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Markus Krall: Zombies kippen bald, und Misstrauensvotum gegen Politik

Redaktion

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Markus Krall über das anstehende große Gewitter für die Volkswirtschaft

Markus Krall ist schon seit mehreren Jahren wohl der große Mahner schlechthin, wenn es um den möglichen wirtschaftlichen Kollaps, den Banken-Crash und die anstehende Inflation geht. Von vielen großen Medien als Crash-Prophet in die Witze-Ecke gestellt, kann Degusssa-Chef Markus Krall seine Thesen aber konkret begründen. Wenn wir seine Kommentare immer wieder mit Artikeln begleiten, betonen wir stets: Die Analysen sind glasklar und gut nachvollziehbar. Dennoch muss man nicht alle möglichen Folgen des großen Zusammenbruchs inhaltlich teilen, die Markus Krall anspricht. Und die Dimension eines wirtschaftlichen Kollaps, die er anspricht, auch das kann man auch so oder so sehen.

Markus Krall mit aktuellem Kommentar

Diese Woche hat Markus Krall sich zur aktuellen wirtschaftlichen Lage in der Coronakrise geäußert. Es handele sich gar nicht um eine Coronakrise. Nein, das Coronavirus sei lediglich der Auslöser für die aktuelle Krise gewesen. Massive wirtschaftliche Ungleichgewichte seien vorher jahrelang aufgespart worden. Es habe nur irgendein Auslöser gefehlt für so eine Krise, so Markus Krall im folgenden Video. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: In der Tat, jetzt in der Krise und wohl auch noch in Jahren und Jahrzehnten werden Politiker sagen: Das Virus war schuld an der Krise, wir waren ja nicht schuld! Vorher war die deutsche Volkswirtschaft völlig gesund! Eigentlich argumentativ eine geniale Sache, dass man alle Schuld bei einem Virus abladen kann.

Markus Krall betont in altbekannter Manier, dass Politik und Geldpolitik mit einer phantasielosen Werkzeugkiste wie schon in den letzten 20 Jahren auf diese Krise reagieren würden. Mit riesigen schuldenfinanzierten Programmen würde man versuchen die Nachfrageseite zu stimulieren, mit Notkrediten, Zuschüssen uvm. Damit würden die Probleme aber nur in die Zukunft verschoben. Und die Notenbanken würden weltweit die Geldmengen so steil ansteigen lassen wie seit 1923 nicht mehr. Der Pfad sei vorgegeben in Richtung Geldentwertung, also Inflation. Dies sei laut Markus Krall ein globaler Trend. Deswegen gebe es eine Flucht in Edelmetalle wie Gold, und auch in Kryptowährungen.

Die kräftige Inflation kommt?

Und nun kommen wir zu einer These von Markus Krall, die wir schon seit Monaten kritisch begleiten. Die Analyse mag richtig sein, aber die Prognose für die Zukunft? Da lassen wir jedem seine Meinung. Laut Markus Krall habe der Kollaps der Lieferketten dank Corona im letzten halben Jahr zu dramatisch niedrigeren Produktionskapazitäten geführt. Dieses geringere Angebot treffen auf eine dramatisch steigende Geldmenge, die irgendwann auch durch die Käufer-Nachfrage wirksam werde. Dann gebe es eine kräftige Inflation!

Goldpreis-Anstieg laut Markus Krall das große Misstrauensvotum

Laut Markus Krall sei der jüngst kräftig gestiegene Goldpreis (diese Woche mit neuem Allzeithoch in US-Dollar) das große Misstrauensvotum der Menschen gegen diese gesamte Rettungspolitik. Die Menschen würden nicht mehr daran glauben, dass all das letztlich funktioniere. Damit meint er zum Beispiel die umfassende Kosmetik der Politik, zum Beispiel in Deutschland. Wir von FMW begleiten diese optischen Maßnahmen auch seit Monaten kritisch, als da wären vor allem die Aussetzung der Insolvenzpflicht für Unternehmen, und die Aussetzung der Pflicht für Banken, dass gestundete Kredite als Kreditausfall in den Büchern abgeschrieben werden müssen. Er nannte dies auch schon den „legalen Bilanzbetrug“ für Banken. Aber von der Medienlandschaft, so sagt es Markus Krall, da werde die Lage in Deutschland sogar noch schöngeredet.

Noch dieses Jahr der große Knall?

Die Volkswirtschaft lebe derzeit auf Substanz. Viele Menschen würden sich sogar wohlfühlen bei mehrmonatigem Kurzarbeitergeld, wo man ohne zu arbeiten Geld bekäme. Es fühle sich an wie ein bezahlter Urlaub. Und was Markus Krall glaubt, was nun kommen wird? Das kann man so oder so sehen, aber dass es tendenziell in die folgende Richtung gehen wird, ist gut möglich. Er erwartet nämlich noch dieses Jahr eine große Banken-Rettungswelle, die letztlich 10 Billionen Euro oder mehr kosten werde. Und im Herbst werden laut Markus Krall die Zombieunternehmen kippen. Wir meinen: Ja, das kann passieren, vor allem wenn die Aussetzung der Pflicht zur Insolvenzanmeldung nicht über Ende September hinaus verlängert wird (Pleite-Welle ab Oktober möglich). Schauen Sie gerne das folgende interessante Video mit Markus Krall.

25 Kommentare

25 Comments

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    Zimmermann

    31. Juli 2020 19:48 at 19:48

    Oh, schon wieder eine Crashansage. Ich kann sie nicht mehr hören, Weik& Friedrich, Müller, Krall und wie sie alle heissen. Logisch preist der Gold an, der will seins verkaufen. Das Video habe ich mir gar nicht angeschaut. Weis eh, was der erzählt.

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      Michael

      31. Juli 2020 21:46 at 21:46

      Die Crashansage wiederholt er seit Jahren und sie ist fundamental nicht unbegründet. Leider wird er sein Versprechen, dass es den Euro zerlegt, auf heutigen Fakten kaum halten können. Sicher wird Gold noch deutlich steigen. Siehe 1982 bis 2000 zwischen 500 und 300 $/oz abwärts, 2000 bis 2011 zwischen 300 und 1800 $/oz aufwärts und seit 2018 bis heute zwischen 1300 und knapp 2000 $/oz aufwärts. Das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange, so lange, wie die „Politik“ und ihre „Zentralbanken“ nicht zu einer soliden „Geldpolitik“ zurückfinden. Wie Krall begründet, wird das nie wieder der Fall sein. Man kann ja noch hoffen, dass diesen Banden von Dilettanten doch noch ihr Handwerk gelegt wird. Ist doch völlig logisch, dass ein Arbeitsloser, der mehr Stütze als vorher Lohn nach Hause bringt, keinen Grund hat sich um einen Job zu bemühen. Siehe USA. Aber auch unsere Kurzarbeiter kriegen immerhin 80 % vom Lohn, ohne schaffen gehen zu müssen. Von den Südländern, die wir gerade wieder „retten“, wissen wir es nicht. Aber tatsächlich gehen Franzosen mit 60 ohne Abschläge in Rente. Das sind Fakten.

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      thinkSelf

      1. August 2020 11:20 at 11:20

      Na, wenn das aktuell kein Crash ist, dann interessiert mich ihre Definition von Crash doch sehr.

      Krall wirbt nicht für Gold, weil er im Goldgeschäft tätig ist, sondern er ist im Goldgeschäft tätig weil er die Welt so sieht wie er es darstellt.
      Seine Analysen sind auch immer gut begründet. Aber aus meiner Sicht übersieht er aber auch ein paar Dinge. Damit es zu einer breit angelegten Inflation kommt muss nicht nur die Geldmenge steigen, sondern vor allem das Angebot zusätzlich unter die realisierbare Nachfrage fallen. Realisierbare Nachfrage bedeutet, die Käufer verfügen noch über Tauschmittel. Jemand der völlig mittellos ist, verhungert im schlimmsten Fall, treibt aber die Inflation nicht an.

      Und im Gegensatz zu Krall sehe ich das in absehbarer Zeit nicht. Stabilisiert wird das System dabei über den doppelten Crash. Denn wenn Angebot und Nachfrage gleichzeitig fallen, kürzen sich die inflatorischen sozusagen gegeneinander weg.

      Der japanische Staat ist inzwischen mit ca. 240% BIP verschuldet. Und das ausschließlich gegenüber der eigenen Bevölkerung. Es gibt aus meiner Sicht keinen Grund warum das im Euroraum und beim Dollar nicht auch in diese Höhe gehen sollte.
      Klar, das wird zu noch mehr Vermögenskonzentration führen, der Wohlstand wird für große Teile der Bevölkerung weiter erodieren, aber einen inflationären Schock muss das nicht auslösen.

      Mein Szenario ist daher eher ein weiter fortschreitender Verfallsprozess von Wohlstand und Lebensqualität, der unterschiedliche Bevölkerungsteile unterschiedlich stark betreffen wird.
      Und dieser Prozess läuft ja schon lange, kann aber auch noch lange fortgesetzt werden.

      Wenn mal viel da war, kann man enorm lange von der Substanz zehren. Die langlebigsten Investitionsgüter halten knapp 100 Jahre. Und auch eine zu geringe Geburtenrate führt erst mal zu steigenden liquiden Mitteln. Und das für einen Zeitraum von mindestens 40 Jahren. Die „Kosten“ lassen sich also enorm in die Zukunft verlagern.
      Sobald das real durchschlägt braucht man dann aber wieder Jahrzehnte um das Versäumte nachzuholen. Falls dann noch die Basis dafür vorhanden ist.

      Wenn der Verfallsprozess langsam genug voranschreitet erreicht man auch nie die Schwelle politischer Unruhen. Abgesehen davon, dass von einer Bevölkerung die zur Hälfte aus Rolatorfahrern besteht ohnehin keine Gefahr mehr ausgeht.

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        Michael

        1. August 2020 13:45 at 13:45

        Zu Inflation hat Prof. Rieck auf youtube ein tolles Video gemacht. Die übliche Betrachtungsweise ist nur ein Drittel der Wahrheit. Dazu kommen die Qualität der Schuldner und die Restlaufzeit der Kredite. Geldmengen- oder Kreditmengenwachstum allein ist kein Inflationsgrund.

        Der Goldpreis korreliert mit den US-Zinsen. Die werden laut FED in den nächsten Jahren nicht steigen. Dafür wird haufenweise Geld gedruckt mit dem keine Gegenwerte erwirtschaftet werden. Das stützt den Goldpreis. Nebenbei sind die großen US-Aktienindizes selbst dem Goldpreis davongelaufen. Die sind am besten mit den Unternehmensgewinnen und der Entwicklung von Industrie und Gewerbe vergleichbar. Bei denen ist nahends Ungemach, eine heftige Korrektur, wahrscheinlich. Das dürfte kurzfristig auch den Goldpreis bremsen. Mein Liebling ist der Blue Chip Mc Donalds: negatives Eigenkapital, Mitarbeiterzahl in 5 Jahren halbiert, Aktien auf Kredit zurückgekauft und zur Krönung noch Dividendenzahlungen auf Kredit. Und das beschreibt, was seit Jahren in den USA falsch läuft. Die Zinsen waren auch in den USA seit Jahren viel zu niedrig. Mit solchen Motoren die Wirtschaft flottkriegen zu wollen ist Abenteuer pur.

        Nach Krall’s Ausführungen im vergangenen Jahr reicht schon eine Normalisierung der Pleiten, um eine neuerliche Bankenrettungsorgie veranstalten zu müssen. Die Probleme von 2008/09 und 2011 wurden nicht gelöst, sondern mit gigantischen Hilfen und Rettungen übertüncht. Bis m.W. Oktober brauchen Pleitiers keine Insolvenz anmelden, das ändert wenig daran, dass die Banken ihnen keine Kredite mehr bewilligen. Deshalb wird eine 2. Corona-Welle von einigen besonders gewünscht.

        Ungeachtet dessen werden die Nebenwirkungen des bevorstehenden ungeregelten Brexit, der Sanktionen der Amis gegen northstream 2 und gegen China die Lage in Europa nicht verbessern. Die absolute Krönung ist alles durch „Energiewende“, richtiger explodierende Strompreise, zu verschlimmern. Mich verblüfft bei diesen Fakten das Hypen von Elektromobilität. Dass Deutschland in einer Deflation steckt, wie gestern verbreitet, halte ich für ein Märchen. Die Preise für Nahrungsmittel stiegen nach meinen Beobachtungen dieses Jahr um 8%. Selbst Autos sind keineswegs billig. Das Geld dafür muss man erst mal verdienen.

        Corona ist nicht zu unterschätzen. Wobei nebenbei geschrieben Stand 31.07.2020 die Sterblichkeitsrate der Erkrankten Deutschlands mit 4,4% höher war als die in den USA mit 3,4%. UK 15,2%, Spanien 10%, Italien 14,2% und als Gipfel Frankreich mit 17,4% lagen weit über Schweden mit 7,2%. Weltweit lag der Durchschnitt bei 3,9%, das ist das Doppelte einer Grippeepedemie. Die extremen Werte der Südländer und für ein besonders miesen Gesundheitssystem berüchtigten Briten wurden sonst weltweit nicht ansatzweise erreicht.

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          Michael

          2. August 2020 11:08 at 11:08

          @Michael
          mir ist nicht ganz klar, worauf genau die Angaben der Sterblichkeitsrate im Verhältnis zu den Fallzahlen hinauslaufen sollen. Auf ein schlechtes oder (partiell überfordertes) Gesundheitssystem, den schlechten Gesundheitszustand der Bevölkerung oder den Anteil von Vorerkrankungen und Risikopatienten?

          Ergänzend sollte man auch folgende Zahlen einbeziehen Stand: 02.08.2020:

          Betrachtet man die Anzahl der Todesfälle pro 1 Mio Einwohner, liegt von den genannten Ländern UK mit 680 deutlich vor allen anderen. Danach folgen Spanien, Italien und Schweden in einer Spanne von 608 bis 568. Danach folgen USA und Frankreich mit 477 und 464. Und glücklicherweise ganz weit hinten Deutschland mit 110.

          Bei den Fällen pro 1 Mio Einwohner sieht die Reihenfolgen so aus:
          USA (14.387), Schweden (7.959), Spanien (7.178), UK (4.475), Italien (4.100), Frankreich (2.878) und erneut als „Schlusslicht“ Deutschland (2.519).

          Die zweite Zahlenreihe könnte in Abhängigkeit zu der Anzahl an Tests stehen oder, was viel wahrscheinlicher ist, an dem eingeschlagenen Weg zur Eindämmung der Pandemie.

          Die erste Reihe dürfte analog zu Ihrer Betrachtung auf dieselben o. g. Faktoren zurückzuführen sein.

          Es fällt sofort auf, dass in beiden Betrachtungsweisen Deutschland sehr vorbildlich und weit abgeschlagen den letzten Platz belegt. In UK wirken sich vermutlich Gesundheitssystem, Gesundheitszustand und die Versäumnisse gerade zu und auch noch längere Zeit nach Beginn der Pandemie negativ aus. Bei Frankreich erscheint die Lage eher diffus, wobei das Land in beiden Zahlenreihen – auch global betrachtet – nicht sonderlich auffällig ist. Spanien und Schweden liegen vergleichsweise nahe beieinander, was vermutlich an den stets lockeren bzw. zu früh wieder gelockerten Maßnahmen liegen dürfte. Im Falle der USA (und übrigens auch Brasilien mit sehr ähnlichen Zahlen) ist jeglicher Kommentar überflüssig.

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        Zimmermann

        1. August 2020 18:25 at 18:25

        100%ige Zustimmung! Inflation hängt nicht alleine von der Geldmenge ab, sondern auch von der Umlaufgeschwindikeit. Derzeit haben wir deflationäre Tendenzen. Bis die Inflation mal richtig anfängt, dauert es meiner Meinung mindestens 2-3 Jahre. Crash, ja vielleicht gibts den, irgendwann einmal. Vielleicht in 1/2 Jahr, 3Jahre, 5 Jahre… 20 Jahre. Keine Ahnung, aber darauf zu spekulieren, ist das dümmste was man machen kann. Deshalb halte ich von den Crashpropheten nichts.

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    sabine

    31. Juli 2020 20:01 at 20:01

    In der Autoindustrie kippen die kleinen Zuliefer-Unternehmen seit einigen Monaten. Den 2-monatigen Verdienst-Ausfall (März April) überleben einige nicht. Die großen Autohersteller werden schon nervös (die uns Zulieferer seit Jahren und schon richtig als Sport ausgequetscht haben!). Wenn die nur hauchdünn überleben, braucht man sich nicht wundern, wenn man dann unter Herzinfarkt leidet wegen drohendem Bandstillstand. Diese Woche bereits mehrere Anrufe: „Liefert der und der noch? Wieviel? Was ist ihr Lager?“ Es sei ihnen gegönnt! Früchte des strategischen Einkaufs: Lopez-System!!! (Die Japaner haben ein anderes!!!) VW-Chef hat zur Frage, wie man die Dieseltheater-Geldstrafen schultern will geantwortet, man hole es sich von den Zulieferern. (Mafiamethoden wie bei Prevent.) Der Böse schadet sich selbst am Meisten – römischer Spruch aus der Antike! Es sei.

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    Darius Franz

    31. Juli 2020 22:13 at 22:13

    Eins unterscheidet Krall doch von den anderen. Er legt sich auf einen klaren Zeitraum fest.
    Ende diesen Jahres. Also wenn die Erde sich Anfang nächsten Jahres noch dreht, gibt er hoffentlich Ruhe xD

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    Columbo

    1. August 2020 00:15 at 00:15

    Das Video ist unangenehm, aber wegschauen bringt auch nichts. Ob man will oder nicht, Krall muß man Ernst nehmen.
    Ich hoffe, daß er sich irrt, aber etwas sagt mir, daß diese Hoffnung sterben wird.

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      asisi1

      2. August 2020 21:08 at 21:08

      Der Crash ist doch schon längst da!
      Nur wer nicht selbstständig denken kann, hat es noch nicht bemerkt!
      Bei den normalen Arbeitnehmern gehen vom Netto ca. 70-80% für Steuern und Abgaben drauf. Massive unberechtigte Zuzahlungen im Gesundheitswesen. Energiekosten hoch für dumme und sinnlose Polit Spinnereien. Mieten bald nicht mehr aufzubringen. Von den Renten wurden 50% vom Staat gestohlen. Steuern, KK Beiträge und Pflegeversicherung auf Renten! Alten und Pflegeheime kosten mittlerweile ca. 3.000-4.000 Euro usw. Das und vieles andere hat dieser Staat uns gestohlen und wer das nicht erkennt, dem muss sicherlich noch mehr genommen werden!

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        leftutti

        3. August 2020 21:47 at 21:47

        @asisi1, bemerken und durchdenken Sie eigentlich selbst ständig oder wenigstens manchmal, welch hanebüchenen Unsinn Sie zumeist von sich geben?

        Vom Netto gehen 70-80% für Steuern und Abgaben drauf?! Der durchschnittliche „normale“ Arbeitnehmer hat ein Netto-Medianeinkommen (nach Steuern und Sozialabgaben) von etwa 1.800,- EUR. Laut Ihrer These gehen davon nochmals rund 1.350,- EUR für weitere Steuern und Abgaben drauf. Könnten Sie diese bitte näher erläutern und aufschlüsseln?

        Zählen Sie Warmmiete, private Versicherungen, Sprit, Strom, Telefon und Internet, Lebensmittel und Kleidung zu den Abgaben? Das entspräche dann in etwa dem sog. verfügbaren Nettoeinkommen. Dieses gibt an, über wie viel Geld einer Person nach Abzug von lebensnotwendigen Kosten (u. a. für Miete, Versicherungen, Lebensmittel) im Monat zur völlig freien Verfügung steht: Für Sparen, Zocken, Halligalli, Shopping, Konsum, Urlaub, Luxus, Autos, summa summarum der aktuellen Definition von Freiheit und persönlicher Entfaltung.

        Dieses verfügbare Medianeinkommen normaler Arbeitnehmer liegt bei etwa 900,- EUR, nach Ihrer Rechnung nach „Steuern und Abgaben“ allerdings nur bei ca. 450,- EUR.

        Oder dachten Sie ganz selbstständig, dass beim NETTO-Markendiscounter 70-80% für Bier und Schnaps drauf gehen 😩 😂 🙈

      • Avatar

        leftutti

        4. August 2020 00:12 at 00:12

        @asisi1, fast hätte ich die Energiekosten hoch für dumme und sinnlose Polit Spinnereien vergessen. Sie erinnern sich an das EEG-Paradox der CDU/FDP-Regierung von 2010?
        https://www.n-tv.de/ratgeber/Warum-die-Stromrechnung-ungerecht-ist-article21949371.html

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    Mike Lohmann

    1. August 2020 10:46 at 10:46

    EZB-Logik banal erklärt. Ein Bauer hatte Pech und sein Vieh verendete wegen einer Seuche. Nun hat er kein Einkommen, da er dem Schlachter kein Vie verkaufen kann. Nun kommt die ISB-Notenbank und stimuliert den Markt mit gedrucktem Geld und hilft dem Bauer mit Gratiskrediten, damit dieser systemrelevante Betrieb wie eine Bank, keinerlei Schaden nähme.
    Nun geht der Bauer mit dem gedruckten Geld zum Schlachter und will Fleisch kaufen, nur… der Schlachter hat keines. Und die ISB-Notenbanker behaupten weiter, dass ihre Denklogik ökonomisch das Ei des Kolumbus sei, dass nur die Politiker eben noch keine Strukturbereinigung durchgeführt hätten. Deshalb überlegt sich die ISB grosse Mengen an Helikoptergeld über dem Dorf abzuwerfen, damit die Leute wieder Fleich kaufen könnten… Ein Intelligenztest der ISB-ler wurde bisher abgelehnt mit der Begründung, dies seien ausgewiesene Fachkräfte und nicht von Interessengruppen gewählte Vertreter.

  6. Avatar

    Marcus

    1. August 2020 12:33 at 12:33

    Man muss das ganze aber auch aus der Sicht betrachten, dass Markus Krall vor seiner Tätigkeit bei der Degussa jahrelang als Risikomanager tätig war und somit auch sehr viel mit Banken und deren Bilanzen zu tun hatte. Ich denke dass Markus Krall schon sehr genau weiß über was er da redet, und er kann es ja auch noch mit logischen Argumenten untermauern im Gegensatz zu beispielsweise Weik & Friedrich oder Herrn Müller. Und er nennt einen konkreten Zeitraum wieder im Gegensatz zu den anderen die immer nur von einem Crash irgendwann erzählen.

    Markus Krall ist eher jemand den man ernster nehmen sollte als andere, einfach aufgrund seiner beruflichen Expertise.

  7. Avatar

    Lausi

    1. August 2020 20:13 at 20:13

    Inflation kann auch durch Vertrauenserlust entstehen. Wenn eine Volkswirtschaft abschmiert und gleichzeitig wie verrückt Geld gedruckt wird, sollten die Zutaten für so einen Vertrauensverlust eigentlich gegeben sein. Corona-Herbst, ick hör dir trapsen…

    • Avatar

      Santino

      3. August 2020 20:59 at 20:59

      @Lausi
      Inflation gibt es im Augenblick m. M. nur an den Kapitalmärkten, an der Peripherie wird man mit Rabatten überhäuft, was eher für Deflation spricht.

  8. Avatar

    Jonny

    2. August 2020 14:58 at 14:58

    Ich rechne, aus charttechnischer Sicht, damit dass der Markt (Dow Jones, Dax) sich nach abgeschlossener V Formation bis Ende des Jahres sich seitwärts bewegt. Der Absturz kommt dann wahrscheinlich erst nächstes Jahr. Es gibt aber die möglichkeit wenn de Markt ein Aufsetzter schafft, sprich sich über der V-Formation zu halten, dann geht es nochmal richtig Aufwärts.
    Dr. Markus Krall lag damit Falsch dass er gedacht hatte dass sich diese Erholung zur Bullenfalle entwickelt. Prof. Max Otte lag richtig als er von einer Erholung am Markt spekulierte und Positionen dazugekauft hatte. Ich denke die Meinung von Prof. Max Otte sollte man auch berücksichtigen. Falls Dr. Markus Krall falsch liegt ist sein Ruf dahin und die Kritiker des Systems werden einen schweren Vertrauensverlust erleiden, so dass gar keiner ihnen mehr glauben wird.

    Gruß an alle die selbst denken können.

  9. Avatar

    Klempner

    3. August 2020 00:00 at 00:00

    Liebe Leute,
    M.Krall ist Fachmann und seine zugrundeliegenden Theorien sind alle richtig,das mal vorweg.Die Frage ist ,warum sind die Vorhersagen so ungenau ??? Ganz einfach ,als diese Theorien aufgestellt wurden gab es im Traum nicht diese technischen Möglichkeiten wie heute .Heute kann man Geldströme bis auf einzelne Konten oder sogar Personen verfolgen und berechnen.Das bringt einen enormen positiven Geldstromleiteffekt mit sich,dazu kommt das das frische Geld erstmal oben nur durch wenige Spieler und über Währungsgrenzen hinaus durch Swaps getimt werden kann.Das ist auch der Grund ,warum es niemals
    zur Zielinflation kommen kann .Die Megainflation gibt es doch schon ,jedoch nur bei Gütern die nicht in die Inflationsdefinierung mit einbezogen werden.Das ist doch das Geniale!!! Es gibt nur ein Nadelöhr,daß hat sich Q4/2018 und jetzt März 2020 gezeigt ,nämlich wenn nicht schnell genug neue Kreditgeldmenge ,revolvierend zur Verfügung gestellt werden kann.Man braucht halt vorm Bürger/Schuldentilger immerwieder einen Grund ,um diese atemberaubenden, immer weiter expandierenden
    Summen aufzunehmen.Zum Glück gibt es ja grad Corona . Die realen alten Preissignale werden mittels
    Quantitäts/Preiseffekt liquidiert. In dem Moment ,wenn der Steuersklave nicht mehr zur Neuverschuldung für das Bankenbilanz/Finanzsystem bereit ist ,haftet tatsächlich jeder für sein eigenes Risiko.Das heisst dann wohl „Der finale Margin-Call“ . Das ist Kralls Problem.
    …..Mortimer ,schalt die Maschinen wieder ein !!!

    • Avatar

      Columbo

      3. August 2020 10:54 at 10:54

      @Klempner

      Krall ist nicht der einzige Fachmann auf dieser Welt. Es gibt tatsächlich noch andere, die was anderes sagen.
      Aber die interessieren keinen.
      Warum soll Krall der einzige sein, der weiß, was kommt?
      Warum verliebt man sich so in das Gruselkabinett des Markus Krall?
      Antworten findet man vielleicht bei Sigmund Freud, C.G. Jung oder auch Neuere.

  10. Avatar

    Hesterbär

    3. August 2020 10:29 at 10:29

    Markus Krall versteht die marktwirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Zusammenhänge wie kaum ein anderer. 99% der Bevölkerung verstehen sie aber nicht oder nur ansatzweise. Und wie groß der Anteil derer, die die Zusammenhänge zumindest ansatzweise verstehen, auch immer sein mag, eine große Hilfe beim Aufbau eines neuen Wirtschaft- und Finanzsystems werden sie nicht sein können, weil auch die Gruppe der Halbwissenden zumeist die falschen Schlussfolgerungen zieht. Da in Demokratien die Unwissenden und Halbwissenden aber stets die absolute Mehrheit vereinen, sollten wir also vielleicht wieder zu Monarchien zurückkehren und Krall zum Monarchen wählen.

    • Avatar

      Columbo

      3. August 2020 13:13 at 13:13

      Ahja, jetzt wird mir einiges klar.
      „Zu den Monarchien zurückkehren“
      …da gab es mal oder gibt es vielleicht immer noch eine Seite…hartgeld.com oder so ähnlich hieß die. Da kann man nachlesen, wer der nächste Kaiser wird.

    • Avatar

      King Louie

      3. August 2020 14:06 at 14:06

      @Hesterbär, und Sie zählen sich zu den 1% der Erleuchteten, die die großen Zusammenhänge verstehen? Etwa vergleichbar dem aufgeregten Mob aus Weißwesten, der am Wochenende auf Berlins Straßen seine ganze Intelligenz und sein umfassendes Wissen öffentlich und vor laufenden Kameras zur Schau stellte.

      99% der Bevölkerung als dumm oder halbdumm darzustellen und sich selbst davon auszunehmen, das hat schon etwas vom egozentrischen Narzissmus und Größenwahn eines Donald Trump. Wer Ihre Kommentare seit einigen Jahren verfolgt, muss jedoch zwingend vielmehr zu der Schlussfolgerung gelangen, dass auch Sie ein statistisches Mittelmaß nicht überschreiten. Betrachtet man allerdings Ihren letzten Satz in diesem Kommentar, so lässt sich zumindest konstatieren, dass Sie über eine gehörige Portion Humor verfügen.

    • Avatar

      Lausi

      3. August 2020 21:12 at 21:12

      @Hesterbär – „Heil Krall“ würde schon mal nicht schlecht klingen! Bei Hubertus Heil z.B. würde sich das ja deutlich lächerlicher anhören! ;-)

      • Avatar

        leftutti

        3. August 2020 22:01 at 22:01

        @Lausi, du alter Lauser 😜
        Heil, Heil Hubertus! KLingt auch nicht lächerlicher als Kasper Krall mit Krone, Kragenpulli und Königswürde 😂 😱

  11. Avatar

    Prognosti

    4. August 2020 12:47 at 12:47

    Keine Angst wegen Deflation. Die Rückabwicklung der Globalisierung, die höheren Mieten wegen steigenden Immobilien u.die stark steigenden Gesundheitskosten wegen der Pandemie werden bald die Inflation befeuern.Die Frage ist dann nur wie realistisch sie den Teuerungsindex abbilden.

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US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Sahra Wagenknecht über die große Krise, und wie man sie lösen kann

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Sahra Wagenknecht hat den Ruf wirklichen wirtschaftlichem Sachverstand zu besitzen. Bei ihr kann man erkennen: Es wird nicht stumpf das sozialistische Lied abgespielt. Bei ihren Aussagen merkt man, dass sie das Gesamtbild im Blick hat und auch versteht. Natürlich kann und darf man über ihren Lösungsansatz für das große Gesamtproblem streiten. Aber auch ihren Lösungsansatz begründet sie inhaltlich nachvollziehbar.

Sahra Wagenknecht mit Bestandsaufnahme der Krise

In ihrem aktuellsten Video (am Ende dieses Artikels) wirft Sahra Wagenknecht die Frage auf, ob eine große Finanzkrise bevorsteht. Dafür arbeitet sie sich an vielen Ungleichgewichten und wirtschaftlichen Schieflagen ab, die in dieser Form in der Tat auch bestehen. So bespricht sie die gigantische Geldschwemme der Notenbanken, in der Europa verursacht durch die EZB. Diese sorge für einen riesigen Push bei den Aktienkursen. Profitieren würden vor allem die Reichen, die in großem Umfang Aktien besitzen. Der Kleinsparer, der sein Geld nur auf dem Sparkonto parkt, würde durch Nullzinsen (neuerdings immer öfters auch Negativzinsen) und Inflation laut Sahra Wagenknecht real jedes Jahr Geld verlieren.

Die Großkonzerne würden in der Coronakrise mit billigem Geld überschwemmt, so dass sie gar keine Probleme hätten durch diese Krise zu kommen (ja, dafür gibt es zahlreiche Beispiele). Gleichzeitig haben es laut Sahra Wagenknecht kleine Unternehmen und Unternehmer derzeit sehr schwer überhaupt an Geld zu kommen, um die Krise überleben zu können. Demnach seien die großen Konzerne die Krisengewinner, die kleinen Betriebe die Verlierer. Sahra Wagenknecht nennt in diesem Zusammenhang auch die Anleihekäufe der EZB, wo auch in großem Stil Unternehmensanleihen gekauft werden. Und hier geht es eben um Anleihen großer Unternehmen, und nicht um Schulden kleiner Betriebe, die eh keine Anleihen ausgeben.

Als weiteres Ungleichgewicht benennt Sahra Wagenknecht auch die Immobilienblase. Bei den niedrigen Zinsen lohne sich die große Spekulation, welche die Preise immer weiter nach oben treibe. Und letztlich beleuchtet sie die (von uns bei FMW oft angesprochene) steigende Bedrohung für das Bankensystem in Europa. Schon vor der Krise habe es laut Sahra Wagenknecht 600 Milliarden Euro Volumen an faulen Krediten bei Banken in Europa gegeben – jetzt drohe diese Summe auf 1,4 Billionen Euro zu steigen.

Problemlösung

Was sei nun die Lösung des Problems? Laut Sahra Wagenknecht seien immer neue Schulden und immer tiefere Zinsen nicht die Lösung des Problems. Die Wirtschaft könne auch nicht so kräftig ansteigen, dass Volkswirtschaft und Staat aus dem gigantischen Schuldenberg „herauswachsen“ könnten, wie sie es formuliert. Inflation sei auch keine Lösung, da hierbei die kleinen Leute mit ihren Sparguthaben enteignet würden. Die reichen Leute würden mit ihren Immobilien und Betriebsvermögen ihren Wohlstand behalten, während die kleinen Leute bei einer spürbaren Inflation den Preis bezahlen müssten.

Für Sahra Wagenknecht gibt es nur eine Lösung des Problems. Und da kommt natürlich die linke Politik wieder zum Vorschein. Man müsse die enorme angehäufte Schuldenlast restrukturieren, und zwar zu Lasten der wirklich Vermögenden. Dazu kann man anmerken: Das ist eine politische Frage, was man will. Diese Lösung kann man befürworten, oder eben auch nicht. Ansichtssache. Aber abgesehen davon: Die anderen Alternativen sind auch nicht berauschend. Man darf vermuten: So wie die aktuelle Merkel-Regierung wird wohl auch ein Nachfolger wie Herr Laschet keinen großen Wurf machen, sondern stillschweigend zusammen mit der EZB auf die Lösung setzen, die auch die Amerikaner seit Jahrzehnten praktizieren, wenn es um Problemlösungen geht. „Kick the can down the road“ – die Dose die Straße weiter runter kicken. Das Problem also in die Zukunft verschieben. Also jetzt immer neue Rettungsprogramme auflegen (letztlich finanziert durch die EZB, das neue EU-Schuldenprogramm uvm), – und diese Probleme darf irgendwer in ferner Zukunft abzahlen.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht. Foto: Ferran Cornellà CC BY-SA 4.0

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