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Mario Draghi: Bekanntgabe vom Ende der Anleihekäufe für 2018 wohl in wenigen Wochen

Dass die EZB ihre gigantischen Anleihekaufprogramme (momentan sind 2 Billionen Euro aufgelaufen) im Jahr 2018 auch wirklich einstellen wird, ist mehr als wahrscheinlich. Unklar ist allerdings, ob es ein…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Dass die EZB ihre gigantischen Anleihekaufprogramme (momentan sind 2 Billionen Euro aufgelaufen) im Jahr 2018 auch wirklich einstellen wird, ist mehr als wahrscheinlich. Unklar ist allerdings, ob es ein abruptes Ende oder ein langsames Zurückfahren der Kaufvolumen geben wird. Laut „WSJ“ wird EZB-Chef Mario Draghi wohl zum ersten Mal seit drei Jahren wieder an der jährlichen Notenbanker-Tagung in Jackson Hole in den USA teilnehmen.


EZB-Chef Mario Draghi. Foto: EZB

Dort soll er angeblich verkünden, wann und wie genau im nächsten Jahr das Ende der Anleihekäufe stattfinden wird. Es gibt aber auch Marktgerüchte, wonach sich die EZB für ihre Verkündung bis September Zeit lässt. Angeblich überlegen Notenbanker noch, ob man die ökonomischen Daten der nächsten Wochen abwartet, was Daten wie die Inflation angeht.

Auch wenn der Markt sich langsam darauf einstellt. Eine offizielle Verkündung durch Mario Draghi, dass die Anleihekäufe tatsächlich eingestellt oder nach und nach reduziert werden, dürfte an den Märkten dennoch für Bewegung sorgen. Einerseits könnte es für den Euro weiter nach oben gehen, da dank weniger neu gedrucktem Geld auch die Verwässerung der Währung ein Ende hätte. Und zweitens gäbe es Verwerfungen an den Anleihemärkten. Denn Märkte nehmen Ereignisse immer frühestmöglich vorweg.

Auch wenn die EZB als Anleihe-Nachfrager erst in 6 Monaten ausfällt, so würde der Markt dies jetzt schon berücksichtigen. Anleihekurse würden wahrscheinlich spürbar fallen, und die Renditen somit automatisch steigen. Aber halt. Gerade erst heute sagte der Vertreter der lettischen Notenbank bei der EZB während einer Rede die Anleihenkäufe könnten noch Jahre so weitergehen aufgrund der schwacher Inflation. Aber das muss nicht zwingend etwas bedeuten, weil einzelne Stimmen ja immer von der Mehrheitsmeinung im EZB-Rat abweichen können.

Wir hatten vor Kurzem bereits darüber geschrieben, dass die EZB das baldige Ende der Anleihenkäufe wohl nicht ganz unfreiwillig starten wird. Denn sie hat das Problem schlicht zu wenige Anleihen aus bonitätsstarken Ländern wie Deutschland kaufen zu können. So liegt die Notenbank mit den Käufen finnischer Anleihen bereits sechs Monate im Rückstand, für deutsche Anleihen mit drei Monaten, für holländische Anleihen mit zwei Monaten. Es ist schlicht nicht mehr genug kaufbares Volumen vorhanden gemäß den EZB-Regeln. Maximal 33% einer einzelnen Anleihetranche kauft man auf.

Wie gut, dass da die EZB kürzlich die selbst gesetzten Regeln aufweichte, indem sie sich „mehr Flexibilität“ beim Kapitalschlüssel zubilligte! Das bedeutet: Man kann kurzfristig von dem Kapitalschlüssel abweichen, muß ihn aber trotzdem langfristig einhalten. Also kauft die EZB als Ersatz für die zu wenig gekauften Anleihen aus Deutschland, Finnland und Holland – wo man sich schon sehr stark an die 33%-Grenze annähert und daher Zurückhaltung üben muß – umso mehr Anleihen Österreichs, Belgiens und vor allem Frankreichs und Italiens. Denn diese Länder emittieren zur Refinanzierung ihrer Schulden mehr Anleihen, besonders Frankreich und Italien.

Offiziell soll das QE der EZB Ende 2017 enden – aber faktisch ist das Programm schon jetzt am Ende, weil es nicht gelingt, die Anleihen der drei bösen, weil so bonitätsstarken Länder zu kaufen. Mithin kann die EZB also nach Dezember 2017 gar nicht weiter machen mit ihrem QE. Von daher ist es schon sehr wahrscheinlich, dass die Verkündung des QE-Endes in den nächsten Wochen erfolgt.

Jackson Hole findet vom 24.-26. August statt, also nur zwei Wochen vor der EZB-Sitzung am 7. September. Dieser Zeitraum kann daher für Anleihen, Devisen und Aktien sehr interessant werden. Zumal: Vor drei Jahren bei seinem letzten Besuch in Jackson Hole gab Mario Draghi den ersten Hinweis für den Start seines Anleihekaufprogramms für Staatsanleihen. Es wäre nun die selbe Veranstaltung, wo er den ersten Hinweis für das Ende des Programms verkünden würde.

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    walter

    13. Juli 2017 16:44 at 16:44

    Schoen,wie sich die fuehrenden Notenbanken der Welt,wieder an einem Strang ziehen.
    Der Japse fehlt noch…
    Im September will Draghi „verkuenden“…gut,dann weiss man ja,was im Okt.geschehen wird!

  2. Avatar

    gerd

    13. Juli 2017 17:21 at 17:21

    „So liegt die Notenbank mit den Käufen finnischer Anleihen bereits sechs Monate im Rückstand, für deutsche .. drei, für holländische zwei Monate.
    Es ist schlicht nicht mehr genug kaufbares Volumen vorhanden gemäß den EZB-Regeln.“

    Schön und gut. Und welche Bedeutung soll das für das Zinsniveau haben – und im Gefolge für die Aktien? Darauf kommt es schließlich an.
    Nicht wer wieviel von wem kauft oder warum nicht.

    Bemerkenswert ist, das genau die drei genannten Staaten (trotzdem oder gerade deshalb)
    die niedrigsten Zinsen haben. Finnland hat sogar die aller niedrigsten – obwohl dort anscheinend die ankaufbaren Anleihen am knappsten sind, gemessen am Rückstand der Aufkäufe.

    Bitte mal drüber sinnieren.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      13. Juli 2017 17:32 at 17:32

      @Gerd, Sie scheinen das nicht ganz zu verstehen: wenn die EZB keine oder zu wenig Anleihen (z.B. eines Landes) kauft, dann fehlt am Markt der Walfisch in der Badewanne, der die Renditen der Anleihen nach unten drückt durch sein schieres Gewicht!

      • Avatar

        gerd

        13. Juli 2017 17:37 at 17:37

        Also, dann muss ich mal wieder ne ganz klare Frage stellen, mit der Bitte um eine klare Antwort:

        Wieso sind die Renditen in Finnland so sehr nach unten gedrückt, obwohl dort seit 6 Monaten kein Walfisch mehr in der Wanne schwimmt?

        • Avatar

          walter

          13. Juli 2017 17:44 at 17:44

          Der is gut,lolha ha
          der Walfisch in der Wanne…
          Gerd weiter so…

        • Avatar

          Gixxer

          13. Juli 2017 17:58 at 17:58

          Ich würde es so sehen:
          Der Wal schwimmt natürlich noch in der Wanne, es ist nur seit 6 Monaten kein Wasser, also neue Anleihen hinzugekommen.

          • Avatar

            gerd

            14. Juli 2017 10:32 at 10:32

            Die Antwort gefällt mir sehr gut, Gixxer.

            Es muss nämlich auch gar kein neues Wasser (Anleihen) hinzukommen, um den Wasserspiegel (den Zins) auf dem Niveau zu halten, wo er ist.
            Es darf lediglich kein Wasser abgelassen werden, sprich die EZB darf ihren Bestand nicht reduzieren.

            Zur Überbrückung eines langweiligen DAX-Handels ein Badewannenvideo. Ohne Walfisch, aber dafür auch keine Ente drin.
            https://www.youtube.com/watch?v=lEGgxIW7YFg

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Donald Trump und die Deutsche Bank – hochinteressante Doku

Redaktion

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Von

Warum hat Donald Trump von der Deutschen Bank immer wieder Geld bekommen? Das ist vielleicht die interessanteste Frage, die in der folgenden Doku besprochen wird. US-Banken wollten Donald Trump offenbar kein Geld mehr leihen. Aber die Deutsche Bank tat es, und gab immer mehr Geld, für immer mehr Immobilienprojekte des heutigen US-Präsidenten. Und das, obwohl er vorher zahlreiche Projektpleiten hingelegt hatte. Gab es Sicherheiten aus Russland?

Die Doku beleuchtet im Detail die Beziehungen von Donald Trump nicht nur zur Deutschen Bank, sondern auch wie eng tatsächlich seine Verbindungen zu russischen Geschäftskreisen in New York und in Russland selbst waren. Bisher kam der Präsident selbst bei den Mueller-Ermittlungen in den USA ungeschoren davon. Der Schlüssel liegt wohl in den Geschäftsunterlagen der Deutschen Bank. Wer machte mit wem Geschäfte? Wer hat eventuell Geld gewaschen? Auffällig oft haben russische Käufer bei Trump-Projekten Wohnungen gekauft. Beispielhaft beleuchtet wird dieses Lizenz-System an einem Hochhaus in New York, für das er nur seinen Namen gab, und dafür 18 Prozent der Einnahmen kassierte.

Wusste Donald Trump, dass über seinen Namen und seine Projekte womöglich in gigantischem Umfang Geldwäsche zwielichtiger russischer Kreise abgewickelt wurde? Nachweisen lässt sich bis jetzt definitiv nichts, aber die Dokumentation der Geschäftsabläufe, wie es im folgenden Beitrag gezeigt wird, ist doch sehr aufschlussreich.

Donald Trump im Jahr 2020
Donald Trump

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Immobilienpreise steigen kräftig an – keine Spur von Corona!

Claudio Kummerfeld

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Hausbau

Bei Immobilien ist keinerlei Spur von der Coronakrise zu entdecken. Unfassbar. Die Immobilienpreise klettern weiter nach oben wie in den letzten Jahren auch. Im zweiten Quartal sind die Preise für Wohnimmobilien nämlich im Vergleich zum 2. Quartal 2019 um 6,6 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt heute meldet. Die folgende Grafik zeigt den Häuserpreisindex seit dem Jahr 2015. Es ist keinerlei Einbruch erkennbar in den letzten beiden Quartalen. Nochmal… unfassbar, dass bei 10 Millionen Kurzarbeitern im Höhepunkt der Krise kein Einbruch der Immobilienpreise erkennbar war. Die Statistiker melden aktuell auch, dass die Preise für Wohnungen sowie für Ein- und Zweifamilienhäuser gegenüber dem Vorquartal um 2 Prozent gestiegen sind. Damit verteuerten sich Wohnimmobilien trotz Corona-Krise weiterhin sowohl in der Stadt als auch auf dem Land.

Immobilienpreise klettern mitten in der Coronakrise immer weiter nach oben

Hier weitere Details von den Statistikern im Wortlaut:

Im 2. Quartal 2020 waren in den sieben größten Metropolen (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf) Ein- und Zweifamilienhäuser 6,5 % und Eigentumswohnungen 6,1 % teurer als im Vorjahresquartal. Damit setzte sich der Anstieg der Preise für Wohnimmobilien in Metropolen zwar fort, jedoch weiterhin mit einer abnehmenden Dynamik bei Wohnungen. Für Eigentumswohnungen hatte die Veränderungsrate zum Vorjahresquartal im 2. Quartal 2019 noch 7,9 % betragen, im 2. Quartal 2018 lag sie bei 11 %. In den anderen Großstädten ab 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern stiegen im 2. Quartal 2020 die Häuserpreise um 7,3 % und die Preise für Eigentumswohnungen um 8,2 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. Auch in ländlichen Kreisen wurden Wohnimmobilien im Durchschnitt teurer. So erhöhten sich die Preise für Häuser in dichter besiedelten ländlichen Kreisen um 8,9 % und für Eigentumswohnungen um 5,9 %. In dünn besiedelten ländlichen Kreisen stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 4,8 %, Wohnungen verteuerten sich um 6,6 %.

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US-Wirtschaft: Warum es ohne KMUs keine Erholung gibt

Hannes Zipfel

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am

US-Wirtschaft ist angewiesen auf Arbeiter bei den KMUs

Die kleinen und mittleren Unternehmen sind für die US-Wirtschaft von besonderer Bedeutung. Sie stellen einen Großteil der Arbeitsplätze, stehen aber vor enormen Herausforderungen und viele sogar vor dem Aus. Ohne die KMUs wird es keine nachhaltige Erholung und erst recht keinen Wirtschaftsboom in den USA geben.

US-Wirtschaft braucht dringend neue Finanzhilfen

Als Steven Terner Mnuchin (Rep.), seit Februar 2017 US Finanzminister, am Dienstagnachmittag vor dem US-Repräsentantenhaus vom kommenden Boom der US-Wirtschaft im vierten Quartal schwärmte, muss dem ehemaligen Chef der Investmentbank Goldman Sachs die zuvor veröffentlichte Umfrage zum Paycheck Protection Program (PPP) seines früheren Arbeitgebers entgangen sein. Das Ergebnis der Umfrage kontrastiert die Jubelstimmung, die auch von seinem Amtskollegen Olaf Scholz (SPD) in Deutschland immer häufiger zu vernehmen ist.

Nüchterner war da schon die dringende Empfehlung des US-Notenbankchefs Jerome Powell an die Abgeordneten im US-Kongress, die kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) des Landes mit zusätzlichen fiskalischen Maßnahmen zu unterstützen, da ansonsten eine nachhaltige Erholung der US-Wirtschaft nicht möglich sei.

Gemäß der jüngsten verfügbaren Daten gab es in den USA im Jahr 2019 gut 31 Millionen Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Diese sogenannten „Small Businesses“ repräsentieren 99,9 Prozent aller Unternehmen und sind größter Arbeitgeber im privaten Sektor der US-Wirtschaft. Die amerikanischen KMUs schufen im letzten Jahr mehr als 1,5 Millionen neue Arbeitsplätze. Daher ist das Schicksal der kleinen und mittleren Unternehmen bei der Wiederherstellung der wirtschaftlichen Erholung von so großer Relevanz.

Weil das so ist, hat die Trump-Administration Ende April im Rahmen des CARES Act (Coronavirus Aid, Relief and Economic Security Act) das Paycheck Protection Program (PPP) über 659 Milliarden US-Dollar verabschiedet. Das ermöglichte es vor allem kleinen und mittelgroßen Unternehmen, zinsgünstige Privatkredite zu beantragen, um ihren Gehaltsverpflichtungen trotz Coronakrise weiter nachzukommen.

Die Höhe eines PPP-Darlehens entsprach dabei ca. dem Zweieinhalbfachen der durchschnittlichen monatlichen Lohnkosten des Unternehmens. Die Darlehen können neben der Zahlung von Löhnen (Paychecks) auch für Mieten, Zinsen und Nebenkosten verwendet werden. Das Darlehen wurde aber nur dann gewährt, wenn das Unternehmen versprach, die Anzahl seiner Mitarbeiter und die Löhne stabil zu halten. Die ursprüngliche Frist für die Beantragung eines PPP-Darlehens war zunächst der 30. Juni dieses Jahres und wurde später bis zum 8. August 2020 verlängert.

Der PPP-Stimulus läuft aus

Nachdem das Gesetz seit fünf Monaten in Kraft ist, läuft die Hilfe nun aus und kann wegen der Blockade im US-Kongress für ein fünftes Konjunkturpaket nicht aufgestockt und verlängert werden. Das bringt viele KMUs an den Rand des Ruins – ein enormes Problem für die US-Wirtschaft!. Gemäß einer aktuellen Umfrage von Goldman Sachs unter US-KMUs haben 88 Prozent ihre PPP-Kredite bereits vollständig ausgeschöpft. Ein Drittel der befragten Unternehmen sah sich bereits gezwungen, die Löhne zu kürzen oder Entlassungen vorzunehmen. Weitere ca. 30 Prozent gaben an, dass ihnen ohne weitere Finanzhilfen bis zum Ende des Jahres das Geld ausgeht.

Anders als Großkonzerne können sich kleine Unternehmen nicht direkt über den Kapitalmarkt refinanzieren und kommen somit auch nicht in den Genuss der Unternehmensanleihekäufe durch die US-Notenbank (Fed), die in diesem Jahr ein neues Rekordvolumen erreicht haben.

Die auf Banken zur Refinanzierung angewiesenen KMUs haben ein weiteres, sich verschärfendes Problem: Wegen der anhaltend schlechten geschäftlichen Situation, aufgebrauchter Rücklagen und ausgeschöpfter Kreditlinien sind die Perspektiven für viele potenzielle Kreditnehmer so schlecht, dass die Banken sie als zu risikoreich einstufen und weitere Kredite verweigern. Schattenbanken, v. a. Hedgefonds, die in diese Lücke springen, verlangen dem Risiko angemessene hohe Zinsen, die für die in Not geratenen KMUs nicht zu stemmen sind.

Da gleichzeitig die im Sommer vom US-Finanzministerium an US-Bürger mit geringen und mittleren Einkommen verteilten Schecks in Höhe von 1.200 US-Dollar pro Person zunehmend eingelöst und aufgebraucht sind, haben viele Kleinunternehmer, Soloselbstständige und Freiberufler auch immer stärker eingeschränkte private Finanzspielräume.

US-Wirtschaft mit Entlassungswelle ab 1. Oktober

Ohne neue Fiskalstimuli droht der US-Wirtschaft im Abschlussquartal eine sich wieder verstärkende Entlassungswelle. Zumal ab 1. Oktober auch die US-Fluggesellschaften trotz vorheriger finanzieller Unterstützung aus dem PPP wieder Massenentlassungen vornehmen dürfen und dies auch bereits für Anfang Oktober angekündigt haben. Allein die größte US-Fluggesellschaft American Airlines will ab diesem Stichtag 20 Prozent ihrer Belegschaft abbauen – also jeden fünften Mitarbeiter. Ähnliche Ankündigungen gibt es von der zweitgrößten US-Fluggesellschaft Delta Airlines und kleineren Fluggesellschaften. Damit wird in den USA das nachgeholt, was bei deutschen und europäischen Airlines wie Lufthansa oder Ryanair bereits Realität ist.

Besonders betroffen von dem Auslaufen des PPP sind neben den Branchen Verkehr und Touristik vor allem Gastronomen, Konzert-Veranstalter, Kreuzfahrt Reedereien, stationäre Einzelhändler, Unterhaltungskünstler, Wedding Planner und andere Event-Manager. Besonders in der US-Gastronomie sind viele KMUs tätig. Generell wird der Dienstleistungssektor von KMUs dominiert. Für die US-Wirtschaft hat dieser Sektor eine besondere Bedeutung: 79,4 Prozent aller Erwerbstätigen ist hier angestellt, davon über 90 Prozent bei KMUs (Daten von 2019, Quelle: Statista).

Fazit

Die Indizien verdichten sich, dass es im vierten Quartal entgegen der Beschwichtigungsrhetorik mancher Politiker statt eines Booms einen Pleite-Tsunami und Massenentlassungen in der US-Wirtschaft geben könnte. Das Erschreckende dabei ist, dass diese Entwicklung noch keine zweite Pandemie-Welle berücksichtigt, die den Schaden in der US-Wirtschaft nochmals maximieren würde. Es bleibt für die KMUs Amerikas zu hoffen, wenn aus heutiger Sicht auch unwahrscheinlich, dass sich der US-Kongress nach dem Wahltermin Anfang November schnell auf ein neues, billionenschweres Hilfspaket einigen kann.

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