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Markus Krall: Notenbank-Monopol beenden – Konkurrenz um bestes Geld

Claudio Kummerfeld

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Markus Krall kritisiert die Geldmonopole der Notenbanken wie Fed und EZB

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Erst vor wenigen Tagen besprach er mit Marc Friedrich Punkt für Punkt wichtige Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen (hier zu finden). Aktuell nimmt er die Notenbanken ins Visier!

Markus Krall über das Monopol der Notenbanken

Markus Krall fordert, dass die Monopole der Notenbanken abgeschafft werden sollten. Sie sollten mit privaten Anbietern um das beste Geld konkurrieren. Würden Sie das beste Produkt anbieten, würde sich eben auch das Zentralbankgeld am Markt durchsetzen. Wenn es eine staatliche Notenbank gebe, müsse sie einem Goldstandard folgen. Private Anbieter sollten die Möglichkeit haben eigenes Geld anzubieten. Es gehe um die Konkurrenz für das beste Geld, so Markus Krall.

Interessant sind auch die Ausführungen von Markus Krall im aktuellen Video über die Entstehung der US-Notenbank Federal Reserve. Er trennt hier klar zwischen falschen Mythen der angeblich „im Privatbesitz“ befindlichen Fed, und tatsächlichen Kritikpunkten. Problematisch sei das Zusammenspiel von Fed, Politik, großen Geschäftsbanken und einem Personalkarussell.

Verzerrungen

Im Video bespricht Markus Krall auch über Verzerrungen des Marktes und die nicht marktwirtschaftlich ausgerichteten Politik von Notenbanken. Die EZB sei von Anfang an eine Notenbank gewesen, die dabei sei Geld zu drucken um der Politik zu helfen. Dies erkenne man zum Beispiel daran, dass die EZB in gerade mal 20 Jahren doppelt so viel Zentralbankgeld (in Relation zum BIP) gedruckt habe wie die Fed in 120 Jahren.

Der Zins sei der wichtigste Preis einer Volkswirtschaft. Seine Verzerrung sorge für falsche Investitionsentscheidungen. Durch die Manipulationen der EZB werden laut Markus Krall alle Arten von falschen Signalen in die Märkte gegeben. Exemplarisch erwähnt er hierbei, dass die Renditen für italienische Staatsanleihen (siehe hier) deutlich niedriger sind als die für US-Staatsanleihen. Daraus müsste man (so unsere Anmerkung) natürlich schlussfolgern, dass Italien als Schuldner richtig gut da steht, und kaum bis gar kein Risiko eines Rückzahlungsausfalls besteht.

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6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Übelkeit

    14. Dezember 2020 16:30 at 16:30

    „Daraus müsste man (so unsere Anmerkung) natürlich schlussfolgern, dass Italien als Schuldner richtig gut da steht, und kaum bis gar kein Risiko eines Rückzahlungsausfalls besteht.“

    Solange Italien Bestandteil der Währungsunion ist, solange ist das auch korrekt. Man rechnet ja auch nicht Detroid aus den USA raus. Die USA sind bankrott nicht die EU als große Gemeinschaft, auch wenn der EURO große Ungleichgewichte innerhalb der Währungsunion aufbaut. Es ist der Dollar der gegenüber dem Euro abwerten wird.

  2. Avatar

    Columbo

    14. Dezember 2020 17:38 at 17:38

    Der Staat Italien ist vielleicht pleite, aber nicht die Italiener. Die stehen mit ihrem Privatvermögen besser da, als viele andere. Unter anderem weil sie weniger Geld auf Girokonten und Sparbüchern verschimmeln lassen.
    Vermögenssteuern, die ohnehin auf alle EU-Bürger zukommen, werden den Italienern weniger Probleme machen.

  3. Avatar

    Gröni

    14. Dezember 2020 18:53 at 18:53

    @ Übelkeit

    Bin da voll Ihrer Meinung. Bei Krall bin ich mir nicht sicher, ob er bewusst (als Goldverkäufer-Ceo) oder unbewusst (das wäre fast schlimmer) soviel Schmarn liefert. Der müsste mal mit Fugi diskutieren. Fugi würde ihm den Zahn schon ziehen wenn’s um „richtiges“ Finanzmarktweltwissen geht….

  4. Avatar

    leftutti

    14. Dezember 2020 23:44 at 23:44

    Dies erkenne man zum Beispiel daran, dass die EZB in gerade mal 20 Jahren doppelt so viel Zentralbankgeld (in Relation zum BIP) gedruckt habe wie die Fed in 120 Jahren.

    Ein wirklich seriöser Vergleich, wie nur Herr Krall ihn an die Oberfläche schwurbeln konnte. Gibt es doch die EZB ebenso wie die FED bereits seit einigen Jahrhunderten 🙈

    Interessant für den nicht-zeitreisenden Spekulanten wäre dennoch ein statistisch valider Vergleich für einen einigermaßen gültigen Vergleichszeitraum. Oder der Vergleich von 1900 (FED vor 120 Jahren) bis 1987 (ein Jahr vor Gründung der EZB).

  5. Avatar

    leftutti

    15. Dezember 2020 00:31 at 00:31

    @Columbo,
    da sind wir genau in medias res. Die Italiener sind eines der reichsten Völker Europas, was die Vermögen betrifft. Was laufende Zahlungen, Verpflichtungen, Steuern, Realwirtschaft angeht, da drücken sie sich lieber, dann lieber doch dolce vita. Neustart alle 5 Jahre, Steueramnestie, Steuererlass, condono tombale.

    Das geht aber dauerhaft und glaubhaft nicht in einer Interessengemeinschaft.

    Soviel zum ethischen Teil, den ich als FMW-Moralapostel alleine zum Zwecke der Glaubwürdigkeit für meine Fans und Follower 🥴 👎 anbringen muss.

    Zum Staat Italien, der war schon pleite, bevor er den EU-Vertrag unterschrieben hatte. Der war angeblich schon immer pleite, und lebt noch immer. Ein Dauer-Zombie, lange bevor dieser dämliche amerikanische Begriff Einzug in die kultivierte Sprache seriöser Analysten und Ökonomen fand.

    Die Italiener schaffen das, auch wenn es viel Schmerzen, Umbau, Umdenken und internationale Solidarität bedeutet. Oder sind sie so dämlich und peinlich wie die Briten?
    Was denkst du?

  6. Avatar

    Columbo

    15. Dezember 2020 11:40 at 11:40

    @Leftutti

    Die Italiener sind eines der reichsten Völker Europas und zugleich pleite? Was stimmt da nicht?
    Zu wenig Zahlungsmoral und zuviel Dolce Vita?
    Wenn irgendwann der Zahltag kommt, werden auch sie zahlen müssen. Aus ihrem Privatvermögen, aber mit dem stehen sie ja gar nicht so schlecht da. Es wird sie nicht umhauen.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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