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Marktgeflüster (Video): Deutungen und Bedeutungen

Wie sind die heutigen US-Arbeitsmarktdaten zu deuten? Klar: die sogar negative Headline-Zahl so schwach wie seit sieben Jahren nicht mehr, der Markt hat sich jedoch vorwiegend auf die stärker als erwartet gestiegenen Stundenlöhne fokussiert. Aber: so viele neue Vollzeitstellen wie bei diesen Daten gabe es seit 17 Jahren nicht mehr! Die Märkte wissen nicht so recht, was sie mit den Zahlen anfangen sollen ..

Markus Fugmann

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Markus Fugmann

Von Markus Fugmann

Wie sind die heutigen US-Arbeitsmarktdaten zu deuten? Klar: die sogar negative Headline-Zahl so schwach wie seit sieben Jahren nicht mehr, der Markt hat sich jedoch vorwiegend auf die stärker als erwartet gestiegenen Stundenlöhne fokussiert. Aber: so viele neue Vollzeitstellen wie bei diesen Daten gabe es seit 17 Jahren nicht mehr! Die Märkte wissen nicht so recht, was sie mit den Zahlen anfangen sollen – der Dollar erst nach oben, dann wieder abverkauft. Und was hatte es zu bedeuten, was Donald Trump gestern Abend (US-Zeit) gesagt hat mit der „Ruhe vor dem Sturm“? Dazu passt vielleicht der heutige Bericht eines russischen Abgeordneten nach der Rückkehr seiner Delegation aus Nordkorea..

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    Gerd

    6. Oktober 2017 19:34 at 19:34

    Weil mehr Leute Arbeit suchen, drückt das die Arbeitslosenquote?
    Müsste das nicht die genau umgekehrte Wirkung hervorrufen?

    • Avatar

      Michael

      6. Oktober 2017 22:27 at 22:27

      @Gerd, Sie beginnen langsam, endlich die richtigen Fragen zu stellen. Das freut mich und macht mir Hoffnung, dass Sie langsam zu verstehen beginnen, was hier seit Jahren immer wieder gebetsmühlenartig erklärt wird.
      Eine vereinfachte Rechnung mit kleinen Zahlen:
      Ein Minigesellschaft mit US-Statistiken hat 150 Einwohner.
      100 Menschen davon sind arbeitsfähig, diese Zahl repräsentiert also 100% der Erwerbsfähigen (der Rest sind Kinder, Rentner, Politiker, Inhaftierte und sonstige, aus dem Arbeitsleben ausgeschiedene bzw. ausgeschlossene Bürger und interessieren in den Jobstatistiken nichts und niemanden).
      60 Menschen von den 100 Arbeitsfähigen sind arbeitswillig, also statistisch relevant „aktiv“, also beschäftigt oder „aktiv“ auf Arbeitssuche, diese Zahl repräsentiert also 60% Beteiligungsquote.
      Von den 60 stellen 3 einen Arbeitslosenantrag (nur möglich, wenn man kürzlich schon einmal gearbeitet und/oder Antrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt hat), daraus ergibt sich eine Arbeitslosenquote von 5%.
      Nun melden sich plötzlich 6 weitere als „aktiv“ arbeitssuchend, die aber natürlich noch keinen Arbeitslosenantrag stellen können, weil sie ja kürzlich noch nicht gearbeitet oder „gestempelt“ haben. Es bleibt also statistisch bei 3 Arbeitslosen, obwohl es eigentlich 9 wären.
      Die Beteiligungsquote steigt gleichzeitig auf 66%, was bei 3 offiziellen Arbeitslosen zu einer Quote von 4,5% (anstatt zuvor 5%) führt.
      Dass die tatsächliche Arbeitslosenquote in Wonderland eher bei 25% und deutlich mehr liegt, wurde an dieser Stelle bereits mehrfach zu erklären versucht.
      Bleiben Sie bitte dabei, skeptisch zu sein und sich solche Fragen zu stellen, denn die sind in der heute immer komplexer werdenden Welt wirklich wichtig und führen hoffentlich dazu, dass mehr und mehr Menschen verstehen, wie die tatsächlichen Fakten durch alternative ersetzt werden.

      • Avatar

        Gixxer

        7. Oktober 2017 15:21 at 15:21

        Danke für die super Erklärung!

      • Avatar

        Gerd

        9. Oktober 2017 18:37 at 18:37

        Da Sie mir schon mal so nett entgegenkommen und mir zu einer Erklärung verhelfen, Michael, dann sage ich Ihnen natürlich auch mein Dankeschön dafür.

        Allerdings den Tipp, „Bleiben Sie bitte dabei, skeptisch zu sein“, beherzige ich ohnehin seit ein paar Jahren ausgiebigst. Seit ich dahinter gekommen bin, dass man der Bevölkerung in Deutschland schon jahrelang ein X für ein U vormacht. Ist ja auch nicht leicht, das zu durchschauen. Rund 88% der Menschen ist das noch immer nicht gelungen und sie glauben selbst heutzutage noch unreflektiert, was ihnen erzählt wird.
        Aber Entschuldigung, ich schweife schon wieder vom Thema ab.

        Was ich sagen will, nur dank meiner Skepsis habe ich erkannt, dass Ihre Erklärung zwar super ist, wie Gixxer nicht ohne Grund lobte – allerdings lediglich was die mathematische Berechnung betrifft. Die Prozentrechnung sozusagen. Die Schlussfolgerung ist leider trotzdem falsch, weil die Sachlage anders ist als von Ihnen (und FMW) dargestellt.

        Wäre eine Berechnung denkbar in der durch eine bestimmte Arbeitnehmer-Kategorie sich die Grundmenge zwar erhöht, bei der anschließenden Quotenberechnung aber genau diese Leute auf „heimtückische“ Weise keine Berücksichtigung finden würden? So dass sich deshalb die Arbeitslosenquote auf 4,2% verringert. Sie also tatsächlich sinkt, weil mehr Menschen Arbeit suchen? Nein, wird auch nicht so gemacht. Die Menschen sind sowohl im „Zähler“ (über dem Bruchstrich) als auch im „Nenner“ darunter enthalten, um die Prozentquote zu errechnen.

        Da ich annahm, dass selbst die Menschen in Wonderland in der Lage wären, so eine abstruse Rechnungsmethode zu durchschauen – falls sie denn so existierte – und sich so eine Verdummung nicht gefallen lassen würden, wuchs bei mir der Argwohn.

        Und in der Tat, es geht schon mal damit los, dass die hier jeweils verwendete Definition für Partizipationsrate nicht richtig ist. Nach meinen Recherchen gibt die Partizipationsrate grob gesagt an, wie viel Prozent der Erwerbsfähigen entweder einer Erwerbstätigkeit nachgehen oder sich „berechtigt“ arbeitslos gemeldet haben und eine Arbeit suchen. Sie umfasst also beide Gruppen.

        Und wenn die Rate von 62,8% auf 63,1% gestiegen ist, bedeutet das für diesen Monat schlichtweg, dass der Anteil der Beschäftigten sich erhöht hat. Und spiegelbildlich hat sich in diesem Monat tendenziell auch der Anteil der Arbeitslosen verringert. In dem Fall auf nur 4,2%. Es könnte in Extremfällen auch mal graduell etwas anders ausgehen, aber das ließe sich aus der Partizipationsrate alleine überhaupt nicht ablesen – da die ja wie gesagt aus zweierlei Kategorien besteht.
        (Dass alle Zahlen von hinten bis vorne geschönt und manipuliert sein mögen, bleibt mal außen vor)

        FAZIT laut Tabelle A-1 des Bureau of Labor Statistics:
        Die Summe der Arbeitbesitzenden plus der berechtigt Arbeitslosen (Zeile 2) hat zugenommen. Aber nur weil die Arbeitenden (Zeile 3) mehr geworden sind. Die Teilsumme der „berechtigt“ Arbeit suchenden Arbeitslosen (Zeile 4) aber ist gesunken. Auch die Zahl der Arbeitssuchenden (Zeile 6) ist gesunken. Also, die Aussage, die Arbeitslosenquote wäre auf 4,2% gesunken, weil mehr Menschen eine Arbeit suchen (und das rückgeschlossen aus einer gestiegenen Partizipationsrate), ist nicht nur falsch sondern stellt die Fakten sogar auf den Kopf.
        Falls es mir gelingt, werde ich auch noch die aufbereitete Tabelle A-1
        aus https://www.bls.gov/news.release/empsit.t01.htm
        hier als .png-Datei einstellen.

        • Avatar

          Michael

          9. Oktober 2017 21:23 at 21:23

          @Gerd, es freut mich, dass Sie langsam selbst erkennen, dass Sie dazu neigen, vom Thema abzuschweifen und gerne das letzte Wort haben wollen.
          Was Sie zum Thema Partizipationsrate schreiben, ist größtenteils soweit in etwa richtig:
          Nach meinen Recherchen gibt die Partizipationsrate grob gesagt an, wie viel Prozent der Erwerbsfähigen entweder einer Erwerbstätigkeit nachgehen oder sich „berechtigt“ arbeitslos gemeldet haben und eine Arbeit suchen. Sie umfasst also beide Gruppen.!
          Ganz korrekt wäre:
          Anteil derer, die am Arbeitsmarkt aktiv sind (Arbeitslose und Beschäftigte,
          civilian labor force) an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter.
          Der Knackpunkt liegt in der Definition der „Arbeitslosen“.
          Der Begriff der „Arbeitslosen“ definiert sich folgendermaßen:
          Arbeitslosigkeit: Personen, die keinen Job haben, im vergangenen Monat aktiv einen gesucht haben und eine Stelle sofort antreten könnten.“ (drei Bedingungen, die alle zusammen mit „und“ zutreffen müssen, nicht mit oder).
          Wer also im vergangenen Monat nicht aktiv nach einem Job gesucht hat, weil er sich, wie in meinem Beispiel angeführt, erst neu gemeldet hat, wird auch noch nicht als Arbeitsloser in den Statistiken geführt.
          Falsch ist somit:
          Und in der Tat, es geht schon mal damit los, dass die hier jeweils verwendete Definition für Partizipationsrate nicht richtig ist.

          • Avatar

            Gerd

            9. Oktober 2017 21:52 at 21:52

            Michael, da haben Sie voll und ganz recht – mit meiner „Schwafelei“. Da kann ich für mich auch nichts beschönigen.
            Dabei belasse ichs für heute Abend erstmal. Das andere können wir uns evtl morgen noch mal „gemeinsam“ anschauen.

          • Avatar

            Michael

            9. Oktober 2017 23:17 at 23:17

            Gerd, es macht doch gar keinen Sinn für Sie und mich, sich die Qual anzutun, amerikanische Jobstatistiken im Detail zu analysieren. ZigTausende an „arbeitsfähigen“ Amis sind wegen Trump bereits nach Kanada, Australien oder Neuseeland ausgewandert, was die Anzahl an Arbeitsfähigen reduziert. ZigTausende haben sich wegen der Hurrikanes für Aufräum- und Hilfsarbeiten als arbeitswillig gemeldet, mehrere 100Tausend konnten abgeblich laut NFP-Zahlen im gleichen Monat deswegen ihre Jobs nicht wahrnehmen.
            Warten wir doch einfach die nächsten Zahlen ab, bevor wir beiden Laien uns hier die Köpfe über Wonderland-Statistiken zerbrechen.

        • Avatar

          Gerd

          10. Oktober 2017 17:50 at 17:50

          Michael, da ich mir gestern extra eine Dropbox „zugelegt“ hatte, nutze ich die natürlich noch um meine statistische Bildbearbeitung vom Sonntag ins rechte Licht zu rücken.
          Hier ist sie:
          https://www.dropbox.com/s/xscimdt8v4775wn/USA%20Arbeitslosenstatistik.PNG?dl=0

          Diejenigen Arbeitslosen, welche die von Ihnen genannten drei Bedingungen erfüllen, umschrieb ich vereinfacht mit „berechtigte“ Arbeitslose – Zeile (4) in der von mir aufbereiteten Statistik. Es sind im September 331Tsd. weniger.

          Die beiden Gruppen, welche für die Partizipationsrate herangezogen werden – Sie nennen die Kategorie korrekt in englisch civilian labor force – Zeile (2) 161,146 Mio – besteht aus eben diesen „Berechtigten“ und den „Arbeitenden“. Die Zeile (3) plus (4).

          Und wer im vergangenen Monat nicht aktiv nach einem Job gesucht hat, weil er sich …erst neu gemeldet hat, wird auch noch nicht als Arbeitsloser in den Statistiken geführt. Das sind diejenigen, die in Zeile (6) stehen. Aber auch deren Anzahl ist gesunken. Um 216Tsd.

          Man kann es drehen und wenden. Die Arbeitslosenzahlen in jedweder Kategorie sind gesunken. Egal welcher Definition sie zugehörig sind, ob Arbeit suchend mit Anspruch („berechtigt“) oder auch ohne Anspruch.
          Ein ganz dickes „mehr“ hingegen weist die Beschäftigtenzahl auf. Plus 906Tsd..

          Aber ansonsten bin ich wieder voll bei Ihnen. Das zu analysieren sollten wird unterlassen, es bringt aus mehrerlei Gründen nichts. Soviel wie Null mal Null.
          Kümmern wir uns vorübergehend mal wieder ein ganz klein wenig um Gold und Währungen (Sie) bzw. um DAX und Tesla (ich).

  2. Avatar

    Chris

    6. Oktober 2017 22:02 at 22:02

    Bereits letzte Woche diskutiert:

    Greg Hunter/James Rickards – North Korea Thinks USA Bluffing – It’s Not

    Minute 38 bis 62

  3. Avatar

    leo

    7. Oktober 2017 19:10 at 19:10

    Wie kann man so Blöd sein , ein System des Goldstandards (Weltwirtschaftskrise)
    auf ein System des Euros zu Übertragen und damit die Wirtschaft in der EU
    Durcheinander bringen. Die Politiker in der EU sind viel zu … um das zu
    kapieren. Die Notenbanken spielen ein brisantes Spiel. Das könnte man leicht ins
    Schlingern bringen. Die Börse ist (und war) ein Tollhaus und verzerrt das Gesamtbild. Wann (Wer) hat die Kraft das zu zerstören , bzw. Wer hat die Kraft das zu verhindern. Der (Freiheitsgedanke) der Menschen ist der Funke der Entscheidet.
    Leider wurde viel zu viel über Krieg geschrieben als über die Weltwirtschaftskrise 1929.

  4. Avatar

    Murat Dundar

    9. Oktober 2017 09:17 at 09:17

    was ist mit der türkischen lira passiert. bitte um info. der kurs gegenüber euro und dollar viel um bis zu 7-8%.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      9. Oktober 2017 09:22 at 09:22

      @Murat, eine Art Visa-Krieg zwischen den USA und der Türkei, nachdem die Erdogan-Regierung einen amerikanischen (türkischstämmigen) Beamten festgenommen hat wegen angeblicher Nähe zur Gülen-Bewegung. Jetzt wird es richtig gefährlich für Erdogan – erst die Deutschen vergrault, jetzt, noch viel schwerwiegender, die Schutzmacht USA. Wir schreiben gerade an einem Artikel darüber..

      • Avatar

        Murat Dundar

        9. Oktober 2017 10:43 at 10:43

        hallo herr Fugmann, danke für die antwort. leider habe ich am freitag die position geschlossen. wie sehen sie die weitere entwicklung bei eurtry oder usdtry. danke vorab

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          9. Oktober 2017 11:58 at 11:58

          @Murat, das wird davon abhängen, wie der Streit mit den USA weiter geht; zu vermuten ist, dass Erdogan, ähnlich wie damals bei Russland, einen Rückzieher machen wird, weil sich die Türkei es sich nicht leisten kann, die USA dauerhaft zu verprellen; eskaliert der Streit dagegen weiter, steht die Lira vor schweren Zeiten!

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Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Value-Werte auf der Überholspur

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

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fashionette: Onlineshop für Luxus-Shopping geht an die Frankfurter Börse

Claudio Kummerfeld

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Bürotürme in Frankfurt

fashionette ist kein normaler Onlineshop für Klamotten und Schuhe. Nein, hier werden nur hochpreisige Handtaschen, Schuhe, Schmuck etc verkauft. Darauf hat sich die Düsseldorfer fashionette AG spezialisiert. Man konzentriert sich auf die Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Nach eigenen Angaben bietet das Portal 11.000 Artikel von 150 Premium- und Luxus­marken, und hat pro Monat mehr als 3 Millionen Seitenaufrufe. Die Umsatzerlöse lagen im Jahr 2019 bei 73 Millionen Euro, und der Gewinn (EBITDA) lag bei 6,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 9,3 Prozent.

Die Deutsche Börse hat heute offizielle Angaben zur Aktienzeichnung und zum ersten Handelstag an der Börse für das Unternehmen veröffentlicht. Die Aktienzeichnung für den Börsengang der fashionette AG (ISIN: DE000A2QEFA1) an der Frankfurter Wertpapierbörse ist heute gestartet und wird voraussichtlich bis zum 27. Oktober andauern. Inklusive der Mehrzuteilungsoption werden bis zu 3.605.000 Aktien angeboten, die Bookbuilding-Spanne liegt bei 30,00 bis 38,00 Euro je Aktie. Der erste Handelstag der fashionette AG im Segment Scale ist laut der Deutschen Börse für den 29. Oktober geplant.

Beim Klick an dieser Stelle finden sie alle Detaildaten zu dieser Emission bei der Frankfurter Börse.

Der Börsengang von fashionette hat einen Gesamtumfang von bis zu 137 Millionen Euro. Aber der Großteil der Papiere werden vom aktuellen Hauptaktionär Genui verkauft, womit ein Großteil der Emission nicht in der Firma landet, sondern an den Altaktionär fließt. Im Unternehmen werden von der Emission wohl 36-46 Millionen Euro ankommen.

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