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Mario Draghi erhält Bundesverdienstkreuz (kein Witz) – der deutsche Sparer gratuliert!

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Nein, wir haben noch nicht den 1. April. Nein, es ist kein bitter böser Scherz. Der ehemalige Chef der EZB Mario Draghi wird am 31. Januar von Bundespräsident Steinmeier das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen. Die Verleihung ist auch schon offiziell terminiert. Ja, da möchte der deutsche Sparer doch gleich mal gratulieren für die Niedrig- und Nullzinsen, und das über Jahre hinweg? Herzlichen Glückwunsch, da hat man sich so ein Bundesverdienstkreuz auch redlich verdient?

Aber Scherz bei Seite. Bekommt Mario Draghi das Bundesverdienstkreuz dafür, dass seine Geldpolitik (2,6 Billionen Euro drucken und Zinsen abschaffen) so gut funktioniert hat, dass er die Wirtschaft stimuliert und die Inflation planmäßig auf 2% gehoben hat? (was ja gar nicht geschehen ist). Nein, es geht natürlich um das “Große Ganze”. Wofür bekommt er denn diese Auszeichnung nun konkret? Man darf spekulieren. Man denke da zum Beispiel an die Worte an Angela Merkel bei der Verabschiedung von Mario Draghi als EZB-Präsident Ende letzten Jahres. Er habe die Eurozone erfolgreich durch die Schuldenkrise geführt. Die Währungsunion sei durch Draghi gestärkt worden etc.

Lesen Sie hier nochmal unseren “Abgesang” auf Mario Draghi aus November 2019.

Dass Mario Draghi das Gebilde namens Eurosystem letztlich nur durch brutales Gelddrucken künstlich am Leben gehalten hat? Egal, wen interessieren in der hohen Politik schon die “kleinen Details”? Dass dank der von Mario Draghi abgeschafften Zinsen die Südländer nur künstlich überleben können, kein Wort dazu. Egal. Dass Banken, Pensionskassen, Versicherungen etc massivste Probleme haben dank Draghis Politik, egal. Dass die Rentensysteme dank ihm dramatisch in die Krise rutschen, egal. Das oberflächlich betrachtete Ergebnis zählt. Es geht ja schließlich um eine Auszeichnung. Dass das Gebäude dahinter (die Eurozone und das EZB-System) wacklig und morsch ist, dass Banken, Staaten etc sich nun wie bei einer Droge an Gelddrucken und Nullzinsen gewöhnt haben und nicht mehr davon loskommen können – alles egal. Mario Draghi bekommt sein Bundesverdienstkreuz, für seine Verdienste!

Mario Draghi erhält am 31. Januar das Bundesverdienstkreuz
Mario Draghi im Oktober 2019. Foto: EZB CC BY-NC-ND 2.0

18 Kommentare

18 Comments

  1. Avatar

    franko33

    22. Januar 2020 12:04 at 12:04

    Diese Nachricht ist ein Hammer !

    Dennoch,man muß zweimal hinschauen,denn das zeigt einmal mehr,wie “unsere”
    Bundesregierung denkt und handelt.
    Nun gut sie sind gewählt – gerade auch von denen,die fünf-und sechsstellige
    Beträge auf ihren Giro-und Lebensversicherungskonten haben.

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      Claudia

      31. Januar 2020 20:16 at 20:16

      @Franko33, @Koch
      Wie kommen Sie beiden eigentlich auf die Schnapsidee, dass die Regierung etwas mit der Verleihung oder der Nominierung zu tun hat? Vorschläge können auch Sie beide einreichen, über die Nominierung und Verleihung entscheiden hochdekorierte Staatsmarionetten bis hinauf zum Bundespräsidenten.

      Damit, wie unsere Regierung denkt und handelt, hat das nicht das Geringste zu tun. Was nicht heißen soll, dass ich das gut heiße. Aber was Sie beide hier ganz öffentlich von sich geben, ist vergleichbarer Sondermüll auf dem Parallelgleis.

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    Koch

    22. Januar 2020 12:48 at 12:48

    Mission accomplished,Grokoparteien!Euer,verdienter Sturz unter die 5% Hürde, findet durch solche Aktionen immer mehr Befürworter.Es ist unfassbar enttäuschend,welchen extrem minimalen Stellenwert diese Regierungskomparsen der eigenen Bevölkerung,zugestehen.Ich würde mich noch gerne mehr und einhergehender mit diesem Thema befassen,muss aber an meinen Blutdruck denken und deshalb abbrechen.

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    Reger

    22. Januar 2020 19:14 at 19:14

    Es bekommt ein europäischer Mitbürger das Bundesverdienstkreuz, der früher für ein amerikanisches Finanzunternehmen gearbeitet hat, dort den Griechen geholfen hat in die Eurozone zu kommen mit mords Fälschungen der Zahlen, der die deutschen Sparer ausbeutet mit seiner Niedrigzinspolitik, die nur den “armen” südeuropäischen Ländern hilft und Finanz- und Immobilienblasen bei uns generiert. Bravo! Welcher Vollhonk hat denn das vorgeschlagen! Ich sag ja immer wieder, wir leben in einer demokratischen Diktatur!

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    Michael

    22. Januar 2020 21:02 at 21:02

    Wer will denn schon das Bundesverdienstkreuz von dieser Regierung verliehen bekommen? Man sehe es als einen Orden der Schande und Misswirtschaft oder als einfaches Abschiedsgeschenk an. Würden Sie es wollen? Ich würde darauf spucken. Entschuldigung, husten oder niesen, um nicht als Vaterlandsverräter zu gelten. Aber Scherz beiseite, man darf spekulieren.

    • Avatar

      Koch

      23. Januar 2020 10:21 at 10:21

      Da scheint was dran zu sein,Michael.Ich habe die Bundesverdienstkreuz(ver)leihe fälschlicherweise wohl ohnehin viel zu hoch gehängt.Immerhin ignorieren die Hauptnachrichten unserer,massiv unterfinanzierten Pflichtmedien dieses Thema gänzlich(soweit mir bekannt)Wird eben Zeit dass Klausi Kleber das Heute Journal auf Linie trimmt!Hoffentlich dauert das nicht mehr lange,bevor die Bürger falsche Schlussfolgerungen ziehen und verunsichert werden(de Maiziere Weisheit!)

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      Stefan

      31. Januar 2020 06:56 at 06:56

      So eine “Auszeichnung” für einen wie Herrn Dragi, der der ganzen Euro-Zone nichts als warme Luft ohne Geruch verkauft hat, der Deutschland quasi im Alleingang finanziell in die Insolvenz gezupft hat, Millionen von deutschen Sparer um ihre Vermögen geprellt hat, so erinnert bekommt eine Auszeichnung in dieser Form? Ich packe es nicht mehr, wenn du denkst, es geht nicht tiefer zu fallen, dann kommt die deutsche Politik daher und setzt dem noch eine Krone auf

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    Lausi

    23. Januar 2020 00:54 at 00:54

    Droghi wird natürlich für seine drei großen Worte (whatever it takes) mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Sollte der Euro einmal nicht mehr existieren, kann es ihm ja wieder aberkannt werden. Bei der Verleihungs-Zeremonie sollte dann am besten dieses Video abgespielt werden: https://youtu.be/gOsM-DYAEhY

    Mal sehen für welchen Spruch dann Lagarde ausgezeichnet wird – vielleicht für “the winner takes all”? ;-)

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    Anton Baumgartner

    31. Januar 2020 18:48 at 18:48

    Nur weiter so SPD und die übrige Politik, der Bürger vergißt nicht so schnell!!

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      leftutti

      31. Januar 2020 20:41 at 20:41

      @Anton Baumgartner, SPD derzeit bei etwa 13%. Wer, was und wie viele sind die übrige Politik? Übrig von wem oder was? Denn damit etwas übrig bleibt, muss es sich von dem explizit definierten Rest unterscheiden.

      Meinen Sie die ähnlich jämmerlichen 13% sich mehr und mehr zerfleischenden, erodierenden und planlosen Neukonservenbüchsen? Vermutlich nicht, denn die vergessen schneller, als sie konstituieren können. Da auch “volksnahe” Politiker Bürger sind, fallen diese also weg. Welcher Bürger vergisst nicht so schnell (mit zwei bis drei Ausrufezeichen)?

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        md

        1. Februar 2020 02:44 at 02:44

        @leftutti, könnte er vieleicht die arbeitnehmer meinen welche früher 2,3 oder 4 tausend im monat verdient haben und dank der gesetze der ( ehemaligen ) arbeitnehmerpartei spd und den grünen jetzt nur noch die hälfte in personalleasing firmen verdienen trotz gleichem beruf und firma.
        ich muss dir immer auf die sprünge helfen mein freund. :)

      • Avatar

        Anton Baumgartner

        1. Februar 2020 09:35 at 09:35

        “leftutti”; gemeint sind diejenigen Politiker die sich in der Bundesregierung befinden um diese Entscheidung (durch Politikerversagen) herbeizuführen. Derjenige vergißt nicht so schnell, welcher durch seine private Altersvorsorge (nach Empfehlung unserer damaligen Regierung mit einem Herrn Riester) vehement betrogen wurde und immer noch betrogen wird. Das Thema priv. Altersvorsorge ist wohl an der EZB gescheitert aber noch nicht vorbei und außerdem gibt es noch keinen adequaten Ersatz dafür für den Arbeitnehmer. Wenn etwas nicht funktioniert, sollte man den Schaden eigentlich beheben, aber auf diesem Ohr scheint unsere gewählte Elite Taub zu sein!

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    Rolf Babon

    1. Februar 2020 09:50 at 09:50

    Das ist ein Schlag ins Gesicht der deutschen Sparers. Herr Steinmeier sollte sofort von seinem Amt zurücktreten. Er ist eine Schande für unser Land.

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    Kakadus

    1. Februar 2020 10:04 at 10:04

    Der Plagiatschteini😂
    Bundesverdienstkreuz für Supermario von einem Sozi.
    Braucht da jemand einen Job im Finanzsektor nach dem man als Moralapostel, oberster Repräsentant undveine Witzfigur ausgedient hat?
    Der deutsche Sozialismus ist so scheinheilig und lächerlich.

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    H. Hofmann

    1. Februar 2020 14:51 at 14:51

    Da sieht man wieder wie unsere ach so tollen Berufs-Politiker die selber
    noch nie gearbeitet haben und dem Staat nur auf der Tasche liegen ticken.
    Und das schlimme daran es werden immer mehr und das muss bezahlt werden so kann man Steinmeier ja auch verstehen, sie wollen ja auch weiterhin Ihre Diäten selber erhöhen und das muss bezahlt werden (und auch die fetten Pensionen werden immer mehr) .
    Wie der deutsche Arbeiter der über 45 Jahre hart arbeitet bis er fast ins Grab fällt. den beleibt ein Trinkgeld von dem viele nicht mal mehr richtig leben können.
    Pfui Teufel ihr sogenannten Volksvertretter

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Warum in Euroland erst einmal keine Inflation droht

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Die EZB sprach jüngst in Szenarien eher von drohender Deflation statt Inflation (mehr dazu hier). Zahlreiche kritische Zeitgeister wie Markus Krall und Dirk Müller (hier zu den dramatischen Corona-Folgen) sprechen von einer bevorstehenden kräftigen Inflation, oder sogar Hyperinflation. Warum sie “erst einmal” nicht ansteht, dazu liefert, so meine ich, das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) aktuell eine sehr interessante und einfach zu verstehende Denkschrift. Dabei geht es auch viel um das einfache, nachvollziehbare Verhalten der Bürger (Konsumenten) in und nach der Krise.

Erstmal Deflation statt Inflation

Zahlreiche Südländer in Europa sind schon in der Deflation (14 Euro-Länder im Monat Mai). Das ist nachvollziehbar. Denn wenn der Großteil der Touristen den Stränden fern bleibt, passiert was? Richtig, die Anbieter senken die Preise drastisch um die Touristen anzulocken. Hotels, Getränke, Ausflüge. Alles wird verbilligt angeboten, um zum Konsumenten zu animieren. Dazu sagt das IW, Zitat:

Besonders betroffen von der zurückhaltenden Nachfrage sind unter anderem das Gastgewerbe und der Tourismus. Viele Reisen konnten und können nicht stattfinden, darunter leiden besonders Länder, die sich auf den Tourismus spezialisiert haben. Das hat Folgen für die Inflation: Sinkt die Nachfrage, sinken gewöhnlich auch die Preise. Die fehlenden Touristen waren unter anderem ein Grund, warum die Preise in Griechenland im Juni um 1,7 Prozent und in Zypern um 2,5 Prozent einbrachen. Deflation zeigt sich aber auch in Estland und Lettland. In Italien sanken die Preise um 0,4 Prozent und in Spanien um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Aber auch zuhause ist es eine klare einfache Sache. Man braucht nur online zu surfen oder in die Innenstädte zu gehen. Nichts mit Inflation. Rabatte überall, und dazu nun auch noch die Mehrwertsteuersenkung, die zahlreiche Einzelhändler auch tatsächlich weitergeben. Dies senkt die Preise gleich doppelt (hier offizielle Berechnungen), was die Angst vor der Inflation erst recht in weite Ferne rücken lässt. Und wollen die Konsumenten einfach nicht konsumieren, müssen die Preise eben noch weiter runter gehen, bis man der Verlockung nicht mehr widerstehen kann? Dazu das IW, Zitat:

Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass die Deutschen weniger Geld ausgeben. Umsätze sind ausgefallen, durch Kurzarbeit schrumpft das Einkommen – entsprechend überlegen sich viele ganz genau, was sie kaufen und welche Ausgaben sie vielleicht lieber verschieben. Zudem besuchen die Bundesbürger weniger Geschäfte, Cafés oder Restaurants, um sich nicht anzustecken. Auch das Homeoffice senkt die monatlichen Ausgaben, beispielsweise, weil sich das Mittagessen vergleichsweise günstig zuhause kochen lässt. Insgesamt sinken die Ausgaben dadurch stärker als die Einkommen. Dieser allgemeine Trend zeigt sich bereits in der Sparquote der Haushalte: Während in Deutschland im vierten Quartal 2019 noch fast 18 Prozent des verfügbaren Einkommens gespart wurden, so waren es im ersten Quartal 2020 fast 24 Prozent.

Kommt die Inflation doch noch?

Tja, wird die Inflation doch noch “über uns kommen”? Denn wo die Bürger jetzt möglichst viel auf die hohe Kante legen aus Angst vor der Ungewissheit, da wird es zukünftig womöglich einen Nachholeffekt beim Konsum geben, was die Preise antreiben wird? Dazu IW, Zitat:

Fallende Preise sind nur auf den ersten Blick vorteilhaft für Konsumenten. Wer davon ausgeht, dass die Preise weiter fallen, schiebt alle Käufe auf, die nicht dringend notwendig sind. Das wiederum sorgt dafür, dass die Umsätze der Unternehmen weiter schrumpfen und sich eine Wirtschaftskrise verfestigen kann. In der aktuellen Situation wäre das sehr problematisch, weshalb die Europäische Zentralbank versucht, mit einer sehr expansiven Geldpolitik eine Deflation zu vermeiden.

Vermutlich wird die Geldpolitik in der aktuellen Situation erfolgreicher sein als bei der Bekämpfung der Deflation im Jahr 2015. Denn anders als damals sparen die Haushalte nicht, um Schulden abzubauen, sondern weil viele das Geld durch die Vermeidung einer Ansteckung mit dem Corona-Virus nicht ausgeben können. Dieses Geld werden sie aber wieder ausgeben – zumindest sobald etwas mehr Zuversicht besteht und absehbar ist, dass die Pandemie langfristig unter Kontrolle ist. Dann werden sich auch die Inflationsraten wieder normalisieren.

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Kreditausfälle und die Deutsche Bank – bilanziell ist das gar kein Problem!

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Drohen Kreditausfälle? In den USA beginnt die Berichtssaison mit den Großbanken. Da lohnt es sich doch auch Mal ein Blick auf die Deutsche Bank zu werfen. Wie heute Morgen gemeldet, aber bereits von vielen vermutet, steigen die Zahlen an möglichen Kreditausfällen drastisch. Die Deutsche Bank berichtet, dass circa 70.000 Stundungsanträge von Privatkunden bei der Deutschen Bank und der Postbank bereits eingegangen sind.

Viele Kunden können aufgrund der Corona-Krise ihre Kredite nicht bedienen. Zwar steigt die Zahl nicht mehr so rapide wie noch im Frühjahr, aber ein langsamer Anstieg ist immer noch zu verzeichnen. Wie wir bereits vor drei Wochen berichtet haben, hat das aber erstmal keinen negativen Effekt auf die Bilanz. Grund dafür ist, dass die Stundung von Krediten während der Corona-Krise gesetzlich ermöglicht wurde.

Die Bankenaufsicht verlängert den „legalen Bilanzbetrug“

Im März tätigte die Bankenaufsicht die ausschlaggebende Aussage, die bei der Deutschen Bank, aber auch bei allen anderen Banken, sicherlich einen Freudensprung ausgelöst hat. Die Bafin meldete, dass ein Schuldner „nicht zwingend als ausgefallen einzustufen ist, wenn bei einem Kredit Kapitaldienst und Zinsen in Folge des Corona-Virus gestundet werden”. Anders gesagt, Banken brauchen die Kredite nicht mehr abschreiben, dadurch sehen die Bilanzen weiterhin hübsch aus. Die Kreditausfälle werden in den Bilanzen einfach nicht als Solche gewertet.

Die Banken können also wertlose Kredite als werthaltige Vermögenswerte in den Büchern verbuchen. Diese Regelung wurde von der EBA um 3 Monate verlängert und gilt noch bis Ende September. Was danach passiert, steht noch nicht fest. Aber eine Verlängerung bis zum Ende des Jahres würde Sinn machen. Damit könnte man nämlich in der Jahresbilanz wunderbare gesunde Kredite präsentieren.

Großbanken in den USA droht eine Welle an Kreditausfällen

Wegen der Corona-Krise können auch immer mehr Amerikaner ihre Kredite nicht zurückzahlen, zudem gehen etliche Firmen Pleite. Das spüren insbesondere die Banken. In dieser Woche starten die Großbanken mit der Berichtssaison, dann werden wir die genauen Auswirkungen feststellen können. Man geht davon aus, dass die Institute durchschnittlich 70 Prozent Gewinneinbruch zu verzeichnen haben, das prognostiziert der Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank. Der Hauptgrund dafür sind die drastisch steigenden Kreditausfälle von Unternehmen und Privatkunden. Analysten gehen davon aus, dass bei den sechs größten US-Banken die Rückstellungen für faule Kredite daher auf fast 32 Milliarden Dollar ansteigen. Die Summe muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Damit hätte sich der Wert im Vergleich zum Vorjahr versechsfacht.

Nicht nur die wachsenden Kreditausfälle, sondern auch die sinkenden Zinsen setzen den US-Banken zu. Wie Kostolany schon vor etlichen Jahren gesagt hat, die tatsächliche Stärke der Wirtschaft und Börsen erkennt man an dem Zustand der Banken. Zwar sind die Börsen seit dem März-Tief enorm gestiegen und haben eine V-Erholung hingelegt, aber schaut man sich nur den Bankensektor an, dann hinkt dieser ein großes Stück hinterher. Man kann mit Spannung die Offenlegung der Bilanzen verfolgen. Diese Woche wird uns gewiss einen Einblick über den Zustand der Banken gewähren.

Die Deutsche Bank leidet wie viele Banken an Kreditausfällen

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Interview mit Ben Bilski, CEO der NAGA Group

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Aktuell sehen wir eine extreme Volatilität der Finanzmärkte. Wie schätzen Sie die Situation ein und ist Ihrer Meinung nach eine Stabilisierung der Marktes abzusehen?

Ich denke der Corona-Virus wird uns noch lange “in Atem” halten. Der Einschnitt in die Wirtschaft und das täglich leben kam zu schnell und zu unerwartet. Es gibt zunächst immer die Ad-Hoc Verlustmeldungen die wir alle erlebt haben, jedoch wird noch viel mehr auf uns zukommen. Das was über Jahre aufgebaut wurde, wurde direkt wieder ausgelöscht. Man muss es einfach so radikal sagen. Jedoch denke Ich, dass Tech-Titel die allergrößten Gewinner werden. Die Digitalisierung hat einen unglaublichen Schub bekommen und Online-Business wird mehr gebraucht als jemals zuvor und war sogar in manchen Lockdowns überlebenswichtig.

Viele Experten sehen aktuell in der Kursentwicklung des Bitcoin ähnliche Indizien wie vor dem Bullrun 2017. Wie bewerten Sie diese Entwicklung?

Es gibt extrem viele Prognosen beim Bitcoin. Ich sehe diese alles etwas rationaler. Der Bitcoin ist Stand heute die bekannteste aber auch bestens vermarktete Währung der Welt. Es gab bis dato noch keine Währung die mit solch einer Euphorie bekannt geworden ist. In Zeiten von Unruhen, Krisen und Deflation aller FIAT-Währungen, wird Bitcoin immer mehr Fahrt aufnehmen. Leider gibt es noch viele kleinere Gruppen die den Bitcoin stark beeinflussen. Von daher kann man nicht von massiven nachhaltigen Kurs-Explosionen ausgehen. Jedoch wird es immer wieder gesunde Schübe nach oben geben, da passen nun einfach die Anzahl der Bitcoin-Investoren, der Bekanntheitsgrad und der Status als anerkannte alternative Asset-Klasse zu gut zusammen!

Hat die Corona-Krise das Anlageverhalten der Menschen verändert und wenn ja, wie?

Absolut. Auch hier muss man sagen: Die Menschen haben nun viel mehr die Verbindung von Real-Wirtschaft und Finanzmärkten verstanden. Daher strömen auch viel mehr neue Investoren an den Markt. Vor allem die Digital-Natives. Daher schlägt die Stunde der Online-Broker gerade. Investoren sind vorsichtig und haben sich stärker diversifiziert als jemals zuvor. Oft gab es Indizes und Forex-Positionen. Jetzt wird mehr gestreut. Vorallem auch Öl, Gold und Bitcoin sind extrem populäre Assets und die großen Tech-Titel wie Amazon, Apple, Tesla und co.

Worauf wird es in der zweiten Jahreshälfte 2020 ankommen, wenn Anleger die Finanzmärkte erfolgreich für sich nutzen wollen?

Ich empfehle starken Pragmatismus beim Analysieren der Märkte. Wie bereits erwähnt werden die Tech-Titel die großen Gewinner sein und gehören meiner Meinung nach in jedes Portfolio. Man kann relativ stark am eigenen Verhalten ablesen, dass Digitale Geschäftsmodelle einfach mehr genutzt und gebraucht werden und über die Krise hinweg extrem viel Momentum aufbauen und dies auch mitnehmen werden. Zudem muss auch die Corona Situation stark beobachtet werden. Dies diktiert den Markt und wird auch weiter so sein bis ein funktionierender Impfstoff gefunden wird. Zudem ist weiterhin Cluster-Risiko zu vermeiden. Man sollte nicht zu sehr auf die “V-Erholung” hoffen und daher alles auf eine Karte setzen. Ein gesunder Mix aus Tech, Rohstoffe, Metall und Index-Positionen ist meiner Meinung nach ein logischer Mix wenn man sich die doch sehr volatile Marktphase anschaut. Und: Vergessen wir alle nicht die US-Wahlen. Sollte Trump es nicht schaffen an der Spitze zu bleiben, so wird es nochmal extrem spannend für US-Währungspaare, den DAX sowie den DOW.


Benjamin Bilski ist Gründer und CEO der Social Trading und Investing Plattform NAGA.

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