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„Marktgeflüster“ aus Davos

Die Aussagen der „Eliten“ aus Politik und Wirtschaft beim Weltwirtschaftsforum in Davos

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Wie in jedem Jahr wird das Schweizer Bergdorf Davos im Januar kurzzeitig zu einem „Fort Knox“ – wegen der Sicherheitsmaßnahmen für die 3000 Teilnehmer – und zugleich zum wirtschaftlichen Nabel der Welt. Neben 70 Regierungschefs sind unzählige CEOs  der großen Konzerne vor Ort und werden von einer Heerschar Journalisten mit Fragen zur Wirtschaftslage „gelöchert“. Besonders interessant fand ich die Aussagen des Hedgefonds-Managers Ray Dalio zu seinen Konjunkturaussichten, nicht weil er in seinem undurchsichtigen Gewerbe hellseherische Fähigkeiten besitzt, sondern weil er im letzten Jahr sehr zutreffende Aussagen zu Dax und Co. abgeliefert hat. Er präsentierte in Davos sehr unaufgeregt sachliche und begründete Prognosen – auch sehr im Kontrast zu einer stets optimistisch auftretenden Fondsbranche.

Hier ein paar seiner Thesen.

  • Der CEO des weltgrößten Hedgefonds Bridgewater, gibt der US-Notenbank Federal Reserve eine Mitschuld an der Nervosität der Märkte. Die Fed habe „einen unangemessenen Fehler“ gemacht, die Geldpolitik schneller zu straffen, als die Kapitalmärkte vertragen können“, sagte er.
  • Die Zerbrechlichkeit der Märkte ließ sich bereits in den vergangenen Monaten beobachten. Da schrumpfte die amerikanische Notenbank ganz leicht ihre Bilanzsumme und entzog den Märkten nur einen kleinen Teil der Liquidität, die sie in den vergangenen Jahren hineingepumpt hatte und die Börsen gerieten in heftige Turbulenzen.
  • „Was mich am meisten beängstigt, ist, dass wir nur wenig Raum für eine weitere geldpolitische Lockerung haben – zu einer Zeit, in der es einen größeren politischen und sozialen Antagonismus gibt“, sagte Dalio.
  • Er sprach in einem Interview von signifikanten Risiken einer US-Rezession im Jahre 2020 (was viele seiner Kollegen überhaupt nicht auf dem Schirm haben).
  • Die Konjunktur schwäche sich weltweit ab. (Vor einem Jahr sprach man von einem weltweit synchronen Wachstum, jetzt von einem solchen Abschwung!)
  • UBS-Chairman Axel Weber sprang ihm zur Seite: „Die Normalisierung der Geldpolitik wird nicht mehr in diesem Zyklus stattfinden. Die Notenbanken werden das nicht schaffen, weil sich das Wachstum jetzt schon verlangsamt.“ Für die nächsten ein bis zwei Jahre wird die Devise lauten: „Mission abgebrochen“.
  • Gerade in Europa werde sich die Konjunktur nun abschwächen, wahrscheinlich in einer sich selbst verstärkenden Weise.
  • Die Welt befindet sich in der Spätphase eines weiteren Schuldenzyklus. „die Finanz und Geldpolitik wird wahrscheinlich noch locker werden müssen, als die Märkte jetzt denken“.

 

Allein die drei großen Notenbanken Federal Reserve, die EZB und die Bank of Japan haben aber in der vergangenen Dekade ihre Bilanzen um 10,5 Millionen $ ausgeweitet. Und einen Schritt zurück scheint es nicht so schnell zu geben.

In den Sälen und Gängen der Davoser Kongresshalle herrscht anscheinend unter den Experten große Einigkeit: Das für die Märkte dominierende Thema wird 2019 eindeutig die Politik sein. Mit weiteren protektionistischen und nationalistischen Maßnahmen könnten die Regierungen für Chaos sorgen. Sie könnten aber auch durch neue Finanzstimuli und weitere strukturelle Reformen die Lage wieder verbessern.

Zuversichtlich für das zweite Szenario sind jedoch nur wenige.

Alles in allem lautet der Tenor der CEOs in Davos zur Konjunktur aber immer noch: „A Slowdown, but not a recession yet.“

 

 

CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=234149

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    Simply

    24. Januar 2019 09:46 at 09:46

    Die Wirtschaft der USA ist wie ein träger Super-Tanker.
    Kursänderung brauchen deutlich Zeit bis diese sichtbar werden.

  2. Avatar

    Beobachter

    24. Januar 2019 10:46 at 10:46

    Aber sehr geschätzter Ray Dalio, die Märkte ( Permabullen) haben es sehr geschätzt, dass die Notenbanken
    den DJ von ca. 6500 auf 27000, den S&P von ca.750 auf 2940, den Nasdaq von ca.1100 auf 7700 u.den DAX von 3600 auf 13650 getrieben haben.Das war ein Free-Lunch für 9Jahre risikofreie Börsengewinne.
    Immerhin ist bei den Korrekturen 2009 von ca. 50% die Welt nicht unter gegangen.Wie schlimm muss den die Finanzwelt aufgestellt sein, wenn nach 10jähriger Gratisgeld-Hilfe eine Korrektur von 20 % schon zur Panik führt.
    Statt zu sagen, die Notenbanken hätten zu früh erhöht, könnte man auch sagen, DIE NOTENBANKEN HABEN DIE BÖRSEN ZU LANGE U.ZU HOCH GETRIEBEN.Die Süchtigen können nicht mehr ohne leben.
    ALSO ,DAS EINMALIGE EXPERIMENT MIT UNGEWISSEM AUSGANG IST GESCHEITERT.
    Oder gilt auch etwa die Regel, dass die Börsenkurse im Verhältnis zu den Schulden nicht fallen dürften,im Sinne derer ,die die Schulden im Verhältnis zum BIP betrachten.
    Im übrigen schätze ich Ray Dalio, er war derjenige der genau vor einem Jahr den Dax den Bach runterschickte mit grossen Short-Pos.Ich wäre erstaunt, wenn er jetzt für die EU Börsen positiv wäre.
    Vielleicht liegt es an seiner unabhängigen Stellung als Hedger u. muss nicht berufsbedingt immer die rosa
    Brille tragen.

  3. Avatar

    Kenguru

    24. Januar 2019 11:25 at 11:25

    Na, Herr Müller, das klingt ja fast so als wären Sie auch eingeladen gewesen.
    Das wäre dann schon eine bemerkenswerte Karriere vom Leserkommentator zum Chefredaukteur und nun schon in Davos akkreditiert, nächster Schritt vermutlich US-Präsident.
    Sollte man Sie noch nicht ausreichend gebauchpinselt haben : Herzlichen Dank für Ihre Einschätzungen und die geleistete Arbeit hier ! VG

    • Avatar

      Wolfgang M.

      24. Januar 2019 14:22 at 14:22

      @Kenguru. Sorry, wenn das so einen Eindruck gemacht hat – keine Absicht. Die 15 000 € Eintrittspreis für ein Ticket sind mir doch etwas zu viel.?
      Viele Grüße

      • Avatar

        Michael

        24. Januar 2019 14:34 at 14:34

        15000 € Eintrittspreis, das ist kernig! Und wofür? Damit man einmal live die Zerstörer der Welten beim fruchtlosen Geschwafel beobachten darf.

  4. Avatar

    Moritz

    24. Januar 2019 12:23 at 12:23

    Danke für diese Zusammenfassung. Ich schätze Ray Dalio sehr weshalb ich seinen Aussagen immer eine hohe Bedeutung beimesse. Er sieht die Dinge einfach differenzierter, weil er im großen Stil in alle Richtungen handelt und nicht wie beispielsweise Warren Buffet nur Long handelt und von daher zwangsläufig optimitisch sein muss.

  5. Avatar

    Gixxer

    25. Januar 2019 20:46 at 20:46

    „Allein die drei großen Notenbanken Federal Reserve, die EZB und die Bank of Japan haben aber in der vergangenen Dekade ihre Bilanzen um 10,5 Millionen $ ausgeweitet.“
    Sicher, dass die Zahl korrekt ist. Nur 10,5 Millionen?

    • Avatar

      Wolfgang M.

      25. Januar 2019 21:24 at 21:24

      @Gixxer. Sorry, Tippfehler, natürlich 10,5 Mrd.$. Danke für den Hinweis. Asche auf mein Haupt.
      Viele Grüße

    • Avatar

      Wolfgang M.

      25. Januar 2019 21:36 at 21:36

      @Gixxer. Ich hätte doch keinen Rotwein trinken sollen. 10,5 Billionen Dollar. Von den 4 Billionen der Fed wurden immerhin schon 600 Mrd.$ abgetragen. Mit Millionen oder Milliarden kann man bei einer 19 Bio.$- Ökonomie nicht mehr viel anrichten.
      Gruß

    • Avatar

      Wolfgang M.

      25. Januar 2019 21:49 at 21:49

      @Gixxer. Wie hieß es in einer amerikanischen Sitcom? Alkohol soll nur der trinken, der sich ein paar Gehirnzellen leisten kann. Wohl wahr.?
      Schönes Wochenende

      • Avatar

        Moritz

        28. Januar 2019 09:35 at 09:35

        Two and a half Men :D

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

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Indizes

Aktienmärkte: Kommt jetzt der furiose Start zur Jahresendrally?

Startet jetzt die Jahresendrally? Wir befinden uns in der Woche nach Thanksgiving, einer traditionell nicht so starken Phase der Aktienmärkte..

Wolfgang Müller

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am

Als vorsichtiger Anleger oder gar als Aktien-Bär bekommt man derzeit jede Menge Begründungen für die eigene Positionierung: Nicht nur aus Gründen der Sentiments, auch die jüngste Performance im November macht eine Korrektur der Aktienmärkte höchstwahrscheinlich. Ich habe aber schon im Mai drauf hingewiesen, dass es für das Coronajahr 2020 keine Modelle für die Volkswirte gibt und erst recht keine passenden historischen Vergleichsdaten. Deshalb wird man ständig überrascht, wenn man sich aus den vielen Datenbanken und den aktuellen Nachrichten einen Vorteil verspricht.

Aktienmärkte: 2020, das Jahr der Extreme

Hier nur ein paar Paramater dieses außergewöhnlichen Börsenjahres.

Es gab den schnellsten Bärenmarkt aller Zeiten, als es im Februar diesen Jahres in nur 16 Handelstagen in diese 20-Prozent-Korrektur ging. Für den zweitschnellsten Absturz muss man schon ins Jahr 1929 zurückblicken, in dem es aber 30 Börsentage bis zu dieser Börsenphase gedauert hat. An dritter Stelle das Jahr 1987 mit 38 Tagen bis ins „Bear Market Territory“ – drei ungewöhnliche Börsenjahre, zweifelsohne.

Dann der schnellste Bullenmarkt:

Es dauerte beim Dow Jones nur 193 Handelstage vom Rezessionstief am 23. März bis zu einem neuen Allzeithoch, der Durchschnitt aus den letzten Rezessionen liegt bei 1428 Tagen. Im Übrigen befinden sich alle vier großen Indizes in den USA bereits auf neuen Höchstständen. Wieso gehen Analysten her und vergleichen die aktuellen Kurs- und Parameterentwicklungen mit früheren Phasen?

Was sind die Gründe für ein derartiges und von keinem (in seiner Dimension) voraussehbares Jahr der Aktienmärkte? Natürlich in erster Linie das Auftreten einer weltweiten Pandemie, die im ersten Viertel des Jahres zeitweise vier Milliarden werktätige Menschen in die häusliche Quarantäne gezwungen hatte. Die Folge waren monetäre Rettungsaktionen von Regierungen und Notenbanken, für die es kein historisches Beispiel gibt. Die Zinsen liegen in vielen Staaten nahezu bei null, die Bewertungen der Aktienmärkte haben eine ganz andere Relation als in früheren Zeiten. Aber die Fabriken und Flugzeuge stehen noch, im Vergleich zu Kriegen oder Naturkatastrophen – und wenn es tatsächlich gelingen sollte, die Pandemie in den nächsten Quartalen einzudämmen?

Die Besonderheiten des Novembers 2020

In diesem Jahr trafen im vorletzten Monat des Jahres schon zwei extreme Ereignisse unmittelbar aufeinander: Das Unsicherheitsmomentum bei der US-Wahl, aufgrund der Besonderheit mit den Briefwahlstimmen, auch Covid-19 geschuldet. Dies führte zu einer gewaltigen Short Squeeze bei manchen Titeln, durch einzudeckende Leerverkäufe. Diese wurden am 9. November durch die Impfstoffmeldung potenziert, als man plötzlich mit einer baldigen Verfügbarkeit eines Impfstoffes in großem Stil rechnen konnte. Investoren, die sich sehr sicher sein konnten, dass es noch lange Zeit nichts werden sollte mit der Luftfahrt-, Hotel-, oder Reisebranche, mussten sich in Stunden umpositionieren – ein Game Changer, wie es in seit vielen Jahren nicht mehr gegeben hat. Was im Rückblick auf den großartigen November vergessen wird: Drei Viertel der Kursanstiege fanden schon bis zum 9. November statt, nach der Monatshälfte gab es weitere Umschichtung, aber die Aktienmärkte liefen nur noch seitwärts/aufwärts. Kein Abverkauf – könnte man dies nicht als Marktstärke interpretieren?

Jeder spricht vom Wundermonat November, aber wie ist der Blick auf drei Monate beim marktschweren S&P 500, der 75 Prozent der US-Marktkapitalisierung abdeckt?

September: minus 3,9 Prozent

Oktober: minus 2,8 Prozent

November: plus 10,9 Prozent

Was könnte die Jahresendrally ausbremsen?

Zum Beispiel 300 Milliarden Dollar Abflüsse aus globalen Investmentfonds bis zum Jahresende, etwa Mischfonds, die eine feste Allokation Aktien-Anleihen mit 60 zu 40 Prozent befolgen müssen. Richtig, aber was ist mit den reinen Aktienfonds, die ständig neue Zuflüsse, auch von regelmäßigen Sparplänen erhalten? Bei einer Welt-Marktkapitalisierung von 98 Billionen US-Dollar und zwei Notenbanksitzungen mit neuen Geldspritzen! 120 Milliarden Dollar monatlich durch die Fed sind zugesichert, dazu die Aufstockung von PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme), welches mit seinen 1,35 Billionen Euro durch die Europäische Zentralbank nochmals deutlich ausgeweitet werden soll. Ach, und nicht zu vergessen die Erweiterung des Volumens des laufenden Wertpapierkaufprogramms um 150 Milliarden auf 895 Milliarden Pfund durch die Bank of England.

Natürlich ist auch das Platzen der Spekulationswelle durch die hohen Call-Bestände ein ständiges kleines Damoklesschwert für die Aktienmärkte,  auch Verzögerungen im Zusammenhang mit der Impfstoffzulassung.

Letzteres ist die größte Achillesferse der derzeitigen Rally, die eigentlich in der letzten Oktoberwoche begonnen hat. Echte Zweifel an der Wirksamkeit des Impfstoffes, das würde zu heftigen Gewinnmitnahmen führen – die Jahresendrally wäre vermutlich abgesagt.

Einige sich widersprechende Daten

War in den letzten Tagen nicht überall die Rede davon, dass die Investoren voll investiert sind, mit teilweise über 100 Prozent gehebelt und dass die Cashquote sehr niedrige 4,1 Prozent betrage? Dass Insider sehr viel Aktien auf den Markt werfen würden? Klar mussten viele Fonds blitzschnell auf den Zug aufspringen, als es am 9. November den großen Game Changer mit der Impfstoffmeldung gab. Leerverkaufspositionen wurden in historischer Größenordnung aufgelöst und zurückgebliebene Aktien auch aus dem Energiesektor gekauft.

Und wieder schlug die Finanzmathematik zu, wie schon nach dem 2. Katastrophenquartal prognostiziert: Wenn ein Wert 50 Prozent oder mehr gefallen ist, können absurd wirkende Kursavancen folgen, ohne dass der Wert das Ausgangsniveau erreicht hat. Doch zurück zu den Aktienfonds und ihrem starken Engagement im November. Wenn man der Grafik von Goldman Sachs Glauben schenken kann, wären die Mittelzuflüsse nur der Anfang.

Klar geht die Übersicht nur bis zum 11. November, aber da waren 80 Prozent des Monatsanstiegs schon gelaufen.

Starten die Aktienmärkte jetzt eine Jahresendrally?

Meilensteine, oder das Spiel mit den großen Zahlen

Ein schönes Beispiel dafür, dass man bei Vergleichszahlen mit der Vergangenheit stets die logarithmische Darstellung wählen soll und nicht so sehr die lineare, ist die Entwicklung des Dow Jones im letzten Jahrhundert – Stichwort Dow 30.000.

Der altehrwürdige Index hatte im Dezember 1906 die 100-er-Marke erreicht und es brauchte 66 Jahre bis zum ersten Tausender, immerhin ein Anstieg von 900 Prozent. Bis zu den 2000 Punkten dauerte es dann 15 Jahre, ein Anstieg von 100 Prozent. Die 50 Prozent bis zu den 3000 schaffte man dann schon in vier Jahren, im April 1991.

Wie war es in der jüngeren Vergangenheit, zu Amtsbeginn von Donald Trump? Es ging in nur 42 Tagen von 19.000 auf 20.000 Punkte, was aber auch nur noch eines Anstiegs um 5,3 Prozent bedurfte. Dann ging es Schlag auf Schlag, bis der Zinsanstieg durch die Federal Reserve und der Kommunikationsgau von Jerome Powell im Dezember 2018 eine längere Pause einleitete. Von den im Januar 2018 erreichten 26.000 Punkten dauerte es doch ganze 372 Tage bis der nächste Tausender erklommen wurde. Aber auch die Pandemie konnte den weiteren Anstieg auf die runde Marke von 30.000 Punkten nur auf gut 10 Monate hinauszögern. Vom 15. Januar diesen Jahres bis zum 24. November, umgerechnet war es aber nur noch ein Plus von 3,4 Prozent.

Vorsicht also, vor all den großen Schlagzeilen, die so gerne die Medien bestimmen. Hier muss ich nochmals den 90-jährigen Investor Warren Buffett zitieren, der sich für die Gefahren der Aktienanlage rechtfertigen musste: „Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte, eine Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11497 Punkte.“

Wer vom Zusamnenbruch der Aktienmärkte fabuliert, träumt auch vom Ende der zugrundeliegenden Wirtschaft, mit allen Konsequenzen. Auch der Bitcoin wird da nichts retten können, denn wer soll dann noch die Kohlekraftwerke betreiben, die die Terrawatt- Stromleistung für die Kryptowährung liefern müssen?

Auch geht dann ganz rasch der Strom für die Sendemasten der börsennotierten Deutschen Telekom oder Vodafone zur Neige.

Fazit

Wir befinden uns in der Woche nach Thanksgiving, einer traditionell nicht so starken Phase der Aktienmärkte, was im Coronajahr 2020 aber nichts heißen muss. Welche saisonale Börsenregel ist in diesem Jahr überhaupt eingetroffen? Dennoch muss die Schwerkraft an den Aktienmärkten zum Zuge kommen, selbst in der stärksten Aufwärtsphase, selten gab es zehn steigende Börsentage in Folge. Welche Kräfte werden dann wirken im Monat Dezember: die von Gewinnmitnahmen oder durch Umschichtungszwänge oder aber die von sehr viel von Notenbankgeld-Stimuli unterstützte Konjunkturhoffnung für die zweite Hälfte des Jahres 2021? Ich rechne mit Letzterem, denn warum sollte ein Wal wie der größte Staatsfonds der Welt (Norwegens Statens Pensjonsfonds) seine Quoten groß verändern? Gegenüber dem Jahresende 2019 sind Indizes wie der S&P 500 derzeit gerade mal 12 Prozent gestiegen, der Dow Jones gute drei Prozent und der Dax liegt sogar noch im Minus.

Startet nach dem Rekord-November jetzt die Jahresendrally?

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Finanznews

Aktienmärkte: Rally – es ist genug für alle da! Videoausblick

Heute der Leitindex S&P 500 wieder auf dem Stand vom 09.11 nach der Pfizer-Meldung – aber die Euphorie ist seitdem noch größer geworden!

Markus Fugmann

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Eigentlich ist ja der Montag für die Aktienmärkte der Tag für besonderen Optimismus (normalerweise Impfstoff-Optimismus) – aber der gestrige Montag konnte nicht liefern, vor allem die zuletzt so massiv gestiegenen Energie-Werte waren unter Druck. Nach den gestrigen eher leichtne Kursverlusten verschiebt man offenkundig den Montags-Optimismus einfach auf den Dienstag – Taktgeber heute sind Asiens starke Aktienmärkte nach guten Zahlen aus China. Auffallend ist: das Angstbarometer VIX steht nun genau dort, wo es vor dem Einbruch durch die Coronakrise war. Und der Leitindex S&P 500 steht jetzt da, wo er im Hoch nach der Pfizer/BioNTech-Meldung vom 09.November stand. Seit dem 09.November ist in diesem Sinne eigentlich nichts mehr passiert, aber die Euphorie ist gigantisch..

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