Aktien

Macht kaputt, was euch kaputt macht! Anmerkungen zu den Aktienmärkten

Noch nie seit Aufzeichnung der Daten war die Handelsspanne beim Dow Jones so gering wie derzeit..

FMW-Redaktion

Wer kennt ihn nicht, den Song von „Ton Steine Scherben“ mit dem Titel „Macht kaputt was euch kaputt macht“! Und eines ist klar: die derzeitige Bewegungsarmut an den Märkten macht vor allem jene kaputt, die auf Bewegung angewiesen sind, also vor allem Hegdefonds. Und hier sind es inbesondere die von Hedgefonds häufig eingesetzten Trendfolger-Systeme, die derzeit nicht wirklich gut laufen in diesem Seitwärtsmarkt mit nicht vorhandener Handelsrange.

Wenn es nur der Seitwärtsmarkt wäre! Es ist vor allem bei den US-Indizes die nicht vorhandene Schwankungsbreite, die es verdammt schwer macht für viele, aus diesem Markt etwas heraus zu holen. Wir haben nun seit sage und schreibe 40 Handelstagen in den USA bei den US-Indizes keinen Tag gesehen mit mindestens 1% Gewinn oder Verlust. Insgesamt lag die Handelsspanne beim Dow Jones in diesem Zeitraum vom Tief zum Hoch bei lediglich 2,27% – so wenig Schwankung gab es noch nie seit Aufzeichnung der Daten! Zum Vergleich: der bisherige Rekord stammt aus dem Zeitraum Dezember 1922 bis Februar 1923 – ist also schon ein paar Tage her, könnte man sagen. Damals lag die Spanne bei 2,53% – also deutlich höher. Verläßliche Daten gibt es dazu erst seit dem Jahr 1915 beim Dow Jones – wir haben also auf jeden Fall derzeit einen Jahrhundertrekord aufgestellt, wenn nicht einen Allzeitrekord!

Warum ist das so? Schwer zu sagen. Gestern etwas Bewegung nach dem miserablen ISM Service, desgleichen auch letzte Woche beim ebenfalls miserablen ISM Gewerbe. Aber was zunächst nach einer größeren Bewegung aussah, war dann doch wieder nur ein Strohfeuer. Selbst die US-Arbeitsmarktdaten letzten Freitag konnten die Märkte nicht aus ihrer Lethargie reißen – obwohl sie von der Prognose nicht unwesentlich abwichen.

Möglich ist, dass die Märkte derzeit in einer Art Patt-Situation sind: positiv wird gesehen, dass die Wahrscheinlichkeit einer baldigen US-Zinsanhebung durch die Fed durch die schwachen Daten geringer geworden ist. Negativ ist, dass die Daten eben schwach sind und damit allzu starke Anstiege noch weniger gerechtfertigt sind als ohnehin – angesichts der sehr sportlichen Bewertung der Aktienmärkte. Damit sind sinkende Wahrscheinlichkeiten für die nächste Zinsanhebung, die durch die Fed Fund Futures eingepreist werden (aktuell September 20%, Dezember 50%, wobei die Wahrscheinlichkeit für den Dezember trotz des schwachen ISM gestern kaum gefallen ist), kein automatisches Kauf-Argument mehr. Vielleicht sogar im Gegenteil: das Trading-Schema „Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten“ dürfte, wie heute die Bank of Amerika Merrill Lynch warnt, nicht mehr lange vorhalten, weil die Märkte bei einer weiteren Häufung von negativen Daten immer skeptischer würden.

Aber wir haben doch „Tina“ (There is no alernative), also die Alternativlosigkeit von Aktien! Wer das glaubt, den möchten wir freundlich auf eine Analyse von Albert Edwards von der SocGen verweisen – der in dieser Ideologie die Basis für ein kommendes Desaster sieht – den Text können Sie hier abrufen..

Wir aber fordern daher: gebt uns wieder mehr Bewegung! Macht den langweiligen Seitwärtsmarkt kaputt, bevor er euch kaputt macht!



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