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Marktgeflüster (Video): Wenn nicht jetzt, wann denn dann?

Wenn nicht jetzt, wann denn dann? Diese Frage muß man einerseits dem Dax stellen, andererseits dem Euro. Beim Dax ist doch auffällig, dass der Index so wenig aus den Rekordständen der vier großen US-Indizes macht. Und der Euro könnte auf die Parität fallen – wenn nicht jetzt, wann dann?

Markus Fugmann

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Markus Fugmann

Von Markus Fugmann

Wenn nicht jetzt, wann denn dann? Diese Frage muß man einerseits dem Dax stellen, andererseits dem Euro. Beim Dax ist doch auffällig, dass der Index so wenig aus den Rekordständen der vier großen US-Indizes macht. Welche Vorlage wäre denn ausreichend, dass der deutsche Leitindex endlich zumindest das Jahreshoch erreicht (geschweige denn ein Allzeithoch!). Und die Frage „wenn nicht jetzt, wann dann?“ stellt sich auch beim Euro: wenn der Euro nicht jetzt oder demnächst auf die Parität zum US-Dollar fällt, wann denn dann? Eine konträre Notenbankpolitik, immense politische Risiken in der Eurozone (zunächst das Referendum in Italien, dann Wahlen in Holland und Frankreich) etc. Wie auch immer: die US-Märkte heute wenig bewegt, aber der Dollar legt wieder stark zu..

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11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    Amadeo

    22. November 2016 19:10 at 19:10

    Lieber Herr Fugmann, was sie uns Trader hier seit Jahren freundlicherweise anbieten ist wirklich anerkennenswert. Sie erklären gut und knapp, geben uns relevante Information. Auch ihre Einschätzungen sind nachvollziehbar. Sie sind immer zuverlässig präsent, und ich lasse meinen Trading Tag seit Jahren mit ihrem Marktgeflüster ausklingen. Wir Trader sollten wirklich endlich damit anfangen ihnen Schecks zu schicken!

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      22. November 2016 19:12 at 19:12

      Vielen Dank, @Amadeo! Überweisungen gehen auch :)

      Liebe Grüsse!

    • Avatar

      Petkov

      22. November 2016 19:59 at 19:59

      Unangebracht ist der Vorschlag sicher nicht… Aber wenn die ÖR 17,50€ erpressen, was wäre uns FMW wert? Jedenfalls mache Amazon meist über FMW.de auf :-) Die eine oder andere conversion rate wird Amazon schon aufgefallen sein… Hoffe ich zumindest.

  2. Avatar

    PK

    22. November 2016 19:20 at 19:20

    gute Besserung (was den Husten betrifft) !
    Ja, die Frage der Fragen ist, ob das Italien Referendum schon zu 100% eingepreist ist. Da es noch nicht wirklich präsent in allen Medien ist, wahrscheinlich noch nicht.

  3. Avatar

    Macwoiferl

    22. November 2016 20:21 at 20:21

    Was eigentllich sagt Major Rütting zu dieser Seitwärtslage des Kapitalismus? ;-)

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      22. November 2016 22:16 at 22:16

      @Macwoiferl, ist für Major Rütting ein klares Indiz für die Stagnation des Kapitalismus :)

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    back2life

    22. November 2016 21:20 at 21:20

    Der DAX wird es bis ende des Jahres schaffen. Soeben auf CNBC Jeremy J Siegel hat Runde Zahlen vor Weihnachten benannt: DJ30 20000 würde für den SPY 2300 und für den NDX 5000 bedeuten. Wollte nicht die Bärenlaune verderben aber mit so viel Euphorie kann es ja nur gut gehen….

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    Marko

    22. November 2016 21:22 at 21:22

    Der EUR ist viel zu hoch bewertet, der EUR müsste eignentlich bei 0,8 – bis 0,9 zum USD bewertet sein.

    Was stimmt, ist, dass die Ami zu hoch bewertet sind, nebst dem Anleihenmarkt, bravo Markus.. !
    Dieses Problem sollte bald gelöst werden.
    Der Trump sollte nicht die Mauern bauen, der sollte was tun für die Infrastuktur in Amerika, das kann er…

    VG

    Marko

    • Avatar

      Mr. Jones

      23. November 2016 04:37 at 04:37

      Kann durchaus Möglich sein, der Dow Jones ist die letzten dreizehn Tage mehr als 1100 Punkte gestiegen. Eine neue heile Zeit ist angebrochen, allerdings muss noch mehr Geld geschaffen werden um den Anstieg zu rechtfertigen. Noch mehr Monopoly Geld für noch mehr Kriege, dann klappt’s.

  6. Avatar

    Marko

    22. November 2016 22:59 at 22:59

    Das Italien – Referundum ist deshalb nicht eingepreist, weil es keinen interessiert, viel interessanter wäre ein „Exit“ Deutschlands aus dem EUR….

    Danach gäbe es den EUR nicht mehr…

  7. Avatar

    Marko

    22. November 2016 23:16 at 23:16

    Und genau deshalb gibt es keinen Nord- oder Süd- EUR, es gibt nur einen EUR.
    Es gibt keinen Ital-Exit.

    Der Witz ist, dass Deutchland eigentlich der EUR ist, gezwungermaßen.

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Allgemein

EZB ebnet argumentativen Weg für lang anhaltende Rettungsmaßnahmen

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Seit der Finanzkrise 2008 veranstaltet die EZB ein Anleihekaufprogramm nach dem nächsten. Die Zinsen sinken im großen Bild gesehen immer weiter. Egal wie gut es der Konjunktur in der Eurozone zwischen 2008 und 2020 wieder ging. Die EZB druckte immer weiter Geld, kaufte immer weiter Anleihen. Länder wie Italien wurden mit EZB-Geld und immer weiter sinkenden Zinsen am Leben erhalten. Nach der Krise war vor der Krise.

Und nun, kommt nach der Coronakrise (die Impfstoffe kommen ja bald) wieder die nächste Krise, nämlich die Rettung der überschuldeten Unternehmen? Deswegen muss die EZB (wie es auch die Fed macht) zusammen mit den Regierungen der Mitgliedsstaaten immer weiter retten, retten und retten. Denn ja, wir wissen es alle. Mit gigantischen Kreditprogrammen, Zuschüssen, Kurzarbeitergeld uvm werden in Europa die Nöte der Coronakrise gemildert, und Probleme optisch versteckt. Am besten erkennt man das beim Thema Kurzarbeitergeld. In Deutschland wurde die ausgeweitete Funktion dieses Instruments erst letzten Freitag im Bundestag bis Ende 2021 verlängert – welch ein Zufall, bis zur Bundestagswahl kann die Kurzarbeit in ihrer jetzigen Form also weiterhin als neuer Dauerzustand für eigentlich arbeitslose Arbeitnehmer genutzt werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

EZB kommt mit „Nicht zu früh aufhören“-Argumentation

Aber zurück zur EZB. Die einfache wie auch clevere Aussage der EZB lautet am heutigen Montag (frei und sinngemäß zusammengefasst): „Wenn wir die Hilfen zu früh einstellen, gefährden wir den Erfolg“. Tja, und wann das Ende der Hilfen angebracht ist, das ist bei der EZB bekanntermaßen eine sehr dehnbare Ansichtssache (siehe Anleihekäufe seit 2008 bis heute – hier eine wunderschöne historische Übersicht zu dem Thema). Im Rahmen ihres heute veröffentlichten Finanzstabilitätsberichts hat die EZB auch einen einzelnen Artikel veröffentlicht, bei dem es um die „Bewertung von Schwachstellen von Unternehmen“ in der Eurozone geht.

Und die Schwachstelle scheint offenbar darin zu bestehen, dass EZB und Regierungen ihre Hilfsprogramme zu früh auslaufen lassen könnten. Man sieht die Probleme wohl auch vor allem beim Zugang zu Krediten und bei steigenden Finanzierungskosten. Die Unterstützung durch die Geldpolitik der EZB habe dazu beigetragen, die tatsächlichen Insolvenzen bisher unter Kontrolle zu halten. Staatliche Kreditgarantien und Konkursmoratorien hätten eine groß angelegte Welle Unternehmenspleiten verhindert. Aber eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen könnte gezwungen sein Konkurs anzumelden, wenn diese Maßnahmen zu früh aufgehoben werden oder die Kreditvergabebedingungen der Banken verschärft werden, so die heutige Aussage der EZB. Tatsächlich deute die historische Ko-Bewegung des Anfälligkeitsindikators mit den Unternehmensinsolvenzen und dem BIP-Wachstum darauf hin, dass sowohl die Regierungspolitik als auch die niedrigen Fremdfinanzierungskosten dazu beigetragen hätten, die Auswirkungen der Verschlechterung des Gesundheitszustands der Unternehmen auf die tatsächliche Zahl der Insolvenzen zu dämpfen – auch wenn die Auswirkungen je nach Land, Sektor und Unternehmensgröße unterschiedlich seien.

Dieser neu entwickelte Indikator mache laut EZB deutlich, dass die Anfälligkeit des Unternehmenssektors auf ein Niveau gestiegen ist, das zuletzt während der Staatsschuldenkrise im Euroraum beobachtet wurde. Finanzierungsrisiken hätten sich dank verschiedener Unterstützungsmaßnahmen bisher nicht materialisiert, aber die Anfälligkeit der Unternehmen könne weiter ansteigen und ein Niveau erreichen, das während der globalen Finanzkrise beobachtet wurde. Insbesondere wenn die zweite Welle der Pandemie die wirtschaftliche Erholung zum Stillstand bringe und das Wachstum schwächer ausfällt als prognostiziert, könnte ein frühzeitiger Ausstieg aus den Stützungsmaßnahmen schließlich zu einem deutlichen Anstieg der Unternehmenskonkurse führen, mit Auswirkungen auf die Finanzstabilität auch für die Banken im Euroraum, so die EZB.

Aus Rettung wird Dauerzustand

Tja, haben sie es auch rausgelesen? Diese Aussagen (wie auch jüngst die Warnung von Christine Lagarde vor der Rezession) bieten die perfekte Vorlage, damit KfW-Kredite, Null- und Negatzvinsen, Kurzarbeitergeld, Anleihekäufe in Billionenhöhe etc immer so weitergehen, Jahr für Jahr. Nicht denkbar? Nochmal, ich möchte erinnern an die letzten zwölf Jahre seit der Finanzkrise! Natürlich sind viele Maßnahmen sicherlich gut und richtig wie die KfW-Kredite, Zuschussprogramme etc. Aber vor allem was die EZB da anrichtet mit ihren Kaufprogrammen und abgeschafften Zinsen. Diese Maßnahmen, wenn sie jahrelang immer weiter beibehalten werden, schaffen ein Gesamtumfeld, das nicht mehr ohne zinslose Kredite leben kann, und Staaten die nicht mehr ohne negative Anleiherenditen leben können. Man gewöhnt sich an diese schöne neue Welt sehr schnell – oder besser gesagt, man hat sich längst daran gewöhnt. Ein Ende dieser Geldpolitik der EZB, ist die überhaupt noch vorstellbar bei der Schuldenexplosion bei Staaten und Unternehmen? Entweder immer so weitermachen, oder man riskiert einen großen Knall.

EZB-Grafik zur Verwundbarkeit der Unternehmen
Grafik: EZB

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Anleihen

China hält immer weniger US-Staatsanleihen – warum das kein Problem ist

Claudio Kummerfeld

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US-Flagge

China hält immer weniger US-Staatsanleihen. Laut aktueller Veröffentlichung des US-Finanzministeriums hielt China im Monat September ein Volumen von 1,061 Billionen US-Dollar. Vor genau einem Jahr waren es noch 1,102 Billionen Dollar. Der aktuelle Stand ist der niedrigste Wert seit drei Jahren. Der folgende Chart  zeigt, dass die Tendenz seitdem stetig fallend ist. Will sich da jemand unabhängig vom US-Dollar machen?

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Man kann gleich aus zwei Gründen sagen, dass diese Entwicklung für die USA als gigantischer Neuschulden-Aufnehmer kein echtes Drama darstellt. Denn die folgende Detailgrafik mit den aktuellsten Daten zeigt, dass das Volumen von US-Staatsanleihen, das durch ausländische Eigentümer gehalten wird, binnen Jahresfrist sogar gestiegen ist von 6,92 auf 7,07 Billionen Dollar.

Und zweitens kauft die US-Notenbank Federal Reserve genau wie die EZB und zahlreiche andere Notenbanken derzeit ja in gigantischem Ausmaß die Schulden des eigenen Landes auf. Nur so können die Länder in dieser Coronakrise massiv neue Schulden machen, und das auch noch mit traumhaft günstigen Konditionen. Seit Beginn der Coronakrise im März hat die Fed für 2 Billionen Dollar US-Staatsanleihen aufgekauft. Noch Mitte Februar lag die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen bei 1,57 Prozent. Jetzt sind es 0,86 Prozent.

Grafik zeigt die größten ausländischen Eigentümer von US-Staatsanleihen

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Allgemein

Logik der Transferunion: Fünf-Sterne fordern EZB zu Schuldenerlass für Italien auf

Claudio Kummerfeld

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Geld aus dem nichts von der EZB?

Die mit in der italienischen Regierung sitzende Fünf-Sterne-Bewegung hat heute in einem Blog-Eintrag die Europäische Zentralbank dazu aufgefordert, dass sie Italien einfach Schulden erlassen solle. Aber halt. Wie, was, warum? Die EZB kauft seit Jahren in Billionen-Höhe Anleihen von Euro-Mitgliedsstaaten auf, so auch die von Italien. Offiziell nicht, aber de facto werden die Regierungen von der EZB durchgefüttert (Staatsfinanzierung), mit oft nicht mehr vorhandenen Zinsen.

Und in der Coronakrise hat die EZB nochmal kräftig nachgelegt mit neuen Aufkaufprogrammen in Höhe von 1,35 Billionen Euro. So konnten die Länder in der Eurozone sich in der Coronakrise weiter kräftig verschulden, und die EZB stand als Aufkäufer am Anleihemarkt stets parat. Nun soll die EZB laut Fünf-Sterne-Bewegung Italien doch bitte diejenigen Schulden erlassen, die mit der Schuldenaufnahme für die Bewältigung der Coronakrise zu tun haben. Laut dem Blog-Eintrag gehe es um eine Summe von 140 Milliarden Euro, die bis Jahresende noch auf 200 Milliarden Euro steigen werde.

Die Fünf-Sterne-Bewegung deutet auch an, dass man sich am liebsten die Streichung aller italienischen Schulden wünscht, die von der EZB gehalten werden. Aber doch auf jeden Fall diejenigen, die mit Corona zusammenhängen. Denn das wäre leicht machbar und fair. Tja, so ist das im sozialistischen Märchenland. Man nimmt Kredite auf, die man eh nicht zurückzahlen will. Und in diesem Fall… was soll´s, die EZB gehört ja eh den Mitgliedsstaaten, also auch Italien? Daher kann man praktisch selbst Geld drucken, es an sich selbst verleihen, und dann sich selbst (über das Vehikel der EZB) die eigenen Schulden erlassen?

So einfach geht Politik im linken Märchenland, wo Geld aus dem Nichts entsteht, wo es nicht erwirtschaftet werden muss, und wo aus so einer Vorgehensweise keinerlei Probleme entstehen. Und natürlich, da kann man sich sicher sein… selbst wenn die EZB diese Forderungen gegenüber Italien wirklich streichen würde (was nicht passieren wird), dann wäre dies nicht die letzte derartige Forderung. Dann würde es heißen: Schaut her, es geht doch. Dann kann die EZB von nun an auch als Dauer-Einrichtung neue Anleihen kaufen, und danach auf die Rückzahlung der Forderungen verzichten. Dass die EZB dann selbst Verluste in Billionenhöhe anhäufen würde, welche wiederum Italien und alle anderen Eigentümer der EZB zu bezahlen hätten… egal.

Der Chefvolkswirt der Commerzbank twitterte zu dieser Forderung aus Italien vor wenigen Minuten, dass dies die politische Logik der Transferunion sei. Ja, was soll man dazu noch sagen? Erst das Geld nehmen, und dann nicht zurückzahlen wollen, weil man es sowieso nie vor hatte. Das Geld entsteht ja irgendwo im luftleeren Raum. Aus der Illusion wird eine Wirklichkeit. Wo ist also das Problem, wenn man diese Schulden einfach streicht? So einfach und angenehm ist diese linke Sichtweise auf komplexe finanzielle Zusammenhänge.

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