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Markt im Rauschzustand? Amazon schießt ab kurz vor den Quartalszahlen – Jeff Bezos reichster Mensch der Welt

Wo gibt es denn sowas? Die guten Quartalszahlen von Amazon, die werden einfach jetzt schon mal eingepreist, gut sieben Stunden vor Bekanntgabe der Zahlen. Die werden schon gut ausfallen, also vorab schon mal…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wo gibt es denn sowas? Die guten Quartalszahlen von Amazon, die werden einfach jetzt schon mal eingepreist, gut sieben Stunden vor Bekanntgabe der Zahlen. Die werden schon gut ausfallen, also vorab schon mal hochkaufen die Aktie – so lautet wohl aktuell das Motto der Börsianer.

Analysten erwarten im Schnitt von Amazon einen Gewinn pro Aktie von 1,40 Dollar nach 1,77 Dollar im 2. Quartal 2016. Der Umsatz wird um die 37 Milliarden Dollar erwartet nach 30,4 Milliarden letztes Jahr. Also steigender Umsatz, aber leicht rückläufiger Gewinn, so ist die Erwartung eingepreist. Grund für den wohl geringeren Gewinn wird die hohe Investitionsquote von Amazon sein – das nimmt der Markt dann nicht übel, verständlicherweise!

Die Aktie schloss gestern Abend bei 1.052 Dollar, und ging vorhin in den Handelstag mit 1.074 Dollar. Wahnsinn, wo doch normalerweise direkt vor der Veröffentlichung von Zahlen Abwarten angesagt ist. Momentan steht die Aktie bei 1.070 Dollar. Was soll´s, das KGV steht ja nur bei 166 (Erwartung für das laufende Jahr). Aber wir hatten uns dazu ja schon geäußert. Die Wachstumsstory ist intakt, Amazon ist Marktführer, und macht nach und nach die Konkurrenz platt.

Daher mag auch der Optimismus kommen, der die Aktie jetzt gerade antreibt. Ebenfalls sollte die Sogwirkung beachtet werden, die von Facebook aktuell ausgeht. Der Social Media-Gigant konnte gestern Abend mit seinen Zahlen überzeugen, und steigt heute zur Eröffnung um 5,7% gegenüber dem Schlusskurs gestern Abend 22 Uhr. Auch Amazon ist Marktführer in seinem Segment. Es ist wohl die Sogwirkung, dass Marktführer in Tech-Bereich immer weiter zulegen (Umsätze, Marktanteile, Börsenwert), während alle dahinter größtenteils Not leiden (siehe heute Twitter oder Google+, das angeblich noch existieren soll).

Es wirkt wie ein großer Trend. Die Marktführer legen immer weiter zu. Von daher ist die Wahrscheinlichkeit auch recht gut, dass die Amazon-Zahlen heute überzeugen werden. Und was ist mit dem Blick in die ferne Zukunft? Vielleicht endet Amazon so wie Standard Oil. Der totale Monopolist, der zwangsweise durch die US-Regierung aufgespalten wurde. Dadurch entstanden die US-Ölgiganten, die wir heute alle kennen. Wird es eines Tages dann drei oder vier gleich große Online-Portale wie Amazon geben, nach einer möglichen Aufspaltung des Monopolisten Amazon? Wenn die Entwicklung so weitergeht, führt daran wohl kaum ein Weg vorbei. Aber keine Angst, die Aktionäre von Amazon würden dann ja anteilig Aktionäre der neuen Firmen werden, also de facto nichts verlieren.

So, und nach diesem Schwenk in die ganz ferne (noch unklare) Zukunft wieder zurück zum heutigen Tag. Heute um 22 Uhr sind wir endlich alle schlauer. Wir berichten dann so aktuell wie möglich über die Amazon-Zahlen. Übrigens: Durch den ganz frischen Anstieg der Amazon-Aktie ist Amazon-Chef Jeff Bezos rein rechnerisch nun reichster Mensch der Welt, noch vor Microsoft-Gründer Bill Gates.

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Amazon gibt übrigens auch gerade bekannt, dass man am 2. August in den USA den ersten „Amazon Jobs Day“ veranstalte, so eine Art Tag der offenen Tür für Arbeitssuchende. Dafür öffne man 10 Logistikzentren für Besucher. Man habe 50.000 Jobs zu vergeben, und möchte erreichen, dass die interessierten Bewerber die Logistikstandorte für ein Gespräch betreten, und mit einem Jobangebot wieder verlassen. So schön 50.000 neue Jobs auch sein mögen. Niemand spricht wirklich darüber, wie viele Jobs vorher in besser bezahlten Einzelhandelsjobs verloren gingen durch die Änderung des Konsumverhaltens, weg von Stationär und hin zu Amazon und Co (hauptsächlich Amazon).


Seit Jahresanfang steigt die Amazon-Aktie von 750 auf jetzt 1.070 Dollar.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Dolamar

    27. Juli 2017 17:36 at 17:36

    1080!

  2. Avatar

    Marcus

    27. Juli 2017 17:50 at 17:50

    Das ist doch alles nur noch pervers, das ist doch keine Börse mehr ! Sorry, aber nur so kann man das beschreiben. Amazon kann heute melden was es will, morgen kostet die Aktie dann wahrscheinlich gleich mal 1.200 Dollar zzgl. Bonus das Mr. Bezos nun reichster Mann der Welt ist.

    Der Dow Jones steigt auf 22.200 Punkte, und der Nasdaq springt wahrscheinlich schon zur Eröffnung auf 7.000 Zähler.

  3. Avatar

    Dolamar

    27. Juli 2017 18:15 at 18:15

    …SP bei 5600!
    … BA (Boeing) bei 270!
    … Race (Ferrari) bei 120!
    es erinnert mich sehr an vor 2001 und 2007.
    Obwohl ich der Meinung bin das die „Krise“ von 2007, de Facto, nur mit künstliche finanziellen Konstruktionen eine Antwort gefunden hat, aber nicht Antworten für die reale Wirtschaft.
    Die Krise 2007 hat ca. 600 Euro pro Einwohner/Erde gekostet.
    Falls dieses Konstrukt zusammenbricht wie „teuer“ wird es uns alle treffen?

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

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Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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