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Anleihen

Marktausblick: Deutsche Industrie schwach, Eskalation Trump-China, Italien

Claudio Kummerfeld

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am

Das ist eine Überraschung. Wie wir soeben schon vermeldeten, zeigt die deutsche Industrie im Juni Schwäche mit 4% Rückgang bei den Auftragseingängen. Das könnte dem Dax zum Handelsstart schwächen. Mit 12.617 liegt der Dax in der Vorbörse momentan mit 20 Punkten im Minus im Vergleich zu Freitag Abend. Der Euro tendiert schon seit Tagen immer schwächer, was sich auch heute früh nicht geändert hat mit 1,1556. Das sollte eigentlich dem Dax helfen, aber über dem schwebt Donald Trump mit seiner Grantlerei gegen China. (im Chart der Dax seit letzten Mittwoch)

Dax

Trump vs China

Im größeren Bild schwebt über allem der Dampfplauderer Donald Trump, der gestern mal wieder über Twitter ein paar Dinger rausgehauen hat. Zölle seien toll, und mit diesen Zusatzeinnahmen könnten die USA einen großen Teil ihrer Staatsschulden abbauen, die vor allem unter Präsident Obama entstanden seien (das stimmt sogar). Gleichzeitig könne er für die Amerikaner ihre Steuern senken. Jedes Land versuche Reichtum aus den USA abzuziehen. Entweder müssten die Ausländer Steuern zahlen, oder alternativ eben in den USA produzieren.

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In chinesischen Staatsmedien (Global Times von gestern) wird aktuell klare Kante gegen Donald Trump gezeigt. Man sei bereit für einen lang anhaltenden Handelskrieg mit den USA. Man habe in diesem Zusammenhang auch keine Angst davor, dass es in China zu kurzfristigen negativen Auswirkungen für die Wirtschaft komme. Dieser Angriff der USA bedrohe die Souveränität Chinas, womit versucht werde das Land zum Vasallen der USA zu machen.

Italien

Im Zuge der Budget-Beratungen der italienischen Regierung am letzten Freitag gab es Befürchtungen, dass man erstens eine massive Neuverschuldung beschließen, und dass zweitens Finanzminister Tria zurücktreten könnte. Er hat noch einen relativ guten Ruf in Sachen EU. Ob es diese Woche Neuigkeiten aus Rom gibt, ist unklar. Jedenfalls stieg die Rendite für italienische Staatsschulden am Freitag kräftig an, und konnte sich aber zum Marktschluss wieder etwas erholen (immer noch extrem hoch bei 2,93%). Eventuell könnte Italien im Lauf der Woche noch interessant auch für den deutschen Markt werden.

Charttechnik Dax

Für Chartisten hier ein aktueller Ausblick auf den Handelsstart am heutigen Montag.

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9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Dieter G.

    6. August 2018 09:16 at 09:16

    Wo ist Trump denn ein Dampfplauderer?

    • Avatar

      tm

      6. August 2018 09:42 at 09:42

      Ist das nicht offenkundig? Er verspricht und labert viel – heraus kommt wenig bis nichts, zumindest nichts Positives.

    • Avatar

      tm

      6. August 2018 09:57 at 09:57

      Er verspricht und labert viel und hält wenig bis nichts – das ist doch wohl die Definition eines Dampfplauderers, oder nicht?

    • Avatar

      Michael

      6. August 2018 12:37 at 12:37

      An allen Ecken und Enden, und das durchschnittlich fünf Mal am Tag! An guten Tagen sind es schon auch mal 77 Falschaussagen:

      https://www.sueddeutsche.de/medien/interview-am-morgen-trumps-luegen-es-ist-deprimierend-1.4035989
      https://blog.zeit.de/teilchen/2017/08/23/praesidentschaft-donald-trump-luegen/

      Diese Quellen lassen sich unendlich fortsetzen, da hilft auch die Mär von der global gesteuerten Mainstream-Lügen-Lückenpresse nichts mehr…

      • Avatar

        Aufgewachter

        6. August 2018 16:16 at 16:16

        Wieso schwach?

        Sowie die Bäche sich in die Flüsse ergießen und die Flüsse in die Ströme und die Ströme ins Meer, so strömen die Zinsen aller vom IWF verschuldeten Länder dieser Erde direkt an die Zinsmeute des Zinsstaates für den nächsten Galaabend samt dem Tanz der Zins-Vampire auf dem Mitternachtsball.

        Treffenderweise trägt dieser Ort zurecht den Namen Zinsstromland, nicht zu verwechseln mit dem Zweistromland, welches in fast unmittelbarer Nachbarschaft zu den jahrtausendebekannten Arbeitsverweigerern und Langzeitarbeitslosen liegt, vor denen schon in der Bibel gewarnt wurde.

        Sowie die BIZ, macht auch der IWF seinem Namen alle Ehre. Wir erinnern uns, die Firmenbezeichnung muß nach §18 Abs. 2 HGB der Wahrheit und Klarheit entsprechen, um eine Täuschung über die Art und den Umfang des Geschäftes zu vermeiden.

        Wie bei der Kreditirrenanstalt für Wiederneuverschuldung (KfW) arbeitet auch die Zinstruppe der Internationalen Währungs Feinde (IWF) recht zinsgallig. Zu den Hauptaufgaben des Zinsgesindels gehört es rohstoffreiche Länder von der eigenen Entwicklung abzuhalten, daher auch der Name Entwicklungsländer.

        Die Entwicklungsländer hätten sich seit der Gründung des IWF im Jahre 1944 eigentlich bis zu unserem Tech-Level entwickeln müssen, aber das Einzige, was sich dank des IWF dort entwickelt hat sind die Hungersnöte, Krankheiten, Epedemien, Schulden und Schuldabhängigkeiten von den Zins-Blutsaugern.

        Dies erreicht die Zinsbande dadurch in dem stets großzügige Kredite an Staaten vermitteln werden, die meist auf kurz oder lang direkt in den Zins-Exitus, also Staatsbankrott führen oder zumindestens den Kurs der Nationalwährungen plötzlich ordentlich Samba tanzen lassen.

        Die Destabilisierung der Nationalwährungen ganzer Staaten mittels der Zinsfolter, wie auch der Förderung der Zahlungsunfähigkeit zwecks Aufnahme neuer Kredite zur Aufrechterhaltung der Zinsströme in den Zinsstaat gehört daher zum Höllenqual-Standard-Repertoire des IWF.

        Rohstoffreiche Länder können dank des IWF immer wählen auf welche Weise sie dabei unterstützt werden wollen. Entweder durch die Zins/Derivaten-Bombe oder durch die Uranbombe/Atombombe. Da soll noch einer sagen, daß der IWF keine Wahlfreiheit zuliesse.

        • Avatar

          Michael

          6. August 2018 19:51 at 19:51

          Lieber Aufgewachter, ich gehe davon aus, dass Sie beim Posten Ihrer Antwort noch nicht ganz aufgewacht waren ;) Die gehört sicherlich zu einem anderen Artikel? Denn ich als Aufgeweckter kann keinen Zusammenhang mit meinem Post erkennen…

  2. Avatar

    Dieter G.

    6. August 2018 14:13 at 14:13

    Wie heisst es so schön im Journalismus: der eine Trottel schreibt vom anderen ab. Herrlich.

    Dann würde ich jetzt echt strong long in den Euro gehen, wenn Trump nix kann. Und natürlich in Europa, und vor allem in Deutschland, ist alles super. Ok, wir haben einen besoffenen EU-Chef, egal. Ist halt ´ne Randnotiz wert. Unsere SED-Genossin Merkel begeht Rechtsbruch, aber egal, der böse…böse Tump ist es dann mal wieder gewesen. Wobei Trump ja eh alles schuld ist. Schuld am schlechtem Wetter, heissem Wetter, Regen, Kälte, schlechte Laune, und dann gibt es immer noch keinen Crash. Ist er auch schuld.

    Hier herrscht ein Trump-Bashing, da bleibt selbst mir die Spucke weg. Diese Webseite dient eigentlich nur noch für depressive Zeitgenossen, die in ihrer geistigen Haltung nach Bestätigung suchen. Und hier soll man sich über Finanzmärkte informieren? Chapeau…

    Toi…toi…toi…und gute Genesung

    Dieter

    • Avatar

      Gixxer

      6. August 2018 19:42 at 19:42

      Ganz so stimmt das aber nicht, denn nicht Trump ist an allem schuld, das ist Putin. Sie haben da was verwechselt.

    • Avatar

      Michael

      6. August 2018 20:57 at 20:57

      @Dieter G.
      Wie heisst es so schön im Journalismus: der eine Trottel schreibt vom anderen ab. Von welchem haben Sie denn abgeschrieben bzw. Ihr Gedankengut übernommen?
      Zwei (!!) Leute antworten auf Ihre provokativ-blödsinnige Frage, und schon pfeift bei Ihnen der Teekessel. Schon werden Sie unsachlich und verfallen in Biertisch-Populismus.
      Dann würde ich jetzt echt strong long in den Euro gehen, wenn Trump nix kann.
      Da würde ich genau gegenteilig argumentieren wollen: Nicht zuletzt aus dem Grund, weil Trump nix kann, steigt ja gerade der USD (und fällt somit der EUR). Das will Trump aber eigentlich gar nicht (Handelsbilanz etc.), er bekommt es einfach nur nicht geregelt.

      Mal ganz unabhängig davon, dass Sie zu den wenigen Verblendeten gehören, die den EURUSD-Kurs politisch-ideell daran festmachen, dass ihrer Meinung nach die EU grundsätzlich falsch und Trump richtig liegen: Den restlichen Quatsch hinsichtlich Argumentationsverschleierung und das Einfließenlassen von themenfremden Grundsatzdebatten, konkret z. B. über drunken Juncker, SED-Merkel, nicht vorhandenem Klimawandel, Trump-Bashing und depressive Zeitgenossen haben Sie von welchem Trottel?
      Jemand wie Petkov kann es nicht sein, denn der ist im Kern eigentlich kein Trottel. Die Wahre Sabine kann es auch nicht sein, denn die ist derzeit zu sehr mit dem Nutzungsrecht auf ihren Nickname, mit TESLA und dem üblichen grünen Blödsinn und mit der GEZ beschäftigt.
      …da bleibt selbst mir die Spucke weg. Selbst Ihnen? Sind Sie so eine Koryphäe, dass Sie sich als Referenz auflisten müssen? Chapeau…

      Toi…toi…toi…und gute Genesung

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Allgemein

EZB ebnet argumentativen Weg für lang anhaltende Rettungsmaßnahmen

Claudio Kummerfeld

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am

Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Seit der Finanzkrise 2008 veranstaltet die EZB ein Anleihekaufprogramm nach dem nächsten. Die Zinsen sinken im großen Bild gesehen immer weiter. Egal wie gut es der Konjunktur in der Eurozone zwischen 2008 und 2020 wieder ging. Die EZB druckte immer weiter Geld, kaufte immer weiter Anleihen. Länder wie Italien wurden mit EZB-Geld und immer weiter sinkenden Zinsen am Leben erhalten. Nach der Krise war vor der Krise.

Und nun, kommt nach der Coronakrise (die Impfstoffe kommen ja bald) wieder die nächste Krise, nämlich die Rettung der überschuldeten Unternehmen? Deswegen muss die EZB (wie es auch die Fed macht) zusammen mit den Regierungen der Mitgliedsstaaten immer weiter retten, retten und retten. Denn ja, wir wissen es alle. Mit gigantischen Kreditprogrammen, Zuschüssen, Kurzarbeitergeld uvm werden in Europa die Nöte der Coronakrise gemildert, und Probleme optisch versteckt. Am besten erkennt man das beim Thema Kurzarbeitergeld. In Deutschland wurde die ausgeweitete Funktion dieses Instruments erst letzten Freitag im Bundestag bis Ende 2021 verlängert – welch ein Zufall, bis zur Bundestagswahl kann die Kurzarbeit in ihrer jetzigen Form also weiterhin als neuer Dauerzustand für eigentlich arbeitslose Arbeitnehmer genutzt werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

EZB kommt mit „Nicht zu früh aufhören“-Argumentation

Aber zurück zur EZB. Die einfache wie auch clevere Aussage der EZB lautet am heutigen Montag (frei und sinngemäß zusammengefasst): „Wenn wir die Hilfen zu früh einstellen, gefährden wir den Erfolg“. Tja, und wann das Ende der Hilfen angebracht ist, das ist bei der EZB bekanntermaßen eine sehr dehnbare Ansichtssache (siehe Anleihekäufe seit 2008 bis heute – hier eine wunderschöne historische Übersicht zu dem Thema). Im Rahmen ihres heute veröffentlichten Finanzstabilitätsberichts hat die EZB auch einen einzelnen Artikel veröffentlicht, bei dem es um die „Bewertung von Schwachstellen von Unternehmen“ in der Eurozone geht.

Und die Schwachstelle scheint offenbar darin zu bestehen, dass EZB und Regierungen ihre Hilfsprogramme zu früh auslaufen lassen könnten. Man sieht die Probleme wohl auch vor allem beim Zugang zu Krediten und bei steigenden Finanzierungskosten. Die Unterstützung durch die Geldpolitik der EZB habe dazu beigetragen, die tatsächlichen Insolvenzen bisher unter Kontrolle zu halten. Staatliche Kreditgarantien und Konkursmoratorien hätten eine groß angelegte Welle Unternehmenspleiten verhindert. Aber eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen könnte gezwungen sein Konkurs anzumelden, wenn diese Maßnahmen zu früh aufgehoben werden oder die Kreditvergabebedingungen der Banken verschärft werden, so die heutige Aussage der EZB. Tatsächlich deute die historische Ko-Bewegung des Anfälligkeitsindikators mit den Unternehmensinsolvenzen und dem BIP-Wachstum darauf hin, dass sowohl die Regierungspolitik als auch die niedrigen Fremdfinanzierungskosten dazu beigetragen hätten, die Auswirkungen der Verschlechterung des Gesundheitszustands der Unternehmen auf die tatsächliche Zahl der Insolvenzen zu dämpfen – auch wenn die Auswirkungen je nach Land, Sektor und Unternehmensgröße unterschiedlich seien.

Dieser neu entwickelte Indikator mache laut EZB deutlich, dass die Anfälligkeit des Unternehmenssektors auf ein Niveau gestiegen ist, das zuletzt während der Staatsschuldenkrise im Euroraum beobachtet wurde. Finanzierungsrisiken hätten sich dank verschiedener Unterstützungsmaßnahmen bisher nicht materialisiert, aber die Anfälligkeit der Unternehmen könne weiter ansteigen und ein Niveau erreichen, das während der globalen Finanzkrise beobachtet wurde. Insbesondere wenn die zweite Welle der Pandemie die wirtschaftliche Erholung zum Stillstand bringe und das Wachstum schwächer ausfällt als prognostiziert, könnte ein frühzeitiger Ausstieg aus den Stützungsmaßnahmen schließlich zu einem deutlichen Anstieg der Unternehmenskonkurse führen, mit Auswirkungen auf die Finanzstabilität auch für die Banken im Euroraum, so die EZB.

Aus Rettung wird Dauerzustand

Tja, haben sie es auch rausgelesen? Diese Aussagen (wie auch jüngst die Warnung von Christine Lagarde vor der Rezession) bieten die perfekte Vorlage, damit KfW-Kredite, Null- und Negatzvinsen, Kurzarbeitergeld, Anleihekäufe in Billionenhöhe etc immer so weitergehen, Jahr für Jahr. Nicht denkbar? Nochmal, ich möchte erinnern an die letzten zwölf Jahre seit der Finanzkrise! Natürlich sind viele Maßnahmen sicherlich gut und richtig wie die KfW-Kredite, Zuschussprogramme etc. Aber vor allem was die EZB da anrichtet mit ihren Kaufprogrammen und abgeschafften Zinsen. Diese Maßnahmen, wenn sie jahrelang immer weiter beibehalten werden, schaffen ein Gesamtumfeld, das nicht mehr ohne zinslose Kredite leben kann, und Staaten die nicht mehr ohne negative Anleiherenditen leben können. Man gewöhnt sich an diese schöne neue Welt sehr schnell – oder besser gesagt, man hat sich längst daran gewöhnt. Ein Ende dieser Geldpolitik der EZB, ist die überhaupt noch vorstellbar bei der Schuldenexplosion bei Staaten und Unternehmen? Entweder immer so weitermachen, oder man riskiert einen großen Knall.

EZB-Grafik zur Verwundbarkeit der Unternehmen
Grafik: EZB

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Anleihen

China hält immer weniger US-Staatsanleihen – warum das kein Problem ist

Claudio Kummerfeld

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US-Flagge

China hält immer weniger US-Staatsanleihen. Laut aktueller Veröffentlichung des US-Finanzministeriums hielt China im Monat September ein Volumen von 1,061 Billionen US-Dollar. Vor genau einem Jahr waren es noch 1,102 Billionen Dollar. Der aktuelle Stand ist der niedrigste Wert seit drei Jahren. Der folgende Chart  zeigt, dass die Tendenz seitdem stetig fallend ist. Will sich da jemand unabhängig vom US-Dollar machen?

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Man kann gleich aus zwei Gründen sagen, dass diese Entwicklung für die USA als gigantischer Neuschulden-Aufnehmer kein echtes Drama darstellt. Denn die folgende Detailgrafik mit den aktuellsten Daten zeigt, dass das Volumen von US-Staatsanleihen, das durch ausländische Eigentümer gehalten wird, binnen Jahresfrist sogar gestiegen ist von 6,92 auf 7,07 Billionen Dollar.

Und zweitens kauft die US-Notenbank Federal Reserve genau wie die EZB und zahlreiche andere Notenbanken derzeit ja in gigantischem Ausmaß die Schulden des eigenen Landes auf. Nur so können die Länder in dieser Coronakrise massiv neue Schulden machen, und das auch noch mit traumhaft günstigen Konditionen. Seit Beginn der Coronakrise im März hat die Fed für 2 Billionen Dollar US-Staatsanleihen aufgekauft. Noch Mitte Februar lag die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen bei 1,57 Prozent. Jetzt sind es 0,86 Prozent.

Grafik zeigt die größten ausländischen Eigentümer von US-Staatsanleihen

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Allgemein

Logik der Transferunion: Fünf-Sterne fordern EZB zu Schuldenerlass für Italien auf

Claudio Kummerfeld

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Geld aus dem nichts von der EZB?

Die mit in der italienischen Regierung sitzende Fünf-Sterne-Bewegung hat heute in einem Blog-Eintrag die Europäische Zentralbank dazu aufgefordert, dass sie Italien einfach Schulden erlassen solle. Aber halt. Wie, was, warum? Die EZB kauft seit Jahren in Billionen-Höhe Anleihen von Euro-Mitgliedsstaaten auf, so auch die von Italien. Offiziell nicht, aber de facto werden die Regierungen von der EZB durchgefüttert (Staatsfinanzierung), mit oft nicht mehr vorhandenen Zinsen.

Und in der Coronakrise hat die EZB nochmal kräftig nachgelegt mit neuen Aufkaufprogrammen in Höhe von 1,35 Billionen Euro. So konnten die Länder in der Eurozone sich in der Coronakrise weiter kräftig verschulden, und die EZB stand als Aufkäufer am Anleihemarkt stets parat. Nun soll die EZB laut Fünf-Sterne-Bewegung Italien doch bitte diejenigen Schulden erlassen, die mit der Schuldenaufnahme für die Bewältigung der Coronakrise zu tun haben. Laut dem Blog-Eintrag gehe es um eine Summe von 140 Milliarden Euro, die bis Jahresende noch auf 200 Milliarden Euro steigen werde.

Die Fünf-Sterne-Bewegung deutet auch an, dass man sich am liebsten die Streichung aller italienischen Schulden wünscht, die von der EZB gehalten werden. Aber doch auf jeden Fall diejenigen, die mit Corona zusammenhängen. Denn das wäre leicht machbar und fair. Tja, so ist das im sozialistischen Märchenland. Man nimmt Kredite auf, die man eh nicht zurückzahlen will. Und in diesem Fall… was soll´s, die EZB gehört ja eh den Mitgliedsstaaten, also auch Italien? Daher kann man praktisch selbst Geld drucken, es an sich selbst verleihen, und dann sich selbst (über das Vehikel der EZB) die eigenen Schulden erlassen?

So einfach geht Politik im linken Märchenland, wo Geld aus dem Nichts entsteht, wo es nicht erwirtschaftet werden muss, und wo aus so einer Vorgehensweise keinerlei Probleme entstehen. Und natürlich, da kann man sich sicher sein… selbst wenn die EZB diese Forderungen gegenüber Italien wirklich streichen würde (was nicht passieren wird), dann wäre dies nicht die letzte derartige Forderung. Dann würde es heißen: Schaut her, es geht doch. Dann kann die EZB von nun an auch als Dauer-Einrichtung neue Anleihen kaufen, und danach auf die Rückzahlung der Forderungen verzichten. Dass die EZB dann selbst Verluste in Billionenhöhe anhäufen würde, welche wiederum Italien und alle anderen Eigentümer der EZB zu bezahlen hätten… egal.

Der Chefvolkswirt der Commerzbank twitterte zu dieser Forderung aus Italien vor wenigen Minuten, dass dies die politische Logik der Transferunion sei. Ja, was soll man dazu noch sagen? Erst das Geld nehmen, und dann nicht zurückzahlen wollen, weil man es sowieso nie vor hatte. Das Geld entsteht ja irgendwo im luftleeren Raum. Aus der Illusion wird eine Wirklichkeit. Wo ist also das Problem, wenn man diese Schulden einfach streicht? So einfach und angenehm ist diese linke Sichtweise auf komplexe finanzielle Zusammenhänge.

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Anmeldestatus

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