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Marc Friedrich und Matthias Weik: „Alle Steuern abschaffen – bis auf eine“

Dies ist ein Auszug aus dem neuen Bestseller von Marc Friedrich und Matthias Weik „Sonst knallt´s – Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“. Warum die Aufgaben der Gesellschaft ausschließlich aus einer Mehrwertsteuer 2.0 finanziert werden sollten…

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Dies ist ein Auszug aus dem neuen Bestseller von Marc Friedrich und Matthias Weik „Sonst knallt´s – Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“.

Warum die Aufgaben der Gesellschaft ausschließlich aus einer Mehrwertsteuer 2.0 finanziert werden sollten.

Steuern sind eine erlaubte Form von Raub. Das hat der angebliche Erfinder dieser bis heute gerne zitierten Formel, der große scholastische Theologe und Philosoph Thomas von Aquin (1225–1274), zwar nie gesagt, aber das hindert weder Steuerberater daran, diese Scheinweisheit auf ihren Webseiten zu zitieren. Noch verhindert es, dass Steuerzahler sie als Rechtfertigung für jegliche Art von »Steueroptimierung« missbrauchen.


Die Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich.

Um seine Steuerlast zu senken, wie es so schön heißt, gibt es in den vorherrschenden Systemen der Einkommensbesteuerung drei Arten von Strategien: legale, trickreiche und kriminelle. Das Ausmaß offen krimineller Steuerhinterziehung lässt sich naturgemäß schwer abschätzen. Verschiedenen Studien zufolge werden dem bundesdeutschen Fiskus durch bewusstes Verschweigen von Einkünften zwischen 40 und 60 Milliarden Euro im Jahr vorenthalten. Bei der Einkommen- und Körperschaftsteuer, so wird geschätzt, sind es bis zu 30 Milliarden jährlich. Bei der Mehrwertsteuer könnten es weitere 20 bis 25 Milliarden sein. Wobei Betrügereien (»Brauchen Sie eine Rechnung?«) hier naturgemäß nur Gewerbetreibenden sowie – in gewissen Grenzen – Vermietern möglich sind. Nicht dem Endkunden an der Kasse, wohl aber den Auftraggebern von Schwarzarbeit.

Wie hoch auch immer man den Schaden schätzt: Angesichts von Steuereinnahmen in Höhe von rund 690 Milliarden Euro (im Jahr 2016) handelt es sich jedenfalls nicht um Kleckerbeträge. Eher sind da schon jene sechs Milliarden Euro ein Tropfen auf den heißen Stein, die der Fiskus seit 2010 nach Selbstanzeigen von rund 120 000 Steuerbetrügern einnehmen konnte, die – meist zu Recht – befürchtet hatten, dass ihre Daten auf diversen vom Staat erworbenen CDs mit in- und ausländischen Bankdaten gespeichert seien. Wie fließend die Grenzen zwischen krimineller und kreativer Steuervermeidung sind, belegten zuletzt 2016 die sogenannten »Panama Papers«. Die dort ansässige Finanzfirma Mossack Fonseca betreibt für rund 15 000 Kunden weit über 200 000 Briefkastenfirmen in 21 Steueroasen rund um den Globus. Der Kundenkreis reicht vom Drogenboss bis zum Staatsoberhaupt, vom saudischen Ölkonzern bis zur deutschen Bundesdruckerei. Wer über größere Geldsummen verfügt, so musste die Öffentlichkeit schließen, mogelt mehr oder weniger große Teile davon an den Finanzämtern vorbei. Dabei spielt es, so der zweite Eindruck, auch keine Rolle, ob dieses Geld halbwegs redlich verdient oder ergaunert wurde.

Kleiner Trost für die Deutschen: Während osteuropäische Autokraten, französische Nationalisten, spanische Minister oder US amerikanische Stiftungen reihenweise in den Skandal verwickelt sind, fand sich nur ein ehemaliger Landespolitiker in dem 2,6 Terabyte großen Datensatz. Dafür haben 28 deutsche Banken, darunter sechs der sieben größten Geldhäuser, mehrere Tausend deutsche Privatkunden an Mossack Fonseca vermittelt. Mit Maklerdiensten für insgesamt 1 200 Briefkastenfirmen spielen die deutschen Banker freilich eher in der Kreisklasse. Die britische Großbank Hongkong and Shanghai Banking Corporation Holdings PLC (HSBC) brachte es allein auf 2 300 Offshorekonten bei Mossack Fonseca, die Banque Internationale à Luxembourg auf über 1 600. Das Grundproblem ist leider immer das Gleiche: Menschen sind standorttreue Lebewesen. Sie wechseln zwar häufiger als früher das Finanzamtsrevier, die Biosphäre ihrer nationalen Finanzministerien aber eher selten. Ebenso wenig lassen sich Fabriken über Nacht von Stuttgart nach Shanghai verlagern – und schon gar nicht auf malerische kleine Inseln wie Aruba, Jersey oder Vanuatu.

Ganz anders verhält es sich mit Geld. Während es illegal wenigstens noch händisch in Aktenkoffern verschoben werden muss, lässt es sich legal und halb legal in Sekundenbruchteilen an jeden beliebigen Ort der Welt transferieren. Denn 98 von 100 um denErdball schwirrenden Dollars, Euros, Yen und Yuan bestehen heutzutage nicht aus Metall oder Papier, sondern aus virtuellen Nullen und Einsen.

Weshalb sich denn auch niemand wundern muss, wenn deutsche Firmen – je nach Studie und Berechnungsmethode – bis zu 100 Milliarden Euro Gewinne pro Jahr in Steuerparadiesen parken. Wenn allein ein Konzern wie Apple dort 180 Milliarden Dollar versteckt. Wenn IKEA zwar 2,5 Milliarden Euro Gewinn machen kann, diesen aber in Luxemburg, dank des ehemaligen Premier- und Finanzministers Jean-Claude Juncker, zu einem Satz von nur 0,002 Prozent versteuern darf; oder wenn nach Schätzungen des Tax Justice Network Privatpersonen Finanzvermögen in Höhe von 21 bis 32 Billionen (!) Dollar in Steueroasen anlegen – was in etwa der Wirtschaftsleistung der USA und Japans zusammengenommen entspricht.

Steuern, noch mal überdacht

Solche Zahlen haben wir (MF/MW) in allen unseren bisherigen Büchern ausgebreitet. Und wir haben auch viel Druckerschwärze verbraucht, um harsch zu kritisieren, wie sich Superreiche und Großkonzerne aller Länder vereinigen, um die Staaten, in denen ihre Wohn- und Firmensitze liegen, bei der Steuer nach besten Kräften zu hintergehen. Deswegen werden sich etliche unserer Leser wundern, wenn wir jetzt einräumen: Widerstand zwecklos! Tatsache ist: Seit Jahrzehnten will man den Steueroasen das Quellwasser abgraben und alle Steuerschlupflöcher vernageln. Doch kaum haben sich Banken mit Alpenblick etwas genauer in die Bücher schauen lassen, schon sonnen sich ihre empfindsamen Kundeneinlagen an karibischen Stränden. Dafür schimpfen alle EU-Finanzminister laut auf die dortigen Zwergstaaten. Dass der luxemburgische Kollege das gleiche Geschäftsmodell fährt … Ach ja, bedauerlich. Und was sind schon ein paar Inselchen im Ärmelkanal, wenn sich das Vereinigte Königreich 2019 nach dem Brexit voraussichtlich in die größte Steueroase der Erde verwandelt?

Unser (MF/MW) Zwischenfazit: Die Ausrottung der Schmeißfliege wäre ein unrealistisches und daher sinnloses Projekt. Genauso unsinnig ist die Hoffnung, eines Tages alle digitalisierten Dividenden und Konzerngewinne fair und korrekt zu besteuern. Oder die Hoffnung, das Steuerrecht international zu »harmonisieren«. Beides würde wohl nicht einmal dann gelingen, sollte es eines Tages, wie bei Orwell, nur noch die drei Machtblöcke Ozeanien, Eurasien und Ostasien geben.

Diese Einsicht war für uns freilich nur der erste Schritt. Es folgten Zweifel: Sollten wir nun etwa die Geldschneiderei der »Eliten« zähneknirschend tolerieren? Oder wäre es eher an der Zeit, sich zu fragen, ob die so überaus kreative Opposition »der Reichen« gegen eine Besteuerung vielleicht auch vernünftige Gründe hat? Um dann zu untersuchen, ob nicht die ganze Idee der Besteuerung von Einkommen, Gewinnen und Vermögen von gestern ist … Während wir anfingen über die »Steuerfrage« noch einmal ganz neu nachzudenken, lernten wir am Rande einer Veranstaltung Götz W. Werner kennen. Wir kamen in einen Diskussionsprozess über die von ihm vertretene Idee der Konsumsteuer.




Die beiden Ökonomen, Querdenker, Redner und Honorarberater Matthias Weik und Marc Friedrich schrieben 2012 gemeinsam den Bestseller “Der größte Raubzug der Geschichte – warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“. Es war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2013. In ihrem zweiten Buch, „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“, haben sie u.a. die EZB Leitzinssenkung und Minuszinsen für die Banken, die Absenkung des Garantiezinses bei den Lebensversicherungen sowie den Ausgang der EU-Wahl richtig prognostiziert. Der Crash ist die Lösung war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2014. Im Mai 2016 ist ihr drittes Buch „Kapitalfehler – Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“ erschienen welches es auf Anhieb auf die Spiegelbestsellerliste geschafft hat. Am 24. April 2017 ist ihr viertes Buch „Sonst knallt´s!: Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“ erschienen das sie gemeinsam mit Götz Werner (Gründer des Unternehmens dm-drogerie markt) schreiben. Matthias Weik und Marc Friedrich sind Initiatoren von Deutschlands erstem offenem Sachwertfonds dem FRIEDRICH&WEIK WERTEFONDS sowie der Petition „EZB Stoppen – wir zahlen nicht für Eure Krise“.
Weitere Informationen über die Autoren finden Sie unter: www.friedrich-weik.de, bei Facebook unter www.facebook.com/friedrichundweik/ und bei Twitter www.twitter.com/FRIEDRICH_WEIK.

8 Kommentare

8 Comments

  1. trader67

    5. Juni 2017 18:20 at 18:20

    Das finde ich mal eine richtige gute Idee!

  2. Greg

    5. Juni 2017 21:25 at 21:25

    Das ist eine vollkommen asoziale Idee, welche die Reichen vollständig aus ihrer Verantwortung entlässt und das „Arbeitervolk“ versklavt … Nein, es muss dafür gesort werden, dass nur jemand noch in einem Markt mitmachen darf, der die „Finanzkriterien“ eines Staates einhält. Dann gibt’s vielleicht zuerst etwas weniger Auswahl – doch zum Schluss mehr Cash der „Grossen“.

    Zudem gehört das Geldschöpfungsmonopol dem Staat, weil er ja letztlich auch für all die „Kohle“ haften muss, die Banker Zocker einfach aus dem Nichts erstehen lassen können und zudem noch die Hoheit haben, WEM und für WAS Girageld gegeben wird.

    Vollgeld ist der Erste Schritt zur Rückeroberung des Geldmonopols, das sich die Plutokraten unter den Nagel gerissen haben! Dann kann es auch wieder besser werden.

    In einem zweiten Schritt wäre die direkte Demokratie nötig, um dem Volk die Möglichkeit gegen „Korruption“ vorzugehen – Demokratie heisst ja, 50%+1 sollen bestimmen! Alles andere ist Fake Demokratie …

  3. Emm wie Meikel

    5. Juni 2017 22:47 at 22:47

    Jegliche Steuern können abgeschafft werden, wenn sich die Regierung einfach ausschließlich über die Notenbank finanziert. Davon könnte sogar ein Grundeinkommen gezahlt werden, als dauerhafte Lösung für den immer weiter schrumpfenden Bedarf an menschlicher Arbeitskraft in Folge fortschreitender Automatisierung und Effizienzsteigerung.

  4. Charlie

    6. Juni 2017 01:21 at 01:21

    Völlig asoziale Steuer, die die ungleichen Vermögen komplett ignoriert. Da diese Jungs genau wissen, was sie tun, ist anzunehmen, dass hier Propaganda im Sinne der Eliten und keine Aufklärung betrieben wird.

  5. Ralf W.

    6. Juni 2017 05:48 at 05:48

    Ich bin Steuerberater und würde das zu 100% unterstützen! Unser jetziges Steuersystem ist ungerecht.

    Greg kann ich nur empfehlen das Buch der Autoren zu lesen sowie in Erwägung ziehen, das im momentanen System die Reichen kaum Steuern zahlen müssen. Das ist asozial!

  6. Tom

    6. Juni 2017 08:23 at 08:23

    Ralf hat vollkommen recht auch wenn er dann seinen Beruf als Steuerberater an den Haken hängen kann. Das heutige Steuersystem mit tausenden von Regelungen und Ausnahmetatbeständen nutzt nur den Reichen. Wer hier verkauft oder eine Dienstleistung erbringen will kann keine Steuern mehr verschieben und das Geld bleibt dort wo es erwirtschaftet wird.

  7. frank.trg

    6. Juni 2017 09:48 at 09:48

    Ein Multimillionär oder gar Milliardär frisst auch nicht mehr als ein Ottonormalbürger. Gut, er wird zwar teurere Lebensmittel kaufen, aber insgesamt sind seine Lebensmittelausgaben vergleichsweise niedrig. Und wenn er kein Großkotz ist werden auch seine Lebenshaltungskosten relativ zu seinem Vermögen gering sein. Die Konsumausgaben von Superreichen dürften jedenfalls nicht exorbitant sein und somit würde diese eine Konsumsteuer nur schwach treffen. Hingegen dürften die Steuerersparnisse durch Wegfall von Einkommensteuer, Kapitalertragsteuer etc. exorbitant sein. Reiche und Superreiche dürften also massiv von einem reinen Konsumsteuersystem profitieren. Was daran gerecht sein soll ershließt sich mir nicht…

  8. Olivia

    28. Juni 2017 18:59 at 18:59

    Matthias Weik und Marc Friedrich: Sonst knallt´s! Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen

    https://goo.gl/w96AqG

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Das „Peter (Altmaier) Prinzip“ – wenn unfähige Politiker befördert werden

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Kürzlich ist etwas sehr Ungewöhnliches passiert: Vertreter des deutschen Mittelstands und der deutschen Industrie haben sich negativ über Wirtschaftsminister Peter Altmaier geäussert – ein echter Affront!

Woran liegt das? Marc Friedrich meint: am sogenannten „Peter-Prinzip“ der negativen Auslese in der Politik. Was das ist, erklärt Marc Friedrich in diesem Video:

 

 

 

Von Olaf Kosinsky – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=53950919

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Martin Sonneborn im EU-Parlament über Julian Asange

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Bekanntlich ist der Whistleblower Julian Asange kürzlich in London verhaftet worden – ihm droht die Auslieferung in die USA. Martin Sonneborn bringt den Skandal im EU-Parlament zur Sprache – vor einer unglaublich prall gefüllten Kulisse und mit rhetorischen Ungeheuerlichkeiten..

Sehr sehenswert:


Sonneborn in Stauffenberg-Verkleidung mit Parteikollege Nico Wehnemann auf der Frankfurter Buchmesse 2018
Von Ptolusque – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73580794

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Politischer Tauschhandel mit der Post? 10% höhere Preise für 5000 Jobs

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Die Deutsche Post hat im Jahr 2018 insgesamt 2,2 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet, nach Steuern! 2017 waren es noch 2,9 Milliarden Euro Gewinn. Aber immerhin, 2,2 Milliarden Euro sind auch noch ein nettes Plus (hier nachzulesen). So schlecht kann es dem ehemaligen Staatskonzern also wohl kaum gehen, stimmt´s? Oder brauch man doch ganz dringend mehr Geld?

Obacht! Ähnlich wie Lufthansa oder Deutsche Börse ist auch die Deutsche Post in ihrem Segment der einzig große Konzern in Deutschland, der im Ausland als bedeutender Global Player mitspielen kann (Monopolist oder beinahe Monopolist). Und genau diese Art von Unternehmen will unser aller Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier massiv stützen, schützen und fördern, wie er es in den letzten Wochen klar zum Ausdruck brachte (Nationale Champions schaffen).

Im Januar hatte die zuständige Bundesnetzagentur vorgeschlagen, dass man der Deutschen Post ein Preiserhöhungspotenzial von bis zu 4,8% zugestehen solle. Das fand die Post aber nicht so schön, und drohte indirekt mit der Entlassung von Mitarbeitern. Und was machte Peter Altmaier? Er tat, was zu tun war… die Bundesnetzagentur wurde angewiesen doch bitte ihren Berechnungsschlüssel (richtige Formulierung?) „anzupassen“.

Und ohhh Wunder, heute verkündet die Bundesnetzagentur, dass man der Deutschen Post einen Preiserhöhungsspielraum von bis zu 10,6% zugestehe. Mal eben mehr als verdoppelt, das ist doch was! Und nochmal ohhh Wunder. Die Agentur erwähnt in ihrer Veröffentlichung gleich zwei mal, dass die Deutsche Post versprochen habe im Gegenzug 5.000 neue Stellen zu schaffen. Dazu sagt die Agentur im Wortlaut:

Wir berücksichtigen die Ankündigung der Post, neue Zusteller einzustellen. Die Ankündigungen der Post werden wir überwachen.

Die Bundesnetzagentur wird kontrollieren, dass die angekündigten Neueinstellungen auch tatsächlich erfolgen.

Also, im Klartext: Es gibt einen nicht ausgesprochenen, aber mehr als offensichtlichen politischen Deal. Ihr schafft neue Jobs, dafür dürft ihr so richtig kräftig die Preise raufsetzen. Na da freut sich der Post-Kunde. Das ist doch mal so richtig „Freie Marktwirtschaft“. Gedankenspiel: Die Deutsche Post wird bei ihrer Job-Zusage wohl schon mal genau kalkuliert haben, ob sich die Mehrkosten fürs Personal rechnen bei einer zehnprozentigen Portoerhöhung. Und wollen wir mal wetten, es wird sich rechnen. Und es werden in der Rechnung wohl noch ein paar Taler Gewinn übrig bleiben.

Die +10,6% ist ein Gesamtrahmen. Wie stark zum Beispiel das klassische Briefporto steigt, wird im Mai festgelegt. Aber man darf ruhig von einem Sprung von 70 auf 90 Cent ausgehen. Danke Herr Altmaier. Bauen Sie mal schön weiter ihre „Nationalen Champions“. Die Post-Aktionäre dürften sich freuen. Hier einige weitere aktuelle Originalaussagen der Bundesnetzagentur:

Die Bundesnetzagentur hat für den Zeitraum bis 31. Dezember 2021 einen Preiserhöhungsspielraum von 8,86 Prozent ermittelt, der sich aus einer Produktivitätsrate von minus 5,41 Prozent und einem Inflationsausgleich von 3,45 Prozent zusammensetzt. Weil die Deutsche Post AG Preisanhebungen nicht bereits zum 1. Januar 2019 vornehmen konnte, wird die Preisänderungsrate zusätzlich um rund 0,3 Prozentpunkte pro Monat korrigiert. Die Deutsche Post könnte bei geplantem Inkrafttreten neuer Briefentgelte zum 1. Juli 2019 damit von einem Preiserhöhungspotential von 10,63 Prozent Gebrauch machen.

Neben dem höheren Gewinnsatz berücksichtigt die Entscheidung auch die Auswirkungen der von der Deutschen Post Mitte 2018 angekündigten Umstrukturierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen. Die Deutsche Post hat damit höhere Kosten unter anderem dafür geltend gemacht, dass ca. 5.000 zusätzliche Mitarbeiter in der Zustellung eingesetzt werden sollen.

Deutsche Post Tower Bonn
Post Tower in Bonn. Foto: Sir James CC BY-SA 3.0

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