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Marktgeflüster (Video): So ein Zufall aber auch..

So ein Zufall aber auch – plötzlich ist Verunsicherung im Markt, die Volatilität springt so stark an wie seit der Wahl Trumps nicht mehr, nachdem wir bis gestern die geringste Bandbreite bei den S&P-Schlusskursen seit dem Jahr 1969 gesehen haben. A propos Trump: der wandelt sich vom Heilsbringer zum Problemfall für die Märkte, Anleihen- und Devisenmärkte hatten das schon antizipiert, der Aktienmarkt mal wieder mit der längsten Leitung..

Markus Fugmann

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Markus Fugmann

Von Markus Fugmann

So ein Zufall aber auch – plötzlich ist Verunsicherung im Markt, die Volatilität springt so stark an wie seit der Wahl Trumps nicht mehr, nachdem wir bis gestern die geringste Bandbreite bei den S&P-Schlusskursen seit dem Jahr 1969 gesehen haben. A propos Trump: der wandelt sich vom Heilsbringer zum Problemfall für die Märkte, Anleihen- und Devisenmärkte hatten das schon antizipiert, der Aktienmarkt mal wieder mit der längsten Leitung. Der Dax bricht zwei wichtige Unterstützungen, der Euro schiesst weiter nach oben, der Dollar im freien Fall. Abverkauft werden vor allem Banken, der Reflations-Trade scheint in sich zusammen zu fallen, die großen Versprechen Trumps rücken erst einmal in weiter Ferne. Wie ernst die Lage ist, zeigt die Tatsache, dass Trump heute bislang noch keinen Twitter-Kommentar abgesetzt hat..

https://youtube.com/watch?v=5GjAuEBGptA%3Fecver%3D1

28 Kommentare

28 Comments

  1. Avatar

    Jana

    17. Mai 2017 18:47 at 18:47

    Bei den ganzen Diskussionen um Trump und seinen Beziehungen sieht man doch, dass das alte Esteblishment um Obama,Bush , die Clintons und allg. viele Demokraten zu Obamas Zeiten gar keine friedliche Beziehung zu RUS wollen.

    Alles was irgendwie auf eine etwas bessere Veziehung zwischen Trump und RUS hindeutet, wird sofort als Skandal ausgelegt und von einigen Medien (zB CNN) ausgeschlachtet. Na und hat er eben eine gute Beziehung zu Putin – na und? Unter Obama war Kriegstreiberei gegenüber RUS schon normal geworden.
    Ich weiß nicht warum deswegen nun alle auf Trump einhauen.
    Oder hat die Waffenlobby im Hintergrund etwa echt so viel Einfluss, dass gegen jeden gearbeitet werden muss der eine „Gefahr“ dafür darstellt dass in Zukunft weniger Waffen gebraucht werden könnten. Aus Angst das die Geschäfte einknicken. Denn mal ganz ehrlich was haben denn Lockheed Martin, Raytheon, Halliburton,L-3 usw. wenn zu viel Friede auf der Welt herrscht?

    • Avatar

      Michael

      17. Mai 2017 19:27 at 19:27

      @Jana, es geht doch nicht um Donnie’s gute Beziehungen zu Russland, obwohl die vermutlich eher auf privatem wirtschaftlichen Interesse basieren, und nicht auf politischem. Die werden in diesem Artikel doch gar nicht zur Sprache gebracht.
      Es geht vielmehr um Geheimnisverrat, um Behinderung der Justiz und darum, dass er bisher nichts, aber auch gar nichts zustande gebracht hat. Keines seiner Wahlversprechen wurde auch nur im Ansatz eingelöst oder zumindest in Angriff genommen. Die Bilanz zeigt vielmehr bestenfalls blinden Aktionismus den direkten Nachbarstaaten gegenüber sowie eine Menge sinnloser Posts via Twitter.
      Dass die Medien und Bürger ihm dafür nicht das ganz große Lob ausstellen, dürfte (sollte, müsste) doch selbst dem stursten Realitätsverweigerer einleuchten.

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        Jana

        17. Mai 2017 19:56 at 19:56

        @Michael: Trump ist jetzt gut 100 Tage im Amt. Andersrum gefragt: was haben Sie bis zu diesem Zeitraum erwartet. Jeder der sich damit beschäftigt, wie lange neue Gesetze, Abkommen usw. dauern bis zur Umsetzung, der weiß das es Nonsens ist das zum jetzigen Zeitpunkt alles unter Dach und Fach zu erwarten. Davon auszugehen ist eher Realitätsverweigerung. Was jetzt nicht heißen soll das er alles schafft. Viele haben ihn gewählt weil er Obamacare abschaffen wollte. Das versucht er ja auch – oder haben Sie das nicht mitbekommen. Auch wenn er im Senat scheitern sollte, versucht er das Wahlversprechen umzusetzen. Gleich am Anfang hat er wie er es angekündigt hatte das Abkommen TPP aufgekündigt. Und nach 2-3 Monaten seiner Amtszeit waren die Arbeitsmarktdaten extrem gut geworden in den USA. Das hatte sogar H. Fugmann hier zugegeben. Das hat sich mittlerweile allerdings wieder abgeschwächt. Aber zu der Phase habe ich auch kaum positive Medienberichte über diese Entwicklung gelesen.
        Trump wird wohl einige Sachen auch nicht durchbekommen denke ich. Keine Frage. Aber was die Medien hier vermitteln ist schon zu hinterfragen. Obama hat in 8 Jahren viele seiner Versprechen nicht umgesetzt.

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          Jana

          17. Mai 2017 20:05 at 20:05

          Ok sagen wir mal Trump hat sich wegen Geheimnisverrat etwas zu Schulden kommen lassen (was eigentlich ja auch einer subjektiven Einschätzung einhergeht ob ja oder nein)…….gut ok………..und als damals die USA in den Irak einmarschiert sind mit der Begründung dort seine Massenvernichtungswaffen – die es aber nie gab..haben die ja auch zugegeben mittlerweile……wer wurde dann wegen dem Straftatbestand des Kriegsverbrechens (das es ja damit war) und der Ermordung Tausender Menschen dort vor Gericht gestellt?…..wer war dafür verantwortlich und wurde bestraft ?…..niemand……solche Sachen sind es die mich nachdenken lassen…

          Trump: Geheimnisverrat – alle verlangen Amtsenthebung usw.

          Bush und später Obama: Kriegsverbrechen – keinerlei Konsequenzen und die Medien thematisieren es auch kaum……schon komisch…

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          ET

          17. Mai 2017 20:05 at 20:05

          stimme Ihnen voll zu! Gestern waren übrigens die Daten zu US-Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung sehr positiv.

          • Avatar

            Michael

            17. Mai 2017 20:41 at 20:41

            Wie auch zu den Baugenehmigungen ;)

        • Avatar

          Michael

          17. Mai 2017 20:39 at 20:39

          @Ivanka ;)
          Ich hatte gar nichts erwartet, weil mir von Anfang an klar war, dass der rechtspopulistische, narzisstische Vollpfosten und Schreihals nichts zustande bringen kann und wird.
          Unter Dach und Fach sind Geheimnisverrat, Behinderung der Justiz, ein paar erste Skandale, die Anstellung der gesamten Familie in wie auch immer bestens dotierte Beraterjobs und die Tatsache, dass keines seiner Wahlversprechen auch nur im Ansatz zumindest in Angriff genommen wurde.
          Der Typ bereichert sich persönlich an seinem Amt:
          http://www.n-tv.de/wirtschaft/Wie-Trump-mit-seinem-Nobelclub-abkassiert-article19846299.html
          Was soll ich noch sagen?

          • Avatar

            Jana

            18. Mai 2017 19:08 at 19:08

            @Michael:

            was heißt „unter Dach und Fach“?….das stimmt doch schon wieder nicht. Und was nun mit dem ersten Schritt der bei der Abschaffung von Obamacare gemacht wurde vor Kurzem? Wenn Sie darüber garnicht informiert sind können Sie auch nicht sagen, dass seine Wahlversprechen in ANgriff genommen hat. Und TPP hat er doch wie angekündigt abgeschafft. Aber bei der einseitigen Berichterstattung erfährt man das eben kaum. Heute waren im Übrigen die US Daten sehr gut.

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    Jana

    17. Mai 2017 19:06 at 19:06

    @H. Fugmann: ob unter H. Trump in den USA weniger oder mehr politische Ruhe/Untuhe herrscht als unter H. Obama, ist auch von der Berichterstattung abhängig. Während es wenig Beachtung fand für viele Tote und allg kriegerische Auseinandersetzungen Obama verantwortlich war ……….findet unter H. Trump alles Beachtung in den Medien. Ob der Sohn bei Veranstaltungen mal gähnt, oder ob die Trumps kein Händchen halten und deswegen bald zum Paartherapeuten müssen schreiben die Medien da alles…….man könnte ja auch mal einen Vergleich zwischen beiden ziehen in dem man die Anzahl der Kriegstoten die jeder auf seiner Kappe hat vergleicht und das als Maßstab für politische Ruhe nimmt…..

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    Jana

    17. Mai 2017 19:11 at 19:11

    Ich kann nicht verstehen warum man Obama in den Medien für viel schlimmere Sachen nicht so angewatschelt hat wie D. Trump…..https://www.heise.de/tp/features/Obama-Neue-Atomwaffen-neue-Kriege-mehr-Waffenverkaeufe-als-unter-Bush-3462334.html

  4. Avatar

    masud79

    17. Mai 2017 20:09 at 20:09

    Wie kann man diesen irren in Schutz nehmen 80/100 Tagen gab es irgendeine Farce von ihm. Sogar eine republikanerin sagte kürzlich sie wünsche sich nur mal einen einzigen Tag ohne dass irgendeine neue Katastrophe von ihm kommt, das sagt alles

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    Bademeister

    17. Mai 2017 20:12 at 20:12

    Trump hats sich halt mit den Medien von Anfang an verscherzt, deswegen wird er jetzt bei jeder Gelegenheit verrissen.
    Trump kann man mit Obama nicht vergleichen, die diesbezügliche Medienberichterstattung daher auch nicht.
    JP Morgan rechnet, wenn überhaupt, erst im Jänner 2018 mit einem möglichen Amtsenthebungsverfahren. So gesehen ist das, was die Märkte heute zu veranstalten beginnen, nicht ganz nachvollziehbar.
    Da der Donald aber ein echter Gewinnertyp ist, wird er es, genauso wie Nixon nicht so weit kommen lassen. Ist nur eine Frage der Zeit, bis er selbst hinwirft….die Medien werden jedenfalls dabei behilflich sein.

    • Avatar

      Lars

      17. Mai 2017 21:31 at 21:31

      Ja, wenn JP Morgan oder Goldmaxx & Son mit etwas rechnen, ist das in Stein gemeißelt. Deren Analysen lagen noch nie daneben, deren Seriosität ist unerschütterlich.
      Und dazu noch das typische Börsenthema: Gerüchte vs. Fakten, Zocken, Drogen, schwache Nerven, Panik…
      Ich schließe die Möglichkeit nicht aus, dass Familie Trump bis morgen ein medienwirksames Krisenpapier verfasst und getwittert haben wird, das erst einmal das Schlimmste verhindert.
      Bis Mittwoch nächster Woche könnte Comey dann auch auf die eine oder andere Art zum Stillschweigen verpflichtet worden sein, in Greatest Wonderland of opportunity.

  6. Avatar

    ET

    17. Mai 2017 20:21 at 20:21

    @fugmann
    „allgemeine verunsicherung, huhu …….“. nun mal langsam lieber herr fugmann. ist es etwa nicht normal, wenn die börsen nach diesem lauf seit dezember mal wieder konsolidieren? 5% runter und wir sind immer noch im mittelfristigen aufwärtstrend. 10% runter und wir sind immer noch im langfristigen aufwärtstrend! ihre zeit wird schon noch kommen, keine panik ! :-)

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      17. Mai 2017 20:22 at 20:22

      @ET, habe ich behauptet, wir hätten langfristige Aufwärtstrends gebrochen?

      • Avatar

        ET

        18. Mai 2017 09:23 at 09:23

        @fugmann
        nein, haben Sie nicht, habe ich auch nicht behauptet. tun sie nicht so, als hätten sie nicht verstanden, worum es mir mit meinem kommentar ging. sie überzeichnen halt immer bearish, wenn´s mal nach unten, selbst wenn‘ s seitwärts geht. etwas mehr neutralität täte ihnen gut.

    • Avatar

      columbo

      17. Mai 2017 20:32 at 20:32

      Doch a bissl nervös manche Bullen, wenn sie schon die langfristigen Aufwärtstrends bemühen.

      • Avatar

        Lars

        17. Mai 2017 21:07 at 21:07

        Ein Fünftel der überfälligen und notwendigen Korrektur einer vollkommen unbegründeten und hirnlosen Trump-Rally ist gestern und heute erfolgt.
        Ein Stand wie vor den US-Wahlen wäre längst überfällig. Mal sehen, wie die Bullen-Algos programmiert sind.

  7. Avatar

    Flachwitz

    17. Mai 2017 21:44 at 21:44

    Ich bin wahrlich kein Fan von Trump, aber das, was seine Gegner abziehen, kommt mir doch hochgradig verlogen, und somit kaum besser vor, als das, was der Clown vom Weissen Haus der Welt so bietet.

    Der neuste Skandal um den Ex-FBI-Chef Comey scheint mir ganz klar ein Zurücktreten bzw. Racheakt von Selbigen aufgrund seiner Entlassung zu sein. Trump soll ihm gesagt haben, daß er Flynn für einen „good guy“ hält. So what? Jeder Pups wird hier zu einem Skandal aufgeblasen. Na dann soll mal Herr Comey irgendwelche Beweise vorlegen – seine Aufzeichnungen (memos) sind das bestimmt nicht.

    Offensichtlich wollen Trump’s Gegner (das establishment?) ihn auf Teufel komm raus aus dem Amt jagen, und versuchen jede Kleinigkeit zu einem Skandal aufzublasen, und damit die öffentliche Meinung zu manipulieren. Kontakte zu Rußland vor den Wahlen? Ein Skandal! Obwohl nichts über die Inhalte von den Gesprächen bekannt ist. Sollten Interessenkonflikte vorliegen (bzgl. Trump’s Geschäfte in Rußland) oder kriminelle Taten besprochen worden sein – o.k. Aber wenn nicht, wo ist da der Skandal?

    Auch ich finde Trump einen Idioten und „Trumpeltier“, der viel falsch gemacht hat und kaum ein Fettnäpfchen ausläßt. Auch mit seiner Politik bin ich überhaupt nicht einverstanden. Aber aus seinen Rußlandkontakten und Comey einem Skandal zu machen, scheint mir nur ein aufgebauschter Vorwand zu sein, um ihn damit aus dem Amt zu jagen. Was für eine Heuchelei und Manipulation der öffentlichen Meinung! Seine Gegner sind kaum besser als Trump selber! Armes Amerika!

    • Avatar

      Lars

      17. Mai 2017 22:17 at 22:17

      Trump soll aber auch gesagt haben, „ich hoffe, Sie können das sein lassen“ bzw. „ich hoffe, Sie lassen das sein„.
      Wenn Ihnen der amerikanische Präsident im persönlichen Gespräch solche Empfehlungen nahelegt, möchte ich mal wissen, ob Sie weiterhin von zum Skandal aufgeblasenen Pupsen reden würden.
      Die Öffentlichkeit hat außerdem weiterhin die Möglichkeit, sich trotz der Medienberichte eine eigene Meinung zu bilden. Sofern sie das überhaupt will.

    • Avatar

      Walter Schmid

      17. Mai 2017 22:43 at 22:43

      Ja, ich denke auch, dass das so zu sehen ist. Verwunderlich ist es nicht.

  8. Avatar

    rinzai

    17. Mai 2017 22:35 at 22:35

    Comey wird gefeuert und genau in dem Augenblick merkt das Burschi, dass er noch irgendwo in einem Schrank Memos hat, die beweisen, dass der böse, böse Trump die Justiz beinträchtigen wollte. Dazu brauchte der gute Mann drei Monate. Wer hier 1 und 1 nicht zusammenzählen kann, dem kann man nicht mehr helfen. Und sowie so Trump ist 4 Monate im Amt und ist an allem Elend der Welt schuld. Putin, Assad usw. werden froh sein, mal kurz zur Ruhe zu kommen. Und so lange wir Mutti, Uschi und den Gabriel haben sind wir sowie so die Besten auf der Welt. Hurra, Hurra!!!

  9. Avatar

    Walter Schmid

    17. Mai 2017 22:44 at 22:44

    Was für ein wunderbarer Tag für Trader und Bären! Besonders, wenn man beides ist. :-)

    • Avatar

      Lars

      17. Mai 2017 23:03 at 23:03

      Auch wenn man nicht Bär, sondern Mensch ist, auch wenn man nicht tradet, ist das alles wunderbar!!!
      Würde sich das alles noch in Nordkorea, Russland, Iran, Türkei, Syrien, China, dem größten Teil von Afrika, Deutschland und in der EZB wiederholen, könnte man davon sprechen, dass sich die politische Welt langsam in die richtige Richtung bewegt ;)

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

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Ab September 2021 wird der Leitindex DAX um zehn Werte auf insgesamt 40 Werte erweitert. Damit wird er die größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland noch umfassender abbilden. Im Gegenzug verkleinert sich der MDAX-Index auf 50 statt bisher 60 Werte.

Ab Dezember 2020 müssen alle künftigen DAX-Kandidaten vor Aufnahme ein positives EBITDA in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen.

Ab März 2021 wird es Bestandteil der Indexmethodologie, dass zukünftig alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes testierte Geschäftsberichte und vierteljährlich Quartalsmitteilungen veröffentlichen müssen. Nach einer 30-tägigen Warnfrist führt ein Verstoß gegen diese Anforderungen unmittelbar zum Indexausschluss.

Infolge dessen entfällt für alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes die Pflicht zur Notierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Notierung im Regulierten Markt ist künftig ausreichend. Diese neue Regel wird eingeführt, um dem Indexanbieter zu ermöglichen, im Falle einer Regelverletzung unabhängig und schneller reagieren zu können.

Zusätzlich müssen ab März 2021 alle Neuzugänge zur DAX-Familie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hinsichtlich eines Prüfungsausschusses im Aufsichtsrat entsprechen. Für bestehende Mitglieder gilt eine Übergangsfrist, um Kontinuität in der DAX-Familie zu bewahren; sie müssen die Vorgabe ab September 2022 erfüllen.

Ab 2021 gibt es bei den DAX-Indizes zweimal im Jahr eine planmäßige Hauptüberprüfung (März und September). Zurzeit gibt es eine derartige Überprüfung nur im September.

Um die Regeln zu vereinfachen, ohne jedoch auf Investierbarkeit zu verzichten, werden ab der Überprüfung im September 2021 Indexmitglieder nur noch nach Marktkapitalisierung bestimmt. Der Börsenumsatz wird bei der Rangliste nicht mehr berücksichtigt; stattdessen müssen Indexmitglieder eine Mindestliquidität aufweisen.

Nicht übernommen wird der Vorschlag zum Ausschluss von Unternehmen mit Beteiligung an kontroversen Waffen. Stephan Flägel: „Wir haben ein sehr heterogenes Meinungsbild zu den Themen Nachhaltigkeit und ESG außerhalb der Vorschläge, die wir zur Governance gemacht haben, bekommen. Es wird von vielen Seiten die grundsätzliche Frage aufgeworfen, ob diese Kriterien bei der Auswahl der DAX-Mitglieder eine Rolle spielen sollten. Deshalb werden wir den Austausch mit den Marktteilnehmern fortführen. Nachhaltiges Investieren ist und bleibt einer der wichtigsten Trends an den Finanzmärkten und wird das Investitionsverhalten in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Das Thema ESG hat für Qontigo sehr hohe Priorität. Im März haben wir bereits den DAX 50 ESG Index gestartet und wir verfügen seit Längerem über eine breite Palette an ESG-Indizes, die wir auch künftig weiter ausbauen werden.“

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