Anleihen

Marktgeflüster: das gefährliche Spiel

Von Markus Fugmann

Ist das, was zwischen Griechenland und seinen Gläubigern passiert, ein Spiel? So sieht es der Chefvolkswirt der Allianz und meint, ein Grexit wäre schnell verdaut. Dagegen warnt Obamas Top-Berater vor einem solchen Grexit – und dürfte damit deutlich besser liegen.
Die Nachrichten um Griechenland prägen den Handel heute: erst Äußerungen aus Athen, dass keine Zahlung an den IWF erfolge, wenn kein Deal in Aussicht stehe. Tsipras wiederum will selbst Vorschläge machen und lehnt daher Angebote aus Berlin (nach dem gestrigen „Geheimtreffen“) ab. Hoffnungen auf eine Einigung durch den griechischen Notenbankchef wurden dann jedoch wieder zerschlagen, als der Präsident der Eurogruppe Dijsselbloem eine Einigung in dieser Woche als unmöglich erklärte. Dass die Märkte nicht abstürzen, verdankt sich den Kommentaren eines Fed-Mitglieds, das vor baldigen Zinsanhebungen warnt..



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3 Kommentare

  1. Zinsen am Anleihemarkt in EU steigen deutlich, Inflation beschleunigt sich in der Eurozone und der Euro gewinnt Stärke. Alles Zeichen dafür, daß die EZB mit ihrer Strategie Recht hat – könnte man meinen, sich aber schwer dabei täuschen, denn weltweit ist viel zu viel los, als daß die EZB noch viel zu sagen hätte, selbst in der EU. Sie ist dazu erst viel zu kurz unterwegs mit ihrem QE-Programm, als daß dieses wahrliche Folgen zeitigen könnte – über kurze Erration hinaus.
    So sollte sie mit dem QE-Unfug einfach sofort aufhören.

    Obama samt häufig wechselnden Beratern kann sich so vieles nicht vorstellen, daß ihm darüber seine komplette Politik seit Jahren aus dem Ruder läuft. Daher sind Äußerungen von dort nicht beachtenswert – es sei, man wolle ins Griechnefaß ohne Boden ein paar eigene Billionen einzahlen.
    Da man dort kaum weiß, was und wo Griechenland überhaupt ist, gilt mal wieder: US – si tacuisses.

    Das Grexittheater – letzter Akt, hoffentlich – nervt. Daß die Märkte dennoch erratisch reagieren, zeigt deren hohe Vola und dazu, daß sie die wahren Probleme im Fundamentalen nicht in der Lage sind, wahrzunehmen. Härte gegen Griechenland ist unvermeidlich, weil sonst alle Euroländer aus sämtlichen – schon lange überdehnten – Fugen brechen würden.
    Die Frage gewönne Berechtigung: warum die – warum nicht auch wir, die wir seit Jahren leiden müssen unter Austerity und Selbstbetrug?

    Und zahlen dürften vor allem unsere Steuerzahler, auf Generationen hinaus viel mehr noch als die jetzt bereits mehr oder weniger verbindlich aufgelaufenen Billionen Euro.
    Allein hier liegt das Problem – keineswegs in Griechenland.

  2. Zu jeder Währung gehören Spieregeln. Wer nicht gewillt ist sich daran zu halten soll zusehen, wie er mit seiner eigenen klarkommt. Tsipras hat die Alternativen dass Griechenland im Euro bleibt oder seine Regierung tritt zurück. Er glaubt mit seinen Unverschämtheiten am längeren Hebel zu sitzen. Was Obamas Berater absondern ist egal. Die Märkte sind ohne Chartistik so heißgelaufen und überbewertet, wie nur sehr selten, richtiger nie zuvor. Auch Frau Yellen wäre gut beraten dieses Spiel zu beenden. Es geht nicht an, dass Konzerne ihre Gewinne pro Aktie durch Rückkäufe auf Kredit hochtreiben und die Käufer der Anleihen diese auch auf Kredit kaufen. Das US-Spielchen muss beendet werden. Es ist ziemlich dämlich zu glauben, dass das „Märkte“ wären.

  3. External Debt to GDP Ratio : 1. Irland 820 %
    2. England UK 317 %
    3. Portugal 234 %
    4. Griechenland 218 %
    5. Frankreich 201 %
    6. Spanien 160 %
    7. Deutschland 159 %
    8. Italien 126 %

    Alles Show, mit Irland hätte man die Märkte besser und schneller drücken können.
    Heute kommt eine tolle Nachricht und alle sind wieder Happy.

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