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Marktgeflüster (Video): Tech-Euphorie und Realwirtschaft

An den US-Märkten herrscht Tech-Euphorie, die Märkte warten jetzt auf Apple (ab 22Uhr so live wie möglich bei finanzmarktwelt.de). Aber die US-Konjunkturdaten werden immer schlechter (gestern vor allem der ISM Index), gleichzeitig scheinen die US-Konsumenten zu streiken: so schnellen die Ausfallquoten bei Krediten steil nach oben, und ein weiteres Symptom, dass die USA vielleicht vor einer Rezession stehen, sind die US-Autoverkäufe: schon der Vormonat ganz schwach, und die heute veröffentlichten Zahlen zeigen, dass der Einbruch ungebremst weiter geht..

Markus Fugmann

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Markus Fugmann

Von Markus Fugmann

An den US-Märkten herrscht Tech-Euphorie, die Märkte warten nach den Zahlen von Amazon und Alphabet hoffnungsfroh auf die heutigen nachbörslichen Zahlen von Apple (ab 22Uhr so live wie möglich bei finanzmarktwelt.de). Aber die US-Konjunkturdaten werden immer schlechter (gestern vor allem der ISM Index), gleichzeitig scheinen die US-Konsumenten zu streiken: so schnellen die Ausfallquoten bei Krediten steil nach oben, und ein weiteres Symptom, dass die USA vielleicht vor einer Rezession stehen, sind die US-Autoverkäufe: schon der Vormonat ganz schwach, und die heute veröffentlichten Zahlen zeigen, dass der Einbruch ungebremst weiter geht. Noch perlt das an den Märkten ab (wenngleich die Aktien der US-Autobauer deutlich im Minus sind), aber entweder werden die Daten bald wieder besser, oder aber der Abstand zwischen Preisen und Realität ist schlicht viel zu groß..

https://youtube.com/watch?v=lMC_aq6LSTA%3Fecver%3D1

29 Kommentare

29 Comments

  1. Avatar

    Tengri Lethos

    2. Mai 2017 18:43 at 18:43

    Warten die US Autokäufer womöglich auf das Tesla Model 3 !?

    • Avatar

      Michael

      2. Mai 2017 21:28 at 21:28

      Um dann morgens um 04.30 Uhr die Hälfte der Stecke zu ihrem Arbeitsplatz mit einer Akkuladung zu absolvieren, dann 3 Stunden im Ladesäulenstau zu stehen und dieses Drama bei der Heimfahrt zu wiederholen?
      Jeder weitere Test mit Tesla-Modellen zeigt, dass auch Captain Future nur mit Ionen kocht.
      Außerdem erstrecken sich dessen weitere Pläne bereits auf den Abschuss weltweiter Milliardäre ins Weltall, hoffentlich ohne Wiederkehr ;)

      • Avatar

        Tengri Lethos

        3. Mai 2017 00:09 at 00:09

        Vielen Dank für Ihre Einschätzung der Lage und der zu erwartenden Zukunft ! Das ist sehr interessant, da Sie offensichtlich auch technisch versiert sind. Viele Grüsse, Tengri Lethos

  2. Avatar

    Johann K.

    2. Mai 2017 19:02 at 19:02

    Hallo Herr Marcus Fugmann,

    haben Sie Einsicht bzw. wissen Sie ob beim EUR/USD in letzter Zeit größere Leerverkäufe getätigt wurden ( 1 – 2 Monate)?

    Danke und schöne Grüße

    Johann

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      2. Mai 2017 19:13 at 19:13

      @Johann, so weit Daten dazu vorliegen, eher nicht..

  3. Avatar

    gerd

    2. Mai 2017 19:07 at 19:07

    „Wenn die Konjunktur in den USA weiterhin so a b s ä u f t“

    Ich habs ja da und dort – und auch mit den Ohren.
    Deshalb nehme ich mal an, ich habe mich schwer verhört, ob dieser krassen Überzeichnung.

    Andererseits – ich übertreibe ja auch mal ganz gerne.

    • Avatar

      Lars

      2. Mai 2017 20:04 at 20:04

      @gerd
      Ja, absäuft. Sie haben richtig gehört. Nichts anderes sagen die von Herrn Fugmann zitierten harten Fakten seit mehreren Monaten aus. Das muss man nicht beschönigen. Ohne Trump-Euphorie, ohne Erwartungen, Stimmungen zeichnet sich ein dunkelgraues Bild bei der großartigsten Konjunktur der Welt ab.
      Kann es sein, dass Sie es manchmal auch zwischen den Ohren haben?

      • Avatar

        Gerd

        2. Mai 2017 20:38 at 20:38

        Ich schrieb ja, ich habe dies und das?
        Evtl gar nicht mit den Ohren sondern mit den Augen?

        Ich las nämlich, dass die Wachstumsindikatoren ISM u.s.w. beständig und schon lange Zeit weit oberhalb von 50 liegen. Und alles oberhalb von 50 bedeutet angeblich Wachstum und nicht Rückgang und schon gar kein Absaufen.

        Was ich auf jeden Fall habe, ist Humor. Den brauche ich aber auch, um drüberwegzusehen, wie Sie krampfhaft versuchen, beständig für Lächerlichkeit zu sorgen.

        • Avatar

          Lars

          2. Mai 2017 23:50 at 23:50

          @gerd
          Ich habe nichts gegen Sie persönlich oder Ihren Sinn für Humor.
          Wie Sie allerdings schreiben, deutet alles überhalb von 50 angeblich auf Wachstum hin. Wenn man den amerikanischen Sinn für statistischen Humor allerdings mit berücksichtigt, wo die Indizes gestern oder oft noch schlimmer in den letzten Monaten, Rücksetzer von 58,9 auf 52,0, von 57,2 auf 54,8, von 64,5 auf 57,5 hinnehmen mussten (bis zu 10%), stellt sich eine Frage:
          Wer versucht krampfhaft, für Lächerlichkeit zu sorgen? Ich, Ihre Wenigkeit oder die Ignoranz der Börsen?

  4. Avatar

    Pit

    2. Mai 2017 19:19 at 19:19

    Hausse ist nun mal Hausse.
    12600
    Die Bären werden geschlachtet
    hui.

  5. Avatar

    Wolfgang M.

    2. Mai 2017 19:24 at 19:24

    „Der Dax hält sich noch einigermaßen gut“, dieser Satz unseres geschätzten Kommentators Markus Fugmann verrät vieles (bei fast 12500 Punkten, bei All Time High). Das zeigt einmal mehr die bearishe Grundeinstellung des Chefredakteurs seit 500 bis 1000 Dax-Punkten. Was hatte das zur Folge? Entweder man ist seit längerer Zeit short, mit entsprechenden Verlusten oder zurückhaltend mit entgangenen Gewinnen. Natürlich wird es in Bälde eine Korrektur geben, aber wenn das erst bei Dax 13000 geschieht, was hat dann die Auswertung von x US-Daten gebracht? Da fällt mir wieder der Spruch des US-Ceo’s 2007 vor Beginn der Suprime-Krise wieder ein: „Man muss auf der Party tanzen, solange die Musik spielt, aber immer in der Nähe des Ausgangs.“ Ich bin ein bisschen enttäuscht. Gruß

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      2. Mai 2017 19:31 at 19:31

      @Wolfgang, waren Sie schon jemals nicht enttäuscht von mir?

      • Avatar

        Wolfgang M.

        2. Mai 2017 19:45 at 19:45

        Herr Fugmann, Sie machen eine unglaublich gute Research-Arbeit, mit großem Fleiß. Aber ich glaube momentan gilt einmal mehr der uralte Kostolany-Spruch: An der Börse ist 1+1 nicht 2, sondern 3-1!
        Gruß

    • Avatar

      Columbo

      2. Mai 2017 20:33 at 20:33

      @Wolfgang M.,
      „….bearishe Grundeinstellung des Chefredakteurs“.
      Ja und? Warum soll der Chefredakteur keine Grundeinstellung haben, Sie haben ja vermutlich auch eine.
      Es gibt haufenweise Finanzseiten mit allen möglichen „Grundeinstellungen“. Suchen Sie sich einfach eine aus, die zu Ihnen paßt. So ersparen Sie sich weitere Enttäuschungen.

  6. Avatar

    Robert14021984

    2. Mai 2017 21:07 at 21:07

    Das es in den USA nicht rosig ausschaut, weiß der VWL-Student aus dem 3. Semester.. warum interessiert sich eigentlich keiner mehr für China…

  7. Avatar

    Beobachter

    2. Mai 2017 21:09 at 21:09

    @Wolfgang M.u.Co. es wird langsam unerträglich wie die Hausse Herdentiere Leute kritisieren die langsam realistisch vorsichtig werden,ich nehme an ,dass einige von denen ihr ganzes Vermögen in Aktien halten UND ALLE TANZEN AM AUSGANG ! u.alle glauben,das sie am Hochpunkt herauskommen,ich frage mich ob diese Naivchen schon mal eine richtige Baisse erlebt haben ? Bitte einmal den 1987 Crash studieren !

    • Avatar

      Michael

      2. Mai 2017 23:58 at 23:58

      Sie alle tanzen am Ausgang und wissen genau, wann sie aussteigen müssen. Wie jeder Partybesucher um 04.00 Uhr morgens genau weiß, wann es zuviel ist und er sich ein Taxi rufen sollte.
      Ein Drink, ein Tablettchen, ein Näschen voll geht schon noch.
      Morgen werden wir vernünftiger..
      Spätetsens übermorgen…

    • Avatar

      Michael

      3. Mai 2017 00:21 at 00:21

      August 2015 oder Januar 2016 sprechen auch schon Bände, das waren dunkle Nächte für die Tänzer am Ausgang, die dann doch um 05 Uhr müde wurden…

    • Avatar

      Marko

      3. Mai 2017 08:51 at 08:51

      „UND ALLE TANZEN AM AUSGANG ! alle glauben,das sie am Hochpunkt herauskommen,ich frage mich ob diese Naivchen schon mal eine richtige Baisse erlebt haben ? Bitte einmal den 1987 Crash studieren !“

      Welcher Crash ? Welche Euphorie ? Sehen Sie Euphorie an den Aktienmärkten, wenn ja, wo ?

      Da funken Euch die FED und EZB gehörig dazwischen – wie heisst es, doch : Don t fight the FED ! ;)

    • Avatar

      PK

      3. Mai 2017 10:10 at 10:10

      man sollte aber auch nicht die Leute, die jetzt noch in Aktien investieren als „Naivchen“ titulieren. Mit diesen oder ähnlichen Worten werden die Bullen nämlich hier schon seit 2000 Dax Punkten bedacht.
      Ich bin lieber Herdentier, dumm, naiv und unrealistisch und mach dafür Geld.
      Und 87 war ich auch schon an der Börse tätig, kann man überhaupt nicht vergleichen.
      Daß nicht alle am Hochpunkt rauskönnen ist sicher richtig, aber wo wird der sein ?
      Hier oder vielleicht erst bei Dax 16.000 ?
      Ihr wisst doch alle schon seit 2000 Dax Punkten, daß das jetzt wirklich nahe am Hoch ist ??

  8. Avatar

    Marko

    3. Mai 2017 00:16 at 00:16

    Das ist doch nicht der Punkt :

    Der Punkt ist, der Chaot Trump wurde gewählt, nach einer kleiner
    „Schock“-Schwächephase rennt der Markt wie blöd nach oben.

    Wieso Ihr den Markus kritisiert ?!? Weiß ich nicht, ist auch egal, der Markus mag ein Bär sein, na und ?

    Dass man sagen könnte, der liebe,liebe Donald hat Glück gehabt, wegen der EZB,FED, BUFU (Konjunktur), könnte schön sein.

    So ist das eben, was der Donald kann, ist ein Selbstdarsteller zu sein.
    Gut, die Sache mit Syrien war ein „Treffer“…Manchmal findet ein blindes Huhn auch mal ein Korn… ;)

  9. Avatar

    ET

    3. Mai 2017 07:48 at 07:48

    Bei den us-autoverkäufen ist zu beachten, dass der april in diesem jahr 2 geschäftstage weniger hatte als 2016!

  10. Avatar

    Nichttänzer

    3. Mai 2017 09:34 at 09:34

    @Marko, kürzlich sagte er ,es wäre eine Katastrophe für die Aktienmärkte wenn das FED die Bilanz kürzen würde, jetzt sagt er Dont fight the Fed ! ! hat er noch nicht gemerkt ,dass der nächste Schritt eine Rückführung des immensen Gelddruckens ist? Im 100 plätzigen Tanzsaal tanzen etwa 1000 Tänzer am Ausgang, es ist ein bisschen eng. Sie werden einander zertrampeln u.bis sie aus dem Koma erwachen sind die Börsen 20% tiefer. Sie haben auch nichts gelernt aus dem Desaster als die CH Notenbank im Jan.15 die Euro Stützung aufgab, da nützen nämlich Stops u.Absicherungen nichts mehr. Aber vielleicht haben die Notenbanken Erbarmen u.die Tänzer können noch den letzten Tango tanzen!

  11. Avatar

    Hobbyanleger

    3. Mai 2017 10:15 at 10:15

    @Marko,um 00:16 sagt er DER MARKT RENNT WIE BLÖD NACH OBEN, um 8:51 sagt er,sehen Sie Euphorie an den Aktienmärkten, was der für wirres Zeug in die Welt hinauspustet, weniger Kommentare u.weniger widersprüchlich wäre besser!

    • Avatar

      Marko

      3. Mai 2017 17:54 at 17:54

      Nach „logischen Gesichtspunkten“, sollte der Markt nach der Wahl Trumps fallen, bis der Arzt kommt, oder ?

      „Jetzt rennt der Markt wie blöd nach oben“, was ist daran „falsch“ bzw. unlogisch ? Verstehen Sie Marktlogiksprech ?

      Wo sehe ich Euphorie an den Aktenmärkten ? Seltsam… ? Was der Marko für ein wirres Zeug redet…. Ich bin verwirrt…

    • Avatar

      Marko

      3. Mai 2017 18:02 at 18:02

      Aber Sie fragen sich wohl, warum reagiert der Markt „unlogisch“, das liegt wohl an der FED bzw. der EZB. – Aktien sind durch die Politik der QE-Programme (bedingt durch Lehman),derzeit, alternativlos.

      Die Märkte steigen trotz Donald Trump ! Man stelle sich mal vor, der Herr Trump wäre an die Macht gekommen zur Zeiten der Griechenlandkrise, ein Fest für die Bären… ;)

  12. Avatar

    Marko

    3. Mai 2017 17:19 at 17:19

    Natürlich ist die Rückführung der QEs (aus Bullensicht) eine super Sache, das zeigt doch, dass der Laden (endlich) läuft ohne QEs, Zinserhöhungen der FED sind positiv, für den Aktienmarkt, wenn dosiert !
    Wenn ich „Schrott“ erzähle, der schaue mal auf den Markt… Zwei Zinserhöhungen gibts noch, mindestens… mein Tipp : Juni und September zu 0,25 %.

    Die Zinserhöhungen der FED sind längst überfällig (da die Amis „vorlaufend“ sind gegen über den Europäern) – die EZB, na ja… was soll man dazu sagen, die warten wohl auf den Crasch… :D

    Oder da drauf, dass der Zinsabstand zu hoch wird, eigentlich bemerkenswert, der EUR/USD, die einen erhöhen die Zinsen, die anderen schlafen den Schlaf des Gerechten und der EUR steigt trotzdem gegenüber dem USD…

  13. Avatar

    Marko

    3. Mai 2017 17:33 at 17:33

    Und wichtig ist, das macht die FED wirklich gut, den Markt an die höheren, „normalen “ Zinsen zu „gewöhnen “ und das dosiert, klasse !

    Dass die Bären da die Blöden sind – nach dem Motto : immer feste druff auf den Aktienmarkt…
    Shorts, shorts,shorts. Rezession wir kommen, alle wollen durch die gleiche Tür, die „Drogen“ der Notenbanken sind weg, jetzt fällts… – sollte klar sein.

    Aber, ohne Euch stiegt der Laden ja auch nicht mehr, deswegen : nur weiter so ! :D

    Wer der anderen „Analysten“ hat so ein Szenario vorausgesagt, bzgl. Zinserhöhungen, letztes Jahr ?

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Aktien

Immer mehr zusätzliche Luft für die Aktienblase, Branchenrotation dank Biden

Claudio Kummerfeld

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Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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