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Marc Friedrich vs Robert Halver – kommt der größte Crash aller Zeiten?

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Kommt der große Crash? Marc Friedrich streitet mit Robert Halver

Tja, das ist die Frage aller Fragen. Kommt der größte Crash aller Zeiten? Marc Friedrich und Matthias Weik sprechen sogar von einem konkreten Zeitpunkt (Buch: Der größte Crash aller Zeiten: Wirtschaft, Politik, Gesellschaft. Wie Sie jetzt noch Ihr Geld schützen können). Die beiden liefern viele Fakten, auf denen ihre Thesen beruhen. Dennoch gelten sie vor allem bei großen Medienhäusern als Crash-Propheten, über die man doch eher spottet, und sie als störende Nörgler hinstellt. Aber haben Friedrich und Weik wirklich recht? Robert Halver von der Baader Bank gilt als jemand, der die sehr kritische Bestandsaufnahme der „Crash-Community“ teilt – er glaubt aber nicht an den großen Crash.

Marc Friedrich vs Robert Halver

Ganz aktuell hat die Mission Money ein Streitgespräch zwischen Marc Friedrich und Robert Halver veröffentlicht, bei dem es genau um diese Frage aller Fragen geht. Wird der Crash denn nun kommen, oder nicht? Laut Friedrich sei der Konjunkturzyklus jetzt schon weit am Ende. Man sei nun kurz vor der Rezession. Die Aussagen von Robert Halver, warum der große Zusammenbruch nicht kommt, sind hoch interessant! Die Notenbanken würden alles tun um den Zusammenbruch zu verhindern! Man sei in einer verrückten Welt, aber man müsse das beste daraus machen, so seine Worte. Mehr wollen wir nicht verraten. Schauen Sie bitte selbst das folgende Video. Es lohnt sich!

Hier der gestrige Kommentar von Marc Friedrich und Mattias Weik mit der Frage, ob der Coronavirus der Schwarze Schwan sein kann.

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    Robin

    19. Februar 2020 17:17 at 17:17

    Marc Friedrich ist der klare Gewinner dieser Diskussion. Halver ist unerwartet oberflächlich, fahrig und am Schluss sogar unsicher.

  2. Avatar

    Axel

    19. Februar 2020 17:19 at 17:19

    Halver ist definitiv der fundiertere! Er hat Argumente, Friedrich nur Parolen, die er z.T.von M. Krall und anderen übernommen hat.
    Wenn das (Geld) System crasht, warum sollten Aktien dann verlieren? Warum sollte man dann seine Aktien in (wertloses) Geld umtauschen?
    Keiner wird im Systemcrash andere Sachwerte wie Gold oder Immobilien gegen Fiatgeld mehr eintauschen wollen! Gilt zumindest für den Euro. Daher werden Aktien als sicherer Hafen fungieren.

    Argumentativ stehe ich bei Halver, innhaltlich bei Friedrich.
    Sicherlich wird die EZB retten bis zur letzten Patrone, was durch Aufkäufe zu retten ist. Da hat Halver recht.
    Dieses Retten wird aber durch die Aberbillionen von gedruckten Euros die Währung zerrütten. Da bin ich bei Friedrich (M. Krall).

    Zwangsläufigkeit von vergangenen Zyklen auf die Zukunft zu übertragen, halte ich für eine unseriöse Scheinlogik. Da bin ich gegen Friedrich.

    Das selbe gilt für Halvers Argument, die Deutschen wären gerade in schwierigen Phasen schon immer am besten gewesen und werden daher sicherlich gerade, wenn sie in der Ecke stehen, mit einer grünen Innovationsoffensive und Digitalisierung das Schiff schon wieder auf Kurs bringen.
    Das mag in der Vergangenheit gestimmt haben. Die Art der Zuwanderung und der Abwanderung aus Deutschland, sowie das immer miserabelere Bildungssystem, lassen mich Anderes befürchten…

    Was aber niemand auf dem Schirm hat, ist die Klimaerwärmung. Sollte die Trockenheit weiter zunehmen und auch der tauende Permafrostboden mit riesigen Mengen an Methangas den Treibhauseffekt noch anfeuern, dann rettet uns nur noch ein weltweiter Produktionsstop der Industrie…und dann ist wirklich Schicht im Schacht im Börsenwunderland.

    Ein disruptives Ereignis wäre für die Politik aber sicherlich heilsam. Ich bin der festen Überzeugung, daß nach einem Crash weder Linke noch Rechte Parteien das Ruder übernehmen werden. Es wird die Einsicht reifen, daß alle wichtigen Entscheidungen der letzten Jahrzehnte, von der Einführung der europäischen Union, über die Eurorettungspolitik bis hin zur Migrationskrise, gegen den Willen der Mehrheitsgesellschaft durchgeführt wurden.
    Ein Neustart kann daher nur heißen: Direkte Demokratie!!!
    Und das wäre nicht das Allerschlimste…

    • Avatar

      leftutti

      20. Februar 2020 22:50 at 22:50

      @Axel, Sie sind der Erste hier, der das enorme Gefahrenpotenzial auftauender Permafrostböden, speziell in Russland, erkannt bzw. thematisiert. Persönlich habe ich mich dahingehend bisher zurückgehalten, um die laufend wachsende Schar an Dislikern nicht noch weiter anzustacheln.

      Knapp zwei Drittel des Riesenlandes besteht aus Permafrostböden, die bis in eine Tiefe von 1000 Metern gefroren sind. In diesen Schichten lagern unvorstellbare Mengen an konservierten organischen Materialien (Pflanzen und Tiere), deren Zersetzungsprozess noch nicht begonnen hat. Im dauergefrorenen Boden sind enorme Mengen an Kohlenstoff gebunden, wahrscheinlich etwa doppelt so viel wie derzeit in der Atmosphäre vorhanden sind! Eine tickende Klima-Zeitbombe!

      Als Nebeneffekt auftauender tieferer Schichten wird eine massive Schädigung der Infrastruktur auftreten, bis hin zur völligen Zerstörung: Straßen, Gebäude und Pipelines. Marode, defekte und zerstörte Pipelines sorgen neben fatalen Versorgungsengpässen natürlich zu weiteren unkontrollierten Kohlenstoffemissionen, ein Teufelskreis und höchst fataler Dominoeffekt.

      Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse und ihre Folgewirkungen sind vermutlich aber nur linksgrüne Panikmache, Greta-Blödsinn und ohnehin längst für die Zukunft eingepreist.

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    Roberto

    19. Februar 2020 18:25 at 18:25

    Weder Halver noch Friedrich ist der Gewinner. Jeder hat in manchen Dingen recht.Aber in vielen Dingen sind beide selbst nur Spekulanten der Zukunft. Wer von einen der beiden erwartet hat, das er jetzt einen Fahrplan für die Zukunft bekommt, der glaubt auch an den Weihnachtsmann. Solche Diskussionen sind wie ein Buffet. Jeder nimmt sich das was für ihn gut aussieht. Ob es ihm am Tisch dann auch so schmeckt wie er dachte, wird sich herausstellen.

    • Avatar

      Hesterberg

      19. Februar 2020 23:56 at 23:56

      Halvers optimistischer Sichtweise kann ich durchaus das eine oder andere abgewinnen, halte sie aber im Ergebnis für wenig realistisch. Halver hat auch keine wirklich schlüssige Antwort auf die ständig wachsenden Ungleichgewichte und auf das weltweit überbordende Überschuldungsproblem. Eine Zukunft ohne Zinsen oder gar mit Negativzinsen als funktionsfähiges Wirtschaftsmodell zu betrachten ist genauso naiv, wie der Glaube an ein ewig funktionierendes Schneeballsystem.

  4. Avatar

    Columbo

    19. Februar 2020 18:31 at 18:31

    In meinen Augen sind Halver und Friedrich keine ebenbürtigen Gegner. Gegen Robert Halver hätte es einen Markus Krall gebraucht.

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    Voll-Krallu.Friedrich

    19. Februar 2020 19:48 at 19:48

    In einer Sache hat Friedrich auf jeden Fall Recht. JE TIEFER DIE ZINSEN ,JE MEHR UMVERTEILUNG ZU GUNSTEN DER OBERSCHICHT. Das kontraktiert auf jeden Fall die gewünschte Wirtschaftserholung.
    Und wenn die Anleihen ,Immobilien u.Aktien schwindelerregende Höhen erreicht haben, wird es auch die Profiteure erwischen, ausser wenn Alle am Hoch aussteigen wie immer?
    Friedrich hat wie Krall auf jeden Fall Recht, die Frage ist nur wie lange u.was die Notenbanken Alles retten können. Lächerlich finde ich Whisky u.Bitcoin als Krisenwerte.

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    Übelkeit

    19. Februar 2020 21:24 at 21:24

    Ich finde es ein Unding, dass nun die Massen in die Märkte getrieben werden. Einerseits durch die Nullzinspolitik, andereseits durch Politiker wie Herrn Merz oder eben Herrn Halver. Zumal die Märkte so teuer sind wie 1929. (Schiller KGV)

    Das Kernproblem ist die Vermögenskonzentration, das spricht ja Herr Friedrich auch an. Diese exestiert nicht erst seit dem Finanzcrash sondern genaugenommen seit einigen Jahrzehnten. (Stichwort Deregulierung) Die Netto-Zins-Zahler (Schulder) sind schlicht nicht mehr in der Lage den Netto-Zins-Empfängern hier ihre Leistung zu transferieren.

    Da die Zinsen nicht mehr steigen und auch kaum noch sinken können ohne das die Schuldner hopps gehen, müssen die Summe in diesem System entsprechend größer werden. Daher auch die Vermögenspreis-Inflationierung sämtlicher Assets. Die Masse hingegen wird schleichtend enteigent, da Sie keine Vermögenswerte besitzen und die Löhne nicht mit der Geldmengensteigerung mithalten. (sinkende Reallöhne). Dies ist schlicht eine schleichende Enteignung der Massen. Willkommen im Geldsozialismus für Superreiche.

    Selbst wenn jetzt die Geringverdiener ihr winziges bedeutungsloses Vermögen/Einkommen in Aktien stecken, wird sich an diesem Kernproblem nichts ändern. Irgend Jemand muss die Zinskosten/Dividende tragen/erwirtschaften.

    Ein paar nette Grafiken:
    https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/kapitalismus-in-amerika-16-01-2020/

    Das Problem ließe sich lösen:
    – Einkommen aus Aktien höher besteuern als Einkommen aus Arbeit
    – globale Steuerregelungen
    – Derivate abschaffen
    – Erbschaftsteuer vollkommen anpassen
    – Hochfrequenzhandel (Algos) verbieten

    Da dies nicht passieren wird, kommt der Crash. Das Gummibank wird schlicht zurückschnappen.

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    Prognosti

    20. Februar 2020 06:24 at 06:24

    @ Übelkeit, da könnte einem übel werden.Guter Bericht, eine Bestätigung dessen was man schon lange weiss über das GröPaz Land.Gewisse Märchen von Amis als Aktienbesitzer ( nur ein kleiner Teil, 70% haben Nichts ) u.der Vergleich des unterentwickelten Russland werden richtiggestellt.
    Da die Börsen immer die Zukunft einpreisen , müssten die bald 80% fallen ? ?

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Donald Trump: Wird er die Corona-Krise politisch überleben?

Gerade weil in den USA vor allem mit dem Geldbeutel gewählt wird, ist die Wiederwahl von Donald Trump alles andere als sicher

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Noch stehen die Amerikaner so stark hinter ihrem Präsidenten Donald Trump wie nie zuvor während seiner Amtszeit. Doch wie lange hält diese Unterstützung an? Kann der 73-Jährige seine Stärken zum Wohle des amerikanischen Volkes einsetzen – oder steht er sich und den USA bei der Überwindung der Corona-Krise selbst im Weg?

Donald Trump kann bisher von der Corona-Krise profitieren

Mitten in der Corona-Krise erreicht der bisher eher unbeliebte US-Präsident die besten Zustimmungswerte seiner Amtszeit. Mit einem Wert von durchschnittlich 47,3 Prozent, resultierend aus den Ergebnissen von 15 verschiedenen Umfragen (RCP Poll Average), zeigen sich nun fast die Hälfte der Befragten mit der Amtsführung ihres Staatsoberhaupts zufrieden.

Es ist ein bekanntes Phänomen, dass sich die Bürger in den USA in Krisen- oder Kriegszeiten hinter ihrem Oberbefehlshaber (Commander-in-Chief) versammeln. Bewusst nutzt Donald Trump in der Corona-Krise daher gebetsmühlenartig die Phrase vom „Kampf gegen den verborgenen Feind“. Diesen Kampf werde man natürlich gewinnen.

Bis jetzt scheint seine Strategie aufzugehen. Doch es gibt erste Zweifel, ob die Interessen des Amtsinhabers mitten im Wahljahr sich mit denen der Mehrheit des amerikanischen Volkes decken.

Seine Forderung, die US-Wirtschaft schnellstmöglich wieder hochzufahren und generell zur Normalität zurückzukehren, schockiert nicht nur politische Gegner und Mediziner, sondern macht auch immer mehr Bürger wütend. Über Twitter entwickelt sich gerade in Reaktion auf diese Forderung von Donald Trump massiver Widerstand. Unter dem Hashtag #NotDying4WallStreet schreibt ein User, dass „kein einziger Mensch es verdient, für das Aktienportfolio eines anderen zu sterben“. Dies ist eine Anspielung darauf, dass der Präsident seine Wähler wiederholt dazu aufforderte, den Erfolg seiner Amtszeit am Stand des Aktienindex Dow Jones zu messen (DJI). Von Donald Trump wird der Aktienmarkt als ultimatives Wohlstandsbarometer für die USA angesehen. Sah seine Bilanz in dieser Hinsicht noch vor sechs Wochen mit einem Plus des Dow Jones von 48 Prozent seit Beginn seiner Amtszeit glänzend aus, so drehte der Aktien-Index im Zuge der Corona-Krise in der vergangenen Woche zügig ins rote Terrain auf ein Minus von 9 Prozent.

Erst die drastischen Maßnahmen der US-Notenbank (Fed) sowie die Ankündigung eines Billionen-Dollar-Hilfsprogramms, ergänzt um die Versicherung von Donald Trump, dass die Amerikaner bereits an Ostern vereint zusammen in den Kirchen sitzen werden, haben die Aktienmärkte mit knapp 10 Prozent wieder ins Plus gehievt.

Hat die US-Administration zu spät reagiert?

Doch mittlerweile übertrifft die Anzahl der Corona-Opfer in den USA sogar die Chinas. Die Vereinigten Staaten von Amerika führen bereits die Liste der Infektionen weltweit an und die Zahlen steigen mit exponentieller Dynamik weiter an. Mittlerweile hat sich das SARS-CoV-2 über die Staaten New York, Kalifornien, Washington und Connecticut hinaus auf die gesamten USA ausgebreitet. Das war absehbar, nachdem noch vor Kurzem in New Orleans ausgelassen Mardi Gras gefeiert wurde und die Studenten aus dem gesamten Land ihren Springbreak zu Hunderttausenden an den Stränden von Florida feierten.

Mit zu dieser Sorglosigkeit, die sich jetzt in explodierenden Infektionszahlen manifestiert, dürfte auch die Verharmlosung der Corona-Krise durch Donald Trump beigetragen haben. Anstatt sich auf die absehbare Pandemie vorzubereiten, hat der Regierungschef die Gefahr falsch eingeschätzt und wichtige Vorbereitungen auf eine Ankunft des Virus in Amerika unterlassen. Stattdessen setzte er, wie sein mittlerweile an Covid-19 erkrankter Amtskollege Boris Johnson, auf die sogenannte „Herdenimmunität“, bei der sich zwischen 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung infizieren und dann Antikörper entwickeln. Dieser Versuch ist in Großbritannien bereits abgebrochen worden. Auch die Entwicklungen in Italien und Spanien zeigen, dass Zögern zu unnötig hohen Opferzahlen führt.

Insofern könnte sich die Stimmung in den USA schnell gegen Donald Trump drehen, trotz Billionen an Dollars für Bürger und Wirtschaft. Das Gesundheitssystem in den USA ist für eine Epidemie dieses Ausmaßes nicht angelegt. Das Beispiel New York zeigt die brutale Realität: Es fehlt an Ärzten, Krankenhausbetten, Test-Kids, Beatmungsgeräten und Schutzkleidung – also an fast allem, was zur Bekämpfung der Seuche medizinisch notwendig ist.

Darüber hinaus gibt es voraussichtlich bis Ultimo dieses Jahres keinen Impf- oder Wirkstoff, der massenhaft eingesetzt werden kann. Trump hatte auch diesbezüglich unbegründete Hoffnungen geschürt. Doch seine Fähigkeit, seine Anhänger, die Wall Street und große Teile der Bevölkerung zu beeinflussen, könnte zu ebenso großer Enttäuschung und zur größten Niederlage seiner Präsidentschaft führen.

Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis sich das Virus verstärkt auch auf die Metropolen Boston, Chicago, Seattle und San Francisco ausbreitet. Der Süden der USA ist mit Ausnahme von Louisiana (New Orleans) noch kaum direkt betroffen. Doch auch die Disney-Parks in Florida und die Spielermetropole Las Vegas in Nevada sind derzeit verwaist. Der Staat Texas hat wiederum ganz eigene Probleme: das einbrechende Geschäft mit Öl und Gas.

Die ökonomische Krise dürfte damit der Corona-Krise auch in den USA auf dem Fuße folgen.

Kann sich die US-Wirtschaft rechtzeitig bis zum Wahltermin erholen?

Der Internationale Währungsfonds hat erst heute bekannt gegeben, dass sich die globale Wirtschaft bereits in einer Rezession befinde. Viele Sektoren, wie der Tourismus, Messen oder die Gastronomie seien regelrecht kollabiert, ebenso wie der Welthandel. Diese Entwicklung rollt mit voller Wucht nun auch auf die USA zu, wie man bereits an den historisch hohen Anträgen auf Arbeitslosenunterstützung der vergangenen Woche sehen konnte. Die Zahlen für die abgelaufene Woche dürften diese Schreckensdaten sogar noch toppen.

Ökonomen schätzen, dass die US-Wirtschaft in diesem Jahr prozentual zweistellig einbrechen wird. Allein für das zweite Quartal wird eine annualisierte Kontraktion von bis zu 50 Prozent erwartet.

In den USA gilt das Motto „Hire Fast, Fire Faster“. Die sozialen Sicherungssysteme reichen nicht aus, um alle Betroffenen finanziell aufzufangen oder wenigstens medizinisch ausreichend zu versorgen. Selbst wenn im Zuge der heute verabschiedeten Hilfspakete in Höhe von 2,2 Billionen US-Dollar Geld fließt, handelt es sich dabei hauptsächlich um Kredite. Das führt zu noch höherer Verschuldung und löst kurzfristig nicht das Problem der fehlenden Gesundheitsinfrastruktur.

Viele Business-Modelle von Food-Trucks über selbstständige Fitness-Coaches bis hin zu Uber-Fahrern stehen kurzfristig vor dem Aus. Die Erfahrung aus der Finanzkrise lehrt, dass ein Großteil dieser selbstständigen Existenzen und Kleinunternehmen nach der Krise nicht wiederkommen, ebenso wie verloren gegangene Jobs im verarbeitenden Gewerbe.

In der letzten Krise haben sich viele Selbstständige und Unternehmen dafür entschieden, ihr Geschäft mit samt den aufgelaufenen Schulden hinter sich zu lassen, ebenso wie ihre überschuldeten Immobilien. Ein solches Szenario ist auch diesmal wieder denkbar.

Dass vor dem Wahltermin wieder American-Football-Spiele, NASCAR-Rennen, Broadway-Shows oder Gottesdienste mit eng besetzten Sitzreihen stattfinden werden, ist aus der Erfahrung anderer Länder, die spät auf die Corona-Pandemie reagiert haben, eher unwahrscheinlich.

Das schmälert die Chancen einer Wiederwahl von Donald Trump enorm. Zumal bereits jetzt sein wahrscheinlicher Rivale von den Demokraten, Joe Biden, ihn gemäß den letzten Umfragen bei der Präsidentschaftswahl um durchschnittlich sieben Prozentpunkte schlagen würde. Dieser Vorsprung hat sich in den letzten drei Wochen nicht verringert.

Fazit und Ausblick: Es wird eng für Donald Trump

Gerade weil in den USA vor allem mit dem Geldbeutel gewählt wird (Your Wallet, Your Vote) ist die Wiederwahl von Donald Trump alles andere als sicher. Die ökonomische Krise in Amerika beginnt gerade erst und wird viele Geschäftsmodelle, Karrieren, Sparguthaben und Existenzen in Gefahr bringen. Der bereits angeschlagenen und hoch verschuldeten Mittelschicht in den USA droht nach der Finanzkrise von 2008 nun ein weiterer herber Schlag, von dem sie sich nur schwer bis zum Wahltag am 3. November wird erholen können.

Bleibt zu hoffen, dass Donald Trump deswegen nicht die ultimative politische Karte zieht, um seine Wiederwahl zu sichern: Krieg.

Die Wiederwahl von Donald Trump ist durch die Corona-Krise gefährdet

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Coronavirus: Lasst den Markt das Maskenproblem lösen!

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Im Kampf gegen das Coronavirus gibt es ein riesiges Maskenproblem

Schutzmasken stellen weltweit ein knappes Gut dar in Zeiten des Coronavirus. In zahlreichen Ländern können sich selbst Ärzte nicht mehr schützen, weil es keine Masken mehr gibt. Die Preise für verfügbare Masken schießen in die Höhe. eBay und Amazon verbieten den Verkauf. Landesweit empören sich Menschen und Politiker über die bösen Verkäufer, die aus der Krise mit angeblich überhöhten Preisen Profit schlagen wollen. Staaten beschlagnahmen daher lieber Masken, statt den Markt das Problem lösen zu lassen!

Ja, man bekommt ein ungutes Gefühl, wenn man hört, dass ehemals Centartikel inzwischen für mehrere Euro angeboten und auch verkauft werden. Und ja, es wäre natürlich schöner, wenn sich weltweit Krankenhäuser für Centbeträge mit beliebigen Mengen Schutzmasken  zum Schutz gegen das Coronavirus eindecken könnten. Doch die Wahrheit ist, dass die derzeit durch die Decke schießenden Preise für Masken letztendlich dafür sorgen werden, dass die Versorgungskrise schnellstmöglich gelöst wird. (taugt Südkorea grundsätzlich als Vorbild im Kampf gegen das Virus?)

Hohe Preise garantieren schnellstmögliche Deckung des Bedarfs

Gerade jetzt, in diesem Moment, arbeiten wahrscheinlich hunderttausende Menschen daran, schnellstmöglich eine größtmögliche Anzahl Schutzmasken herzustellen im Kampf gegen das Coronavirus. Dafür werden neue Maschinen angeschafft, bestehende Maschinenparks umgerüstet oder auch ganze Armeen von Arbeitern in Asien an die Nähmaschinen gesetzt. In manchen Fällen geschieht dies sicherlich, weil die Anbieter helfen wollen. Doch glauben Sie mir: Der Großteil tut es, weil es ein wahnsinnig profitables Geschäft ist, eine 5-Cent-Maske für einen Euro zu verkaufen. Und das ist phantastisch.

Der hohe Marktpreis der Masken führt zu einer rapiden Aufstockung der Produktionskapazitäten. Das führt zu einer schnellstmöglichen Deckung des kurzfristigen Bedarfs. Und anschließend führt es auch zu einer schnellstmöglichen Reduzierung der Preise, die aller Wahrscheinlichkeit nach weit unter das Niveau sinken werden, das vor dem Ausbruch des Coronavirus bestand. Und ja, dabei werden die Käufer in der Anfangsphase deutlichst mehr bezahlen müssen als vor einem Jahr. Doch dafür kann der Weltmarkt jetzt mit (fiktive Zahlen) 50 statt 5 Millionen Masken pro Tag versorgt werden. Und sobald der akute Bedarf, der um jeden (!) Preis so schnell wie möglich gedeckt werden muss, befriedigt wurde, werden die Käufer genauer auf den Preis achten und nicht jedes Angebot annehmen.

Große Produktionskapazitäten garantieren schnellstmöglich sinkende Preise

Und da derzeit die meisten Hersteller mit enormen Gewinnmargen operieren, werden sie sehr schnell Rabatte anbieten und sich gegenseitig unterbieten, wenn nicht mehr jede Tagesproduktion mühelos absetzbar ist. Auf einem freien Markt wird sich der Preis für eine Maske daher sehr schnell den Grenzkosten annähern – also den Kosten, die durch die Produktion einer zusätzlichen Maske entstehen. Am Ende haben zwar alle für die ersten dringend benötigten Masken mehr bezahlt als früher. Dafür wurde dieser erste dringende Bedarf aber auch schneller befriedigt als früher und kurze Zeit danach waren deutlich mehr Masken zu üblichen oder sogar niedrigeren Preisen verfügbar.

Sollte der Staat nun aber dazu übergehen, Bestände zu beschlagnahmen oder Preisobergrenzen einzuführen, dann wird dieser Marktmechanismus außer Kraft gesetzt. Welcher Zwischenhändler kauft auf eigene Gefahr Masken in Asien auf Vorkasse, wenn er Gefahr läuft, dass die Ware anschließend beschlagnahmt wird? Ebenso dumm ist die Idee von eBay und Amazon, in Zeiten des Coronavirus Angebote für Masken samt der dazugehörigen Accounts zu löschen. Jetzt sitzen tausende Anbieter auf Masken, die sie aber nicht mehr auf den beiden größten Marktplätzen Europas verkaufen können, nur weil die Preise gegen eBays und Amazons „Moralvorstellungen“ verstoßen. So finden Anbieter und Verkäufer nicht mehr zusammen und den Schaden haben beide Parteien. Diejenigen, die Masken benötigen, kriegen keine und diejenigen, die Masken haben, können sie nicht verkaufen.

Ohnehin scheint das Problem der Versorgung mit Schutzkleidung weniger ein Angebotsproblem zu sein, als vielmehr ein Bürokratieproblem in Deutschland. Wer auch im Angesicht der Notlage auf umfangreiche Zertifizierungen und für die asiatischen Anbieter untypische Lieferbedingungen wie Versand auf Rechnung besteht, der kriegt eben keine Ware. Zum Zuge kommt dann eben der Zwischenhändler, der das Risiko der Vorkasse trägt und sich dieses getragene Risiko mit einer üppigen Gewinnmarge bezahlen lässt.

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Achtung vor der zweiten Abwärtswelle am Aktienmarkt!

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Manuel Koch bespricht im folgenden Video die wirtschaftlichen Aussichten in Folge des Coronavirus. Die Regierungen stützen die Volkswirtschaften mit jeder Menge neue Schulden. Was bedeutet das für die Märkte? Im Interview bezieht der Profi Andre´ Stagge klar Position. Die aktuelle Erholung an den Aktienmärkten sei keine Bodenbildung. Die Kurse seien deutlich schneller gefallen als in den vorigen großen Börsenabstürzen. Daher sei es jetzt völlig normal, dass die Kurse erstmal etwas nach oben laufen. Im Sommer gehe da noch was auf der Abwärtsseite. Wer die nächsten Monate in Aktien investiere, werde keine Gewinne erzielen. Den April solle man eher nutzen um Aktienbestände abzubauen. Ab Ende des Jahres könne man überlegen günstiger in den Aktienmarkt einzusteigen.

Der Rentenmarkt wird von Andre´ Stagge sehr kritisch betrachtet. Man müsse die Haftungsfrage stellen bei den gigantischen Aufkäufen der Schulden durch die EZB. Die Anleihemärkte würden signalisieren, dass noch eine zweite Abwärtswelle bei Aktien anstehe! Liquidität sei ein entscheidender Punkt, weswegen die Notenbanken derzeit so aktiv seien. Maredo, Vapiano etc seien aktuell schon pleite. Man stehe am Anfang einer großen Pleitewelle. Und man könne nicht alle Zombieunternehmen retten. In den guten Jahren sei das große Schuldenproblem bei Unternehmen bereits entstanden. Auch im Video gibt es zwei konkrete Handelsempfehlungen der trading-house Börsenakademie. Die Aktie von Alphabet (Google) könne man jetzt zu aktuellen Kursen kaufen. Auch bei den Aktien von Volkswagen könne man aktuell einsteigen.

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