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Devisen

Mario Draghi sorgt für Dollar-Rally – und keiner war dabei..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Zeiten sind vorbei, als alle Welt optimistisch für den Dollar war. Nun werden – das zeigen neueste Daten der COT – die Investoren immer skeptischer für den Greenback, und sind daher nicht dabei bei der aktuellen Dollar-Party. Die hohen Volumina, die nach der Pressekonferenz von Mario Draghi letzten Donnerstag am Devisenmarkt gehandelt wurden, spiegeln diese faktische Falsch-Positionierung des Marktes wider.

Der Euro kam massiv unter Druck – und das obwohl, wie die COT-Daten zeigen – die Wetten auf einen fallenden Euro (zum Dollar) auf den tiefsten Stand seit 15 Monaten gefallen sind. Der Dollar ist so ungeliebt wie schon lange nicht mehr: die Wetten auf einen steigenden Dollar sind um ein Drittel reduziert worden zur Vorwoche, insgesamt wurden 6 Milliarden Dollar aus Dollar-Long-Kontrakten abgezogen. Insgesamt bestehen nun nur noch Dollar-Long-Positionen im Umfang von 13,1 Milliarden Dollar.

Und das bedeutet, dass bei einer der größten Bewegungen des Euro-Dollar in den letzten Jahren nur wenige dabei waren:

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Wenn der Markt immer weniger optimistisch für den Dollar und immer weniger pessimistisch für den Euro ist, bedeutet das jede Menge weiteres Potential auf der Unterseite für den Euro. Wer bei einem fallenden Euro nicht dabei ist, will früher oder später mit aufspringen, zudem fehlt dem Euro dann damit das Aufwärts-Potential, das Eindeckungen von Dollar-Long-Positionen bieten. Ähnliches gilt übrigens auch für den Yen, für den die Investoren so wenig pessimistisch sind wie seit drei Jahren nicht mehr.

Bekanntlich wird die Fed am Mittwoch ihre Zins-Entscheidung bekannt geben – die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung schon in dieser Woche sehen die Märkte nur bei 6%. Erwartet wird ein dovishes Statement – wenn die Fed aber nun praktisch ankündigen würde, die Zinsen doch schon im Dezember zu erhöhen, wäre eine heftige Dollar-Rally die Folge. Der Dollar, so sieht es derzeit aus, könnte noch so richtig durchstarten – eben weil kaum jemand das erwartet!

Dafür spricht im übrigen auch die Positionierung bei Rohstoffen, etwa beim Gold. Hier sind die Wetten auf einen steigenden Goldpreis auf dem höchsten Stand seit Februar, der Goldpreis aber fiel nach Draghis Aussagen so stark wie seit August nicht mehr. Auch hier also liegen einige falsch – und wenn der Trend sich fortsetzt, dann werden sich viele noch eine blutige Nase holen mit ihren Wetten gegen den Dollar..

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    bigben

    26. Oktober 2015 11:05 at 11:05

    immer weiter gegen den dollar, das wird schon …

    die fed hat noch viel mehr pulver als die ezb.

    gute trades :)

  2. Avatar

    Daulini

    26. Oktober 2015 12:35 at 12:35

    Was hat den die FED noch für Pulver? Weltweit nur Gelaber seitens der Notenbanken. Aber dennoch beredter Ausdruck für den eigentlich schwachen Zustand der Märkte, wenn schon eine hömopathische Zinserhöhung gefürchtet wird wie der Teufel das Weihwasser. Statt die ökonomische Situation der Unternehmen widerzuspiegeln, bewegen oftmals nur Worthülsen dieser und jener Nietenbanker das Marktgeschehen. Das Ausmaß dieser Bewegungen ist immer wieder erschreckend.

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Devisen

Türkische Lira steigt weiter – Zinsen und US-Dollar helfen

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira steigt dieser Tage immer weiter an. Zuletzt berichteten wir am Montag über die weiter steigende Inflation in der Türkei. Sie stieg von November auf Dezember von 14,03 Prozent auf 14,60 Prozent. Dennoch blieb die Lira robust. Und sie steigt bis heute weiter an. Dies liegt an der offenbar nachhaltigen Wirkung der letzten Zinsanhebung der türkischen Zentralbank vom 24. Dezember 2020. Insgesamt stieg der Leitzins in der Türkei seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent. Damit liegt er nun spürbar über der Inflationsrate.

Folglich werden Geldanlagen in der Türkei für ausländische Anleger wieder attraktiver. Und aktuelle Berichte zeigen, dass wirklich wieder Geld in die Türkei fließt. Dies stärkt natürlich die türkische Lira. Es gab im November und Dezember von ausländischen Finanzinstitutionen einen Zufluss in türkische Aktien und Anleihen in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar.

Türkische Lira wertet seit November auf

Auch muss man sehen, dass der US-Dollar seit einiger Zeit klar im Abwärtstrend ist, auch wenn er sich heute etwas erholen kann. Die Dollar-Schwäche und die kräftige Zinsanhebung in der Türkei helfen derzeit dabei die türkische Lira nach oben zu pushen. Seit November hat der US-Dollar gegen die türkische Lira verloren von 8,57 bis auf 7,23 heute früh (aktuell 7,32). Wie gesagt, ganz aktuell steigt der Dollar-Index – also eine eigenständige Dollar-Stärke, welche die Lira schwächt. Aber die große Bewegung seit zwei Monaten zeigt klar eine Lira-Stärke! Jetzt kann man, wenn man denn auf eine weiter steigende türkische Lira setzt, nur noch hoffen, dass Präsident Erdogan nicht nach einigen Wochen wieder auf Zinssenkungen drängt, und dass der Leitzins weiter hoch bleibt – damit die Lira-Aufwertung sich verfestigen kann.

Im ganz großen Bild (Chart USDTRY seit dem Jahr 2011), da erkennt man wie desaströs die Abwertung für die türkische Lira in den letzten Jahren war. Denn vor zehn Jahren musste man für 1 Dollar weniger als 2 Lira aufbringen – heute sind es wie gesagt 7,32 Lira. Die aktuelle Aufwertung der türkischen Währung sieht man im Chart nur ganz am Ende als noch überschaubaren Rückfall im USDTRY.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira seit 2011

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Devisen

Goldpreis und US-Dollar: Wette auf Senatssieg für Demokraten

Claudio Kummerfeld

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Gold mit US-Adler und US-Dollar

Der US-Dollar fällt aktuell weiter nach unten, der Goldpreis steigt weiter an. Im Chart sehen wir seit dem 28. Dezember den steigenden Goldpreis gegen den fallenden US-Dollar in Form des Dollar-Index. Gold steigt seit Silvester bis jetzt auf einen neuen Höchststand von 1.955 Dollar. Der Dollar-Index notiert mit einem Indexstand von 89,29 Punkten auf den tiefsten Niveau seit April 2018. Seit gestern ist er erneut ein Stück abgerutscht.

Goldpreis und US-Dollar mit Blick auf Wahl in Georgia

Daraus kann man ablesen, dass die Spekulanten derzeit an einen Wahlsieg der Demokraten in Georgia glauben (hier der aktuelle Kommentar von Markus Fugmann), womit die Sitze im Senat in Washington DC exakt gleich aufgeteilt würden, wodurch wiederum die neue Vizepräsidentin Harris den Ausschlag geben würde. Damit könnte Joe Biden in der Theorie durchregieren, auch wenn die Mehrheit nur hauchdünn ist. Noch ist die Wahl nicht entschieden, aber die Tendenzen deuten auf einen Sieg der Demokraten hin! Dieses Szenario zeigt eine weitere kräftige Staatsverschuldung für die USA.

Dies würde weiter schwächend auf den US-Dollar wirken, und somit stärkend auf alles, was in US-Dollar gehandelt wird – somit also auch für den Goldpreis. Das Edelmetall könnte auch im Sinne des „Fluchthafens“ vor Inflation dann wieder attraktiver werden, weil die Inflation in den USA zunehmen könnte – denn die Fed will bei steigenden Preisen erstmal nicht eingreifen.

Aber der Wahlausgang in Georgia ist auf der Kippe. Sollte eine der beiden Stimmen doch den Republikanern zufallen, könnte der US-Dollar womöglich plötzlich ansteigen, und der Goldpreis zurückfallen. Also, wir müssen heute im Tagesverlauf genau auf das Ergebnis aus Georgia schauen, wenn es denn heute schon verkündet werden kann.

Chart zeigt Verlauf im Goldpreis gegen den US-Dollar

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Türkische Lira robust, obwohl die Inflation in der Türkei weiter anzieht

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira zeigt sich heute robust. Das ist für Lira-Bullen endlich mal eine positive Nachricht. Denn heute hat das türkische Statistikamt Daten zur Inflation im Dezember veröffentlicht. Die Verbraucherpreise in der Türkei stiegen im Jahresvergleich um 14,60 Prozent, während die Steigerungsrate im November noch bei 14,03 Prozent gelegen hatte. Da müsste die Lira jetzt eigentlich Schwäche zeigen?

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Nein, diesmal nicht. Denn wir schauen zurück auf letzte Woche. Wir berichteten über die am Heiligabend durchgeführte zweite Zinsanhebung der türkischen Zentralbank. Der Leitzins in der Türkei steigt somit seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent an. Aber so schnell kann der höhere Leitzins natürlich nicht wirken, und bremsend auf die Verbraucherpreise einwirken. Von daher sollte man wohl noch ein, zwei Monate schauen, ob sich da was tut?

Die Zentralbank in Ankara hat endlich geliefert, und auch von der politischen Seite kommen von Präsident Erdogan derzeit kaum bis gar keine Aussagen, die quer schießen und somit die Autorität der Zentralbanker in Frage stellen. Und so ist die türkische Lira in diesem Umfeld in den letzten Tagen gut gestiegen. US-Dollar vs Lira fiel seit Heiligabend von 7,64 auf aktuell 7,36. Seit Anfang November ist es ein Rückgang von 8,50. Also: Nach jahrelanger brutaler Abwertung scheint die türkische Lira derzeit wirklich Kraft zu tanken, dank der auch ziemlich kraftvollen Zinsanhebung deutlich über die Inflationsrate von jetzt 14,60 Prozent. Im Chart sehen wir seit Anfang 2020 den Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira. Man sieht den deutlichen Rückgang seit November, also somit eine ansteigende Lira.

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira seit Anfang 2020

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