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Marc Friedrich und Matthias Weik: Ehe für alle und Rechte für keinen

Während die Medien im Juni und Anfang Juli sich zumeist mit Berichten zur „Ehe für alle“ überschlugen und die Grünen selbst Konfetti im Bundestag versprühten, wurde unser Land grundlegend klammheimlich durch die…

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Ein Gastkommentar der Bestsellerautoren Marc Friedrich und Matthias Weik

Während die Medien im Juni und Anfang Juli sich zumeist mit Berichten zur „Ehe für alle“ überschlugen und die Grünen selbst Konfetti im Bundestag versprühten, wurde unser Land grundlegend klammheimlich durch die Hintertür verändert. Wir sprechen jetzt von anderen Gesetzen wie die „Ehe für alle“, die in all dem ganzen Trubel unbewusst oder vielleicht sogar bewusst untergegangen sind.


Die Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich.

Auf der einen Seite wurde der Beschluss zur „Ehe für alle“ bei einem Teil der Bevölkerung mit großer Freude zur Kenntnis genommen wurde, auf der anderen Seite hat das Parlaments zur gleichen Zeit noch ein paar Gesetze (Netzwerkdurchsuchungsgesetz; Reform des Wissenschaftsurheberrechts und einheitliche Netzentgelte) durch das Parlament gepeitscht, die für wesentlich weniger Verzückung sorgen werden sobald die breite Masse davon erfährt. Allerdings wurde um diese kein so großes Tamtam gemacht und auch kein ARD Spezial nach der Tages-schau veranstaltet und das obwohl hiervon tatsächlich alle Bürger betroffen sind. Abermals wurden wir Bürger geschickt abgelenkt um unbequeme Gesetze durchzudrücken ohne allzu viel Aufmerksamkeit zu erregen. Die „Nebelkerzenstrategie“ ist ein immer beliebteres Instrument der Politik.

Ein paar Beispiele aus der Vergangenheit gefällig? Gerne! Die Leidenschaft der Politik für Fußballwelt- und Europameisterschaften mag vielleicht auch daran liegen, dass man erstens wunderbare Bilder bekommt und man sich gebührend in dem Erfolg anderer sonnen kann und zweitens, dass diese gerne als Deckmantel für unpopuläre Steuererhöhungen und Gesetze verwendet werden. Während der Fußball WM 2006 in Deutschland wurde uns in dem Freudentaumel des Sommermärchens eine Mehrwertsteuererhöhung von 16 Prozent auf 19 Prozent serviert und kaum einer hat es bemerkt. Dies war die größte Steuererhöhung der BRD! Zur Zeit der WM 2010 folgte dann eine Krankenkassenbeitragserhöhung. Bei der EM 2012 während Deutschland im Halbfinale auf Italien traf und Millionen vor dem Fernseher saßen, trafen sich sage und schreibe 26 Abgeordnete im Bundestag um das unpopuläre Meldegesetz innerhalb von nur einer Minute zu verabschieden. Man wollte ja nicht zuviel vom Spiel verpassen. Zum Glück wurde dieses Gesetz später vom Bundesrat einkassiert, da es gegen etliche Bürgerrechte verstieß. Besonders emsig war man bei der Fußball WM 2014. Da war es die PKW Maut, die Reform der Lebensversicherung zum Nachteil der Kunden, das Fracking von Öl und Gas sowie der fragwürdige Wechsel von CDU Mann Ronald Pofalla zur Deutschen Bahn. Dafür sind wir aber Weltmeister geworden!

Aber zurück zum aktuellen Geschehen: Am 25. Juni 2017 hat man neben der viel beachteten Ehe für alle, ohne große Beachtung, eine Regelung in Kraft treten lassen, welche für Sprengkraft sorgt und unserer Ansicht nach dem Fass den Boden ausschlägt. Schritt für Schritt kommen wir der totalen Überwachung immer näher. Ermittlungsbehörden dürfen mit dem Bundestrojaner künftig Schadsoftware auf private Geräte spielen. Die Große Koalition wendete einen Kniff an, damit der Vorschlag weder vom Bundestag noch vom Bundesrat ausführlich beraten werden musste. Sie hat die Änderungen demnach in einem schon bestehenden Gesetzentwurf untergebracht, der mit dem Trojaner ursprünglich nichts zu tun hatte. Folglich entfielen die sonst nötigen drei Lesungen im Bundestag.

Die politischen Eliten in Berlin haben somit einen massiven Eingriff in die Grundrechte der Bürger so schnell wie möglich durchs Parlament gebracht und keinen Menschen interessiert es offensichtlich. Die Aussage ich habe eh nichts zu verbergen und man kann mich ruhig überwachen ist selten dämlich. Edward Snowden bringt es mit folgender Aussage wunderbar auf den Punkt: „Zu behaupten, das Recht auf Privatsphäre sei nicht so wichtig, weil man nichts zu verbergen hat, ist wie zu sagen das Recht auf freie Meinungsäußerung sei nicht so wichtig, weil man nichts zu sagen hat.“

Die nächsten Hammer: Am Tag darauf wurde uns Bürgern eine weitere Freiheit beschnitten: Das Tafelgeschäft in Deutschland wurde von 15.000 Euro auf 10.000 Euro reduziert. Dies wird nur ein Zwischenschritt sein bis es eines Tages komplett abgeschafft wird. Dies bedeutet, dass man in Deutschland noch für bis zu 10.000 Euro legal z.B: in Edelmetalle oder Diamanten investieren kann ohne seine Personalien anzugeben. Der Kampf gegen das Bargeld und die finanzielle Freiheit der Bürger wird weiterhin beschossen. Das Fenster zur Vermögenssicherung schließt sich, wie von uns seit Jahren prognostiziert, Peu à Peu.

Der Reigen geht weiter: Ohne großes Aufsehen und ohne große Diskussion haben Bundestag und Bundesrat – ein uraltes 398 Jahre gültiges Bürgerrecht – das Bankgeheimnis offiziell abgeschafft. Dieses Bürgerrecht war lediglich in der Steuergesetzgebung als „Schutz von Bankkunden“ ausformuliert. Durch das Steuerumgehungsbekämp-fungsgesetz, das am 25. Juni in Kraft trat, wurde der entsprechende Paragraf 30a in der Abgabenordnung, ersatzlos gestrichen. Eben dieser §30a regelte den Schutz von Bankkunden. Er war sozusagen das in Gesetzesform gegossene Bankgeheimnis gegenüber den Finanzbehörden. Der Bundestag stimmte am 27. April 2017 für die Abschaffung und der Bundesrat am 2. Juni 2017. Das Verbot der allgemeinen Überwachung von Bankkonten, das Verbot Kontodaten, an die man im Zug der Identitätsprüfung von Kontoinhabern gelangt ist, nebenbei für eine Steuererhebung zu verwenden sowie die Verpflichtung, Auskünfte vom Steuerpflichtigen einzufordern, bevor man sich an Banken wendet gilt jetzt nicht mehr. Haben Sie davon was in der Tagesschau gehört oder in den großen Blättern dieser Republik gelesen? Seltsamerweise gab es nahezu keine kontroverse öffentliche Diskussion. in den Medien oder bekannten Talk-Shows. Kontinuierlich werden unsere Bürgerrechte von der Politik nach und nach beschnitten und keiner schreit auf.

Gedrängt auf die Abschaffung des Bankgeheimnisses hat kein geringerer als Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sowie zahlreiche seiner Kollegen in den Bundesländern. Justizminister Heiko Maas (SPD) hatte nichts da-gegen einzuwenden und auch von der Oppositionsbank von Seiten der Linken und Grünen kam kein Contra. Offensichtlich steht der Schutz von Bankkunden und folglich uns Bürgern nicht auf der Agenda der Politiker. Dies sollte uns allen zu denken geben. Auch von Seiten der Finanzwirtschaft kam kaum Gegenwind. Lediglich der Präsident des Genossenschaftsverbandes Bayern (GVB), Jürgen Gros, stellte fest, dass es zwar richtig sei, mit harten Bandagen gegen Steuerkriminalität zu kämpfen. Durch die neue Rechtslage würden jedoch alle Bankkunden unter Generalverdacht gestellt. Gros: „Das Vertrauensverhältnis zwischen Kunde und Bank leidet enorm, wenn ohne seine Kenntnis massenhaft Daten vom Fiskus abgefragt werden.“ Gros kritisiert richtigerweise das Abrücken vom bewährten Prinzip der verdachtsbezogenen Überwachung: „Die Steuerbehörden können künftig nach Gutdünken uneingeschränkt Kundendaten durchforsten“, so Gros. „Das ist ein weiterer Schritt hin zum gläsernen Bürger.“ Das ursprüngliche Ziel des Gesetzespaketes, gegen wenige Bürger und Unternehmer, die Einkommen am Fiskus vorbei in Steueroasen verschieben, ist zu einer Maßnahme gegen alle Bürger verkommen. Noch gibt es keinerlei Erfahrungswerte in wieweit die Finanzämter ihren neu gewonnen Spielraum ausnützen.

Theoretisch können Sie jetzt sämtliche Kontodaten von uns Bürgern erfassen, ohne dass wir davon jemals erfahren. Nun ist es den Finanzbehörden möglich, vollumfassende Kontoinformationen aller Kunden deutscher Banken abzurufen und zu verwenden. Bis dato galt, dass zunächst der Betroffene selbst gefragt wird. Lediglich wenn dieser Auskünfte verweigerte, durften sich die Behörden an die Bank wenden. Dies ist nun in Deutschland nicht mehr erforderlich. Ab sofort sind brave Steuerzahler Behördenzugriffen ebenso ausgesetzt wie Beschuldigte, gegen die ermittelt wird. Ob dies rechtens ist und dem elementaren Grundsatz des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung entspricht wird, sich in Zukunft zeigen. Fakt ist: Mit dem neuen Gesetz wurde das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung offensichtlich kassiert. Jetzt können Finanzbehörden die Bürger unseres Landes kraft Gesetz vollkommen legal ausspionieren. Doch damit nicht genug. Es soll weitergehen. Die EU will ein Bankenschutzgesetz installieren bei dem bis zu 20 Werktage die Konten der EU-Bürger eingefroren werden können um einen Banken Run zu verhindern um so die Liquidität der Banken zu sichern. Man darf davon ausgehen, dass dies kommen wird.

Das Volk jubelt über die Ehe für alle – immerhin betrifft das laut Studien knapp 7,4 Prozent der Bevölkerung – und bekommt nicht einmal mit, dass fast zur gleichen Zeit ein Gesetz in Kraft tritt, welches dem Staat erlaubt alle Kontoinhaber – ungefähr 99 Prozent aller Bundesbürger über 18 – zu bespitzeln. Man darf gespannt sein, was als nächstes für Sauereien unter dem Deckmantel der nächsten großen Sportveranstaltung oder aufgebauschten Nichtigkeit dem Bürger aufs Auge gedrückt wird.




Die beiden Ökonomen, Querdenker, Redner und Honorarberater Matthias Weik und Marc Friedrich schrieben 2012 gemeinsam den Bestseller “Der größte Raubzug der Geschichte – warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“. Es war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2013. In ihrem zweites Buch Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2014. Im Jahr 2014 gelang ihnen mit „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“ ein weiterer Bestseller. Das Buch wurde im Jahresranking ebenfalls zum erfolgreichsten seiner Gattung. 2016 ist ihr dritter Bestseller „Kapitalfehler – Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“ erschienen. Im April 2017 ist ihr viertes Buch „Sonst knallt´s!: Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“ das sie gemeinsam mit Götz Werner (Gründer des Unternehmens dm-drogerie markt) geschrieben haben, erschienen. Das Buch schaffte es auf Anhieb auf die auf Platz 1 der manager magazin und Handelsblattbestsellerliste. Matthias Weik und Marc Friedrich sind Initiatoren von Deutschlands erstem offenem Sachwertfonds dem FRIEDRICH&WEIK WERTEFONDS.Weitere Informationen über die Autoren finden Sie unter: www.friedrich-weik.de, bei Facebook unter www.facebook.com/friedrichundweik/ und bei Twitter www.twitter.com/FRIEDRICH_WEIK.

i http://www.deutschlandfunk.de/bundestrojaner-schadsoftware-die-auch-kriminelle-verschicken.694.de.html?dram:article_id=389487
ii www.focus.de/politik/deutschland/lex-npd-staatstrojaner-altespraesident-bundesregierung-boxt-3-last-minute-entscheidungen-durch-die-sie-noch-bereuen-wird_id_7278286.html
iii http://www.presseportal.de/pm/24076/3622330

23 Kommentare

23 Comments

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    Gerd

    28. August 2017 11:36 at 11:36

    Immer im Hinterkopf behalten, dass die Öffentlich Rechtlichen schlichtweg die verlängerten Regierungsarme sind. Ist ja von vornherein logisch, denn die Rundfunkräte und andere bestimmenden Institutionen sind ja nicht maßgeblich von Piraten, AfDlern, Sparkassenkunden oder sonstwen besetzt, sondern von Entsandten der herrschenden Regimeparteien.
    Und die anderen Qualitätsmedien sind kaum besser.

    Falls irgendjemand wissen wollen würde, was wirklich in Deutschland los ist, müsste er sich leider übers Ausland informieren. Obwohl, es gibt auch in Deutschland die eine oder andere alternative Informationsquelle.

    Wenn die Menschen wirklich wüssten, was hier los ist, dann wär hier aber was los. So gesehen ist schon gut, dass vieles „heimlich“ abläuft oder unter den Teppich gekehrt wird. Denn wer möchte schon, das hier so richtig was los wäre. Das wäre ja insbesondere dann sogar für DAX-Optimisten unerträglich.

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      Günter Mertens

      28. August 2017 12:29 at 12:29

      Wohl ungewollt, aber richtig lustig die Reihe:

      „Piraten,, AFDler und SPARKASSENKUNDEN!“

      Amüsierte Grüße
      Günter Mertens

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    Helmut Josef Weber

    28. August 2017 11:48 at 11:48

    Als ich 1986 angefangen habe meine private Altersversorgung in Goldmünzen aufzubauen, hat man mich ausgelacht.
    Bis heute hat mir das ( in Euro) geglättet über 10% *legalen steuerfreien* Kapitalertrag im Jahr eingebracht.
    Als meine liebe Frau und ich 2000 nach Spanien gezogen sind, hat man uns wieder ausgelacht.
    Meine private Altersversorgung konnte ich aber einfach mitnehmen.
    Heute bekommt meine Ehefrau für die 10,5 Jahre Beiträge in die spanische staatliche Rente, für etwa 1/4 des Beitrages, die etwa 3 fache Rente davon ausbezahlt, die sie für 12 Jahre Beiträge in die deutsche Rente bekommt.
    Und sie ist ohne Beiträge in der Krankenversicherung, als Rentnerin.
    Unsere private Altersversorgung ist jeglicher staatlichen Kontrolle legal entzogen.
    Unsere Renten sind in Spanien steuerfrei und für unsere 28.000 qm Grundstück mit Immobilie, Ferienwohnungen und Müllentsorgung zahlen wir weniger Grundsteuer, als der Besitzer eines Rottweilers in Deutschland an Hundesteuer zahlen muss.
    Zusammenfassend:
    Wenn ein Volk so ausgeplündert werden soll und die Rentner so dermaßen in die Altersarmut getrieben werden wie in Deutschland, dann geht es nicht ohne flächendeckende Überwachung.
    Und auch die abgehalterten Politiker, die in die Rundfunkanstalten entsorgt wurden, müssen ja auch durch die Gebühren für das Regierungsfernsehen ihr dicken Gehälter und Pensionen sichern.
    Mit allen Respekt meine lieben Landsleute, aber wie lange wollt ihr Euch noch für dumm verkaufen lassen und die Zahlmeister Europas bleiben und gleichzeitig auf die Altersarmut zusteuern.
    Noch ein Beispiel.
    Wer 16 Jahre in Spanien Beiträge in die staatliche Rente gezahlt hat 8egal welche Beitragshöhe) bekommt 640,00 Euro Altersrente 14 x Ausgezahlt im Monat; also–8,960,00 Euro im Jahr.
    Egal wie er privat vorgesorgt hat, ob er Immobilien hat, es ist einfach eine Grundrente.
    Das bekommt die Verkäuferin bei LIBL nicht nach 35 Jahren Beiträgen.
    Sie muss alles offenlegen und wen sie nichts mehr hat, bekommt sie die aufgestockte Grundsicherung.
    Wie soll das ohne flächendeckendes ausspionieren der Menschen funktionieren.
    Und im Regierungsfernsehen bekommen diese Grundsicherungsempfänger dann vorgelogen, wie niedrig die Renten in Spanien sind und wählen dann die Politiker, die sie weiter ausnehmen.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

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      Columbo

      28. August 2017 12:36 at 12:36

      @Weber,
      damit es euch gut geht in den Südländern, zahlen die deutschen und andere Steuerzahler ordentlich, sie erhalten euch. Aber das Schmarotzersystem wird nicht ewig funktionieren und dann Gute Nacht in Andalusien.
      Ziemlich naiv im Netz mit Goldbesitz zu prahlen, im Krisenfall ist es dann ganz schnell weg.

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        Gerd

        28. August 2017 13:20 at 13:20

        Auf den unsäglichen Umstand des ersten Teils Ihrer Antwort hatte Herr Weber ja selbst hingewiesen. Und die Befürchtung, dass der Goldbesitz im Krisenfall deshalb schnell weg sein würde, weil er hier darüber spricht, teile ich nicht.

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          Columbo

          28. August 2017 13:53 at 13:53

          Im Krisenfall, und der wird früher oder später kommen, hat ein Staat hundert Möglichkeiten seine Bürger zu enteignen. Bei Gold, nur als Beispiel, mit hohen Verkaufssteuern oder Abgabezwang.
          Daß es da nicht besonders klug ist, im Netz herumzuerzählen, daß man mobile Sachwerte besitzt, liegt doch auf der Hand. Sowas macht auch kaum jemand. Häufig erstreckt sich dieses Mitteilungsbedürfnis auch auf Verwandte und Bekannte. Einfach unklug, denke ich.

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          Wolfgang M.

          28. August 2017 15:33 at 15:33

          Ich will beileibe nicht das Rentensystem in Deutschland mit all seinen Schwächen verteidigen. Aber wenn in Spanien (nicht Norwegen) ein Arbeitnehmer nach 16 Beitragsjahren 640€ Grundrente bekommt, egal welches Einkommen er vorher bezog, dann kommt mir das aus finanzmathematischen Gründen schon etwas spanisch vor. In einem Land mit einer Jugendarbeitslosigkeit von 20%! Das erinnert mich sehr an Griechenland, wo vor nicht allzu langer Zeit in manchen Branchen nach 35 Beitragsjahren 110% des letzte Nettogehalts ausgezahlt wurden. Folgen?!

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            Helmut Josef Weber

            28. August 2017 16:26 at 16:26

            Hallo Wolfgang,
            hier die genauen Zahlen zu der spanischen Rente, die aus gezahlten Beiträgen entsteht, *egal in welcher Höhe diese Beiträge geleistet wurden*.
            Meine Ehefrau war selbständig in der Landwirtschaft und hat im Monat 90 Euro Rentenbeiträge gezahlt.
            Die Rente ist eine Art Grundsicherung, die jeder in Spanien erhält, der mindestens 15 Jahre in das Rentensystem eingezahlt hat, und davon 2 Jahre unmittelbar vor Eintritt der Altersgrenze.
            Die Rente beträgt 640,00 Euro und wir 14x im Jahr ausgezahlt; also knapp 9.000,00 Euro.
            Dabei ist es vollkommen gleichgültig, was der Rentenbezieher sonst noch an Vermögen hat.
            Wer soweit behindert ist, dass er mindestens
            1 x am Tag fremde Hilfe benötigt, bekommt 50% mehr Rente.
            Und Rentner bezahlen keinerlei Beiträge oder Zuzahlungen an die Krankenkasse,
            Meine Ehefrau ist nach 10,6 Jahren 100% erwerbsubfähig geworden und erhält daher schon früher ihre Rente.
            Sie hätte auch Anspruch auf eine deutsche Rente, die aber abgelehnt wurde, weil sie nach deutschem Recht nicht erwerbsunfähig sei.
            Sie könne noch mindestens 3 Stunden am Tag irgendeine Tätigkeit ausüben.
            Ja- könnte sie auch.
            Briefmarken aufkleben oder, oder.
            Wäre meine Ehefrau nun noch in Deutschland, müsste sie erst Erspartes verleben um dann Hartz IV zu bekommen.
            Das ist die Menschenverachtung des deutschen Rentensystems, der wir uns 2000 entzogen haben.
            Es ist nun leicht auszurechnen, dass Jemand der für 90 Euro monatlichen Beitrag, nach 15 Jahren etwa 9.000,00 Euro Rente im Jahr erhält, die Beiträge nach 1,8 Jahren wieder heraus hat.
            Davon können deutsche Rentner nur träumen.
            Viele grüße aus Andalusien
            H. J. Weber

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        Helmut Josef Weber

        28. August 2017 13:37 at 13:37

        Hallo Columbo,
        sie haben Recht, es ist in Spanien ein durch die EU *aufgezwungenes* Schmarotzertum zum Nachteil von den in Deutschland arbeitenden Menschen.
        Aber was sollen wir tun?
        Die Rente ablehnen?
        Freiwillig GEZ zahlen, das 3 fache an KFZ Steuer, das dreifache fürs Trinkwasser, etwa 60.000,00 Euro für die Asphaltierung der Straße um unser Eckgrundstück, 50% mehr für die Stromrechnung, das doppelte für frisches Gemüse,
        freiwillig etwa 600,00 Euro im Jahr für einen Hund zahle; bzw. 1.200 Euro für unsere beiden Rottweiler?
        Wenn es in Andalusien nicht mehr läuft, dann nehme ich meine private Altersversorgung und ziehe nach???
        Genau wie 2000 als ich aus Deutschland weggezogen bin.
        Wenn die einzige Währung, die tausende von Jahren ihren Wert behalten hat, nichts mehr wert ist, dann sind die Baumwolllappen schon lange nichts mehr wert.
        Aber, es wird in Deutschland so weiter gehen und das funktioniert auch nur, weil Ihr jetzt auch bis auf Euren Laptop hin ausspioniert werden könnt.
        Aber das ist Demokratie, etwa 80% der deutschen Bevölkerung wollen es so.
        Da steht es mir höchstens zu, darauf hinzuweisen, wie es in anderen Ländern ist.
        Ohne Ausspähung jedes Einzelnen, können eben nicht etwa 40% der Deutschen in Altersarmut von der Grundsicherung leben, wenn dabei sogar die Weihnachtsgeschenke der Kinder angerechnet werden.
        Wie sollen die Leute „vom Amt“ sonst auch dahinter kommen?
        Eine Oma, die Grundsicherung erhält, kann dann noch nicht einmal mehr Ihre Kinder oder Enkel (mehr als 4 Wochen im Jahr ) in Spanien besuchen, weil die Reisedaten demnächst auch noch durch die Gesichtserkennung festgehalten werden.
        Alle Gesetze, die gegen die gegen den Terrorismus geschaffen worden sind und gegen die Geldwäsche, werden heute gegen jeden deutschen Bürger angewandt, egal ob er BAföG bekommt, Hartz IV, Grundsicherung im Alter oder Wohngeld beantragt.
        Aber- wie will man auch sonst diese Überwachung durchführen?
        Bei dem deutschen Rentensystem, das ich für ein kriminelles Schneeballsystem halte, geht es eben nicht anders.
        Für 22 Jahre Beiträge in Deutschland, erhalte ich 408,00 Euro Altersente aus Deutschland; das war so geplant und da darf ich mich nicht beschweren .
        Für 44 Jahre wären es etwa 800,00 Euro und ich müsste in Deutschland die Grundsicherung beantragen.
        So kann ich in Freuden in Andalusien leben und wenn ich nicht mehr auf dieser Welt bin, hat meine liebe Frau unsere gesamte privaten Rücklagen zur Verfügung; und wenn sie mir folgt, ist noch eine Menge für unsere Kinderchen da.
        Würden meine liebe Frau oder ich zum Pflegefall, müsste ich in Deutschland auch meine gesamte private Vorsorge für die Heimkosten einsetzen.
        In Spanien ist auch das ohne Zuzahlung staatlich organisiert.
        Usw. Usw.
        100 Seiten weiter.
        Frage zum Schluss.
        Was müsste ich tun, damit Sie uns nicht als Schmarotzer bezeichnen???

        Viele Grüße aus Andalusien
        H. J. Weber

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          Columbo

          28. August 2017 14:12 at 14:12

          Lieber Weber, ich meinte nicht Sie sondern das System. Andalusien gehört meines Wissens zur EU, wird also auch „ausgespäht“. Würde die private Altersversorgung dort ganz tief in einer „Cueva“, wo die Gitanos Flamenco tanzen, vergraben und niemanden davon erzählen?

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            Helmut Josef Weber

            28. August 2017 16:39 at 16:39

            Hallo Columbo,
            die Leute von spanischem Finanzamt wissen, dass ich irgendwo Gold gebunkert habe.
            Das ist ja auch legal.
            Da ich schon seit 2010 zurücktauschen muss, habe ich ihnen die Quittungen des Rücktausches vorgelegt, als sie wissen wollten wovon wir so gut leben und keinen Cent Steuern bezahlen.
            Nur- sie wissen nicht wo ich es gebunkert habe.
            Und glaube mir, ganz sicher nicht in Spanien.
            Da der Goldpreis von 2009 bis heute (in Euro) um etwa 70% gestiegen ist, haben ich ihnen auch vorgerechnet, dass wir weit weniger verlebt haben, als an Kapitalertrag in den 8 Jahren dabei gekommen ist.
            Wir können einfach nicht 70% Wertzuwachs von ein paar kg Gold in etwa 8 Jahren verleben.
            Mal sehen wo er in den nächsten Jahren hingeht.
            Viele Grüße aus Andalusien
            H. J. Weber

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          Murat Dundar

          28. August 2017 15:10 at 15:10

          herr Weber, ich und wie ich lese columbo auch beneiden sie. sie haben alles richtig gemacht um nach der arbeitswelt sein renten darsein zu genießen und jeden morgen mit einem sonnigen grinsen zu erwachen.
          leider ist unser schönes deutschland zu einer großen firma mutiert. dem der nicht viel geld hat wird jede freiheit wegreguliert. ein monotones leben dem sie entzogen haben. sie haben sonne strand und meer und überwiegend menschen die zufrieden sind. in deutschland sehe ich nur nörgler und unzufriedene menschen welche nicht mehr lachen weil Sie meinen es könnte noch ne steuer erhoben werden wenn ich zuviel lache.
          naja könnte noch weiter schreiben aber wird zu lang. also liebe leut machen wir einfach es beste draus. positive energie streuen und einfach mehr lachen solang noch steuerfrei

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      Bademeister

      28. August 2017 13:25 at 13:25

      Schon wieder der selbe Mist wie schon vor Monaten…und die Blutgruppe, Hut- und Anzugsgröße sowie Ihren Farbtyp haben Sie wieder nicht erwähnt!

  3. Avatar

    Rufus65

    28. August 2017 13:15 at 13:15

    Wieder einmal wissen die beiden Autoren und Querdenker mich aufzurütteln und zu informieren. Ich bin wahrlich schockiert von dem geschriebenen. Danke und großes Lob. Bitte informieren Sie uns beide auch weiterhin!

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    bauer

    28. August 2017 14:54 at 14:54

    Ich habe vor einer Woche einen Brief wg.Geldwaesche bzw.Buchungen durch Dritte(mich)erhalten!
    Es ging nichtmal mehr um 1000Euro,sondern im Juni sind einige Gutschriften und Aktiengewinne(unter meinem Namen) auf das Konto von meiner Frau eingegangen!
    Mir wurde bis zum 31.8.17 Zeit gegeben,den Kontofluss zu aendern,was mich als Ehemann betrifft!(ich bin Zeichnungsberechtigt)

    Ich dachte,jetzt gehts los…und jetzt lese ich hier den ausfuehrlichen Bericht…
    Das kann ja heiter werden,wenn ich nicht mal mehr ein Flugticket auf meinen Namen per Online taetigen kann,weil der Kontoinhaber nicht mit dem z.b.Fluggast uebereinstimmt!

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      bauer

      28. August 2017 15:05 at 15:05

      Wortwoertlich von der Bank:
      „Paragraph 154 Absatz I AO…
      Des weiteren ist gemaess Geldwaeschegesetz zusaetzlich zu pruefen,ob der Kontoinhaber im eigenen Interesse oder im Interesse eines anderen wirtschaftlich Berechtigten handelt.“

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      Michael

      29. August 2017 00:56 at 00:56

      @bauer
      Der Rasende Rollstuhl findet uns alle. Also entweder komplett auswandern oder Konten in DE unterhalten. Im Ausland schmausen und gleichzeitig in DE Sozialleistungen abzocken, da schiebt er den Riegel vor. Er braucht das Geld für wichtigere Dinge, auch wenn die Öffentlichkeit nie erfährt, wofür genau.

      • Avatar

        bauer

        29. August 2017 08:39 at 08:39

        Hatte ich etwa geschrieben,dass ich Sozialleistungen kassiere??
        Du kannst ja mal einen guten Freund/Familie von dir,z.b.5000Euro leihen und er stottert sie dir in monatsraten auf dein Konto zurueck!
        Mal sehen,wie lange es dann dauert,bis sich deine Bank bei dir meldet!
        Hat nichts mit dem Ausland zu tun,zwecks Auswanderung!
        Weisst du ueberhaupt,wieviel dt.Rentner im Ausland verweilen,obwohl sie ihr Konto in DE unterhalten zwecks Rentenueberweisung?

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    Mulinski

    28. August 2017 17:48 at 17:48

    Kontinuierlich werden unsere Bürgerrechte von der Politik nach und nach beschnitten und keiner schreit auf.
    Dafür schreien unsere Qualitätsmedien umso mehr auf, wenn in Polen, Ungarn und der Türkei die Bürgerrechte eingeschrenkt werden!

  6. Avatar

    Britta

    28. August 2017 21:39 at 21:39

    Wichtigster Artikel seit langem!!!

    Verbeiten!

  7. Avatar

    Dieter G.

    29. August 2017 09:34 at 09:34

    Mal einfach so in die Runde gefragt: und die Erkenntnis daraus?

    Ich nehm das Ergebnis vorweg. In braver deutscher Lethargie wird im kommenden Monat das Kreuzchen dahin gemacht, wo es all die Jahrzehnte auch schon gemacht wurde. Hauptsache das iPhone funktioniert, und auf FB kann die Welt weiterhin mit Katzenbildchen und nichtssagenden Urlaubsfotos gequält werden.

    Viel Spaß beim Nichterfolg :-)

    Dieter

    P.S.: die Spamkontrolle wird auch immer wilder. Jetzt soll ich mal eben 6×9 ausrechnen. FMW, geht´s noch? Jetzt hab ich mich aber wieder aufgeregt.

    • Avatar

      berti

      29. August 2017 09:51 at 09:51

      Ja Dieter,
      ich setzt mein Kreuzchen nicht da wo ich es in den letzten 10 Jahren gesetzt habe sondern da wo ich vor 10 Jahren nie dachte das ich es setze.

      Aber was bringt es???????????
      Nichts!

  8. Avatar

    bauer

    29. August 2017 11:56 at 11:56

    Banken setzen zum 1.10.17 EU Richtlinie um, wonach im Klartext im Krisenfall um Überleben einer Bank zu sichern, Kunden, Gläubiger und Geschäftspartner enteignet werden können Entsprechende Änderungen in den Geschäftsbedingungen dürften bereits an die Kunden verschickt sein.

    Stehen die Weltbörsen vor einem Crash ??? | wallstreet-online.de – Vollständige Diskussion unter:
    https://www.wallstreet-online.de/diskussion/1131140-254511-254520/stehen-die-weltboersen-vor-einem-crash#neuster_beitrag

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Allgemein

Sahra Wagenknecht über die große Krise, und wie man sie lösen kann

Redaktion

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Sahra Wagenknecht hat den Ruf wirklichen wirtschaftlichem Sachverstand zu besitzen. Bei ihr kann man erkennen: Es wird nicht stumpf das sozialistische Lied abgespielt. Bei ihren Aussagen merkt man, dass sie das Gesamtbild im Blick hat und auch versteht. Natürlich kann und darf man über ihren Lösungsansatz für das große Gesamtproblem streiten. Aber auch ihren Lösungsansatz begründet sie inhaltlich nachvollziehbar.

Sahra Wagenknecht mit Bestandsaufnahme der Krise

In ihrem aktuellsten Video (am Ende dieses Artikels) wirft Sahra Wagenknecht die Frage auf, ob eine große Finanzkrise bevorsteht. Dafür arbeitet sie sich an vielen Ungleichgewichten und wirtschaftlichen Schieflagen ab, die in dieser Form in der Tat auch bestehen. So bespricht sie die gigantische Geldschwemme der Notenbanken, in der Europa verursacht durch die EZB. Diese sorge für einen riesigen Push bei den Aktienkursen. Profitieren würden vor allem die Reichen, die in großem Umfang Aktien besitzen. Der Kleinsparer, der sein Geld nur auf dem Sparkonto parkt, würde durch Nullzinsen (neuerdings immer öfters auch Negativzinsen) und Inflation laut Sahra Wagenknecht real jedes Jahr Geld verlieren.

Die Großkonzerne würden in der Coronakrise mit billigem Geld überschwemmt, so dass sie gar keine Probleme hätten durch diese Krise zu kommen (ja, dafür gibt es zahlreiche Beispiele). Gleichzeitig haben es laut Sahra Wagenknecht kleine Unternehmen und Unternehmer derzeit sehr schwer überhaupt an Geld zu kommen, um die Krise überleben zu können. Demnach seien die großen Konzerne die Krisengewinner, die kleinen Betriebe die Verlierer. Sahra Wagenknecht nennt in diesem Zusammenhang auch die Anleihekäufe der EZB, wo auch in großem Stil Unternehmensanleihen gekauft werden. Und hier geht es eben um Anleihen großer Unternehmen, und nicht um Schulden kleiner Betriebe, die eh keine Anleihen ausgeben.

Als weiteres Ungleichgewicht benennt Sahra Wagenknecht auch die Immobilienblase. Bei den niedrigen Zinsen lohne sich die große Spekulation, welche die Preise immer weiter nach oben treibe. Und letztlich beleuchtet sie die (von uns bei FMW oft angesprochene) steigende Bedrohung für das Bankensystem in Europa. Schon vor der Krise habe es laut Sahra Wagenknecht 600 Milliarden Euro Volumen an faulen Krediten bei Banken in Europa gegeben – jetzt drohe diese Summe auf 1,4 Billionen Euro zu steigen.

Problemlösung

Was sei nun die Lösung des Problems? Laut Sahra Wagenknecht seien immer neue Schulden und immer tiefere Zinsen nicht die Lösung des Problems. Die Wirtschaft könne auch nicht so kräftig ansteigen, dass Volkswirtschaft und Staat aus dem gigantischen Schuldenberg „herauswachsen“ könnten, wie sie es formuliert. Inflation sei auch keine Lösung, da hierbei die kleinen Leute mit ihren Sparguthaben enteignet würden. Die reichen Leute würden mit ihren Immobilien und Betriebsvermögen ihren Wohlstand behalten, während die kleinen Leute bei einer spürbaren Inflation den Preis bezahlen müssten.

Für Sahra Wagenknecht gibt es nur eine Lösung des Problems. Und da kommt natürlich die linke Politik wieder zum Vorschein. Man müsse die enorme angehäufte Schuldenlast restrukturieren, und zwar zu Lasten der wirklich Vermögenden. Dazu kann man anmerken: Das ist eine politische Frage, was man will. Diese Lösung kann man befürworten, oder eben auch nicht. Ansichtssache. Aber abgesehen davon: Die anderen Alternativen sind auch nicht berauschend. Man darf vermuten: So wie die aktuelle Merkel-Regierung wird wohl auch ein Nachfolger wie Herr Laschet keinen großen Wurf machen, sondern stillschweigend zusammen mit der EZB auf die Lösung setzen, die auch die Amerikaner seit Jahrzehnten praktizieren, wenn es um Problemlösungen geht. „Kick the can down the road“ – die Dose die Straße weiter runter kicken. Das Problem also in die Zukunft verschieben. Also jetzt immer neue Rettungsprogramme auflegen (letztlich finanziert durch die EZB, das neue EU-Schuldenprogramm uvm), – und diese Probleme darf irgendwer in ferner Zukunft abzahlen.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht. Foto: Ferran Cornellà CC BY-SA 4.0

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Zinskosten: So gigantisch sind die Ersparnisse für Kreditnehmer im Langzeitvergleich

Claudio Kummerfeld

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Dass Kreditnehmer in einem jahrelangen Umfeld immer weiter fallenden Zinsen die großen Gewinner sind, das ist kein Geheimnis. Aber es ist mal interessant zu sehen, wie viel Zinsen ein Häuslebauer vor 20 Jahren gezahlt hat, im Vergleich zu einem heutigen Abschluss, bei selber Kreditsumme und Tilgungshöhe. Die Interhyp AG hat aktuell einen Vergleich veröffentlicht, der die tatsächliche Dimension aufzeigt, wie viel Geld man heutzutage spart.

Hat man im Jahr 2000 abgeschlossen, entstanden bei einer Darlehenssumme für einen Immobilienkredit über 300.000 Euro und 2 Prozent Tilgung in 10 Jahren insgesamt 172.000 Euro an Zinskosten. Damals lagen die Zinsen bei 6,5 Prozent. Mit heute nur noch 0,8 Prozent hat man gerade mal noch 22.000 Euro Zinskosten! Das lohnt sich natürlich besonders für Häuslebauer, weil die Darlehenssummen hier so hoch sind, so möchten wir anmerken – aber die Sache hat einen Haken. Wo man als Kreditnehmer für Häuschen oder Eigentumswohnung extrem stark bei den Zinskosten spart, da zahlt man auf der anderen Seite drauf bei den in den letzten Jahren explodierten Immobilienpreisen.

Sicherlich sind die aktuellen Informationen der Interhyp AG auch eine schlecht versteckte Eigenwerbung, aber sei es drum. Die Experten sagen, auszugsweise im Wortlaut:

Auch wenn vielerorts die gestiegenen Immobilienpreise höhere Darlehenssummen erfordern, bleiben die Raten für viele Menschen leistbar. Der Zinsvorteil ermöglicht in vielen Fällen eine höhere Tilgung als früher. Die Expertin rät Eigenheimbesitzern, die Sparchancen für ihre Anschlussfinanzierung zu nutzen und sich schneller zu entschulden. Bauherren und Käufer sollten die Finanzierung wohlüberlegt angehen. Wichtig sei, bei der Finanzierung einen möglichen Zinsanstieg in Zukunft einzukalkulieren und mit langen Zinsbindungen und hohen Tilgungen vorzusorgen.

Hier auszugsweise weitere Aussagen von Interhyp. Zitat:

Im März 2020 sind die Zinsen auf ein neues Allzeittief von rund 0,7 Prozent im Mittel gefallen und auch jetzt liegen sie nur knapp darüber, berichtet Interhyp. Zum Teil sind sogar Bestzinsen von unter 0,5 Prozent möglich. Die Monatsrate für einen Musterkredit über 300.000 Euro (0,8 Prozent) beträgt im Herbst 2020 bei einer zweiprozentigen Anfangstilgung nur noch 700 Euro. Die Zinskosten über 10 Jahre liegen dafür heute nur bei 22.000 Euro – einem Bruchteil der Kosten bei Abschluss im Jahr 2000.

Rat der Experten: Sparchancen für schnelle Entschuldung nutzen

Um die Zinsersparnis zu verdeutlichen, hat Interhyp in der Beispielrechnung immer mit der gleichen Anfangstilgung gerechnet. Der Rat der Finanzierungsexperten ist jedoch, heute eine höhere Tilgung zu wählen. Das sei möglich mit Raten, die nicht wesentlich über denen früherer Jahre liegen. Mirjam Mohr: „Unsere Daten zeigen, dass Kreditnehmer ihre Entschuldung im Blick behalten. Die anfängliche Tilgung bei Bauherren und Käufern ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten von unter zwei im Mittel auf über drei Prozent gestiegen. Bei der Anschlussfinanzierung ist sie sogar von unter drei Prozent auf rund sechs Prozent gestiegen.“ Viel sparen im Vergleich zu früher könnten vor allem Eigenheimbesitzer mit Bedarf für eine Anschlussfinanzierung. Bauherren und Käufer sollten mit Blick auf hohe Kaufpreise und Darlehenssummen auf Sicherheit achten, zum Beispiel, indem sie günstige Zinsen mit langen Zinsbindungen festschreiben oder viel tilgen. „Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich das Zinsniveau über die Jahre deutlich ändern kann“, sagt Mirjam Mohr.

Grafik zeigt im Langfristvergleich sehr stark gesunkene Zinskosten

Chart zeigt langfristig extrem stark sinkende Zinsen

Grafiken und Daten: Quelle Interhyp

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Marc Friedrich mit 5 Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade

Redaktion

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Marc Friedrich

Der Bestsellerautor Marc Friedrich spricht in seinem aktuellen Video „Der größte Vermögenstransfer der Geschichte“ über viele aktuelle Kapitalmarktthemen. Vor allem geht es um die große Anfeuerung von bestimmten Assetklassen, verursacht durch die immer größeren Gelddruck-Orgien der Notenbanken.

Marc Friedrich mit 5 Investment-Ideen

Im späteren Verlauf des Videos spricht Marc Friedrich seine fünf Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade an. Auffällig dabei ist, dass die Kategorien Aktien und Immobilien nicht dazu gehören. Eben diese Assetklassen haben die letzten Jahre massiv von der Geldschwemme der Notenbanken profitiert. Marc Friedrich präferiert Gold, Silber, Bitcoin, Minenaktien und Diamanten. Gut, es sind doch Aktien vertreten, aber nicht als Gesamtkategorie, sondern nur weil es um Firmen geht, die Rohstoffe aus dem Boden holen.

Knappe Güter bevorzugen

Marc Friedrich spricht auch ganz konkret an, warum diese Ideen nach seiner Meinung die besten Investment-Ideen der nächsten Jahre sein sollen. Sie würden andere Assetklassen in der nächsten Dekade des „Vermögenstransfers“ outperformen. Sie seien (und das ist ein wichtiger Aspekt) begrenzt durch die Natur (Edelmetalle) oder durch die Mathematik (Bitcoin). Tja, und in der Tat, andere Assets wie das Fiat-Geld auf Bankkonten kann beliebig stark vermehrt werden. Je mehr Geld, desto stärker der Verwässerungseffekt, und desto stärker womöglich in Zukunft der Vertrauensverlust der Bürger in das Finanzsystem? Und alles was in seiner Menge limitiert ist, wird immer begehrter?

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