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Markus Krall-Szenario von Zinskollaps und Kreditkontraktion früher als gedacht?

Claudio Kummerfeld

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am

Bankentürme in Frankfurt - hat Markus Krall recht?

Markus Krall ist seit geraumer Zeit in aller Munde. Durch seinen Job als Degussa-Chef und Buchautor erfährt er zunehmend Aufmerksamkeit. Von zahlreichen Medien wird er zunehmend in die rechte Ecke gestellt, weil er zum Beispiel dafür eintritt, dass jeder geistig gesunde Bürger das Recht haben solle Waffen zu tragen. Auch erhält Markus Krall derzeit mehr Aufmerksamkeit, weil jüngst bekannt wurde, dass ihm die Roland Baader-Auszeichnung verliehen wird (hier mehr Details). Wir konzentrieren uns, wenn wir Markus Krall besprechen, stets nur auf seine Theorien zum angeblich bevorstehenden Zusammenbruch des Finanzsystems. So auch heute.

Die Crash-Theorie von Markus Krall

Warum wir die Theorie von Markus Krall immer wieder besprechen? Wo er doch von diversen Leitmedien als einer der „Crash-Propheten“ in die Clown-Ecke gestellt wird, da ist es doch nicht mehr angebracht sich mit seinen Aussagen zu beschäftigen? Ohhh doch, so meinen wir. Auch wir wissen nicht, ob seine Theorie wirklich letztlich so eintreten wird. (Buch: Verzockte Freiheit: Wie die Hybris unserer Eliten die Zukunft unseres Kontinents verspielt) Aber niemand hat die derzeitige Lage des Bankensystems und die mögliche Entwicklung der nächsten Quartale so konkret beschrieben und mit Daten unterlegt wie Markus Krall – und er kommt aus der Branche! Daher ist es immer wieder interessant zu sehen, ob die Lage sich so entwickelt, wie von ihm beschrieben.

Und nochmal: Wir bei FMW maßen uns nicht an zu beurteilen, ob er recht hat. Wir können nur begleiten, ob die Lage so verläuft wie Markus Krall es prognostiziert, oder eben auch nicht. Und die letzten Wochen und Monate geben seiner Theorie bisher recht. Sie besagt nämlich, dass die Zinsmarge für die Banken immer weiter abschmilzt. Einmal durch immer weitere Zinssenkungen der Notenbanken, aber gleichzeitig auch durch den immer größer werdenden Wettbewerb der Banken untereinander, die immer mehr Einlagen-Überschüsse als Kredite herausreichen müssen – und daher auch ganz ohne Notenbanken gezwungen sind ihre Zinsangebote immer tiefer anzusetzen (Prinzip Angebot und Nachfrage).

Laut Markus Krall werden durch immer weniger Zinserträge die letztlichen Verluste der Banken immer weiter zunehmen, weil sie ihre Kosten nicht im selben Tempo abbauen können, wie die Zinserträge abschmelzen. Das führe zu sinkendem Eigenkapital, weshalb die Banken die Kreditvergabe reduzieren müssten (Kreditkontraktion). Darauf folge eine große Abwärtsspirale für die gesamt Volkswirtschaft (hier ein ausführliches Video seiner Prognosen). Ende 2020 oder Anfang 2021 sei es soweit. Wann ganz genau diese Kreditkontraktion eintreten werde, könne auch er nicht abschätzen, so Markus Krall. Aber durch bestimmte Ereignisse könne das auch früher eintreten. (Buch von Max Otte: Weltsystemcrash: Krisen, Unruhen und die Geburt einer neuen Weltordnung)

Und was sah man zuletzt? Der Ostdeutsche Sparkassenverband beschwerte sich jüngst darüber, dass zwar das Geschäftsvolumen steige, aber dass der Gewinn der Banken weiter schrumpfe – eben weil die strukturellen Zinserträge sinken! Zusätzliches Geschäftsvolumen könne nur noch die Geschwindigkeit der Ertragsrückgänge bremsen, sie aber nicht aufhalten. Genau das hat Markus Krall vorhergesehen! Auch der Sparkassenverband Westfalen-Lippe beschwerte sich vor Kurzem über die sinkenden Zinsüberschüsse, während das Geschäftsvolumen zunehme.

Zieht das Coronavirus die Ereignis-Spirale des Markus Krall vor?

Ist das Coronavirus genau der Auslöser, der das von Markus Krall beschriebene Ereignis der Kreditkontraktion vorzieht? Denn man sah gestern, dass ein Dienstleister für Baufinanzierungen ein neues Allzeittief für Bauzinsen vermeldete – und das noch, bevor die EZB überhaupt eine eigene neue Zinssenkung verkündet hat. Tut sie dies, sinken die Zinsen für die Bankkunden ja noch weiter in den Keller, und dank dem immer größeren Wettbewerb erodieren die Zinserträge der Banken somit noch schneller. Die Fed und die australische Notenbank haben gestern die Zinsen gesenkt. Heute um 16 Uhr wird wohl die kanadische Notenbank auch nachziehen auf dem Weg nach unten? Und die EZB wird in Kürze wohl mitmachen? Das Coronavirus könnte der Auslöser sein, dass die Theorie von Markus Krall (sinkende Zinsmargen, sinkendes Eigenkapital der Banken, Kreditkontraktion) schneller eintritt als gedacht, also noch vor Ende 2020? Ob es letztlich wirklich so kommt, wird man sehen. Wir werden weiterhin begleitend berichten.

28 Kommentare

28 Comments

  1. Pingback: Markus Krall-Szenario von Zinskollaps und Kreditkontraktion früher als gedacht? – Unser Geld- und Zinssystem

  2. Avatar

    Frank

    4. März 2020 10:48 at 10:48

    „Von zahlreichen Medien wird er zunehmend in die rechte Ecke gestellt, weil er zum Beispiel dafür eintritt, dass jeder geistig gesunde Bürger das Recht haben solle Waffen zu tragen.“

    Das typische Verhaltensmuster der Mainstream Medien: da wird jemand im / dem System unbequem und nennt die Probleme beim Namen, kann die bevorstehenden Konsequenzen auch noch mit Zahlen, Daten Fakten darstellen: so jemand muss selbstverständlich der rechten Ecke angehören. Die Tatsache, dass er mit einer Türkin verheiratet ist, muss unbeachtet bleiben… Was kotzen mich die Medien mittlerweile an.

    Markus Krall ist in meinen Augen einer der fähigsten Menschen auf diesem Planeten. Allein seine Rhetorik ist von erstaunlichem Ausmaß. Zeitgleich erläutert er die schwierigsten Themen auf eine Art und Weise, die absolut alles und jeder versteht. Und er selbst betont ja auch immer wieder, dass er den konkreten Zeitraum des Crashbeginns nicht nennen kann sondern nur eine Wahrscheinlichkeit anhand der ihm vorliegenden Daten und Fakten errechnen kann. Ich selbst erwische mich immer wieder dabei, dass ich mir ältere Vorträge von ihm ansehe, um zu überprüfen, ob die von ihm prognostizierten Ereignisse eingetroffen sind. Und die Trefferquote ist erstaunlich genau. Von daher kann ich immer wieder nur dazu raten, sich ein eigenes Bild von ihm zu machen und seinen Vorträgen genau zuzuhören bzw. sich entsprechend darauf vorzubereiten, was uns bevorsteht. Und sollte es nicht eintreten, halte ich es wie Markus Krall: ich öffne eine riesige Flasche Schampus. Aller Voraussicht nach muss ich diese aber wohl nicht kalt stellen.

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      Hesterbär

      4. März 2020 11:52 at 11:52

      @Frank
      Ihr Kommentar steht völlig im Einklang mit meiner Betrachtung. Ich kenne niemand, der Markus Krall das Wasser reichen könnte.

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      Waffennarr

      4. März 2020 18:06 at 18:06

      @Frank, „…dass jeder geistig gesunde Bürger das Recht haben solle Waffen zu tragen … Allein seine Rhetorik ist von erstaunlichem Ausmaß. Zeitgleich erläutert er die schwierigsten Themen auf eine Art und Weise, die absolut alles und jeder versteht“.

      Perfekter kann Rechtspopulismus kaum beschrieben werden. Wer definiert denn, was geistig gesund ist? Wozu braucht jeder geistig gesunde Bürger Waffen, wenn man sie den Geisteskranken im Umkehrschluss ohnehin verwehrt?

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        Frank

        5. März 2020 06:52 at 06:52

        @Waffennarr: Ich finde es erstaunlich, dass Sie Markus Krall auf diese eine Aussage beschränken und alle anderen Analysen komplett außen vor lassen. Aber sei es drum.
        „Perfekter kann Rechtspopulismus kaum beschrieben werden“: bitte erläutern Sie mir das näher, wir haben scheinbar unterschiedliche Auffassungen zum Begriff „Rechtspopulismus“.

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          Waffennarr

          5. März 2020 22:03 at 22:03

          @Frank: Eine Rhetorik von erstaunlichem Ausmaß, mittels derer alle und jeder absolut alles verstehen. Geistig gesund, Waffen für jeden, das ist für mich Rechtspopulismus.

          Erst kürzlich bestätigt durch die Alternativen in Deutschland:
          Geistig gesunde Menschen, schließt er danach an, würden hingegen auf Missstände reagieren, indem sie die AfD wählen.
          https://www.n-tv.de/politik/Ja-Hanau-war-schlimm-aber–article21621836.html

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    asisi1

    4. März 2020 11:33 at 11:33

    Der große Fehler wurde vor zehn Jahren gemacht. Damals hätte man die Bänkster aburteilen müssen und für ihre Verfehlungen haftbar machen müssen. Da wir aber in der Politik und Justiz nur komplette Versager sitzen haben, wurde dem Bankensektor weiter ermöglicht sein kriminelles Verhalten auszubauen! To Big to fail, ist so ein idiotischer Spruch um sich zu rechtfertigen!

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      globalvoterorg

      4. März 2020 15:12 at 15:12

      Es ist viel, viel schlimmer! Wir haben vor 20x Jahren die Demokratie für tot erklärt und sind deswegen totgeschwiegen worden! Erst jetzt, wird, auch, Anderen klar, die Demokratie ist eine Illusion! Sie ist nie, dazu, gedacht gewesen, das Volk etwas entscheiden zu lassen!
      Die Politschauspieler/Parteien sind nichts weiter, als die Spiegelung der Gaus´schen Verteilungskure der Bürger. Sie wurden dumm und arm gehalten! DESHALB, etwas intelligentes von der Politik zu erwarten, ist sinnentfremdet. Die Bankster, wiederum, sind nichts anderes als HilfsTruppen (Ausführungsorgane) der Finanzkrake (FED/EZB/BIZ). Auch Dr. Krall will dazu, so recht, keine Stellung nehmen! Diese „Dominanz“ (Inhaber der Lizenz zum US$ Drucken) ist KEINE Wohltätigkeitsinstitution! Die Brutalität und Menschenfeindlichkeit dieses „Geschäftsmodells“ FIAT Money (ohne, jedwede, reale Wertunterlegung) wird jetzt, allseits erkannt!? Vielleicht!?
      Wenn, aber die geplante „Virtuelle DiktaturTotal“ anläuft (Corona Virus, z.B.) ist es zu spät! Aus die Maus! Wer zu spät kommt, bestraft das Leben.
      Ergo, haben wir mitnichten eine Banken-, noch eine Wirtschafts-, noch eine monetäre Krise, sondern, eine MachtKrise der Finanzeliten, weil, das System einen Geburtsfehler hat: Die Exponentialität des ZinsesZins. Das System MUSS implodieren. Diese Gleichung hat keiner auf dem Schirm und deshalb gibt es auch kein Entrinnen. „Das Weltall und die Dummheit der Menschen sind endlos. Beim Weltall habe ich, da, meine Zweifel!“ (Einstein)

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        Lausi

        4. März 2020 19:11 at 19:11

        Das Problem mit der Exponentialität des ZinsesZins erklärt auch Herr Prof. Senf sehr gut, der wohl einer der ersten war, der auf diese Problematik aufmerksam gemacht hat. Zuerst dachte ich sein Name wäre ein Witz (seinen Senf dazugeben), und dann noch seine kauzige Erscheinung, aber der Spezi ist besser als man nach einem ersten Eindruck denken sollte. Einfach mal googeln.

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          Andreas. M.

          4. März 2020 21:31 at 21:31

          @Lausi, bei Prof. Bernd Senf habe ich über genau diese Thema 2 Semester belegt. Ich kann dir sagen, dass er damals (1996) von anderen Profs als Halbintellektueller betitelt wurde. Es stimmt, der Zinseszinseffekt stürzt unser Papiergeldsystem zwangsläufig in den Abgrund. Es geht nicht anders und ist nur eine Frage der Zeit. Wir sind nun im Endspiel!

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    Jochen

    4. März 2020 11:41 at 11:41

    Sie schreiben, die Mainstream-Medien würden Sie „ankotzen“. Die Medien sind neutrale Apparate, die Schreiberlinge darin sind es jedoch, die sie am Leben erhalten. An einem Leben, das sie schon lange nicht mehr verdienen. Man müßte diese Schreiberlinge angreifen, nicht die Apparate. Das geschieht einfach nicht! Und das ist der große Fehler aller „Alternativen“. Ihr geht viel zu soft mit diesen verantwortungslosen Individuen um. Nehmt sie euch doch endlich mal zur Brust. Fangt z.B. mal an mit dcem CEO des Springer Verlages, dem Herrn Döpfner, der gelegentlich schöne liberale Reden hielt, aber niemals auch nur einen der Übeltäter aus dem Verlag rausgeworfen hat. Also lieferte er bloß Geschwätz ab, ohne Taten folgen zu lassen.
    Unsere Kritik muß „personalisiert“ werden und nicht nur die Angebote des Marktes. Das sind wir unserem Land und seinem Grundgesetz schuldig, wenn es das BVG schon lange nicht mehr schafft ==> eingesetzt vom Parteienapparat und dessen Apparatschiks.

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    7454824139678

    4. März 2020 12:08 at 12:08

    Das Problem bei Herrn Krall ist, er denkt im bestehenden, reglementierten System. Nur, wer behauptet denn, dass die Regeln z.B. Eigenkapital bei den Banken weiterhin so bestehen wie bisher? Wer legt die Gesetze fest, die Legislative und Gesetze können geändert werden. Vielleicht dürfen Banken zukünftig auch mit negativem Eigenkapital arbeiten oder die EZB kapitalisiert die Banken wieder neu mit Eigenkapital ohne Gegenleistung, Stichwort Helikoptergeld, oder …

    Ein verzinstes Schuldgeldsystem, bei dem Privatbanken Giralgeld bei jeder Kreditvergabe aus der Luft erzeugen können, ist früher oder später immer zum Scheitern verurteilt, aber meine Ansicht nicht in den nächsten Jahren.

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    Marcus

    4. März 2020 12:38 at 12:38

    Das ist durchaus möglich das der Coronavirus die ganze Entwicklung schlicht und ergreifend beschleunigt. Langfristig ist nicht das Virus das Problem, sondern dass was dadurch ausgelöst wird. Oder wie einige andere schon formulierten: Das Coronavirus ist die Nadel welche die Blase ansticht.

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    isntit

    4. März 2020 12:38 at 12:38

    Ich finde Markus Kralls Analysen des Finanzsystems und daraus folgende Prognosen ganz pausibel. Aber sonst? Oh je …
    In die rechte Ecke hat er sich schon selbst gestellt, da muss wirklich niemand nachhelfen. Er tritt bei der AfD auf, predigt hemmungslosen Marktradikalismus, sieht überall sozialistische Umtriebe (auch bei Merkel und Co, haha) und verteufelt jede Art von staatlicher Kontrolle. Vom Thema Waffen und menschengemachter Klimawandel ganz zu schweigen.
    Man sollte also seine Warnungen das Finanzsystem betreffend ernst nehmen, aber seine Person nicht so hypen. Es ist ja oft so, dass Mathematik-/Finanzgenies ansonsten ziemlich wirr im Kopf sind.

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      Dr. Knall

      4. März 2020 23:23 at 23:23

      @Isntit
      Bin ganz bei Ihnen: Herr Krall singt, brüllt und spuckt auf dem Hambacher Festen gemeinsam mit Max Otte rechtsradikales Gedankengut von sich.

      Er polarisiert und mobilisiert die Massen, einem amerikanischen Spitzenpolitiker gleich.
      „Gesunder Menschenverstand ist nicht rechts, aber die Unfreiheit ist links!“, sagt Krall. „Es gibt keinen demokratischen Sozialismus!“ (Interessante Wortwahl: Ob soziale Demokratie möglich ist, lässt er offen, schlimmer noch, er konterkariert und pervertiert).
      Die Zuschauer johlen. Dann geht es mit Krall etwas durch: „Dieser Stahl der Freiheitsliebe wurde nicht im Lotterbett des Konsums geschmiedet!“

      Ein Stahl der Freiheitsliebe, ein Lotterbett, nun ja. Mag aufschlussreich für Herrn Prof. Kralls Schlafzimmerfantasien sein. Will keiner wissen. Was er am Ende sagen wollte: Fuck You Greta, fuck Climate Change, fuck the Future.

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    franko33

    4. März 2020 12:48 at 12:48

    Leider haben wir in den Mininsterien keine Leute,die „vom Fach“ kommen und wie
    auch hier häufig erwähnt: vorgestern Familienminister(in) – hätte in dem Fall
    auch aufgrund der eigenen familieren Situation noch ansatzweise Kompetenz – gestern
    Verteidigungs (eher Kriegsminister(in) – heute (Hinterzimmer) „gewählte“ EU -Kommisions-
    präsidentin ! Wie bitte ??
    Eine Person wie Dr Markus Krall z.b.als Finanzminister unter einer real demokratischen
    Regierungsform wäre natürlich ein Idealfall – leider „schläft“ zur Zeit immer noch
    die Mitte unserer Gesellschaft und wird wohl erst aktiv,wenn alles eher schon zu spät
    ist.
    Auch ich habe Probleme mit dem freien Waffentragen,dennoch sollte eine gesunde Demokratie
    zumindest den gesicherten Waffenbesitz zu Hause möglich machen und ein Verbot vom Tragen
    der Waffe in der Öffentlichkeit unter Strafe/Entzug der Waffenlizenz stellen.
    Denn leider scheint mittlereweile unsere Exekutive nicht mehr in der Lage zu sein,
    gerade durch gezielte Einsparungen über Jahre den Schutz der Öffentlichkeit zu
    gewährleisten.Leider u.a. eins von vielen Problemen unserer erodierenden Demokratie.

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    O.Lippert

    4. März 2020 12:54 at 12:54

    Höre gerade die Bonis der Deutschen Bank sind gekürzt worden aber immer noch sehr hoch.
    Die Bank macht schon seit Jahren Verlust!!!!
    Kann man das Verstehen???

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    Alki -Bär

    4. März 2020 13:13 at 13:13

    @ Hesterbär u.@ Frank, Niemand kann ihm das Wasser reichen u.vor allem nicht den Champagner den er aufmachen möchte.Ich werde eine Flasche pro 10% Korrektur bis Ende Jahr aufmachen, d.h.ca. 4Flaschen.

    • Avatar

      Hesterbär

      4. März 2020 14:44 at 14:44

      @Alki-Bär
      Nur 4 Flaschen? Ich habe schon 6 kaltgestellt. :-)))

  11. Avatar

    Alki -Bär

    4. März 2020 15:21 at 15:21

    @Hesterbär, ich bin auf Entzug, nach dem Börsenrausch kann ich mir keine Räusche mehr leisten, die enden immer schlecht.

    • Avatar

      Suffkov

      5. März 2020 21:30 at 21:30

      @Alki-Bär
      „Hinzu kommt, dass die Toxizität des Alkohols bei diesem Trinkverhalten erheblich höher ist. Das liegt daran, dass die Alkoholkonzentration, die zu einer bestimmten Zeit im Körper ist, kurzfristig sehr hoch ist. Dadurch ist auch die Schädigung wesentlich stärker, besonders am zentralen Nervensystem. Dort wächst die toxische Wirkung exponentiell mit der Konzentration. „Man hat das bei den Bankern der Londoner City untersucht, die jahrelang unter der Woche sehr verantwortungsvoll ihre Börsengeschäfte machen und am Wochenende on the binge gehen.“ Bei diesen Bankmitarbeitern wurden erhebliche kognitive Einbußen festgestellt“.

      https://www.n-tv.de/wissen/frageantwort/Macht-Alkohol-auch-seelisch-abhaengig-article21568590.html

  12. Avatar

    Übelkeit

    4. März 2020 16:16 at 16:16

    Markus Krall mag zwar vom Fach sein, daher seine Analyse bezogen auf das europäische Bankensystem ist sicherlich korrekt. Dennoch wettert er ständig gegen den Euro ohne zu verstehen, weshalb es diesen überhaupt gibt. Man muss den Dollar und Gold verstehen, dann versteht man auch den Euro. Und der Mann arbeitet nun bei Degussa? Prozesse die im Finanzsystem ablaufen finden teilweise über jahrzehente statt. Wer immer nur über die letzten 20 Jahre Finanz und Weltgeschichte schwadroniert wird nie verstehen weshalb das System kollabieren muss.

  13. Pingback: Meldungen vom 4. März 2020 – Teil 2 | das-bewegt-die-welt.de

  14. Avatar

    Hermann Anlauff

    4. März 2020 21:03 at 21:03

    Herr Dr! Krall sollte sich vielleicht doch auf seine – von mir hochgeschätzte – Kernkompetenz beschränken und das CO2-Gefasel (ein peinliches „Heim“-Spiel) Berufeneren überlassen, (s. dazu jüngst in der „Prawda“:
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/klimawandel-woher-die-gewaltige-energie-der-erderhitzung-stammt-a-692ebf01faf1-4ffe-828a-16493d24715b
    tröste mich mit dem Gedanken, dass kleine Männer mit mühsam kaschierter Eitelkeit halt gerne große Autos fahren

  15. Avatar

    Zebulon

    4. März 2020 21:39 at 21:39

    Wenn die Banken verstaatlicht werden, und das könnte letztlich das Ziel derjenigen sein die für die Nullzinspolitik und für andere Mechanismen, die das jetzige Bankensystem destabilisieren, verantwortlich sind, würde die sinkende Ertragslage der Banken keine Rolle mehr spielen. Als Staatsbanken würden die dann aus Steuergeldern finanziert. Ich bewerte so eine Entwicklung nicht negativ oder positiv, ich sage nur, das Kralls Szenario dann nicht mehr zu den Folgen führen muß, die er vorhersagt.

    • Avatar

      TG

      5. März 2020 11:06 at 11:06

      @Zebulon
      Ich kann mir diese Variante (Verstaatlichung der Banken) sehr gut vorstellen. Es würde einfach dem bewährten Prinzip Privatisierung von Gewinnen und Sozialisierung von Verlusten folgen. Nachdem das Bankenwesen am Steuerzahler genesen ist, wird es wieder privatisiert. So einfach. So genial.

  16. Avatar

    Knasti

    5. März 2020 09:36 at 09:36

    @Frank, sie haben recht, politische Ausrichtung hat mit der wirtschaftlichen Einschätzung wirklich Nichts zu tun.So hat etwa die linkshübsche Sarah Wagenknecht schon sehr realistische Einschätzungen der Eurokrise gemacht , die sehr deckungsgleich mit M.Krall sind.
    Ein Zuhälter u.der Papst können z.B. auf gewissen Gebieten auch gleiche Ansichten haben. Diese Differenzierung fehlt vielen Leuten ,so sind z.B alle AFD ler schlechte Leute u.alle Linken u.Grünen u.s.w.
    gute Leute.

  17. Avatar

    Mike Lohmann

    12. März 2020 14:13 at 14:13

    Schon in der Grundschule lernt jeder im Geschichtsunterricht, dass unsere Helden vor ihren Befreiungstaten als Staatsfeinde verfolgt und gefoltert wurden. Heut geht es zwar etwas humaner zu, aber das Prinzip ist dasselbe. Ist man nicht auf der Linie des Mainstreams der Schnurrnalisten und Regierung, wird man mindestens als schräger Vogel verschrien.
    Aufgrund Hinweisen von Markus Krall kann man sehr schön mitverfolgen, dass die Enteignung der Bürger und die Umverteilung des Vermögens von unten nach oben sichtbar für jedermann stattfindet. Aber die alten Römer wussten schon dasss das Volk sich nur für Brot und Spiele interessiert und das ist heute noch genauso. Aber wer will, kann dank Dr. Krall wenigstens frühzeitig sich vor dem Kollaps in Eigenverantwortung schützen.

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Verbraucherpreise in Deflation – Rabattschlacht bei Bekleidung

Claudio Kummerfeld

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Geldbörse in einer Klemme

Für die deutschen Verbraucherpreise im Monat Dezember liegen ganz frisch die endgültigen und ausführlichen Daten vor. Weiterhin hängen sie mit -0,3 Prozent in der Deflation. Wie die Details zeigen, passiert genau das was man erwarten darf. Weil alle Daten zeigen, dass die stationären Verkäufer in den Bereichen Bekleidung und Schuhe die großen Corona-Verlierer im Einzelhandel sind, durfte man von einer kräftigen Rabattschlacht ausgehen. Und so kam es auch. Dank Lockdown muss man mit kräftigen Rabatten die Produkte online an die Kunden bringen – Hauptsache man bekommt überhaupt Geld in die Kasse um durchzuhalten?

So kam für den Bereich Bekleidung und Schuhe im Dezember im Jahresvergleich ein deutliches Minus von 5,4 Prozent zustande. Oben drauf kommt ja für alle Endkundenprodukte noch dazu, dass der Dezember der letzte Monat mit reduzierter Mehrwertsteuer dazu. Dieser Faktor wird sich wohl auf alle Segmente ausgewirkt haben – weshalb man aber für Januar mit steigenden Preisen rechnen darf? Die Verbraucherpreise für den Sektor Verkehr lagen mit 2,7 Prozent im Minus. Hier wirken nach wie vor die schwachen Energiepreise.

Grafik zeigt Details der Verbraucherpreise für Dezember

An dieser Stelle zitieren wir auszugsweise die aktuellen Aussagen des Statistischen Bundesamts zum Gesamtjahresvergleich zwischen 2019 und 2020:

Im Jahresdurchschnitt 2020 verbilligten sich vor allem die Energieprodukte

Die Energieprodukte verbilligten sich 2020 gegenüber dem Vorjahr deutlich um 4,8 % nach einem Anstieg um 1,4 % im Jahr 2019. Preisrückgänge gab es insbesondere bei leichtem Heizöl (-25,9 %) und bei Kraftstoffen (-9,9 %). Verantwortlich war neben der Senkung der Mehrwertsteuersätze vor allem der Ölpreisverfall auf dem Weltmarkt in den ersten Monaten des Jahres. Dagegen verteuerte sich Strom um 3,0 %. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Jahresteuerungsrate 2020 bei +1,1 % gelegen.

Preise für Nahrungsmittel überdurchschnittlich gestiegen

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich 2020 gegenüber 2019 überdurchschnittlich um 2,4 %. Im Jahresverlauf hat sich der Preisauftrieb zeitgleich mit der Senkung der Mehrwertsteuersätze abgeschwächt. Deutlich teurer waren im Jahr 2020 Obst (+7,1 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+6,1 %). Günstiger hingegen wurden insbesondere Speiseöle und Speisefette (-4,1 %).

Waren verbilligten sich 2020 gegenüber 2019 um 0,4 %

Waren insgesamt verbilligten sich 2020 gegenüber 2019 um 0,4 %. Unter den Verbrauchsgütern verteuerten sich Tabakwaren (+4,9 %) deutlich, die von der Senkung der Mehrwertsteuersätze ausgenommen wurden. Unter den Gebrauchsgütern verbilligten sich zum Beispiel Telefone (-6,0 %) sowie Geräte der Informationsverarbeitung (-4,4 %).

Dienstleistungen verteuerten sich 2020 gegenüber 2019 um 1,3 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich im Jahresdurchschnitt 2020 gegenüber 2019 mit +1,3 % überdurchschnittlich, darunter Nettokaltmieten mit +1,4 %. Bei einigen Dienstleistungen stiegen die Preise deutlich stärker, unter anderem für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+5,2 %), Leistungen für Friseure und Körperpflege (+4,1 %) sowie für die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+3,2 %). Die Ursachen hierfür waren vielschichtig, neben der Mindestlohnerhöhung dürfte auch der Aufwand für Hygienemaßnahmen zur Vermeidung von Corona-Infektionen relevant gewesen sein. Günstiger wurden vor allem Fahrkarten im Bahnfernverkehr (-14,9 %), bedingt vor allem durch die bereits seit Jahresbeginn abgesenkte Mehrwertsteuer für Bahnfernfahrten von 19 % auf 7 %.

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Covid-19: Sehen wir bald Peak-Corona? Einiges spricht dafür!

Es gibt einige Aspekte, die durchaus dafür sprechen, dass der Hochpunkt der Infektionen mit Covid-19 bereits überschritten ist!

Wolfgang Müller

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Sicher klingt es extrem merkwürdig, wenn man mitten im kalten Januar, beim Auftreten von massenhaft Mutationen von Covid-19 und einer noch nicht richtig in die Gänge gekommenen Impfaktion von einem möglichen und baldigen Überschreiten des Höhepunktes der Coronakrise spricht.

Aber es gibt einige Aspekte, die durchaus dafür sprechen.

Covid-19: Impfwelle und Dunkelziffer

Eines vorweg: Gemeint ist damit nicht das Ende der Infektionen, sondern die Zahl der Neuinfektionen, die in der zweiten oder dritten Welle ständig geklettert sind.

Die Zahl der offiziell an Covid-19 Infizierten hat am 7. Januar 2021 mit über 834.000 Menschen ihren bisherigen Höhepunkt erreicht (lt. John-Hopkins-Universität). Seither geht es tendenziell, trotz der Mutationszahlen, nach unten.

Ist der Hochpunkt von Covid-19 bereits überschritten?

Noch muss dies nicht die Wende bei den Infektionen gewesen sein, aber es deutet sich an, dass dies zumindest bald bevorstehen könnte. Dafür sprechen einige Faktoren: Es gibt weitere temporäre Verschärfungen in den Lockdowns (Europa, USA). Der Frühling naht, denn bis zum meteorogischen Frühlingsanfang auf der Nordhalbkugel sind es nur noch sechs Wochen, und die Impfquoten werden demnächst ein Vielfaches der offiziellen Infektionszahlen erreichen. Vor allem, wenn die USA über eine Million Menschen pro Tag impfen, die EU mit ihren 27 Staaten voll einsteigt und viele andere Staaten und die für Februar deutlich erweiterte Impfstoffproduktion anschwillt.

Sonderfall Deutschland

Was Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten sehr unterschiedlich macht, ist die Zahl der bisher Infizierten und zugleich die wahrscheinlich niedrigere Dunkelziffer zu anderen europäischen Ländern. Die offizielle Infektionsrate mit Covid-19 liegt aktuell bei gut 2,4 Prozent, während sie in Großbritannien und vielen europäischen Staaten bei vier oder gar fünf Prozent liegt, bei einer gleichzeitig deutlich höheren Dunkelziffer. Das heißt, die Gesamtinfektionsrate läge möglicherweise in Deutschland bei weniger als 10 Prozent der Bevölkerung, während sie in anderen Ländern vielleicht schon über 20 Prozent liegt. Mit großer Auswirkung für die durch die Impfung zu beschleunigende Gefahrenabwehr gegenüber der Pandemie. Vorteil USA, auch wenn es makaber klingt: Wegen einer „offiziellen“ Infektionsrate von 7,5 Prozent, einer vielfach höheren Dunkelziffer, weil sich Teile der Bevölkerung bis zuletzt aus Angst vor beruflichen Konsequenzen nicht haben testen lassen und das Virus weitaus mehr verharmlost wurde, als in Deutschland. Und jetzt Joe Biden mit allem Einsatz 100 Millionen Menschen in sehr kurzer Zeit impfen lassen will.

In Deutschland kommt noch das Gefahrenmoment einer relativ alten Bevölkerung zum Tragen.

Laut statista gibt es derzeit in Deutschland rund 18,1 Millionen Menschen, die 65 Jahre oder älter sind. Ein prozentualer Anteil von rund 22 Prozent an der Gesamtbevölkerung im Lande. Dabei etwa drei Millionen Pflegebedürftige, über zwei Millionen zuhause und mit anderen Familienangehörigen zusammenlebend. Auch die Zahl der über 80-Jährigen liegt in Deutschland bei über fünf Millionen, es leben sogar schon 20 Tausend Hundertjährige in Deutschland.

Aus diesen Zahlen erklärt sich auch die große Fürsorgepflicht der Regierung gegenüber der älteren Bevölkerung.

Hier liegt auch der große Effekt der Impfaktion in Deutschland, denn bis vor Kurzem lag der Anteil der Coronatoten bei den über 70-Jährigen bei 87 Prozent und 70 Prozent bei den über 80-Jährigen. Diese Altersgruppen sollten jedoch in der großen Mehrheit bis in den März geimpft sein.

China und Indien

Ein Drittel der Menschheit (über 2,8 Milliarden Menschen) lebt in diesen beiden Ländern. Und wie sehen die Infektionszahlen aus? China wird sich weiter abschotten (bei unglaublich niedrigen Infektionen) und selbst impfen und im 1,39 Milliarden-Land Indien (mit der halben Bevölkerung unter 20 Jahre) zeigen die Zahlen schon seit Monaten nach unten.

Covid-19 in Indien

Fazit

Natürlich wird es nicht einfach sein, die Menschheit in ihrer Gesamtheit gegen Covid-19 zu impfen. Man weiß auch weder wie lange eine „erimpfte“ Immunität gegen Corona anhält, noch im Entferntesten, wie viele Menschen die natürliche Immunität bereits erlangt haben. Dabei soll die Krankheit bei einem Großteil der jungen Menschen sogar symptomlos verlaufen. Die Zahl der jungen Menschen unter 18 Jahre beträgt weltweit 30 Prozent, immerhin über 2,3 Milliarden Jungbürger.

Aber sollten sich die Impfpläne so umsetzen lassen, wie von den Firmen und den Ländern mit ihren Gesundheitsbehörden geplant, wird sich rasch Peak Corona einstellen. 750.000 Neuinfektionen, mit abnehmender Tendenz gegenüber Millionen täglicher Impfungen, zunächst bei den „Vulnerablen“, Peak Corona eben, auch wenn die Pandemie nicht so schnell erledigt sein dürfte. Was sind da nicht alles für Fragen offen, in Richtung Immunität, Übertragbarkeit und so weiter, aber aus meiner Sicht gibt es ein gewaltig helles Licht am Ende des Tunnels, zumindest für Covid-19.

Der Peak bei Covid-19 könnte bereits überschritten sein!

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Allgemein

Banken halten bei EZB 3,3 Billionen Euro – Daten zu Strafzinsen und Freibeträgen

Claudio Kummerfeld

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Türme von Banken in Frankfurt

Die einfache Sichtweise der „großen“ Experten in den Türmen der Notenbanken lautet: Je tiefer wir die Zinsen setzen, desto weniger attraktiv wird es für die Menschen Geld auf Bank- und Sparkonten zu parken. Sie werden dann immer mehr Geld in den Konsum pumpen. Aber egal wie viel sehr man auch an so einer Theorie festhält – die Realität sieht oft ganz anders aus. Die Bürger (vor allem die Deutschen) wollen gerade in Krisenzeiten offenkundig weiterhin Monat für Monat von ihrem Ersparten anständig was auf die hohe Kante packen – Vorsorgen für die schlechten Zeiten, sozusagen.

Und bei de facto Nullzinsen, die in den letzten Jahren in der Regel (nach Abzug der Inflation) reale Negativzinsen bedeuten, legen die Menschen einfach pro Monat noch mehr Geld auf die hohe Kante, sozusagen als Ausgleich für die fehlenden Zinsen. Und so steigen seit Jahren in der Eurozone die Bankguthaben immer weiter an. Das wird für die Banken immer mehr zu einem dramatischen Problem. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) wollte nicht nur, dass der (einfältige?) Bürger endlich sein Geld in den Konsum steckt. Nein, die EZB wollte auch erreichen, dass die (faulen?) Banken endlich mehr Geld als Kredit herausreichen an Privat- und Geschäftskunden, damit die Konjunktur angekurbelt wird – und dadurch letztlich die Inflation ansteigt – die letzten Jahre geschah aber letztlich das Gegenteil.

Banken vor immer größerem Problem

Aber egal wie fleißig die Banken auch sein mögen bei der Kreditvergabe – der Sparfleiß der Bürger ist stärker. Die Guthaben bei den Banken wachsen immer mehr. Und genau deswegen hatte sich die EZB eine Art Strafmechanismus ausgedacht, damit die Banken nun wirklich mal die Einlagen der Kunden vermehrt als Kredit rausreichen. Verrechnet man das von den Bankkunden eingezahlte Guthaben mit den ausgegebenen Krediten, dann haben praktisch alle Banken eine Überschussliquidität, die bei der EZB geparkt wird. Die EZB bestraft die Banken hierfür mit einem Negativzins von derzeit -0,5 Prozent (ab 2014 stufenweise eingeführt, damals noch bei -0,1 Prozent). Je mehr die Kunden sparen und je höher sich die Banken-Überschüsse auf ihren EZB-Konten auftürmten, desto mehr mussten sie als Strafzins an die EZB überweisen.

Dies wurde in den letzten Jahren immer mehr zu einem Problem für die Banken, die sowieso dank Nullzinsen ein ernsthaftes Problem mit ihrem wichtigsten Geschäft hatten, nämlich der Zinsmarge. Die EZB sah dieses Problem, und führte einen Freibetrag ein. Die Banken sollten für zu viel hinterlegte Einlagenüberschüsse also bestraft werden – aber nicht so sehr, dass sie in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Und so gibt es EZB-Strafzinsen für die Banken mit einem Freibetrag an Einlagen, der nicht mit einem Strafzins bedacht wird.

Gigantische Überschüsse, Strafzinsen und Freibetrag

Heute veröffentlichte Daten der Bundesbank zeigen die Dimension der Beträge. Demnach gab es im Dezember 2020 eine Überschussliquidität im Euroraum in Höhe von 3,35 Billionen Euro. Zwischen Einführung des Tiering-Systems (Freibeträge) im Oktober 2019 und Dezember 2020 betrug der Zinsaufwand der Banken im Euroraum für das Halten dieser Überschussliquidität bei der EZB 8,9 Milliarden Euro. Dieser Zinsaufwand (die Strafzinsen) fiel laut Bundesbank um 4,7 Milliarden Euro niedriger aus, als dies unter sonst gleichen Bedingungen ohne ein Tiering-System der Fall gewesen wäre. Gleichzeitig wurde mit zuletzt 2,498 Billionen Euro der größte Teil der Überschussliquidität weiterhin negativ verzinst.

Während die Überschussliquidität der Banken bei der EZB in den letzten Jahren immer weiter stieg (oberer Teil der Grafik), dachte die EZB wohl sie könnte dies verhindern, indem sie den Strafzins immer weiter anhebt. Es brachte aber nichts! Wer arg ins Detail gehen möchte, kann sich beim Klick an dieser Stelle in den Bundesbank-Bericht auf den Seiten 61-72 in das Thema vertiefen. Wer sich für die Rücklagen der Deutschen interessiert, der klicke bitte hier. Im Krisenjahr 2020 wurde von deutschen Haushalten 333,5 Milliarden Euro auf die hohe Kante gelegt, nach 220,3 Milliarden Euro in 2019. Diese Summe steigerte sich in den letzten Jahren immer weiter, obwohl das Zinsniveau für die Sparer immer weiter abrutschte.

Grafik zeigt Bundesbank-Daten zu Strafzinsen und Überschussliquidität

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