Anleihen

Mario Draghi ist weltweit der derzeit wichtigste Notenbanker – und der Yen die „sicherste“ Währung

FMW-Redaktion

Wer ist der derzeit wichtigste Notenbanker der Welt? Die Antwort lautet: Mario Draghi! Das sagt BlackRock – Mario Draghis Worte hätten schlicht derzeit mehr Gewicht als die von Janet Yellen. Denn der globale Abverkauf von Staatsanleihen zuletzt hatte zwar auch mit der eher hawkishen Fed zu tun, aber so richtig ins Rollen kam der Zug nach den Worten von Mario Draghi, dass inflationshemmende Faktoren vorübergehend seien. Sprich: die Zeit der ultraexpansiven Geldpolitik werde absehbar zu Ende gehen, so zumindest die Interpretation der Märkte.

Nun haben einige Mitglieder der Fed nach der Rede versucht, die Folgewirkungen zu begrenzen – man habe Draghi überinterpretiert. Aber auffallend ist doch, dass Draghi selbst schwieg – wäre er wirklich der Auffassung, dass die Märkte ihn missverstanden hätten, ist anzunehmen, dass er sich selbst dazu auch geäußert hätte und nicht nur die zweite Reihe innerhalb der Notenbank!

So oder so: die Anleihemärkte haben zuvor schon signalisiert, dass so etwas kommen kann! So war erstmals seit dem Jahr 2012 die Zinskurve deutscher Anleihen steiler als von US-Anleihen. Nach der Rede Draghis erwarten die Märkte (genauer: die Forwards) nun die Anhebung des Einlagesatzes von derzeit -0,4% in zwei Schritten um jeweils 10 Basispunkte (also jeweils 0,1%) im nächsten Jahr. Mitte Juni, vor der Rede Draghis, hatten eben diese Forwards gar keine Anhebung des Einlagesatzes erwartet.

Für die Anleihemärkte waren die überraschend hawkishen Aussagen Draghis durchaus schmerzhaft: die Märkte für Staatsanleihen verbuchten fast 700 Milliarden Dollar Verlust. Und damit ist gewissermaßen eine Lawine ausgelöst worden: nun preisen die Märkte selbst für die australische und die neuseeländische Notenbanken eine Zinsanhebung im nächsten Jahr ein, obwohl beide Notenbanken bislang alles andere als Eile signalisiert hatten für Zinsanhebungen. Man kann also sagen, dass von Draghis Worten eine weltweite Sogwirkung ausgeht!


Der Maestro Mario Draghi
Foto: EZB

Kein Wunder also, dass der Euro im Vergleich zu anderen Währungen stark zulegen konnte, vor allem gegenüber dem Yen, der nun besonders stark unter Druck ist erstens aufgrund der steigenden Renditen weltweit, andererseits aber vor allem auch deshalb, weil die Bank of Japan die einzige große Notenbank ist, von der keine Änderung der ultralaxen Geldpolitik erwartet wird.

A propos Yen: die japanische Währung ist laut einer Untersuchung von Goldman Sachs die „sicherste Währung der Welt“. Wobei angesichts einer derartigen Verschuldung Japan von „Sicherheit“ eigentlich gar nicht die Rede sein kann, zumal keine andere Notenbank der Welt so viel Geld druckt wie die Bank of Japan. Was Goldman vielmehr meint ist, dass der Yen am stärksten mit Risiko-Aversion gekoppelt ist. Der Yen ist also die „safe haven“-Währung – fallen etwa die Aktienmärkte stark, wertet der Yen meist deutlich auf – und umgekehrt. Das liegt, so unsere bescheidene Erklärung, daran, dass japanische Investoren dann ihr in ausländische Märkte investiertes Geld abziehen und repatriieren, sprich in Yen zurück tauschen.

Nach dem Yen, so hat Goldman die Marktreaktionen untersucht, folgen mehr oder weniger gleichauf der Schweizer Franken und der US-Dollar als safe haven-Währungen. Auf der anderen Seite der Skala profitieren vor allem der mexikanische Peso, der südafrikanische Rand, der australische und der kanadische Dollar am meisten, wenn Risikofreude an den Märkten herrscht. Das heißt aber auch: sie verlieren am Deutlichsten bei einsetzender Risiko-Aversion..



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2 Kommentare

  1. Yen die sicherste Währung, dass ich nicht lache, Bitcoin ist die sicherste Währung. Bitcoin ist 150. mal mehr Wert als eine Unze Silber und mehr als 2 mal, als Gold.

    1. …bis zum mehrtaegigen Stromausfall incl.der Zerstoerung der Unterseekabel…
      Was ich am Mann habe,bleibt auch am Mann!
      aber bestimmt nicht der Krypto-Muell,das Zahlungsmittel der Nerds….
      Am Brexittag letztes Jahr,war es mir eine Lehre…(vorruebergehend kein ZUGRIFF auf ihr Depot)!!!
      Aber Gold machte an diesem Tag 100$+++

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