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Massive Divergenzen bei US-Indizes, „unbegrenztes Abwärtsrisiko“: „Ich möchte einfach nicht long sein“!

Über die Bullen an der Wall Street, die in einer prekären Situation sind!

Markus Fugmann

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am

In amerikanischen Medien dominiert nach wie vor das Narrativ: das ist eine Korrektur, ganz normal, mehr nicht. Danach werde es, wie in den letzten Jahren, wieder nach oben gehen. Also den Dip kaufen, die schönen steigenden Charts der letzten Jahren betrachten – und dann auf die Fortsetzung der Vergangenheit in der Zukunft hoffen, so, wie es Millionen von Investoren tun, die passiv ETFs kaufen.

 

Aber das könnte schon bald nach hinten losgehen. Das zeigt J.C. Parets vom amerikanischen Finanzblog All Star Charts. Er sieht die Bullen in einer prekären Situation – und unterlegt diese Sicht mit Charts, die auf kommendes Unheil schließen lassen. Parets zeigt Divergenzen auf, die auch die Bullen interessieren sollten!

 

So etwa die massive Divergenz zwischen den US-Aktienmärkten und den Aktienindizes der „Restwelt“ (O-Ton Hillary Clinton): so erreichte der S&P 500 im dritten Quartal neue Hochs, die „Restwelt“ war da schon stark unter Druck:

 

Zuletzt gab es eine solche Divergenz auf dem (kurzfristigen) Top im Jahr 2015.

Die nächste Divergenz betrifft den Sektor „conusmer staples“, also jene Firmen, die Dinge des täglichen Bedarfs herstellen (Sachen wie Windeln etc.). Wenn die Aktienmärkte stark sind, sind meist die Aktien aus diesem Sektor verhältnismäßig schwach, weil sie als defensiv gelten. Diesmal ist das jedoch anders – eine Divergenz, die zuletzt in den Jahren 2007 und 2015 auftrat:

 

 

Die nächste Divergenz ist sichtbar in dem Verhältnis zwischen offensiven Sektoren (Finanzwerte, Tech, Consumer Discretionary) und defensiven Sektoren (Utilities, also Versorger, und der Gesundheitssektor, Healthcare). Während der S&P 500 neue Hochs erreichte, zeigt der Vergleich zwischen offensiven und defensiven Sektoren (die ratio) niedrigere Hochs und tiefere Tiefs:

Und die ist da noch die gute alte Dow-Theorie, wonach der Dow Jones Transport ein vorlaufender Indikator für die Wirtschaft ist, an dem zuerst ablesbar ist, was die Zukunft bringen wird: während der Dow Jones Industrials Index neue Hochs erreichte, begannen die Transportwerte im Dow Jones Transports bereits mit niedrigeren Hochs zu schwächeln – eine Analogie zu den Jahren 2000, 2007 und 2015 als Anzeichen für ein Top des Marktes:

 

Aber jetzt bleibt die Frage des Timings: wann wird erkennbar, dass ein Crash bevorsteht? J.C. Parets verweist dabei auf die Kreditmärkte, die bislang noch recht entspannt sind. Entscheidend sie die Relation zwischen (sicheren) US-Staatsanleihen und Junk Bonds, also Anleihen von bonitätsschwachen US-Unternehmen:

 

 

Und last but not least der Blick auf den „breadth“ am Beispiel des Nebenwerte-Index Russell 3000: wenn ein Index wie der Russell 3000 neue Tiefs erreicht, aber die Zahl der  Aktien in diesem Index abnimmt, die einen RSI unter 30 haben (also „bärisches Momentum“) – dann sei die Zeit zu kaufen, so wie im Jahr 2016 oder selbst noch im Jahr 2018:

 

 

 

Derzeit aber ist das Gegenteil der Fall, so J.C. Parets. Könne es also absehbar einen Crash geben? Sicher, meint er. Aber selbst wenn das nicht passiert und Aktien seitwärts laufen, wolle er jedenfalls in einem solchen Umfeld keine Aktien kaufen:

„Do you want to be long in that environment anyway? I’d say no way, Jose! Either way, crash or long sideways grind, I still don’t want to be long.“

 

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Bernd Schneider

    24. Oktober 2018 12:29 at 12:29

    Als wenn Sie Herr Fugmann schon jemals ein Dip gekauft haben . Freu mich jetzt schon im Dezember auf Ihre Artikel …

    • Avatar

      sufaap2008

      24. Oktober 2018 13:05 at 13:05

      Was kommt den im Dezember?
      Wenn Ihnen die Meinung oder der Tenor der Redaktion nicht passt, was legetim ist, dann kommunizieren Sie Ihre Gründe, Argumente für, nehme ich an, steigende Aktienkurse.

  2. Avatar

    Roberto

    24. Oktober 2018 13:27 at 13:27

    Dieser User “ Bernd Schneider “ ist erfolgloser shorter und kein Bulle. Er hat sich die Nase mit den shorts verbrannt, weil er sich überhebelt hat. Anders kann ich mir seinen Unmut gegenüber Herrn Fugmann nicht erkläreen.
    Er sucht hier nur jemanden um seinen Frust darüber abzuladen warum er sein Geld verloren hat ohne zu bemerken, dass nur er selbst schuld an seinem Unvermögen ist.
    Wenn ich jemanden nicht gerne lese oder höre, dann gehe ich nicht auf seine Seite und vergeude meine Zeit damit.
    Das macht dieser USER aber , nur um Herrn Fugmann ständig zu beleidigen.
    Daher sollte man die Kommentare von diesem unsymphat einfach löschen oder bei der Prüfung erst gar nicht einblenden. Das wäre mein Wunsch an die Redaktion.
    Solche Hater die mit der ganzen Welt unzufrieden sind, sollten hier keine Bühne bekommen.
    Konstruktive Kritik sieht anders aus.
    VG
    Roberto

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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am

Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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