringt. Bleibt spannend.

    • Avatar

      KSchubert

      16. Dezember 2016 13:23 at 13:23

      Ja, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben (der Spruch ist an mich gerichtet, auf Grund der noch aktiven Longposition) :-)

      Ist es der Rücklauf? Vielleicht…dynamisch ist er in der Tat. Dennoch spekulier ich nun weiter darauf, dass der letze Downswing nach oben hin wieder neutralisiert wird. Dafür müsste er also wieder über die 11450. Nach oben oder unten geht es wohl aber nur mit Hilfe der Amerikaner.

      • Avatar

        Lossless

        16. Dezember 2016 13:36 at 13:36

        @KSchubert die Range beläuft sich auf ca. 150 Punkte. Kann Ihnen keinen Rat geben. Sollte der DAX die 11920 ansteuern mahne ich zur Vorsicht.

        • Avatar

          Lossless

          16. Dezember 2016 13:37 at 13:37

          11320 meinte ich

          • Avatar

            KSchubert

            16. Dezember 2016 13:53 at 13:53

            Also sollte der Tag bullisch bleiben, sehe ich erst mal die 11600 ansteuern (vielleicht schon nächste Woche)…aber ich steige ja ohnehin jeden Tag neu ein und sichere mich knapp ab. Also kann ich das Spiel immer wiederholen und bin nicht auf eine längere Bias angewiesen.

            Den Longtrade lasse ich laufen oder ausstoppen.

            Bei 11320 wäre ich eh ausgestoppt :-)

  6. Avatar

    Mike

    16. Dezember 2016 13:37 at 13:37

    Habe es mal gewagt 11.450 Shorts

  7. Avatar

    Dennis

    16. Dezember 2016 13:37 at 13:37

    Glückwunsch an alle Longpositionierten. Bin leider ab 10800 bis jetzt ziemlich riskant short gegangen und bete jetzt für die 10800. Ab wann kann man denn von einem Umkehrsignal sprechen?

    • Avatar

      tomasz

      16. Dezember 2016 16:52 at 16:52

      wenn unterstützungslinien nach unten gebrochen werden und dann nur noch von unten angelaufen werden. oder wenn du dem gleitenden durchschnitt folgst und die hüpfer immer gleiner werden und die neuen zugewinne auch mal schneller wieder abverkauft werden, dann ist die zeit bald reif. hier mal der stundenchart vom fdax
      http://invst.ly/2yg9c

  8. Avatar

    Lossless

    16. Dezember 2016 16:38 at 16:38

    Wenn alle Feiern und die Party am schönsten ist, ist es oft der richtige Zeitpunkt um nach Hause zu gehen.

  9. Avatar

    tomgala

    16. Dezember 2016 17:41 at 17:41

    Is schon klar, aber wann es „am schönsten ist“ sehen leider alle unterschiedlich.
    Womöglich sieht „die Masse“ das erst ab 12´ so.
    Ich fand es bei rund 11´ schon ganz schön schön, so dass ich seitdem eher short bin und mir ´ne „dicke Nase“ geholt habe.
    Sei´s drum….schönes Wochenende an alle !

    • Avatar

      daulini

      16. Dezember 2016 18:30 at 18:30

      Vollkommen korrekt. Für den einen war die Party bei 11′, den nächsten bei 12′ und den anderen vllt erst bei 13′ schön genug. Deswegen ist und bleibt Börse eigentlich total unwägbar, auch wenn durch die massiven Eingriffe der Notenbanken fast nichts mehr normal ist. Am meisten ärgern aber immer solche oberschlauen Kommentare „bin Long oder Short“ aufgrund irgendwelcher gesehener Signale. Ob dies stimmt? Kann oftmals eh nicht überprüft werden. Sonderbarerweise kommen diese Weisheiten dann immer nach den eingetretenen Marktentwicklungen. Genau so „clever“ und demzufolge „hilfreich“ für Tradingentscheidungen solche Hiweise, wie entweder es geht bis 11436 oder bis 11308 bei einem aktuellen Stand von 11380. Ist dann genauso gut wie ein Wetterbericht: Morgen scheint die Sonne. Es könnte aber auch regnen.

      • Avatar

        Petkov

        17. Dezember 2016 07:29 at 07:29

        Hallo Daulini, Sie ärgern sich, weil in dieser Kolumne eine Tradingmethode präsentiert wird, die irrational erscheint. Aber Irrationalität ist allgegenwärtig und das nicht erst seit gestern. Auch in der Mathematik ist z.B. Pi irrational, aber reell.

        Viele Alphatiere und Silberrücken hier traden (auch) CFDs. Steht für „Contracts with Fucking Devil“, glaube ich. Und wenn ich CFDs trade, ist die Differenz von 11380 zu 11450 durchaus gewichtig und kann zu nettem Gewinnen führen.

        Um Ihren Wettervergleich aufzugreifen: jetzt haben wir fast Weihnachten und es hat noch nicht „gscheit gschneint, zefix!“ Historisch gesehen ist es einfach eine irrationale Wetterlage, aber wenn man sich die letzten paar Jahre anschaut, ist es fast schon normal. Diesen Paradigmawandel haben wir beim Klima und auch in der Finanzpolitik. Übrigens sind an beiden Entwicklungen wohl die gleichen üblichen Verdächtigenländer schuld. :-) Und dass eher konservative Gletscher ein Interessenskonflikt damit haben, ist auch verständlich.

        Auf FMW stehen definitiv die Fundamentalanalysen im Fokus, aber ohne die Markttechnik hätten wir einfach ein Ungleichgewicht. Und das wäre genauso irrational. Die Kursziele, die Lossless nannte, waren ja nicht falsch. Die waren auch im Chart nachvollziehbar. Ich wünsche mir, dass sich mehr Leute wie er trauen, ihre Erfahrung und Wissen hier zu teilen. Skepsis ist denen sicher, aber die Kritiker sollten sich fragen, ob sie nicht etwas ablehnen, was zwar offenbar recht häufig funktioniert, aber eben recht abstrakt, fremd und nicht intuitiv verständlich ist.

        • Avatar

          Der Katamaransegler

          17. Dezember 2016 16:52 at 16:52

          Hallo Petkov,
          Ihr Posting kann man ausdrucken und an die Wand hängen. Unnachahmlich mit Nonchalence formuliert und mit Überblick auf den Punkt gebracht.
          Sollte Herr Fugmann dereinst seine Memoiren schreiben, werden Ihre Beiträge sicherlich einfliessen.

          Ja, das „Irrationale“…
          Es ist ebenso wie das „Böse“ ’stets und überall‘. Am meisten in uns selber.
          Irrationalität basiert auf der Überzeugung es gäbe das Rationale.
          Die scheinbar selbstverständliche Annahme es gäbe in uns einen kühl sachlich beurteilenden Verstand. der nach objektiven Kriterien seine Entscheidungen trifft und dessen körperlicher Besitzer einzig die Frucht vom Baum der Erkenntnis essen müsse, um gottgleich zu sein, wurde von der modernen Neurophysiolgie widerlegt und als absurd entlarvt.
          Der Arzt und Kaberettist Dr. Von Hirschhausen hat es humorvoll auf die Bühne gebracht
          Rationalität ist ein Mythos – tief eingebrannt in westliche Hirne.
          Absurd.
          Gleichwohl bildet er das emotionale, moralische, juristische, ja soziale Fundament unseres Lebens.
          So teilen wir die Welt ein in Verstehenkönnen – Nichtverstehenkönnen. Logisch-Unlogisch, Oben-Unten, Long-Short.
          Die stete Einteilung in ‚Gut und Schlecht‘- so sagte mir ein Lehrer aus östlicher Zeit – sei die Krankheit des Westens.
          Ein hilfloser, rührend naiver Versuch, die Welt für unseren kleinen Geist erfassbar zu machen.
          Eine Illusion. Und an diese Illusion geklammert, an diesem kleinen Stück Treibholz, versuchen wir im Meer des Lebenswahnsinns, des „Irrationalen“,
          einigermassen über Wasser zu bleiben.

          Ihr Wunsch, es mögen mehr Leute ihre Tradingtechniken an dieser Stelle erläutern, wäre auch mein Wunsch.
          Ein frommer, allzu frommer Wunsch, denn die Voraussetzungen sind denkbar schlecht.
          Zum einen ist diese Platform nicht geeignet, zum zweiten sind die Ausgangslagen der Teilnehmer zu unterschiedlich, zum dritten sind die Erwartungshaltungen der Leser zu verschieden, und viertens sind die Zeithorizonte zu unterschiedlich.
          Man könnte sicherlich viel schreiben – aber es erinnert an die Parabel von den blinden Männern, die einen Elefanten untersuchen. Jeder begreift jeweils einen
          kleinen Teil. Und dann streiten sie sich um Ihre völlig unterschiedliche Interpretation desselben Tieres.
          Hilf- und erkenntnisreich ist nur eine kleine Gruppe, in der jeder einzelne sich seiner begrenzten Wahrnehmung, seiner „Blindheit“ bewusst ist, und im
          Austausch mit den anderen Wahrnehmungen zu einem Gesamtbild des Mysteriums „Börse“ gelangt.
          Eine kleine produktive Gruppe bestehend aus Elliot-Waver, Chartist, Tape-Reader, Volumen-Profiler, Stillhalter in Optionen, etc.
          Also jene, die über das Stadium der Chart-Exegese und der Voigt’schen Markttechnik hinausgewachsen sind.

          Ein Alphatiertreffen z.B.in Hamburg, wo sich tradingtechnische Salzbuckel und Silberrücken bei einem guten Italiener zusammensetzen.
          Das wärs :-)
          Den Ablauf stelle ich mir so vor:
          Im urig-rumpeligen Lokal ‚Cuneo‘ an der Davidstrasse findet man sich ein.

          Petkov und der Kat-Segler diskutieren philosophische Grundlagen, Fugmann wagt einen Ausblick auf den Abend. Er mahnt und warnt in seiner Video-
          Eröffnungsrede vor übermässigem Ess-und Trinkkonsum
          mit dem Titel „.. Wenn das blooss gut geht ..“

          Sein Kollege mit den wenigen Haaren und dem Pferdegebiss hat vorab per Mail bereits das MDT präsentiert – Das Menü des Tages !
          An praktischen Beispielen des abendlichen Geschehens erläutert er uns die Begriffe „impulsiv und korrektiv“
          Während viele noch voll investiert sind im Zauber der Cucina della Mama und einige den letzten kräftigen Schluck aus der Long-Pulle nehmen, suchen andere bereits den Short Einstieg. Der Kellner bringt ihnen Aspirin und Alka Seltzer.
          Nur KSchubert findet kein Ende. Er besteht auf ein finales Tiramisu,
          verschluckt sich daran, muss einiges abgeben, bleibt aber bei bester Laune.
          Als Überraschungsgast kommt Erni Reinhard, feiert mit uns seinen zweiundsechzigsten und bevor er/sie als Wanders-Mann uns zum Bummel lädt, klebt er noch schnell die Wimpern an und wirft sich ins opulente Damenkostüm.
          Währenddessen präsentiert der Verlustlose seinen Analysten. Gemeinsam loten sie die maximalen Amplituden des kommenden Reeperbahn-Wankens aus.
          Im Nachhinein, nach dem Umkehrsignal am Hans-Albers-Platz und zurück in der heissen Ecke sind die Teilnehmer beeindruckt von der Genauigkeit ihrer
          Vorhersagen.
          Morgens um fünf der Nachspann mit Fugmanns Video: „Man hat den Bumms ja kommen sehen ..“

          • Avatar

            tomgala

            17. Dezember 2016 21:16 at 21:16

            Wie geil ist das denn !!??
            Ich fühle mich einmal mehr in guter Gesellschaft !

          • Avatar

            Petkov

            20. Dezember 2016 00:43 at 00:43

            Vielen Dank, Katamaransegler, Ihre Worte ehren mich sehr und Ihre Beiträge zu lesen, ist immer ein Genuss.

  10. Avatar

    Lossless

    16. Dezember 2016 19:49 at 19:49

    Sieht sehr gut aus! Schließt der DAX unter 11451 wäre dies ein erstes Signal.

  11. Avatar

    Mitch

    17. Dezember 2016 12:12 at 12:12

    Joa, die Tageskerze (Schlusskurs 22:00 Uhr) deutet zumindest auf fehlendes Kaufinteresse hin. Eventuell geht es am Montag noch einmal kurz über 11450 und danach dann abwärts…
    Für mich wäre ein Durchbruch des Vortagestiefs (11353) sehr interessant. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte 11256 im Auge behalten (Vorvortagestief).

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US-Wahl: Noch drei Monate Unsicherheit – Wall Street hat Trump abgehakt

Auf eines können sich die seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebenden US-Amerikaner und die Wallstreet weiterhin verlassen: auf die bei der US-Wahl im Schatten bleibende US-Notenbank Fed

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Nur etwas mehr als eine Woche dauert es bis zur US-Wahl, aber fast 90 Tage sind es noch, bis in den USA die Amtseinführung des neuen bzw. alten Präsidenten stattfindet. Bis dahin sind große Würfe im US-Kongress in Sachen Wirtschaftshilfen unwahrscheinlich. Können die Aktienmärkte ihren Optimismus auch gegen die ungewöhnliche Vielfalt an Unsicherheiten aufrechterhalten und ihre Kursniveaus verteidigen – oder droht ein neuer Crash?

US-Wahl der Extreme

Die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 finden in einer Zeit statt, in der die Finanzmärkte mit außergewöhnlichen Unsicherheiten konfrontiert sind. Diese begannen schon vor gut einem Jahr mit der Beinahe-Implosion des US-Repo-Marktes. Damals konnte nur durch Notfallmaßnahmen der US-Geldpolitik in Form von Interventionen am Geldmarkt und durch die zur Verfügung Stellung von internationalen US-Dollar-SWAP-Linien ein Kollaps des Bankensystems verhindert werden.

Ohne die anhaltende und im Zuge der Pandemie sogar noch drastisch ausgeweitete Notfallpolitik der US-Notenbank Fed wäre der Stress am Markt für US-Repo-Geschäfte wohl auch ein Thema bei der US-Wahl gewesen. Schließlich war es auch die hohe Neuverschuldung durch das US-Finanzministerium die zu der Liquiditätsaustrocknung am Markt für kurzlaufende US-Staatsanleihen führte. Dabei lautete eines der spektakulärsten Wahlversprechen von Donald J. Trump gegenüber The Washington Post im April 2016 die damals 19,3 Billionen US-Dollar hohen Bundesschulden im Falle seiner Wahl innerhalb von nur acht Jahren komplett zu tilgen. Auch ohne die Kosten der Corona-Pandemie war das utopisch und nichts weiter als billige Wahlkampfpropaganda. Die Schuldenuhr zeigt gemäß US-Finanzministerium zum 22. Oktober 2020 übrigens einen Stand von 27,1 Billionen US-Dollar an (Public Total Debt). Ein Anstieg um 7,3 Billionen US-Dollar bzw. 36 Prozent seit dem Amtsantritt von Präsident Trump im Januar 2017.

Weitere Unsicherheitsfaktoren für die zukünftige Wirtschafts- und Gewinnentwicklung in den USA sind neben der wieder stark an Dynamik gewinnenden Corona-Pandemie die Zerschlagungsbestrebungen von „Big Tech“, die nach wie vor prekäre Lage am US-Arbeitsmarkt mit über 30 Millionen Transferleistungsempfängern sowie saisonbereinigt rund 12,6 Millionen Arbeitslosen im September 2020.

Fast unbemerkt von den Devisenmärkten hat sich kurz vor der US-Wahl das Handelsbilanzdefizit der USA mit 67,1 Mrd. US-Dollar im August 2020 auf das höchste Niveau seit der Lehman-Krise im Jahr 2008 aufgebläht. Der Handelskrieg, nicht nur mit China, konnte diese Entwicklung nicht verhindern. Nach wie vor sind die USA in der Gesamtbetrachtung nicht in der Lage, in vielen Sektoren international wettbewerbsfähig zu sein (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Die Herausforderungen, mit denen die USA in Friedenszeiten während dieser US-Wahl konfrontiert werden, sind einmalig. Dies gilt auch für den Amtsinhaber Donald J. Trump, der in vielen seiner Handlungen und Worte sehr unkonventionell und extrem anmutet. Man kann nur spekulieren, wie ein Präsident oder eine Präsidentin anderen Charakters eine solche Gemengelage meistern würde.

Der heimliche Präsident tritt bei der US-Wahl gar nicht an

In Kombination mit dem US-Staatsdefizit in Höhe von ca. 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ergibt sich mit dem Defizit im Außenhandel ein fatales Bild für die größte Volkswirtschaft der Welt. Das Mantra des stärksten und mächtigsten Landes der Welt ist nur noch eine hohle Phrase, basierend auf der Androhung von Waffengewalt und extraterritorialen Repressalien. Ob die Welt ohne diesen Status besser dastünde, ist seriös nicht prognostizierbar und auch nicht, wie lange diese Epoche der US-Dominanz noch währt.

Auf eines können sich die seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebenden US-Amerikaner und die Wallstreet aber weiterhin verlassen: auf die bei der US-Wahl im Schatten bleibende US-Notenbank Fed, die beliebig viele Dollars zum Ausgleich des Zwillingsdefizits und zur Aufrechterhaltung der US-Wirtschaft erzeugen kann. Natürlich auch, um die Party im Börsensaal auf der Titanic in Schwung zu halten. Dem heimlichen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Jerome Hayden „Jay“ Powell und seinem Offenmarkt-Komitee sei Dank.

Die Bilanzsumme der US-Notenbank (Fed) hat nun kurz vor der US-Wahl mit einem Gesamtvolumen von 7,18 Billionen US-Dollar das absolut und in Relation zum jährlichen BIP höchste Niveau aller Zeiten erreicht. Dabei kann man den geldpolitischen Akteuren keine Parteinahme für den ein oder anderen Kandidaten im US-Wahlkampf unterstellen. Die Intention der anhaltenden Geldflutung des Finanzsystems ist schlicht und einfach, dessen Existenz weiterhin sicherzustellen. Gegen diese Zwangslage wird auch in Zukunft keiner der zur Wahl stehenden Kandidaten Politik betreiben können. Damit manifestiert sich die Rolle der zum Teil in privater Hand befindlichen Fed als Staat im Staate weiter und die Demokratie US-amerikanischer Prägung wird trotz Wahl endgültig zur Illusion.

Die Wallstreet hat Trump schon abgehakt

Die Finanzmärkte haben diesen Zusammenhang längst hergestellt, was auch erklärt, warum sich die Vermögenspreise trotz der Vielfalt extremer Unsicherheiten, inkl. dem Ausgang der US-Wahl, in luftigen Höhen bewegen. Besonders deutlich wird dies an der positiven Korrelation zwischen steigenden Umfragewerten für den Herausforderer Joseph Biden und der Zuversicht auf ein noch größeres, von der Fed finanziertes Stimulusprogramm. Für diese Aussicht ignoriert man sogar mögliche Steuererhöhungen für Einkommensmillionäre und Unternehmen im Falle eines Sieges der Demokraten bei der US-Wahl.

Aus Sicht vieler tief religiöser Trump-Wähler stellt sich ohnehin die Frage, warum man den exzentrischen Präsidenten nochmals wählen sollte? Schließlich hat er mit der Neubesetzung des obersten Gerichts und der größten Steuerreform der letzten 35 Jahre schon sehr viel erreicht. Wie viel mehr könnte er in einer zweiten Amtsperiode noch erreichen, was sein exzentrisches und volatiles Verhalten aus Sicht evangelikaler und katholischerer Wähler entschuldigt?

Die Zeitlücke nach der US-Wahl

Lediglich die zeitliche Verzögerung zwischen dem Wahltermin am 3. November und der Amtseinführung am 20. Januar könnte bei dieser US-Wahl ein besonderes Risiko darstellen. Die Zahlungen aus den Corona-Hilfspaketen gehen bereits seit August deutlich zurück, die zweite Welle der Pandemie schließt in den USA mit neuen Rekordansteckungen nahtlos an die erste Welle an. Wie lange wird es dauern, bis sich dies in der Konsumentenstimmung sowie den Konjunktur- und Unternehmenszahlen niederschlagen wird?

Ein nochmaliger Corona-Crash als erneute Einstiegsopportunität?

Im wahrscheinlichsten Fall wäre ein nochmaliger Rückschlag bei den Vermögenspreisen eine ebenso lohnenswerte Einstiegsmöglichkeit wie bereits während des Lockdown-Crashs im März dieses Jahres.

Man sollte also trotz aller Risiken nicht zu viele Chips vom Tisch nehmen, auch wenn die Gemengelage zur Vorsicht mahnt. Doch Fakt bleibt: Auf die Fed ist Verlass und deren Pulverkammern, bestehend aus ungedecktem digitalem FIAT-Geld, sind unlimitiert und können unabhängig von finanzpolitischen Entscheidungen des Kongresses die Unternehmen, die Verbraucher und die Finanzmärkte stützen.

Fazit und Ausblick

Mag man zu den US-Präsidentschaftskandidaten stehen, wie man will, für die Finanzmärkte spielt die Musik schon lange nicht mehr in der Pennsylvania Avenue 1600 in Washington (Weißes Haus), sondern Ecke Constitution Ave NW und 20th St. NW (Board of Governors of the Fed).
Besonders bei dieser US-Wahl spielen für Anleger starke Nerven und das Aushalten hoher Volatilität eine große Rolle. Ebenso wie ein gesunder Opportunismus. Dabei ist es für den Anlageerfolg unerheblich, welchen Kandidaten man persönlich präferiert oder ob man an dieses oder jenes glaubt oder nicht glaubt. Entscheidend ist das Verständnis für den Zusammenhang zwischen digitaler Notenpresse und Vermögenspreisen. Diese Konstante wird uns mit weiter zunehmender Bedeutung noch eine Weile erhalten bleiben.

Die US-Wahl bringt zunächst Unsicherheit, aber entscheidend für die Aktienmärkte ist die Fed

 

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Finanznews

US-Wahl: Wer liegt falsch? Marktgeflüster (Video)

Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Wer hat Recht – und wer liegt daneben? Eine Analyse der Lage

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Das sind die Anleihemärkte, die mit steigenden Renditen von einem klaren Sieg von Joe Biden und den US-Demokraten ausgehen und daher mit einem großen Stimulus rechnen. Die Aktienmärkte dagegen scheinen noch unentschlossen und fokussieren sich auf das kurzfristige Geschehen, ergo die Hoffnung auf einen Stimulus noch vor der US-Wahl. Anders aber sieht es der Devisenmarkt: der US-Dollar bleibt robust, große Player haben ihre Wetten auf einen fallenden Dollar aufgelöst. Wenn aber der Dollar nicht schwächer wird heißt das, dass es den von den Anleihemärkten prognostizierten klaren Sieg der US-demokraten bei der US-Wahl nicht geben wird. Haben also die Devisenmärkte recht – oder doch die Anleihemärkte?

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Rüdiger Born: Gute Laune bei Dax und S&P 500 – Rücksetzer möglich?

Rüdiger Born

Veröffentlicht

am

Dax und S&P 500 sind derzeit gut gelaunt. Ist an den steigenden Kursen derzeit aus charttechnischer Sicht nichts auszusetzen? Oder sind Rücksetzer doch möglich? Mehr dazu im folgenden Video.

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