Folgen Sie uns

Aktien

Massive Zuflüsse in ETFs seit Jahrebeginn: Ein Risiko!

Seit Jahresbeginn geht es mit den US-Märkten nicht mehr so recht nach oben, aber eine Branche boomt wie noch nie: die ETFs, also börsengehandelte Fonds, die zum Beispiel Indizes abbilden. Aber als es im August 2015 stark nach unten ging, waren es vor allem ETFs, die große Probleme bekamen und den Absturz verstärkten..

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Seit Jahresbeginn geht es mit den US-Märkten nicht mehr so recht nach oben, aber eine Branche boomt wie noch nie: die ETFs, also börsengehandelte Fonds, die zum Beispiel Indizes abbilden und nicht aktiv gemanaged sind.

Alleine in den ersten beiden Monaten diesen Jahres sind 131 Milliarden Dollar in ETFs geflossen laut Daten von ETFGI. Bereits das Jahr 2016 war ein Rekordjahr für ETFs gewesen mit Zuflüssen von 390 Milliarden Dollar – mithin sind also in den ersten beiden Monaten des Jahres 2017 bereits ein Drittel der Gelder in diese ETFs geflossen wie im gesamten ETF-Boom-Jahr 2016. Hauptprofiteure dieser Zuflüsse wiederum sind ETFs, die den amerikanischen Aktienmarkt abbilden – mithin basiert also ein nicht unwesentlicher Teil der Trump-Rally auf ETF-Käufen. Davon viel durch Privatanleger – sehr zum Leidwesen von klassischen Vermögensverwaltern oder auch Hedgefonds. Profiteure dagegen sind ETF-Anbieter wie Blackrock, das in 2017 ETF-Zuflüsse von 38 Milliarden Dollar verzeichnet, und Vanguard mit einem Zufluss von 29 Milliarden Dollar.

So weit, so erstaunlich. Denn ETFs sind zwar Sondervermögen – würde etwa ein großer ETF-Anbieter wie Blackrock pleite gehen, würde der Investor sein Geld nicht verlieren. Aber im August 2015, als die Aktienmärkte plötzlich und sehr heftig abstürzten, hat sich ein Problem gezeigt, wie wir damals berichteten:

„..extrem viele Werte wurden gestern kurzzeitig vom Handel ausgesetzt, aber besonders betroffen waren ETFs. So gab es gestern an den US-Börsen 1278 Handels-Aussetzungen, alleine 999 davon an der NSDAQ Arca, an der vor allem ETFs gehandelt werden. Bei den ETFs war also die Panik am größten, und das wirft noch einmal ein Schlaglicht auf die Aussagen Carl Icahns gegenüber BlackRock-Chef Larry Fink, wonach BlackRock mit seiner Konzentration auf ETFs eine Gefahr für das Finanzsystem darstelle („extremely dangerous company“):

„They sell liquidity. There is no liquidity. That’s my point. And that’s what’s going to blow this up.“ (siehe dazu unseren Artikel „Carl Icahn über Blackrock: „extrem gefährlich“).

Mithin gab es also ein Liquiditätsproblem: die ETFs mussten, wenn sie Indizes wie den S&P500 abbilden, Aktienwerte aus dem S&P500 verkaufen. Da aber fast alle ETFs gezwungen waren, Positionen zu reduzieren, gab es viele Verkäufer und fast keine Käufer – weshalb die Kurse von ETFs damals stärker fielen als die ihnen zugrunde liegenden Indizes!

Nun sagt man, die Probleme mit den ETFs damals im August 2015 wären bedingt durch die spezielle Funktionsweise der New Yorker Börse. Aber so sicher ist das nicht. Sollte nun, aus irgendwelchen Gründen, ein Schock-Ereignis einen starken Absturz der Märkte verursachen, könnte die starke Dominanz von ETFs ähnliche Folgwirkungen haben wie einst beim Flash Crash, der durch Algorithmen verursacht war.

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Dickbär

    21. März 2017 13:41 at 13:41

    Neben diese Dickfischen Vanguard u.Blackrock kann man auch noch die Schweizer Notenbank nennen, die anscheinend tonnenweise Apple u.andere US Aktien kauft und mithilft den Luftballon aufzublasen, anderseits nicht müde wird Leute von Immobilienkäufen abzuraten,dessen Hypozinsen man immerhin auf 10-15 Jahre mit unter 2% absichern kann.Ich bin gespannt, wann u.wie der Superballon platzt!!

  2. Avatar

    Dickbär

    22. März 2017 09:45 at 09:45

    Komisch,im FMW Kommentar v.17.2. ist auch der Blackrock Chef skeptisch u.trotzdem sind in letzter anscheinend Rekordmengen v. ETF gekauft worden ? ?

  3. Avatar

    Dickbär

    22. März 2017 09:48 at 09:48

    Korrektur, muss heissen „in letzter Zeit“

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Thanksgiving-Party

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die steigenden Corona-Zahlen in den USA werden an der Börse derzeit ignoriert. Die Kurse kennen aktuell nur eine Richtung. Positiv zu werten ist auch, dass vermutlich die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden sollte.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

weiterlesen

Aktien

Beschlossen: Dax mit 40 Aktien und neue Qualitätskriterien – hier die Details

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der Wirecard-Skandal hat die deutsche Börsenlandschaft erschüttert. Ein Dax-Wert geht pleite und löst sich sang und klanglos als Luftnummer in Rauch auf. Die Vorstände sind in Haft oder auf der Flucht. Was für ein Debakel für die Deutsche Börse. Die Aufnahme- und Qualitätskriterien für die Indizes wie dem Dax waren wohl mangelhaft. Nach der Konsultation von Marktteilnehmern hat die Deutsche Börse jetzt Änderungen beschlossen. Hier alle Details, im Wortlaut von der Deutschen Börse:

Ab September 2021 wird der Leitindex DAX um zehn Werte auf insgesamt 40 Werte erweitert. Damit wird er die größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland noch umfassender abbilden. Im Gegenzug verkleinert sich der MDAX-Index auf 50 statt bisher 60 Werte.

Ab Dezember 2020 müssen alle künftigen DAX-Kandidaten vor Aufnahme ein positives EBITDA in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen.

Ab März 2021 wird es Bestandteil der Indexmethodologie, dass zukünftig alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes testierte Geschäftsberichte und vierteljährlich Quartalsmitteilungen veröffentlichen müssen. Nach einer 30-tägigen Warnfrist führt ein Verstoß gegen diese Anforderungen unmittelbar zum Indexausschluss.

Infolge dessen entfällt für alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes die Pflicht zur Notierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Notierung im Regulierten Markt ist künftig ausreichend. Diese neue Regel wird eingeführt, um dem Indexanbieter zu ermöglichen, im Falle einer Regelverletzung unabhängig und schneller reagieren zu können.

Zusätzlich müssen ab März 2021 alle Neuzugänge zur DAX-Familie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hinsichtlich eines Prüfungsausschusses im Aufsichtsrat entsprechen. Für bestehende Mitglieder gilt eine Übergangsfrist, um Kontinuität in der DAX-Familie zu bewahren; sie müssen die Vorgabe ab September 2022 erfüllen.

Ab 2021 gibt es bei den DAX-Indizes zweimal im Jahr eine planmäßige Hauptüberprüfung (März und September). Zurzeit gibt es eine derartige Überprüfung nur im September.

Um die Regeln zu vereinfachen, ohne jedoch auf Investierbarkeit zu verzichten, werden ab der Überprüfung im September 2021 Indexmitglieder nur noch nach Marktkapitalisierung bestimmt. Der Börsenumsatz wird bei der Rangliste nicht mehr berücksichtigt; stattdessen müssen Indexmitglieder eine Mindestliquidität aufweisen.

Nicht übernommen wird der Vorschlag zum Ausschluss von Unternehmen mit Beteiligung an kontroversen Waffen. Stephan Flägel: „Wir haben ein sehr heterogenes Meinungsbild zu den Themen Nachhaltigkeit und ESG außerhalb der Vorschläge, die wir zur Governance gemacht haben, bekommen. Es wird von vielen Seiten die grundsätzliche Frage aufgeworfen, ob diese Kriterien bei der Auswahl der DAX-Mitglieder eine Rolle spielen sollten. Deshalb werden wir den Austausch mit den Marktteilnehmern fortführen. Nachhaltiges Investieren ist und bleibt einer der wichtigsten Trends an den Finanzmärkten und wird das Investitionsverhalten in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Das Thema ESG hat für Qontigo sehr hohe Priorität. Im März haben wir bereits den DAX 50 ESG Index gestartet und wir verfügen seit Längerem über eine breite Palette an ESG-Indizes, die wir auch künftig weiter ausbauen werden.“

Dax und MDax werden von der Deutschen Börse ermittelt
Foto: Deutsche Börse AG

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage