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Marktgeflüster (Video): Alles nur ein psychologische Mißverständnis?

Sind die Reaktion der Märkte wie auch die Aussagen der Fed nur ein wechselseitiges psychologisches Mißverständnis? Viel spricht dafür!

Markus Fugmann

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Markus Fugmann

Von Markus Fugmann

Sind die Reaktion der Märkte wie auch die Aussagen der Fed nur ein wechselseitiges psychologisches Mißverständnis? Viel spricht dafür: die Märkte haben lange die Zinsanhebungs-Absichten der Fed nicht ernst genommen, und als die Fed dann klar machte, schon im März die Zinsen anzuheben, sind die Märkte ins andere Extrem gefallen und hatten vier Zinsanhebungen in diesem Jahr erwartet. Und die Fed wollte offenkundig den Märkten zeigen, dass sie doch die Zinsen anhebt, nachdem sie in 2015 und 2016 regelmäßig viel weniger gemacht als angekündigt hat. An den Aktienmärkten ist die erste Euphorie verflogen, und die große Frage ist jetzt, wie groß die Schieflagen sind vor dem morgigen Verfall..

https://youtube.com/watch?v=1Ev7SDEsbK8%3Fecver%3D1

13 Kommentare

13 Comments

  1. Avatar

    Wolfgang Müller

    16. März 2017 19:23 at 19:23

    Sehr geehrter Herr Flugmann,
    Als großer Anhänger Ihrer Kolumne bin ich in den letzten Tagen sichtlich enttäuscht über Ihre Analysen. Sie sind erkennbar „Short“ positioniert und klopfen die Nachrichtenlage ab, um Ihre Ansicht zu bestätigen. Dabei blenden Sie eine Gesamtlage, wie viele Charttechniker, derzeit völlig aus. Zum ersten Mal seit 3 Jahrzehnten wird der Anleihemarkt eine negative Rendite abwerfen, bei gleichzeitig steigender Inflation. Der Anleger wird nach und nach in die Aktienanlage getrieben und zwar solange bis entweder eine Rezession absehbar ist oder die Umlauf-Rendite in den USA mindestens über 3,5 % steigt. Dazu kommt, dass in Europa Mario Draghi die Zinsen in den nächsten eineinhalb Jahren nicht anheben kann ohne dass sein Heimatland in eine Katastrophe schlittert. Ergo: Es wird ständig abgesichert und damit kommt es ständig zu einer kleinen Short Squeeze. Der Dax kann leicht 13000 oder wesentlich mehr erreichen, wenn sich die Grundbedingungen nicht ändern – Rückschläge sind jederzeit möglich – aber für viele nur Einstiegschancen. Frage: Wo wollen Sie Ihr Geld anlegen, wenn Sie als Münchner eine größere Summe erben und das Geld nicht in der nächsten Zeit brauchen. Von dieser Spezie Mensch gibt es täglich mehr.
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang Müller

    • Avatar

      Marko

      16. März 2017 21:07 at 21:07

      Super, Herr Müller,

      sehr schön erkannt. Der aufgepumpte Anleihenmarkt, das ist das Damoklesschwert der Shorties, weil sie nur auf den Aktienmarkt schauen, dabei vollkommen verdrängen, dass Aktien eine ordentliche Dividedenrendite bieten und dass Aktien nicht zu Mondkonditionen gehandelt werden – wir haben bei unserem Dax nocht nicht mal das Allzeithoch erreicht… ;D

      „Frage: Wo wollen Sie Ihr Geld anlegen, wenn Sie als Münchner eine größere Summe erben und das Geld nicht in der nächsten Zeit brauchen.“

      Die Antwort kennen Sie.

      VG

      Marko

  2. Avatar

    Michael

    16. März 2017 20:05 at 20:05

    Es könnte auch einfach eine längst nötige und überfällige Korrektur statt eines psychologischen Missverständnisses sein. Seit vier Monaten läuft die grandios-grundlose Trump-Rally auf reinster unhaltbarer Spekulationsbasis, geliefert oder geschaffen hat der neue Heiland noch nichts, außer erste Skandale, wie die Entlassung eines seiner verlogenen Minister, gewaltige Anti-Demos, Widersprüche und Lügen.
    Im Gegenteil, die Staatspleite droht, die Barreserven neigen sich dem bitteren Ende zu, mit steigenden Zinsen können nicht einmal mehr diese bedient werden, geschweige denn, Tilgungen erfolgen.

    Dass die Konjunkturdaten in Wonderland gar nicht so toll sind, wie sie immer deklariert werden, hat die FED ganz richtig erkannt. Die Zinserhöhung fand vermutlich tatsächlich unter dem Druck der Permabullen statt, die die ständigen (und vollkommen berechtigten) Verzögerungen satt hatten.

    Vielleicht haben die „Märkte“ mal ausnahmsweise etwas richtig verstanden, auch wenn ich mich hier weit aus dem Fenster lehne. Aber wie gesagt, die Hoffnung stirbt zuletzt.

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    Tonovic

    16. März 2017 21:28 at 21:28

    @ Wolfgang Müller, Ihren Vorwurf an den Realisten Fugmann finde ich nicht gut ,schauen Sie mal den Zinschart der 10 jährigen US Rendite an, dann sehen Sie nämlich ,dass Ende 2008 bei ca.gleicher Rendite wie jetzt die Börsen auf viel tieferem Stand als jetzt eine grössere Korrektur hinnehmen mussten, aber natürlich ist diesmal alles anders.Jemandem nach 8 jährige künstlichem Rally eine bärische Haltung vorzuwerfen finde ich ziemlich naiv, es gibt auch viele junge Geldvernichter die noch nie einen Crash erlebt haben, ich habe immerhin seit 1987 alle Korrekturen mitgemacht, u.ich bin sicher ,dass mein nächster grösserer Gewinn von einer Aktien Shortposition kommt.

    • Avatar

      PK

      16. März 2017 22:16 at 22:16

      wie bewertet man eigentlich, ob eine Rally „künstlich“ ist oder echt ?
      Ich persönlich finde es eher amüsant, wenn die Rally geshortet wird, weil sie ja nicht „echt“ ist und nur auf dem billigen Geld der Notenbanken aufbaut.
      Nun, es ist einfach Fakt, daß die Notenbanken ein REELLER Faktor der Kursbeeinflussung sind und es gibt keinen Grund anzunehmen, daß sich das in naher Zukunft ändern wird oder irgendeine Notenbank Interesse daran hat die Zinsen mehr als rein symbolisch anzuheben.
      Wir werden, ob uns das passt oder nicht, nur 2 Optionen für die Zukunft haben:
      Das eine ist ein Ausweiten der direkten Staatsfinanzierung seitens der Notenbanken, das andere ist Vertrauensverlust und der totale Crash DER ANLEIHEN und Währungen, ein Schuldenschnitt und Währungsreform.
      In beiden Fällen wird man mit Aktien besser da stehen als mit Dollar oder Euro.
      Einige haben das eben erkannt.
      Im Gegensatz zu dem was ich vor Jahren noch für möglich gehalten hab, erscheint der Weg über die Monetarisierung der Staatsverschuldung doch möglich zu sein, wir werden sehen. Um das vor Jahren bereits zu erkennen, musste man die fast schon dämliche Gutgläubigkeit der Anleger entsprechend antizipieren, das ist nur wenigen gelungen (mir nicht). Aber ich bin in der Lage, Positionen zu überdenken. An der Börse gewinnt am Ende der Opportunist.
      Fugmann ist sehr clever und unterhaltsam, aber zu seinem Nachteil ist er eben kein Opportunist. Er hat eine Meinung, und hält daran fest. Sehr löblich und konsequent. Leider nicht sehr einträglich.

      • Avatar

        gerd

        17. März 2017 10:33 at 10:33

        Ich bin immer sehr angetan von Ihren Kommentaren.

        Kann mich dran erinnern, wie Sie vor Wochen sachlich, fundierten dargelegt haben, dass es unsinnig es ist, die Märkte als sinngemäß ‚irre, wahnsinnig‘ oder so in der Art zu titulieren, nur weil diese steigen und man es selbst nicht fassen kann, weil man sie für überteuert hält.
        Oder wie sie vor kurzem erklärt hatten, wie es sich mit dem Gegenspiel von Risikoabsicherung und Gewinnmöglichkeit verhält. Dass letztere zwangsläufig gegen Null laufen muss, je mehr man sich der 100%-Versicherung nähert.

        Und dann der Begriff „Anker-Heuristik“, den kenn ich erfreulicherweise nun auch.
        Allerdings bin ich mir nicht mehr ganz sicher, ob der Begriff wirklich von Ihnen eingeworfen wurde.
        Ich glaube aber schon, denn die Verwendung passt eindeutig zu Ihren anderen Ausführungen.

      • Avatar

        Marko

        17. März 2017 12:02 at 12:02

        Ganz einfach, die Notenbanken haben in den Anleihenmarkt Luft hineingeblasen, natürlich nur über den Sekundärmarkt. Trotzdem haben die Notenbanker über Ihre QE-Programme den Markt verzerrt, künstlich beeinflusst. Was (damals) auch nötig war.

        Beim Aktienmarkt sahen wir dies nicht, ausserdem : welcher Vertaunensverlust ? Beim EUR ist davon weit und breit NIX zu sehen. Ganz im Gegenteil : die Amis kaufen sich jetzt in Europa ein, man schaue mal auf die Südländer..

        Die Börse ist seit 2009 eine Einbahnstraße , na und ? Ist doch logisch , dass der Anleihenmarkt (erstmal) auf Normalmaß „zurechtgestutzt“ werden muss ?

        jetzt schon wieder die Shorties…. :D

        VG
        Marko

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      Walter Schmid

      16. März 2017 22:43 at 22:43

      Die gleiche Betrachtung habe ich auch!

    • Avatar

      Marko

      16. März 2017 22:44 at 22:44

      1. ist Markus Fugmann ein Shortie, genauso wie ich und bsp. der Herr Risse Longies sind. Super Markus btw, die täglichen Video-Ausblicke. Top !!

      2. Die „Rendite“ der 10-Jährigen US-Anleihe ist irrelevant, warum ? – Weil ich das sage – Ich bin der Donald. :D

      „natürlich ist diesmal alles anders“ : – Genau !!

      „Jemandem nach 8 jährige künstlichem Rally eine bärische Haltung vorzuwerfen finde ich ziemlich naiv, es gibt auch viele junge Geldvernichter die noch nie einen Crash erlebt haben, ich habe immerhin seit 1987 alle Korrekturen mitgemacht, u.ich bin sicher ,dass mein nächster grösserer Gewinn von einer Aktien Shortposition kommt.“

      Wie kommen Sie darauf, dass der Aktienmarkt sich in einer 8-jährigen „künstlichen Rallye“ befindet ?

      Aktien sind Sachwerte, Sachwerte wie Immobilien sind doch auch gestiegen durch eine „künstliche Rallye“ ?

      VG

      Marko

  4. Avatar

    Marko

    16. März 2017 21:29 at 21:29

    Siehe das da ?

    alles boerse.ard.de

    Sind die Aktienmärkte ausgereizt?
    Jede Party ist irgendwann vorbei…

    „Warten auf die Trendwende
    Drohen dem Dax die „Iden des März“?

    Beispiel gefällig? Bitte schön!

    Ein besonders auffälliges Beispiel ist das Dax-Hoch vom 7. März 2000. Kurz darauf platzte die Dotcom-Blase. Warum die Investoren in der Zeit rund um große Verfallstermine besonders achtsam sein sollten, ist schnell erklärt: Der Markt bildet in dieser Zeit häufig wichtige vorläufige Hoch- oder Tiefpunkte aus, die dann für viele Monate bestimmend sind.“

    Der 7.März 2000, die Dot-com-Rally, da haben sich die bei CNBC überschlagen und gesagt, der Nasdaq, der steigt auf 6000, garantiert… :D

    Ist das Euphorie ? Die Antwort… ;D

    Wie siehts denn mit der Party am Anleihenmarkt aus, die „künstlich“ da ist ? Die ist niemals vorbei ? Krisen (Niederlande, Brexit, Frankreich, der Donald,Italien, Griechenland) die gibts immer ? Ein immer wieder willkommener Grund, die Anleihen zu kaufen ?

    VG

    Marko

  5. Avatar

    Tonovic

    17. März 2017 07:37 at 07:37

    Aha,was sehe ich da,Walter Schmid ist plötzlich kein Bär mehr? Eigentlich spielt es keine Rolle ob eine Rally künstlich ist oder nicht.Eine Regel ,die immer noch gilt,Produkte oder Anlagen,die lange oder sehr stark oder sehr schnell steigen korrigieren irgendwann u. ich glaube ,dass Leute die glauben ,dass vor allem US Aktien bald fällig werden vernünftiger sind als solche die den endlosen Anstieg sehen.Dies würde EU u.andere Aktien auch mitziehen. Übrigens das vielerwähnte Beispiel “ Bondblase “ hat seit dem Hoch nach dem Brexit schon über 25 Punkte Luft abgelassen .Übrigens,die letzte grosse Krise in USA gründete auf der gleichen Fehleinschätzung wie heute bei den Aktien ,damals meinte man Häuserpreise können nur steigen.(Langfristig ja) .Noch ein Wort zu denen die an den ewigen Greenspan Put glauben von Prof. Simon Johnson, MÄCHTIGE MENSCHEN LEBEN GUT VON BOOMS U. PLEITEN!!

    • Avatar

      Walter Schmid

      17. März 2017 11:07 at 11:07

      Doch, doch, ich bin immer noch Bär. :-) Und ich bin von einem heftigen Absturz der US-Indizes überzeugt. Die Börse ist keine Einbahnstraße, auch wenn man derzeit durchaus den Eindruck gewinnen kann, sie wäre eine.
      Aber nur Short zu sein, wäre sehr gefährlich und auch sehr unvernünftig, weil es ja in der Tat auch viele gute Argumente für weiter steigende Kurse gibt. In Märkten, die nicht überkauft sind und noch viel Potential haben, setze ich auf steigende Kurse.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

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Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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