Die EZB brauche eine neue Geldpolitik, und müsse von ihrem 2 % Inflationsziel abrücken, so sagt es aktuell Marcel Fratzscher, der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Vorsichtig formuliert: Herr Fratzscher genießt eine zweifelhaften Ruf. Bereits 2017 bezeichnete die FAZ ihn als „Claqueur der SPD“. Auch wir auf FMW haben ihn bereits öfters kritisiert. Schulden machem, Geld drucken? Gar kein Problem? 2021 sagte er, die „grüne“ Inflation sei willkommen und notwendig. Auch findet er es gut, wenn die energieintensive Industrie Deutschland verlässt. Mit seinem aktuellen Vorstoß will Marcel Fratzscher offenbar den Weg ebnen, dass eine höhere Verschuldung bei den Euro-Staaten und eine weitaus höhere Inflation das neue Normal werden.
Marcel Fratzscher: EZB-Ziel für Inflation von 2 % auf 4 %
Seit Jahren hat die EZB wie auch viele andere Zentralbanken 2 % als Inflationsziel ausgegeben. Ist die Inflation zu hoch, werden Zinsen erhöht, um die Inflation runterzubekommen Richtung 2 %. Ist die Inflation zu tief, werden Zinsen gesenkt und Geld gedruckt, damit die Inflation wieder auf 2 % steigt. Jetzt aber sagt Marcel Fratzscher in einem Gastbeitrag im Handelsblatt, die EZB solle ihr Inflationsziel von 2 Prozent auf 3 oder 4 Prozent erhöhen. Eine Inflationsrate von 4 Prozent ist laut Marcel Fratzscher „wirtschaftlich nicht schlechter als eine von zwei Prozent“.
Zentralbanken könnten seiner Aussage nach dadurch besser auf große Schocks und Krisen reagieren, weil sie mehr Spielraum für Zinssenkungen hätten und unkonventionelle Maßnahmen, wie Ankäufe von Staatsanleihen mit negativen Nebenwirkungen, besser vermeiden könnten. Auch solle die EZB laut Marcel Fratzscher ihr Ziel aufgeben, ihr Inflationsziel mittelfristig zu erreichen. Wie auch Pandemie und Energiekrise zeigen würden, so sei eine Rückkehr zur Preisstabilität innerhalb von ein bis zwei Jahren nach großen, globalen Schocks häufig unrealistisch oder schädlich.
Kommentar: Wer die Zeche zahlt
Man sieht ganz klar: Marcel Fratzscher will eine große dauerhafte „Lockerung“ der Geldpolitik erreichen. Und es geht ihm nur vordergründig darum, mehr Flexibilität für Krisen zu gewinnen. Es geht um mehr Schulden für Staaten, damit Regierungen mehr Geld für ihre Projekte zur Verfügung haben. Bei 4 % Inflation als neuem Normalzustand für die EZB und gleichzeitig sinkenden Zinsen gäbe es Gewinner und Verlierer: Die Staaten in der Eurozone mit viel Kreditbedarf könnten sich auch bei höherer Inflation zu sehr günstigen Zinsen neu verschulden. Die Zeche zahlen würden die Sparer – denn eine hohe Inflation entwertet ihre Guthaben, gleichzeitig erhalten sie aber zu wenig Zinsen, um dies auszugleichen.
Und die Zeche zahlen auch die Verbraucher durch hohe Preissteigerungen im Supermarkt! Gewinner wäre vor allem der Staat, der sich erstens günstig finanzieren kann, und zweitens sorgt eine hohe Inflation für eine schnellere Entwertung der hohen vorhandenen Staatsschuld. Und eine hohe Inflation sorgt natürlich auch für höhere Steuereinnahmen! Ebenso profitieren könnten natürlich Kreditnehmer, die dauerhaft in den Genuss niedriger Kreditzinsen kommen. Man darf sagen: Dieser Vorschlag von Marcel Fratzscher entspricht exakt der links-grünen Agenda. Mehr Schulden sind kein Problem, mehr Inflation ist kein Problem. Einfach nur noch auf Pump leben, irgendwie wird es schon weiter gehen. Das Entscheidende bei dieser Agenda ist, dass irgendwoher unbegrenzt Geld kommen soll, damit bestimmte politische Traumprojekte realisiert werden können. In diesem Fall dürfte es um die große „Grüne Transformation“ gehen. Egal wie teuer es wird, egal woher das Geld kommt, egal wer am Ende die Zeche zahlt – es soll Geld fließen.
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Moin, moin,
dieses System aus immer mehr Schulden, um damit Ideologien zu bezahlen wird nicht funktionieren. Die Schulden von heute sind der Konsumverzicht von morgen. Aber man darf m.E. bei Rot-Grünen keine wirtschaftliche Rationalität unterstellen. Darum geht es denen auch nicht. Sie haben ihre „Projekte“ und die wollen sie umsetzen. Davon sind diese „Politiker“ gesessen, wie Putin von der Einnahme von Kiew.
Wie löst sich damit das Problem zwischen realer Welt und links-grüner Traumwelt? Ganz einfach. Entweder die Wirtschaft und oder der Bürger stirbt bei diesem Versuch oder der links-grüne Traumverein wird aus der Regierung entfernt (im Notfall auch gegen des Willen).
Die Frage, die sich stellt, ist doch, wie viel Unvermögen darf in einer Regierung vorhanden sein, ohne dass jemand eingreift?
die enteignung der kleinen leute soll offensichtlich weiter fahrt aufnehmen, wenn es nach dem deutschen wirtschaftsministerium und deren berater geht. offensichtlich hat man auf der linken seite des spektrums nicht mal mehr scham davor diesen plan offen anzusprechen.
die unter-/mittelklasse amis haben es schon geschnallt (weil aufgrund des schlechteren sozialnetzes am eigenen leib schon bemerkt) und dementsprechend gewählt – es bleibt allerdings abzuwarten wie der orangene seine versprechungen einlösen möchte. das geht tatsächlich vermutlich nur über den weg dessen marketingmann/testimonial musk ist. backup: im fall des scheiterns kann man es ihm auch noch umhängen. das bedeutet wenn trump das tatsächlich durchzieht zwar ein ende mit schrecken in einer rezession, aber wenigstens kein schrecken ohne ende in der stagflation, die ein herr fratz scher offensichtlich propagiert.
der markt glaubt derzeit nicht mal 20% der ankündigungen von trump bzw. tut er zumindest so, vermutlich um die jahresperformance ytd irgendwie über die runden zu bringen. mal sehen wie es dann spätestens ab dem jahreswechsel aussieht.
Ein Artikel über die geistigen Ergüsse von Herr Fratscher zu schreiben, kann man machen. Aber was sagt das über den Autor?
Schauen Sie auch Dschungelcamp?
Kennt der Deutsche doch schon: Der Mangel wird einfach zur Normalität erklärt, dann gibt man dem Ganzen noch eine kämpferische oder Weltrettungs-Note und diskreditiert Jeden, der sich oppositionell äußert, als XY.
Kennt man z. B. von Covid (Isolation ist Solidarität) oder den hohen Energiekosten (einfach einen Pullover mehr anziehen und Waschlappen nutzen). Funktioniert allerdings nur bei den braven Soldaten in der europäischen Kernzone so richtig gut.
Die Realität könnte Fratschello Fratschelinissimo mit seinen Vorschlägen einholen. Friedrich Merz will ja die Sparguthaben „heben“ und damit massiv Geld ins System pumpen. Frankreich, Italien, Begien ect stehen am Rand der Pleite. Die EZB wird die Zinsen trotz weiterer Geldschwemme über Schulden senken. Werden die Zoll-Drohungen von Trump umgesetzt, wird die EZB die europäische Wirtschaftskrise ebenfalls mit Gelddrucken zu beeinflussen suchen, was nicht gelingen wird. Die Politiker könnten/werden uns dann vorgaukel, dass 4% Inflation ganz normal sind und deshalb müssen die Zinsen nicht wesentlich angehoben werden. Der Weg Argentiniens vor Milei ist für Europa vorgezeichnet.
Natürlich müssen „die kleinen Leute“ die Zeche bezahlen.
War das jemals anders?
Die Regierenden können dann so tun, als wenn die Inflation bekämpft wird, während die Menschen Schritt für Schritt enteignet werden. Schuldige für die Inflation sind leicht zu finden, wie z. B. Corona, Putin, Ukraine-Krieg, Sprengung von N1 u. N2 , die AfD, usw. Jetzt wird bald Trump, seine Zollpolitik, der Konflikt um Taiwan, usw. Thema sein. Auch eine ganze Menge Gründe, die heute noch Gelächter erzeugen würden, wenn sie genannt würden.
Es werden z. B. auch weiter Millionen Menschen nach Deutschland kommen, von denen 90% Analphabeten sind, und nach 5 Jahre (wenn sie dann den deutschen Pass haben) ihre Familie nachholen werden.
Nur eines ist sicher: Es wird alles sehr, sehr teuer werden.
Mal sehen wieviel von den 15 Millionen Leistungsträgern dann noch in Deutschland sein werden, die dafür sorgen, dass der Wohlstand noch bezahlt werden kann.
Oder anders herum: Wieviel Menschen sind dann in Deutschland, die davon leben wollen, was eine abnehmende Anzahl von Leistungsträgern im Wettbewerb an den Weltmärkten noch verdienen kann.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Eieiei, so schnell hat mich selten einer früh morgens zum Speisen gebracht (gerade in den USA hier ist es morgens).
Echt heftig welche Menschen auch noch Einfluss bei uns haben…..
Wenn Marcello Fratze spricht und Seinen Regierungsmist preisgibt hat das für mich ungefähr den gleichen Nährwert als wenn Alena Buyx bei Corona über Ehtik philosophiert.
Meine Betriebsrente wird jährlich um 1% erhöht. Hierfür kann der ehemalige Arbeitgeber bzw. seine Rentenkasse sich nach dem Betriebsrentengesetz entscheiden, statt einer angemessenen Erhöhung unter Darlegung seiner wirtschaftlichen Verhältnisse. Die Rentenerhöhungen blieben damit um 75% hinter der Inflation zurück. Danke, Herr Frartzscher, für nix.
So eine hohle Birne, die Inflation trägt doch die Hauptschuld an der Flaute in Deutschland. Wenn die Preise über einen längeren Zeitraum stabil bleiben, dann wird das wieder Vertrauen schaffen.
Papperlapapp! Was dieser Herr kann, kann ich schon lange, und zwar besser. Ich schlage der kommenden Regierung (also quasi mir selbst, s. u..) vor, die MwSt (selbstverständlich auch für Lebensmittel) auf 50% zu erhöhen. Dann wird diesem undankbaren Pöbelpack endlich mal gezeigt, „wo der wirkliche Hammer hängt“, und die Regierung kann verdientermaßen endlich mal RICHTIG im Steuergeld baden; also eine absolute „Win-Situäischen“.
P.S. Flugbenzin bleibt natürlich steuerfrei! Kanzlerkanditatur geht demnächst raus.
Wenn der immer goldrichtig liegende Kontraindikator Fratscher sagt das Inflationsziel muß von 2 auf 4% angehoben werden wäre es das genau Richtige das Inflationsziel (wieder) von 2 auf 0% zu bringen (Geldwertstabilität).