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Massiver Arbeitskräftemangel? Arbeitsmarkt total leer gefegt? Ansichtssache!

Es ist eines der Top-Themen. Nicht nur der angebliche Fachkräftemangel wird rauf und runter diskutiert. Auch sind vor allem in Bayern und Baden-Württemberg die Arbeitslosenquoten so niedrig, dass man schon von Vollbeschäftigung sprechen kann. Aber auch im Rest der Republik kann…

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FMW-Redaktion

Es ist eines der Top-Themen. Nicht nur der angebliche Fachkräftemangel wird rauf und runter diskutiert. Auch sind vor allem in Bayern und Baden-Württemberg die Arbeitslosenquoten so niedrig, dass man schon von Vollbeschäftigung sprechen kann. Aber auch im Rest der Republik kann man sich fragen, ob Unternehmen selbst für einfache Tätigkeiten noch neue Mitarbeiter finden können.

Arbeitskräftemangel am Fraport

Gibt es ihn nun, den großen Arbeitskräftemangel, oder nicht? Da fällt aktuell der quasi Hilferuf des Frankfurter Flughafens ins Auge. Der Fraport als Gesamtgebilde ist ein gigantisch großer Arbeitgeber, nicht nur in Hessen, sondern auch im bundesweiten Maßstab mit seinen 81.000 Mitarbeitern. Laut Medienberichten hat sogar die Arbeitsagentur Frankfurt in den Räumen des Fraport ein eigenes Büro eingerichtet um unmittelbar bei der Suche nach neuem Personal zu helfen. 2000 offene Stellen könne man derzeit nicht besetzten.

Es ist nachvollziehbar. Gerade jetzt sucht man händeringend auch nach „einfachen“ Arbeitern, die Koffer von A nach B werfen während der Höchstbelastung des Flughafens im Sommer. Der Faport will diese neuen Mitarbeiter aber dauerhaft halten, und nicht nur als Saisonkräfte einstellen. Offenbar findet man in Deutschland niemanden mehr, und beginnt nun in Griechenland, Bulgarien und Kroatien auf selbst initiierten Info-Veranstaltungen dort Mitarbeiter anzuwerben.

Anscheinend hat man beim Fraport schon versucht Verwaltungsangestellte und Betriebsrentner mit Prämien anzuregen auch die einfachsten Tätigkeiten zu übernehmen. Aber auch das reicht offenbar nicht mal ansatzweise. Selbst völlig Ungelernten ohne ausreichende Sprachkenntnisse aus diesen drei Ländern will der Fraport für bis zu 30.000 Euro Jahresgehalt anlocken, und ihnen sogar extra günstige und saubere Unterbringungsmöglichkeiten anbieten.

Das klingt nach einer toller Sache für Arbeitslose in diesen Ländern, wirklich! Und dieses Szenario scheint alle Kritiker zu bestätigen, die sagen: Ja, unsere Hartz 4-Empfänger sind einfach zu satt, zu faul, die wollen ja gar nicht arbeiten. Aber stimmt das? Noch weiter verstärkt wird diese These, weil die Arbeitsagentur jüngst 7400 Arbeitslose zum Fraport eingeladen hatte, und jede Menge Jobs in diversen Positionen offerierte – nur jeder Dritte Eingeladene erschien überhaupt!

Ansichtssache

Es gibt einen „guten“ Sockel an Langzeitarbeitslosen in Deutschland. Sie anzulernen, wie sie Koffer vom Flugzeug auf einen Wagen werfen, und dann im Terminal vom Wagen auf ein Fließband – das dürfte kein Problem sein! Aber es scheiden schon mal viele Arbeitslose aus, die aufgrund von Krankheiten oder sonstigen körperlichen Problemen keine schwere körperliche Arbeit verrichten können – und das ist wirklich schwere körperliche Arbeit! Und ja, natürlich gibt es auch immer einen Teil fauler Arbeitsloser, die einfach keine Lust auf harte körperliche Arbeit haben.

Dann wären da aber noch andere Dinge wie zum Beispiel die Sicherheitsüberprüfung, die für alle Flughäfen gilt. Denn in sensiblen Bereichen dürfen nur Menschen arbeiten, die nach einer Prüfung durch Sicherheitsbehörden so eingestuft werden, dass sie keine Gefahr darstellen (Terrorismus etc). Fallen also vorbestrafte Arbeitslose auch durchs Raster?

Auch wird das Thema Schichtarbeit viele Menschen abschrecken an einem Flughafen zu arbeiten. Natürlich ist es hier eine Abwägung zwischen Bequemlichkeit und Zumutbarkeit. Schließlich arbeiten Millionen Menschen in Deutschland in Nacht- und Wochenendschichten, und kommen damit auch zurecht. Also: Dass der massive Arbeitskräftemangel am Beispiel Fraport belegt ist, zählt nur teilweise. Und natürlich sollte man schon mal fragen dürfen, warum von 7400 Arbeitslosen nur 1/3 überhaupt zur Job-Präsentation beim Fraport erscheint!

Massiver Arbeitskräftemangel am Fraport
Foto: Fraport AG

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Sven

    19. April 2018 13:13 at 13:13

    Für diese „einfachen“ Tätigkeiten wird Fraport wohl auch nur Mindestlohn oder ein paar Cent mehr zahlen. Da kann ja jeder selbst mal rechnen ob sich diese Tätigkeit lohnt oder ob man noch Geld mitbringen muss.
    Mietpreise in FFM sind ja für Mindestlöhner nicht zu bezahlen. Darum 50km oder mehr pendeln mit eigenem Auto und dass bei Mindestlohn – lol.

  2. Avatar

    leser

    19. April 2018 14:37 at 14:37

    Von den 30 Teuro bleiben netto noch 20 k übrig. Steuern sind dauerhaft verloren; die Rentenbeiträge haben bei der jetzigen Politik mit ungesetzlicher Masseneinwanderung eine sehr ungesunde Zukunft und einen miesen Return. Bei 1700 Arbeitsstunden/Jahr macht das 11,76 Stundenlohn netto bei Schichtarbeit. Klingt nicht sonderlich attraktiv.

  3. Avatar

    TINOGRUCHMANN

    19. April 2018 20:33 at 20:33

    Dafür wollen sie jetzt ja auch Unterkünfte kostengünstig anbieten,
    am Ende alles eine Frage des Gehalts, ab 35000 oder 40000 sollte fast jeder gesunde Arbeitslose zu aktivieren sein, zumindest bis zu einem gewissen Alter

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Warum eine Stagflation sehr gefährlich wäre

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Containerterminal - Symbol für den Welthandel - eine Stagflation droht

Durch die Coronavirus-Epidemie droht den großen Volkswirtschaften eine Kombination aus stagnierender Wirtschaftsleistung und steigenden Preisen – die Stagflation. Warum sie so gefährlich ist und warum die Notenbanken in diesem Fall kaum Handlungsspielräume hätten.

Die Weltwirtschaft kühlt sich bereits merklich ab – eine Stagflation käme zur Unzeit

Belastet durch die teilweise Rückabwicklung der Globalisierung im Zuge der diversen Handelsstreitigkeiten sowie die globale Überschuldung hat sich das Weltwirtschaftswachstum bereits merklich abgekühlt. Nach noch 3,8 Prozent globalem Wachstum im Jahr 2017 waren es im Folgejahr, trotz massiver Steuerstimuli in den USA und ultralockerer Geldpolitik weltweit, nur noch 3,6 Prozent Wachstum. Im vergangenen Jahr brach die Expansionsrate dann auf 3,0 Prozent ein, vor allem wegen des Handelskriegs zwischen den USA und China sowie den Schuldenkrisen in diversen Schwellenländern (z. B. in Argentinien, der Türkei, Brasilien, Chile, Venezuela, etc.).

Für dieses Jahr hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognosen gemäß dem World Economic Outlook aus dem Februar bereits von 3,4 auf 3,0 Prozent abgesenkt. Doch der IWF behält sich weitere Revisionen vor und die Schätzungen diverser Bankenökonomen aus Nordamerika und Europa gehen mittlerweile nur noch von einer Wachstumsbandbreite zwischen 2,3 und 2,8 Prozent für das Gesamtjahr 2020 aus. Diese nochmalige Wachstumsabkühlung entspräche der geringsten Wirtschaftsdynamik seit der Finanzkrise. Bereits bei einer Wachstumsrate von global zwei Prozent spricht der IWF von einer „gefühlten weltweiten Rezession“.

Die größte Gefahr sieht der IWF in einer Unterbrechung der Lieferketten in Folge der Eindämmungsmaßnahmen der Coronavirus-Epidemie (sie verursacht aktuell auch Turbulenzen an den Börsen, siehe beispielsweise hier). Die betroffenen Unternehmen sind dadurch gezwungen, alternative aber auch teurere Quellen für Vorleistungsgüter und Zwischenprodukte zu nutzen, wenn es sie denn überhaupt in ausreichendem Maße gibt. Diese erzwungene Umorientierung in der Beschaffungskette führt zu steigenden Inputpreisen bei den verarbeitenden Unternehmen, die aber nicht durch eine höhere Nachfrage, sondern durch einen Angebotsschock verursacht werden.

Eine solche Situation gab es zuletzt in den 1970-er Jahren, als eine künstliche Verknappung der Angebotsmenge von Rohöl zu explodierenden Energiepreisen führte. Die wirtschaftliche Aktivität in den westlichen Ländern litt stark unter dem Ölpreisschock. Mit einer Kombination aus Zinsanhebungen und Lohnsteigerungen wurden damals die Inflationserwartungen eingedämmt und die reale Kaufkraft der Endverbraucher stabilisieret. Beides ist heute jedoch nicht möglich. Höhere Löhne zum Ausgleich gestiegener Preise würden die Margen der Unternehmen noch stärker belasten. Die Kapazitätsauslastung der US-Industrie befindet sich beispielsweise mit nur 76,8 Prozent bereits auf dem Niveau früherer Rezessionen. Zinsanhebungen zur Inflationsbekämpfung wären aufgrund des globalen Schuldenniveaus der „Sudden Death“ für den modernen Finanzkapitalismus. Eine Stagflation käme daher für die Weltwirtschaft zur Unzeit.

Kombination aus Angebots- und Nachfrageschock

Dass die Preise wegen Lieferverzögerungen und dem Ausfall von Zulieferbetrieben bereits ansteigen, haben die jüngsten Daten von IHS Markit zu den Einkaufsmanager-Indizes für den Monat Februar gezeigt. So ist der für Deutschland erhobene Index für das verarbeitende Gewerbe im Wesentlichen nur deshalb angestiegen, weil sich die beiden Unterkomponenten für die Lieferzeit und die Inputpreise signifikant erhöht haben. Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnte an diesem Montag vor sich verstärkenden Lieferengpässen in den kommenden Wochen und Monaten, vor allem aus Fernost. BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang spricht sogar von „Schweren Auswirkungen auf die Konjunktur“ durch den Angebotsschock aus China.

Kommt es also nun zu steigenden Preisen, dann nicht aufgrund einer prosperierenden Wirtschaft, sondern wegen der Knappheit bestimmter Güter. Gleichzeitig leidet auch die Nachfrage unter der eingeschränkten Bewegungsfreiheit von zig Millionen Konsumenten in den von der Epidemie betroffenen Regionen. Ganz abgesehen von der eingetrübten Stimmung der Verbraucher, die in solchen Ausnahmesituationen andere Sorgen haben, als dem Konsum zu frönen. Der drastische Einbruch der Automobilabsätze in China in den letzten beiden Monaten von 20 Prozent im Januar und 92 Prozent im Februar gibt hier einen Vorgeschmack auf das, was bei einer globalen Pandemie, die nach wie vor nicht gebannt ist, zu erwarten wäre.

In der Folge von Knappheit bestimmter Güter und Lebensmittel stieg die Inflationsrate im Reich der Mitte bereits massiv an, auf 5,4 Prozent im Januar. Im Vorjahresmonat, also im Januar 2019, lag die offizielle Inflationsrate noch bei moderaten 1,7 Prozent. Die Kombination aus Angebots- und Nachfrageschock kann in Kürze zu dem gefürchteten Phänomen der Stagflation führen. Dass die chinesische Wirtschaft im Auftaktquartal 2020 überhaupt gegenüber dem von Handelsstreitigkeiten weniger belasteten und vor allem virusfreien Vorjahresquartal 2019 wachsen kann, bleibt Wunschdenken des Regimes in Peking. Auch die westlichen Industriestaaten werden im ersten Quartal 2020 im besten Fall mit einer wirtschaftlichen Stagnation aufwarten können.

Den Notenbanken wären bei einer Stagflation die Hände gebunden

Die Bekämpfung einer Stagflation stellt die Fiskal- und Geldpolitiker in der heutigen Gemengelage vor besondere Herausforderungen. In China versucht die Notenbank auf Geheiß der Regierung, die Kreditvergabe massiv zu stimulieren, indem die Kreditkosten (Zinsen) sowie die Kreditanforderungen drastisch gesenkt werden. Andernfalls würden Millionen bereits angeschlagener Betriebe aus dem Markt ausschieden – ein Horrorszenario auch für den Westen. Bestimmte Vorprodukte werden nur noch in China produziert. Insofern offenbart die Coronavirus-Pandemie die enorme Abhängigkeit des Westens von China, was aus politischen Gründen in der Konsequenz ebenfalls zu einer Rückabwicklung der Globalisierung führen wird, um die Autarkie der westlichen Länder von essenziellen Produkten, wie zum Beispiel Arzneimitteln, sicherzustellen.

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Drei der fünf großen Schweizer Banken bestehen Stresstest nicht

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Die schweizerische Finanzmarktaufsicht FINMA hat heute die Ergebnisse eines Stresstests veröffentlicht. Drei von fünf großen Schweizer Banken bestanden diesen Stresstest nicht, beziehungsweise sie haben die Vorgaben der Aufseher noch nicht vollständig umgesetzt. Die fünf großen für die Schweiz systemrelevanten Banken sind die UBS, Credit Suisse, Postfinance, Raiffeisen und Zürcher Kantonalbank. Probleme machen laut FINMA die drei zuletzt genannten. Die folgende Grafik zeigt einzelne Abschnitte des Tests und zeigt was gut läuft, und was noch nicht so gut läuft. Bevor Sie die Worte der FINMA lesen, möchten wir noch allgemein anmerken: Ob die Stresstests der Notenbanken für einen echten Notfall überhaupt irgendeine Aussagekraft haben, darf bezweifelt werden. Die griechischen Banken zum Beispiel, die nachweislich längst platt sind dank gigantischer ausgefallener Kredite, haben die Stresstests ja auch bestanden. Und Institute wie UBS, Credit Suisse oder auch die Deutsche Bank – sie sind so groß von ihrem Geschäftsvolumen her, dass selbst das schönste Notfallkonzept in einer echten Krise wohl nichts nützen würde.

Hier die FINMA auszugsweise im Wortlaut:

Alle fünf systemrelevanten Schweizer Banken haben der FINMA Stabilisierungspläne (Recovery-Pläne) unterbreitet. Die FINMA konnte diese Pläne alle genehmigen. Bis Ende 2019 mussten die beiden Grossbanken überdies umsetzbare Schweizer Notfallpläne erstellen. Die FINMA hat diese geprüft. Bei der Credit Suisse beurteilt die FINMA den Notfallplan als umsetzbar. Die FINMA beurteilt die gesetzlichen Vorgaben für einen umsetzbaren Notfallplan auch bei der UBS als erfüllt, mit dem Vorbehalt, dass bestimmte Eventualverbindlichkeiten noch zu hoch sind.

Auch die drei inlandorientierten systemrelevanten Banken haben je einen Notfallplan eingereicht. Die Banken sind aber mit der Umsetzung per Ende 2019 unterschiedlich weit. Als umsetzbar gilt noch keiner dieser Pläne. Bei der Zürcher Kantonalbank besteht ein plausibler Plan, wie die für den Krisenfall notwendigen Ressourcen in den Bereichen Kapital und Liquidität vervollständigt werden können. Bei Raiffeisen und PostFinance fehlt insbesondere noch ein plausibler Plan für den Aufbau der erforderlichen verlustabsorbierenden Mittel für den Krisenfall. Alle drei inlandorientierten Banken arbeiten weiterhin an der Bereitstellung eines umsetzbaren Notfallplans.

Und hier die FINMA zu den Großbanken im Wortlaut, auszugsweise:

Die FINMA muss für beide Grossbanken einen sogenannten Global-Resolution-Plan erstellen. Im Gegensatz zum Notfallplan, der nur die systemrelevanten Funktionen in der Schweiz umfasst, bezieht dieser globale Abwicklungsplan die gesamte Bankengruppe weltweit mit ein. Die FINMA beurteilt diese globale Abwickelbarkeit (Resolvability) anhand des Kriteriums, ob die Grossbanken die für die Umsetzung des Abwicklungsplans notwendigen Vorbereitungen getroffen haben. Sie kommt dabei zum Schluss, dass beide Banken hierfür bereits wesentliche Vorbereitungsmassnahmen getroffen und damit grosse Fortschritte in ihrer globalen Abwickelbarkeit erzielt haben. So beurteilt die FINMA insbesondere die Anforderungen an die strukturelle Entflechtung als erfüllt. Mit Blick auf diese Entflechtung sind beispielsweise Holdingstrukturen und Schweizer Tochtergesellschaften geschaffen worden. In anderen Bereichen, namentlich der Liquidität für den Krisenfall, stehen jedoch noch Umsetzungsarbeiten an. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass die regulatorischen Anforderungen in diesem Bereich noch fehlen.

Schaubild der großen Schweizer Banken unter dem Stresstest der FINMA

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Exporte der deutschen Industrie mit mauen Aussichten

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Viele deutsche Exporte laufen über den Hamburger Hafen

Kurzzeitig sah es in den letzten Monaten so aus, als würde die deutsche Konjunktur gerade eben so an der Rezession vorbei schrammen. Die Industrie ist längst in einer heftigen Rezession, aber Bau und Dienstleistungen haben das aufgefangen, sodass die gesamte Wirtschaftsleistung derzeit glatt bei 0,0% liegt. Auch die Exporte schienen sich ganz vorsichtig zu erholen. Aber gerade erst letzte Woche meldet das Institut ZEW schwache Exporterwartungen. Und heute folgt das ifo-Institut mit seinem Index für die Exporterwartungen. Der Chart zeigt die Entwicklung der Erwartungen seit 2014. Der Index ist für den Monat Februar von +0,8 auf -0,7 Indexpunkte gefallen, was man am Endes des Chart sehen kann. Die ifo Exporterwartungen basieren auf 2.300 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes. Sie können angeben, ob sie für die nächsten drei Monate die Exporte erwarten mit „zunehmen“, „gleich bleiben“ oder „abnehmen“. Aus allen Antworten wird dann dieser Index errechnet. Hier noch einige Detailaussagen von ifo im Wortlaut:

Die Entwicklungen rund um das Corona-Virus lassen kurzfristig kaum auf Besserung hoffen. Die Autobranche befürchtet einen verstärkten Rückgang ihrer Exporte in den kommenden Monaten. Auch in der Chemischen Industrie ist die Skepsis zurück, nach einem zuletzt leicht optimistischen Ausblick. Im Maschinenbau gehen die Unternehmen ebenfalls tendenziell von einem leicht rückläufigen Auslandsgeschäft aus. Lichtblicke in diesem Monat waren die Hersteller von Nahrungs- und Genussmitteln sowie die Getränkehersteller. Sie erwarten deutliche Zuwächse bei ihren Exporten in den kommenden Monaten.

ifo-Chart für die Erwartungen der Exporte

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