Folgen Sie uns
  • Beste App für den Handel, capital.com
  • marketsx
  • Täglich Handelssignale für den DAX

Allgemein

Markus Krall-Szenario von Zinskollaps und Kreditkontraktion früher als gedacht?

Avatar

Veröffentlicht

am

Bankentürme in Frankfurt - hat Markus Krall recht?

Markus Krall ist seit geraumer Zeit in aller Munde. Durch seinen Job als Degussa-Chef und Buchautor erfährt er zunehmend Aufmerksamkeit. Von zahlreichen Medien wird er zunehmend in die rechte Ecke gestellt, weil er zum Beispiel dafür eintritt, dass jeder geistig gesunde Bürger das Recht haben solle Waffen zu tragen. Auch erhält Markus Krall derzeit mehr Aufmerksamkeit, weil jüngst bekannt wurde, dass ihm die Roland Baader-Auszeichnung verliehen wird (hier mehr Details). Wir konzentrieren uns, wenn wir Markus Krall besprechen, stets nur auf seine Theorien zum angeblich bevorstehenden Zusammenbruch des Finanzsystems. So auch heute.

Die Crash-Theorie von Markus Krall

Warum wir die Theorie von Markus Krall immer wieder besprechen? Wo er doch von diversen Leitmedien als einer der „Crash-Propheten“ in die Clown-Ecke gestellt wird, da ist es doch nicht mehr angebracht sich mit seinen Aussagen zu beschäftigen? Ohhh doch, so meinen wir. Auch wir wissen nicht, ob seine Theorie wirklich letztlich so eintreten wird. (Buch: Verzockte Freiheit: Wie die Hybris unserer Eliten die Zukunft unseres Kontinents verspielt) Aber niemand hat die derzeitige Lage des Bankensystems und die mögliche Entwicklung der nächsten Quartale so konkret beschrieben und mit Daten unterlegt wie Markus Krall – und er kommt aus der Branche! Daher ist es immer wieder interessant zu sehen, ob die Lage sich so entwickelt, wie von ihm beschrieben.

Und nochmal: Wir bei FMW maßen uns nicht an zu beurteilen, ob er recht hat. Wir können nur begleiten, ob die Lage so verläuft wie Markus Krall es prognostiziert, oder eben auch nicht. Und die letzten Wochen und Monate geben seiner Theorie bisher recht. Sie besagt nämlich, dass die Zinsmarge für die Banken immer weiter abschmilzt. Einmal durch immer weitere Zinssenkungen der Notenbanken, aber gleichzeitig auch durch den immer größer werdenden Wettbewerb der Banken untereinander, die immer mehr Einlagen-Überschüsse als Kredite herausreichen müssen – und daher auch ganz ohne Notenbanken gezwungen sind ihre Zinsangebote immer tiefer anzusetzen (Prinzip Angebot und Nachfrage).

Laut Markus Krall werden durch immer weniger Zinserträge die letztlichen Verluste der Banken immer weiter zunehmen, weil sie ihre Kosten nicht im selben Tempo abbauen können, wie die Zinserträge abschmelzen. Das führe zu sinkendem Eigenkapital, weshalb die Banken die Kreditvergabe reduzieren müssten (Kreditkontraktion). Darauf folge eine große Abwärtsspirale für die gesamt Volkswirtschaft (hier ein ausführliches Video seiner Prognosen). Ende 2020 oder Anfang 2021 sei es soweit. Wann ganz genau diese Kreditkontraktion eintreten werde, könne auch er nicht abschätzen, so Markus Krall. Aber durch bestimmte Ereignisse könne das auch früher eintreten. (Buch von Max Otte: Weltsystemcrash: Krisen, Unruhen und die Geburt einer neuen Weltordnung)

Und was sah man zuletzt? Der Ostdeutsche Sparkassenverband beschwerte sich jüngst darüber, dass zwar das Geschäftsvolumen steige, aber dass der Gewinn der Banken weiter schrumpfe – eben weil die strukturellen Zinserträge sinken! Zusätzliches Geschäftsvolumen könne nur noch die Geschwindigkeit der Ertragsrückgänge bremsen, sie aber nicht aufhalten. Genau das hat Markus Krall vorhergesehen! Auch der Sparkassenverband Westfalen-Lippe beschwerte sich vor Kurzem über die sinkenden Zinsüberschüsse, während das Geschäftsvolumen zunehme.

Zieht das Coronavirus die Ereignis-Spirale des Markus Krall vor?

Ist das Coronavirus genau der Auslöser, der das von Markus Krall beschriebene Ereignis der Kreditkontraktion vorzieht? Denn man sah gestern, dass ein Dienstleister für Baufinanzierungen ein neues Allzeittief für Bauzinsen vermeldete – und das noch, bevor die EZB überhaupt eine eigene neue Zinssenkung verkündet hat. Tut sie dies, sinken die Zinsen für die Bankkunden ja noch weiter in den Keller, und dank dem immer größeren Wettbewerb erodieren die Zinserträge der Banken somit noch schneller. Die Fed und die australische Notenbank haben gestern die Zinsen gesenkt. Heute um 16 Uhr wird wohl die kanadische Notenbank auch nachziehen auf dem Weg nach unten? Und die EZB wird in Kürze wohl mitmachen? Das Coronavirus könnte der Auslöser sein, dass die Theorie von Markus Krall (sinkende Zinsmargen, sinkendes Eigenkapital der Banken, Kreditkontraktion) schneller eintritt als gedacht, also noch vor Ende 2020? Ob es letztlich wirklich so kommt, wird man sehen. Wir werden weiterhin begleitend berichten.

28 Kommentare

28 Comments

  1. Pingback: Markus Krall-Szenario von Zinskollaps und Kreditkontraktion früher als gedacht? – Unser Geld- und Zinssystem

  2. Avatar

    Frank

    4. März 2020 10:48 at 10:48

    „Von zahlreichen Medien wird er zunehmend in die rechte Ecke gestellt, weil er zum Beispiel dafür eintritt, dass jeder geistig gesunde Bürger das Recht haben solle Waffen zu tragen.“

    Das typische Verhaltensmuster der Mainstream Medien: da wird jemand im / dem System unbequem und nennt die Probleme beim Namen, kann die bevorstehenden Konsequenzen auch noch mit Zahlen, Daten Fakten darstellen: so jemand muss selbstverständlich der rechten Ecke angehören. Die Tatsache, dass er mit einer Türkin verheiratet ist, muss unbeachtet bleiben… Was kotzen mich die Medien mittlerweile an.

    Markus Krall ist in meinen Augen einer der fähigsten Menschen auf diesem Planeten. Allein seine Rhetorik ist von erstaunlichem Ausmaß. Zeitgleich erläutert er die schwierigsten Themen auf eine Art und Weise, die absolut alles und jeder versteht. Und er selbst betont ja auch immer wieder, dass er den konkreten Zeitraum des Crashbeginns nicht nennen kann sondern nur eine Wahrscheinlichkeit anhand der ihm vorliegenden Daten und Fakten errechnen kann. Ich selbst erwische mich immer wieder dabei, dass ich mir ältere Vorträge von ihm ansehe, um zu überprüfen, ob die von ihm prognostizierten Ereignisse eingetroffen sind. Und die Trefferquote ist erstaunlich genau. Von daher kann ich immer wieder nur dazu raten, sich ein eigenes Bild von ihm zu machen und seinen Vorträgen genau zuzuhören bzw. sich entsprechend darauf vorzubereiten, was uns bevorsteht. Und sollte es nicht eintreten, halte ich es wie Markus Krall: ich öffne eine riesige Flasche Schampus. Aller Voraussicht nach muss ich diese aber wohl nicht kalt stellen.

    • Avatar

      Hesterbär

      4. März 2020 11:52 at 11:52

      @Frank
      Ihr Kommentar steht völlig im Einklang mit meiner Betrachtung. Ich kenne niemand, der Markus Krall das Wasser reichen könnte.

    • Avatar

      Waffennarr

      4. März 2020 18:06 at 18:06

      @Frank, „…dass jeder geistig gesunde Bürger das Recht haben solle Waffen zu tragen … Allein seine Rhetorik ist von erstaunlichem Ausmaß. Zeitgleich erläutert er die schwierigsten Themen auf eine Art und Weise, die absolut alles und jeder versteht“.

      Perfekter kann Rechtspopulismus kaum beschrieben werden. Wer definiert denn, was geistig gesund ist? Wozu braucht jeder geistig gesunde Bürger Waffen, wenn man sie den Geisteskranken im Umkehrschluss ohnehin verwehrt?

      • Avatar

        Frank

        5. März 2020 06:52 at 06:52

        @Waffennarr: Ich finde es erstaunlich, dass Sie Markus Krall auf diese eine Aussage beschränken und alle anderen Analysen komplett außen vor lassen. Aber sei es drum.
        „Perfekter kann Rechtspopulismus kaum beschrieben werden“: bitte erläutern Sie mir das näher, wir haben scheinbar unterschiedliche Auffassungen zum Begriff „Rechtspopulismus“.

        • Avatar

          Waffennarr

          5. März 2020 22:03 at 22:03

          @Frank: Eine Rhetorik von erstaunlichem Ausmaß, mittels derer alle und jeder absolut alles verstehen. Geistig gesund, Waffen für jeden, das ist für mich Rechtspopulismus.

          Erst kürzlich bestätigt durch die Alternativen in Deutschland:
          Geistig gesunde Menschen, schließt er danach an, würden hingegen auf Missstände reagieren, indem sie die AfD wählen.
          https://www.n-tv.de/politik/Ja-Hanau-war-schlimm-aber–article21621836.html

  3. Avatar

    asisi1

    4. März 2020 11:33 at 11:33

    Der große Fehler wurde vor zehn Jahren gemacht. Damals hätte man die Bänkster aburteilen müssen und für ihre Verfehlungen haftbar machen müssen. Da wir aber in der Politik und Justiz nur komplette Versager sitzen haben, wurde dem Bankensektor weiter ermöglicht sein kriminelles Verhalten auszubauen! To Big to fail, ist so ein idiotischer Spruch um sich zu rechtfertigen!

    • Avatar

      globalvoterorg

      4. März 2020 15:12 at 15:12

      Es ist viel, viel schlimmer! Wir haben vor 20x Jahren die Demokratie für tot erklärt und sind deswegen totgeschwiegen worden! Erst jetzt, wird, auch, Anderen klar, die Demokratie ist eine Illusion! Sie ist nie, dazu, gedacht gewesen, das Volk etwas entscheiden zu lassen!
      Die Politschauspieler/Parteien sind nichts weiter, als die Spiegelung der Gaus´schen Verteilungskure der Bürger. Sie wurden dumm und arm gehalten! DESHALB, etwas intelligentes von der Politik zu erwarten, ist sinnentfremdet. Die Bankster, wiederum, sind nichts anderes als HilfsTruppen (Ausführungsorgane) der Finanzkrake (FED/EZB/BIZ). Auch Dr. Krall will dazu, so recht, keine Stellung nehmen! Diese „Dominanz“ (Inhaber der Lizenz zum US$ Drucken) ist KEINE Wohltätigkeitsinstitution! Die Brutalität und Menschenfeindlichkeit dieses „Geschäftsmodells“ FIAT Money (ohne, jedwede, reale Wertunterlegung) wird jetzt, allseits erkannt!? Vielleicht!?
      Wenn, aber die geplante „Virtuelle DiktaturTotal“ anläuft (Corona Virus, z.B.) ist es zu spät! Aus die Maus! Wer zu spät kommt, bestraft das Leben.
      Ergo, haben wir mitnichten eine Banken-, noch eine Wirtschafts-, noch eine monetäre Krise, sondern, eine MachtKrise der Finanzeliten, weil, das System einen Geburtsfehler hat: Die Exponentialität des ZinsesZins. Das System MUSS implodieren. Diese Gleichung hat keiner auf dem Schirm und deshalb gibt es auch kein Entrinnen. „Das Weltall und die Dummheit der Menschen sind endlos. Beim Weltall habe ich, da, meine Zweifel!“ (Einstein)

      • Avatar

        Lausi

        4. März 2020 19:11 at 19:11

        Das Problem mit der Exponentialität des ZinsesZins erklärt auch Herr Prof. Senf sehr gut, der wohl einer der ersten war, der auf diese Problematik aufmerksam gemacht hat. Zuerst dachte ich sein Name wäre ein Witz (seinen Senf dazugeben), und dann noch seine kauzige Erscheinung, aber der Spezi ist besser als man nach einem ersten Eindruck denken sollte. Einfach mal googeln.

        • Avatar

          Andreas. M.

          4. März 2020 21:31 at 21:31

          @Lausi, bei Prof. Bernd Senf habe ich über genau diese Thema 2 Semester belegt. Ich kann dir sagen, dass er damals (1996) von anderen Profs als Halbintellektueller betitelt wurde. Es stimmt, der Zinseszinseffekt stürzt unser Papiergeldsystem zwangsläufig in den Abgrund. Es geht nicht anders und ist nur eine Frage der Zeit. Wir sind nun im Endspiel!

  4. Avatar

    Jochen

    4. März 2020 11:41 at 11:41

    Sie schreiben, die Mainstream-Medien würden Sie „ankotzen“. Die Medien sind neutrale Apparate, die Schreiberlinge darin sind es jedoch, die sie am Leben erhalten. An einem Leben, das sie schon lange nicht mehr verdienen. Man müßte diese Schreiberlinge angreifen, nicht die Apparate. Das geschieht einfach nicht! Und das ist der große Fehler aller „Alternativen“. Ihr geht viel zu soft mit diesen verantwortungslosen Individuen um. Nehmt sie euch doch endlich mal zur Brust. Fangt z.B. mal an mit dcem CEO des Springer Verlages, dem Herrn Döpfner, der gelegentlich schöne liberale Reden hielt, aber niemals auch nur einen der Übeltäter aus dem Verlag rausgeworfen hat. Also lieferte er bloß Geschwätz ab, ohne Taten folgen zu lassen.
    Unsere Kritik muß „personalisiert“ werden und nicht nur die Angebote des Marktes. Das sind wir unserem Land und seinem Grundgesetz schuldig, wenn es das BVG schon lange nicht mehr schafft ==> eingesetzt vom Parteienapparat und dessen Apparatschiks.

  5. Avatar

    7454824139678

    4. März 2020 12:08 at 12:08

    Das Problem bei Herrn Krall ist, er denkt im bestehenden, reglementierten System. Nur, wer behauptet denn, dass die Regeln z.B. Eigenkapital bei den Banken weiterhin so bestehen wie bisher? Wer legt die Gesetze fest, die Legislative und Gesetze können geändert werden. Vielleicht dürfen Banken zukünftig auch mit negativem Eigenkapital arbeiten oder die EZB kapitalisiert die Banken wieder neu mit Eigenkapital ohne Gegenleistung, Stichwort Helikoptergeld, oder …

    Ein verzinstes Schuldgeldsystem, bei dem Privatbanken Giralgeld bei jeder Kreditvergabe aus der Luft erzeugen können, ist früher oder später immer zum Scheitern verurteilt, aber meine Ansicht nicht in den nächsten Jahren.

  6. Avatar

    Marcus

    4. März 2020 12:38 at 12:38

    Das ist durchaus möglich das der Coronavirus die ganze Entwicklung schlicht und ergreifend beschleunigt. Langfristig ist nicht das Virus das Problem, sondern dass was dadurch ausgelöst wird. Oder wie einige andere schon formulierten: Das Coronavirus ist die Nadel welche die Blase ansticht.

  7. Avatar

    isntit

    4. März 2020 12:38 at 12:38

    Ich finde Markus Kralls Analysen des Finanzsystems und daraus folgende Prognosen ganz pausibel. Aber sonst? Oh je …
    In die rechte Ecke hat er sich schon selbst gestellt, da muss wirklich niemand nachhelfen. Er tritt bei der AfD auf, predigt hemmungslosen Marktradikalismus, sieht überall sozialistische Umtriebe (auch bei Merkel und Co, haha) und verteufelt jede Art von staatlicher Kontrolle. Vom Thema Waffen und menschengemachter Klimawandel ganz zu schweigen.
    Man sollte also seine Warnungen das Finanzsystem betreffend ernst nehmen, aber seine Person nicht so hypen. Es ist ja oft so, dass Mathematik-/Finanzgenies ansonsten ziemlich wirr im Kopf sind.

    • Avatar

      Dr. Knall

      4. März 2020 23:23 at 23:23

      @Isntit
      Bin ganz bei Ihnen: Herr Krall singt, brüllt und spuckt auf dem Hambacher Festen gemeinsam mit Max Otte rechtsradikales Gedankengut von sich.

      Er polarisiert und mobilisiert die Massen, einem amerikanischen Spitzenpolitiker gleich.
      „Gesunder Menschenverstand ist nicht rechts, aber die Unfreiheit ist links!“, sagt Krall. „Es gibt keinen demokratischen Sozialismus!“ (Interessante Wortwahl: Ob soziale Demokratie möglich ist, lässt er offen, schlimmer noch, er konterkariert und pervertiert).
      Die Zuschauer johlen. Dann geht es mit Krall etwas durch: „Dieser Stahl der Freiheitsliebe wurde nicht im Lotterbett des Konsums geschmiedet!“

      Ein Stahl der Freiheitsliebe, ein Lotterbett, nun ja. Mag aufschlussreich für Herrn Prof. Kralls Schlafzimmerfantasien sein. Will keiner wissen. Was er am Ende sagen wollte: Fuck You Greta, fuck Climate Change, fuck the Future.

  8. Avatar

    franko33

    4. März 2020 12:48 at 12:48

    Leider haben wir in den Mininsterien keine Leute,die „vom Fach“ kommen und wie
    auch hier häufig erwähnt: vorgestern Familienminister(in) – hätte in dem Fall
    auch aufgrund der eigenen familieren Situation noch ansatzweise Kompetenz – gestern
    Verteidigungs (eher Kriegsminister(in) – heute (Hinterzimmer) „gewählte“ EU -Kommisions-
    präsidentin ! Wie bitte ??
    Eine Person wie Dr Markus Krall z.b.als Finanzminister unter einer real demokratischen
    Regierungsform wäre natürlich ein Idealfall – leider „schläft“ zur Zeit immer noch
    die Mitte unserer Gesellschaft und wird wohl erst aktiv,wenn alles eher schon zu spät
    ist.
    Auch ich habe Probleme mit dem freien Waffentragen,dennoch sollte eine gesunde Demokratie
    zumindest den gesicherten Waffenbesitz zu Hause möglich machen und ein Verbot vom Tragen
    der Waffe in der Öffentlichkeit unter Strafe/Entzug der Waffenlizenz stellen.
    Denn leider scheint mittlereweile unsere Exekutive nicht mehr in der Lage zu sein,
    gerade durch gezielte Einsparungen über Jahre den Schutz der Öffentlichkeit zu
    gewährleisten.Leider u.a. eins von vielen Problemen unserer erodierenden Demokratie.

  9. Avatar

    O.Lippert

    4. März 2020 12:54 at 12:54

    Höre gerade die Bonis der Deutschen Bank sind gekürzt worden aber immer noch sehr hoch.
    Die Bank macht schon seit Jahren Verlust!!!!
    Kann man das Verstehen???

  10. Avatar

    Alki -Bär

    4. März 2020 13:13 at 13:13

    @ Hesterbär u.@ Frank, Niemand kann ihm das Wasser reichen u.vor allem nicht den Champagner den er aufmachen möchte.Ich werde eine Flasche pro 10% Korrektur bis Ende Jahr aufmachen, d.h.ca. 4Flaschen.

    • Avatar

      Hesterbär

      4. März 2020 14:44 at 14:44

      @Alki-Bär
      Nur 4 Flaschen? Ich habe schon 6 kaltgestellt. :-)))

  11. Avatar

    Alki -Bär

    4. März 2020 15:21 at 15:21

    @Hesterbär, ich bin auf Entzug, nach dem Börsenrausch kann ich mir keine Räusche mehr leisten, die enden immer schlecht.

    • Avatar

      Suffkov

      5. März 2020 21:30 at 21:30

      @Alki-Bär
      „Hinzu kommt, dass die Toxizität des Alkohols bei diesem Trinkverhalten erheblich höher ist. Das liegt daran, dass die Alkoholkonzentration, die zu einer bestimmten Zeit im Körper ist, kurzfristig sehr hoch ist. Dadurch ist auch die Schädigung wesentlich stärker, besonders am zentralen Nervensystem. Dort wächst die toxische Wirkung exponentiell mit der Konzentration. „Man hat das bei den Bankern der Londoner City untersucht, die jahrelang unter der Woche sehr verantwortungsvoll ihre Börsengeschäfte machen und am Wochenende on the binge gehen.“ Bei diesen Bankmitarbeitern wurden erhebliche kognitive Einbußen festgestellt“.

      https://www.n-tv.de/wissen/frageantwort/Macht-Alkohol-auch-seelisch-abhaengig-article21568590.html

  12. Avatar

    Übelkeit

    4. März 2020 16:16 at 16:16

    Markus Krall mag zwar vom Fach sein, daher seine Analyse bezogen auf das europäische Bankensystem ist sicherlich korrekt. Dennoch wettert er ständig gegen den Euro ohne zu verstehen, weshalb es diesen überhaupt gibt. Man muss den Dollar und Gold verstehen, dann versteht man auch den Euro. Und der Mann arbeitet nun bei Degussa? Prozesse die im Finanzsystem ablaufen finden teilweise über jahrzehente statt. Wer immer nur über die letzten 20 Jahre Finanz und Weltgeschichte schwadroniert wird nie verstehen weshalb das System kollabieren muss.

  13. Pingback: Meldungen vom 4. März 2020 – Teil 2 | das-bewegt-die-welt.de

  14. Avatar

    Hermann Anlauff

    4. März 2020 21:03 at 21:03

    Herr Dr! Krall sollte sich vielleicht doch auf seine – von mir hochgeschätzte – Kernkompetenz beschränken und das CO2-Gefasel (ein peinliches „Heim“-Spiel) Berufeneren überlassen, (s. dazu jüngst in der „Prawda“:
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/klimawandel-woher-die-gewaltige-energie-der-erderhitzung-stammt-a-692ebf01faf1-4ffe-828a-16493d24715b
    tröste mich mit dem Gedanken, dass kleine Männer mit mühsam kaschierter Eitelkeit halt gerne große Autos fahren

  15. Avatar

    Zebulon

    4. März 2020 21:39 at 21:39

    Wenn die Banken verstaatlicht werden, und das könnte letztlich das Ziel derjenigen sein die für die Nullzinspolitik und für andere Mechanismen, die das jetzige Bankensystem destabilisieren, verantwortlich sind, würde die sinkende Ertragslage der Banken keine Rolle mehr spielen. Als Staatsbanken würden die dann aus Steuergeldern finanziert. Ich bewerte so eine Entwicklung nicht negativ oder positiv, ich sage nur, das Kralls Szenario dann nicht mehr zu den Folgen führen muß, die er vorhersagt.

    • Avatar

      TG

      5. März 2020 11:06 at 11:06

      @Zebulon
      Ich kann mir diese Variante (Verstaatlichung der Banken) sehr gut vorstellen. Es würde einfach dem bewährten Prinzip Privatisierung von Gewinnen und Sozialisierung von Verlusten folgen. Nachdem das Bankenwesen am Steuerzahler genesen ist, wird es wieder privatisiert. So einfach. So genial.

  16. Avatar

    Knasti

    5. März 2020 09:36 at 09:36

    @Frank, sie haben recht, politische Ausrichtung hat mit der wirtschaftlichen Einschätzung wirklich Nichts zu tun.So hat etwa die linkshübsche Sarah Wagenknecht schon sehr realistische Einschätzungen der Eurokrise gemacht , die sehr deckungsgleich mit M.Krall sind.
    Ein Zuhälter u.der Papst können z.B. auf gewissen Gebieten auch gleiche Ansichten haben. Diese Differenzierung fehlt vielen Leuten ,so sind z.B alle AFD ler schlechte Leute u.alle Linken u.Grünen u.s.w.
    gute Leute.

  17. Avatar

    Mike Lohmann

    12. März 2020 14:13 at 14:13

    Schon in der Grundschule lernt jeder im Geschichtsunterricht, dass unsere Helden vor ihren Befreiungstaten als Staatsfeinde verfolgt und gefoltert wurden. Heut geht es zwar etwas humaner zu, aber das Prinzip ist dasselbe. Ist man nicht auf der Linie des Mainstreams der Schnurrnalisten und Regierung, wird man mindestens als schräger Vogel verschrien.
    Aufgrund Hinweisen von Markus Krall kann man sehr schön mitverfolgen, dass die Enteignung der Bürger und die Umverteilung des Vermögens von unten nach oben sichtbar für jedermann stattfindet. Aber die alten Römer wussten schon dasss das Volk sich nur für Brot und Spiele interessiert und das ist heute noch genauso. Aber wer will, kann dank Dr. Krall wenigstens frühzeitig sich vor dem Kollaps in Eigenverantwortung schützen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Immobilien: Nach der Coronakrise wird es einen Gewinner geben!

Avatar

Veröffentlicht

am

Mieter von gewerblichen Immobilien sind wohl die Gewinner nach der Krise

Alle Bereiche des Lebens und der Wirtschaft sind derzeit von der Coronakrise betroffen, so auch die Immobilien. So hört man die letzten Tage, dass zahlreiche gewerbliche Großmieter wie Adidas, Deichmann und Co einfach Mietzahlungen für ihre Ladengeschäfte aussetzen. Aber wie wird die Lage bei Immobilien nach der Coronakrise aussehen? Wird alles weitergehen wie bisher? Ich möchte hier ein Szenario besprechen, dass nicht mit hundertprozentiger Garantie so eintreten muss. Aber die im folgenden Text beschriebene Auswirkung der Coronakrise auf die Branche scheint mir logisch.

Die Lage am Markt für Immobilien wird sich nach der Krise ändern

Bislang war es so: Die Eigentümer von Immobilien waren die Gewinner. Egal ob gewerblich oder privat, wer besitzt und vermietet, konnte jahrelang immer höhere Mieten kassieren. Und die jahrelange Flutung der Märkte mit Notenbankgeld und die abgeschafften Zinsen trieben Assets wie Aktien und Immobilien immer weiter nach oben. Die Käufer von Wohnungen und Projektentwickler von Gewerbeimmobilien mussten immer höhere Grundstückspreise und Erstellungskosten zahlen – und waren somit gezwungen die Mietpreise immer weiter hochzuschrauben, wenn sie denn noch eine nennenswerte Rendite auf ihren Kapitaleinsatz erzielen wollten. Aber jetzt wird sich einiges ändern. Womöglich nicht für private Mieter.

Aber die Mieter von Gewerbeimmobilien im Bereich Einzelhandel und in der Gastronomie, die werden nach der Coronakrise die großen Gewinner sein. Natürlich meine ich diejenigen Mieter, die diese aktuelle Durststrecke finanziell überleben werden, und auch danach ihre Cafes, Restaurants und Bekleidungsgeschäfte weiter betreiben. Bisher war es so: Der Immobilien-Eigentümer konnte bei Auslauf des Mietvertrags für den nachfolgenden Zeitraum stets kräftige Mietpreissteigerungen verlangen. Aber was passiert jetzt? Selbst nach gigantischen Rettungspaketen und KfW-Kreditprogrammen werden zahlreiche Gastronomen und Bekleidungsgeschäfte nicht überleben. By the way… viele kleine Unternehmer werden diese Kredite wohl gar nicht erhalten (mehr dazu hier). Entweder gehen zahlreiche Unternehmer in den nächsten Monaten pleite, oder dank der KfW-Kredite werden sie vielleicht erst in einem Jahr überschuldet aufgeben und ihren Laden dicht machen.

Angebot und Nachfrage

Dadurch, dass zahlreiche dieser Mieter aus dem Markt ausscheiden, verschiebt sich das Machtgefüge zwischen Mietern und Vermietern bei Immobilien im gewerblichen Bereich. Es wird viel Leerstand geben. Die Entwicklung hatte ja schon vor der Coronakrise in Innenstädten und Einkaufszentren eingesetzt. Zu viel Fläche, zu hohe Ladenmieten und immer mehr Online-Konkurrenz machen den Mietern schon seit Jahren zunehmend das Leben schwer. Nach und nach gaben einige auf und machten ihre Läden dicht. Dieser Trend wird nun durch die Coronakrise massiv beschleunigt werden. Der Leerstand wird deutlich zunehmen. Und die Eigentümer der Flächen werden auf einmal den bestehenden Mietern entgegenkommen. Ja, diese Prognose wage ich, auch wenn ich selbst kein Experte für Immobilien bin. Es geht um das Grundprinzip von Angebot und Nachfrage.

Mieter werden nach Auslauf der Verträge womöglich günstigere Anschlussverträge aushandeln können, weil die Vermieter sehen, wie links und rechts schon Flächen leer stehen. Da hat man Angst seinen noch vorhandenen Bestandsmieter zu verlieren, denn der hat nun die freie Auswahl. Und ganz schnell werden wohl auch die Neuvermietungspreise für Flächen im gewerblichen Bereich purzeln. Wer also die Coronakrise finanziell überlebt, und/oder wer nach der Krise ganz neu mit einer Geschäftsidee im Einzelhandel oder in der Gastronomie startet, der wird womöglich spürbar geringere Mietkosten erwarten dürfen, oder aushandeln können! Vielleicht noch nicht Ende April oder im Mai. Aber wohl in sechs Monaten, wenn nach und nach andere Gewerbemieter pleite gehen und ihre Läden dicht machen. Die letzten Tage haben Restaurantketten wie Maredo und Vapiano bereits Insolvenz angemeldet. Ob und wie viele dieser Läden fortbestehen werden nach einer möglichen Restrukturierung? Unklar, aber die Pleitewelle wird wohl kommen. Was man jetzt in Einzelfällen sieht, ist erst der Anfang.

weiterlesen

Allgemein

Schwellenländer drohen durch die Pandemie im Chaos zu versinken

Avatar

Veröffentlicht

am

Christus-Statue in Rio - Schwellenländer hart getroffen durch Pandemie

Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung schauen die Märkte zur Zeit vor allem auf die dramatischen Entwicklungen in den USA und Europa. Doch für die Schwellenländer, die bereits vor der Pandemie angeschlagenen waren, droht nun der ökonomische Super-GAU.

Schwellenländer leiden bereits unter dem Abzug von Kapital

Wie wir schon vor der Pandemie berichteten, bewegten sich wichtige Schwellenländer bereits vor der Pandemie in schwerem Fahrwasser. Einige Länder, wie Argentinien, Brasilien, die Türkei, Venezuela, Südafrika oder Chile haben bereits Schlagseite. Die sich jetzt bereits in Ansätzen abzeichnenden globalen Verwerfungen drohen diese Staaten ökonomisch zum Kentern zu bringen. Die Schwellenländer sind besonders abhängig von Mittelzuflüssen aus den Industriestaaten und reagieren in einer Krise wie jetzt sehr sensibel auf eine Umkehr der Kapitalströme. Doch genau das passiert bereits, wie das Institute of International Finance (IIF) berichtet: Seit Ende Januar 2020 sind 95 Mrd. USD aus Aktien und -Anleihen der Emerging-Markets von ausländischen Investoren abgezogen worden.

Damit sind in dieser relativ kurzen Zeitspanne deutlich mehr Gelder rapatriiert worden als in der Finanzkrise ab September 2008. Die Kapitalflucht der Investoren aus Nordamerika und Europa aus den Schwellenländer-Märkten ist in weltweit unruhigen Zeiten ein bekanntes Phänomen. Gerade dann stellen stark überschuldete und politisch instabile Länder ein besonderes Verlustrisiko dar, das es zu meiden gilt. Kommt es zeitgleich zu Turbulenzen an den großen Finanzmärkten in New York, Tokio und London, wird die Liquidität dringend zu Hause benötigt, um Vermögenslöcher zu stopfen oder Margin-Calls zu bedienen.

Für eine Pandemie schlecht gewappnet

Im speziellen Fall der COVID-19-Pandemie befürchten die Investoren wahrscheinlich zu Recht, dass die Gesundheits- und Sozialsysteme einiger Schwellenländer mit der Seuche überfordert sein könnten. Eine Befürchtung, die in Indien bereits Realität ist. Dort sind soziale Sicherungssysteme kaum vorhanden, das Gesundheitssysteme ist extrem fragil und die Bevölkerungsdichte sehr hoch. Die jetzt eingeleiteten Maßnahmen zum Schutz der Menschen verursachen Chaos im indischen Verkehrssystem und bringen die Menschen ohne jeden Schutz noch dichter zusammen. In Brasilien, wo das Virus mittlerweile ebenfalls angekommen ist, folgte die Regierung um Präsident Jair Bolsonaro zunächst der Strategie Londons und Washingtons und verharmloste das Virus. Jetzt rudert die Staatsführung in Brasília zurück, wahrscheinlich wie in den USA und England viel zu spät.

Die bereits getätigten und sich aktuell verstärkenden Kapitalabflüsse werden die fiskalpolitischen Möglichkeiten in den Schwellenländern stark beeinträchtigen. Zum einen wird weniger Geld für die Seuchenbekämpfung und zur Abmilderung der ökonomischen und sozialen Folgen mobilisiert werden können. Zum anderen steigen die Kosten für die Kreditaufnahme ausgerechnet jetzt deutlich an. Gleichzeitig schwinden auch die Devisenreserven, die nicht nur für die hohen Zinslasten der zum Teil hoffnungslos in US-Dollar überschuldeten Länder benötigt werden, sondern auch für den Ankauf von Schutzkleidung, Test-Kits und teuren medizinischen Geräten. Staaten wie Venezuela, Brasilien, Südafrika oder Argentinien sind zudem wichtige Rohstofflieferanten. Die Preise für natürliche Ressourcen waren in den letzten Wochen stark rückläufig, was die Ökonomien dieser Staaten zusätzlich belastet. Außerdem müssen viele Förderstätten zum Schutz der Arbeiter vorübergehend stillgelegt werden. In Südafrika für mindestens drei Wochen. Es ist daher zu befürchten, dass die Schwellenländer die Pandemie noch schwerer werden bewältigen können als die Industriestaaten.

Schwellenländer bekommen den Stress im Finanzsystem zu spüren

Seit Mitte März bekommen die Schwellenländer die Krise bereits an den Finanzmärkten zu spüren. Die Zinsaufschläge, die Entwicklungsländer aktuell gegenüber zehnjährigen US-Staatsanleihen zahlen müssen, sind seitdem stark angestiegen. Besonders hart trifft es die Ukraine. Der osteuropäische Pleitestaat muss nun statt 400 Basispunkten Zinsaufschlag über 1.200 Basispunkte mehr bezahlen. Der Risikoaufschlag türkischer Staatsanleihen hat sich von 352 Anfang März auf aktuell über 700 erhöht. Russland steht trotz des Ölpreisverfalls mit 350 Basispunkten aufgrund der niedrigen Staatsverschuldung von lediglich 12,5 Prozent des BIP noch vergleichsweise gut da. Deutlich dramatischer stellt sich die Lage für den afrikanischen Ölproduzenten Nigeria dar, der nach einer Verdreifachung der Zinsaufschläge nun ebenfalls bei über 1.200 Basispunkten Zinsaufschlag gegenüber US-Anleihen angekommen ist. Auch Südafrika ist mit in den Aufwärtssog bei den Renditen geraten und muss aktuell 1.120 Basispunkte Zinsaufschlag bezahlen. Argentinien, dass seinen Schuldendienst bereits ausgesetzt hat, ist sogar gezwungen, für seine stark ausfallgefährdeten Anleihen (S&P-Rating: CCC-) Mehrkosten in Höhe von 2.640 Basispunkten am Kapitalmarkt zu akzeptieren. Das Land ist bereits de facto bankrott.

Die Kapitalflucht und die steigenden Risikoprämien werden auch in den Währungsentwicklungen der Schwellenländer sichtbar. Seit der verstärkten Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus Anfang Februar über die Landesgrenzen Chinas hinaus, kam es auch an den Devisenmärkten zu heftigen Bewegungen. Der mexikanische Peso verlor seitdem 23 Prozent, der russische Rubel über 20 Prozent (was übertrieben scheint), der argentinische Peso von niedrigem Niveau aus nochmals 5 Prozent und der südafrikanische Rand 16 Prozent.

Fazit und Möglichkeiten der Stabilisierung

Die bereits sichtbaren Folgen für die Schwellenländer sind wahrscheinlich nur der Beginn schwerer ökonomischer, sozialer und politischer Verwerfungen. In den kommenden Wochen und Monaten könnten sich die Turbulenzen infolge der Rezession in den USA und Europa, der zunehmenden Anzahl von COVID-19-Fällen auch in den Schwellenländern, einer fortschreitenden Unterbrechung der Lieferketten und einer sinkenden Nachfrage nach Rohstoffen, Waren und Dienstleistungen noch vergrößern. Der für viele Entwicklungsländer als Devisenquelle enorm wichtige Tourismus ist bereits weitgehend kollabiert.

Ein Großteil der Schwellenländer hat keine ausreichenden Rückstellungen oder fiskalischen Spielräume, um die heimische Wirtschaft mit großen Konjunkturpaketen á la USA oder Deutschland zu unterstützen. Würde die Zentralbank Argentiniens vergleichbar der US-Notenbank Fed eine staatliche Schuldensause von 10 Prozent des BIP durch Gelddrucken finanzieren, würde sich der Restwert des argentinischen Peso in Luft auflösen. Der makroökonomische Handlungsspielraum der Schwellenländer ist generell im Vergleich zu fortgeschrittenen Volkswirtschaften aufgrund der begrenzten Glaubwürdigkeit ihrer Währungen stark limitiert. Selbst Staaten mit niedriger Verschuldung, wie Russland, bekommen dies bereits durch die massive Abwertung ihrer Währung zu spüren. Daher sind die Schwellenländer auf externe Hilfe mittels harter Devisen angewiesen.

Die Fed hat diesem Bedürfnis bereits Rechnung getragen und ihre Dollar-Swap-Linien geografisch stark ausgeweitet und bietet nun auch Entwicklungsländern über diesen Weg einen Zugang zu US-Dollar-Liquidität. Bereits 80 Länder haben zudem den Internationalen Währungsfonds (IWF), gemäß dessen Direktorin Kristalina Georgiewa, um finanzielle Hilfe gebeten. Der supranationalen Institution stehen zur Zeit dafür 1 Billion US-Dollar zur Verfügung. Dieser Betrag muss dringend in Anbetracht der Vielzahl der Hilfegesuche aufgestockt werden.

Auf Ebene der G20-Staaten wurde beim jüngsten virtuellen Sondergipfel ebenfalls über Hilfen für Entwicklungsländer diskutiert – allerdings sehr abstrakt. So sollen Handelsbeschränkungen abgebaut und die Entwicklungshilfe ggf. aufgestockt werden. Dem Rest der Welt sollten die Schwellenländer nicht egal sein. Wenn diese im Zuge der jetzt bevorstehenden Weltrezession noch tiefer in finanziellem Chaos versinken, würde dies für die gesamte Weltwirtschaft einen zusätzlichen Schock bedeuten. Eine schnelle wirtschaftliche Erholung exportorientierte Länder wie Deutschland nach dem Abebben der Pandemie wäre dann unwahrscheinlich.

weiterlesen

Allgemein

Dirk Müller über die dramatischen Folgen der Corona-Krise

„Unser Finanzsystem hat fertig“

Avatar

Veröffentlicht

am

Die Corona-Krise nimmt immer dramatischere Foolgen für die Wirtschaft an – der Einbruch ist heftiger als in der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1929, sagt Dirk Müller. Eigentlich sollte „Mr. Dax“ bei einer Finanzmesse auftreten – aber da das aufgrund der Corona-Krise nicht möglich ist, hielt Dirk Müller seinen Vortrag von zuhause aus per Video.

Corona-Krise schlimmer als Weltwirtschaftskrise 1929

Der Crash der Aktienmärkte passierte sogar schneller als in der Weltwirtschaftskrise der Jahre 1929 (und folgende). Und das wird bedeuten, dass da viele Finanz-Player erwischt wurden – daher sind viele Pleiten im Finanzsektor wahrscheinlich, von denen wir in den nächsten Wochen und Monaten erfahren werden. Das gilt auch und vor allem für Banken – Dirk Müller erwartet daher Banken-Pleiten. Wenn aber Banken pleite gehen, werden auch die Gelder auf deren Konten in Gefahr sein, sagt Dirk Müller – denn faktisch ist ein Kontoguthaben bei einer Bank eine Art Kredit, den man der Bank gibt.

Dirk Müller über den Crash des Kreditsystems

„Unser Finanzsystem hat fertig“, so Dirk Müller – wir erleben jetzt einen reset des Systems. Das Coronavirus sei nur der Auslöser für diesen reset – und die Ausrede zugleich, warum eben dieser „reset“ nun vermeintlich nötig sei. Bisher haben die Notenbanken es nicht geschafft, die Märkte zu beruhigen, was aber eigentlich durch das „plunge protection team“ der Amerikaner möglich gewesen, aber eben nicht erfolgt sei, meint Dirk Müller.

Das eigentliche Problem könnten die Notenbanken so oder so nicht lösen, so „Mr. Dax“: den „Credit Crunch„. Alle brauchen nun Liquidität, um Kredite und Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Cash ist King im deflationären Schock.

Dirk Müller über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Gesellschaft

Was fast noch schlimmer ist: die Menschen haben Angst um ihre Jobs und damit um ihre Zukunft. Dazu kommt noch die Angst um die Gesundheit der eigenen Familie – Müller spricht daher von einer so noch nie dagewesenen „Angstkombination“, die massive und bisher unkalkulierbare Auswirkungen auf die psychische Verfassung der Gesellschaft haben dürfte. Es könne daher zu sehr häßlichen Szenen kommen, die wir bisher nicht für möglich halten. Diese „Angstkombination“ in der Gesellschaft verstärke dann die Neigung der Menschen, Sündenböcke zu suchen – vielleicht die Flüchtlinge, die mit der einheimische Bevölkerung etwa um Arztbesuche konkurrieren?

Sehen Sie hier das Szenario von Dirk Müller über die Auswirkungen der Corona-Krise:

Dirk Müller über die Folgen der Corona-Krise

weiterlesen

Werbung

Bitte abonnieren Sie unseren Newsletter.


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

ico Capital.com
Capital.com CFD Trading App
Kostenfrei