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Marktgeflüster (Video): Deutungen und Bedeutungen

Von Markus Fugmann

Wie sind die heutigen US-Arbeitsmarktdaten zu deuten? Klar: die sogar negative Headline-Zahl so schwach wie seit sieben Jahren nicht mehr, der Markt hat sich jedoch vorwiegend auf die stärker als erwartet gestiegenen Stundenlöhne fokussiert. Aber: so viele neue Vollzeitstellen wie bei diesen Daten gabe es seit 17 Jahren nicht mehr! Die Märkte wissen nicht so recht, was sie mit den Zahlen anfangen sollen – der Dollar erst nach oben, dann wieder abverkauft. Und was hatte es zu bedeuten, was Donald Trump gestern Abend (US-Zeit) gesagt hat mit der „Ruhe vor dem Sturm“? Dazu passt vielleicht der heutige Bericht eines russischen Abgeordneten nach der Rückkehr seiner Delegation aus Nordkorea..



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16 Kommentare

  1. Weil mehr Leute Arbeit suchen, drückt das die Arbeitslosenquote?
    Müsste das nicht die genau umgekehrte Wirkung hervorrufen?

    1. @Gerd, Sie beginnen langsam, endlich die richtigen Fragen zu stellen. Das freut mich und macht mir Hoffnung, dass Sie langsam zu verstehen beginnen, was hier seit Jahren immer wieder gebetsmühlenartig erklärt wird.
      Eine vereinfachte Rechnung mit kleinen Zahlen:
      Ein Minigesellschaft mit US-Statistiken hat 150 Einwohner.
      100 Menschen davon sind arbeitsfähig, diese Zahl repräsentiert also 100% der Erwerbsfähigen (der Rest sind Kinder, Rentner, Politiker, Inhaftierte und sonstige, aus dem Arbeitsleben ausgeschiedene bzw. ausgeschlossene Bürger und interessieren in den Jobstatistiken nichts und niemanden).
      60 Menschen von den 100 Arbeitsfähigen sind arbeitswillig, also statistisch relevant „aktiv“, also beschäftigt oder „aktiv“ auf Arbeitssuche, diese Zahl repräsentiert also 60% Beteiligungsquote.
      Von den 60 stellen 3 einen Arbeitslosenantrag (nur möglich, wenn man kürzlich schon einmal gearbeitet und/oder Antrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt hat), daraus ergibt sich eine Arbeitslosenquote von 5%.
      Nun melden sich plötzlich 6 weitere als „aktiv“ arbeitssuchend, die aber natürlich noch keinen Arbeitslosenantrag stellen können, weil sie ja kürzlich noch nicht gearbeitet oder „gestempelt“ haben. Es bleibt also statistisch bei 3 Arbeitslosen, obwohl es eigentlich 9 wären.
      Die Beteiligungsquote steigt gleichzeitig auf 66%, was bei 3 offiziellen Arbeitslosen zu einer Quote von 4,5% (anstatt zuvor 5%) führt.
      Dass die tatsächliche Arbeitslosenquote in Wonderland eher bei 25% und deutlich mehr liegt, wurde an dieser Stelle bereits mehrfach zu erklären versucht.
      Bleiben Sie bitte dabei, skeptisch zu sein und sich solche Fragen zu stellen, denn die sind in der heute immer komplexer werdenden Welt wirklich wichtig und führen hoffentlich dazu, dass mehr und mehr Menschen verstehen, wie die tatsächlichen Fakten durch alternative ersetzt werden.

      1. Danke für die super Erklärung!

      2. Da Sie mir schon mal so nett entgegenkommen und mir zu einer Erklärung verhelfen, Michael, dann sage ich Ihnen natürlich auch mein Dankeschön dafür.

        Allerdings den Tipp, „Bleiben Sie bitte dabei, skeptisch zu sein“, beherzige ich ohnehin seit ein paar Jahren ausgiebigst. Seit ich dahinter gekommen bin, dass man der Bevölkerung in Deutschland schon jahrelang ein X für ein U vormacht. Ist ja auch nicht leicht, das zu durchschauen. Rund 88% der Menschen ist das noch immer nicht gelungen und sie glauben selbst heutzutage noch unreflektiert, was ihnen erzählt wird.
        Aber Entschuldigung, ich schweife schon wieder vom Thema ab.

        Was ich sagen will, nur dank meiner Skepsis habe ich erkannt, dass Ihre Erklärung zwar super ist, wie Gixxer nicht ohne Grund lobte – allerdings lediglich was die mathematische Berechnung betrifft. Die Prozentrechnung sozusagen. Die Schlussfolgerung ist leider trotzdem falsch, weil die Sachlage anders ist als von Ihnen (und FMW) dargestellt.

        Wäre eine Berechnung denkbar in der durch eine bestimmte Arbeitnehmer-Kategorie sich die Grundmenge zwar erhöht, bei der anschließenden Quotenberechnung aber genau diese Leute auf „heimtückische“ Weise keine Berücksichtigung finden würden? So dass sich deshalb die Arbeitslosenquote auf 4,2% verringert. Sie also tatsächlich sinkt, weil mehr Menschen Arbeit suchen? Nein, wird auch nicht so gemacht. Die Menschen sind sowohl im „Zähler“ (über dem Bruchstrich) als auch im „Nenner“ darunter enthalten, um die Prozentquote zu errechnen.

        Da ich annahm, dass selbst die Menschen in Wonderland in der Lage wären, so eine abstruse Rechnungsmethode zu durchschauen – falls sie denn so existierte – und sich so eine Verdummung nicht gefallen lassen würden, wuchs bei mir der Argwohn.

        Und in der Tat, es geht schon mal damit los, dass die hier jeweils verwendete Definition für Partizipationsrate nicht richtig ist. Nach meinen Recherchen gibt die Partizipationsrate grob gesagt an, wie viel Prozent der Erwerbsfähigen entweder einer Erwerbstätigkeit nachgehen oder sich „berechtigt“ arbeitslos gemeldet haben und eine Arbeit suchen. Sie umfasst also beide Gruppen.

        Und wenn die Rate von 62,8% auf 63,1% gestiegen ist, bedeutet das für diesen Monat schlichtweg, dass der Anteil der Beschäftigten sich erhöht hat. Und spiegelbildlich hat sich in diesem Monat tendenziell auch der Anteil der Arbeitslosen verringert. In dem Fall auf nur 4,2%. Es könnte in Extremfällen auch mal graduell etwas anders ausgehen, aber das ließe sich aus der Partizipationsrate alleine überhaupt nicht ablesen – da die ja wie gesagt aus zweierlei Kategorien besteht.
        (Dass alle Zahlen von hinten bis vorne geschönt und manipuliert sein mögen, bleibt mal außen vor)

        FAZIT laut Tabelle A-1 des Bureau of Labor Statistics:
        Die Summe der Arbeitbesitzenden plus der berechtigt Arbeitslosen (Zeile 2) hat zugenommen. Aber nur weil die Arbeitenden (Zeile 3) mehr geworden sind. Die Teilsumme der „berechtigt“ Arbeit suchenden Arbeitslosen (Zeile 4) aber ist gesunken. Auch die Zahl der Arbeitssuchenden (Zeile 6) ist gesunken. Also, die Aussage, die Arbeitslosenquote wäre auf 4,2% gesunken, weil mehr Menschen eine Arbeit suchen (und das rückgeschlossen aus einer gestiegenen Partizipationsrate), ist nicht nur falsch sondern stellt die Fakten sogar auf den Kopf.
        Falls es mir gelingt, werde ich auch noch die aufbereitete Tabelle A-1
        aus https://www.bls.gov/news.release/empsit.t01.htm
        hier als .png-Datei einstellen.

        1. @Gerd, es freut mich, dass Sie langsam selbst erkennen, dass Sie dazu neigen, vom Thema abzuschweifen und gerne das letzte Wort haben wollen.
          Was Sie zum Thema Partizipationsrate schreiben, ist größtenteils soweit in etwa richtig:
          Nach meinen Recherchen gibt die Partizipationsrate grob gesagt an, wie viel Prozent der Erwerbsfähigen entweder einer Erwerbstätigkeit nachgehen oder sich „berechtigt“ arbeitslos gemeldet haben und eine Arbeit suchen. Sie umfasst also beide Gruppen.!
          Ganz korrekt wäre:
          Anteil derer, die am Arbeitsmarkt aktiv sind (Arbeitslose und Beschäftigte,
          civilian labor force) an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter.
          Der Knackpunkt liegt in der Definition der „Arbeitslosen“.
          Der Begriff der „Arbeitslosen“ definiert sich folgendermaßen:
          Arbeitslosigkeit: Personen, die keinen Job haben, im vergangenen Monat aktiv einen gesucht haben und eine Stelle sofort antreten könnten.“ (drei Bedingungen, die alle zusammen mit „und“ zutreffen müssen, nicht mit oder).
          Wer also im vergangenen Monat nicht aktiv nach einem Job gesucht hat, weil er sich, wie in meinem Beispiel angeführt, erst neu gemeldet hat, wird auch noch nicht als Arbeitsloser in den Statistiken geführt.
          Falsch ist somit:
          Und in der Tat, es geht schon mal damit los, dass die hier jeweils verwendete Definition für Partizipationsrate nicht richtig ist.

          1. Michael, da haben Sie voll und ganz recht – mit meiner „Schwafelei“. Da kann ich für mich auch nichts beschönigen.
            Dabei belasse ichs für heute Abend erstmal. Das andere können wir uns evtl morgen noch mal „gemeinsam“ anschauen.

          2. Gerd, es macht doch gar keinen Sinn für Sie und mich, sich die Qual anzutun, amerikanische Jobstatistiken im Detail zu analysieren. ZigTausende an „arbeitsfähigen“ Amis sind wegen Trump bereits nach Kanada, Australien oder Neuseeland ausgewandert, was die Anzahl an Arbeitsfähigen reduziert. ZigTausende haben sich wegen der Hurrikanes für Aufräum- und Hilfsarbeiten als arbeitswillig gemeldet, mehrere 100Tausend konnten abgeblich laut NFP-Zahlen im gleichen Monat deswegen ihre Jobs nicht wahrnehmen.
            Warten wir doch einfach die nächsten Zahlen ab, bevor wir beiden Laien uns hier die Köpfe über Wonderland-Statistiken zerbrechen.

        2. Michael, da ich mir gestern extra eine Dropbox „zugelegt“ hatte, nutze ich die natürlich noch um meine statistische Bildbearbeitung vom Sonntag ins rechte Licht zu rücken.
          Hier ist sie:
          https://www.dropbox.com/s/xscimdt8v4775wn/USA%20Arbeitslosenstatistik.PNG?dl=0

          Diejenigen Arbeitslosen, welche die von Ihnen genannten drei Bedingungen erfüllen, umschrieb ich vereinfacht mit „berechtigte“ Arbeitslose – Zeile (4) in der von mir aufbereiteten Statistik. Es sind im September 331Tsd. weniger.

          Die beiden Gruppen, welche für die Partizipationsrate herangezogen werden – Sie nennen die Kategorie korrekt in englisch civilian labor force – Zeile (2) 161,146 Mio – besteht aus eben diesen „Berechtigten“ und den „Arbeitenden“. Die Zeile (3) plus (4).

          Und wer im vergangenen Monat nicht aktiv nach einem Job gesucht hat, weil er sich …erst neu gemeldet hat, wird auch noch nicht als Arbeitsloser in den Statistiken geführt. Das sind diejenigen, die in Zeile (6) stehen. Aber auch deren Anzahl ist gesunken. Um 216Tsd.

          Man kann es drehen und wenden. Die Arbeitslosenzahlen in jedweder Kategorie sind gesunken. Egal welcher Definition sie zugehörig sind, ob Arbeit suchend mit Anspruch („berechtigt“) oder auch ohne Anspruch.
          Ein ganz dickes „mehr“ hingegen weist die Beschäftigtenzahl auf. Plus 906Tsd..

          Aber ansonsten bin ich wieder voll bei Ihnen. Das zu analysieren sollten wird unterlassen, es bringt aus mehrerlei Gründen nichts. Soviel wie Null mal Null.
          Kümmern wir uns vorübergehend mal wieder ein ganz klein wenig um Gold und Währungen (Sie) bzw. um DAX und Tesla (ich).

  2. Bereits letzte Woche diskutiert:

    Greg Hunter/James Rickards – North Korea Thinks USA Bluffing – It’s Not

    Minute 38 bis 62

  3. Wie kann man so Blöd sein , ein System des Goldstandards (Weltwirtschaftskrise)
    auf ein System des Euros zu Übertragen und damit die Wirtschaft in der EU
    Durcheinander bringen. Die Politiker in der EU sind viel zu … um das zu
    kapieren. Die Notenbanken spielen ein brisantes Spiel. Das könnte man leicht ins
    Schlingern bringen. Die Börse ist (und war) ein Tollhaus und verzerrt das Gesamtbild. Wann (Wer) hat die Kraft das zu zerstören , bzw. Wer hat die Kraft das zu verhindern. Der (Freiheitsgedanke) der Menschen ist der Funke der Entscheidet.
    Leider wurde viel zu viel über Krieg geschrieben als über die Weltwirtschaftskrise 1929.

  4. was ist mit der türkischen lira passiert. bitte um info. der kurs gegenüber euro und dollar viel um bis zu 7-8%.

    1. @Murat, eine Art Visa-Krieg zwischen den USA und der Türkei, nachdem die Erdogan-Regierung einen amerikanischen (türkischstämmigen) Beamten festgenommen hat wegen angeblicher Nähe zur Gülen-Bewegung. Jetzt wird es richtig gefährlich für Erdogan – erst die Deutschen vergrault, jetzt, noch viel schwerwiegender, die Schutzmacht USA. Wir schreiben gerade an einem Artikel darüber..

      1. hallo herr Fugmann, danke für die antwort. leider habe ich am freitag die position geschlossen. wie sehen sie die weitere entwicklung bei eurtry oder usdtry. danke vorab

        1. @Murat, das wird davon abhängen, wie der Streit mit den USA weiter geht; zu vermuten ist, dass Erdogan, ähnlich wie damals bei Russland, einen Rückzieher machen wird, weil sich die Türkei es sich nicht leisten kann, die USA dauerhaft zu verprellen; eskaliert der Streit dagegen weiter, steht die Lira vor schweren Zeiten!

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