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Manipulationsskandale als Kurstreiber der Aktienmärkte, Teil 2: Buyback-Manipulation

Wie US-Unternehmen ihre historisch hohen Gewinne dazu nutzen, eigne Aktien zurückzukaufen um damit die Börsenkurse zu manipulieren

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Von „Bullennörgler“

Im ersten Teil ging es darum, wie multinationale Unternehmen mit Hilfe von Steueroasen ihre Unternehmensgewinne auf Höchststände katapultierten. Wer genauer verstehen möchte, wie Weltkonzerne in Luxemburg, Irland oder der Niederlande Steueroptimierung betreiben, sollte sich die folgende sehr gute Arte-Doku ansehen (https://www.youtube.com/watch?v=AkwvbdnIy4I&feature=youtu.be ).

In diesem Artikel geht es jetzt darum, wie Unternehmen ihre historisch hohen Gewinne dazu nutzen, eigne Aktien zurückzukaufen (Buybacks) um damit die Börsenkurse zu manipulieren.

 

Die Aktienrückkäufe

Die US-Aktienrückkäufe waren bis 1982 illegal, weil man damit zu Recht Marktmanipulation verhindern wollte. Die Legalisierung hat dann aber ab 1982 dazu geführt, dass Aktienrückkäufe und Dividenden bei S&P 500 Unternehmen sich im Zeitraum 2002-2018 auf eine Ausschüttungsquote von 90% der Nettogewinne erhöht haben. Seit der Finanzkrise von 2008 haben die S&P 500-Unternehmen rund 5 Billionen US-Dollar eigener Aktien zurückgekauft, was etwa 20% der derzeitigen Marktkapitalisierung entspricht.

Goldman Sachs prognostiziert, dass US-Unternehmen 2019 einen Rekordwert von 940 Milliarden US-Dollar für Buybacks ausgeben werden, was nochmal einem unglaublichen Anstieg von 16% gegenüber dem vorherigen Rekordjahr 2018 entspricht.

Da die US-Aktienmärkte 2019 ein um ca. 1/3 geringeres Handelsvolumen haben als im langjährigen Durchschnitt, kann man davon ausgehen, dass durch das Buyback-Volumen die Kursrally im ersten Quartal 2019 zu großen Teilen verursacht wurde.

Warum kaufen aber Unternehmen in nie gekannten Umfang ihre eigenen Aktien zurück, anstatt das Geld wie in allen früheren Wirtschaftsphasen in die Entwicklung von neuen Produkten und Märkten zu stecken? Der mit Abstand wichtigste Grund dafür ist, dass die meisten Vorstände daran gemessen und mit Aktien-Boni bezahlt werden, wie sie den Aktienkurs gesteigert haben. Sie haben also sehr starkes Eigeninteresse, alles dafür zu tun, den Aktienkurs zu steigern. Und mit nichts geht dies in einem plan -und kontrollierbaren Verfahren besser als mit Buybacks.

Es ist skandalös, dass Gewinnverschiebungen in Steueroasen vorgenommen werden um damit Börsenmanipulationen über Aktienrückkäufe vorzunehmen. Der aber noch größere Skandal ist, dass dies alles völlig legal passieren kann, obwohl einfache Gesetze dies zum Schutz der Gesellschaft verhindern könnten.

Es verhält sich hier ganz ähnlich wie bei dem in der Vergangenheit nicht selten unanständig angewandten Schweizer Bankgeheimnis. Mehrere 100 Jahre konnten sich auch Betrüger darauf verlassen, vom Bankgeheimnis gedeckt zu werden. Unter der Obama-Regierung wurde dann aber in wenigen Monaten das Bankgeheimnis für US-Behörden aufgehoben. Aufgrund massiver Drohungen der USA, elf Schweizer Banken wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung strafrechtlich zu verfolgen, stimmte damals die Schweiz nach kurzen Verhandlungen im März 2012 dem US-amerikanischen Foreign Account Tax Compliance Act zu. Das zeigt, dass auch solche Missstände manchmal ganz schnell beseitigt werden können, wenn der Wille nur dazu vorhanden ist.

Es bleibt zu hoffen, dass Reformunfähigkeit und Politikversagen nicht dazu führen, dass Steueroasen und Aktienrückkäufe ähnlich lange legal existieren wie das Schweizer Bankgeheimnis. Börsenbullen sollten sich jedenfalls warm anziehen, wenn einer dieser skandalösen Praktiken verboten oder eingeschränkt wird, da dann sehr viel Luft aus den Börsen entweicht.

 

Den 3.Teil der Serie „Manipulationsskandale als Kurstreiber der Aktienmärkte“ mit dem Titel „Zinsmanipulation der Notenbanken“ lesen Sie hier

 

Der Bullennörgler ist ausgebildeter Wirtschaftsingenieur sowie selbständiger Unternehmer und als solcher ein unabhängiger Beobachter der Weltwirtschaft. Sein Vermögen verwaltet der Bullennörgler erfolgreich seit mehr als zwei Jahrzehnten selbst. Als aktiver Anleger hat er den Japan-Boom und Crash, die Flash Crashs 1987 und 1989, den Dotcom Boom und Crash, die Finanzkrise und die Eurokrise miterlebt. Nur bei einem dieser Crashs war er mit einer hohen Aktienquote investiert. Sein Credo ist unabhängiges Selberdenken und Rumnörgeln an intransparenten oder interessengesteuerten Wirtschaftsstrukturen, Nachrichten und Medien.

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Jerome Powell – Headlines seiner Pressekonferenz: zu hawkish für die großen Erwartungen!

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Märkte enttäuscht, Fed und Powell liefern nicht..aber gibt etwas Hoffnung: wenn nötig, dann werden wir Bilanzsumme vergrößern (QE)

Die wichtigsten Aussagen von Fed-Chef Powell auf seiner PK in Schlagzeilen – zuvor die Fakten:

– Fed senkt Zinsen um 0,25% auf nun 1,75%-2,0%

– Fed senkt overnight reverse repos um 0,3% auf nun 1,7%

– 7 stimmten für Senkung, 3 waren dagegen, Bullard wollte 0,5%-Senkung

– 7 Mitglieder erwarten eine weitere Senkung in diesem Jah, 19 dagegen nicht – die Fed ist also total uneins!

Powell startet..

– Unsicherheiten wegen Handelskrieg, Brexit

– erwarten, dass Wirtschaft weiter moderat wächst

– Jobwachstum etwas schwächer, aber das hatten wir erwartet

– Arbeitslosenquote dürfte länger unter 4% bleiben

– erwarten weiter, dass Inflation weiter in Richtung 2% steigt, auch wenn Inflatiomnserwartungen niedriger sind

– immer wieder die Betonung Powells, wie stark doch die Wirtschaft sei! Sehr hawkish bislang..

– Streß am Repo-Markt hat keinen Einfluß auf die Wirtschaft, wir erwarten bald Normalisierung

Trump ist sauer:

Powell „hat fertig“, jetzt die Fragen…


Kurzkommentar FMW: viele hatten QE erwartet, aber weit gefehlt – die Fed redet die Wirtschaft stark, jetzt werden die Märkte der Fed zeigen wollen, dass die Fed damit Unrecht hat!

– Powell: werden weiter uns die Daten ansehen und dann entscheiden

– Powell: Zeiten sind unsicher und unklar, daher auch die unterschiedlichen Ansichten innerhalb der Fed – das ist gesund und gut so..

– Frage von Liesman (CNBC): hat Fed die Schwierigkeiten an den Repo-Märkten nicht vorhergesehen? Powell: wird sind von der Heftigkeit überrascht, aber wir machen uns keine Sorgen, es hat keine Auswirkungen auf die Wirtschaft

– könnte die Bilanzsumme der Fed, wenn nötig, wieder ausweiten (Andeutung auf QE falls das nötog sein sollte:

– Jetzt sehr technische Fragen zu Liquiditätspuffern..

– Powell: wir versuchen, nicht zu wenig und nicht zu viel zu reagieren, fahren gewissermaßen „auf Sicht“

– Powell: achten auf alles, was die US-Wirtschaft beeinflussen kann – Handelskrieg, Geopolitik, Daten aus aller Welt

– Frage an Powell: haben Sie Angst, zu früh Ihr Pulver zu verschießen? Powell: erst wenn wir wirklich sehen, dass die Wirtschaft sich abschwächt, werden wir aggressiv agieren

– US-Haushalten geht es überwiegend sehr gut; haben weniger Schulden im Vergleich zum Einkommen

– Powell: sehen und erwarten keine Rezession

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Anleihen

Fed hat Zinsentscheidung verkündet – hier alle Fakten + Statement

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Das FOMC der Fed (Federal Reserve) hat soeben ihre Zinsentscheidung verkündet. Die Fed Funds Rate von bisher 200-225 Basispunkten wird gesenkt auf 175-200 Basispunkte. Also ein Zinsschritt von -0,25%.

Abgesehen von der Zinssenkung hat das FOMC der Fed weitere Maßnahmen verkündet:

Zinssatz für überschüssige Reserven sinkt um 0,3% auf 1,80%.

Satz für Overnight Repos sinkt um 0,3% auf 1,70%.

Primary Credit Rate wird um 0,25% auf 2,50% gesenkt.

Erste Marktreaktion: Euro und Dow minimal verändert, noch nicht der Rede wert.

Keine klaren Signale für weitere Zinssenkungen.

Marktreaktion 20:15 Uhr: EURUSD -35 Pips, Dow -110 Punkte.

Um 20:30 Uhr folgt auf finanzmarktwelt.de ein separater Artikel zur PK von Jerome Powell.

Hier das Statement der Fed im Wortlaut:

Information received since the Federal Open Market Committee met in July indicates that the labor market remains strong and that economic activity has been rising at a moderate rate. Job gains have been solid, on average, in recent months, and the unemployment rate has remained low. Although household spending has been rising at a strong pace, business fixed investment and exports have weakened. On a 12-month basis, overall inflation and inflation for items other than food and energy are running below 2 percent. Market-based measures of inflation compensation remain low; survey-based measures of longer-term inflation expectations are little changed.

Consistent with its statutory mandate, the Committee seeks to foster maximum employment and price stability. In light of the implications of global developments for the economic outlook as well as muted inflation pressures, the Committee decided to lower the target range for the federal funds rate to 1-3/4 to 2 percent. This action supports the Committee’s view that sustained expansion of economic activity, strong labor market conditions, and inflation near the Committee’s symmetric 2 percent objective are the most likely outcomes, but uncertainties about this outlook remain. As the Committee contemplates the future path of the target range for the federal funds rate, it will continue to monitor the implications of incoming information for the economic outlook and will act as appropriate to sustain the expansion, with a strong labor market and inflation near its symmetric 2 percent objective.

In determining the timing and size of future adjustments to the target range for the federal funds rate, the Committee will assess realized and expected economic conditions relative to its maximum employment objective and its symmetric 2 percent inflation objective. This assessment will take into account a wide range of information, including measures of labor market conditions, indicators of inflation pressures and inflation expectations, and readings on financial and international developments.

Voting for the monetary policy action were Jerome H. Powell, Chair, John C. Williams, Vice Chair; Michelle W. Bowman; Lael Brainard; Richard H. Clarida; Charles L. Evans; and Randal K. Quarles. Voting against the action were James Bullard, who preferred at this meeting to lower the target range for the federal funds rate to 1-1/2 to 1-3/4 percent; and Esther L. George and Eric S. Rosengren, who preferred to maintain the target range at 2 percent to 2-1/4 percent.

US-Dollar - heute Fed Entscheidung

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Finanznews

Vor der Entscheidung! Marktgeflüster (Video)

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Auch wenn heute im Vorfeld der Fed-Entscheidung an den Aktienmärkten nicht viel passiert, so brodelt es dennoch auch heute wieder am Repo-Markt: trotz einer erneuten Liquiditätszuführung durch die New York-Fed sind die Zinsen für Refinanzierungen nach wie vor erstaunlich hoch – hat die Fed die Kontrolle verloren? Wichtiger aber noch: muß die US-Notenbank darauf vielleicht sogar mit dem Start eines neuen QE reagieren, wie Markt-Gerüchte besagen? Daneben heute wieder verstärkte Rezessionssorgen, nach dem „bellweather“ Fedex seine Prognosen drastisch senkt wegen Handelskrieg und geopolitischer Unsicherheit. Ansonsten wollen die Saudis heute offiziell erklären, dass der Angriff auf die Raffinerien aus dem Iran kam, während Trump wohl einen Krieg vermeiden will und nur neue Sanktionen gegen den Iran ankündigt..

Hinweis: Live-Webinar Fed-Enscheidung, 18.09.; 19.55Uhr – Sie können die Live-Kommentierung der Fed-Entscheidung am Mittwoch unter folgendem Link mitverfolgen:

https://www.youtube.com/watch?v=pf-dBWKa0Js

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

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