Folgen Sie uns
Das DAX-Signal börsentäglich, jetzt anmelden

Indizes

Markus Koch: was die Märkte von der Fed erhoffen – und über negative selbsterfüllende Psycholgie

Was nun Jerome Powell liefern muß, um ein totales Desaster an den Märkten zu verhindern..

Veröffentlicht

am

Die Märkte sind extrem nervös – der Leitindex S&P 500 fällt unter großem Volumen und bildet dabei tiefere Hochs und tiefere Tiefs aus (mehr dazu hier). Nun braucht es Rettung – und diese Rettung kann nur Jerome Powell liefern. Was erhoffen sich die Märkte? Eine Abkehr von der Formulerierung, dass weitere „graduelle Zinsanhebungen“ erfolgen würden einerseits, und die Senkung der „dots“ für 2019 von drei auf zwei (also die Erwartung der Fed für weitere Zinsanhebungen im nächsten Jahr).

Inzwischen ist die Marktpsychologie sehr negativ geworden – der Pessimismus in Sachen Konjunktur sehr groß. Aber es ist sehr schwer, ein einmal ausgebildetes psychologisches Muster wieder abzulegen – zumal die Wall Street sich noch vor kurzem im 7.Himmel wähnte, auf dem Planeten „Wir-haben-Trump-und-pfeiffen-auf-den-Rest-der-Welt“.

Interessante Anmerkungen zur aktuellen Lage an den Märkten von Markus Koch:

6 Kommentare

6 Comments

  1. GN

    18. Dezember 2018 18:08 at 18:08

    …..vielleicht bekommen wir ja morgen auch nen Weihnachtscrash…..:-)…fällig wäre er ja, denn ich wundere mich die ganze Zeit über diese merkwürdigen Abverkäufe in Zeitlupe ohne nennenswerte Dynamic…..

    Tja, da hat der Markus sich auch wieder völlig gedreht, in der Beurteilung der Märkte. Heute ist das mal eine sehr realistische Betrachtung zu diesem „toten Fleisch“, wie ich diesen Markt betrachte. Was bitte soll denn jetzt kommen, um diesen Schrott weiter zu treiben????

    Ach, ich denke jetzt die ganze Zeit an 2015, als die Chinesen sich an die FED wandten, um einen Tip zu bekommen, wie man ihre Aktienmärkte stabilisiert. Da bekamen sie von den arroganten US-Arschl***** ne fette Abfuhr. Das zeigt wieder einmal, wie gut unser altes deutsches Sprichwort – Hochmut kommt vor dem Fall – doch ist…..

    Die dümmste aller US Rallys, die ich in 25 Jahren gesehen habe hat endgültig fertig, was jetzt kommt ist lediglich ein Ritt auf „totem Fleisch“, mehr nicht….da kann ich auch nur jedem Trader zur allergrößten Vorsicht raten, denn die „guten“ Zeiten liegen klar hinter uns…

  2. Altbär

    18. Dezember 2018 19:24 at 19:24

    Kürzlich hat er noch ganz anders geredet, hat die Volatilität u.der Kursverfall der letzten Tage dem Koch in die Suppe gespuckt.Die Argumente ,die er jetzt bringt, hätte doch ein 24Std. Profi schon vor einem Monat sehen können.Es sind keine 2Monate her, da hat er noch M.Faber u.Co. als Crash Propheten kritisiert.Er ist mir zwar nicht unsympathisch, aber es gibt hundert Beispiele wo die Superprofis die Wende nie sehen (wollen ) oder sogar bestreiten. Die meisten Aktienmärkte haben schon 10 bis 25% korrigiert u.die meisten warten immer noch auf den Messias, der die wunderbare Aktienvermehrung weitertreiben könnte.
    Wenn man denkt, dass ein anerkannter Kenner der Materie wie M. Koch auf dem falschen Fuss erwischt wurde, müsste man annehmen , dass es Tausende Andere gibt, die ähnlich positioniert sind. Ich denke da besonders an die Billionen von Langfristanlagen deren Buchwerte weit unter Jahreshoch liegen.
    Gemäss eines Zeitungsberichtes ist der Skew- Index auf sehr tiefem Niveau, was heisst, dass die Anleger ganz unbesorgt in die letzte Baisse gelaufen sind.Ein Grund ist sicher, dass eben Alle die fast obligatorische
    Jahresendrally erwarteten.Wenn jetzt sogar M.Koch bärisch wird, könnte das heissen, dass die Börsenwelt
    erst am Anfang der Korrektur steht.

  3. Wolfgang M.

    18. Dezember 2018 19:38 at 19:38

    Ein ungewohnt skeptischer Markus Koch hat sehr wichtige Punkte angesprochen, die das Dilemma an der Wall Street schön umreißen.
    Wenn eine Steuerreform mit einem derartig gigantischen Volumen, Gewinnsteigerungen der Unternehmen von 20% und mehr über vier Quartale, Steueramnestie für Auslandsvermögen und Aktienrückkäufe in Höhe von fast einer Billion Dollar nur zu einem Kursanstieg von 8% führen und die Performance nicht einmal bis zum Jahresende gehalten werden kann – was ist da los?
    Aus meiner Sicht wird die These der „ökonomischen Vernunft“ bekräftigt, die besagt, wie unsinnig es ist, auf eine, stark auf Niedrigzinsen/allgemeiner Verschuldung basierten Langzeitkonjunktur nach über 8 Jahren noch eine Steuerreform zu setzen. Eine Reform zur Unzeit.
    Die Märkte realisieren die schwindenden Wirkungen und, natürlich auch durch Zinsanhebungen, Bilanzrückführungen und einem Handelskrieg gegen die halbe Welt verunsicherte Weltwirtschaft verstärkt, das nahe Ende eines Zyklus.
    Eigentlich ein ganz normales Verhalten nach einem Aufschwung.
    Das so genannte wirtschaftliche „Reappraisal“ geschieht jetzt vermutlich umso heftiger. Auch wenn es, wie in meinem letzten Wochenkommentar angedeuteten Strategie-Schwenk von Trump und Powell beim Abgleiten der Indizes in den Bärenmarkt, noch zu einer temporären Entlastung kommen kann.
    Interessant und zugleich unberechenbar ist die ausgelöste „psychologische“ Lawine, die einmal mehr für eine Vollbremsung sorgen wird und die wieder erneut von Volkswirten und Analysten systemimmanent in Zeitpunkt und Ausmaß unterschätzt wird.
    Eine wirtschaftliche Lebenserfahrung, die zugleich verschreckt: Rezessionen werden von Leuten, die beruflich mit diesem Phänomen befasst sind, grundsätzlich nicht rechtzeitig vorausgesehen.
    Märkte erinnern mich in bestimmten (allerdings nicht allzu häufigen) Phasen an die Stampede in alten US-Western. Auch hier bedarf es genügend „Rindviechern“ – sorry, aber der Vergleich ist einfach zu anschaulich.

  4. pigeon

    19. Dezember 2018 07:23 at 07:23

    „Predictions are difficult to make, especially concerning the future.“
    Hat mal irgendwer schlaues gesagt.

    Der am besten performende Aktienmarkt für ein paar Jahre war der von Venezuela. Davor der von Simbabwe. Natürlich nur in deren Lokalwährung. Diesmal heißt die Lokalwährung der US Dollar. Das will heißen, dass selbst wenn man die wirtschaftlichen Zusammenhänge richtig analysiert, man daraus keine Voraussage über die Entwicklung von Preisen mit Bestimmtheit ableiten sollte. Die Fed kann den Bärenmarkt jederzeit beenden, wenn sie will. Manche sagen, die Notenbanken hätten ihr Pulver schon verschossen, aber ich würde sagen, die Erfahrung Japans zeigt, dass da noch viel Luft ist.
    Solange latenter Deflationsdruck vorhanden ist, kann sie das sogar ohne Inflationsrisiko machen. Und der ist ja durchaus vorhanden, wie man an den jüngsten Entwicklungen der US Immobilienpreise und dem Ölpreis ablesen kann. Die große Inflation steht vermutlich nicht vor der Tür, jedenfalls nicht, wenn die erwartete Konjunkturabkühlung kommt.

    Trump kann jederzeit mit dem Handelskrieg aufhören, wenn er will.

    Die Briten können in der EU bleiben, wenn sie wollen.

    Die EZB kann den Italienern die faulen Kredite abnehmen, wenn sie will. (Sage keiner, das verstoße gegen irgendwelche Regeln. Diese Regeln wurde von Anfang an dazu gemacht, gebrochen zu werden.)

    Welche Entscheidungen letztlich getroffen werden, kann man schwer vorhersagen. Ich denke aber, dass am Ende keiner freiwillig Selbstmord begeht. Die Bären hoffen irgendwie darauf, dass die Politik tatenlos zusehen wird, wie ihr die Märkte um die Ohren fliegen. Ich würde sagen, die Erfahrung zeigt, dass das eher nicht passieren wird. Irgendwas wird unternommen werden, ich weiß nur nicht, was.

    • Columbo

      19. Dezember 2018 08:56 at 08:56

      …in der Tat hört man zuletzt nicht mehr viel vom Handelskrieg, GB entfernt sich immer weiter vom Brexit(neues Referendum scheint sich durchzusetzen) und der Konflikt Italien-EU hat sich beruhigt.
      Kein Brexit, kein Handelskrieg, keine Zinsen, ein gefährlicher Mix für Bären.

  5. Bondkenner 007

    19. Dezember 2018 10:25 at 10:25

    @ Pigeon, Gemäss ihrer Auffassung hat die Notenbank also ein Mandat, den Wirtschafts u. Börsenzyklus erstmalig in der Geschichte für ewig zu verlängern , nur weil man nach 700 % Kursgewinn ungern tiefere Kurse hätte.Das Beispiel mit Japan ist wohl das allerschlechteste ,das sie nennen konnten, hat doch der Nikkei nach der Blase 1989 über 80% verloren u.hat seither nur etwa 60 % zurückgewonnen.
    Den Ölpreis können die Amis mit einigen abhängigen Ölmogulen noch steuern, ( wie man eben erfährt)
    aber die Unternehmensanleihen u. Börsenkurse können langfristig nicht auf unreellen Werten gehalten werden.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Geht von Deutschland der nächste Crash aus? Marktgeflüster (Video)

Die katastrophalen Einkaufsmanagerdaten der deutschen Industrie haben eine Schockwelle durch die globalen Finanzmärkte gejagt..

Veröffentlicht

am

Die katastrophalen Einkaufsmanagerdaten der deutschen Industrie haben eine Schockwelle durch die globalen Finanzmärkte gejagt. Vor allem die Anleihemärkte reagieren heftig: die Rendite der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe wird erstmals seit dem Jahr 2016 negativ, an den US-Anleihemärkten invertiert die 3-monatige US-Anlleihe mit der 10-jährigen US-Anleihe – das gab es zuletzt im Jahr 2007 kurz vor der Finanzkrise und war in der Geschichte immer gefolgt von einer Rezession. Warum? Weil sich die Kreditvergabe für die Banken nicht mehr lohnt (in den USA vor allem Aktien regionaler Banken unter Druck, die anders als die US-Großbanken keine Alternativen zum Kreditgeschäft haben). Vor allem US-Firmwen sind hoch verschuldet und müssen in den nächsten zwei Jahren zwei Billionen Dollar refinanzieren – und das dürfte sehr schwierig werden!

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

weiterlesen

Indizes

Chris Zwermann über die mittelfristigen Aussichten für die Aktienmärkte

Veröffentlicht

am

Der „alte Hase“ Chris Zwermann blickt auf die mittelfristigen Charts des Dax, des S&P 500, des Nasdaq 100 – aber auch auf Indizes der Emerging Markets wie den brasilianischen Bovespa (der ein neues Allzeithoch erreicht hat nach der Machtübernahme von Bolsanero) sowie auf den indischen Sensex.

Das Video samm von vorgestern (also vor der Fed-Sitzung), aber die mittelfrsitigen Perspektiven, die Zwermann entwirft, bleiben dennoch aussagekräftig:


Foto: Deutsche Börse AG

weiterlesen

Indizes

Nicht nur der Exportmotor in Deutschland stottert – jetzt schwächelt auch noch das Fusionsgeschäft

Veröffentlicht

am

Wenn die Bedingungen für die Wirtschaft unsicher werden, tritt ein Mechanismus auf, den man auf neudeutsch Attentismus nennt. Abwarten, bis sich die Verhältnisse klären, was für die großen Konzerne bedeutet, dass man sich erst mal mit Investitionsentscheidungen zurückhält, bis man über die Rahmenbedingungen Klarheit hat. Damit sind derzeit in erster Linie Zölle oder gesetzliche Rahmenbedingungen zu nennen. Jetzt wird, nach ersten Zahlen, aber auch eine Branche erfasst, die vor Jahresfrist noch richtig geboomt hat – das Geschäft mit Übernahmen und Fusionen (M&A).

Der Boom ist zu Ende

Nach Jahren des Booms soll es 2019 einen Rückgang von bis zu 20% im Bereich von Fusionen und Übernahmen in Deutschland geben. Dabei setzte bei der Spitzendisziplin des Investmentbankings (M&A) im ersten Quartal bereits ein Schrumpfen von 67 % bei den Ankündigungen ein, wie der Finanzdatenanbieter Refinitiv ausgerechnet hat. Im ersten Quartal 2018 hatte es noch einen richtigen Rausch auf diesem Gebiet gegeben.

Und wen erschwischt es dabei besonders? Dreimal dürfen Sie raten, richtig, die Deutsche Bank. Den deutschen Branchenprimus traf es im ersten Quartal besonders deutlich. Das Geldhaus erscheint bei Refinitiv nicht mehr unter den ersten zehn Topadressen bei Fusionen und Übernahmen in Deutschland, in früheren Zeiten eine Unmöglichkeit. Man glaube zwar im Gesamtjahr wieder zulegen zu können, gerade nach einer Fusion mit der Commerzbank. Aber…..?

Auch das Geschäft mit Börsengängen (IPOs) ist im ersten Quartal richtiggehend eingeschlafen. Das Geschäft mit Aktienemissionen brach laut Refinitiv um 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Zuletzt hatte Volkswagen den Börsengang seiner Nutzfahrzeugsparte unter dem Namen Traton abgesagt.

Der Leiter des Bereichs Börsengänge bei EY, Martin Steinbach, fasste es so zusammen: „Eine Mischung aus Konjunktursorgen, Handelskonflikten und politischen Unsicherheiten wie dem Brexit hat viele Börsenkandidaten dazu veranlasst, zunächst abzuwarten und zu schauen, ob sich in den Folgequartalen wieder IPO-Fenster öffnen“.

Attentismus eben.

 

Die Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Thomas Wolf (Der Wolf im Wald) CC BY-SA 3.0

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen