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Markus Krall: Zinsen unterscheiden Mensch und Tier

Redaktion

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Markus Krall hat einen signifikanten Satz geprägt: „Der Zins unterscheidet den Mensch vom Tier“. Damit beschreibt der Ökonom Krall die Bedeutung der Zeitpräferenz für Mensch und Gesellschaft: anders als bei Tieren, die alle verfügbare Nahrung sofort konsumieren, hat der Mensch die Fähigkeit, Verzicht zu üben, um auch am nächsten Tag noch etwas zu essen zu haben. Der Zins wiederum aber ist der Faktor, der diese „Zeitpräferenz“ bepreist – und jene belohnt, die sparen, um dann investieren zu können in Produkte, die andere brauchen.

Wer wie die Notenbanken aber den Zins abschafft, der schafft unterschiedslosen Konsum, so Markus Krall: es macht keinen Sinn, nicht schon heute alles zu konsumieren, weil eine Einteilung des Vorhandenen sinnfrei erscheint – oder bei Negativzinsen sogar als nachteilig. Das Resultat ist, dass eine zinslose Wirtschaft im Hier und Jetzt ihre Substanz verbraucht – auf Kosten der Zukunft.

 

Markus Krall und die „bürgerliche Revolution“

Einer der zentralen Ursache der aus Sicht von Markus Krall falschen Richtung, die Wirtschaft und Gesellschaft derzeit gehen, ist das Wahlrecht. Krall plädiert daher für eine strenge Begrenzung der Amtszeit von Politikern, die faktisch auf eine Aufhebung des Berufs-Politikertums hinaus läuft. Dazu meint Krall, müsste man das Wahlrecht konsequent von Transferleistungen entkoppeln: nur wer keine Transferleistungen in Anspruch nehme, dürfe wählen – um damit eine Politik zu unterbinden, bei das Wahlrecht mit einer Transfer-Mentalität verknüpft sei und die gewählten Politiker nicht für das Allgemeinwohl handeln, sondern nur für das Wohl  ihrer Wähler-Klientel (etwa für Rentner). Ein ziemlich radikaler, wohl nicht umsetzbarer Vorschlag von Markus Krall..

Krall ist bekanntlich auch ein harscher Kritik der (staatlichen) Medien hierzulande. Man muß nicht seiner Meinung sein, aber Krall ist ein radikal freiheitlicher Denker, der durchaus einige Mißstände anspricht, über die zu diskutieren sich lohnt. Er sieht als rechts-konservativer Denker in Deutschland einen „Kulturmarxismus“ am Werk, der zur herrschenden Doktrin vor allem der deutschen Medien geworden sei.

All das sei Folge wie auch Auslöser unser wirtschaftlichen Krise, die bislang durch steigende Vermögenspreise (Wohlstandsillusion)  kaschiert werde, aber unausweichlich auf uns zu komme mit dann politischen Verwefungen. Faktisch seien die Deutschen bereits enteignet, weil die Anleihen, Pensionsansprüche etc. nichts mehr wert seien, so Markus Krall in diesem sicher kontroversen Interview bei „Tichys Einblicke“:

Markus Krall über den Zins und die Demokratie

Foto: Esther Neumann
http://de.wikimannia.org/Markus_Krall

17 Kommentare

17 Comments

  1. Avatar

    Ice 9

    30. Dezember 2019 16:34 at 16:34

    Er hat ja mit einigem Recht, aber das ist eine schlechte Metapher, es gibt genügend Tierarten, die Vorräte anlegen, dazu gehören Eichhörnchen, Hamster, Mäuse, Bären und verschiedene Vogelarten. Nur mal so bemerkt zur Ehrenrettung der Tierwelt, die sich in so manchem Lebensbereich intelligenter anstellt, als der Mensch, der sich selber viel zu wichtig nimmt.

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      Michael

      30. Dezember 2019 18:46 at 18:46

      @Ice 9, ich habe es mir nicht getraut zu schreiben, um die fast heiligen anerkannten Wirtschaftsprofis nicht zu kompromittieren. Aber eine derart dämliche Argumentation habe ich tatsächlich zuvor noch nie gehört oder gelesen. Kaum ein Tier frisst, bis es kotzt oder platzt, außer dem Menschen, wenn es um Gewinne oder Fastfood geht. Hunde vergraben den Rest ihrer Beute, Katzen jagen täglich aufs neue. Kein Vogel frisst sich so fett, dass er nicht mehr abheben kann, kein Raubtier tötet mehr, als es aktuell an Hunger verspürt. Insekten pflegen Vorratskammern und Arbeitskräfte für Notsituationen. Fast alle Tierarten treffen Vorsorge für schlechte Zeiten, sei es in Form von Winterspeck oder Vorräten. Und kaum ein Tier vernichtet Gesellschaftsmitglieder oder andere Arten und Rassen aus Spaß oder gar wirtschaftlichen, religiösen oder politischen Motiven.

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    Altbär

    30. Dezember 2019 19:28 at 19:28

    Ich zum Beispiel als Bär muss mir im Hefbst den Speck anfressen ,dass ich den Winter überstehe.
    Wenn der Klimawandel wirklich kommt, werde ich das auch nicht mehr machen.
    Noch zum Vergleich Tier u.Mensch. Ein Hund zum Beispiel vergisst nie eine schlechte Erfahrung.
    Die Börsianer machen exact die gleichen Fehler die zur Krise in 2008 führten.Er ist so dumm, das diesmal die Dimensionen noch um ein x-faches grösser sind. ( Anleihen,Immos u.Aktien.

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    sabine

    30. Dezember 2019 20:49 at 20:49

    @Michael: „kein Raubtier tötet mehr, als es aktuell an Hunger verspürt“. Das ist Quatsch, oder um mit Ihren Worten zu sprechen, dämliche Argumentation der heiligen Forumsteilnehmer hier!
    a) Äquatornähe: Ein Löwe tötet nur, was er fressen kann. Nicht mehr. Vorrat macht auch gar keinen Sinn, da es verfault bis er wieder Hunger hat. So auch Krokodile usw.
    b) Nordpol: Die Eisbären töten erstmal alles, was sie erwischen können. Huskys (Huskies) auch. Ein Problem, wenn die hiesige Schoßhund-Huskies mal erwachen und in einen Hühnerstall einfallen. Erstmal alles tot. Das macht auch Sinn, da Schneestürme oft Wochen dauern können. Bis dahin wäre aber der Eisbär verhungert. Insofern kann er währendessen immer mal etwas auftauen und fressen.
    c) Ein Teil der Winterbevorrater (Eichhörnchen) und auch Speckanfresser würden sich aber nie Gewalt antun und auf direkt Hungerstillendes bewußt verzichten, um damit sich etwas zu leisten. D.h. nicht, daß sie sich also überfressen müßten, was sie nicht tun. (Außer Ratten und Stadtvögel, die unser Fastfood- und denaturiertes Fressen fressen.)
    Das Eichhörnchen frißt sich zuerst satt und dann erst bevorratet es den Winter.

    Markus Krall ist eine Perle unter den heiligen Wirtschaftsfachidioten.

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      Michael

      30. Dezember 2019 22:01 at 22:01

      @Holzhacker-Sabine,

      A) Alpennähe: Die süddeutschen Amazonen hacken und verheizen alles an Holz trotz konstanter Plustemperaturen
      B) Der Winter am Nordpol und auch in Süddeutschland ist milder, als erwartet. Die Schneestürme dauern maximal 8 Stunden pro Winter an, die Eisschollen tauen, die Permafrostböden tauen, Wolf und Bär versinken im Schlamm oder im Nordmeer.
      C) Eichhörnchen halten grundsätzlich seit jeher keinen Winterschlaf und legen daher schon immer Vorräte für den Winter an, wenn die Natur keine Nahrung mehr hergibt. Dazu vergraben die Tiere Samen, Nüsse oder Pilze im Boden, meist in der Nähe von Baumstämmen.
      D) Markus Krall ist eine wahre Perle, die ein weiteres Jahrtausend in ihrer Muschel reifen sollte.

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    Quintus

    31. Dezember 2019 11:01 at 11:01

    @Michael und Sabine
    A) konstante Plustemperaturen???? seit Tagen Frost, gestern Dauerfrost im Schatten, nachts -8 Grad
    wohlgemerkt Voralpenland, nicht IN den Bergen.
    B) Der Winter hat erst begonnen und sie kennen bereits die erhöhte Durchschnittstemperatur dieses Winters
    für den Nordpol und Süddeutschland?
    C) korrekt
    D) Dr. Markus Krall wirft sehr oft seine Perlen vor die Säue

    Hmm, was wäre wenn sie Beide Recht hätten, aber nur teilweise? Wie immer gilt hier die „Goldene Mitte“.
    Herr Markus Krall legt BERECHTIGT den Finger in die Wunde hat aber auch gleichzeitig ein wenig Kritik verdient. Warum? Nun, würde die Wirtschaft sich frei entfalten können würde diese wieder aufblühen?
    Wohl kaum, dem stehen leider fundamentale Entwicklungen entgegen.
    Dies ist begründet durch die demographische Entwicklung und daraus resultierend haben wir ein ECHTES Nachfrageproblem. Obendrein befinden wir uns in der letzten Transformationsstufe der Arbeitshistorie.

    Bislang vermochte es die Menschheit immer wieder, in neuen Nischen und Feldern Arbeit zu finden. Vom „Jäger und Sammler“ zum „Bauern und Viehzüchter“, zum „Industriearbeiter“, und schlussendlich zum „Dienstleister“.

    Aber – nach dem „Dienstleister“ ist kein neues Tätigkeitsfeld mehr in Sicht!!
    Wir alle stehen jetzt buchstäblich mit dem Rücken an der Wand!
    Jeder Arbeitsplatz der jetzt verloren geht, wird nicht mehr an anderer Stelle
    neu geschaffen werden können, weil es keine neuen Arbeitsfelder mehr gibt!
    Ich rede wohlgemerkt von einer gesamtwirtschaftlichen Entwicklung also der Masse der Arbeitsplätze.
    Wir haben mittlerweile rund 70% der arbeitenden Menschen im Dienstleistungssektor( Dienstleistungen ALLER Art) Wo wollen sie all diese Menschen unterbringen, wenn nicht in eigentlich überflüssigen Dienstleistungen?
    Um nicht missverstanden zu werden: Natürlich gibt es sogenannte Wirtschafszyklen wie z. B. prozyklisches Verhalten (z. B. Schweinezyklus), oder den länger laufenden Kondratjeff-Zyklus. Aber diese
    Zyklen greifen auf kürzeren Zeiträumen.

    Diesen Zwiespalt erklärt Frau Ulrike Herrmann in ihrem Buch „Der Sieg des Kapitals“ ausführlich. Eingebettet in einer ganzheitlichen Betrachtung des Kapitalismus stehen wir einer unheilvollen Entwicklung entgegen. In ihrem zweiten Buch wird dieses noch näher erläutert: „Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung“

    In spannender Erwartung ihrer KONSTRUKTIVEN Kritik.

    Mit freundlichen Grüßen
    Quintus

    • Avatar

      Michael

      31. Dezember 2019 13:21 at 13:21

      @Quintus, gleich vorab: Meine Kritik bezog sich auf die hirnrissige Behauptung anders als bei Tieren, die alle verfügbare Nahrung sofort konsumieren, hat der Mensch die Fähigkeit, Verzicht zu üben, um auch am nächsten Tag noch etwas zu essen zu haben. Dies dürfte hinreichend widerlegt sein.

      Was den Winter betrifft: Meteorologischer Winteranfang
      ­In der Meteorologie beginnen die Jahreszeiten jedoch schon am ersten Tag des Monats, in den die jeweilige Sonnenwende oder Tagundnachtgleiche fällt. Nach dieser Definition beginnt der Winter auf der Nordhalbkugel also jedes Jahr am 1. Dezember.
      Meteorologen verwenden diese Definition, um vier Jahreszeiten von konstanter Länge zu erzeugen und so die statistische Vergleichbarkeit von Wetteraufzeichnungen und Klimadaten über längere Zeiträume zu gewährleisten
      .
      https://www.timeanddate.de/astronomie/winteranfang
      https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/Functions/glossar.html;jsessionid=7C3C5BF7091619B37DDAEAC1DC7E3E06.live11044?lv2=101304&lv3=101324

      Der Winter ist also schon zu einem Drittel vorbei und hat nicht erst begonnen. Unabhängig davon war der Dezember 2019 deutlich zu warm:
      https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2019/20191230_deutschlandwetter_dezember2019_news.html?nn=16210

      Ich rede aber auch nicht explizit von diesem aktuellen Winter, sondern meinte die Entwicklung der letzten Jahre. Hier habe ich mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt.
      https://interaktiv.waz.de/winter-vergleich-deutschland/
      https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2019/20190227_deutschlandwetter_winter2018_2019_news.html

      Was Ihre Ausführungen zu den wirtschaftlichen Entwicklungen angeht, könnte dies sehr langfristig betrachtet schon ein Teil einer bzw. eine mögliche Entwicklung sein. Aber so, wie ich nicht die Durchschnittstemperaturen für Januar und Februar 2020 kenne, kann man auch hier nur raten ;)

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      Michael

      31. Dezember 2019 13:26 at 13:26

      Mal wieder waren die Links vom DWD zu lang bzw. konnten wegen der Unterstriche nicht umgebrochen werden. Hier also nochmal ohne die Links, diese dann gesondert weiter unten:

      @Quintus, gleich vorab: Meine Kritik bezog sich auf die hirnrissige Behauptung anders als bei Tieren, die alle verfügbare Nahrung sofort konsumieren, hat der Mensch die Fähigkeit, Verzicht zu üben, um auch am nächsten Tag noch etwas zu essen zu haben. Dies dürfte hinreichend widerlegt sein.

      Was den Winter betrifft: Meteorologischer Winteranfang
      ­In der Meteorologie beginnen die Jahreszeiten jedoch schon am ersten Tag des Monats, in den die jeweilige Sonnenwende oder Tagundnachtgleiche fällt. Nach dieser Definition beginnt der Winter auf der Nordhalbkugel also jedes Jahr am 1. Dezember.
      Meteorologen verwenden diese Definition, um vier Jahreszeiten von konstanter Länge zu erzeugen und so die statistische Vergleichbarkeit von Wetteraufzeichnungen und Klimadaten über längere Zeiträume zu gewährleisten
      .
      https://www.timeanddate.de/astronomie/winteranfang

      Der Winter ist also schon zu einem Drittel vorbei und hat nicht erst begonnen. Unabhängig davon war der Dezember 2019 deutlich zu warm:

      Ich rede aber auch nicht explizit von diesem aktuellen Winter, sondern meinte die Entwicklung der letzten Jahre. Hier habe ich mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt.
      https://interaktiv.waz.de/winter-vergleich-deutschland/

      Was Ihre Ausführungen zu den wirtschaftlichen Entwicklungen angeht, könnte dies sehr langfristig betrachtet schon ein Teil einer bzw. eine mögliche Entwicklung sein. Aber so, wie ich nicht die Durchschnittstemperaturen für Januar und Februar 2020 kenne, kann man auch hier nur raten ;)

    • Avatar

      Jan

      13. Januar 2020 21:58 at 21:58

      @Quintus, der Winter ist nun halb vorbei. Wie sieht es aus im Voralpenland, nicht IN den Bergen? Noch immer Dauerfrost? Viel Schnee? Wo liegt die Durschnittstemperatur dieses Winters derzeit?

      • Avatar

        Quintus

        14. Januar 2020 06:44 at 06:44

        @Jan
        Heute morgen 6 Uhr: -3 Grad
        erwartete Höchsttemperatur 9Grad und trocken
        Leider wurden die letzten Tage diese Temperaturen nicht erreicht, aber ich begnüge mich mit den vorhandenen Temperaturen. Als langjähriger Radfahrer freue ich mich über trockene Strassen und Plusgrade.
        Meine PV- Anlage konnte nun im Januar einige Kw ins Netz eingespeisen.
        Ich hoffe ihnen ausreichend geholfen zu haben.
        Mit freundlichen Grüßen
        Quintus

    • Avatar

      Michael

      5. Februar 2020 22:02 at 22:02

      @Quintus
      A) und B)
      Angesichts des extremen Winters und der konstant eisigen Temperaturen benötigen Sie die offiziellen Statistiken vom DWD sicher nicht. Ich kenne und kannte die erhöhte Durchschnittstemperatur dieses Winters, weil ich wie die Börse gelernt habe, nahezu perfekt die Zukunft vorherzusagen 😂

    • Avatar

      Michael

      13. Februar 2020 20:46 at 20:46

      @Quintus
      Und, was sagen Sie zu meiner Winter-Vorhersage für Süddeutschland, nun, da der meteorologische Winter fast vorbei ist?

    • Avatar

      Michael

      7. März 2020 19:26 at 19:26

      @Quintus, Ihr Fokus liegt bekanntermaßen derzeit auf der selbsternanntem Corona-Spezialisten-Identität und der Sammlung umfangreicher Daten und Quellenangaben bezüglich dieser Thematik. Was jedoch relativ nutzlos erscheint, solange keine gesicherten und überprüfbaren Fakten vorliegen.

      Gerne würde ich abschließend auf Punkt B) zurückkehren.
      Ihr damaliger Sarkasmus in Ehren, aber nun liegt die erneute Bestätigung eines längst erwiesenen und ständig verleugneten Trends vor.

      Dezember und Januar hatten wir ja schon, hier abschließend und der Vollständigkeit halber noch der Februar und die Gesamtbilanz des vergangenen Winters:

      Mit einem Plus von 4,9 Grad zweitwärmster Februar in Deutschland seit 1881
      Der Monat war zugleich der zweitnasseste seit Aufzeichnungsbeginn.

      In Deutschland zweitwärmster Winter seit Aufzeichnungsbeginn 1881

      Die Links weiter unten, da sie die Kommentarfeldbreiten sprengen.

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    Ice 9

    31. Dezember 2019 15:07 at 15:07

    @all Mir ging es in erster Linie um diesen oft gehörten herablassenden menschlichen Vergleich mit der Tierwelt. Sebstverständlich sind fast alle Tiere zu Abstraktion und planerischem Verhalten fähig. Wie sollten sie bei ständig wechselnden Bedingungen sonst überleben? Es ist die Borniertheit des Menschen, dass er das nicht erkennen will. Habe, nur mal so als Beispiel, mal eine Doku gesehen, in der ein Wissenschaftler verlautbarte, er hätte 30 Jahre (!) daran geforscht und nun festgestellt, dass sich Affen unterhalten. OMG, jedes Kind, das zu etwas Beobachtungsgabe fähig ist, weiß, dass ALLE Tiere mit ihren eigenen und auch anderen Artgenossen kommunizieren. Und was Dr. Krall betrifft, er ist sicherlich ein kluger Kopf, dessen Ausführungen ich auch gerne zuhöre, aber auch er stellt nicht das Urübel unseres Geldsystems in Frage, nämlich den Zins und Zinseszins, der ja eine Exponentialfunktion darstellt, mit der ein linear wachsendes Wirtschaftsystem rein mathematisch niemals mithalten kann. Auch finde ich nicht, dass alles was sozial auch gleich sozialistisch ist. Mit seiner These der Privatisierung öffentlicher Güter z.B. kann ich überhaupt nichts anfangen. Vieles im Leben ist auch einfach Glückssache, zwei machen genau das selbe, es kommt aber dennoch unterschiedliches dabei heraus. Derjenige, der Erfolg hat, tut natürlich so, als ob er das alles nur aus sich selbst heraus erreicht hätte und dem andereren erzählt man jeder ist seines Glückes Schmied. Letzlich läuft aber alles auf die Gaussche Normalverteilungskurve hinaus.

    Guten Rutsch für alle und ein gesundes und erfolgreiches 2020 !

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

:

Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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Gabor Steingart: „Ausbeutung einer Zukunft, die es noch gar nicht gibt“

Claudio Kummerfeld

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Gabor Steingart redet Klartext im folgenden aktuellen Video-Interview mit Mission Money. Er spricht von der Ausbeutung einer Zukunft, die es noch gar nicht gibt, von einer Zinsknechtschaft von noch Ungeborenen. Die heutige Politik erkaufe sich mit der Druckerpresse Ruhe in der Bevölkerung, so lautet eine der Hauptthesen von Gabor Steingart (hier geht es zu Steingarts Morning Briefing).

Gemeint ist damit, dass (so wollen wir es formulieren) Notenbanken und Regierungen derzeit ohne Ende neues Geld drucken und die Staatsverschuldung hochschrauben. Damit werden Rettungspakete bezahlt, die zukünftige Generationen als Schuldenlast erben, und dann abbezahlen müssen. Mit diesem jetzt frisch erschaffenen Geld würden alte Industrien gerettet. Und das nun zwei Jahre laufende Kurzarbeitergeld sei de facto ein Bedingungsloses Grundeinkommen, so drückt es Gabor Steingart aus.

Gabor Steingart plädiert für Abkehr von alten Industrien, und für Aufbruch in die Zukunft

Im geht es im Interview hauptsächlich darum, dass es einen Art Aufbruch in Politik und Gesellschaft geben müsse. Denn derzeit rette Deutschland seine Industrie aus dem letzten Jahrhundert. Man müsse aber in Zukunftstechnologien investieren. So plädiert Gabor Steingart unter anderem dafür die Bildungsausgaben zu verfielfachen. Anfangen könne man zum Beispiel bei deutlich mehr Ausgaben für die Digitalisierung der Schulden. In diesem Zusammenhang erwähnt er, dass die Lufthansa vom Staat gerade 2 1/2 Mal so viel Rettungsgeld bekommen habe als die Schulen in Deutschland für die Digitalisierung.

Die Aussagen von Gabor Steingart sind hochinteressant! Sie sollten sich die 30 Minuten Zeit nehmen. Auch werden im späteren Verlauf des Interviews andere interessante Themen angesprochen, und auch der „Wandel von Journalisten hin zu Aktivisten“. Aber hauptsächlich widmet man sich der bislang verspielten Chance, jetzt massiv in die Zukunft zu investieren. Dabei gibt er sich betont optimistisch, dass Deutschland diese Herausforderung bewältigen könne – man müsse nur endlich mal losgehen, jemand müsse den Startschuss geben.

Gabor Steingart
Gabor Steingart, Ausschnitt aus Originalfoto. Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

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Coronakrise: Die Deutschen entdecken plötzlich Aktien!

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Ziemlich genau ein halbes Jahr ist vergangen, seitdem die Coronakrise die Aktien auf ihren tiefsten Stand drückten. Anschließend folgte mit einem Lockdown ein einmaliger Stillstand im Berufs- und Alltagsleben der Menschen in Deutschland. Die Konsumenten gaben zwangsläufig weniger aus als vor der Coronakrise, auch unter Berücksichtigung des geringeren Einkommens seit dieser Zeit. Was sie mit ihrem Geld anstellten, ergab eine Umfrage im Auftrag der Postbank – mit teilweise überraschenden Erkenntnissen.

Coronakrise: Die Zurückhaltung der Konsumenten

Wie veränderte die Coronakrise das Konsumverhalten der Deutschen? Dieser Frage ging das Marktforschungsunternehmen Kantar im Auftrag der Postbank nach. Die Ergebnisse:

Drei Viertel der Bundesbürger gaben weniger aus als zuvor, am meisten – 82,4 Prozent die 20 bis 29-Jährigen, die geringste Zurückhaltung bei den über 60-Jährigen mit 64,2 Prozent.
Da aber insgesamt die Einkommenseinbußen im Lande aufgrund von Zuschüssen, Kurzarbeitergeld u.a. moderat ausfielen, muss Geld gespart worden sein. Und zwar bei diesen Ausgaben:

  • Urlaub 46,2 Prozent
  • Gaststättenbesuche 39,6 Prozent
  • Hobby 31,7 Prozent
  • Mode 28,1 Prozent …..

Am geringsten waren die Sparmaßnahmen bei:

  • Genussmitteln (Alkohol, Zigaretten) 14,1 Prozent
  • Lebensmitteln 7,2 Prozent
  • Altersvorsorge 6,5 Prozent

Damit verbleibt ein Viertel der Bevölkerung, welches keine Ausgabenänderungen durchgeführt haben.

Wohin floss das Eingesparte?

Bei der Betrachtung der Sparziele treten doch einige Tugenden der Deutschen zu Tage – auch und gerade während der Coronakrise. Bei den Sparzielen nannten die Befragten:

  • Rücklagen für unerwartete Ausgaben 39,5 Prozent
  • Altersvorsorge 36,6 Prozent
  • Persönliche Muße 31,6 Prozent
  • Rücklagen für Krisenzeiten 28,9 Prozent
  • Erwerb von Wohneigentum 12,5 Prozent
  • Renovierungen 12,0 Prozent
  • Autokauf 11,6 Prozent
  • Rücklagen für Kinder 10 Prozent
  • Fast 13 Prozent konnten oder wollten überhaupt nichts zurücklegen.

Die Überraschung: Engagement in Aktien

Um diese Ziele wie Altersvorsorge und Weiteres zu erreichen, haben viele Sparer ausgerechnet in der Coronakrise mit all den Katastrophe-Nachrichten ihr Engagement in Aktien verstärkt. 3,2 Prozent tätigten zum ersten Mal eine Anlage in Aktien, 7,2 Prozent verstärkten ihre Wertpapierkäufe. Wie bereits schon öfters berichtet, macht 2020 das Sparplanprinzip in Deutschland die Runde. Mit 62 Prozent war die Anlage in Aktien seit dem Ausbruch der Coronakrise das bevorzugte Investment, gefolgt von ETFs (39,8 Prozent), Investmentfonds (22,2 Prozent), Zertifikate (13,9 Prozent), ganz am Ende Anleihen und Optionsscheine. Sollten deutsche Anleger tatsächlich einmal antizyklisch ins Geschäft mit Aktien eingestiegen sein?

Fazit

Auch wenn das gesamte Finanzsystem in einer sehr angespannten Lage ist und man jederzeit mit heftigen Korrekturen rechnen muss (vor allem in den kommenden Jahren) ist die Fokussierung auf Aktien von neuen Anlegern vermutliche keine schlechte Entscheidung. Die finanzielle Repression läuft – und die Zinsen haben nach vier Jahrzehnten ihren Nullpunkt erreicht. Eine (Leit-)Zinsanhebung ist aus faktischen Gründen auf lange Zeit obsolet und Zinsanlagen ergeben (gewollt) keine Rendite.

Aber die Wirtschaft muss weiter laufen, wie nach jeder Krise – und viele Aktien werden ihren Wert behalten, viele Anleihen dagegen nicht. Keiner hat eine Glaskugel. Aber ohne Wirtschaft, keine Einkommen, keine Steuereinnahmen, kein funktionierender Staat und ……kein Aktienmarkt. Banal aber wahr.

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