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Marktgeflüster (Video): Krisensymptome der US-Wirtschaft

Von Markus Fugmann

In Europa werden die Konjunkturdaten immer besser, besonders in Deutschland, wo der ifo Index ein neues Allzeithoch erreicht. In den USA sieht das inzwischen ganz anders aus: die Verkäufe neuer Häuser kollabieren um über -11%, die Preisen fallen durchschnittlich um fast -4%. Dazu ganz schwache weiche Daten (Richmond Fed Index, Markit PMI) – die USA scheinen nun den Hochpunkt ihrer Konjunktur schon länger überschritten zu haben, der Fed kommen offenkundig erste Zweifel, ob eine Zinsanhebung im Juni wirklich eine gute Idee ist. Europa ist konjunkturell schlicht später dran und erlebt erst jüngst eine Blüte. Das aber hilft dem Dax auch nicht, der heute zweimal vergeblich versucht hat, die 12700er-Marke nachhaltig zu überwinden…



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7 Kommentare

  1. Wunderbarerweise erlebt der USD trotz der wieder einmal miesesten Daten einen Höhenflug. Die spinnen, die Börsianer…

  2. Gold und Silber riechen den Braten und zeigen erste Lebenszeichen. Wenn die FED nicht erhöht, könnte dies aber auch nach hinten losgehen. Dann könnte das als Zeichen des Scheiterns angesehen werden, Dollarschwäche auslösen und die Zinsen trotzdem steigen lassen. Eine Zwickmühle, in die sich die Notenbanken aber selbst manovriert haben. Es wird auf jeden Fall spannend.

  3. Was sagen die heutigen Wirtschaftsdaten aus Deutschland und den USA?
    1. Der Dax-Stand von über 12000 wird gerechtfertigt durch die höchsten Quartalsgewinne der Dax-Unternehmen aller Zeiten und heute auch durch einen entsprechenden Ifo-Index. Das Schlechtreden des Dax in den letzten Monaten war also Unsinn.
    2. Die sich verschlechternden US-Daten könnten auf eine Rezession hindeuten. Alle großen Kurseinbrüche der letzten 50 Jahre wurden durch stark steigende Zinsen aufgrund der Inflation und in der Folge durch eine Rezession ausgelöst. Demzufolge könnte ein Aktienmarkteinbruch tatsächlich ante portas stehen. Deutschland könnte sich trotz hohem Ifo dem wie immer „noch“ nicht entziehen.
    3. Jetzt kommt das aber: Wenn die FED im Juni die Zinsen wegen der Konjunkturdelle und der zu niedrigen Inflation (aus ihrer Sicht) nicht anhebt, könnte es nochmals einen Schub nach oben geben.
    4. Man sollte auch „Super-Mario Draghi“ nicht vergessen, dessen unverkennbarer Wille zum Schutz der Südländer dem DAX noch einige „Windfall Profits“ bescheren könnte.
    Ich bin gespannt auf die nächsten Inflationsdaten. Ohne Zinsanhebung ist eine Rezession eher selten. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Meine Sicht der Dinge. Gruß

  4. Wolgang, die Amis werden weiter die Zinsen erhöhen, das ist „normal“, nach „Lehman“.

    Zinserhöhungen sind derzeit „normal“ und positiv für den Aktenmarkt, ja, so verrückt ist die Welt.
    Die Amis werden damit (indirekt) die EZB unter Druck setzten “ weg von der Nullzinspoltik“. Wie rechtertigen Sie eigentlich den niedrig stehenden Rentenmarkt ?

    Mit einem EUR-Crash ? Die AfD gewinnt die Wahl im September und der EUR ist am Ende ? Oder Rot,dunkelrot-Grüne – Allianz gewinnt die Wahl ?

    Wenn der überteurte Dax auf die 9000-10000 fallen sollte, wo stünde Ihrer Meinung der Rentenmarkt dann, bei 170, oder höher ? Das KGV des Rentenmarktes interessiert Sie offenbar nicht, bzw. von den Zinsen ganz zu schweigen ?

    Dass Banken, Versicherungen, Pensionskassen usw unter dieser Nullzinspolitik leiden ist doch gar kein Thema , oder ? Dass die Nullzinspoltik einen Bauboom befeuert, kein Problem…

    1. Marko, meine Argumentation bezog sich auf die Situation in den USA. Dort liegt der Zins für die 10-Jährige über 2%, (damit ist das Anleihen-KGV viel niedriger als in D), die Inflation bereits über 2 Prozent. Die amerikanischen Häuslebauer, Autokäufer, Studenten und weitere Konsumenten sind nach Jahren niedriger Zinsen stark verschuldet. Damit birgt ein weiterer Zinsanstieg Gefahren für einen Einbruch der Wirtschaft – Rezession!
      Das ist in Deutschland noch ganz anders, wo sich Sparer, Versicherungen u.s.w. sicher höhere Zinsen wünschen würden. Wie bereits erwähnt, ich sprach von der Lage in den USA und sehen Sie mal, was vor den Aktieneinbrüchen in den letzten 30 Jahren stets der Fall war: Anstieg der Inflation und der Zinsen. Diesen Zusammenhang kennt natürlich auch die FED und wird sicher versuchen keinen Wirtschaftseinbruch durch Zinsanhebung zu verursachen. Dann hätten die Aktienmärkte sogar noch Luft (Aktien-KGV versus Anleihen-KGV), aber eine zyklisch bedingte Rezession in den hoch verschuldeten USA wird auch die jetzige Notenbank nicht verhindern können. Es geht nicht um das „ob“, sondern um das „wann“. Meine Sicht. Gruß

  5. Passiert seit 6 bis 7 Stunden etwas, was wir alle nicht mitbekommen dürfen?
    Wie immer extrem schlechte Daten aus USA, dennoch eine USD-Stärke, die fast abartig erscheint?!
    Was ist los in Wonderland???

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