Folgen Sie uns

Allgemein

Mario Draghi erhält Bundesverdienstkreuz (kein Witz) – der deutsche Sparer gratuliert!

Avatar

Veröffentlicht

am

Nein, wir haben noch nicht den 1. April. Nein, es ist kein bitter böser Scherz. Der ehemalige Chef der EZB Mario Draghi wird am 31. Januar von Bundespräsident Steinmeier das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen. Die Verleihung ist auch schon offiziell terminiert. Ja, da möchte der deutsche Sparer doch gleich mal gratulieren für die Niedrig- und Nullzinsen, und das über Jahre hinweg? Herzlichen Glückwunsch, da hat man sich so ein Bundesverdienstkreuz auch redlich verdient?

Aber Scherz bei Seite. Bekommt Mario Draghi das Bundesverdienstkreuz dafür, dass seine Geldpolitik (2,6 Billionen Euro drucken und Zinsen abschaffen) so gut funktioniert hat, dass er die Wirtschaft stimuliert und die Inflation planmäßig auf 2% gehoben hat? (was ja gar nicht geschehen ist). Nein, es geht natürlich um das „Große Ganze“. Wofür bekommt er denn diese Auszeichnung nun konkret? Man darf spekulieren. Man denke da zum Beispiel an die Worte an Angela Merkel bei der Verabschiedung von Mario Draghi als EZB-Präsident Ende letzten Jahres. Er habe die Eurozone erfolgreich durch die Schuldenkrise geführt. Die Währungsunion sei durch Draghi gestärkt worden etc.

Lesen Sie hier nochmal unseren „Abgesang“ auf Mario Draghi aus November 2019.

Dass Mario Draghi das Gebilde namens Eurosystem letztlich nur durch brutales Gelddrucken künstlich am Leben gehalten hat? Egal, wen interessieren in der hohen Politik schon die „kleinen Details“? Dass dank der von Mario Draghi abgeschafften Zinsen die Südländer nur künstlich überleben können, kein Wort dazu. Egal. Dass Banken, Pensionskassen, Versicherungen etc massivste Probleme haben dank Draghis Politik, egal. Dass die Rentensysteme dank ihm dramatisch in die Krise rutschen, egal. Das oberflächlich betrachtete Ergebnis zählt. Es geht ja schließlich um eine Auszeichnung. Dass das Gebäude dahinter (die Eurozone und das EZB-System) wacklig und morsch ist, dass Banken, Staaten etc sich nun wie bei einer Droge an Gelddrucken und Nullzinsen gewöhnt haben und nicht mehr davon loskommen können – alles egal. Mario Draghi bekommt sein Bundesverdienstkreuz, für seine Verdienste!

Mario Draghi erhält am 31. Januar das Bundesverdienstkreuz
Mario Draghi im Oktober 2019. Foto: EZB CC BY-NC-ND 2.0

18 Kommentare

18 Comments

  1. Avatar

    franko33

    22. Januar 2020 12:04 at 12:04

    Diese Nachricht ist ein Hammer !

    Dennoch,man muß zweimal hinschauen,denn das zeigt einmal mehr,wie „unsere“
    Bundesregierung denkt und handelt.
    Nun gut sie sind gewählt – gerade auch von denen,die fünf-und sechsstellige
    Beträge auf ihren Giro-und Lebensversicherungskonten haben.

    • Avatar

      Claudia

      31. Januar 2020 20:16 at 20:16

      @Franko33, @Koch
      Wie kommen Sie beiden eigentlich auf die Schnapsidee, dass die Regierung etwas mit der Verleihung oder der Nominierung zu tun hat? Vorschläge können auch Sie beide einreichen, über die Nominierung und Verleihung entscheiden hochdekorierte Staatsmarionetten bis hinauf zum Bundespräsidenten.

      Damit, wie unsere Regierung denkt und handelt, hat das nicht das Geringste zu tun. Was nicht heißen soll, dass ich das gut heiße. Aber was Sie beide hier ganz öffentlich von sich geben, ist vergleichbarer Sondermüll auf dem Parallelgleis.

  2. Avatar

    Koch

    22. Januar 2020 12:48 at 12:48

    Mission accomplished,Grokoparteien!Euer,verdienter Sturz unter die 5% Hürde, findet durch solche Aktionen immer mehr Befürworter.Es ist unfassbar enttäuschend,welchen extrem minimalen Stellenwert diese Regierungskomparsen der eigenen Bevölkerung,zugestehen.Ich würde mich noch gerne mehr und einhergehender mit diesem Thema befassen,muss aber an meinen Blutdruck denken und deshalb abbrechen.

  3. Avatar

    Reger

    22. Januar 2020 19:14 at 19:14

    Es bekommt ein europäischer Mitbürger das Bundesverdienstkreuz, der früher für ein amerikanisches Finanzunternehmen gearbeitet hat, dort den Griechen geholfen hat in die Eurozone zu kommen mit mords Fälschungen der Zahlen, der die deutschen Sparer ausbeutet mit seiner Niedrigzinspolitik, die nur den „armen“ südeuropäischen Ländern hilft und Finanz- und Immobilienblasen bei uns generiert. Bravo! Welcher Vollhonk hat denn das vorgeschlagen! Ich sag ja immer wieder, wir leben in einer demokratischen Diktatur!

  4. Avatar

    Michael

    22. Januar 2020 21:02 at 21:02

    Wer will denn schon das Bundesverdienstkreuz von dieser Regierung verliehen bekommen? Man sehe es als einen Orden der Schande und Misswirtschaft oder als einfaches Abschiedsgeschenk an. Würden Sie es wollen? Ich würde darauf spucken. Entschuldigung, husten oder niesen, um nicht als Vaterlandsverräter zu gelten. Aber Scherz beiseite, man darf spekulieren.

    • Avatar

      Koch

      23. Januar 2020 10:21 at 10:21

      Da scheint was dran zu sein,Michael.Ich habe die Bundesverdienstkreuz(ver)leihe fälschlicherweise wohl ohnehin viel zu hoch gehängt.Immerhin ignorieren die Hauptnachrichten unserer,massiv unterfinanzierten Pflichtmedien dieses Thema gänzlich(soweit mir bekannt)Wird eben Zeit dass Klausi Kleber das Heute Journal auf Linie trimmt!Hoffentlich dauert das nicht mehr lange,bevor die Bürger falsche Schlussfolgerungen ziehen und verunsichert werden(de Maiziere Weisheit!)

    • Avatar

      Stefan

      31. Januar 2020 06:56 at 06:56

      So eine „Auszeichnung“ für einen wie Herrn Dragi, der der ganzen Euro-Zone nichts als warme Luft ohne Geruch verkauft hat, der Deutschland quasi im Alleingang finanziell in die Insolvenz gezupft hat, Millionen von deutschen Sparer um ihre Vermögen geprellt hat, so erinnert bekommt eine Auszeichnung in dieser Form? Ich packe es nicht mehr, wenn du denkst, es geht nicht tiefer zu fallen, dann kommt die deutsche Politik daher und setzt dem noch eine Krone auf

  5. Avatar

    Lausi

    23. Januar 2020 00:54 at 00:54

    Droghi wird natürlich für seine drei großen Worte (whatever it takes) mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Sollte der Euro einmal nicht mehr existieren, kann es ihm ja wieder aberkannt werden. Bei der Verleihungs-Zeremonie sollte dann am besten dieses Video abgespielt werden: https://youtu.be/gOsM-DYAEhY

    Mal sehen für welchen Spruch dann Lagarde ausgezeichnet wird – vielleicht für „the winner takes all“? 😉

  6. Avatar

    Anton Baumgartner

    31. Januar 2020 18:48 at 18:48

    Nur weiter so SPD und die übrige Politik, der Bürger vergißt nicht so schnell!!

    • Avatar

      leftutti

      31. Januar 2020 20:41 at 20:41

      @Anton Baumgartner, SPD derzeit bei etwa 13%. Wer, was und wie viele sind die übrige Politik? Übrig von wem oder was? Denn damit etwas übrig bleibt, muss es sich von dem explizit definierten Rest unterscheiden.

      Meinen Sie die ähnlich jämmerlichen 13% sich mehr und mehr zerfleischenden, erodierenden und planlosen Neukonservenbüchsen? Vermutlich nicht, denn die vergessen schneller, als sie konstituieren können. Da auch „volksnahe“ Politiker Bürger sind, fallen diese also weg. Welcher Bürger vergisst nicht so schnell (mit zwei bis drei Ausrufezeichen)?

      • Avatar

        md

        1. Februar 2020 02:44 at 02:44

        @leftutti, könnte er vieleicht die arbeitnehmer meinen welche früher 2,3 oder 4 tausend im monat verdient haben und dank der gesetze der ( ehemaligen ) arbeitnehmerpartei spd und den grünen jetzt nur noch die hälfte in personalleasing firmen verdienen trotz gleichem beruf und firma.
        ich muss dir immer auf die sprünge helfen mein freund. 🙂

      • Avatar

        Anton Baumgartner

        1. Februar 2020 09:35 at 09:35

        „leftutti“; gemeint sind diejenigen Politiker die sich in der Bundesregierung befinden um diese Entscheidung (durch Politikerversagen) herbeizuführen. Derjenige vergißt nicht so schnell, welcher durch seine private Altersvorsorge (nach Empfehlung unserer damaligen Regierung mit einem Herrn Riester) vehement betrogen wurde und immer noch betrogen wird. Das Thema priv. Altersvorsorge ist wohl an der EZB gescheitert aber noch nicht vorbei und außerdem gibt es noch keinen adequaten Ersatz dafür für den Arbeitnehmer. Wenn etwas nicht funktioniert, sollte man den Schaden eigentlich beheben, aber auf diesem Ohr scheint unsere gewählte Elite Taub zu sein!

  7. Avatar

    Rolf Babon

    1. Februar 2020 09:50 at 09:50

    Das ist ein Schlag ins Gesicht der deutschen Sparers. Herr Steinmeier sollte sofort von seinem Amt zurücktreten. Er ist eine Schande für unser Land.

  8. Avatar

    Kakadus

    1. Februar 2020 10:04 at 10:04

    Der Plagiatschteini😂
    Bundesverdienstkreuz für Supermario von einem Sozi.
    Braucht da jemand einen Job im Finanzsektor nach dem man als Moralapostel, oberster Repräsentant undveine Witzfigur ausgedient hat?
    Der deutsche Sozialismus ist so scheinheilig und lächerlich.

  9. Avatar

    H. Hofmann

    1. Februar 2020 14:51 at 14:51

    Da sieht man wieder wie unsere ach so tollen Berufs-Politiker die selber
    noch nie gearbeitet haben und dem Staat nur auf der Tasche liegen ticken.
    Und das schlimme daran es werden immer mehr und das muss bezahlt werden so kann man Steinmeier ja auch verstehen, sie wollen ja auch weiterhin Ihre Diäten selber erhöhen und das muss bezahlt werden (und auch die fetten Pensionen werden immer mehr) .
    Wie der deutsche Arbeiter der über 45 Jahre hart arbeitet bis er fast ins Grab fällt. den beleibt ein Trinkgeld von dem viele nicht mal mehr richtig leben können.
    Pfui Teufel ihr sogenannten Volksvertretter

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Warum eine Stagflation sehr gefährlich wäre

Avatar

Veröffentlicht

am

Containerterminal - Symbol für den Welthandel - eine Stagflation droht

Durch die Coronavirus-Epidemie droht den großen Volkswirtschaften eine Kombination aus stagnierender Wirtschaftsleistung und steigenden Preisen – die Stagflation. Warum sie so gefährlich ist und warum die Notenbanken in diesem Fall kaum Handlungsspielräume hätten.

Die Weltwirtschaft kühlt sich bereits merklich ab – eine Stagflation käme zur Unzeit

Belastet durch die teilweise Rückabwicklung der Globalisierung im Zuge der diversen Handelsstreitigkeiten sowie die globale Überschuldung hat sich das Weltwirtschaftswachstum bereits merklich abgekühlt. Nach noch 3,8 Prozent globalem Wachstum im Jahr 2017 waren es im Folgejahr, trotz massiver Steuerstimuli in den USA und ultralockerer Geldpolitik weltweit, nur noch 3,6 Prozent Wachstum. Im vergangenen Jahr brach die Expansionsrate dann auf 3,0 Prozent ein, vor allem wegen des Handelskriegs zwischen den USA und China sowie den Schuldenkrisen in diversen Schwellenländern (z. B. in Argentinien, der Türkei, Brasilien, Chile, Venezuela, etc.).

Für dieses Jahr hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognosen gemäß dem World Economic Outlook aus dem Februar bereits von 3,4 auf 3,0 Prozent abgesenkt. Doch der IWF behält sich weitere Revisionen vor und die Schätzungen diverser Bankenökonomen aus Nordamerika und Europa gehen mittlerweile nur noch von einer Wachstumsbandbreite zwischen 2,3 und 2,8 Prozent für das Gesamtjahr 2020 aus. Diese nochmalige Wachstumsabkühlung entspräche der geringsten Wirtschaftsdynamik seit der Finanzkrise. Bereits bei einer Wachstumsrate von global zwei Prozent spricht der IWF von einer „gefühlten weltweiten Rezession“.

Die größte Gefahr sieht der IWF in einer Unterbrechung der Lieferketten in Folge der Eindämmungsmaßnahmen der Coronavirus-Epidemie (sie verursacht aktuell auch Turbulenzen an den Börsen, siehe beispielsweise hier). Die betroffenen Unternehmen sind dadurch gezwungen, alternative aber auch teurere Quellen für Vorleistungsgüter und Zwischenprodukte zu nutzen, wenn es sie denn überhaupt in ausreichendem Maße gibt. Diese erzwungene Umorientierung in der Beschaffungskette führt zu steigenden Inputpreisen bei den verarbeitenden Unternehmen, die aber nicht durch eine höhere Nachfrage, sondern durch einen Angebotsschock verursacht werden.

Eine solche Situation gab es zuletzt in den 1970-er Jahren, als eine künstliche Verknappung der Angebotsmenge von Rohöl zu explodierenden Energiepreisen führte. Die wirtschaftliche Aktivität in den westlichen Ländern litt stark unter dem Ölpreisschock. Mit einer Kombination aus Zinsanhebungen und Lohnsteigerungen wurden damals die Inflationserwartungen eingedämmt und die reale Kaufkraft der Endverbraucher stabilisieret. Beides ist heute jedoch nicht möglich. Höhere Löhne zum Ausgleich gestiegener Preise würden die Margen der Unternehmen noch stärker belasten. Die Kapazitätsauslastung der US-Industrie befindet sich beispielsweise mit nur 76,8 Prozent bereits auf dem Niveau früherer Rezessionen. Zinsanhebungen zur Inflationsbekämpfung wären aufgrund des globalen Schuldenniveaus der „Sudden Death“ für den modernen Finanzkapitalismus. Eine Stagflation käme daher für die Weltwirtschaft zur Unzeit.

Kombination aus Angebots- und Nachfrageschock

Dass die Preise wegen Lieferverzögerungen und dem Ausfall von Zulieferbetrieben bereits ansteigen, haben die jüngsten Daten von IHS Markit zu den Einkaufsmanager-Indizes für den Monat Februar gezeigt. So ist der für Deutschland erhobene Index für das verarbeitende Gewerbe im Wesentlichen nur deshalb angestiegen, weil sich die beiden Unterkomponenten für die Lieferzeit und die Inputpreise signifikant erhöht haben. Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnte an diesem Montag vor sich verstärkenden Lieferengpässen in den kommenden Wochen und Monaten, vor allem aus Fernost. BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang spricht sogar von „Schweren Auswirkungen auf die Konjunktur“ durch den Angebotsschock aus China.

Kommt es also nun zu steigenden Preisen, dann nicht aufgrund einer prosperierenden Wirtschaft, sondern wegen der Knappheit bestimmter Güter. Gleichzeitig leidet auch die Nachfrage unter der eingeschränkten Bewegungsfreiheit von zig Millionen Konsumenten in den von der Epidemie betroffenen Regionen. Ganz abgesehen von der eingetrübten Stimmung der Verbraucher, die in solchen Ausnahmesituationen andere Sorgen haben, als dem Konsum zu frönen. Der drastische Einbruch der Automobilabsätze in China in den letzten beiden Monaten von 20 Prozent im Januar und 92 Prozent im Februar gibt hier einen Vorgeschmack auf das, was bei einer globalen Pandemie, die nach wie vor nicht gebannt ist, zu erwarten wäre.

In der Folge von Knappheit bestimmter Güter und Lebensmittel stieg die Inflationsrate im Reich der Mitte bereits massiv an, auf 5,4 Prozent im Januar. Im Vorjahresmonat, also im Januar 2019, lag die offizielle Inflationsrate noch bei moderaten 1,7 Prozent. Die Kombination aus Angebots- und Nachfrageschock kann in Kürze zu dem gefürchteten Phänomen der Stagflation führen. Dass die chinesische Wirtschaft im Auftaktquartal 2020 überhaupt gegenüber dem von Handelsstreitigkeiten weniger belasteten und vor allem virusfreien Vorjahresquartal 2019 wachsen kann, bleibt Wunschdenken des Regimes in Peking. Auch die westlichen Industriestaaten werden im ersten Quartal 2020 im besten Fall mit einer wirtschaftlichen Stagnation aufwarten können.

Den Notenbanken wären bei einer Stagflation die Hände gebunden

Die Bekämpfung einer Stagflation stellt die Fiskal- und Geldpolitiker in der heutigen Gemengelage vor besondere Herausforderungen. In China versucht die Notenbank auf Geheiß der Regierung, die Kreditvergabe massiv zu stimulieren, indem die Kreditkosten (Zinsen) sowie die Kreditanforderungen drastisch gesenkt werden. Andernfalls würden Millionen bereits angeschlagener Betriebe aus dem Markt ausschieden – ein Horrorszenario auch für den Westen. Bestimmte Vorprodukte werden nur noch in China produziert. Insofern offenbart die Coronavirus-Pandemie die enorme Abhängigkeit des Westens von China, was aus politischen Gründen in der Konsequenz ebenfalls zu einer Rückabwicklung der Globalisierung führen wird, um die Autarkie der westlichen Länder von essenziellen Produkten, wie zum Beispiel Arzneimitteln, sicherzustellen.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
weiterlesen

Allgemein

Drei der fünf großen Schweizer Banken bestehen Stresstest nicht

Avatar

Veröffentlicht

am

Von

Die schweizerische Finanzmarktaufsicht FINMA hat heute die Ergebnisse eines Stresstests veröffentlicht. Drei von fünf großen Schweizer Banken bestanden diesen Stresstest nicht, beziehungsweise sie haben die Vorgaben der Aufseher noch nicht vollständig umgesetzt. Die fünf großen für die Schweiz systemrelevanten Banken sind die UBS, Credit Suisse, Postfinance, Raiffeisen und Zürcher Kantonalbank. Probleme machen laut FINMA die drei zuletzt genannten. Die folgende Grafik zeigt einzelne Abschnitte des Tests und zeigt was gut läuft, und was noch nicht so gut läuft. Bevor Sie die Worte der FINMA lesen, möchten wir noch allgemein anmerken: Ob die Stresstests der Notenbanken für einen echten Notfall überhaupt irgendeine Aussagekraft haben, darf bezweifelt werden. Die griechischen Banken zum Beispiel, die nachweislich längst platt sind dank gigantischer ausgefallener Kredite, haben die Stresstests ja auch bestanden. Und Institute wie UBS, Credit Suisse oder auch die Deutsche Bank – sie sind so groß von ihrem Geschäftsvolumen her, dass selbst das schönste Notfallkonzept in einer echten Krise wohl nichts nützen würde.

Hier die FINMA auszugsweise im Wortlaut:

Alle fünf systemrelevanten Schweizer Banken haben der FINMA Stabilisierungspläne (Recovery-Pläne) unterbreitet. Die FINMA konnte diese Pläne alle genehmigen. Bis Ende 2019 mussten die beiden Grossbanken überdies umsetzbare Schweizer Notfallpläne erstellen. Die FINMA hat diese geprüft. Bei der Credit Suisse beurteilt die FINMA den Notfallplan als umsetzbar. Die FINMA beurteilt die gesetzlichen Vorgaben für einen umsetzbaren Notfallplan auch bei der UBS als erfüllt, mit dem Vorbehalt, dass bestimmte Eventualverbindlichkeiten noch zu hoch sind.

Auch die drei inlandorientierten systemrelevanten Banken haben je einen Notfallplan eingereicht. Die Banken sind aber mit der Umsetzung per Ende 2019 unterschiedlich weit. Als umsetzbar gilt noch keiner dieser Pläne. Bei der Zürcher Kantonalbank besteht ein plausibler Plan, wie die für den Krisenfall notwendigen Ressourcen in den Bereichen Kapital und Liquidität vervollständigt werden können. Bei Raiffeisen und PostFinance fehlt insbesondere noch ein plausibler Plan für den Aufbau der erforderlichen verlustabsorbierenden Mittel für den Krisenfall. Alle drei inlandorientierten Banken arbeiten weiterhin an der Bereitstellung eines umsetzbaren Notfallplans.

Und hier die FINMA zu den Großbanken im Wortlaut, auszugsweise:

Die FINMA muss für beide Grossbanken einen sogenannten Global-Resolution-Plan erstellen. Im Gegensatz zum Notfallplan, der nur die systemrelevanten Funktionen in der Schweiz umfasst, bezieht dieser globale Abwicklungsplan die gesamte Bankengruppe weltweit mit ein. Die FINMA beurteilt diese globale Abwickelbarkeit (Resolvability) anhand des Kriteriums, ob die Grossbanken die für die Umsetzung des Abwicklungsplans notwendigen Vorbereitungen getroffen haben. Sie kommt dabei zum Schluss, dass beide Banken hierfür bereits wesentliche Vorbereitungsmassnahmen getroffen und damit grosse Fortschritte in ihrer globalen Abwickelbarkeit erzielt haben. So beurteilt die FINMA insbesondere die Anforderungen an die strukturelle Entflechtung als erfüllt. Mit Blick auf diese Entflechtung sind beispielsweise Holdingstrukturen und Schweizer Tochtergesellschaften geschaffen worden. In anderen Bereichen, namentlich der Liquidität für den Krisenfall, stehen jedoch noch Umsetzungsarbeiten an. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass die regulatorischen Anforderungen in diesem Bereich noch fehlen.

Schaubild der großen Schweizer Banken unter dem Stresstest der FINMA

weiterlesen

Allgemein

Exporte der deutschen Industrie mit mauen Aussichten

Avatar

Veröffentlicht

am

Viele deutsche Exporte laufen über den Hamburger Hafen

Kurzzeitig sah es in den letzten Monaten so aus, als würde die deutsche Konjunktur gerade eben so an der Rezession vorbei schrammen. Die Industrie ist längst in einer heftigen Rezession, aber Bau und Dienstleistungen haben das aufgefangen, sodass die gesamte Wirtschaftsleistung derzeit glatt bei 0,0% liegt. Auch die Exporte schienen sich ganz vorsichtig zu erholen. Aber gerade erst letzte Woche meldet das Institut ZEW schwache Exporterwartungen. Und heute folgt das ifo-Institut mit seinem Index für die Exporterwartungen. Der Chart zeigt die Entwicklung der Erwartungen seit 2014. Der Index ist für den Monat Februar von +0,8 auf -0,7 Indexpunkte gefallen, was man am Endes des Chart sehen kann. Die ifo Exporterwartungen basieren auf 2.300 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes. Sie können angeben, ob sie für die nächsten drei Monate die Exporte erwarten mit „zunehmen“, „gleich bleiben“ oder „abnehmen“. Aus allen Antworten wird dann dieser Index errechnet. Hier noch einige Detailaussagen von ifo im Wortlaut:

Die Entwicklungen rund um das Corona-Virus lassen kurzfristig kaum auf Besserung hoffen. Die Autobranche befürchtet einen verstärkten Rückgang ihrer Exporte in den kommenden Monaten. Auch in der Chemischen Industrie ist die Skepsis zurück, nach einem zuletzt leicht optimistischen Ausblick. Im Maschinenbau gehen die Unternehmen ebenfalls tendenziell von einem leicht rückläufigen Auslandsgeschäft aus. Lichtblicke in diesem Monat waren die Hersteller von Nahrungs- und Genussmitteln sowie die Getränkehersteller. Sie erwarten deutliche Zuwächse bei ihren Exporten in den kommenden Monaten.

ifo-Chart für die Erwartungen der Exporte

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen