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Massive Zuflüsse in ETFs seit Jahrebeginn: Ein Risiko!

FMW-Redaktion

Seit Jahresbeginn geht es mit den US-Märkten nicht mehr so recht nach oben, aber eine Branche boomt wie noch nie: die ETFs, also börsengehandelte Fonds, die zum Beispiel Indizes abbilden und nicht aktiv gemanaged sind.

Alleine in den ersten beiden Monaten diesen Jahres sind 131 Milliarden Dollar in ETFs geflossen laut Daten von ETFGI. Bereits das Jahr 2016 war ein Rekordjahr für ETFs gewesen mit Zuflüssen von 390 Milliarden Dollar – mithin sind also in den ersten beiden Monaten des Jahres 2017 bereits ein Drittel der Gelder in diese ETFs geflossen wie im gesamten ETF-Boom-Jahr 2016. Hauptprofiteure dieser Zuflüsse wiederum sind ETFs, die den amerikanischen Aktienmarkt abbilden – mithin basiert also ein nicht unwesentlicher Teil der Trump-Rally auf ETF-Käufen. Davon viel durch Privatanleger – sehr zum Leidwesen von klassischen Vermögensverwaltern oder auch Hedgefonds. Profiteure dagegen sind ETF-Anbieter wie Blackrock, das in 2017 ETF-Zuflüsse von 38 Milliarden Dollar verzeichnet, und Vanguard mit einem Zufluss von 29 Milliarden Dollar.

So weit, so erstaunlich. Denn ETFs sind zwar Sondervermögen – würde etwa ein großer ETF-Anbieter wie Blackrock pleite gehen, würde der Investor sein Geld nicht verlieren. Aber im August 2015, als die Aktienmärkte plötzlich und sehr heftig abstürzten, hat sich ein Problem gezeigt, wie wir damals berichteten:

„..extrem viele Werte wurden gestern kurzzeitig vom Handel ausgesetzt, aber besonders betroffen waren ETFs. So gab es gestern an den US-Börsen 1278 Handels-Aussetzungen, alleine 999 davon an der NSDAQ Arca, an der vor allem ETFs gehandelt werden. Bei den ETFs war also die Panik am größten, und das wirft noch einmal ein Schlaglicht auf die Aussagen Carl Icahns gegenüber BlackRock-Chef Larry Fink, wonach BlackRock mit seiner Konzentration auf ETFs eine Gefahr für das Finanzsystem darstelle („extremely dangerous company“):

„They sell liquidity. There is no liquidity. That’s my point. And that’s what’s going to blow this up.“ (siehe dazu unseren Artikel „Carl Icahn über Blackrock: „extrem gefährlich“).

Mithin gab es also ein Liquiditätsproblem: die ETFs mussten, wenn sie Indizes wie den S&P500 abbilden, Aktienwerte aus dem S&P500 verkaufen. Da aber fast alle ETFs gezwungen waren, Positionen zu reduzieren, gab es viele Verkäufer und fast keine Käufer – weshalb die Kurse von ETFs damals stärker fielen als die ihnen zugrunde liegenden Indizes!

Nun sagt man, die Probleme mit den ETFs damals im August 2015 wären bedingt durch die spezielle Funktionsweise der New Yorker Börse. Aber so sicher ist das nicht. Sollte nun, aus irgendwelchen Gründen, ein Schock-Ereignis einen starken Absturz der Märkte verursachen, könnte die starke Dominanz von ETFs ähnliche Folgwirkungen haben wie einst beim Flash Crash, der durch Algorithmen verursacht war.



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5 Kommentare

  1. Neben diese Dickfischen Vanguard u.Blackrock kann man auch noch die Schweizer Notenbank nennen, die anscheinend tonnenweise Apple u.andere US Aktien kauft und mithilft den Luftballon aufzublasen, anderseits nicht müde wird Leute von Immobilienkäufen abzuraten,dessen Hypozinsen man immerhin auf 10-15 Jahre mit unter 2% absichern kann.Ich bin gespannt, wann u.wie der Superballon platzt!!

  2. Komisch,im FMW Kommentar v.17.2. ist auch der Blackrock Chef skeptisch u.trotzdem sind in letzter anscheinend Rekordmengen v. ETF gekauft worden ? ?

  3. Korrektur, muss heissen „in letzter Zeit“

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