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Lufthansa-Streiks in der Endlos-Schleife: Das ist ja nicht mehr auszuhalten

Wer hat denn nun recht im Lufthansa-Endlos-Streik? Die Gewerkschafter oder der Arbeitgeber? Eine müßige Diskussion. Da gibt es zum Beispiel das grundlegende Argument die aktuell streikenden…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wer hat denn nun recht im Lufthansa-Endlos-Streik? Die Gewerkschafter oder der Arbeitgeber? Eine müßige Diskussion. Da gibt es zum Beispiel das grundlegende Argument die aktuell streikenden Piloten verdienen teilweise mehr als 200.000 Euro im Jahr – andere Berufe seien vergleichbar wichtig, würden aber deutlich schlechter bezahlt – also sollen sich die Piloten mal nicht so anstellen. Da ist dann aber wiederum die Argumentation der Gewerkschaft Cockpit, dass es seit 2012 trotz Milliardengewinnen bei Lufthansa keine Gehaltserhöhung mehr gegeben habe.

Lufthansa weist wiederum darauf hin, dass die Piloten hier bereits deutlich mehr verdienen als bei sämtlichen Konkurrenz-Airlines (auch ein gutes Argument). So sagt Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister zu den Forderungen, dass Lufthansa so gesehen eine Gehaltssenkung fordern müsse. Es sei klar, wer sich bewegen müsse. Cockpit fordert aber für die Piloten rückwirkend (!) ab 2012 eine jährliche Lohnerhöhung von 3,7% pro Jahr – satte 20% auf einen Schlag also! Lufthansa bietet 2,5%. Das klingt auch nicht gerade nach wenig bei den eh schon hohen Gehältern. Wenn man bedenkt, welche Reallohn-Einbußen andere Branchen verkraften müssen, könnte Demut angebracht sein bei den Piloten? Rücksichtnahme auch auf die Infrastruktur eines ganzen Landes? Oder soll man sich nicht durch solche Argumenten von seinen nachvollziehbaren Forderungen abbringen lassen? Beide Sichtweisen sind (irgendwie) nachvollziehbar.

Aber doch kommt man sich fast vor wie bei Mafiosi, die wie in (gut gemachten) US-Filmen Gewerkschaften unterwandern, um als deren Chefs Konzerne zu erpressen: Macht was wir wollen, oder wir legen euren ganzen Laden lahm, und streiken einfach ständig! Aber nein, natürlich alles Quatsch, es war nur so ein alberner Gedanke. Zurück zum Geschäft. Es handelt sich beim aktuellen „Cockpit“-Streik um den 14. Streik seit 2 1/2 Jahren gegen die Lufthansa! Hut ab, das muss erst mal jemand nachmachen. Wohl kein anderer Berufsstand kann mit so wenigen Streikenden so viel Schaden anrichten für die Infrastruktur eines Landes wie Deutschland.

Hohmeister sagte zum aktuellen Streik Cockpit verfolge offenbar noch andere Interessen. Welche das genau sein könnten, dazu erfährt man nichts. Klingt so richtig mysteriös. Langsam kann man es als Außenstehender nicht mehr ertragen. Was für ein Theater, anders kann man es nicht sagen. Die Folge, die ja irgendwann entstehen musste: Aktuell fordert die CDU über ihren Fraktionsvize Michael Fuchs in der BILD die Schaffung einer Möglichkeit der Zwangsschlichtung. Man fordere Arbeitsministerin Nahles auf sich darum zu kümmern. Natürlich geht sowas nicht von heute auf morgen, dennoch ist dieser Endlos-Streik unerträglich, und wird wohl eines Tages zur Möglichkeit führen, dass ein Richter so eine Zwangsschlichtung über einen vom Gericht ernannten Schlichter anordnen kann, wenn so ein Gesetz dann geschaffen wurde.

Nicht nur, dass Lufthansa pro Streiktag einen fast zweistelligen Millionenverlust beklagt, wo das Institut der deutschen Wirtschaft sogar mit 25 Millionen Euro Schaden kalkuliert. Schlimmer ist der langfristige Imageschaden der Lufthansa gerade bei ausländischen Geschäftskunden, die bei internationalen Flügen die große Auswahl haben. Konkurrenten wie Turkish Airlines, Emirates und Co dürften dank reichlich staatlicher Rückendeckung, fast Gratis-Kerosin und steuerlichen Traumzuständen bei sich zuhause jubeln über das, was da bei der Lufthansa geschieht.

Die Krönung: Gestern sagte ein von Medien spontan befragter Fluggast aus Italien: Das ist hier ja schlimmer als bei der Alitalia. Spätestens da sollten alle Alarmglocken läuten! Aber egal, seit Mittwoch läuft der aktuelle dreitägige Streik. Heute fallen ganze 900 Flüge aus, gestern waren es 800. Morgen sollen alle Piloten auf der Kurzstrecke streiken. Was sagt die Aktie der Lufthansa dazu? Da tut sich erstaunlicherweise (!) gar nichts. Die scheint genau so in Schockstarre verfallen zu sein wie der Dax, der sich seit Tagen nicht von der Stelle bewegt.

Nachdem man am 19. Oktober die Gewinnprognose angehoben hatte, haussierte die Aktie von 10,50 Euro auch über die vermeldeten Quartalszahlen hinweg bis zuletzt auf 13,18 Euro letzte Woche. Jetzt hängt man bei 12,78 Euro im Dax/Trump-Koma. Es ist erstaunlich, dass der erneute Streik sich nicht auswirkt. Die Tatsache, dass die Lufthansa aktuell erwägt eine alte 60 Millionen Euro schwere Klage gegen die Gewerkschaft Cockpit wieder aufzuwärmen, interessiert auch nicht. Hat der 14. Streik in so kurzer Zeit schon zum Gewöhnungseffekt geführt? Ach schon wieder Streik, egal? Langfristig, so kann man es vermuten, dürfte sich so ein „Dauer-Streik-Image“ nicht gerade positiv auswirken, wenn man parallel dazu noch sieht, was dem internationalen Geschäftsreisenden bei der Konkurrenz alles Schönes geboten wird!

Darf man daher sagen: Die Lufthansa-Aktie sollte man langfristig eher kritisch betrachten? Hier im Chart die Lufthansa-Aktie (schwarz) gegen den Dax (orange) seit 2013. Die Aktie hat sich während der Dauerstreiks erstaunlich gut gehalten. Ist die Aktie überbewertet, und unterschätzt den langfristigen Imageschaden, der sich auch negativ auf gut zahlende Langstrecken-Kunden auswirkt? Oder ist das Management so gut beim Kostensenken und Outsourcen hin zu Eurowings, dass solche Effekte zukünftig mehr als ausgeglichen werden? Das ist noch unklar.

lufthansa

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    gerd

    24. November 2016 18:47 at 18:47

    Wenn die 13 Streiks vorher erstaunlicherweise (anscheinend) zu keinem messbaren Imageschaden geführt hat, wird der 14. in ein paar Wochen auch vergessen sein.

    Erst beim 15. keimt diese Furcht erneut auf, um dann aber erneut wieder bis zum 16. total abzuflauen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Netflix und Tesla bringen gute Laune

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Netflix hat gestern Abend tolle Zahlen geliefert, und bei Tesla gibt es ein neues hohes Kursziel.

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Börse: Die Stimulus-Schecks und der große Börsen-Hype

Wiederholt sich das Muster an der Börse aus der ersten Corona-Welle? Damals stiegen Kleininvestoren ein, und nun kommen neue Schecks!

Wolfgang Müller

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Was sich im letzten Sommer durch die großzügigen Schecks der US-Regierung zur Unterstützung der Arbeitslosen an der Börse gezeigt hat, wiederholt sich mit den 600 Dollar-Schecks seit Jahresanfang in verschärfter Form. Man zockt mit dem staatlichen Geld immer zügelloser, in Pennystocks und in Optionen. Jetzt kommt bald die Aufstockung auf 2000 Dollar durch die Biden-Regierung – wird dies der Höhepunkt der Manie der Börse?

Börse: Corona und die Generation RobinHood

Es war ein großes Thema im Coronajahr 2020, die allein schon beim Neobroker RobinHood auf 13 Millionen, vorwiegend junger Anleger angewachsene Schar neuer und junger Investoren, die ihre Freizeit genutzt haben, um nahezu gebührenfrei an der Börse zu zocken. Zunächst mit den großen Aktien aus dem „Stay-at-Home-Umfeld“, Apple, Amazon, Alphabet, Microsoft, Nvidia, oder Zoom und natürlich Tesla. Aber da dies so gut geklappt hatte, dann auch mit Hebelprodukten aus dem Optionsbereich. Was die Stillhalter dazu genötigt hatte, teure Aktien zur Absicherung auch noch nachzukaufen, Stichwort Gamma-Absicherung. Die Hausse nährte ständig die Hausse. Dies ist natürlich den großen Häusern in den USA nicht verborgen geblieben. Goldman Sachs holte sich die Liste der meist nachgefragten Aktien bei den Billigbrokern und bei den Favoriten der Hedgefonds – und siehe da, die Lieblinge der RobinHoodies schlugen die Benchmark und die Profis um Längen.

2020: S&P 500, plus 16 Prozent – Hedgefonds plus 40 Prozent – und die RobinHooder plus 80 Prozent. Dies ist natürlich nicht die Performance der Depots, sondern die Berechnung der Performance der Favoriten.

Das neue Thema Pennystocks

Das Jahr 2021 entwickelt sich in Teilbereichen noch extremer als das Jahr 2020. Die jungen Spekulanten hatten bemerkt, dass sich nach den Wahlen im November und der großen Impfstoffstory ein Favoritenwechsel ergeben hat, weg von Big Growth und Value, hin zu kleinen Nebenwerten. Überaus deutlich ersichtlich an der Performance des Russel 2000, der allein von Anfang November bis dato von 1520 auf 2150 Punkte gestiegen ist. Ein Index, wohlgemerkt, in dem sich so viele Titel befinden, die gar keine Gewinne machen, seit Jahren „Zombies“ genannt. Manch erfahrener Börsianer wird sich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben, angesichts der Kurssprünge einiger kleiner und eigentlich unbekannter Aktien aus dem Feld der Pennystocks.

Das extremste und am meisten zitierte Beispiel ist eine Firma aus der Medizintechnik, Signal Advance. Infolge einer Verwechslung aufgrund eines Musk-Tweets: „Buy Signal“ hatte sich der Pennystocks schlicht verdreiundzwanzigfacht. Nicht ganz so extrem, aber immerhin auch schon mit 120 Prozent plus, notierte GameStop, eine Firma aus der Videobranche. Ob Energiesektor, Elektromobilität, Wasserstofftechnologie, Solar oder sogar Aktien, die sich der Pleite genähert haben, Hauptsache billig, dann wird damit herumgezockt.

Das Volumen der gehandelten Billigaktien hatte bereits im Dezember die Billionengrenze erreicht.

Stimuli, oder die staatliche Quelle für das Zocken

Wie bereits angedeutet, viele Anleger hatten anscheinend nur darauf gewartet, dass der Staat ihnen endlich die lange erwartete Unterstützung mittels der 600 Dollar-Schecks zusandte. Der Beweis für diese Annahme ist der Anstieg des Handelsvolumens bei Pennystocks – Over the counter (OTC), also außerbörslich, der sich nach dem Erhalt der Schecks glatt fast versechfacht hatte.

Was bedeutet dies für die nahe Zukunft? Der neue US-Präsident hat letzte Woche sein 1,9 Billionen Dollar schweres Stimulusprogramm angekündigt, welches noch der Billigung durch den Kongress bedarf.

Eine Aufstockung um 1400 Dollar und es könnten weit über 100 Millionen Amerikaner in den Genuss der staatlichen Stimulus-Schecks geraten.

Wird sich das Verhalten der neuen Generation Anleger ein weiteres Mal wiederholen und das Geld unmittelbar wieder an der Börse landen, bei Werten, von denen unsereins noch gar nichts gehört hat?

Ein nochmaliger kurzfristiger Boom?

Daran sieht man einmal mehr, warum statistische und saisonale Annahmen stets mit Vorsicht zu genießen sind. Jedes Jahr, jeder Zyklus ist anders und bietet ständig Überraschungen. Wer hätte vor einem Jahr daran gedacht, dass kleinste Anlegergruppen mit staatlicher Stütze einen Einfluss auf die Kurse an der Börse ausüben können?

Fazit

Wieder ein Zeichen für eine Bubble an der Börse, die aber wie immer erst dann festgestellt wird, wenn sie geplatzt ist? Jede Übertreibung ist anders als die vorherige und die aktuelle Phase ist durch Umstände befördert worden, die es in dieser Kombination auch noch nicht gegeben hat. Die Notenbanken haben durch ihre Marginalisierung des Zinses den Aktienmarkt zu einer dominanten Anlageklasse gemacht, dann haben die neuen Broker die Handelsgebühren abgeschafft und das Handeln mit ganz niedrigen Beträgen möglich gemacht und zuletzt hat Vater Staat auch noch das nötige Spielgeld zur Verfügung gestellt, ungewollt. 2020 war es die Arbeitslosenunterstützung, die in manchen Staaten über 4000 Dollar pro Monat betragen hat, mehr als der Arbeitnehmer mit seiner Arbeit verdienen konnte. Dann kamen die 600 Dollar-Schecks und jetzt die nochmalige Aufstockung durch die neue US-Regierung.

Was mich wieder einmal in meiner These bestätigt, wann der Rally an der Börse sehr deutlich der Stecker gezogen werden könnte: Wenn die Wirtschaft ohne staatliche (Not-)Versorgung läuft, das Zinsniveau nur ein wenig weiter ansteigt und zusätzlich den jungen Zockern die staatlichen Schecks verwehrt werden.

Der Einfluß der Stimulus-Schecks auf die Börse

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Netflix-Quartalszahlen: Nutzerwachstum deutlich besser als gedacht, Aktie +11 Prozent

Claudio Kummerfeld

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Netflix auf Computer schauen - Beispielbild

Soeben wurden die Netflix-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier zeigen wir die wichtigsten Eckdaten.

Der Umsatz liegt bei 6,64 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 5,47/Erwartungen 6,6). Im aktuell laufenden Quartal soll der Umsatz bei 7,1 Milliarden Dollar liegen.

Der Gewinn liegt bei 1,19 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,30/Erwartungen 1,39). Im laufenden Quartal erwartet man 2,97 Dollar.

Die Zahl neuer Abonnenten liegt bei 8,51 Millionen (erwartet 6,5). Für das laufende Quartal gibt man ganz aktuell die Zielmarke von 6 Millionen neuen Abonnenten aus.

Netflix sagt aktuell, dass man keine externe Finanzierung mehr benötige, und über Aktienrückkäufe nachdenke. Das und das Nutzerwachstum lassen die Aktie gut da stehen. Sie steigt aktuell nachbörslich um 11 Prozent!

Grafik zeigt Netflix-Quartalszahlen im Detail

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