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Materialmangel in der Baubranche – schauen Sie auf diese Grafik

Bau eines Einfamilienhauses

Der Materialmangel in der Baubranche hat sich in den letzten Monaten dramatisch entwickelt, das ist inzwischen kein Geheimnis mehr. Die Nachholeffekte nach der Coronakrise und die gigantische Nachfrage aus China und den USA nach Produkten wie Bauholz sorgen in Deutschland für eine Verknappung des Angebots und explodierende Preise. Ach ja, dazu kam noch ein Baumbefall in Kanada, der die Holznachfrage der Amerikaner (alle wollen ein Haus haben) noch stärker auf deutsches Holz lenkt. Die Abriegelung eines Hafens in China und das quer stehende Containerschiff im Suez-Kanal, dazu noch ein Brand in einer japanischen Chifbabrik – und während der Coronakrise wurde die Produktion in vielen Bereichen runtergefahren, und kommt nun kaum hinterher, wenn es darum geht die höhere Nachfrage durch den Nachholeffekt zu befriedigen. Und siehe da, perfekt ist der umfangreiche Materialmangel und die Preisexplosion für unzählige Baustoffe.

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Heute hat das ifo-Institut dieses Problem grafisch dargestellt und mit Umfragedaten untermauert. Die Baubranche leide immer stärker unter Materialmangel und steigenden Einkaufspreisen. Dies zeige eine Umfrage des Instituts. Die Probleme seien vielfältig und hätten sich gegenüber dem Vormonat nochmals verschärft. 95,2 Prozent der befragten Unternehmen berichteten im Juni von steigenden Einkaufspreisen in den vorangegangen drei Monaten. Im Hochbau meldeten laut ifo-Umfrage 50,4 Prozent der befragten Unternehmen Beeinträchtigungen durch Lieferverzögerungen. Im Mai waren es 43,9 Prozent und im April 23,9 Prozent. Im Tiefbau berichteten im Juni 40,5 Prozent der Befragten von Problemen bei der Beschaffung. Das entspricht einem spürbaren Anstieg gegenüber dem Vormonat, als es 33,5 Prozent waren. Noch im März war im Tiefbau mit 2,9 Prozent kaum von Lieferproblemen die Rede.

Die Versorgung mit Schnittholz sei immer noch ein großes Thema auf den deutschen Baustellen. Aber auch erdölbasierte Baustoffe sind laut ifo-Umfrage knapp. So fehlt es vielerorts an synthetischen Dämmmaterialien, Kanalgrundrohren und andere Kunststoffteilen. Dazu kommen die Lieferprobleme und Preissteigerungen beim Stahl. Man sieht in der Grafik: Der Materialmangel ist derzeit eine historische Ausnahmesituation. Nie seit 1991 lag der Wert über der 10 Prozent-Schwelle, jetzt schnellt er auf 50 Prozent (Hochbau) und 40 Prozent (Tiefbau) in die Höhe.

Grafik zeigt Materialmangel in der Baubranche seit 1991



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