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Mächtigster Banker der Welt über seinen gigantischen Jahresgewinn und den Sozialismus

Jamie Dimon darf man als langjährigen Chef der größten US-Bank JP Morgan getrost als mächtigsten Banker der Welt bezeichnen. Sein Wort hat Gewicht bei Wall Street und White House! Sein jährlicher Aktionärsbrief, der vor wenigen Minuten veröffentlicht wurde, zeigt zwar keine neuen Zahlen. Die Jahreszahlen für 2018 sind ja längst bekannt.

Aber ja, verdammt nochmal, man kann diesen gigantischen Jahresgewinn aus 2018 dennoch ansprechen. Man muss es sogar. JP Morgan macht in einem Jahr 32,5 Milliarden Dollar Gewinn. Und nur mit diesem Gewinn aus dem letzten Jahr könnte JPM die Deutsche Bank und die Commerzbank einfach so aufkaufen, weil deren gemeinsamer Börsenwert unter 32,5 Milliarden Dollar liegt. An diesen Relationen erkennt man, wie armselig klein unsere beiden „Großbanken“ im weltweiten Vergleich doch sind! In der Grafik sieht man es gut. Auch in den vorigen Jahren verdiente JPM stets mehr als 20 Milliarden Dollar, während bei DB und CoBa nur Traurigkeit und Chaos vorherrschte.

Laut Dimon sei man zuversichtlich, dass die guten Ergebnisse auch so weiterlaufen. Alle Unternehmensbereiche hätten bei Umsatz und Gewinn zugelegt. Die (von Donald Trump initiierte) massive Senkung der Unternehmenssteuern habe 3,7 Milliarden Dollar zum Jahresgewinn beigetragen. Überhaupt ist Jamie Dimon ein großer Fan von Trumps Steuersenkungen. Er erwähnt wie auch im CEO-Letter des vorigen Jahres heute, wie gut und richtig diese Maßnahme gewesen sei. Denn seit längerer Zeit hätte es weltweit Steuersenkungen gegeben, nur eben in den USA nicht. Dadurch hätten die USA an Attraktivität verloren (verkürzt ausgedrückt). Und nun habe man wieder aufgeholt.

Sozialismus

Jamie Dimon äußert sich dieses Jahr interessanterweise auch zum Sozialismus. Wenn Regierungen Unternehmen und ökonomische Güter kontrollieren würden, dann würden ineffiziente Märkte und Unternehmen entstehen. Auch käme es dann letztlich zu Folgeerscheinungen wie Stagnation, Korruption und Schlimmerem. Sozialismus produziere autoritäre Regierungen, was zu Einmischungen in die Wirtschaft und die Leben der Bürger führe. So etwas wäre ein Desaster für die USA, so wie es auch schon ein Desaster gewesen sei an anderen Orten der Welt, wo der Sozialismus ausprobiert worden sei. Er selbst sei kein Anhänger des völlig unregulierten Kapitalismus, so Dimon. Kapitalismus müsse mit einem Sozialsystem verbunden werden.

Ohhh, man höre genau hin, was Jamie Dimon da gesagt hat. Die Aussagen über den Sozialismus, und was für ein Desaster er für die USA wäre, das hat was zu bedeuten? Da kann man doch eine politische Präferenz für die nächste Präsidentschaftswahl in den USA ausmachen? Denn diverse relativ links angehauchte Demokraten zogen ja vor Kurzem in den Kongress ein. Und es ist gut möglich, dass die Demokraten einen deutlich linkeren Wahlkampf machen werden als noch unter Hillary Clinton.

JP Morgan Jamie Dimon
Jamie Dimon. Foto: World Economic Forum CC BY-SA 2.0



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