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DIW-Chef über Steuern und Wirtschaftswachstum Marcel Fratzscher mit abenteuerlichen Aussagen – meine Gegenrede

DIW-Chef Marcel Fratzscher liefert abenteuerliche Aussagen ab über Wirtschaft und Steuern. Da muss man dagegenhalten!

Marcel Fratzscher
Marcel Fratzscher. Foto: Krisztian Bocsi/Bloomberg

Im nachfolgenden Text lesen Sie mehrere aktuelle Aussagen von Marcel Fratzscher, „garniert“ mit meinen persönlichen Anmerkungen und Meinungen. Um gleich mit einer Fehlinterpretation aufzuräumen, die heute auf Social Media kursiert: DIW-Chef Marcel Fratzscher hat heute nicht gefordert, die Mehrwertsteuer von 19 % auf 21 % zu erhöhen. Er hat lediglich gesagt, er rechne damit, dass es sich „die Koalition am Ende leicht machen wird: Sie erhöht die Mehrwertsteuer um zwei Punkte, was 30 Milliarden Euro mehr bringen würde“, so Fratzscher heute gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Aber diese Info ist auch so ziemlich die einzig entlastende Aussage, die wir von FMW heute über Marcel Fratzscher treffen können.

Marcel Fratzscher der links-grüne Vorzeige-Ökonom

Als Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wird Marcel Fratzscher nur all zu gerne in Talkshows eingeladen und von linken Parteien sowie linksgerichteten Medien als Referenz für ihre Ideenwelt herangezogen. So dürften seine sonstigen heutigen Aussagen mal wieder als „glänzende Grundlage“ dienen für Links-Grüne, die noch mehr Abgaben, noch mehr Umverteilung, noch mehr Belastung für die Bürger wollen.

Zwar lehnt Marcel Fratzscher die Mehrwertsteuererhöhung ab, was auch ich richtig finde. Denn damit würde man all diejenigen Bürger belasten, die jetzt schon ihr volles Einkommen in den Konsum pumpen müssen, weil am Ende des Geldes noch ein Rest vom Monat übrig ist. Ich hatte gestern einige meiner Ideen aufgelistet, wie man unter anderem Bürger schnell entlasten kann, wie eine Absenkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel auf 0 %. Aber das nur am Rande.

Ohne Einwanderung kein Wirtschaftswachstum mehr?

Marcel Fratzscher ist laut heutigen Aussagen doch tatsächlich der Meinung, dass es in Deutschland gar kein nennenswertes Wirtschaftswachstum mehr geben wird, aufgrund des Demografieproblems. Hier darf man annehmen, dass dies ein eleganter Weg ist, um eine massive Einwanderung zu fordern. Denn nur so bekäme man nach Fratzscher´s Logik wieder überhaupt nennenswertes Wirtschaftswachstum? By the way: Seit 2019 ist die Volkswirtschaft (BIP) in Italien um ordentliche 6 % gewachsen, während es hierzulande 0,2 % waren. Und das, obwohl Italien die selben Demografieprobleme hat wie Deutschland. Wachstum geht also auch mit Demografieproblem! Notwendig dafür wären beispielsweise Strukturreformen bei Steuern, Bürokratie, Arbeitsmarkt, Energie usw. Aber genau das wollen linke Ökonomen wie Herr Fratzscher offenkundig nicht. Stattdessen gibt man sich in immer neuen Forderungen nach höheren Steuern hin.

Höhere Belastungen für die Bürger

Marcel Fratzscher fordert heute konkret höhere Steuern und den Abbau von Subventionen. Minijobs sollen abgeschafft werden (massive Beschneidung der Flexibilität für Millionen Arbeitnehmer). Auch soll das Ehegattensplitting abgeschafft werden, die Steuerbefreiung von Kerosin und die Pendlerpauschale abgeschafft oder zumindest gekürzt werden. Hier wird auch der Klimaschutz als Argument vorgeschoben. Drei Maßnahmen, bei denen es um Milliarden an Einnahmen für den Staat geht. Damit schafft Marcel Fratzscher weitere Argumentationsgrundlagen für deutlich höhere Abgabenbelastungen für den Durchschnittsbürger. Das Narrativ, dass Links-Grüne und ihre ökonomischen Vordenker die Reichen belasten und die normalen Bürger entlasten wollen, wird damit mal wieder entblößt.

Marcel Fratzscher über die Grundsteuer

Aber das beste haben wir uns bis zum Schluss aufgehoben. Marcel Fratzscher fordert eine höhere Grundsteuer. Und die Begründung ist der Oberknaller. Eine höhere Grundsteuer, die den Immobilieneigentümern aufgedrückt und dann letztlich von den Mietern bezahlt wird, soll seiner Aussage nach den Anreiz erhöhen, eine Immobilie zu entwickeln und wirtschaftlich zu nutzen. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Die große Masse der Immobilieneigentümer hierzulande arbeitet mit verschwindend geringen Objektrenditen. Was soll dann dank höherer Grundsteuer besser „entwickelt“ werden? Ein verschwindend geringer Teil der Vermieter, die ihre Objekte leer stehen lassen, sollen damit offenbar zum Vermieten animiert werden – gleichzeitig würde die höhere Grundsteuer aber Millionen Wohnungsmieter belasten, die über ihre jährliche Nebenkostenabrechnung noch mehr zahlen. Soweit scheint Marcel Fratzscher nicht zu denken, oder will er es nicht? Oder weiß er als „hoch angesehener“ Ökonom gar nicht, dass die Grundsteuer von den Vermietern auf die Mieter abgewälzt wird? Weiß Fratzscher grundsätzlich nicht, dass höhere Kosten auf die eine oder andere Weise letztlich immer vom Endverbraucher getragen werden müssen?

Von daher wäre es grundsätzlich einfach besser, nicht ständig neue und höhere Abgaben zu verlangen, sondern sie zu senken. Entlastung im Gesamtsystem, das wäre eine dem Wirtschaftswachstum förderliche Maßnahme! So lautet meine bescheidene Meinung als Nicht-Ökonom, der nicht in Talkshows eingeladen wird.

Interessiert Sie eine weitere „volle Dröhnung“ Fratzscher? Dann klicken Sie bitte hier. Wir hatten im Juli 2025 exklusiv recherchiert und im Detail nachvollzogen, wie Marcel Fratzscher Aussagen zu Klima und Wirtschaft falsch dargestellt hatte.



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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3 Kommentare

  1. Ihren Artikel gelesen, zur Ablenkung von diesem politischen Irrsinn auf YT Gerhard Polt aufgerufen. Wie passend: „Ich kann doch nicht immer im Leben tolerant sein. Ich muss doch auch irgendwann einen Standpunkt haben. Ich muss doch mal Nein sagen können.“

  2. Für den Fall, daß die von der Bundeskanzler Friedrich Merz-Bundesregierung/Koalition im Koalitionsausschuss am 13.11.25 vereinbarte Senkung der Luftverkehrssteuer ab dem 01.06.26 auch tatsächlich beschlossen wird, entstünde zum einen eine Reduzierung der Wettbewerbsverzerrungen am Lufthansa-Heimatmarkt Luftverkehrsstandort Deutschland, da an den Heimatmärkten der Arabische Liga-Luftfahrtallianz Arab Air Carriers Organization keine Luftverkehrssteuer berechnet wird. Desweiteren würde das Flottenerneuerungsprogramm des Kranich-Konzerns steuerlich unterstützt.

  3. Ich hatte gestern ein interessantes Zufallsgespräch mit zwei netten Menschen, beide formal hochqualifiziert: ein Wähler der AfD, eine Wählerin der Linken. Beide waren in den Meinungen und Zielen ganz eng beieinander, aber beiden fehlte das wirtschaftliche Verständnis für eine Wegbeschreibung.

    Wirtschaft und Finanzen sind nirgends ein Hauptfach, aber in Deutschland schießen wir den Vogel nun wirklich ab. Leute wie dieser Herr Fratscher bedienen einfach nur die Politik mit Gefälligkeitsaussagen.
    Dazu verschweigen die Massenmedien den Ernst der Lage. Wenn man ein Fiat-Geldsystem hat, benötigt man Wirtschaftswachstum. Das ist nicht „nice to have“, sondern absolutes MUSS.
    Und dazu muss die Staatsquote eben sinken.

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