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Marktgeflüster (Video): Tanz auf dem Vulkan

Von Markus Fugmann

Der Dax erreicht heute ein Allzeithoch, scheitert aber bislang an der 13.000er-Marke. Das liegt vorwiegend an der Sorge um eine weitere Eskalation der Lage zwischen Katalonien und Spanien, nachdem die Katalanen wohl am Montag ihre Unabhängigkeit erklären wollen. Während der Dax heute den siebten Tag in Folge steigt, kommen die US-Indizes kaum vom Fleck, trotz eines ISM Index, der so stark war wie seit fünf Jahren nicht mehr. An den spanischen Finanzmärkten dagegen Unruhe vor allem bei Bank-Aktien (aber auch Staatsanleihen) – im worst case könnte Madrid mit einem Militär-Einmarsch auf die Unabhängigkeitserklärung reagieren. Und das wiederum wäre sicher negativ für die europäischen Märkte, also auch für den Dax..



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12 Kommentare

  1. Es ist schon Interessant Schottland und Katalonien wollen Unabhänigkeit
    bzw . mehr Selbstständigkeit. Bei Schottland überwiegt die Schadenfreude
    in Europa , bei Katalonien die Angst. Den Katalanen steht doch das selbe
    Recht zu wie Schottland.

    1. Es gibt einen kleinen, aber feinen Unterschied. In Katalonien wurde ein tatsächlicher „Volksentscheid“ abgehalten, an dem sich aber lediglich 42% der Wähler beteiligt hatten, was auf ein klares Desinteresse des Großteiles der Bevölkerung an dieser Frage schließen lässt. In zahlreichen Demokratien werden nicht abgegebene Stimmen in einem Volksentscheid als „Nein“ gewertet, wie es sich in Spanien verhält, weiß ich allerdings nicht.
      In Schottland gab es noch überhaupt keinen offiziellen Volksentscheid nach dem Brexit, bestenfalls eine Abstimmung der schottischen Regierung, einen solchen Volksentscheid als Mandat für Verhandlungen mit London einzubringen. Man möchte also von schottischer Seite einen Volksentscheid abhalten, nach Londoner Brexit-Tempo könnte das also etwa 2059 mal aktuell werden.

    2. So schnell ändern sich die Ansichten! Vor nicht allzu langer Zeit waren die Nordiren und die Basken die allgemein anerkannt bösen Terroristen, weil sie sich abspalten wollten.
      Die Terroristen sind nun ganz andere, über die Nordiren schweigt man sich tot, die Schotten sind die Bösen, weil sie in der EU verbleiben und den Exit vom Brexit wollen, von den Basken redet keiner mehr und die Katalanen sind die Helden, weil sie sich vom teuflischen Spanien distanzieren, obwohl sie ja gar gerne in der EU verbleiben würden.
      Auch Kalifornien, Washington, New Yorl und andere bedeutende Staaten in Wonderland würden sich gerne abspalten von großen Trump-Wahnsinn, darüber redet interessanterweise niemand.

  2. ganz ehrlich – jeder der die EU kritisiert hat bis vor einem Jahr wurde in manchen extrem Fällen sogar als Nazi beschimpft. Anstatt sich sachlich mit den Problemen auseinanderzusetzen hat es ddie dikatorische EU nicht interessiert was die Bevölkerungen denken. Zuletzt das Durchsetzen von CETA. Ob es nun in Katalonien mit den ersten richtigen Rissen im EU-System losgeht oder woanders, ist fast sekundär. Wenn nicht dort dann an einer anderen Stelle – es kriselt an allen Ecken und Enden – und Schuld sind nicht die Bevölkerungen sondern die selbsternannten Eliten, die mit der EU eine „Diktatur im Schafspelz“ kreiert haben. Man hechelt von Wahl zu Wahl und hofft, dass die EU kritischen Parteien noch mal mit Ach und Krach den Kürzeren ziehen. Als nächstes die Wahl in AUT, wo dann wohl HC Strache mit in der Regierung sitzen wird und etwas später dann Italien, wo die Bürger auch die Schnautze voll haben mit der hohen Arbeitslosigkeit und Merkels diktierter Masseneinwanderung oder einer Bankenrettung auf Kosten des Steuerzahlers.
    Ich hoffe, das das System bal auseinander bricht und wir wieder einzelne souveräne Nationalstatten haben, die auch so friedlich miteinander leben werden. Mit der Schweiz und Norwegen klappt das auch wunderbar.

      1. Eben. Das koennte auch so gut funktionieren, wenn man wollte. Der „parasitaere“ Wasserkopf will das auf keinen Fall.

        1. Na klar, das eine Ländchen hat den EURO, das nächste die Mark, das dritte Taler, das vierte ganz eigene Gold- und Silbermünzen. Von München nach Hamburg bezahlt man 35 Mal Zollgebühren, die Reise dauert wegen der ganzen Grenzkontrollen etwa 3 Tage.
          Da braucht es dann tatsächlich keinen Wasserkopf mehr…

  3. Wenn der Brexit den Aktienmärkten schon nichts anhaben konnte, dann ein Katalexit erst recht nicht. Bürgerkrieg wird es auch nicht geben, dazu sind zuviele Katalanen gegen die Abspaltung sind. Das schaut jetzt nur so dramatisch aus, weil jeder die bestmöglichste Verhandlungsposition erreichen möchte. Am Ende wird verhandelt. Der Ibex wäre vielleicht ein Schnäppchen.

    1. oho, wenn da mal der bär dem bullen nicht paar vor die hörner gibt ;)

  4. Bravo @Jana,dem ist Nichts beizufügen !

  5. Hallo Herr Fugmann
    kann mir eigentlich nicht vorstellen dass in West- bzw. Südeuropa irgendwer noch die Energie aufbringt eine Revolution oder ähnliches anzuzetteln – ein bisschen demonstrieren vielleicht – zu allem anderen sind die Gesellschaften viel zu saturiert
    Muss jetzt Schluss machen, gibt Abendessen :-)

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