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Marktausblick: Dax im Minus, US-Zölle gegen China, Bank of England

Claudio Kummerfeld

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am

Der Dax wird heute gut 75 Punkte tiefer in den Handel starten im Vergleich zu gestern Abend. Er wird ungefähr bei 12.660 Punkten in den Handel gehen. Grund hierfür sind die gestern am späten Abend durchgesickerten „Wünsche“ von Donald Trump an seinen Handelsbeauftragten, dass er Zölle gegen China im Volumen von 200 Milliarden Dollar doch bitte prüfen solle. Sie sollen von bislang 10% auf 25% steigen. Möglich wären sie ab dem 5. September.

Alles ist im Fluss. Gibt es bis dahin wieder eine Deeskalation, oder eine weitere Eskalation? Einigt man sich mit China, oder dreht sich die weltweite Spirale im Handelskrieg immer weiter? Für so eine Nachricht scheinen „nur“ -75 Punkte im Dax recht wenig. Eine Ausweitung der Verluste im Laufe des Tages ist möglich. Aber Achtung, wir sind im Sommerloch mit wenig Liquidität, da ist alles möglich!

Dax
Der Dax seit Ende Juni.

Eine erste Unterstützung könnte der Dax bei 12.580 Punkten finden, wenn man jetzt weiter abrutscht – danach bei 12.500. Der Dow Jones ist seit der neuen China-Ankündigung aus dem Weißen Haus bis heute früh „nur“ um 115 Punkte gefallen – also noch hält sich der Schock in Grenzen. Das mag auch daran liegen, dass Folgeschritte wie dieser schon wochenlang erwartet wurden.

Bank of England

Heute um 13 Uhr deutscher Zeit verkündet die Bank of England eine „historische Entscheidung“, wie einige Trader in London es sagen. Man erwartet eine Zinsanhebung von 0,50% auf 0,75%. Alles andere würde das Pfund absacken lassen. Eigentlich war der Zinsschritt schon für Mai erwartet worden, und ist heute überfällig. Der Markt erwartet ihn mit 90% Wahrscheinlichkeit. Also Augen auf liebe Forex-Trader! Wir berichten sofort um 13 Uhr!

Was bedeutet das im großen Bild? Die Amerikaner heben ihre Zinsen an, und auch die Briten. Die Festland-Europäer (EZB, SNB) bleiben zurück. Das Geld soll hierzulande billig bleiben um die Mittelmeer-Länder zu stützen. In folgenden Chart sieht man das Pfund vs USD seit Dezember 2017. Weil die Amerikaner Zinsen anheben und die Briten bislang nicht, wertete das Pfund immer weiter ab von 1,43 auf 1,30. Kommt heute die Trendwende? Angeblich, so sagen es viele Trader, ist die Zinsanhebung schon voll im Kurs berücksichtigt. Wirklich? Können parallele Aussagen von Mr. Carney ab 13 Uhr bezüglich Folgeschritten einen Push bringen?

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Markus Koch LIVE zum Handelsstart in New York – die Wirtschaft entscheidet und nicht die Wahlen

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Trump oder Biden, Rettungspaket JA oder NEIN? Egal was passiert, die Börse läuft weiter?

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Coronakrise: Die unheimliche Hausse der Schusswaffen-Hersteller

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Amerikaner kaufen in der Coronakrise Waffen, Deutsche dagegen Toilettenpapier – wie Analysen aus dem Frühjahr gezeigt haben. Kurz vor den US-Wahlen steigt die Unsicherheit in vielerlei Hinsicht – und die Aktienkurse von Waffenherstellern. Waffenkäufe in den USA sind in Zeiten der Coronakrise schon seit längerer Zeit feststellbar –  jetzt aber gesellen sich noch weitere Ursachen dazu. Die Steigerungen bei den Kursen der Waffenfirmen brauchen sich nicht einmal hinter den Tech-Werten zu verstecken. Und wieder einmal könnte ein Regierungswechsel einen Boom auslösen.

Das Recht des Amerikaners zum Waffenbesitz

Wie oft wurde in den USA schon über eine Verschärfung des Waffenrechts diskutiert, zumeist im Zusammenhang mit Amokläufen! Stets beruft sich die US-Waffenlobby in Gestalt der NRA – National Rifle Association of America, Nationale Schützen-Vereinigung – auf das verfassungsrechtlich garantierte Recht der Amerikaner zum Waffenbesitz.

Im 2. Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten, verabschiedet bereits am 15. Dezember 1791 hieß es:

„Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“ Obwohl es immer wieder Versuche gibt dieses uralte „Grundrecht“ abzuändern, unterstützen insbesondere die Republikaner mit ihrem Präsidenten Donald Trump die Interessen der NRA. Da ein Regierungswechsel zu den Demokraten sehr wahrscheinlich geworden ist, haben die Aktien von Waffenherstellern einen weiteren Aufwind bekommen – man erwartet Hamsterkäufe im Falle eines Wahlsiegs von Joe Biden.

Die Hausse der Revolveraktien im Jahr der Coronakrise – oder Amerikaner kaufen Waffen, Deutsche Toilettenpapier

So lautete eine etwas scherzhaft gemeinte Feststellung zu Zeiten des Lockdowns im April. Betrachtet man sich aber die Entwicklung der Aktien von Pistolen-, Revolver-, und Gewehrherstellern in den letzten neun Monaten, so erkennt man, dass dies kein billiger Kalauer gewesen ist. Im Übrigen waren die Regale mit dem Toillettenutensil eine Zeitlang wirklich Mangelware in Deutschland.

Die Performance:

Konnte der große S&P 500 in diesem Jahr bisher um sieben Prozent zulegen, so ging es mit den Aktien der weltbekannten Waffenfirma Smith&Wesson um 135 Prozent nach oben, die weniger bekannte Firma Sturm Ruger aus Southport (Connecticut) bringt es immerhin auf 51 Prozent. Allein im Monat Oktober ging es bereits um 8 beziehungsweise 9,5 Prozent nach oben.

Waren es im Spätwinter Sorgen der Amerikaner vor Plünderungen infolge der Coronakrise, später die Angst vor Unruhen im Lande wegen des gewaltsamen Todes des Afroamerikaners George Floyd, so fürchtet man sich jetzt vor einem möglichen Chaos nach dem 3. November, sollte es keinen eindeutigen Sieger geben. Zusätzlich sorgen sich die Waffennarren vor härteren Regelungen, insbesondere von Schnellfeuerwaffen, die für die Demokraten ein echtes Übel darstellen. In Deutschland würde manche Waffengattung unter die Regelungen des Kriegswaffenkontrollgesetzes (KrWaffKontrG ) fallen. Die Chefs der Waffen-Firmen in den USA hingegen freuen sich über die Nachfrage, man komme mit den Auslieferungen kaum hinterher.

Absonderliche Entwicklungen unter den Reps und Dems

Die eindeutige Positionierung von Demokraten und Republikanern haben in der Vergangenheit zu seltsamen Entwicklungen der Aktienkurse von Waffenfirmen geführt. Unter den acht Jahren von Präsident Barrack Obama stiegen die Aktien von Sturm Ruger um etwa 900 Prozent, weil der Demokrat zwar immer für schärfere Waffengesetze eintrat, dieses im Kongress aber nicht durchsetzen konnte. Unter Donald Trump stieg die Aktie dieser Firma nur um mickrige 16 Prozent, weil sich die NRA der Unterstützung des Präsidenten sicher sein konnte. Jetzt könnte Joe Biden aufgrund der Coronakrise ins Weiße Haus zurückkehren, um die Ideen von Barack Obama in die Tat umzusetzen.

Wozu brauchen die Amerikaner so viele Waffen?

Diese Frage kommt einem sofort in den Sinn, wenn man sich die Statistiken über den Waffenbesitz in den USA betrachtet – eine „kleine“ Privatarmee. 43 Prozent aller Amerikaner leben in einem Haushalt mit mindestens einer Schusswaffe. Es gibt in den USA 300 Millionen Waffen, Pistolen und halbautomatische Sturmgewehre.

Fazit

Es ist für uns Europäer schon eine schauerliche Vorstellung: Dass es in fast jedem zweiten Haushalt Schusswaffen gibt, dass Millionen von Amerikanern selbst im Handschuhfach ihres Wagens eine Waffe mitführen. Gerade in der jetzigen Situation eines gespaltenen Landes, in dem sich bestimmte Gruppierungen im Lande unversöhnlich und fanatisch gegenüberstehen, bei einem Präsidenten, der vieles gewähren lässt, um es höflich auszudrücken. Dazu die Coronakrise mit ihren wirtschaftlichen Folgen: Gestiegene Waffenkäufe und gestiegene Aktienkurse bei Smith&Wesson und Co, ob das nicht der gefährlichste Teil der Aktienhausse in den USA ist?

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Gibt es eine Umschichtung von Tech-Aktien eher zu „langweiligeren“ Aktien wie den Autotiteln? Daimler und andere Firmen melden gute Zahlen.

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