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Marktbericht: Dax klettert, Rückblick auf B-Day, Vorschau auf Q-Day

Claudio Kummerfeld

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Der Dax hat sich heute überhaupt nicht für die Briten interessiert. So viel sei schon mal vorab verraten. Boris Johnson wurde zum neuem Parteichef der Konservativen in Großbritannien gewählt, wie erwartet. Und das mit haushohem Vorsprung (hier die Details). Er bekam doppelt so viele Stimmen wie sein Gegner Jeremy Hunt, und hat somit durch die Parteibasis ein verdammt starkes Mandat erhalten. Das kann er auch brauchen, denn er wird nun in Windeseile auch zum Premierminister ernannt werden. Und was geschah? Heftige Reaktionen am Markt, worauf wir vorher hingewiesen hatten? Nein, nichts geschah. Nach ein bisschen Hin und Her notiert das Pfund gegen den US-Dollar jetzt 23 Pips tiefer als um 12:59 Uhr, unmittelbar vor Verkündung des Wahlergebnisses. Und der Aktienindex FTSE100 notiert seitdem 25 Punkte höher. Beides nicht die Welt. „Glauben“ ist das falsche Wort. Aber wir möchten trotzdem darauf hinweisen, dass das britische Pfund nun mit Boris Johnson an der Spitze der Regierung mehr als nur anfällig ist für weitere Abwertungsschübe! Donald Trump gratulierte Boris Johnson schon mal. Eine neue Freundschaft?

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Was für ein Tag im Dax

Der Witz ist: Am heutigen „Boris-Day“ war die Wahl von Boris Johnson fast das langweiligste Ereignis, wenn es um die Marktreaktionen geht. Der Dax hätte eigentlich negativ tendieren können heute früh, aber nein. Er stieg den ganzen Tag munter und lustig an, von gestern Abend 12.300 auf jetzt 12.528 Punkte. Mal eben 228 Punkte im Plus. Und das, obwohl der Dax-Wert Continental eine deftige Gewinnwarnung veröffentlichte. Die Aktie stieg aber heute kräftig an, weil der Markt sich sagte: Hey, was soll´s… Daimler etc haben auch schon gewarnt… dass Conti nun auch warnen würde, davon war doch auszugehen. Hätte schlimmer kommen können… Gut, man muss auch sagen: Die Conti-Aktie hatte sich in den letzten 1 1/2 Jahren fast halbiert. Der Chart zeigt, dass der Dax (grün-rot) im Vergleich zu Conti (blau) in den letzten 12 Monaten deutlich besser lief.

Dax vs Conti

Dax vs Dow

Man schaue mal auf den folgenden Chart. Der Dax (rot-grün) läuft hier gegen den Dow (blau) seit Juni. Einige Zeit lang liefen die Amerikaner besser als der Dax. Aktuell scheinen die Deutschen dieses Performance-Gap aufzuholen. Mal eben 228 Punkte ansteigen heute, und das bei den schlechten Conti-Zahlen? Nein, das war noch nicht alles. Auch Daimler und VW stiegen gut an heute. Daimler konnte punkten dank eines neuen chinesischen Anker-Investors, was Vertrauen in die Aktie bringt. Auch der zwei Tage vor der EZB-Sitzung weiter fallende Euro hilft dem Dax (EURUSD von gestern 1,1210 auf jetzt 1,1150).

Positive Stimmung in New York

Je nachdem wohin man schaut, klingt die Story etwas anders. Markus Koch und auch CNBC sehen die Stimmung der Börsianer aktuell positiv aufgrund guter Quartalszahlen (zum Beispiel Coca Cola und United Tech). Wiederum andere Beobachter sind der Meinung, dass die aktuelle Einigung in Washington DC zur Schuldenobergrenze positiv auf die ganze Wall Street wirkt. Auch dem US-Dollar hilft diese Nachricht derzeit. Zwei Jahre lang wird es in den USA von nun an nämlich kein Problem mehr mit Schuldenobegrenzungen oder geschlossenen Behörden geben! (hier nachzulesen)

Und sonst?

Der Dow gewinnt heute in der Kasse 0,3%. Also ingesamt ein leicht positiver Start in den US-Handel. Der Schweizer Franken wertet vor der Entscheidung der EZB immer weiter auf. Vorhin (hier unser aktueller Artikel) haben wir schon darüber spekuliert, wann die Schweizerische Nationalbank einschreitet, und Franken gegen den Euro verkauft. Passieren kann das jederzeit. Öl und Gold bleiben in ihren komatösen Seitwärtsphasen, und benötigen von uns aktuell keine detailliertere Erwähnung.

Morgen hagelt es Quartalszahlen

Und morgen konzentrieren sich deutsche und US-Märkte auf die Quartalszahlen großer Konzerne. Morgen früh melden Daimler und Deutsche Bank. Morgen Mittag folgen Caterpillar und Boeing (sehr wichtig!). Dann morgen Abend ab 22 Uhr melden Facebook und Tesla ihre Quartalszahlen. Es geht also richtig zur Sache. Heute Abend ab 22 Uhr berichten wir über die Zahlen von Texas Instruments und Snap Inc (Snapchat).

7 Kommentare

7 Comments

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    sufaap2008

    23. Juli 2019 20:00 at 20:00

    Boris-Short im GBP/USD mit +10% realisiert, habe genauso wie die Redaktion mit mehr gerechnet. Es bleiben noch Erdogan-Short und Dragi-Short.
    @Michael, ich würde am kommenden Do. die TRY leerverkaufen, welches Paar hat deiner Meinung bei solchem Szenario das meiste Potenzial?

    • Avatar

      Michael

      24. Juli 2019 22:03 at 22:03

      @sufaap2008, Gratulation erstmal zum Boris-Short, auch wenn ich die 10% nicht ganz nachvollziehen kann. Denn selbst bei einem Einstieg beim März-Hoch von 1.335 hätte das Pfündchen bis auf etwa 1.202 fallen müssen, um 10% zu realisieren. Es sein denn, du bist bereits Anfang Mai 2018 oder früher eingestiegen, dann wäre es allerdings kein Boris-, sondern ein May-Short, wie schon der Monatsname nahelegt 😉

      Was TRY angeht, da muss ich leider passen, weil ich hier Null Erfahrung habe. Wie der Teufel das Weihwasser scheue ich sämtliche Währungen von Ländern, die durch chaotische, impulsive, unberechenbare oder diktatorische Staatschefs regiert werden, also z. B. auch den HUF. Obwohl, so ganz stimmt das nicht, denn dann dürfte ich auch kein Währungspaar mit USD im Namen handeln 🙂

      Zum Draghi-Short: Angeblich handeln die Märkte ja die Zukunft. Seit 17 Monaten ist EURUSD etwa gut 11% gesunken, seit 12 Monaten 6%, seit 4 Wochen immerhin noch 2,5%. Eingepreist ist also bereits einiges an Maestros Künsten, das Thema der TLTROs und Anleiheprogramme ist, in Börsenzeit gerechnet, bereits ein alter Hut. Aber natürlich darf man die rhetorischen Fähigkeiten eines Italieners, der Schulden und billiges Geld tief verwurzelt in seinen Genen trägt, nie unterschätzen.

      Warte doch einfach die Entscheidungen und das Geschwafel morgen ab. Wenn Maestro „enttäuscht“ und das bereits Eingepreiste nicht mehr toppen kann, wäre doch EURTRY keine schlechte Idee.
      Aber wie gesagt, bei TRY kann ich nur ins Blaue raten.

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    sufaap2008

    25. Juli 2019 11:45 at 11:45

    @Michael vielen Dank für deine Einschätzungen und ehrliche Meinung.
    Die 10% beziehen sich leider nicht auf den Kursgewinn sondern auf den gehebelten Geldgewinn, hätte ich auch deutlich machen können.
    Ich handle fernab der politischen Überzeugungen, Moral etc., ich handle die Chance. Durch Obrigkeitshörigkeit der neuen Personalie der türkischen TCMB sehe ich durchaus eine Chance in der Abwertung der Lira. Habe mich in USD/TRY Long positioniert, sollte die Position ins Geld laufen, wird diese spätestens vor der FED-Sitzung geschlossen.
    Zum Dragi-Short, habe mich sowohl in DAX Long positioniert (IFO- Veröffentlichung abgewartet und bin DAX Market rein) als auch in EUR/USD Short positioniert (die gleiche Vorgehensweise wie in TRY)
    Gruß und schöne Trades

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      Michael

      25. Juli 2019 13:38 at 13:38

      @sufaap2008, ich hatte schon so etwas wie den gehebelten Geldgewinn vermutet, wusste es aber natürlich nicht.

      USDTRY verhält sich irgendwie gerade erstaunlich interessant, um es mal so auszudrücken…
      Ich handle übrigens auch nicht nach politischen Überzeugungen und Moral, damit hat die Währung ja nichts zu tun. Was ich meinte, war die teilweise chaotische Unberechenbarkeit diverser Staatschefs und deren Politik, mit denen man sich erst einmal lange und ausführlich befassen müsste. Vermutlich beschäftigst du dich deutlich mehr und schon sehr lange mit der türkischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und damit auch mit Erdogan. Dadurch hast du natürlich einen gewaltigen Wissensvorsprung und einen wesentlich besseren Zugang. Mir ist das zu mühsam, da bleibe ich lieber bei meinen 12 bis 15 bewährten und vertrauten Leisten ;)

      Und was ich mir schon lange abgewohnt habe, sind Trades an Tagen wie diesem. Also die kurzfristige Spekulation in den 3-Minuten-Phasen nach Verkündung der Zinssätze oder der Aussagen. Da habe ich einfach schon zuviel Lehrgeld bezahlt. Ich nutze dann lieber die mittel- und längerfristigen Entwicklungen, die darauf folgen.

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    sufaap2008

    25. Juli 2019 18:08 at 18:08

    @Michael ich stimme dir in allen Punkten zu. Mit dem Thema „Türkei“ beschäftige ich mich tatsächlich schon länger, da ich überwiegend Rohstoffe handle, und die Türkei ist unter anderem einer der wichtigsten Abnehmer für amerikanische Baumwolle. Im Übrigen hat der türkische Notenbänker geliefert nun hat der Markt wider erwarten nicht geliefert, die Order wurde ausgestoppt.
    DAX lief sehr gut ins TakeProfit. EUR/USD 1/3 liefen ins TakeProfit, 1/3 auf Einstand und 1/3 wurden ausgestoppt. Sumasumarum ein mittelgroßer dreistelliger Gewinn, in Anbetracht der Positionsgrößen und des Risikos hat sich der Aufwand nicht gelohnt.
    Bleibt nur noch der Donald-Short…..;-)
    ….danke für den Meinungsaustausch!

    • Avatar

      Michael

      25. Juli 2019 20:10 at 20:10

      @sufaap2008, ich bedanke mich ebenfalls für den Meinungsaustausch und freue mich jedes Mal, wenn mal jemand über Devisen diskutiert, anstatt den beiden ewig gleichen Szenarios in den Aktienindizes: Supercrash oder Allzeithoch 😩

      Eines würde mich noch interessieren: Wie konnte dein DAX-Long sehr gut in die Gewinnzone laufen, nachdem du noch die IFO-Daten abgewartet hast? Das war ja dann nach 10 Uhr und im Optimum bei etwa 12.570 herum. Die Daten waren grottig, also ging es dann erst einmal gen Süden bis auf 12.490. Danach ging es eine knappe Stunde aufwärts bis max. 12.594. Und dann wurde es brenzlig für die Bullen. Den Trade musst du zeitlich echt perfekt gesetzt haben, um ein paar EUR rauszuquetschen.

      P.S. Mit meinem Tipp bzgl. EURTRY, die Entscheidung der EZB abzuwarten und dann beim Geschwafel einzusteigen, sobald sich eine Tendenz in den Aussagen abzeichnet, habe ich richtig gut ins Blaue geraten ;)

      P.P.S Was meinst du mit dem Donald-Short? Eine Zinssenkung im Juli um 25 Basispunkte ist zu 100% eingepreist. Rechnest du mit mehr?

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        sufaap2008

        27. Juli 2019 00:34 at 00:34

        @Michael Guten Abend! EUR/TRY wäre natürlich ein Volltreffer gewesen-Kompliment!
        Im DAX-Long war es nicht das Timing perfekt sondern die Levels der Volumenprofilen im DAX Futurekontrakt, diese entsprechen in Übrigen fast tickgenau dem lokalen Tief vom 24.06. und dem lokalen Hoch von Gestern um ca. 08Uhr30, die Range also. Die Wahrscheinlichkeit, dass an diesen Levels eine starke Reaktion gibt, ist laut Volumenprofilhandel sehr hoch. So ergeben sich die Ziele. Lokales Tief Minus 10 Ticks ist der Stopp (an diesem Level übrigens hat der DAX auf dem Weg gen Süden um ca. 15Uhr einen Boxenstopp eingelegt), lokales Hoch Minus 10 Ticks ist der Takeprofit, da wurde die Order auch gefillt und lief ins Geld. Erst nach dem ein CRV 1:1 um etwa 10Uhr30 erreicht wurde, erfolgte der Einstieg, zugegebener Maßen nicht optimal. Zum Kaufen hat das Niveau vor 13.00 ein deutlich attraktiveres Volumenmuster abgeworfen, mit einem deutlich besserem CRV. Mir haben die Finger gejuckt noch eine ordentliche Order reinzulegen, das wäre Perfekt gewesen… Da ich mit wesentlich mehr gerechnet habe, habe ich oberhalb des lokalen Hochs an zwei verschiedenen Volumenlevels zwei StopBuy Order zum Nachkaufen platziert, diese wurden im Laufe des Tages nicht getriggert und wurden vom Markt genommen.
        Und nach dem bescheidenen Handelstag war der Donald-Short eher sarkastisch gemeint.

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff- und Merger-Montag

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die vierte Woche in Folge gibt es pünktlich Montag Mittag eine Impfstoff-Meldung, diesmal von Moderna. Und IHS Markit soll von S&P Global gekauft werden. Markus Koch spricht von einer massiven Konsolidierung im Bereich der Finanzdaten.

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Performance-Check: Das sind die härtesten Aktien der Welt – Werbung

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Lieber Börsianer,

wir alle wissen, wenn der Aktienmarkt einmal ins Rutschen gerät, bleibt kein Auge trocken. Selbst die Aktien anerkannter Qualitätsunternehmen fallen dann unisono mit dem Gesamtmarkt. Man ist dann als Anleger schon zufrieden, wenn sich das eigene Depot der Korrekturbewegung zumindest teilweise entzieht.

Genauso wissen wir, wenn die Weltkonjunktur einmal lahmt, sinken die Unternehmensgewinne durch die Bank. So ist nun einmal die Börse.

Aber ich bohre tiefer. Gibt es wirklich keine Unternehmen, die sich einem negativen Markttrend entziehen? Gibt es wirklich keine Ausnahme, die die Regel bestätigt?

Doch, die gibt es! Tatsächlich existiert in den USA eine Aktiengattung, die sich bereits seit Jahrzehnten durch eine ganz ungewöhnliche Stabilität auszeichnet. Diese ausgesuchten Unternehmen erwirtschaften nicht selten sogar in der tiefsten Rezession, z.B. zuletzt 2008/9, beste Gewinne. Mehr noch: Sie erhöhen selbst in diesen Phasen, wo die „normalen“ Unternehmen versagen, regelmäßig die Dividenden.

Börsianer bezeichnen solche unverwüstlichen Unternehmen als „Dividendenaristokraten“. Diese Dauerbrenner zeichnen sich vor allem durch zwei Merkmale aus:

1)
Naturgemäß verfügen die Dividendenaristokraten über langjährig bewährte und unantastbare Geschäftsmodelle.

2)
Deshalb erhöhen diese Unternehmen die Dividende seit mindestens 25 Jahren, und zwar jährlich.

Und das Regelwerk für Dividendenaristokraten ist knallhart. Wenn ein Unternehmen, sagen wir, im 43. Jahr die Dividende einmal nicht mehr jährlich erhöht, dann wird ihm der Aristokraten-Titel sofort entzogen. Folglich verlässt das Unternehmen dann auch den entsprechenden Index und muss sich nun wieder aufs Neue beweisen. Mit anderen Worten: Hier ist wirklich kein Platz für Verlierer oder

Nicht nur mehr Stabilität, sondern einfach auch mehr Rendite

Wie bereits angedeutet schaffen nur eine Handvoll Unternehmen diese Kriterien. Gegenwärtig gelten rund 10 % der Unternehmen des marktbreiten S&P 500 als Dividendenaristokraten. Die anderen 90 % des S&P 500 sind eben ganz normale Unternehmen, deren Gewinne im Einklang mit der Konjunktur mal fallen und mal steigen.

Gegenwärtig finden Sie im Dividendenaristokraten-Index zahlreiche Unternehmen aus traditionellen Industriesparten. Namhaft sind hier etwa Caterpillar, 3M oder etwa der Maschinenbauer Illinois Tool Works. Natürlich bringt auch die nicht-zyklische Konsumgüter-Branche…..

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