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Mario Draghi wird euphorisch – und überschreitet dabei sein Mandat!

Eigentlich sollten sich Notenbanker, zumal wenn sie der EZB angehören, nur um das Thema Geldpolitik kümmern, genauer gesagt: um Preisstabilität. Wie weit sich die EZB und vor allem Mario Draghi davon entfernt haben, zeigt eine gestern gehaltene Rede Draghis!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Eigentlich sollten sich Notenbanker, zumal wenn sie der EZB angehören, nur um das Thema Geldpolilitk kümmern, genauer gesagt: um Preisstabilität. So heißt es in dem „Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union“ (AEU-Vertrag) im Artikel 127:

„Das vorrangige Ziel des Europäischen Systems der Zentralbanken (im Folgenden „ESZB“) ist es, die Preisstabilität zu gewährleisten“.

Aber danach folgt gleich ein Satz, der faktisch die Basis bildete dafür, dass die EZB inzwischen sehr viel mehr ist als nur die Hüterin der Preisstabilität:

„Soweit dies ohne Beeinträchtigung des Zieles der Preisstabilität möglich ist, unterstützt das ESZB die allgemeine Wirtschaftspolitik in der Union, um zur Verwirklichung der in Artikel 3 des Vertrags über die Europäische Union festgelegten Ziele der Union beizutragen.“

Man soll also „die allgemeine Wirtschaftspolitik der EU unterstützen“ – reichlich schwammig, zumal die dann in Artikel 3 zitierten Ziele dann doch sehr allgemein gehalten sind.

Aus der Sicht der EZB macht die Notenbank genau das. Sie unterstützt die Wirtschaftspolitik. Fragt sich nur: welche Wirtschaftspolitik? Und Kritiker würden sagen: inzwischen macht vor allem die EZB selbst Wirtschaftspolitik, greift etwa durch Käufe von Unternehmensanleihen massiv in den Wirtschafts-Kreislauf ein: so ist es doch unzweifelhaft ein Wettbewerbsvorteil für ein Unternehmen, wenn sich dieses Unternehmen über Anleihen Geld besorgen kann, indem die EZB diese Anleihen kauft (was aus Sicht der Märkte dann noch zusätzlich ein Gütesiegel ist, also kaufen auch andere diese Anleihen und senken damit die Kosten für die Aufnahmen von Liquidität weiter). Die Anleihen anderer Unternehmen jedoch, die die gleiche Bonitätseinschätzung seitens der Ratingagenturen haben, kauft die EZB jedoch nicht. Auf welcher Basis trifft die EZB diese Entscheidungen eigentlich? Seltsam, dass dagegen bisher kein europäisches Unternehmen geklagt hat gegen die EZB wegen Wettbewerbsverzerrung!

Und indirekt mischt sich die zur Super-Behörde mutierte EZB auch in die Politik ein. So gestern etwa Mario Draghi in einer Rede in Tel Aviv anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität in Tel Aviv.

Dort sagte Draghi:

„Today we can sense a rising wave of energy in demanding joint European action. The European Union and the euro always commanded the support of the majority of European citizens, but, often, it was only the vocal opposition that was heard. Now this silent majority has regained its voice, its pride, and its self-confidence. Only by working together can the nations of Europe overcome these challenges“
.

Draghi schließt offenkundig aus den Wahlergebnissen in Holland und Frankreich mit den ausbleibenden Wahlerfolgen von Wilders und Le Pen, dass die Bürger eine „Welle der Energie“ hätten, gemeinsames europäisches Handeln zu fordern. Wirklich? Die Wähler wollten die krasse Alternative Le Pen und Wilders (noch?) nicht – aber ob das ein Bekenntnis zu mehr Europa ist, wie Draghi meint, ist doch sehr fragwürdig! Wollen Europas Bürger, und das impliziert die Aussage Draghis, wirklich mehr Brüssel, mehr europäischen Zentralstaat, gelenkt aus Brüssel, flankiert von der Super-Behörde EZB in Frankfurt? Im Grunde sind das immens politische Aussagen Draghis, die weit weg sind vom Thema Preisstabilität – und insofern schlicht Mandatsüberschreitungen!

Mario Draghi scheint derzeit in geradezu euphorischer Stimmung zu sein, wie folgende Aussagen seiner Rede in Tel Aviv zeigen:

„The crisis is now behind us. The recovery in the euro area is resilient and is increasingly broad-based across countries and sectors. Domestic demand, supported by the ECB’s monetary policy, is the mainstay of that recovery. Five million more people are employed now than were in 2013, and unemployment though still too high is at an eight-year low“.

Die Krise liegt also hinter uns, meint Draghi, und das in vielen Sektoren und Ländern. Aber wenn die Krise hinter uns liegt, müsste man dann doch fragen, warum die EZB vorerst mit der Geldpolitik weiter macht, die sie für und wegen der Krise ausgeführt hat? Logischerweise müsste Draghi und die EZB also ihre Krisenpolitik beenden. Tut sie aber nicht, weil das vor allem für die Länder der Europeripherie ein sehr teures Vergnügen wäre.

Es wird die Zeit kommen, da die Auswirkungen der EZB-Politik selbst eine neue Krise auslösen – wer wie die EZB den Zins vernichtet, vernichtet den zentralen Mechanismus zur Risikosteuerung im Kapitalismus. Das werden die zukünftigen Rentner, die ja immer mehr rund nicht weniger werden, deutlich zu spüren bekommen!


Hat nach den Wahlen in Holland und Frankreich offenkundig blendende Laune: Mario Draghi
Foto: EZB

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Lossless

    19. Mai 2017 11:14 at 11:14

    Lieber Mario Draghi, Deine EZB ist zu klein für Italien. ;-)

    • Avatar

      columbo

      19. Mai 2017 11:35 at 11:35

      Genauso ist es. Italien hat eine Inflation von 2%, wächst aber kaum(0,2% im ersten Quartal). Für die einen wäre eine Zinserhöhung bitter notwendig, für die andern zu gefährlich. Das große kommende Europroblem wird die Inflation(Ketchupinflation?Hyperinflation?) sein, dagegen muß man sich absichern, die Frage ist, wie?

      • Avatar

        Thomas

        19. Mai 2017 12:56 at 12:56

        Ganz einfach :
        Kauf Dir 10 Euro Silbermünze:
        10 Euro falls Deflation kommt
        ca.8 Euro Wert in Silber falls Inflation kommt

        • Avatar

          Bademeister

          19. Mai 2017 13:45 at 13:45

          Für 10 Euro bekommst du aber keine 10 Euro Silbermünze.

  2. Avatar

    sascha

    19. Mai 2017 11:33 at 11:33

    Ja, nur wenn wir in Rente gehen sind die jetzigen EZB Affen auf Wolke 7 oder liegen schwabbelig in der Südsee und sagen:
    Wir haben damals alles richtig gemacht , schau die Jungs heute, keine Ahnung.
    So wird es sein und immer bleiben.

  3. Avatar

    Bademeister

    19. Mai 2017 11:35 at 11:35

    Holland ist nach den angeblich so erfolgreichen letzten Wahlen immer noch politisch handlungsunfähig….Österreich seit einigen Jahren….Griechenland auch….jetzt folgen bald Frankreich, Italien.
    Und in Deutschland darf es keine Alternative zu Mutti geben!
    Draghi weiss anscheinend, dass sein gedrucktes Geld das grosse Ganze letztendlich zusammenhält. Es geht mittlerweile um viel mehr als den wiederkehrenden Anleihekauf und die Zinsdrückerei der EZB.
    Ohne Marios Massnahmen droht die EU innerhalb kürzester Zeit auseinanderzubrechen! Weitermachen!

    • Avatar

      Walter Schmid

      19. Mai 2017 14:06 at 14:06

      Ja, leider ist es so. Der Zweck heiligt die Mittel. Und die Wähler in Holland und Frankreich haben die Mittel abgenickt.
      Ich warte jetzt nur noch darauf, bis die EZB mit Aktienkäufen anfängt. Das wäre nur logisch, weil man damit ja unter anderem auch noch einen Aktiencrash verhindert. Passt doch alles!

      • Avatar

        leser

        19. Mai 2017 15:50 at 15:50

        @Bademeister, @Walter Schmid
        Das sind ja gewagte Thesen. Im Rechtsstaat hat Machiavelli keinen Platz mehr. Und bei der EZB handelt es sich um eine von der demokratischen Willensbildung völlig losgelöste Institution.

        • Avatar

          Bademeister

          19. Mai 2017 16:40 at 16:40

          Die EU wird nurmehr vom gedruckten Euro zusammengehalten, wenn die Druckmaschinen stillstehen stirbt Europa im von Brüssel gewollten Sinne….Mario weiss das und wird so lange wie möglich versuchen das zu verhindern. Die Sowjetunion und DDR sind letztendlich wegen des fehlenden Geldes zu Grunde gegangen. Und ganz egal ob EU, EZB oder BRD….demokratisch ist da schon lange nix mehr.
          Kein frisches Geld mehr und es kracht….final.

          • Avatar

            columbo

            19. Mai 2017 16:56 at 16:56

            Sind eigentlich Gelddruckmaschinen-Firmen an der Börse notiert? Oder Wartungsfirmen, da diese Maschinen ja unter hoher Belastung stehen?
            Wäre interessiert an entsprechenden Aktien oder besser noch ETF’s.

      • Avatar

        Lars

        19. Mai 2017 18:12 at 18:12

        @Walter Schmid
        Welche Mittel haben die Wähler denn abgenickt, nur weil sie sich gegen Rechtspopulismus und erste zarte Ansätze von Geistesgestörtheit entschieden haben? Nicht jeder will ein Trumpeltier an der Spitze seines Heimatlandes sehen. Da hat man sich dann wohl für das kleinere Übel entschieden.

        @Bademeister
        Draghi meint vielleicht zu glauben, dass sein Helikoptergeld alles zusammenhält. Ich befürchte eher, dass seine Maßnahmen die EU eher spalten als zusammenhalten. Es wird doch langsam offensichtlich, dass er in erster Linie für sein Heimatland streitet, seine Objektivität und sein Mandat vergessen hat und langsam zur, leider äußerst mächtigen und einflussreichen, Witzfigur verkommt.

        Eine Art Amtserhebungsverfahren parallel zum dem der rotblonden Fönwelle wäre doch eine passable Lösung: Die Medien müssten nicht zweimal berichten, für die Märkte ist ohnehin alles nach spätestens zwei Tagen positiv, die Italiener würden lernen, dass man Geld neben Kreditaufnahme auch durch Arbeit erwirtschaften kann.

  4. Avatar

    Tino

    19. Mai 2017 16:41 at 16:41

    Das wäre weltweit ein Problem, wenn die Zinsen steigen kollabiert das System, Zeit für einen restart

    • Avatar

      Michael

      19. Mai 2017 20:14 at 20:14

      Wiese sollte das System kollabieren? Welches System? Es gibt kein weltweites Sytem. Ein System setzt systematische Planung voraus.

      Steigende Zinsen sorgen mancherorts für steigende Sicherheit, Stabilität und Aufschwung, in entwicklungsbedürftigen Chaoswirtschaften und Tradergehirnen jedoch für Panik und Chaos, bevor die Erleuchtung auch hier irgendwann einsetzt.
      Weniger (Aktienblase) ist manchmal mehr, wir Menschen müssen arbeiten, nicht zocken, um unseren Lebensinhalt zu bestreiten. Eine schlimme und bisher immer gültige Tatsache.
      Was bleibt:
      1. Wir arbeiten selbst wieder für unseren Lebensunterhalt und verhandeln kämpferisch mit den global tätigen Superkapitalisten um menschenwürdige Löhne und Gehälter.
      2. Wir lassen die bösen Immigranten weiterhin Sklavenarbeit betreiben und versuchen uns alle als Zocker an der Börse.
      3. Wir machen weiter wie bisher, hassen die Opfer und huldigen den Verursachern, kaufen überteuerte deutsche Autos, die im Ausland trotz EURO-Schwäche (seit 2014 12 bis 13% Verlust) nur die Hälfte kosten, kaufen weiterhin amerikanischen Low-Tech-Schrott und vertrauen unser Geld amerikanischen Firmen an, die keinerlei reale, fassbare Leistung erbringen (Facebook, Google etc.)

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Euro vs US-Dollar: Der Euro im Kampf um einen Rebound

Agata Janik

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am

Verschiedene Euro-Geldscheine

Der Euro zum US-Dollar hat am gestrigen Handelstag mehrmals versucht, nach dem starken Absturz der letzten Tage, eine Gegenreaktion auf der Oberseite zu erzielen. Die wichtige Unterstützung bei 1,1632 hat in den Vormittagsstunden gut gehalten. Das hat den Euro-Bullen gut gefallen. Noch dazu haben sich im Chart mehrere Spikes ausgebildet, die darauf hingewiesen haben, dass der neue Abwärtstrend bald zu Ende sein könnte. Der Kurs ist zuerst in eine Seitwärtsphase übergegangen. Das hat gezeigt, dass der Verkaufsdruck auf den Euro nachgelassen hat. Viele Händler, die Short positioniert waren, haben ihre Trades glattgestellt. Das hat den Euro zum USD ein wenig entlastet. Natürlich von einer Trendwende konnte noch nicht die Rede sein, aber zumindest hat der Euro gegen den USD nicht mehr so stark an Wert verloren.

Am Nachmittag dann, während der amerikanischen Session, haben die Bullen die Long-Seite angegriffen. Der Kurs ist aus der engen Seitwärtsrange nach oben ausgebrochen und der kleine Break-Out war somit gelungen. Der Major ist angestiegen und erreichte gestern im Hoch die Marke von 1,1685. Die Bullen hätten sich natürlich mehr gewünscht. Das Ziel war die 1,1700 „big figure“. Dieses Niveau konnte jedoch gestern nicht erzielt werden, da im Bereich von 1,1685 der 120er Moving Average verlief. Diese Hürde konnte nicht mehr überwunden werden. Dafür hat der Euro nicht genügend Kraft entwickelt. Das haben die Long-Trader schnell gemerkt und mussten ihre Positionen glattstellen, um wenigstens die kleinen Gewinne abzusichern. Danach ist EUR/USD erneut gefallen. Im späten Handel notierte das Währungspaar bei ca. 1,1670. Der Kurs ist erneut in eine Seitwärtsphase übergegangen und bewegte sich nur in einer engen Range von ca. 12 Pips. Die Händler waren nicht mehr bereit in den Euro vs USD zu investieren.

Der gestrige Handel bei EUR/USD war nicht besonders spannend. Die Volatilität war relativ gering. Viele Trader haben sich zurückgehalten. Der Euro ist angeschlagen, aber jetzt noch zu verkaufen, kann mit einem höheren Risiko verbunden sein. Viele rechnen damit, dass der Kurs zuerst eine Erholung erfahren wird, bevor die nächste Verkaufswelle kommt.Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Major vor dem Wochenende einen Rebound schafft. Freitags wollen viele Händler ihre Positionen glattstellen, um die Gewinne zu realisieren und keine Trades übers Wochenende zu halten. Das kann dazu führen, dass die Volatilität bei EUR/USD heute steigen wird.

Der Tagesausblick für den Euro vs US-Dollar

Aktuell, am Freitagmorgen, notiert der Euro zum US-Dollar bei ca. 1,1668. In der asiatischen Session heute Nacht haben die Händler versucht, den wichtigen Widerstand bei 1,1675 zu durchbrechen. Dazu kam es jedoch nicht, weil der Kurs seit gestern schon durch den 120er Moving Average gedeckelt ist. Damit der Euro seine Erholung fortsetzen kann, muss zuerst diese Hürde überwunden werden. Solange das nicht gelingt, kann der Euro vs USD weiter unter Druck geraten. Auf der Unterseite befindet sich die nächste wichtige Unterstützung bei 1,1632. Sollte diese brechen, wird der Major die 1,1600 „big figure“ ansteuern. Hier sollte der Kurs aber halten, da sich ansonsten die Lage für den Euro noch verschlechtern würde. Wer konservativ denkt, kann auf diesem Niveau seine Positionen schließen. Der Daily Pivot Point beim Euro zum USD befindet sich heute bei 1,1661.

Chart zeigt Euro gegen US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Aktuell: Türkische Lira bewegt sich – Zentralbank mit großer Überraschung!

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira hat die letzten Tage immer weiter abgewertet. Ein Debakel! Nicht nur dass die Lira eh schon anfällig war. Nein, hinzu kommt seit einigen Tagen noch eine kräftige Dollar-Stärke, die gegen die türkische Währung drückt. Vor wenigen Minuten hat die türkische Zentralbank ihre neueste Zinsentscheidung verkündet. Die Erwartung am Markt lag bei einem unveränderten Leitzins von 8,25 Prozent. Verkündet hat die Zentralbank jetzt eine echte Überraschung. Sie erhöht den Leitzins um satte 200 Basispunkte auf 10,25 Prozent!

Aussagen der Zentralbank zum Leitzins

Die Erhöhung im Leitzins habe man beschlossen um den Disinflationsprozess wiederherzustellen und die Preisstabilität zu unterstützen, so sagt es die Zentralbank aktuell zur Entscheidung, die für die türkische Lira wichtig ist. Man sei der Ansicht, dass die Aufrechterhaltung eines anhaltenden Disinflationsprozesses ein Schlüsselfaktor sei, um ein geringeres Staatsschulden-Risiko, niedrigere langfristige Zinssätze und eine stärkere wirtschaftliche Erholung zu erreichen. Um den Disinflationsprozess auf dem angestrebten Pfad zu halten, sei die Fortsetzung eines vorsichtigen geldpolitischen Kurses erforderlich. In dieser Hinsicht werde der geldpolitische Kurs unter Berücksichtigung der Indikatoren des zugrunde liegenden Inflationstrends festgelegt, um die Fortsetzung des Disinflationsprozesses zu gewährleisten. Man werde weiterhin alle verfügbaren Instrumente zur Verfolgung der Ziele der Preisstabilität und der Finanzstabilität einsetzen, so die Zentralbank.

Türkische Lira erst einmal mit Kehrtwende?

Ob Präsident Erdogan mit dieser Entscheidung glücklich sein wird? Er hatte die Führung der Zentralbank bereits ausgetauscht, und will niedrigere Zinsen – immer weiter sollen sie fallen. Jetzt 200 Basispunkte rauf, das dürfte wenig Begeisterung bei ihm hervorrufen. Kredite in der Türkei dürften teurer werden, aber die türkische Lira dürfe erst einmal davon profitieren. Als erste Reaktion seit 13 Uhr wertet die Lira gegen den US-Dollar schon mal etwas auf. US-Dollar vs Lira verliert von 7,70 auf 7,57. Nur so wenig? Schließlich waren 200 Basispunkte eine echte Überraschung für den Devisenmarkt! Ist das kurzfristig- und mittelfristig eine Kehrtwende für die türkische Lira? Und Markt kann man diese Nachricht noch gar nicht richtig fassen? Wird die Lira nun tagelang weiter aufwerten, und USDTRY und EURTRY somit fallen? Der folgende Chart zeigt USDTRY im Verlauf der letzten zehn Tage. Der Abwärtsbalken am Ende zeigt die aktuelle Reaktion auf die Zinsentscheidung.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen Türkische Lira seit zehn Tagen

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Euro vs US-Dollar: Wenig Hoffnung auf eine Erholung

Agata Janik

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Zahlreiche Euro-Geldscheine

Der Euro vs US-Dollar hat auch in der gestrigen Handelssitzung seinen frischen Abwärtstrend fortgesetzt. Der Euro gerät gegen den USD weiter unter Druck und es wird von Tag zu Tag für den Major schwieriger werden, den übergeordneten Aufwärtstrend aufrecht zu erhalten. Viele Händler, die langfristig den Euro favorisiert haben und Long-Positionen hielten, fangen jetzt sukzessive an, diese wieder glatt zu stellen. Niemand will zusehen, wie seine Gewinne dahin verschmelzen. Der Euro bekommt das zu spüren und verliert gegen den Greenback weiter an Wert.

Am Mittwochmorgen, als die Unterstützung bei 1,1675 noch gehalten hat, haben die Bullen kurzfristig versucht, den Kurs nach oben zu reißen und über den Bereich von 1,1730 zu bekommen. Der Euro hat sich auch zeitweise erholt und der Kurs ist bis 1,1720 angestiegen. Auf diesem Niveau traf jedoch der Major auf einen starken Widerstand. Der Euro konnte nicht genügend Dynamik entwickeln, um diese Hürde zu nehmen. Die Reaktion darauf ließ nicht mehr lange auf sich warten. Die Bären haben sofort frische Short-Orders am Markt platziert und den Euro erneut in den Keller geschickt. Die 1,1700 Marke wurde ohne Probleme unterschritten und der USD wurde weiter favorisiert.

Am Nachmittag, in der amerikanischer Session, hat sich die Abwärtsbewegung weiter fortgesetzt. Der Euro wurde immer schwächer. Als die wichtige Unterstützung bei 1,1675 unterschritten wurde, haben auch die Break-Out Trader angefangen, den Euro zu shorten. Der Kurs von EUR/USD ist immer weiter gefallen. Im später Handel notierte das Währungspaar bei ca. 1,1657.

Die aktuelle Situation beim Euro vs USD wird immer spannender. Es sieht fast so danach aus, als würde der große Aufwärtstrend zu Ende gehen. Der Dollar setzt seine Erholung auf breiter Front fort. Einer der Gründe, warum der Euro abverkauft wird, sind mit Sicherheit die Sorgen und Ängste der Investoren vor einem erneuen Lockdown in Europa. Die Zahlen der mit dem Covid-19 Neuinfizierten schießen in die Höhe und immer mehr Regionen und Städte innerhalb der EU werden zum Risikogebiet erklärt. Die Reisemöglichkeiten werden erneut eingeschränkt, was dazu führt, dass auch die Wirtschaft darunter leiden wird. Die großen Konzerne bauen ihre Stellen weiter ab und die düstere Stimmung in Europa breitet sich weiter aus. In den USA rückt das Thema Coronavirus langsam in den Hintergrund und der Fokus wird jetzt klar auf die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen gerichtet. Die Amerikaner haben sich schon fast an das Virus gewöhnt und schenken ihm nicht mehr so viel Aufmerksamkeit. Das wirkt sich auf den USD positiv aus.

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Der Tagesausblick für den Euro vs US-Dollar

Aktuell, am Donnerstagmorgen, notiert der Euro zum USD bei ca. 1,1645. In der asiatischen Session heute Nacht gab es für den Euro nur kurzfristig eine Hoffnung. Im Bereich von 1,1679 haben die Bären aber erneut angegriffen und seitdem bewegt sich der Major weiter in die südliche Richtung.Der Euro ist angeschlagen und es wird für ihn nicht einfach werden, einen Rebound zu erzwingen. Die Short-Seite ist jetzt angesagt. Jede Gegenreaktion auf der Oberseite wird von den Bären dazu genutzt, frische Short-Positionen zu eröffnen. Wer also auf eine Erholung bei EUR/USD setzt, sollte vorsichtig sein und eher kurzfristig Positionen halten. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wir auch heute einen schwachen Euro sehen werden. Die nächste wichtige Unterstützung befindet sich bei 1,1632. Sollte auch diese Marke brechen, wird der Kurs die 1,1600 „big figure“ suchen. Der Daily Pivot Point beim Euro vs USD liegt heute bei 1,1674.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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