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Machen Carl Icahn´s 150 Mio Dollar Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten?

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Der brutalste Zocker der Wall Street Carl Icahn, eines der Hauptvorbilder für den von Michael Douglas verkörpterten Gordon Gecko im Film „Wall Street“, hat jetzt verkündet 150 Mio Dollar in die Hand zu nehmen für eine politische Kampagne. Direkt darf er das Geld nicht an Donald Trump´s Wahlkampfkasse überweisen, daher gründet er jetzt ein sogenanntes „Super PAC“…

Donald Trump
Donald Trump kann tatsächlich US-Präsident werden.
Foto: Gage Skidmore / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Carl Icahn

Carl Icahn gilt in den USA als brutaler Zocker, der gerne mit seinerm Druck Konzernvorstände austauscht, für Entlassungen sorgt um Profite zu erhöhen uvm. Er ist ein Freund klarer Worte, und er klotzt statt zu kleckern. Spätestens seit seinem inzwischen legendären Video-Appell vom 29. September gilt er als eindeutiger Unterstützer von Donald Trump als Präsidentschaftskandidat. Dabei sagt er selbst, dass er in vielen Punkten nicht mit Donald Trump übereinstimmt. Aber ihm gefalle an Donald Trump, dass er klare Meinungen vertrete und den verkrusteten US-Kongress „aufbrechen“ könne. Aber vor allem in einem wichtigen Punkt sind sich beide einig.

Die giantischen Cash-Berge, die US-Konzerne im Ausland angesammelt haben und nicht zurück in die USA bringen wollen, weil sie dort versteuert werden müssten, haben die beiden im Auge. Nach ihrer Vorstellung soll für diese „Repatriierung“ der Gelder der Steuersatz drastisch gesenkt werden. Wenn die Unternehmen dann bereit sind das Geld zurückzuholen, können diese Gelder an die Aktionäre ausgeschüttet werden und neue Arbeitsplätze können entstehen, und/oder die Firmen haben generell mehr Cash in ihren US-Kassen um selbst neue Arbeitsplätze in den USA zu schaffen. So weit die Theorie der beiden. Ob sie in der Praxis wirklich funktionieren würde, darüber kann jeder selbst urteilen – man sieht es dann erst in der Praxis. Ganz nebenbei: Carl Icahn hält ein großes Investment in Apple-Aktien, und Apple hat den größten aller Cash-Berge im Ausland. Schielt da jemand auf eine fette Sonder-Dividende? Übrigens schürt Icahn auch das Angstszenario diverse Konzerne würden derzeit schon darüber nachdenken die USA zu verlassen. Donald Trump schwebt auch vor, was die FDP auch jahrelang promotet hat. Steuerschlupflöcher für Besserverdiener abschaffen, dafür die Steuer selbst senken, damit Reiche in den USA überhaupt mal Steuern zahlen.

Aber nun zurück zum Wahlkampf von Donald Trump. Carl Icahn hat gestern verkündet mit 150 Mio US-Dollar einen sogenannten „Super PAC“ einzurichten, eine Art Lobbygruppe oder Aktionsgruppe, die darauf abzielt Abgeordnete und politische Kampagnen zu unterstützen oder zu bekämpfen. Da Icahn so gigantische Summen nicht direkt an Trump´s Wahlkampfkasse überweisen darf, gründet er dieses Super PAC. Aber auch das kann nur kleine fünfstellige Beträge an den Kandidaten überweisen. Aber das Super PAC darf in Eigenregie Werbung für einen Kandidaten machen. Und Icahn hat verkündet mit seinen 150 Mio Dollar offiziell das Zurückholen der vorher beschriebenen ausländischen Gelder zu supporten, was ja ganz klar auch Trump´s Thema ist. Also wird es ein massiver Wahlkampf-Support für Trump werden – das ist eindeutig.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Hier der erste Absatz von Icahn´s Brief an US-Kongressmitglieder von gestern:

„For the past 40 years I have worked diligently to see that errant CEOs and boards were held accountable, and few would disagree that my efforts greatly enhanced the value of hundreds of companies, making many billions of dollars for shareholders. I believe the time has come to also hold Senators and Congressmen accountable for the current gridlock in Congress that prevents important legislation from being passed. This is why I’m currently preparing to form a Super PAC with an initial commitment of $150 million from me personally. The first thing the PAC will do is focus on the pernicious effects that are occurring and will continue to occur as a result of Congress’s failure to immediately stop so many of our great companies from leaving our country. This exodus has often been called “corporate tax inversions.” While I plan to raise third party funds, I believe my own commitment of $150 million to the PAC will be more than enough to make voters fully aware of the horrible consequences that will ensue if Congress fails to pass legislation immediately to stop these “inversions.” I recently received an outpouring of emails and letters after pointing out the absurdity of this situation in a recent video (which is posted on my website: www.carlicahn.com). Many individuals are asking me to take action and I have obviously decided to do so.“

Hier geht´s zum kompletten Brief.

Kann Donald Trump US-Präsident werden?

Wird Donald Trump der nächste US-Präsident? Das kann er gar nicht schaffen? Unrealistisch? Nicht doch. Ronald Reagan wurde als drittklassiger Schauspieler auch US-Präsident! Und das hatte vorher auch kaum jemand für möglich gehalten. Trump könnte zum „Ronald Reagon 3.0“ werden. Steuern für Reiche und Konzerne weiter runter in der großen republikanischen Hoffnung die würden dann schon jede Menge neuer Arbeitsplätze mit dem frei gewordenen Cash schaffen. Bei Reagan passierte das Gegenteil. Die Aktionäre wurden noch reicher, die Deindustrialisierung der USA nahm extrem an Fahrt auf.

Wie viele Werbespots, Plakate und Petitionen kann Carl Icahn mit 150 Mio Dollar zum trockenen Thema „bring Home Corporate Money“ schon schalten? Alle wissen es – das Geld ist für Trump gedacht. Solch eine Summe wurde noch nie in ein „Super PAC“ reingeschossen. Das dürfte für Donald Trump der große Schub Richtung Weißes Haus werden. Das Motto könnte lauten „wählt diesen Trump, er sorgt dafür, dass unsere Konzerne ihr Geld zurück nach Amerika holen und für euch neue und bessere Jobs schaffen“.

Bei den Republikanern dürfte dieser Geldregen Trump wohl zur klaren Nummer 1 für den Präsidentschaftswahlkampf machen, wenn die von Icahn finanzierten Spots zum Thema „Steuer“ im TV rund um die Uhr auf die Zuschauer herunterrieseln. Die Demokraten? Hillary Clinton ist durch ihre komische EMail-Affäre mehr als angeschlagen. Wer wäre ein starker Gegenspieler der Demokraten für Donald Trump? Es ist wie in anderen Fällen auch. Manchmal wird jemand Präsident oder Bürgermeister (in Hamburg auch schon öfters passiert), nur weil kein anderer Kandidat da war, oder weil zum aggressiven Kandidaten kein Gegenkandidat da war, der ihm Paroli bieten konnte. Also, „Donald Trump for President“ ist wieder ein Stück realistischer geworden – alle gut festhalten!


2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    joah

    22. Oktober 2015 10:47 at 10:47

    Die Situation um die „Repatriierung von Steuergeldern“ mit vermindertem Steuersatz ist eine Verzerrung dreistester Art und Güte im handlungsseitigen, wie im Sprachlichen: hier wird das mutwillige messen mit zweierlei Maß mit Sprachkunst (Neusprech) verschönert (Repatriiert = es wäre ja „patriotisch“), was aber absolut nicht der Fall ist. Hiermit werden diejenigen (Günstlinge?) beschenkt, die ja gerade Gelder für die Allgemeinheit mutwillig durch geschicktes taktieren (ausnutzen von Steuergesetzen) vorenthalten haben, obwohl sie dafür hätten eher bestraft werden müssen – wie wäre es denn mal mit der doppelten Summe des eigentlichen Steuerbetrages zur Abschreckung? Somit wird dieses schäbige Verhalten durch Belohnung – was es ja letztendlich ist – sogar noch gefördert. Einfach widerlich, vor allem, wie es verargumentiert wird: das ist kein Patriotismus!

    • Avatar

      joah

      22. Oktober 2015 10:54 at 10:54

      bevor mir einer etwas falsche unterstellen mag: ich weiß sehr wohl, daß das Wort „Repatriierung“ Zurückführung heißt, jedoch hat es den sprachlichen Beiklang eines anderen Wortes zur Verzerrung. Ohnehin muss man sprachlich nichts beschönigen, wenn die Wahrheit darüber ausgesprochen gehört: Betrug.

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Sparverträge: BaFin rät Kunden zu aktivem Vorgehen gegen Banken

Redaktion

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Sparverträge sind seit Jahren ein heißes Thema bei Banken, und zwar wegen den in den „guten alten Zeiten“ versprochenen hohen Zinszahlungen. Heute dann der Hammer! Ein höchst ungewöhnlicher Vorgang ist das, was von Seiten Deutschlands oberster Finanzaufsicht BaFin da heute veröffentlicht wurde. Es geht um Prämiensparverträge, welche die Bankkunden sorgfältig überprüfen sollen. Viele ältere Verträge enthalten laut BaFin Zinsanpassungsklauseln, mit denen Banken die zugesicherte Verzinsung einseitig abändern könnten. Diese Klauseln sind laut Bundesgerichtshof (BGH) seit 2004 unwirksam.

Aber kurz ein Schritt zurück. Die letzte Zeit hat die BaFin alles andere als geglänzt. Das Wirecard-Desaster war nur die Spitze. Die BaFin-Vizepräsidentin Elisabeth Roegele spielte zum Beispiel beim CumEx-Skandal eine zweifelhafte Rolle. Sie war vor ihrer BaFin-Zeit Chefjuristin der Dekabank, als diese auf Gewinne aus Cum-Ex-Geschäften klagte (mehr Details dazu hier). Von daher kann man es als Image-Maßnahme ansehen, dass gerade Frau Roegele explizit mit Namen zitiert wird, wenn die BaFin heute betroffenen Sparern dazu rät, jetzt selbst aktiv auf ihre Banken zuzugehen und sich erläutern zu lassen, welche Klausel ihre Sparverträge ganz konkret enthalten.

Runder Tisch über Sparverträge gescheitert – BaFin rät Kunden zur Offensive gegen Banken

Der nächste Schritt müsse dann laut heutiger Aussage der BaFin sein zu prüfen, ob diese Klauseln rechtskonform seien. Bei Fragen zur Geltendmachung zivilrechtlicher Ansprüche oder zur Unterbrechung etwaiger Verjährungsfristen rät Frau Roegele den Kunden, sich bei Bedarf an eine Verbraucherzentrale oder auch einen Rechtsanwalt zu wenden. Das ist echt der Hammer. Die BaFin rät aktiv Bürgern dazu sich im Kampf gegen Banken an Anwälte oder Verbraucherschützer zu wenden? Bislang hielt sich die BaFin aus sowas doch raus?

Die BaFin geht davon aus, dass Banken und Sparkassen oft falsche Zinsklauseln verwendet und den Kunden zu wenig Zinsen gutgeschrieben haben. Betroffen seien laut BaFin-Statement insbesondere langfristig variabel verzinste Sparverträge aus 2004 und früher. Ein Runder Tisch, den die BaFin zum Thema Prämiensparen Ende November 2020 unter anderem mit den Verbänden der Kreditwirtschaft und Verbraucherschutzorganisationen einberufen hatte, habe leider keine kundengerechten Lösungen gebracht. Neben ihrem Verbraucheraufruf prüfe man deshalb jetzt auch konkrete verwaltungsrechtliche Optionen, mit denen das Ziel ausreichender Kundeninformation erreicht werden könne. Bereits im Februar 2020 hatte die BaFin die Banken aufgefordert, auf die betroffenen langjährigen Kunden zuzugehen und ihnen eine Lösung anzubieten.

Was soll man dazu sagen? Der gute Herr Hufeld (BaFin-Chef) und die gute Frau Roegele wollen wohl in der Öffentlichkeit endlich auch mal Pluspunkte sammeln, als oberste Beschützer der kleinen Leute mit Sparkonto? Zum Thema Prämiensparverträge liefert die BaFin auch folgende Erläuterung, im Wortlaut:

Ein Prämiensparvertrag ist eine langfristige Sparform mit variabler Verzinsung und gleichbleibender Sparleistung. Kunden erhalten zusätzlich zum Zins eine Prämie, die meist nach der Vertragslaufzeit gestaffelt ist. Viele Kreditinstitute verwendeten in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) Zinsanpassungsklauseln, die ihnen einräumten, über Änderungen der vertraglich vorgesehenen Verzinsung mit unbegrenzt einseitigen Ermessensspielräumen zu entscheiden. Diese Praxis erklärte der BGH 2004 für unwirksam und äußerte sich auch in späteren Entscheidungen in 2010 und 2017 zu den Anforderungen an solche Klauseln. Dennoch bestehen weiterhin Unsicherheiten, wie Kreditinstitute mit den Anforderungen der BGH-Rechtsprechung umzugehen haben. Hinweise dazu liefert ein Urteil, welches das Oberlandesgericht (OLG) Dresden im April 2020 auf die Musterfeststellungsklage der Verbraucherzentrale Sachsen getroffen hat. Es stellt etwa klar, dass die Verzinsung sich an einem angemessenen, langfristigen, öffentlich zugänglichen Referenzzinssatz orientieren muss und monatlich anzupassen ist. Als angemessen sieht das OLG Dresden beispielsweise die 9- bis 10-jährige Zeitreihe der Deutschen Bundesbank WX 4260 (damalige Bezeichnung) an. Die Entscheidung ist bislang nicht rechtskräftig; es wurde Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Weitere Musterfeststellungsklagen sind anhängig.

Sparverträge werden oft in Beratungsgesprächen abgeschlossen
Beispielfoto einer Beratung in einer Volksbank. Foto: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

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Deutschland: Restaurants und Hotels bis 10.Januar geschlossen

Markus Fugmann

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In Deutschland werden laut einem Insider sowohl Gastronomie als auch Hotels bis zum 10.Januar geschlossen bleiben – darauf haben sich laut diesem Insider die Bundesregierung und die Bundesländer verständigt. Am 04.Januar sollen dann Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten zusammen kommen um das weitere Vorgehen zu beraten. Diese Entscheidung soll heute Nachmittag verkündet werden.

Also die nächste Hiobsbotschaft für Gastro und Hotels..

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Zinseszinseffekt: So verdoppeln Sie Ihr Depot binnen weniger Jahre – Werbung

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Lieber Börsianer,

Albert Einstein bezeichnete ihn einst als 8. Weltwunder. Für Starinvestor Warren Buffett gilt er als wichtigster Erfolgsfaktor beim Investieren. Die Rede ist vom Zinseszinseffekt. Es kommt nicht von Ungefähr, dass diese beiden Genies dem Zinseszins eine so hohe Bedeutung beimessen. Denn er verhilft selbst bei kleinen investierten Beträgen über einen längeren Zeitraum zu großen Erfolgen. Folgende kleine Geschichte veranschaulicht den Effekt des Zinseszinses:

Die Legende vom Reiskorn

Die beeindruckende Wirkung des Zinseszinseffektes war offenbar bereits den alten Persern bekannt. Von ihnen stammt die Legende vom Reiskorn. In dieser forderte der König seine Untertanen auf ihm die Langeweile zu vertreiben. Wer es schafft, sollte eine Belohnung erhalten.

Ein kluger Höfling brachte dem König daraufhin das Schachspiel bei. Der König war begeistert ob der neuen Zerstreuung und wollte den Höfling belohnen. Dieser sprach: „Ich möchte nichts weiter als ein paar Reiskörner. Ich möchte, dass ihr mir das Schachbrett mit Reis füllt. Legt ein Reiskorn auf das erste Feld und dann auf jedes weitere Feld jeweils die doppelte Anzahl an Reiskörnern.“

Der König wunderte sich über den bescheidenen Wunsch seines Dieners und sagte sogleich die Belohnung zu. Er dachte wohl an ein kleines Säckchen voller Reis. In Wahrheit hätte er aber dank der 64-maligen Verdopplung mehr Reis gebraucht, als auf der ganzen Erde wächst.

Wie ist eine solche Fehleinschätzung möglich?

Das menschliche Gehirn ist nicht besonders gut in Prozentrechnung. Diese Art der Verzinsung ist in unserer Evolutionsgeschichte erst seit wenigen hundert Jahren von Bedeutung. Deshalb unterschätzen wir genau wie der persische König systematisch die Macht des Zinseszinses. Investmentgewinne von 5% locken nur wenige hinter dem Ofen hervor. Doch über einen…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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