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Marktgeflüster (Video): Die Ratten verlassen das sinkende Schiff

In der laufenden Woche wurden massive Mittel aus US-Aktien abgezogen – vor allem aus Blue Chips, aber eben nicht aus amerikanischen Tech-Aktien! Und das ist kein sehr gutes Zeichen, denn die US-Tech-Werte sind dijeneigen US-Aktien, bei denen die Investoren die größte „exposure“ haben. Damit die US-Indizes wieder steigen können, braucht es jedoch noch eine Kapitulation vor allem der in den Tech-Werten investierten US-Privatinvestoren!

Markus Fugmann

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Markus Fugmann

Von Markus Fugmann

In der laufenden Woche wurden massive Mittel aus US-Aktien abgezogen – vor allem aus Blue Chips, aber eben nicht aus amerikanischen Tech-Aktien! Und das ist kein sehr gutes Zeichen, denn die US-Tech-Werte sind dijeneigen US-Aktien, bei denen die Investoren die größte „exposure“ haben. Damit die US-Indizes wieder steigen können, braucht es jedoch noch eine Kapitulation vor allem der in den Tech-Werten investierten US-Privatinvestoren! Heute im Fokus ds IPO von Dropbox – kaum war die Aktie am Markt zu einem deutlich höheren Kurs, sackten die US-Indizes ab. Und Donald Trump droht ein Veto einzulegen gegen den zwischen Republikanern und Demokraten verienbarten Deal – es droht ein government shutdown heute Mitternacht Washington Ortszeit. Der Dax blebt weiter unter Druck..

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Michael

    23. März 2018 19:50 at 19:50

    Nicht nur in Amerika, auch hier unter den Kommentatoren auf FMW gab es richtig coole Typen, welche den Abverkauf Anfang Februar ausgesessen haben. Nicht nur das, die haben diesen sogar präzise vorhergesehen, sind natürlich rechtzeitig optimal mit maximalem Gewinn aus ihren ATH-Longs ausgestiegen, um die damaligen Tiefs punktgenau als neuen Einstiegspunkt für neue Longs zu nutzen. Seit gestern war zwar noch nichts zu hören bzw. zu lesen, aber ich gehe davon aus, dass man auch dieses Mal in ähnlich chirurgischer Präzision operiert hat und nun erneut versucht … Grüßt hier das Murmeltier?

    • Avatar

      vogel

      23. März 2018 21:00 at 21:00

      @ Michael:
      ab 29.1.18 wurden große Leerverkaufspositionen zwischen 0,5-1% auf alle großen DAX-Unternehmen aufgebaut, wie man hier nachlesen kann:
      https://www.bundesanzeiger.de/ebanzwww/wexsservlet?page.navid=to_nlp_start

      • Avatar

        Michael

        23. März 2018 21:17 at 21:17

        @vogel, entschuldigen Sie meine Ignoranz, aber was soll mir dieser Link bezüglich meines Kommentars jetzt genau sagen?
        Einstiegspunkte, Ausstiegspunkte, Long, Short, Warnung erkannt oder weitermachen, wie bisher?

        • Avatar

          vogel

          24. März 2018 12:49 at 12:49

          @ Michael
          Keine Ignoranz, sondern eine berechtigte Frage Ihrerseits.
          Beispiel:
          Im Bundesanzeiger wird am 01.02. der Aufbau einer 0,5 % Leerverkaufsposition auf DTElekom durch den weltgrößten Hedgefonds Bridgewater angezeigt.
          Die meist volatilitätsarme DTE wird wegen ihrer großen Aktienmenge (ca. 4,7 MRD Aktien) normalerweise selten geshortet. Wenn dies passiert, ist das ein Hinweis auf eine größere a l l g e m e i n e Abwärtsbewegung, zumal auch bei den anderen großen DAX-Unternehmen zeitgleich Leerpositionen von Bridgewater aufgebaut wurden, die bis jetzt bestehen.

          Ich bin der Überzeugung, dass die Kurse von Bridgewater&Co „gemacht“ werden:
          Um sich für deren Aktivitäten zu sensibilisieren, empfiehlt sich im kleinen Rahmen der durchgehende Handel mit den am meisten geshorteten (kleineren) Aktien, wie z.B. Aixtron oder bis vor kurzem K+S (Marshall-Wace). Weil bei diesen Aktien die Short-Attacken mit hoher Frequenz erfolgen, sind sie ein gutes „Training“, um das Vorgehen von Shortsellern und die zeitlichen Abläufe vom Kurssturz bis hin zu kurstreibenden Shortseller-Eindeckungen zu analysieren.
          Das Vorgehen der einzelnen SSeller ähnelt sich und plötzlich werden „nachrichtenlose Crashs“ und „Kursraketen“ erklärbar und für den eigenen Gewinn nutzbar.
          Zur Analyse von Shortattacken nützlich sind neben dem Bundesanzeiger auch folgende Links:
          http://shortsell.nl/universes/Duitsland
          und die Änderung der betreffenden Aktienumsätze an solchen Tagen:
          https://www.boerse.de/times-and-sales/Deutsche-Telekom/DE0005557508_boerse,6
          Nachteil ist hier die Latenz bis zur Veröffentlichung der Info.

          Mit diesen Hinweisen muss jeder seine eigenen Erfahrungen selbst machen und wird dabei auch Lehrgeld zahlen – am Ende werden Sie eine beginnende Shortattacke meist schon vorbörslich erkennen können. ;-)
          Wünsche Ihnen viel Erfolg!

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    Amadeo Mena Vicente

    23. März 2018 20:38 at 20:38

    Fugmann ist spitze. Ich habe bereits eine gewisse Abhängigkeit von seinen Analysen entwickelt….

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    Andreas

    23. März 2018 21:06 at 21:06

    Wo bleibt der Marko oder wie der Typ nochmal heißt, der meinte Börsen können nur noch hoch gehen…strong long und so…

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    leftutti

    23. März 2018 22:56 at 22:56

    Zum Thema „Trump gilt nicht unbedingt als literarisch veranlagt“ bzw. liest nicht gerne: Trotz seiner Androhung eines Vetos hat US-Präsident Donald Trump das vom Kongress verabschiedete Haushaltsgesetz doch unterzeichnet. Das sagte Trump in Washington. Zugleich kritisierte er das Gesetz scharf. Es sei so umfangreich, niemand könne das komplett lesen.
    AHA!
    Niemand könne das komplett lesen (ich erinnere mich an die etwa 3750 Seiten AGB’s und Datenschutzerklärung von Facebook, die jeder einfache, nicht-präsidiale mündige Bürger lesen, verstehen und akzeptieren muss)?
    Reicht es also aus, die paar erlaubten Zeilen eines Twitter-Kommentares zu überschreiten, um Trump literarisch-intellektuell in die Knie zu zwingen? :D

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    Wolfgang M.

    24. März 2018 07:42 at 07:42

    Die Marktreaktionen am Freitag haben meine Ansicht noch verstärkt. Wenn Donald Trump in seiner Zollstrategie nicht diplomatischer wird und der Fall der Aktienmärkte nicht gestoppt werden kann („Wirtschaftskriege sind leicht zu gewinnen!“), stürzt die US-Wirtschaft in die Rezession. Aus folgenden Gründen: Die Marktkapitalisierung der US-Aktien betrug vor der Februarkorrektur gut 25 Bio US-$. Davon haben sich in den letzten 7 Wochen (insbesondere Do und Frei) gut 2,5 Bio in Luft aufgelöst. Da die Hälfte der Amerikaner Aktien besitzen, wird der Einbruch – falls er sich fortsetzt – unmittelbar zum Konsumvezicht führen müssen, auch angesichts der astronomischen Kreditkartenverschuldung. Hinzu kommt noch, dass die Altersvorsorge der USA sehr stark am Aktienmarkt hängt. Da kommt es zu Problemen, die bisher kaum angesprochen wurden. Der größte US-Pensionsfonds, CalPERS, steht, wie auch andere Pensionsinvestmenthäuser, vor der Pleite, und muss mit Steuergelder aufgefangen werden. Das hat dazu geführt, dass er vor ein paar Monaten seine Aktienquote erhöht hat, um die 7% Rendite zu bekommen, die er zum Überleben braucht. Dies zeigt, dass die USA sich keinen großen Aktieneinbruch erlauben können. 3,4 oder 5 Bio $ Verlust an Aktienkapitalisierung, nur um das Außenhandelsdefizit um 100 Mrd $ zu reduzieren? Diese Problemstellungen kennen auch US-Finanzminister Mnuchin und Fed-Chef Powell. Deshalb bin ich auf die Reaktionen am Wochenende gespannt, wenn Trump die Börsenreaktionen auf seinem Lieblingssender realisiert. Jedenfalls war es sehr verstörend, als Trump am Donnerstag triumphierend sein unterschriebenes Dekret mit den Chinazöllen in die Kamera hielt und triumphierend (2-mal) sagte: „This is the first of many!“

  6. Avatar

    Beobachter

    24. März 2018 09:42 at 09:42

    @Wolfgang M. Ich bin immer wieder von ihren treffenden,
    realistischen, mit viel Fachwissen untermauerten Posts
    beeindruckt.Da können mir die von einigen bedauerten fehlenden Posts von P.K u. vom Segler gestohlen bleiben.
    Hat doch gerade der sonst gut informierte P.K immer behauptet der FED -Put werde nie enden, was der neue FED -Chef mindestens dementiert hat.
    Zu ihrem heutigen Kommentar möchte ich noch beifügen,
    dass auch eine sehr grosse Gefahr von den Margin-Calls
    ausgeht, da auf Kredit gekaufte Aktien auch auf historischem Höchststand sind.Dies war auch kürzlich ein
    Thema bei FMW ( 7.2 von Investor Icahn).
    Marc Faber hat auch eben wieder darauf hingewiesen.
    Bis jetzt wurden Korrekturen bis 10% wieder gekauft u.die Rechnung ist immer aufgegangen.Wenn die Korrektur einmal über 15% geht u.die DICKFISCHE in den Margin -Call laufen wirds dann lustig.
    FRAGE? WER KAUFT WENN DIE GROSSEN VERKAUFEN MÜSSEN ODER WOLLEN ????????

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    Altbär

    24. März 2018 09:59 at 09:59

    @Andreas, ja dieser “ aufregendeTyp“ hat noch am 21.3.
    den letzten bärenkritischen Kommentar abgeschwafelt.
    In welcher Welt lebt dieser Typ?

  8. Avatar

    joah

    24. März 2018 13:44 at 13:44

    Und andere Ratten schäffeln großzügig in die eigene Tasche: Die GEHEIMEN Millionen-Spenden deutscher Richter

  9. Avatar

    Marko

    25. März 2018 18:33 at 18:33

    Ja, das mag ja alles sein, nur das Problem und bleibt : Die EZB.

    Handelskrieg hin oder her, wenn der Aktienmarkt signifikant fallen sollte (d.h. mindestens 25 % oder noch tiefer), so sollte der Anleihenmarkt tebenso reagieren !

    Und das macht keinen Sinn ! – Warum ? Na darum, weil der Anleihenmarkt eben nicht der Markt ist !

    Eben weil das, was die EZB „veranstaltet“, nichts mit dem Markt zu tun hat !
    Deshalb und genau deshalb, wird der Aktienmarkt nicht signifikant fallen !

    Eine Frage an Euch, was wäre wenn, die Notenbanken anstatt Anleihen Aktien gekauft hätten, da wäre schon seit x-Jahren das „Geschrei“ groß gewesen, bzgl, eventuellen Marktmanipulationen… ? :D

  10. Avatar

    Marko

    25. März 2018 18:50 at 18:50

    Um es ganz offen und ehrlich zu sagen, diese Notenbaken sollten sich endlich (!!!) aus dem Markt heraushalten, Lehman ist lange vorbei !!! Und das sage ich,als Marko, nicht gerade seit gestern ?

    Dann wäre das auch ein „faires Spiel“ am Markt ? Wenn mir einer erzählen will, der Anleihenmarkt sei fair bewertet… ;) :D

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Aktien

Lufthansa: „Nur“ 1,3 Milliarden Euro Verlust – alles gut? Genau hinschauen!

Claudio Kummerfeld

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am

Die Lufthansa A380 ist außer Betrieb

Die Lufthansa hat gestern Nachmittag als Ad Hoc-Mitteilung die Quartalszahlen für Juli-September vorzeitig veröffentlicht. Die ausführliche Veröffentlichung der Daten erfolgt am 5. November. Die Lufthansa meldet einen Verlust (Adjusted EBIT) in Höhe von -1,262 Milliarden Euro (Vorjahr +1,297 Milliarden Euro). Nach neun Monaten lag der operative Verlust damit bei -4,161 Milliarden Euro (Vorjahr +1,715 Milliarden Euro). Die Börse schien gestern erleichtert zu sein, dass es nicht noch schlimmer gekommen war. Und man hat offenbar die Worte der Lufthansa-Mitteilung als positiv angesehen, dass man die Probleme reduziert habe. Zitat Lufthansa: „Dank einer Ausweitung des Flugplans in den Sommermonaten Juli und August und erheblicher Kostensenkungen konnten jedoch die Verluste gegenüber dem zweiten Quartal verringert werden.“

Besonders beruhigend dürfte auch folgende Aussage der Lufthansa wirken. Zitat:

Ende September standen dem Konzern liquide Mittel in Höhe von 10,1 Mrd. Euro zur Verfügung. Darin enthalten sind noch nicht abgerufene Mittel aus den Stabilisierungspakten im Gesamtumfang von 9 Mrd. Euro aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Belgien. Hieraus stehen noch 6,3 Mrd. Euro zur Verfügung. Auszahlungen für Corona-bedingte Flugausfälle in Höhe von 2,0 Mrd. Euro standen dabei im dritten Quartal vor allem Mittelzuflüsse aus der Ausweitung der Flugaktivitäten im Juli und August gegenüber.

Lufthansa mit hoher Liquidität dank Rettungsgeldern

Aber dazu muss man auch beachten, dass ebenfalls erwähnt wird, dass die Nettokreditverschuldung der Lufthansa am Ende des dritten Quartals bei 8,93 Milliarden Euro lag (am 31. Dezember 2019 waren es noch 6,66 Milliarden Euro). Die Lufthansa und ihre Auslandstöchter haben über die staatlichen Rettungsmaßnahmen Eigenkapital und Kredite erhalten. Was jetzt Quartal für Quartal verloren wird, kann durch diese 10 Milliarden Euro an liquiden Mitteln natürlich einige Zeit aufgefangen werden.

Aber die Verluste laufen ja vermutlich weiter. Aufgrund des aktuellen globalen zweiten Corona-Welle und zunehmenden Lockdowns darf man mit gesundem Menschenverstand davon ausgehen, dass der Verlust im aktuellen vierten Quartal wieder größer ausfällt als im 3. Quartal. Also ein Verlust von vielleicht 2 oder 3 Milliarden Euro? Oder tritt man bei der Lufthansa jetzt erneut kräftig auf die Kostenbremse, und bekommt den Verlust doch noch weiter runtergedrückt? Im 1. Quartal 2021 dürfte womöglich ein weiterer Verlust folgen, auch wenn man jetzt überhaupt noch nicht absehen kann, wie dann die Lage sein wird in Sachen Infektionen und Impfstoff-Fortschritt.

Verluste laufen weiter?

Mit „Genau hinschauen“ in der Artikel-Headline möchte ich sagen: Die Quartalsverluste der Flugbranche laufen weiter – weil sich die Corona-Lage derzeit deutlich verschlechtert. Und noch ist kein Ende in Sicht. Die 10 Milliarden Euro Cash-Reserve der Lufthansa wirkt auf den aller ersten Blick nach einem schönen großen Polster. Aber sie kann schnell abschmelzen, und ist auch auf Kredit erkauft. Die Lufthansa kann für diese dramatische Lage nichts, genau so wenig wie die Betreiber von Hotels, Restaurants und Reisebüros. Je schlimmer die Corona-Lage wieder wird, desto schlimmer die finanzielle Lage dieser Unternehmen. Die Lufthansa ist in diesem Strudel gefangen, genau wie alle anderen Airlines.

Und so hielt die Euphorie der Lufthansa-Aktie gestern auch nur ganz kurz an. Sie stieg von 8,04 auf 8,58 Euro. Die Aktie fiel dann gleich wieder. Und heute zusammen mit dem fallenden Gesamtmarkt fällt auch die Airline-Aktie auf aktuell 7,93 Euro. Der Chart zeigt den Kursverlauf der letzten zwölf Monate. Die Aktie hängt müde relativ weit unten im Verlauf der letzten Monate. Geht es unter 7 Euro, droht es für die Aktie ganz düster zu werden.

Dass die nächsten Monate keine rosige Perspektive versprechen, kann man dem Schlusswort der Lufthansa in ihrer gestrigen Mitteilung entnehmen. Man ist bemüht die Kosten zu drücken, um möglichst lange mit dem Liquiditätspolster durch diese Krise zu kommen. Aber für Euphorie in der Aktie ist es noch viel, viel zu früh. Es könnte nämlich für die gesamte Airline-Branche eine sehr lange, trockene Durststrecke werden. Zitat Lufthansa:

Der Konzern ist in der Lage, auch weiteren Belastungen der Corona-Pandemie standzuhalten. In den kommenden Wintermonaten wird die Nachfrage nach Flugreisen aufgrund des globalen Infektionsgeschehens und der damit verbundenen Reisebeschränkungen voraussichtlich niedrig bleiben. Die Konzernairlines werden nach aktueller Planung im vierten Quartal nur maximal 25% der Vorjahreskapazität anbieten, um sicherzustellen, dass der Flugbetrieb auch weiterhin einen positiven Cashbeitrag leistet. Gleichzeitig arbeitet die Lufthansa Group intensiv an Restrukturierungsmaßnahmen in allen Geschäftsbereichen, um kurz- und mittelfristige Kosteneinsparungen zu erzielen und die operativen Mittelabflüsse zu minimieren.

Chart zeigt Kursverlauf der Lufthansa-Aktie in den letzten zwölf Monaten

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Aktien

Dieser Sektor überstrahlt die Tech-Aktien nachhaltig

Hannes Zipfel

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Tech-Aktien erfreuen sich großer Beliebtheit und werden an den Börsen dementsprechend ambitioniert bewertet. Doch allzu oft sind profitable Geschäftsmodelle in diesem Sektor so häufig anzutreffen wie Einhörner in freier Wildbahn. Abgesehen von einigen wenigen dominierenden Unternehmen mit funktionierenden Businessmodellen investieren Anleger in diesem Sektor allzu oft in grandios überteuerte Phantasie- und Hoffnungswerte. Dass es auch anders und sogar profitabler geht, zeigt eine noch stark vernachlässigte Branche.

Tech-Aktien allein sichern keinen Reichtum

Wenn Börsenprofis von Sektor-Rotation sprechen, dann wird dabei in der Regel nur ein sehr enges Spektrum betrachtet. Meist wird bei dem Tausch von Aktien aus einem Sektor in einen anderen Sektor lediglich zwischen Value und Growth unterschieden. Sowohl institutionellen Anleger als auch Privatanleger schichten je nach Börsenumfeld von Zyklikern in Wachstumswerte, primär Tech-Aktien um. Diese Sichtweise ist jedoch sehr limitiert und wird der Vielfalt der Investitionsmöglichkeiten am Aktienmärkt nicht gerecht.

Wie wäre es alternativ mit einer neuen Variante der Sektor-Rotation, bei der Gewinne im aufgeblähten Tech-Sektor (volksw. Sekundärsektor) realisiert und in einen von den weltweiten Anlegern noch stark vernachlässigten Sektor investiert werden. Dabei geht es um einen Sektor, der mit gesunden Bilanzen (oft komplett schuldenfrei), hohe Margen á la Apple & Co., starken Free-Cash-Flows, zweistelligen Gewinnsteigerungen und attraktiven Dividendenrenditen aufwarten kann.

Nicht ganz unwichtig in Zeiten der Pandemie ist zudem der Status dieses Sektors in vielen Ländern als systemrelevant, weshalb die Produktion hier auch nur peripher von den Lockdowns betroffen war und ist. Das beste aber ist der dieser Branche zugrunde liegende Jahrhunderttrend (Säkularer Bullenmarkt), der nahezu zwangsläufig zu steigenden Investitionen in diesem Sektor führt.
Im Klartext geht es um die Unternehmen, die direkt und indirekt Hartgeld in Form von monetären Edelmetallen aus dem Boden holen. Jahrelang litt die Branche unter Preisverfall und hohen Schulden. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Die meisten Minen haben sich zu investorenfreundlichen Cash-Maschinen gewandelt, die schuldenfrei und mit prall gefüllten Kriegskassen wie zuletzt die Vorstände der Tech-Aktien auf Einkaufstour gehen (M&A) oder eigene Aktien zurückkaufen.

Einsen und Nullen vs. Schaufeln und Bagger

Nicht umsonst bezeichnet man in der Ökonomie den Bergbau als Primärsektor (Urproduktion), da ohne diesen nichts geht – auch nicht im Zeitalter der Digitalisierung und des 3D-Drucks. Für alles, wovon wir uns ernähren, womit wir uns fortbewegen, unsere Gesundheit schützen, arbeiten und uns unterhalten, benötigen wir nach wie vor Rohstoffe – und zwar in einer Menge wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte.

Ein besonders spannender Bereich in diesem primären Sektor ist die Förderung monetärer Edelmetalle wie Gold und Silber, die mit modernsten Abbaumethoden zutage gefördert werden. Keine digitale Notenpresse der Welt kann deren Wert verwässern. Es könnte sich sogar in Zukunft als essenzieller Vorteil erweisen, dass unser digitales Giralgeldsystem, auf das wir uns in unserem täglichen Leben verlassen und das lediglich aus virtuellen Einsen und Nullen besteht, zusätzlich durch eine physische Alternative in Form von weltweit anerkanntem und über Jahrtausende wertstabilem Hartgeld abgesichert ist. Zu dieser Thematik empfiehlt sich das Buch der Deutschen Bundesbank mit dem Titel „Das Gold der Deutschen“. Dort ist die Bedeutung des Goldes für die Reservehaltung unserer Zentralbank sowie für das gesamte Finanzsystem unseres Landes bis hin zur Wohlstandswahrung der Deutschen anschaulich beschrieben. Gold und Silber sichern die Kaufkraft ganzer Nationen, auch im Falle einer weltweiten Pleitewelle – auch von Staaten.

Über den Minen-Sektor können Sie an diesem Megatrend partizipieren und in Unternehmen investieren, die nicht selten 60 Prozent Bruttomarge sowie knapp 30 Prozent Netto-Marge erzielen – mit stark steigender Tendenz in den letzten fünf Jahren. Darüber hinaus zahlen diese Konzerne größtenteils und ebenfalls mit steigender Tendenz Quartalsdividenden aus, die im Schnitt für das Jahr 2021 bei 2,4 Prozent p. a. liegen (Forward Dividend Yield der 25 internationalen Werte im Philadelphia Gold and Silver Sector Index). Die Zeiten, in den Gold- und Silberminen unter Schuldenlasten litten, sind längst passé. Die Unternehmen dieses Sektors haben sich in den letzten Jahren zu wahren Cash-Maschinen gemausert.

Perspektiven

Schaut man sich die Perspektive der Branche an, dann sind die Ursachen für deren Sonderkonjunktur kein temporäres Phänomen, sondern systembedingt: In dem Maße, wie die globale Überschuldung in Höhe von mittlerweile über 330 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (260 Billionen US-Dollar im 1. Quartal 2020) die Kreditportfolios der Banken durch die Zombifizierung der Unternehmen belasten und die Notenbanken zu Nullzinspolitik und Geldmengenausweitung á la Heißluftballon zwingen, um die Staaten vor dem finanziellen „Sudden Death“ zu bewahren, bleibt die Förderung von Gold und Silber ein lukrativer Megatrend.

Der direkte Vergleich

Doch genug der Lobpreisungen und zurück zu den harten Renditefakten: Es ist unumstritten, dass Anleger in den letzten Jahren und speziell seit März dieses Jahres mit einem Index-Investment in den NASDAQ und erst recht in ausgesuchte High-Teck-Aktien wie Apple, Microsoft, Tesla, Amazon oder Alphabet eine herausragende Performance erzielen konnten. Damit war diesen Aktien auch die volle Aufmerksamkeit der Börsenberichterstatter sicher. Dass nur eine Handvoll der im NASDAQ Index enthaltenden Werte für die sehr positive Wertentwicklung verantwortlich sind sei hier nur am Rande erwähnt. Ganz anders sieht die Situation bei den Gold- und Silberminen aus, deren Aufschwung von einer ausgeprägten Marktbreite getragen wird. Auf Jahressicht befinden sich alle 25 im Philadelphia Gold and Silver Sector Index befindlichen Aktien im Plus. Viele sogar auf oder in der Nähe ihrer Allzeithöchststände. Vergleicht man den NASDAQ-Index mit dem Schwerpunkt Tech-Aktien mit einem Index der weltweit 25 größten Gold- und Silberproduzenten sowie Minenfinanzierer (Royalty- und Streaming-Unternehmen) dann ergibt sich folgendes überraschendes Bild:

Chart zeigt Vergleich von Philly Fed-Rohstoffen gegen Tech-Aktien

Auch andere Zeithorizonte belegen die Attraktivität einer Beimischung von Minenaktien in einem breit diversifizierten und mittelfristig ausgerichteten globalen Aktienportfolio. So betrug die Performance des oben dargestellten Minenindex seit Jahresbeginn in US-Dollar +37 Prozent. Der NASDAQ brachte es im gleichen Zeitraum auf +21 Prozent. Über zwei Jahre hinweg betrachtet betrug die Outperfromance des Minenindex gegenüber dem NASDAQ ganze 46,5 Prozent (+108 vs. +61,5 Prozent). Auf Sicht von drei Jahren ist die Wertentwicklung mit 71,5 zu 71,25 Prozent nahezu identisch. Seit 20. Oktober 2016 performte der NASDAQ mit +96 Prozent besser als der Minenindex mit +66 Prozent. Auf Sicht von 5 Jahren hatte dann aber wieder der Minenindex klar die Nase mit +172 gegenüber +135 Prozent vorn.

Erhellend ist auch ein Vergleich der Marktkapitalisierung zwischen einem einzelnen Vertreter der Tech-Aktien und allen börsengelisteten Aktiengesellschaften der Edelmetallindustrie. Aus den Renditevergleichen, den Bewertungen sowie den Zukunftsperspektiven, die im Bereich der Tech-Aktien von Zerschlagungsintentionen überschattet werden, ergibt sich auch durch die extrem asymmetrische Kapitalallokation enormes Umschichtungspotenzial zugunsten des Minensektors.

Grafik zeigt Apple Marktwert gegenüber Edelmetallen

Fazit

Umso tiefer die Welt unaufhaltsam in den Schuldenstrudel gerät, umso interessanter wird eine Branche: die Geldproduzenten. Und damit sind nicht etwa die Zauberlehrlinge aus den Notenbankzentralen gemeint, sondern die Bergbauunternehmen, die das bewährte Geld der Vergangenheit und das verlässliche Geld der Zukunft aus der Erde schürfen. Gäbe es diese Branche nicht, würden den Anlegern eine interessante Investmentopportunität entgehen und die Möglichkeit, hart erarbeiteten Wohlstand auch in unsicheren Zeiten zu sichern, schwieriger. Auch die Weltwirtschaft und das Weltfinanzsystem können sich über das oft zu Unrecht verteufelte kosmische Geschenk der Edelmetalle freuen, genauso wie unsere Vorfahren, denen Gold und Silber durch unzählige Krisen half.

Dieser Megatrend, der seit Jahrtausenden funktioniert, verdient seinen Namen und die Unternehmen aus diesem Sektor verdienen trotz aller bekannten Risken zumindest einen Platz auf der Watchlist der Anleger. Wie interessierte Investoren ein Startportfolio in diesem Sektor aufbauen können, hatten wir bereits vor gut einem Jahr erläutert.

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Aktien

Netflix-Quartalszahlen: Erwartungen verfehlt, Aktie fällt

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Netflix auf TV

Die Netflix-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 6,44 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 5,24/letztes Quartal 6,15/für heute erwartet 6,4).

Der Gewinn liegt bei 1,74 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,47/letztes Quartal 1,59/für heute erwartet 2,13).

Die Nutzerzahl ist im dritten Quartal um 2,20 Millionen gewachsen. Die Erwartungen lagen bei 2,5 Mio durch Netflix selbst – der Markt erwartete 2,5-3,2 Mio.

Wie man aktuell verkündet, erwartet man 6,0 Millionen neue Nutzer im laufenden 4. Quartal.

Free Cash Flow +1,14 Milliarden Dollar (Vorquartal +899). Operative Marge 20,4 Prozent nach 22,1 Prozent im Vorquartal.

Die Netflix-Aktie reagiert nachbörslich mit -4,7 Prozent.

Kurz-Fazit: Gewinn pro Aktie und die Zahl neuer Abos verfehlen die Erwartungen. Das wird nun nachbörslich abgestraft.

Datenblatt mit aktuellen Quartalszahlen von Netflix

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