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Märkte steigen vor Powell-Rede – Hoffen auf Zinssenkungen

Trotz negativer neuer Nachrichten im Handelskrieg steigen die europäischen Aktienmärkte und die US-Futures heute. Warum?

Trotz negativer neuer Nachrichten im Handelskrieg steigen die europäischen Aktienmärkte und die US-Futures heute. Dafür kann es nur einen Grund geben: die Märkte erwarten eine baldige Zinssenkung durch die Fed – und scheinen durch die Zinssenkung der australischen Notenbank RBA heute morgen eine Bestätigung zu finden.

Inzwischen preisen die Fed Fund Futures mit einer mehr als 50%-Wahrscheinlichkeit eine Zinssenkung durch die Fed im Juli (Sitzungsergebnis am 31.Juli) ein – mit einer Wahrscheinlichkeit von 6% sogar eine Senkung um 50 Basispunkte (0,5%):

Noch in der letzten Woche hatten die Fed Fund Futures nur eine Wahrscheinlichkeit von 6% für eine Juli-Zinssenkung von 0,25% eingepreist – die Dinge haben sich also sehr schnell entwickelt:

Die Hoffnungen auf Zinssenkungen treffen dabei auf eine derzeit ziemlich bärische Stimmung – siehe hierzu die ausgezeichnete Analyse von Liz Ann Sonders über das Sentiment an den Märkten.

Dagegen ist die Stimmung gegenüber Anleihen fast euphorisch – der Hedgefund-Guru Stan Druckenmiller erwartet massiv fallende Renditen:

Druckenmiller ist nicht gerade dafür bekannt, ein Kontra-Indikator zu sein – aber das „Gap“ zwischen Optimismus für Anleihen und Pessimismus für Aktien ist auf sehr hohen Ständen und daher nicht selten Ausgangspunkt einer Rally an den Aktienmärkten (siehe hierzu die ebenfalls ausgezeichnete Analyse von CNBC´s Michael Santoli)

Nun aber muß Powell in seiner Rede heute (15.45Uhr deutscher Zeit) auch reichlich Dovishes liefern – sonst wird die heutige Hoffnungs-Rally sehr kurzlebig sein!

Powell trat übrigens am Sonntag Abend in der CBS-Sendung 60 minutes auf – eher ungewöhnlich für einen Fed-Chef, allerdings waren auch Powells Vorgänger Bernanke und Yellen schon Gast dieser Sendung gewesen. Powells Botschaft war: wir haben alles im Griff, wir werden schon das Richtige tun, habt keine Panik, wie Seeking Alpha Powells Botschaft zusammenfasst:

„What I read into this appearance is a concern on the part of Mr. Powell and the Federal Reserve that the economic and financial situation is such that the leadership at the Fed felt that it was necessary to get Mr. Powell out in front of the public and provide the people some confidence that the Federal Reserve was „on top“ of the situation, was not panicking, and would calmly see the country through the current situation.“


Bei Powells Amtseinführung schwor der neue Notenbankchef, der Wall Street stets zu Diensten zu sein..



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4 Kommentare

  1. Wenn Powell / die FED tatsächlich eine Zinssenkung in Erwägung zieht, dann wird Trump sich nur noch bestärkter fühlen im Handelskrieg schneller und aggressiver vorzugehen -> kann auf Dauer auch nicht so bullish sein…

  2. Powell schaut eher auf die Unternehmensanleihen, diese Zinsen sind zwar entgegen der Bondzinsen steigend, aber im Gegensatz zu Dez. 18 noch weit weg vom Katastrophenniveau .
    Somit könnte Powell die Zinssenkung als Reserve bewahren für noch schlechtere Zeiten. ( den nächsten
    Blödsinn von Trump)

  3. Man kann über Trumps kognitive Verfassung geteilter Meinung sein aber könnte es möglich sein, dass er bereits bei der dovishen Wende der Fed im Dezember in Folge der Kurseinbrüche an der Wallstreet die Erpressbarkeit der Notenbank richtig wahrgenommen hat und sich nun denkt „I can do what ever i want and the FED will rescue the world“?

  4. Die Zinssenkung kommt, das ist meiner Meinung nach bereits beschlossen. Ich schätze mal 25 Basispunkte zur allgemeinen Beruhigung, und dann später nochmal 25 um die Stimmung hoch zuhalten. Wie bereits gestern erwähnt, ab 2020 dann Bilanzausweitung mit 35 Mrd. Dollar monatlich, dann geht die Party ab bis 30.000 im Dow.

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