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Marc Friedrich im Streitgespräch mit Andreas Beck

Redaktion

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Marc Friedrich zählt bekanntlich zu den sogenannten „Crash-Propheten“ – mit durchaus steilen Thesen und einer ausgeprägten Zuneigung zur digitalen Religion Bitcoin (ein extrem intelligentes Ponzi-Schema: man schaffe irgendein Gut, das mengenmäßig begrenzt ist in Zeiten unbegrenzten Fiat-Geldes – und übertrage den menschlichen Arbeitsbegriff auf Computer, die durch Arbeit das Gut Bitcoin „schürfen“, das dann angeblich extrem viel Wert sei).

Marc Friedrich: Hauptsache Crash – irgendwie

Marc Friedrich verdient mit seinen Beststellern „Der größte Crash aller Zeiten“ oder gar „Der Crash ist die Lösung“ gutes Geld – Hauptsache Crash, irgendwie. Vor allem der Euro sei besonders Crash-gefährdet, es sei nur eine Frage der Zeit, bis die europäische Gemeinschaftswährung kollabieren würde.

Nun hat Marc Friedrich immerhin die Größe, einen kritischen Gegen-Part einzuladen – den Vermögensverwalter und Mathematiker Andreas Beck. Und Beck zeigt auf, warum es gar nicht so wahrscheinlich ist, dass der Euro kollabiert. „Wo ist der Kipp-Punkt“, fragt Beck nicht nur im Hinblick auf den Euro unserer Ansicht nach zurecht – warum soll ein System kippen, wenn alle Beteiligten ein überragendes Interesse daran haben, dass das System eben nicht kippt?

Keine Frage: seit den 1980er-Jahren wachsen die Schulden schneller als die Wirtschaft – aber das Rad wird eben immer weiter gedreht, weil die finanzielle Reperession den Beteiligten keine andere Wahl läßt. Was bei Marc Friedrich auffällt ist, dass er ja durchaus die kritischen Punkte sieht – fragwürdig aber sind aus unserer Sicht die von ihm entworfenen Crash-Szenarien, für die es angeblich gar keine andere Alternative geben würde. Dabei zeigt die menschliche Geschichte doch ziemlich eineutig, dass – anders als in der Naturwissenschaft – nichts zwangsläufig passieren muß.

Daher sagt Andreas Beck: „Ich weiß nicht, ob ein Crash kommt. Aber ich weiß, dass wir beide nicht wissen, ob der Crash kommt“. Genau dem widerspricht Marc Friedrich – dabei wusste doch schon Sokrates: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“! Wer in der Diskussion die bessere Figur macht, sehen Sie in folgendem Video:

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Marc Friedrich in der Diskussion mit Andreas Beck

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    PK

    21. Dezember 2020 17:45 at 17:45

    Friedrich ohne jede Chance gegen den rational und emotionslos argumentierenden Beck

  2. Avatar

    Columbo

    21. Dezember 2020 18:15 at 18:15

    Im zweiten Teil wirkt Friedrich ungehalten, unsicher und kann kaum seine Aggression unterdrücken. Wie ein trotziges Kind.
    In meinen Augen ist er das schwächste Kaliber unter den Untergangsspezialisten.
    Ein Markus Krall hätte zwar eine bessere Figur gemacht, aber gegen die überlegene Logik eines Andreas Beck wäre auch er schwer angekommen.
    „Crashpropheten“ sind meist sehr laut, aber eine Minderheit. Wer wirklich den Durchblick hat, schreit erfahrungsgemäß nicht herum, ist bescheiden und punktet durch ruhige Argumentation.
    Die einzig positive Ausnahme unter diesen Spezies scheint mir am ehesten Max Otte zu sein.

  3. Avatar

    Lausi

    21. Dezember 2020 19:55 at 19:55

    Bei dem Punkt, dass ab 1972 eine Währungsbindung innerhalb der europäischen Länder gegeben hätte, muss ich Herrn Beck widersprechen. Z.B. kann ich mich erinnern, dass in den 70-er und 80-er Jahre die italienische Währung konstant und sehr massiv gegenüber der DM abgewertet hat. Und Herr Mitterrand war nur deswegen an einem gemeinsamen Euro interessiert, weil ihm die ständige Abwertung des Franc gegenüber der DM ein Dorn im Auge war, und nicht in sein Bild der „grande nation“ passte.

    Von festgezurrten Wechselkurse (oder von festgelegten Schwankungsbereiche für Wechselkurse) halte ich gar nichts, da dieses eigentlich einer Währungsunion gleichzusetzen ist. Das mag vielleicht wunderbar für den Handel sein, aber die ganzen inzwischen bekannten negativen Auswirkungen solcher Währungsunionen, dürften bei weiten die Vorteile aufwiegen.

  4. Avatar

    Immobilionär

    21. Dezember 2020 21:37 at 21:37

    Beide haben grosse Widersprüche:
    Friedrich sieht sehr viel richtig, ( was auch m.W. Werner Sinn unterstützen würde. aber wenn er gegen ungedecktes Gelddrcken ist, warum ist er denn für ungedecktes Token schürfen ? Das grosse digitale Schrottsystem,was im Krisenfall weder als Zahlungsmittel noch als Anlage funktioniert, weil ohne Strom nichts geht.
    Herr Beck hat von Immobilien Null-Ahnung und das sage ich mit über 40jähriger Erfahrung als Vermieter,
    Mieter , Verwalter und Selbstunterhalter von Immobilien.So kann ich z.B. die manipulierten Tiefstzinsen heute für 10 oder 20 Jahre festbinden und eventuelle Wertschwankungen der Immos lassen mich kalt.Während gehebelte Aktienbesitzer bei der nächsten Inflation oder bei den üblichen Kurskorrekturen unter die Räder kommen werden.

  5. Avatar

    MMT Kritiker

    22. Dezember 2020 07:51 at 07:51

    So eindeutig sehe ich das gar nicht, wenn man den Euro immer noch gut findet ist man natürlich gegen Friedrich, wenn man meint, dass Gesetzesbrüche die von allen Profteuren gestützt werden gut sind, und wenn man meint dass das Problem mit 100 jährigen Anleihen lösbar wäre, weil auf die nächste Genetation verschoben, dann findet man den Beck natürlich gut.Gut kommt der Beck natürlich herüber, weil er die Probleme eigentlich sieht ,sie aber sehr verniedlicht.Immerhin hat der Token- Friedrich seine eigene Erfahrung in Argentinien gemacht. Argentinien, Venezuela u.Co. sind doch Beispiele woraus die MMT – Sekte ihre Lehren ziehen könnte. Leider muss man doch den hochgelobten Beck auch zu dieser Sekte zählen. Auf jeden Fall ist Friedrichs Ansicht viel näher beim geschätzten H.W. Sinn als die von Beck.
    Mein Vorschlag: Eher 200 jährige Anleihen mit Nullzinsen, so wäre die Welt für die nächsten 3Generationen gerettet.

  6. Avatar

    Feedback

    22. Dezember 2020 10:52 at 10:52

    Ich finde beide Ansichten haben etwas und beide sind mir in die eine oder andere Richtung zu „extrem“. Bandbreite: Verharmlosung zur Übertreibung. War leider verschwendete Zeit, wenn man von beiden bereits andere Vorträge kennt. Nichts neues, besonders nicht, wenn man die Bücher von Krall, Sinn und Friedrich/Weik gelesen hat. ;-)

    Friedrich kann besser „reden“, Beck kam besser auf den Punkt aber ich glaube er wäre der bessere Schreiber. Denke er weiß viel, bringt’s m.M. aber nicht so gut rüber. Sieht man auch schon an den Kommentaren hier. Denke bei den Immos wurde er nicht so verstanden wie er es gemeint hat ;-).

    Gesunde Feiertage allen.

  7. Avatar

    Jack

    22. Dezember 2020 11:07 at 11:07

    Ein Kommentar aus den Leben einer Person, die gerade eine kleine Familie gegründet hat.

    Wir wollten ein Haus von einer Erbengemeinschaft kaufen. Unser Angebot in Euro über dem bei uns üblichen Marktpreise wurde abgelehnt.

    Begründung:

    Die wollen keine Euros, für die Sie dann bei Ihrer Bank Strafzinsen zahlen müssen.

    Das Vertrauen in den Wert des Euro in den Summen über ca. 100000 Euro ist scheinbar nicht mehr groß. Das ist doch auch vollkommen nachvollziehbar, wenn ich von der Bank für den Besitz von vielen Euro bestraft werde.

    Ich bin gerade 40 Jahre alt. Warum soll ich eigentlich noch viel Leisten, wenn ich in absehbarer Zeit für das was ich als Gegenwert für meine Leistung erhalte (Euros) von der Bank mit Negativzinsen bestraft werde?

    Meine noch gut verzinsten Spareinlagen (Bausparverträge etc. werden und wurden mir nach und nach gekündigt)

    Das Vertrauen in die Währung wird meiner Meinung nach schwinden, je mehr man für deren Besitz bestraft wird…

  8. Avatar

    Dollar Bill

    22. Dezember 2020 11:29 at 11:29

    Grundsätzlich erstmal interessant. Beck vs Krall gabs auch schon. Leider fad für Beck. Aber darum gehts nicht. Es gibt eine Argumentationkette Friedrich/Krall, die nicht zur Debatte kam und auf die Beck antworten sollte:
    „EZB-Geld-Druck“ bis größer als „Europ.BIP (+10-15%)“ = Vertrauensverlust in den Euro, da FED-$ zu diesem Zeitpunkt noch deutlich stabiler. Parallel nach Insolvenz-Aussetzung und staatlich legitimiertem Bilanz-Betrug der Banken Unternehmenspleiten in 2021 (creditreform), die zu Bankenpleiten führen und damit zur Verstaatlichung der Banken.
    Damit wäre ein Vertrauensverlust in der Euro begründet. Und dann?

  9. Avatar

    Wendy Rhoades

    22. Dezember 2020 17:22 at 17:22

    @Dollar Bill, etwas zu viel „Billions“ geguckt und Friedrich/Krall-Drogen geschluckt?
    Auch wenn es spannend anzusehen ist, Bobby Axelrod und seine Kumpane sind nicht real. Krall und seine Kumpane zwar schon, aber nicht weniger überzeichnet und dramatisierend. Im Endeffekt auch nur eine unterhaltsame Serie, wenn auch deutlich langweiliger und noch weniger fundiert.
    Wann immer du Probleme hast oder beginnst, Mike „Wags“ nachzueifern, wende dich vertrauensvoll an mich.

    Deine Wendy

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