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Mario Draghi mit aktueller Rede: Inflation ist das, was Mario Draghi dafür hält

FMW-Redaktion

Mario Draghi hält derzeit eine Rede vor dem „Committee on Economic and Monetary Affairs“ des EU-Parlaments. Von Beobachtern brennend erwartet wird seine de facto „Neu-Definition“ der Inflation in der Eurozone, denn sie ist jetzt schon bei 1,8%. Der „böse“ Ölpreis ist laut Draghi schuld, dass sie so schnell steigt, der Rest der Verbraucherpreise kommt aber gemäß seiner Aussagen der letzten Tage nicht hinterher. Da also die Inflation „nicht so richtig“ ansteigt (zumindest laut seiner Definition), kann man das Quantitative Easing + Negativzinsen eben noch nicht zügig beenden. Hier seine wichtigsten Aussagen.

Zitat aus seiner Rede:

„But the objective of Economic and Monetary Union should be to strive to achieve “economic and social progress” as was the intention of the signatories to the Maastricht Treaty. And for this, we need sustained growth and job creation.“
FMW-Kommentar: Uhhhhhh Herr Draghi, das hat aber nichts mit Geldpolitik zu tun. Das hört sich kräftig nach Konjunkturunterstützung an, und ist definitiv nicht satzungsgemäße Aufgabe der EZB!

Unsere Maßnahmen (Geldschwemme + Negativzinsen) wirken im Finanzsystem, wovon auch die Real-Ökonomie stark profitiert, durch deutlich bessere Finanzierungskonditionen.

Im Dezember habe man bei der EZB beschlossen die Unterstützung der Inflationerholung weiter „reifen“ zu lassen, so geben wir es mal sinngemäß wieder. Wie zu erwarten war, erwähnt Draghi, dass der Erholung „nachhaltig sein muss“, und man daher die unterstützenden Maßnahmen aufrechterhalten muss. Hier die entscheidenden Worte:

„At the December meeting, the Governing Council saw the need for the recovery to further mature and strengthen to ensure a sustained convergence of inflation rates towards levels below, but close to, 2% over the medium term. For this to happen, financing conditions have to remain supportive, taking remaining uncertainties inside and outside the euro area into account. We therefore decided to safeguard the amount of monetary easing for the period ahead.“

Daher habe man beschlossen die Maßnahmen über März 2017 hinaus weiter laufen zu lassen (welch Wunder).

„Against this background, we decided to extend the asset purchase programme beyond March 2017, with the intention of conducting our purchases until the end of December 2017 or beyond, if necessary, and in any case until the Governing Council sees a sustained adjustment in the path of inflation consistent with its inflation aim. We will continue to purchase assets at a monthly pace of €80 billion until March. Starting from April, our net asset purchases will run at a monthly pace of €60 Billion…“

Und hier, genau wie erwartet Draghi´s Argument. Das Öl treibt die Inflation. Aber die Kerndaten ziehen angeblich irgendwie nicht mit, aber man braucht ja ein nachhaltiges Anziehen aller Preise. Tja, das kann also noch dauern mit dem Ende der EZB-Politik… Zitat:

„But support from our monetary policy measures is still needed if inflation rates are to converge towards our objective with sufficient confidence and in a sustained manner. The pickup in headline inflation in December and in January largely reflects sizeable upward base effects and recent increases in energy prices. So far underlying inflation pressures remain very subdued and are expected to pick up only gradually as we go on. This lack of momentum in underlying inflation reflects largely weak domestic cost pressures.“


EZB-Chef Mario Draghi. Foto: EZB



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4 Kommentare

  1. Dexit und gut ist. Dann gehen bei der EZB die Licher aus.

  2. Ich sag dazu nichts mehr…

  3. Avatar
    Diederich Heßling

    Was dieser Vollidiot auch immer von sich gibt… es ist ökonomischer Schwachsinn. Aber damit trifft er ja augenscheinlich den Zeitgeschmack des „gebildeten“ Mitteleuropäers.

  4. Er muss seine Landsleute ja aus der Sch…. holen. Italiener konnten noch nie mit Geld umgehen, warum man diese Kröt…. zum Chef der EZB gemacht hat kann ich immer noch nicht verstehen.

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