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Maschinenbau: 81 Prozent der Firmen mit Lieferproblemen, 90 Prozent daher mit weniger Umsatz

Beispielbild für Maschinenbau

Der deutsche Maschinenbau spürt den Materialmangel (zuletzt auf neuem Rekordhoch) und die Lieferprobleme. Aber erst einmal die gute Nachricht vorweg. Der Branchenverband VDMA hat 600 Unternehmen befragt. Man erwartet für den Maschinen- und Anlagenbau für 2021 ein Produktionsplus von 10 Prozent, und für 2022 sollen es +5 Prozent werden. Insgesamt dürfte der Aufschwung laut VDMA aber intakt bleiben. Außerdem werde all das, was aus Knappheitsgründen in diesem Jahr nicht mehr gefertigt werden kann, im nächsten Jahr nachgeholt.

Lieferengpässe und Materialknappheit im deutschen Maschinenbau

Während sich die Auftragsbücher im Maschinenbau und Anlagenbau in den vergangenen Monaten trotz Corona-Pandemie gut gefüllt haben, kämpfen viele Unternehmen laut VDMA mit zunehmendem Materialmangel und Lieferengpässen. 81 Prozent der Maschinenbaufirmen spüren demnach merkliche oder gravierende Beeinträchtigungen in ihren Lieferketten. Drastisch zugenommen haben insbesondere Knappheiten bei Elektronikkomponenten. Darüber hinaus leiden knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen unter Beeinträchtigungen in der Logistik- und Transportabwicklung. Dies sei jeweils deutlich mehr als selbst zu Spitzenzeiten der Pandemie Mitte April 2020. Eine Entspannung speziell bei der Zulieferung von Vorprodukten ist laut VDMA zumindest für die kommenden drei Monate nicht zu erwarten. 40 Prozent der befragten Unternehmen im Maschinenbau rechnen sogar mit zunehmenden Problemen, und 52 Prozent mit gleichbleibenden Herausforderungen.

Konsequenzen

90 Prozent der befragten Unternehmen im Maschinenbau können in Folge von Produktionsbehinderungen weniger umsetzen, als unter anderen Bedingungen möglich wäre. Dies dämpft laut VDMA auch die Umsatzerwartungen für das laufende Jahr. 44 Prozent der Maschinenbauer beziffern die Verringerung des Umsatzwachstums 2021 infolge von Materialengpässen auf 1 bis 5 Prozentpunkte, weitere 28 Prozent sehen sogar einen Abschlag von 5 bis 10 Prozentpunkten. Immerhin würden etwa 90 Prozent der Unternehmen für das laufende Jahr mit einem Umsatzplus rechnen. Doch der überwiegende Teil der Unternehmen wird Konsequenzen aus der schwierigen Versorgungssituation ziehen. Laut der VDMA-Umfrage planen mehr als 70 Prozent der Betriebe nun Änderungen in den Lieferketten vorzunehmen. Dies bedeutet vor allem, das Zulieferernetzwerk – auch geografisch – zu vergrößern, die Lagerhaltung zu erhöhen und alternative Lieferwege zu suchen.



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