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Marktgeflüster (Video): Extreme Bewegungen nach der Fed!

Redaktion

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am

Markus Fugmann

FMW-Redaktion

Heute extreme Bewegungen nach der gestrigen Fed-Sitzung! Den Unterschied macht derzeit, dass die Fed mit ihrer Projektion von drei Zinsanhebungen diesmal sehr glaubhaft ist (anders als im Dezember 2015), weil diesmal Trumps massives Stimulusprogramm die Fed zu aggressiveren Zinsanhebungen zwingen dürfte. Daher der Abverkauf bei der 10-jährigen US-Anleihe massiv, vor allem die Anleihe- und Geldmärkte Chinas mit heftigen Streßsymptomen. Der Euro fällt unter die 1,04er-Marke und damit auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2003, der Dollar schiesst auch gegen den Yen brachial nach oben. Also jede Menge Feuer an den Anleihe- und Devisenmärkten, aber die Aktienmärkte meinen, das gehe sie nichts an. Treiber heute die Finanzwerte – man freut sich bei den Banken auf Zinsanhebungen..

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22 Kommentare

22 Comments

  1. Avatar

    Marko

    15. Dezember 2016 18:25 at 18:25

    Genau Markus,
    das könnte interessant werden für den Herrn Bauer und seinen Pennystocks-Goldminen, mit welchen er in Thailand über den Chatotenladen EZB, FED usw lacht….

    Die Gold und Silber-Fans dürften in Schwierigkeiten kommen… ;)

    Der Donald ist schon der Beste, und die Yellen auch, jetzt mal schön unter die 1:1 Marke, dann wachen die Amis auf…. Der EUR war über 1,5 – 2 Jahren erstaunlich stark…

    Ja, 3 Zinsanhebungen zu je 0,25 %, wahrscheinlich im März, Juni und September, das dürfte die olle Tante EZB schon ein wenig unter Druck bringen…

    Wie ich schon früher sagte: immer auf den YEN achten, das hier sieht leider nicht so aus, als würden wir beim Aktienmarkt in den Keller rauschen, der RSI ist hoch, ist klar.

    VG

    Marko

    • Avatar

      Denker

      15. Dezember 2016 19:22 at 19:22

      @Marko

      Die Gold und Silber-Fans dürften in Schwierigkeiten kommen…
      … gerade werden die Schwierigkeiten jeden Tag immer größer, denn mittlerweile muß ich mir schon Gedanken machen wo ich all den Metallschrott noch lagern soll den ich für bunte Baumwolle eintauschen will;-))

      • Avatar

        columbo

        15. Dezember 2016 19:50 at 19:50

        @denker, eine Unze bleibt eine Unze. Was immer auch geschieht, sie verliert nie an Gewicht. Baumwolle dagegen ist äusserst witterungsanfällig.

        • Avatar

          Denker

          15. Dezember 2016 20:00 at 20:00

          @columbo,
          deshalb tausch ich bei dem schlechten Wetter wie der Teufel,…nicht auszudenken das sich bei dem Zeug noch der Inflationsschimmel bildet;-)

    • Avatar

      Michael

      15. Dezember 2016 21:47 at 21:47

      Herr Bauer sorgt derweil sicher für eine Liquiditätsanhebung für die nächsten Gold-Longs, indem er Thailandtouristen das Bargeld abluchst.
      Und wie @columbo unten schreibt: Eine Unze verliert nie an Gewicht. Was er vergisst: An Wert schon ;)

      • Avatar

        Emm wie Meikel

        16. Dezember 2016 07:07 at 07:07

        Gold & Silber sind ein Hedge gegen negative Realzinsen und taugen zum Erhalt des eigenen Vermögens in einem hyperinflationären Szenario (das seinerseits in einem neuen Währungssystem gipfelt). Der Wert als Versicherung bleibt, die Preise schwanken. Das verstehen nur die wenigsten.

        Ein deflationärer Crash mit anschließender Hyperinflation passiert jedoch vielleicht nur einmal im Leben (auch wenn dies letztlich das Schicksal aller Fiatwährungen ist). Wer in Erwartung dessen zu Spekulationszwecken dauerhaft Short am Aktienmarkt oder Long in Edelmetallen ist (am besten noch mit Hebel oder auf Pump), fährt sein Konto mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen die Wand.

  2. Avatar

    Denker

    15. Dezember 2016 18:31 at 18:31

    Wenn ich mir das alles in seiner endlichen Konsequenz anschaue wird mir Angst und Bange.
    Vor 2 jahren war Panik als der Euro bei 1.20 stand…. heute juckt es niemand.
    Aber ich bin mir sicher das dieser Wahnsinn implodiert dass uns die Ohren noch Jahre lang wackeln… Lügen,Lügen,Lügen

    alles läuft nach Plan

    • Avatar

      gerd

      15. Dezember 2016 18:54 at 18:54

      Damals Euro 1,20: Panik,
      heute1,04: juckt keinen mehr.

      Heute DAX 11300: Panik,
      demnächst 12300: juckt keinen mehr.

      Der langsame Gewöhnungseffekt machts möglich.
      Kann aber natürlich trotzdem auch mal zum fürchterliches Hautekzem werden mit fürchterlichem Juckreiz.

  3. Avatar

    Alex Klein

    15. Dezember 2016 18:41 at 18:41

    Nun ist das Ende Der Trump Ralley entgegen Ihrer Prognose von heute morgen also doch (noch) nicht eingetreten, der Kurs schnellte um über 100 Punkte nach oben auf knapp unter 11400. Ob das nun das Ende der Fahnenstange sein wird ? Mal sehen was morgen am Verfallstag passiert. Was denken Sie ?

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      15. Dezember 2016 18:52 at 18:52

      @Axel Klein, das ist nicht richtig, was Sie sagen! Ich habe zwar gesagt, dass die Trump-Rally im Grunde beendet ist, aber bis zum Verfall am Freitag die Märkte sich noch austoben können, gewissermaßen als Absacker nach einer Party!

  4. Avatar

    Marko

    15. Dezember 2016 18:54 at 18:54

    Herr/Frau Denker,

    der EUR wird wohl weiter noch in den Keller rauschen, dadurch „gewinnt“ Europa, die Amis werden spätestens bei 0.9 ins Grübeln kommen (die EZB auch, indirekt).

    Sowas nennt man Wettbewerbsvorteil. Heute juckt es überhaupt keinen , von der Witrschaftkraft her gesehen, ist wohl Europa den Amis überlegen – offenbar juckt es auch keinen, dass die armen Schweizer, fast 1:1 am Anleihenmarkt (EUR/CHF) bewertet sind. Natürlich juckt dies uns „Europäer“ nicht, die Schweizer aber : mit Sicherheit. :D

    Ja ja die Forex-Märkte….

    VG

    Marko

    • Avatar

      Denker

      15. Dezember 2016 19:14 at 19:14

      Danke für die Frau, aber Denker ist meiner Meinung nach männlich…;-)

      egal,… dieser ganze Fiatgeldwahnsinn wird irgendwann zum Stillstand kommen.
      Heute können sich das nur sehr wenige vorstellen,… ich behaupte sogar die wenigsten verstehn es nicht mal ansatzweise, auch sogenannte Profis. Forex,Derivate,CFD,Zertifikate,Anleihen und wie sie nicht alle heißen,… sie haben immer einen Ursprung,… als Schulden über eine verlängerte Bankbilanz ins Leben gerufen ohne Gegenwert bei dem der Umlagefaktor Zins nicht einmal mitgeschöpft wird.
      Demnach werden von 10 Schuldner immer mindestens die Hälfte pleite gehn, egal ob Privat,Geschäft oder Staat….

  5. Avatar

    Marko

    15. Dezember 2016 19:26 at 19:26

    Der EUR an sich bei 1.03 hat nix mit Panik zu tun, der EUR ist natürlich schwächer gegenüber dem USD, wegen Lehman, wegen der FED usw ?

    Die Amis haben damit angefangen (nicht wir Europäer), durch Lehman, bis heute sehen wir die Folgen, bis heute !!!

    Die Folgen sind jene, dass die Amis die Suppe als Erste auslöffeln müssen, sprich Zinserhöhungen, na und ?

    Der EUR ist ganz im Gegenteil erstaunlich stark, siehe die Zinserhöhungen der Amis ?

    VG

    Marko

  6. Avatar

    Value

    15. Dezember 2016 19:27 at 19:27

    Was passiert eigentlich mit den Kursverlusten der langen Anleihen in den Bank- und Versicherungsbilanzen? Hat die nun alle der Mario in der EZB Bilanz? Wenn die Zinsen weiter steigen bin ich auf die Ergebnisse der Banken gespannt

  7. Avatar

    Marko

    15. Dezember 2016 19:34 at 19:34

    Ach, das weiss ich doch, Herr Denker :D

    Und es geht hier nicht ums „Fiatgeld“, es geht hier darum, dass die Zinsen erhöht werden. Das mit dem Lehman-Kram ist so lange her, jetzt ist es endlich an der Zeit, zurück zur Normalität zu kommen. Und die Normalität sind eben nicht irgendwelche QE-Programme, die Normalitiät sind einigermaßen hohe Zinsen, damit die Versicherungen, Banken davon leben können. Punkt.

    VG

    Marko

  8. Avatar

    Marko

    15. Dezember 2016 20:11 at 20:11

    Herr Denker,

    wenn dieses Szeanrio zustande käme, würden wir bei ca. 900-1000 USD beim Gold landen. ist immer noch mehr wert als Eisen-Schrott, das Gold..
    Und Gold an sich ist ok, auf den Einstieg kommt es an.

    VG

    Marko

    • Avatar

      Lars

      15. Dezember 2016 21:08 at 21:08

      1000 bis 1050 halte ich inzwischen für eine Frage der Zeit (vor Weihnachten oder doch bis Silvester), darauf arbeitet doch Goldman-Fucks seit einem Jahr hin.
      Doch dann der Einstieg long mit Ziel 1300, es wird ein guter erster Trade 2017 werden.

  9. Avatar

    Michael

    15. Dezember 2016 20:40 at 20:40

    Zu den US-Daten: Wir hatten sensationelle Realeinkommen von -0,3%, so völlig unerwähnt und aus der Schusslinie.
    Was NY Empire State Herstellungsaktivität und Philly Fed Herstellungsindex etc. angeht: Wer’s glaubt, wird selig, solche Steigerungen sind einfach nur noch lächerlich.

  10. Avatar

    Marko

    15. Dezember 2016 21:05 at 21:05

    „Damals Euro 1,20: Panik,
    heute1,04: juckt keinen mehr.
    Heute DAX 11300: Panik,
    demnächst 12300: juckt keinen mehr.
    Der langsame Gewöhnungseffekt machts möglich.
    Kann aber natürlich trotzdem auch mal zum fürchterliches Hautekzem werden mit fürchterlichem Juckreiz.“

    Das wird noch ganz, ganz anders weitergehen. Die Realitiät heute ist, die Anleihenmärkte sind überwertet. Das Geld liegt auf der Strasse ? ;) :D

    VG
    Marko

  11. Avatar

    Marko

    15. Dezember 2016 21:11 at 21:11

    Der langsame Gewöhnungseffekt machts möglich.

    Genau !!!!! Ein Bufu bei 168 ist normal, mit minus Zinsen bis zum-geht-nicht-mehr… ???

    Deutschland wurde Geld bezahlt, weil wir Deutschland sind, weil wir ein „sicherer Hafen sind “ ? Cool !!!

    So, aber jetzt genug davon… :D

    VG

    Marko

  12. Avatar

    Romas

    15. Dezember 2016 22:37 at 22:37

    Falsche Video für 15.12.2016!?
    Oder einfach Wiederholung als Erinnerung was war!

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Aktien

Aktien: Die Rally und die Cocktail-Theorie von Peter Lynch

Ibrahim Sonay

Veröffentlicht

am

Klar, Corona ist das Gesprächsthema Nummer-Eins, doch dicht auf den Fersen folgt derzeit schon das Thema Aktien!

Aktien: Woher stammt die Cocktail-Theorie?

Der berühmte Magellan-Fonds Manager Peter Lynch, ein Maestro der Investment-Welt aus den 80er-Jahren, stellte damals die Interessante Cocktail-Theorie auf, um die unterschiedlichen Marktprognosen darzulegen, die er über Jahre entwickelt hatte, während er auf Partys herumstand.

Phase Eins

Gar nicht über Aktien sprechen die Leute in der ersten Phase, eines leichten Marktanstiegs, nachdem sie längere Zeit am Boden lagen, ohne Bewegung und Beachtung. Fragte man Lynch auf der Party, was er denn so beruflich treibe, antwortete er, dass er einen Aktienfonds manage. Daraufhin nickten die Leute freundlich und gingen weiter, um sich mit dem Nächsten auf der Party über Belangloses zu unterhalten. War dies der Fall, so wusste Lynch, dass der Markt vor einer Erholung stand.

Phase Zwei

Nachdem Lynch seinen Beruf nannte, blieben die Partygäste meist etwas länger – aber auch nur so lange, um ihn klar zu machen, wie gefährlich doch Aktien seien. Danach sprachen die Partygäste wieder übere andere Themen. Auch dies beobachtete er und stellte somit fest, dass die Börse in der zweiten Phase steckt, denn die Aktien stiegen bereits, doch es interessierte (noch) niemanden.

Phase Drei

Der Markt war bereits um 30 % gestiegen und Lynch wusste, dass ihn auf der Party eine neugierige Schar von Menschen umringen würde. Viele euphorische Zeitgenossen nahmen ihn beiseite, um herauszufinden, in was sie denn nun investieren sollten und fast jeder sprach von Aktien. Damit war klar, Phase Drei ist erreicht.

Phase Vier

In der vierten Phase umzingelten ihn die Leute erneut, aber diesmal nicht um zu erfragen, worin sie investieren sollten, sondern um ihn Tipps und Ratschläge zu geben, welche Aktien er kaufen solle. Erfuhr er Tage später, dass die Empfehlungen der Partygäste aufgingen, so erkannte Lynch, dass der Markt in Phase Vier steckt: Das Hoch war erreicht – ein Rückschlag der Märkte stand kurz bevor.

Das aktive Zuhören kann sehr wertvoll sein. Halten Sie also ihre Augen und Ohren auf. Auf lange Sicht sollte jeder für sich selber entscheiden, worin er sein Geld investieren möchte – ob er dabei Prinzipien, Ethik oder Trends berücksichtigt. Eines zeigt uns die Vergangenheit der Aktienmärkte jedoch: wenn man Aktien von Qualitäts-Unternehmen findet und das zu einem guten Preis, erzielt man über Jahre Rendite.

Aktien und die Cocktail-Theorie

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Aktien

Aktien: Die 2020-er, wieder das Jahrzehnt der Aktie?

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Derzeit wird viel spekuliert über die Zukunft nach Corona. Ein Jahrzehnt hat begonnen, in dem die Schulden weltweit auf noch nie gesehene Höhen gestiegen sind. Für einen Dollar Wachstum mussten in den USA bisher bereits sieben Dollar neue Schulden aufgenommen werden, um dieses zu generieren – die Demographiefalle schlägt in vielen Industriestaaten unbarmherzig zu. Deshalb sollte es schwierig werden, das Potenzialwachstum der letzten Jahrzehnte überhaupt zu halten. Man kann sich vieles vorstellen und darüber diskutieren, es gibt aber ein paar fundamentale Gesetzmäßigkeiten in neuzeitlichen Gesellschaften. Auch wenn das durch Geldhäuser ausgerufene Jahrzehnt der Aktien recht interpretationsbedürftig ist.

Aktien: Die Wirtschaft ist der Ast, auf dem wir alle sitzen

Bei allen Dikussionen über das FIAT-Geld, über Schulden und einem Auseinanderdriften der Gesellschaften in der Einkommensverteilung, darf man eines nicht übersehen: Ohne eine funktionierende Wirtschaft, ohne Steuereinnahmen funktioniert kein Gemeinwesen. Die Aufwendungen für einen Staat mit seiner Regierung, seiner Verwaltung, seiner Justiz, seiner Polizei, seinem Militär, seinem Gesundheits- und Bildungssystem, können nicht durch die Druckerpresse der Notenbanken produziert werden, zumindest nicht für lange. Die Kosten müssen durch Steuereinnahmen der Unternehmen und bei den Bürgern erwirtschaftet werden.

Was passiert denn in einem Staat, in dem durch Krieg oder Aufstände Polizei und Militär ausgeschaltet werden? Eine erste Reaktion in einem solchen Land (beispielsweise nach den Umstürzen im Irak oder Lybien) sind stets sofort Plünderungen, aber auch Vergewaltigungen und andere Abscheulichkeiten.

Anleihen können auf null gesetzt und entwertet werden, Schulden durch Währungsreformen vernichtet, aber ein Teil der Wirtschaft bleibt immer erhalten und damit auch der Aktienmarkt und die Aktien.

Denn was stellt der Aktienmarkt dar? Die Beteiligung an Unternehmen, an der Volkswirtschaft, bei allen stets immer wieder zu korrigierenden Entgleisungen. Damit wird auch im Jahrzehnt nach Corona höchstwahrscheinlich der Spruch von Warren Buffett, aus den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts weiter gelten:

“Langfristig werden die Aktienmärkte für gute Nachrichten sorgen. Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte. Eine Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11.497.”

Sondersituation Deutschland

Deutschland wird im Anleihebereich als ein sicherer Hafen angesehen – mit fatalen Folgen für Sparer und Vorsorgesysteme. Denn wie sollen selbst bei leicht steigenden Zinsen Vorsorgeleistungen, Versicherungs- und Pensionsleistungen erwirtschaftet werden? Deutschland sitzt inmitten von Ländern, die sich keine höheren Zinsen leisten können. Der Zinseszinseffekt schafft erst ab einem Zinssatz von drei Prozent in überschau- und erlebbaren Zeiträumen einen Vermögensaufbaueffekt. Aber wie würden die Belastungen für die Staatshaushalte ausfallen, wenn die Renditen für Staatsanleihen in diese Regionen zurückkehren sollten. Die europäische Staatengemeinschaft mit ihrer Zentralbank wird also versuchen über die Zeit aus diesem Dilemma herauszukommen. Die Anleihelaufzeiten auf 30/50 Jahre plus verlängern, wie in Griechenland im Ansatz geschehen.

Die erzielbaren Renditen reichen nicht für das bisherige Vorsorgesystem. Wird man etwa den norwegischen Weg gehen und die Quote an Aktien erhöhen? Das Börsen-Urgestein Gottfried Heller (Partner von André Kostolany) hat auf einem Börsentag schon vor zwei Jahren die Prognose gewagt, dass Versicherer ihre Statuten ändern werden (müssen), um eine auskömmliche Rendite zu erwirtschaften und ihren ständigen Auszahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die langlaufenden Anleihen im Bereich von 10 Jahren und mit ertragreichen Kupons, sind am Auslaufen. Allzu viele 30-jährige hat man sicher nicht in den Portfolios. Also wohin mit den Kundengeldern in Zukunft? In grüne Projekte, Private Equity u.ä.?

Was macht eine Allianz, eine der großen Dividendenzahler (4,8 Prozent aktuell), wenn es nicht einmal mehr am (nicht nutzbaren) Markt für Junk Bonds solche Renditen gibt? Der Zyklus der sinkenden Zinsen seit dem Jahr 1980 ist mit den großen Zinsschritten in den USA im März am Ende angelangt. Bis zuletzt konnte man wegen der Durationseffekte stets Gewinne mit den Anleihen erwirtschaften, so auch noch einmal im Jahr 2020. Aber wenn die Zinsen nicht unter null fallen, gibt es künftig kaum noch etwas – keine Kupons und keine Kursgewinne bei fallenden Zinsen.

Was machen Großfirmen mit ihren Betriebsrenten, Stiftungen mit ihren Anlagegeldern in den nächsten Jahren? Es spricht sehr viel für die Dividendentitel in diesem Jahrzehnt. Mit all ihren Schwankungen und vermutlich sind die jahrelangen Renditen von acht Prozent plus per annum auch bei Weitem nicht mehr realistisch. Aber wo sind die Alternativen?

Fazit

Obwohl ich absolut nichts davon halte, größere Zukunftsprognosen zu stellen – daran verbrennen sich schon ständig ganze Organisationen und Thinktanks die Finger, mit einer Heerschar von Professoren – so bin ich schon davon überzeugt, dass das jetzige Jahrzehnt wieder das Jahrzehnt der Aktien sein wird. Mit großen Schwankungen, Crashs, die Exzesse bereinigen werden, aber auch begründet in der Tatsache, dass man zwar Geldsysteme verändern und vernichten kann, aber nicht die Produktionsanlagen oder die Betriebe in einer Volkswirtschaft, ohne die es kein Überleben gibt, apokalyptische Szenarien einmal ausgenommen.

Es ist aber auch wahrscheinlich, dass es ein wesentlich langsameres Wachstum an den Börsen geben wird, nach Preisexzessen und deren Bereinigung, wie man es in Japan seit 31 Jahren nun schon beobachten kann. Aber selbst wenn Euro oder Kryptowährungen scheitern, wofür hat man nach 250 Staatsbankrotten seit 1800 (sowie 68 internen Pleiten) noch keinen Ersatz gefunden? Für Aktien..

Werden die 2020er-Jahre ein Jahrzehnt für Aktien?

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Aktien

JP Morgan-Quartalszahlen: Deutlich besser als erwartet – Milliarden-Rücklagen für faule Kredite aufgelöst

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Soeben wurden JP Morgan-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen. Der Umsatz liegt bei 30,16 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 29,2/Erwartungen 28,7). Der Gewinn liegt bei 3,79 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,57/Erwartungen 2,62).

In der Grafik unten sieht man es in der dritten Spalte. JP Morgan hat im letzten Quartal die Risikofürsorge für faule Kredite um 1,9 Milliarden Dollar reduziert, wodurch natürlich der Gewinn erhöht wird. JPM ist der Meinung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld (im Sinne der Zahlungsmoral der Kunden) bessert, und vor allem dass Firmenkunden nach wie vor frisches Geld am Kapitalmarkt aufnehmen können. Insgesamt spricht die Bank davon, dass sogar 2,9 Milliarden Dollar an Kreditreserven umgewandelt und in den Gewinn von 12,1 Milliarden Dollar verschoben wurden. Ohne diese Buchung wären es nicht 3,79, sondern nur 3,09 Dollar Gewinn pro Aktie, so die Headline-Aussage der Bank.

Zitat aus dem aktuellen Bericht von JPM:

The provision for credit losses was a net benefit of $1.9 billion, compared to an expense of $1.4 billion in the prior year driven by reserve releases in the current quarter. The Wholesale reserve release was $2.0 billion, reflecting an improvement in the macro-economic scenarios and the continued ability of clients to access liquidity and capital markets. The Consumer reserve release was $0.9 billion, in Home Lending, primarily due to improvements in HPI expectations and portfolio run-off. The prior year included a net reserve release in the Consumer portfolio and a net reserve build in the Wholesale portfolio. Net charge-offs of $1.1 billion were down $444 million from the prior year, driven by Card.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +0,7 Prozent.

Hier das Headline-Statement von JPM-CEO Jamie Dimon:

Jamie Dimon, Chairman and CEO, commented on the financial results: “JPMorgan Chase reported strong results in the fourth quarter of 2020, concluding a challenging year where we generated record revenue, benefiting from our diversified business model and dedicated employees. While we reported record profits of $12.1 billion, we do not consider the reserve takedown of $2.9 billion to represent core or recurring profits – essentially reserve calculations, while done extremely diligently and carefully, now involve multiple, multi-year hypothetical probability-adjusted scenarios, which may or may not occur and which can be expected to introduce quarterly volatility in our reserves. While positive vaccine and stimulus developments contributed to these reserve releases this quarter, our credit reserves of over $30 billion continue to reflect significant near-term economic uncertainty and will allow us to withstand an economic environment far worse than the current base forecasts by most economists.”

Dimon added: “In Consumer & Community Banking, deposits grew 30% or over $200 billion driven primarily by growth in the Federal Reserve’s balance sheet and the continuation of modest market share gains. Within our consumer lending franchise, auto and retail mortgage originations were both up more than 20%. Consumer spending continued to recover, as reflected in combined debit and credit card spend being up for the full quarter. The Corporate & Investment Bank delivered another impressive quarter with growth in Global Investment Banking fees of 34% and Markets revenue of 20%. With a record quarter, Commercial Banking earned $3.3 billion of investment banking revenue in 2020, surpassing its previous $3 billion long-term target. In Asset & Wealth Management, AUM grew 17% due to higher asset values and net inflows of over $190 billion into long-term and liquidity products over the last twelve months.”

Dimon concluded: “We ended the year with a CET1 ratio of 13.1% (vs. 12.4% at the beginning of the year) and capital above $200 billion, providing us with meaningful capacity to further invest in our business and communities, while returning capital to
our shareholders. This increase in capital was after raising over $2 trillion of credit and capital for our consumer and institutional clients around the world, which includes nonprofits and U.S. government entities, including states, municipalities, hospitals and universities and adding net $12 billion to credit reserves. We also hold $1.4 trillion of cash and marketable securities, which is currently over $450 billion in excess of what is required. We opened branches in new markets, improved our digital capabilities, and made acquisitions that will enhance our product offerings and deepen our engagement with our customers. We also continued to invest in our communities – for example, through our initial commitments to support those most impacted by the pandemic and our longer-term commitment to advance racial equality and promote economic growth. Our earnings power and healthy capital position also provide us the flexibility to pay dividends and return excess capital to shareholders through share repurchases. I want to end by thanking our frontline colleagues and those working from home who quickly adapted to the pandemic and safely helped our clients, customers, communities and governments.”

Grafik zeigt aktuelle JP Morgan-Quartalszahlen

JP Morgan-Quartalszahlen - Jamie Dimon
Jamie Dimon. Foto: Steve Jurvetson Creative Commons Attribution 2.0

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