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Marktbericht: China´s Gegenzölle verderben Dax die Stimmung

Claudio Kummerfeld

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am

Ja, wenn die Chinesen nicht gewesen wären, hätte der Dax heute ein kleines entspanntes Plus hinlegen können, richtig? Die USA verkündeten gestern frische 16 Milliarden Dollar-Importzölle gegen China, und so richtig interessiert das niemanden. Erst, als diese (nervigen?) Chinesen sich erdreisten heute Gegenzölle im gleichen Volumen gegen US-Importe zu erheben (25% Zoll), da war die Mini-Party in den Aktienindizes vorbei.

Der Dow fiel seit 14:25 Uhr heute von 25.630 auf 25.551 (jetzt 25.596). Der S&P 500 verpasste seine Chance für ein Allzeithoch. Der Dax fiel ab 14:25 Uhr von 12.675 (rot eingekreist im Chart) auf 12.593 im Tief (jetzt 12.617). Man sieht schon: Die Mega-Schwankungen sind nicht vorhanden. Es ist eben Sommerflaute. Obwohl bei geringen Volumina höhere Schwankungen einfach zu haben wären, passiert relativ wenig. Diese Woche geht es immer mal ein paar Punkte rauf, runter, rauf.

Dax

Und sonst?

Es gibt einige interessante Nachrichten, die aber das Hauptbild an den Börsen nicht beeinflussen. Eine türkische Delegation ist in Washington DC eingetroffen um mit den USA die diplomatischen Spannungen abzubauen. Das könnte eventuell der türkischen Lira helfen. Momentan tut sich da aber noch gar nichts.

Immer interessanter wird die Lage zwischen Kanada und Saudi-Arabien. Nachdem die Kanadier sich in die Menschenrechtslage der Saudis einmischten (verkürzt ausgedrückt), hat Saudi-Arabien angekündigt alle Geldanlagen mit Bezug auf Kanada zu verkaufen. Auch hatte man vorher schon angekündigt seine in Kanada „untergebrachten“ Studenten auf andere Länder verteilen zu wollen. Seit gestern Mittag hat der US-Dollar vs kanadischer Dollar zugelegt von 1,2970 auf 1,3062.

EURUSD schwankt seit gestern Mittag um die 1,16-Marke herum. Im Augenblick fehlt der Impuls. Morgen gibt es Verbraucherpreise aus China und Erzeugerpreise aus den USA. Hinzu melden Adidas, Telekom und ThyssenKrupp Quartalszahlen, was dem Dax etwas Eigenleben bringen könnte.

WTI-Öl verliert seit heute Mittag fast drei Dollar. Durch diesen abrupten Absturz könnte in diesem Markt charttechnisch mehr Leben kommen für den Rest der Woche!

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    leokatz1

    8. August 2018 18:29 at 18:29

    …China hat noch was in Hinterhand. Wie wäre es mit richtig üppigen Ausfuhrzöllen für Seltene Erden? Die Tech-Konzerne der USA sind auf den Rohstoff unbedingt angewiesen und China könnte die USA sehr empfindlich an dieser Stelle treffen. Vielleicht kommt das ja, wenn Trump weiter an der Eskalationsschraube dreht? Denkbar wäre es. Wohlgemerkt, Ausfuhrzölle.

    • Avatar

      bademeister

      8. August 2018 21:48 at 21:48

      Sollten die Chinesen die Ausfuhr dieser Erden stark besteuern bzw. reglementieren, würde das Trump in die Hände spielen.
      In den USA gibt’s massenweise besagte Erden, nur ist der Abbau derzeit meist nicht rentabel…wenn jetzt die Chinesen, wie auch immer, an der Preisschraube drehen würden, würde das den Abbau in den USA (wieder) interessanter machen…Arbeitsplätze, „Infrastruktur“…und das in meist eher strukturschwachen Gebieten der USA…wird vielleicht wirklich so oder ähnlich durch die Chinesen geschehen und wäre für Länder mit gar keinen derartigen Ressourcen sehr schlecht, nicht jedoch für die USA..oder Russland..

      • Avatar

        leokatz1

        8. August 2018 22:06 at 22:06

        …es geht ja gar nicht darum dass die USA grosse Vorkommen haben. Ist auch in Planung das grösste Vorkommen in Kalifornien wieder auszubeuten. Aber das lässt sich eben nicht von jetzt auf Gleich bewerkstelligen. Mir gehts darum aufzuzeigen, dass China durchaus Möglichkeiten hat die USA wirtschaftlich an einer empfindlichen Stelle zu treffen. Ein weiteres grosses Vorkommen, das sich in der Planung befindet ist in Australien. Aber im Moment produziert China weit mehr als 90% der Weltproduktion. Das Zeugs wird für High Tech benötigt. Kalifornien (Mine Mountain Pass) würde ich nun nicht unbedingt als strukturschwache Region bezeichnen. Jedenfalls hat China Möglichkeiten entsprechend auf Trumps irrationales Verhalten zu reagieren.

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Aktuell: EZB-Entscheidung veröffentlicht

Claudio Kummerfeld

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EZB-Tower in Frankfurt

Die EZB hat soeben ihre Entscheidung veröffentlicht.

Der EZB-Leitzins (Refinanzierungssatz) bleibt unverändert bei 0,00 Prozent. Der extrem wichtige Banken-Einlagenzins, auf den sich Banken bzgl. der Negativzinsen berufen, bleibt ebenfalls unverändert bei -0,50 Prozent. Die Marginal Lending Facility bleibt ebenfalls unverändert bei 0,25 Prozent.

Die Aufkauf- und Liquiditätsprogramme (PEPP, APP und TLTRO III) laufen wie bisher weiter.

Um 14:30 Uhr folgt die PK von Christine Lagarde. Wir berichten dann umgehend über alle interessanten Aussagen. Hier das offizielle Statement der EZB zur jetzigen Entscheidung:

(2) The Governing Council will continue its purchases under the pandemic emergency purchase programme (PEPP) with a total envelope of €1,350 billion. These purchases contribute to easing the overall monetary policy stance, thereby helping to offset the downward impact of the pandemic on the projected path of inflation. The purchases will continue to be conducted in a flexible manner over time, across asset classes and among jurisdictions. This allows the Governing Council to effectively stave off risks to the smooth transmission of monetary policy. The Governing Council will conduct net asset purchases under the PEPP until at least the end of June 2021 and, in any case, until it judges that the coronavirus crisis phase is over. The Governing Council will reinvest the principal payments from maturing securities purchased under the PEPP until at least the end of 2022. In any case, the future roll-off of the PEPP portfolio will be managed to avoid interference with the appropriate monetary policy stance.

(3) Net purchases under the asset purchase programme (APP) will continue at a monthly pace of €20 billion, together with the purchases under the additional €120 billion temporary envelope until the end of the year. The Governing Council continues to expect monthly net asset purchases under the APP to run for as long as necessary to reinforce the accommodative impact of its policy rates, and to end shortly before it starts raising the key ECB interest rates. The Governing Council intends to continue reinvesting, in full, the principal payments from maturing securities purchased under the APP for an extended period of time past the date when it starts raising the key ECB interest rates, and in any case for as long as necessary to maintain favourable liquidity conditions and an ample degree of monetary accommodation.

(4) The Governing Council will also continue to provide ample liquidity through its refinancing operations. In particular, the third series of targeted longer-term refinancing operations (TLTRO III) remains an attractive source of funding for banks, supporting bank lending to firms and households.

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Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

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Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

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Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

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