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Marktgeflüster (Video): Die Entscheidungsschlacht

Von Markus Fugmann

Hat der wichtigste Index der Welt, der S&P 500 die Entscheidungsschlacht gewonnen? Der Index durchbrach den zentralen Widerstand bei 2700 Punkten und hat nun die Chance, den nächsten wichtigen Widerstand bei 2730 Punkten anzulaufen. Das sah heute Morgen noch nicht danach aus: der Dax schwer unter Druck und auf X-Dax-Basis fast bis zur 11700er-Marke fallend, aber dann die wundersame Drehung. Man scheint sich keine Sorgen zu machen über die Aussagen der Wahlsieger in Italien, wonach man sich von Brüssel und Berlin nichts mehr diktieren lassen und schöne Wahlgeschenke verteilen wolle (natürlich durch neue Schulden). Das Motto lautet heute, auch im Hinblick auf einen absehbaren Handelskrieg: wird schon gut gehen! Der Anleihemarkt sieht das anders: die Renditeaufschläge italienischer Anleihen zu deutschen Anleihen steigen deutlich..



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9 Kommentare

  1. Nächstes Jahr Weidmann als EZB Präsident.
    Dann ist der Wirtschaftskrieg mit den USA ,GB und Rußland das
    kleinste Problem der Bürokraten in Brüssel.Im Grunde ist doch Italien
    Pleite und lebt auf unsere Kosten.Eine Wirtschaftskrise wie 2000 oder
    2008 gibt den Schuldenmachern den Rest. Da sind mir Länder wie
    die Schweiz doch lieber.

  2. Schlechtestmögliche Stimmung = Kaufkurse.
    Bei Sorgen gibt es ein gutes Rezept:
    Ich wette dagegen.

  3. Nein, die Entscheidungsschlacht (was für ein Wort!) war das nach meinem Dafürhalten noch nicht. Diese wird kommen, wenn die nächste Rezession vor den Toren steht. Wie ich letzte Woche erwähnt habe, gab es in den letzten 50 Jahren in den USA noch keine längere Phase zwischen den 7 Rezessionen als 120 Monate. Diesen Zeitraum dürften wir bald knacken und irgendwann geht es im S&P 500 nicht um 100 oder 200 Punkte, sondern um eine Halbierung. Bekanntermaßen kommt die Fed mit ihren Zinsanhebungen regelmäßig zu spät (behind the curve) und beschleunigt die zyklische Wirtschaftsabschwächung noch. Bin gespannt wie lange die US-Politik diese ständig wiederkehrende Phase einer Rezession noch hinauszögern kann (Steuerreform-Strohfeuer, Infrastrukturprogramm)!

  4. @Wolfgang, vielleicht braucht es gar keine Rezession,
    gemäss Jeffrey Sherman vom Bondhaus Double Line
    geht die grösste Gefahr von den Schrottanleihen aus.Er sieht bei weiter steigenden Renditen bei 10 Jahres Staatsanleihen einen Kollaps u.Ausfallraten von 30-40%
    bei Junk-Bonds.

    1. @Beobachter. Da haben wir den Zusammenhang. Bei einem langen Wirtschaftsaufschwung kommt es regelmäßig zu einer Fehlallokation von Assets. Ob Immobilien, ABS oder Junk-Bonds, schlussendlich generiert die Gier der Investoren mit dem zumeist zu lange zu billigen Geld der NB Blasen auf den Märkten. Nahezu allen Rezessionen der letzten Jahrzehnte ging ein Anstieg der Inflation/Zinsen voraus. Deshalb sind die niedrigen Zinsen für Junk-Bonds wahrlich eine Achillesverse im aktuellen Zyklus, der weltweiten Schuldenorgie. Gruß

  5. @ Markus Fugmann: Schon mal überlegt den Wetterbericht zu moderieren? :) ;)

  6. Ich denke, die Lücke zwischen S&P und DAX ist recht einfach zu eklären, und der heutige Anstieg im DAX war erwartbar: Große Hedgefonds hatten im Januar/Februar den DAX massiv geshortet im Hinblick auf die Italien-Wahl (Deutschland und der SPD-Entscheid waren im Vergleich völlig unbedeutend), und heute haben sie die Shorts teilweise wieder aufgelöst. Sell the rumour – buy the facts!

  7. @Schaumburg, der Wetterbericht auf seriösen Kanälen hat inzwischen aufgrund der Vernetzung leistungsfähiger Computernetzwerke und der enormen Steigerung der Rechenkapazität der verwendeten Großrechner eine korrekte Vorhersagewahrscheinlichkeit von 95% und höher erreicht.
    Das kommt schon fast auf die von @Markus Fugmann heran ;) Sogar in den regionalen Schaumschlägerburgen, in denen noch ab und an abweichendes Mikroklima vorherrscht.

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