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Marktgeflüster (Video): Deutsche Naivität!

Wir erleben derzeit eine ausgeprägte deutsche Naivität! Da ist einmal der Dax, der unbefangen die Party der US-Aktienmärkte mitfeiert und noch gar nicht realisiert hat, dass er zu dieser Party nicht eingeladen ist, sondern vielmehr die deutsche Wirtschaft dazu ausersehen ist (neben anderen Ländern, die hohe Überschüsse im Handel zu den USA ausweisen), die Party der Amerikaner zu bezahlen..

Markus Fugmann

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Markus Fugmann

Von Markus Fugmann

Wir erleben derzeit eine ausgeprägte deutsche Naivität! Da ist einmal der Dax, der unbefangen die Party der US-Aktienmärkte mitfeiert und noch gar nicht realisiert hat, dass er zu dieser Party nicht eingeladen ist, sondern vielmehr die deutsche Wirtschaft dazu ausersehen ist (neben anderen Ländern, die hohe Überschüsse im Handel zu den USA ausweisen), die Party der Amerikaner zu bezahlen. Heute hat das ifo Institut hervorgehoben, wie optimistisch die deutsche Exportindustrie für das Jahr 2017 ist – vor allem die Autoindustrie. Offenkundig denkt man sich dort: der Trump will doch nur spielen! Will der aber nicht – der will Cash sehen! Ansonsten heute ein schwaches US-BIP, weil die Exporte und Importe der USA schwach waren im 4.Quartal. Insgesamt die Aktienmärkte heute verhalten, kein Aufwärtsdruck mehr, und (noch?) kein richtiger Abwärtsdruck..

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17 Kommentare

17 Comments

  1. Avatar

    PK

    27. Januar 2017 19:57 at 19:57

    bei uns hat sich die mediale Aufmerksamkeit zu 100% auf Trump fokussiert. Es wird ja immer wieder mal eine neue Sau durchs Dorf getrieben und wenn etwas jeden Tag die Schlagzeilen dominiert, dann wird das von uns zwangsläufig in unseren Beurteilungen viel zu hoch gewichtet. Aber die Welt dreht sich weiter und entscheidend sind ganz andere Dinge.
    Aussderm denke ich nicht, daß Trump so positiv gesehen wird und darum die Anleger so naiv sind. Es ist vielmehr die Erkenntnis, daß nach Griechanland, Ukraine, Brexit, anscheinend nichts in der Lage ist die Aktienmärkte runterzubringen. Also was tun Anleger, die immer länger auf den idealen Zeitpunkt gewartet haben und nun im Anlagenotstand sind jetzt ? Was soll noch an schlechten Nachrichten kommen ? Und fangt mir nicht mit KGV an, das interessiert bei AnleihenKGV von mehreren 100 keinen mehr.

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    Bernhard Zimmermann

    27. Januar 2017 20:51 at 20:51

    So ist es. Nicht die Fakten bestimmen, ob die Kurse rauf oder runter gehen. Sondern in welcher Marktstimmung die Fakten auf die Anleger wirken. Um auf diese Erkenntnis zu kommen, muss man sich aber sehr lange (> 10 Jahre) im Börsenumfeld bewegen. In dieser Zeit heisst es einfach zu überleben, um danach weiter mitspielen zu können und sich ein Stück vom Kuchen abzuschneiden. Der Markt wird nur von Gier und Angst bestimmt und von sonst gar nichts (sehr gut bei der Vola abzulesen). Derzeit gibt es Null Angst im Markt und folglich gehen die Kurse nach oben. Auch wenn einem der gesunde Menschenverstand sagt, wie auch im Artikel richtig aufgezeigt wurde, dass die Massnahmen von Trump für die deutsche Wirtschaft nicht förderlich sein können.
    Ich stelle mal die kühne Behauptung fest, dass zu 90% im Börsenumfeld der gesunde Menschenverstand ausgeschaltet werden muss, um zu überleben.

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    Pit

    27. Januar 2017 21:24 at 21:24

    Dax Tops so einfach ist Charttechnik.
    Jahr 2000 DAX TOP 3 JAHRE DOWN
    Jahr 2007 DAX TOP 17 MONATE DOWN
    Jahr 2017 DAX TOP MEHRERE JAHRE DOWN
    DAS GLEICHE FÜR DEN DOW.
    Warum weil die Zinsen Jahre lang steigen.
    Weltwirtschaftskrise
    Dax unter 3000
    Dow unter 6000
    75% ist ein guter Wert.
    Verlust
    Beim Nasdaq noch mehr.

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    Lars

    28. Januar 2017 00:11 at 00:11

    Trump ist ein Freak, nicht mehr, nicht weniger.
    Steve Jobs dreht sich sicherlich im Grab um, Einstein gleich dreimal.
    Unser Planet besteht zu mehr als aus den etwa 4,5% amerikanischen Einwohnern weltweit, von denen alleine intern in USA etwa 50% gegen diesen Wahnsinnigen eingestellt sind.
    Europa, Russland, China usw. haben jetzt die historische Chance, gemeinsam entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Keine amerikanischen Produkte mehr, auch wenn es dem durchschnittlichen Betrachter wegen Apple, Microsoft & Co. erst einmal schwierig erscheinen mag.
    Doch vollkommen neue und zuverlässige Betriebssysteme, bezahlbare Hardware und innovative Ideen wären doch im Vergleich zum Amischrott auch akzeptabel.

    America great again, 98% of the world is greater!

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    Pennymonkey

    28. Januar 2017 00:38 at 00:38

    wer ist eigentlich Trump ?
    .. ist das eine neue Religion ?

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    Walter Schmid

    28. Januar 2017 08:46 at 08:46

    Deutsche Naivität? Das glaube ich eher nicht. Der Einfluss von Trump auf die reale Weltwirtschaft wird überschätzt. Viele scheinen derzeit zu glauben, alles stehe und falle mit ihm. Das ist nicht so. Ca. 9,5% der deutschen Exporte gehen in die USA, aber nicht wenige tun so, als seien es 95%. Der Exportgigant Deutschland ist von den USA weit weniger abhängig, als umgekehrt. Als ob die Amerikaner unsere Produkte bisher nur kauften, um uns einen Gefallen zu tun. Sie kaufen sie, weil sie Vergleichbares auf dem heimischen und anderen Märkten nicht finden. Deutsche Erzeugnisse haben auch in den USA einen ausgezeichneten Ruf. Einmal davon abgesehen, dass die deutsche Wirtschaft auch ohne die 9,5% USA-Exporte überlebensfähig wäre, werden Trumps eventuelle Handelsbarrieren vielleicht die Exporte in die USA auf 8,5% drücken. Mehr wird es nicht sein, wenn überhaupt. Hart treffen wird es vielleicht einzelne Unternehmen, die sehr stark vom amerikanischen Markt abhängig sind. Als die Russlandsanktionen eingeführt wurden, gab es auch den großen Aufschrei der deutschen Exportwirtschaft. Niemanden interessiert das heute noch. Trump wird viel heißer gekocht, als er bald gegessen werden wird.

    • Avatar

      Petkov

      28. Januar 2017 10:20 at 10:20

      Sie haben absolut Recht, dass Trumps Einfluss viel zu negativ und unsachlich gesehen wird. Aber gleichzeitig überschätzen Sie völlig die Kraft des „Exportgiganten“ Deutschland. Dieses Land verkauft aktuell viele Produkte im Ausland, das stimmt. Aber diese Produkte werden erstens immer, immer öfter im Ausland produziert und zweites wird auch viel zu leichtsinnig KnowHow exportiert. Dies wird ohne jeden Zweifel zu einer kontinuierlichen Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit des Landes und langfristig zum Untergang der deutschen Industrie in der jetztigen Form (ist in England und Frankreich bereits passiert, Deutschland macht unter der GroK.O. nichts besser).

      Wie sie sicherlich bereits gelesen haben, ist das islam-kommunistische Missverstädnis im Kanzleramt gerade dabei, die Anuse der chinesichen Regierung oral ordentlich anzufeuchten. Dies ist erforderlich, da die deutsche Industrie die Chinesen dringend braucht, um die einbrechende Nachfrage in den USA einigermaßen auszugleichen. Die Chinesen sind aber im Gegensatz zu den EU-Luschen nicht bescheuert und werden für den Gefallen eine Reihe von Gegenleistungen verlangen. Insbesondere die bedingungslose Kapitulation der Deutschen vor chinesischen Übernahme-Unternehmen. Betroffen wird insbesondere der Mittelstand sein – die Schlagader des deutschen Wohlstands.

      Das merkel wird das ganze bunte Treiben in ihrer apatischen Rautenstellung bewundern, die Alternativlosigkeit der Entwicklung betonen und versprechen, dass sie fast alle davon überzeugen kann, wie gut das für ihre DDR-Reloaded ist. Und wer’s ihr nicht abkauft, ist ein Nazi.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      28. Januar 2017 10:58 at 10:58

      @Walter, Trumps Einfluß auf die Weltwirtschaft wird überschätzt? Es geht hier darum, dass die mit weitem Abstand führende Wirtschaftsmacht der Welt beschlossen hat, sich von der Welt abzuwenden, und noch nach der Maßgabe zu handeln, was ihr nützt. Das wird bedeuten, dass eine Spirale in Gang gesetzt wird, weil andere auf die USA reagieren (müssen). Als das zuletzt der Fall war (1930 mit der Einführung von hohen Zöllen durch die USA, daraufhin Gegenreaktionen durch Europäer) brach das Handelsvolumen der USA wie auch Europas um 50% ein. Also eine Halbierung. Sollten es diesmal nur 25% sein, könnten wir fast schon froh sein – aber es wäre ein massiver Einbruch der Weltwirtschaft, so oder so..

      • Avatar

        Hoggel77

        28. Januar 2017 13:02 at 13:02

        alles richtig.
        Nur gab es damals praktisch kaum einen asiatischen, russischen etc Markt. Da gab es „nur Europa und die USA“. Ich denke die wirklichen Zahlen werden weit unter 25% (für Europa und den Rest der Welt liegen). Was allerdings die Börsen daraus machen ist etwas ganz anderes.

      • Avatar

        Walter Schmid

        28. Januar 2017 14:50 at 14:50

        Lieber Herr Fugmann,
        soweit wird es ganz sicher nicht kommen. Den Handlungsspielraum und die Macht hat Trump nicht, um solche Szenarien in Gang zu setzen. Trump ist vom Naturell ein Diktator, aber in Demokratien wurden schon alle wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht. Und auch die großen Weltkonzerne und Politiker der restlichen Welt werden Trump Stück für Stück seine Grenzen aufzeigen. Zum anderen halte ich Trump für einen schlauen Fuchs. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sich dumme Menschen zumeist etwas schwer damit tun, Milliardär zu werden. Es wirkt sehr beruhigend auf mich, dass der neue Präsident der USA ein erfolgreicher Unternehmer ist. Er wird das Land genauso führen, wie er sein Imperium jahrzehntelang geführt hat. Wäre er als Lenker unfähig, wäre er längst gescheitert. Mir macht der Mann daher keine Angst. Ich halte es nicht einmal für so abwegig, dass er dem Weltfrieden vielleicht besser tut, als wir es von seiner Rivalin Clinton hätten erwarten können. Trump ist ein Macher und tut was er sagt. Das wünschen wir uns doch eigentlich von allen Staatslenkern, oder?
        Das Wirtschaftsdesaster der 30er Jahre wird sich so nicht wiederholen, jedenfalls nicht aus den damaligen Ursachen heraus. Deshalb haben wir ja auch die immer weiter ausufernde Staatenverschuldung, weil man die damaligen Entwicklungen unbedingt verhindern will. Das und die vielfältigen Probleme der Eurozone machen mir viel mehr Sorgen, als Trumps Protektionismus.

    • Avatar

      verinet

      28. Januar 2017 22:05 at 22:05

      Das die deutsche Industrie auch bei Protektionismus der USA überlebensfähig ist ist doch kein Grund für neue Höchsstände beim DAX. Die Margen von BMW und Co werden massiv beeinträchtigt. Die Verflechtungen der inter. Wirtschaft sind intensiv und empfindlich die Auswirkungen auf Scwellenländer wie insbesondere. Mexiko werden massiv sein da gibt es dann auch Rückopplungen …das ist doch alles kein Wachstumszenario.

      • Avatar

        Walter Schmid

        29. Januar 2017 20:56 at 20:56

        Das hatte ich auch nicht behauptet.
        Im Gegenteil erwarte ich in den nächsten Jahren einen bösen Crash. Vielleicht noch in diesem Jahr. Aber wenn sich die Aktienkurse in Folge eines Crash weltweit halbieren, so bricht deshalb nicht auch die Weltwirtschaft oder das Handelsvolumen mit den USA um 50% ein, auch bestimmt nicht um 25%.
        Trump hat gar nicht die Macht, um ein solches Szenario in Gang zu setzen und das will er auch nicht, weil der Schaden für die USA dann nicht kleiner wäre, als für die übrige Staatengemeinschaft. Trump wird bald sehr viel leiser auftreten, da bin ich mir sicher.

  7. Avatar

    PK

    28. Januar 2017 09:03 at 09:03

    Ja Pit, wenn man sich was ganz fest wünscht, dann passiert es ganz sicher.
    Nur mal zu den Zinsen:
    Die können nicht über ein bestimmtes Niveau steigen, weil die Staaten sich das gar nicht mehr leisten können. Es gibt also nur entweder totalen Staatsbankrott (möchtest du dann lieber Währungen halten oder Aktien ?) oder eben dauerhaft niedrige Zinsen.

  8. Avatar

    PK

    28. Januar 2017 09:29 at 09:29

    ja Walter, danke daß du das mal ins richtige Verhältnis gerückt hast. Nackte Zahlen wirken manchmal Wunder. Ganz abgesehen davon, können sich auch neuen Chancen ergeben. Z.B. mit Russland, wenn die Sanktionen fallen, und die werden fallen.
    Ebenso neue Chancen mit den Ländern, mit denen es sich Trump verderben wird (China). Da wir nun vielleicht nicht mehr in einer ganz so servilen Abhängigkeit von den USA stehen, werden wir uns vielleicht trauen diese Lücken zu füllen.
    Gefühlt steht und fällt alles mit Trump, weil wir NICHTS anderes mehr in den Nachrichten sehen. Aber in Wahrheit kann er uns relativ egal sein.
    Nur weil wir Trump ganz ganz pöse finden, haben viele anscheinend das Gefühl auch alle Aktien in einer Art Untergangsstimmung blind shorten zu müssen. Die Rechnung geht anscheinend nicht auf. Wie lange braucht man eigentlich um festzustellen, daß der Markt eben anscheinend eine andere Meinung hat ?
    Seit Monaten wird den Leuten Naivität und Dummheit etc. vorgeworfen, die diesen Markt weiter hochkaufen, aber wer hatte bisher recht ?
    Man kann auch zu schlau für diese Börse sein. Einige hier sind es.

    • Avatar

      Petkov

      28. Januar 2017 12:44 at 12:44

      Buahaha,dass Sie eine notgedrungene, stärkere Zusammenarbeit mit Putins Russland als Chance sehen, sagt schon alles über den Stand Ihrer kognitiven Durchdringung der Lage. Das wird eine Zusammenarbeit zwischen Schafen und Schlachthof. Und mit China zwischen Zitronen und Zitronenpresse. Aber eins weiß ich mittlerweile: auch beim Anblick des Messers und der unerbittlich rotierenden Zitronenpresse, werden die Deutschen stolz (bzw. aus unserer Ausländersicht arrogant) die Fassung bewahren und in ihren letzten Stunden Stiefmuttis DDR-Mantra wiederholen: „Uns geht’s es immer noch besser als vielen Anderen“.

    • Avatar

      Walter Schmid

      28. Januar 2017 15:24 at 15:24

      Es ja gibt reichlich gute Gründe für steigende und reichlich gute Gründe für fallende Kurse, die ja unter anderem von den Herren Fugmann und Riße immer wieder vorgetragen werden. Für welche Richtung sich die Märkte absehbar entscheiden werden, wird man sehen. Nach dem Gesetz der Wahrscheinlichkeit aber steuern wir nach jahrelangem Kursanstieg und vor allem bei noch weiter steigenden Kursen unweigerlich auf eine böse Korrektur oder gar einen Crash zu. Seitdem es Aktien gibt war das immer so und es wird auch in Zukunft so sein. Die US-Indizes sind schon sehr teuer und von Ihnen geht die Gefahr aus. Die Bullen wiegen sich in einer sehr zweifelhaften Sicherheit. Wer aktuell noch große Teile seines Vermögens auf steigende Aktienkurse setzt, ist aus meiner Sicht sehr unvernünftig und kann auch gleich ins Spielcasino gehen.

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

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Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

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