Folgen Sie uns

Aktien

Max Otte spricht mit Marc Friedrich über den „Größten Crash aller Zeiten“

Avatar

Veröffentlicht

am

Max Otte spricht mit Marc Friedrich über den bevorstehenden Crash

Max Otte hat aktuell den Bestsellerautor Marc Friedrich interviewt zu seinem Buch „Der größte Crash aller Zeiten“, welches gleich auf Platz 1 geschossen ist. Sehen Sie dazu das folgenden Video. Marc Friedrich nennt die großen Probleme, die aktuell objektiv vorhanden sind. Eine schwächelnde Konjunktur, zahlreiche Zombieunternehmen, die nur aufgrund von Nullzinsen noch nicht pleite gegangen sind, und die gigantischen Schuldenberge im gesamten Finanzsystem dank Nullzinsen, sowie aufgeblähte Märkte dank riesiger Gelddruck-Aktionen der Notenbanken.

Max Otte und Marc Friedrich haben in vielen Punkten eine ähnliche Meinung

Marc Friedrich wie auch Max Otte (hier aktuelle Warnungen auch von Dirk Müller) sehen viele Aspekte bei Donald Trump positiv. Friedrich spricht von damaligen US-Reisen und seinen Eindrücken, die schon vor der ersten Trump-Wahl zu seiner Meinung führten, dass Trump die Wahl gewinnen werde. Damals sei er dafür noch mehr als belächelt worden. Und auch jetzt glaube er daran, dass Trump die Wahl erneut gewinnen werde. Denn wenn der Aktienmarkt in den USA weiterhin so gut laufe, würden die Amerikaner ihn wählen. Und die Demokraten hätten keinen echten Gegenkandidaten.

Marc Friedrich und Max Otte sind sich ziemlich einig darin, dass seitens der Bevölkerung ein immer weiter ansteigender Vertrauensverlust in Politik, Finanzwelt und Medien vorhanden sei. Friedrich befürchtet sogar ein Abgleiten in Richtung Diktatur. Die Ränder links und rechts würden im Ausland, aber auch in Deutschland immer stärker.

Marc Friedrich hält wenig davon jetzt in Aktien zu investieren

Während Max Otte dazu rät einen Teil der Geldanlagen in Aktien zu halten, ist Marc Friedrich weniger begeistert. Im Crash solle man auf Cash und Gold setzen. Bis zu 15% Aktienquote, das sei zwar ok. Aber das Zeitalter der Sachwerte breche an. Warum er wenig begeistert davon ist gerade jetzt auf Aktien zu setzen? Zum Beispiel der US-Aktienmarkt sei aktuell enorm aufgebläht. Die dafür verantwortlichen Faktoren seien die Aktienrückkaufprogramme der Unternehmen, Trumps Steuersenkungen, und das billige Geld der Fed.

Bitcoin sei ein tolles Investment, und er rate dazu einen kleinen Teil seines Geldes auf jeden Fall in Bitcoin zu investieren, da die Menge der Coins begrenzt sei. Von all den anderen Kryptowährungen, von denen die meisten eher Shitcoins seien, rät er ab. Der Bictoin habe im zukünftigen Finanzsystem eine große Zukunft, um seine Worte sinngemäß wiederzugeben. Schauen Sie hier das Gespräch im Video.

12 Kommentare

12 Comments

  1. Avatar

    TM

    25. November 2019 11:06 at 11:06

    „zahlreiche Zombieunternehmen, die nur aufgrund von Nullzinsen noch nicht pleite gegangen sind“

    Bei 0% Zins gehen eher wenige Unternehmen pleite, bei 100% Zins wären wohl fast alle pleite. Sind die Unternehmen, die bei 2% nicht pleite sind, aber 2,5% auch Zombie-Unternehmen oder die bei 5% pleite sind oder bei 10%?

    „die gigantischen Schuldenberge im gesamten Finanzsystem dank Nullzinsen,“
    Die Schuldenquote sind doch gerade da, wo die Zinsen bei Null liegen gefallen:
    https://tradingeconomics.com/euro-area/government-debt-to-gdp
    Umgekehrt sind die Schulden in China, wo die Zinsen eher hoch sind, weiter gestiegen.

    „Marc Friedrich wie auch Max Otte sehen viele Aspekte bei Donald Trump positiv.“
    na das überrascht wenig….

    “ ein immer weiter ansteigender Vertrauensverlust in Politik, Finanzwelt und Medien“
    Ist das pauschal so?
    https://de.statista.com/infografik/20039/umfrage-zum-vertrauen-in-medien/
    https://www.dw.com/image/37075994_105.png

    Also beim Punkt Medien genieesen doch – m.E. zu Recht – gerade die von Friedrich und Otte bevorzugten Medien wenig Vertrauen. Bei einer noch weiter differenzierten Aufteilung käme vermutlich heraus, dass vor allem den selbsternannten Alternativmedien sowie der Bild und ähnlichen Blättern sowie den privaten Fernsehsendern wenig vertraut wird.

    Und der Finanzwelt wird glaube ich schon seit Ewigkeiten wenig Vertrauen entgegengebracht.

    „Denn wenn der Aktienmarkt in den USA weiterhin so gut laufe, würden die Amerikaner ihn wählen. […] Während Max Otte dazu rät einen Teil der Geldanlagen in Aktien zu halten, ist Marc Friedrich weniger begeistert.“

    Also Friedrich glaubt einerseits, dass Trump aufgrund des gut laufenden Aktienmarktes wiedergewählt wird, rät aber andererseits von Aktien ab?

    • Avatar

      sabine

      25. November 2019 12:16 at 12:16

      „ein immer weiter ansteigender Vertrauensverlust in Politik, Finanzwelt und Medien“
      1.) Sie bestreiten das und nennen das Vertrauen, gezeigt in statista, 2015 von 52% und 2018 von 61% als hoch? Wissenschaftliche Studien sind dagegen beunruhigt. Zitat „Während im Westen Deutschlands 64 Prozent der Menschen die Medien-Informationen als glaubwürdig einschätzen, sind es im Osten nur 48 Prozent.“
      https://www.marktforschung.de/aktuelles/marktforschung/vertrauen-in-medien-ostdeutsche-deutlich-kritischer/
      Was ich z.B. nicht glaube, daß im Jahr 2000 nur 30% den Medien vertraut haben und jetzt wieder 60%. Dem Ergebnis traue ich nicht, Uni hin oder her!
      https://www.wiwi.uni-wuerzburg.de/lehrstuhl/professur-fuer-wirtschaftsjournalismus-und-wirtschaftskommunikation/forschung/studienreihe-zum-medienvertrauen/

      2.) Denn warum will der Staat per Zwang die GEZ? Wenn doch alle die Staatsmedien so toll finden? Nein, weil er das Geld freiwillig nie bekommen würde. Nicht mal 10%. Nur weil der Deutsche zu bequem ist, oder (wie ich) kein Geld und Zeit für den Widerstand gegen die GEZ hat, winken es die meisten durch! Die wenigen anderen werden dann von den Medien oder Trollen in Foren verteufelt.

      3.) Und warum kommt jetzt noch die Zwangszeitung dazu? Ich könnte ja die Zeitung lesen, also wird sie mit Steuergeldern unterstützt. Diesmal kann man sich gar nicht dagegen wehren, weil ja der Staat mit meinem Geld zahlt. Und mit Abwahl der Regierung funktioniert es auch nicht, denn SPD, CDU, Grüne, Linke und FDP wollen im Groben alles das Gleiche.

      • Avatar

        Michael

        25. November 2019 12:54 at 12:54

        @sabine, den ÖR und Tageszeitungen vertrauen laut der Befragung sogar 70 bis 80%, das ist schon sehr hoch! Nach unten gezogen wird der Durchschnitt durch Private Sender, soziale Medien und Boulevardpresse, was irgendwo auch verständlich und nachvollziehbar ist. Leider findet sich auf die Schnelle keine Auflistung für die ostdeutsche Bevölkerung nach diesen Kategorien. Vielleicht vertrauen die ja eher den sog. Alternativmedien.

        Wenn die Ergebnisse nicht ins Weltbild passen, glauben und vertrauen Sie ihnen nicht. Mit der Begründung, sonst würden die Leute freiwillig den Rundfunkbeitrag bezahlen. Würde jemand ohne Zwang freiwillig Steuern bezahlen? Ohne Worte! Da müssten Sie schon Gegenargumente und vertrauenswürdige alternative Umfragen anführen.
        Was die 30% im Jahr 2000 angeht, kann ich nur raten: Es wäre allerdings sehr plausibel, dass nach dem Zusammenbruch der Dotcom-Blase, dem vorherigen Hype auch in den Medien und den enormen Verlusten der Deutschen an den Aktienmärkten die Schuld den Medien zugeschoben wurde. Nach dem Motto: Ihr habt uns dazu getrieben… Das ist aber, wie erwähnt, nur eine Vermutung.

        • Avatar

          sabine

          25. November 2019 17:04 at 17:04

          Nur kurz zur einem Punkt:
          Wie können denn diese Statitiken wahrscheinlich sein, wenn im Jahr 2000 nur 30% den Medien vertraut haben? (Egal ÖR…) Ich habe 2000 miterlebt und erinner mich wirklich nicht an ein zweimal höheres Mißtrauen als heute. Woher sollte denn a) der damalige Absturz kommen? Wegen Köln Berichterstattung? Das war danach!
          https://www.presseportal.de/pm/62544/3525789 Was war sonst vor 2000?
          b) Wieviel % der Deutschen juckte die Dotcom-Blase? Mich z.B. nicht, da ich Aktientechnisch nicht investiert bin. Und was haben die Medien bei der Dotcomblase falsch gemacht? Es waren doch bloß wieder die Bild und sonst die Finanzmedien, die alles erst hochgejubelt haben. Und das soll alle Deutsch brennend interessiert haben? Da war der Telekomabsturz für die Deutschen aber wesentlich wichtiger.
          c) Dann aber: Wieso danach der Aufschwung des Vertrauens? Gibt es keine Blasen mehr? Irgendetwas stimmt da gewaltig nicht!

          Aber lassen wir es dabei. Gemäß Ihrer Stellungnahme passen mir die Ergebnisse nicht ins Weltbild, ich lebe auf dem Mond und nicht in einer Fa. mit über 20.000 Mitarbeitern, hab keinerlei Kontakt mit der Außenwelt und kann mir deswegen dazu kein Urteil erlauben.

          • Avatar

            Michael

            25. November 2019 18:31 at 18:31

            @sabine, Ihr letzter Absatz ist eine beleidigte Überreaktion, so habe ich das nie geschrieben. Mir ging es nur um Ihre an den Haaren herbeigezogene Begründung, dass die Leute bei einem hohen Medienvertrauen doch freiwillig den Rundfunkbeitrag bezahlen würden. Außerdem verwechseln oder vermischen Sie vollkommen die Zahlen aus Presse, TV und Radio.

            2000 war das erste Jahr dieser Erhebung, keine Ahnung, warum da die Werte so tief waren. Aber betrachten Sie die Zahlen doch seit 2001 bis zu den aktuellen Daten. Hier eine etwas übersichtlichere Grafik als die mit den fetten Punkten:
            https://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/Vertrauen_Abb.1.jpg
            https://de.ejo-online.eu/qualitaet-ethik/medienvertrauen-auf-dem-tiefpunkt

            Im Prinzip ist das Vertrauen langfristig doch unverändert, gewisse Schwankungen, wie der Einbruch in 2015 dürften auf die Migranten- und Medienhetze dieses Jahres zurückzuführen sein. Populistische Tsunami-Wellen und Strömungen ebben jedoch schnell wieder ab.

            Sie vermischen zudem ganz x-beliebig die Werte, um ein Bild darzustellen, das völlig nach Ihren Wünschen verzerrt ist. Die 30% aus dem Jahr 2000 beziehen sich ausschließlich auf die Presse (also Printmedien, TV und Radio waren schon damals bei etwa 50%), während Ihre 60% entweder vom TV 2016 oder dem allgemeinen Vertrauen aus 2019 stammen.

        • Avatar

          Petkov

          13. Dezember 2019 20:28 at 20:28

          Michael, du weißt aber schon, dass auch über 75% der Chinesen ihren ÖRs vertrauen? Der Vertrauensgrad ist ergo kein Maßstab für die Qualität der Medien. Im Falle von Deutschland und China zeigt es lediglich den Grad der Empfänglichkeit für Regierungspropaganda. Oder bei Zeitgenossen wie dir den Grad der selbstgefälligen politischen Verblendung.

          • Avatar

            Michael

            13. Dezember 2019 23:32 at 23:32

            @Petkov, Zeitgenossen wie Ihnen ist der Grad der überheblichen Verblödung durch alternative Medien offensichtlich wichtiger. Sie vergleichen Deutschland mit China, kritisieren wie ein allwissender Halbgott von seinem Elfenbeinturm weit unterhalb des Olymp, ohne eigene Quellen für Ihr unverblendetes und reines Ur-Wissen anzuführen und vor allem: Sie verdrehen einem das Wort im Mund und unterstellen Dinge, die nie gesagt wurden.

            Schließlich ging es hier nur darum, dass @sabine wie immer Tatsachen und Fakten leugnet und verdreht, was ich im konkreten Fall richtig stellen wollte. Ob ich persönlich den hohen Vertrauensgrad der deutschen Bevölkerung für gut oder schlecht befinde, habe ich nie geäußert. Ich habe nicht über die Qualität deutscher Medien gesprochen. Ich habe nur die Fakten zu dieser Statistik erläutert. Ohne Wertung, ohne suggestive Propaganda, ohne Feindbilder zu schüren, ohne wie Sabine gleich immer GEZ, SPD, CDU, Grüne, Linke und FDP in einen links-kommunistischen Topf zu werfen.

  2. Avatar

    PK

    25. November 2019 11:47 at 11:47

    Friedrich ist intelligent und sieht viele richtige Zusammenhänge.
    All das hat er nicht mit dem durchschnittlichen Marktteilnehmer gemeinsam.
    Und darum liegt er seit Jahren daneben.

  3. Avatar

    Koch

    25. November 2019 17:54 at 17:54

    TM=LK(Larry Kudlow)=Direktor des nationalen Wirtschaftsrats der Bundesregierung,oder kurz wirtschaftspolitischer Regierungssprecher mit extremem Hang zur Obrigkeitshuldigung.

  4. Avatar

    sabine

    25. November 2019 20:28 at 20:28

    @Michael:
    1.) Ihr letzter Absatz ist eine beleidigte Überreaktion,
    2.) Außerdem verwechseln oder vermischen Sie vollkommen
    3.) Sie vermischen zudem ganz x-beliebig die Werte, um ein Bild darzustellen, das völlig nach Ihren Wünschen verzerrt ist.
    Zu 3) Was denn jetzt? Mach ich alles falsch oder reagier ich über? Sie sind nicht logisch.
    Und dann noch -1) keine Ahnung, warum da die Werte so tief waren.
    -2) Einbruch in 2015 dürften auf die Migranten- und Medienhetze dieses Jahres zurückzuführen sein. Populistische Tsunami-Wellen und Strömungen ebben jedoch schnell wieder ab.
    Zu – 2) Sie sagen, daß es ein Vertrauenseinbruch gab, wegen der Migranten und Medienhetze in den Qualitätsmedien und weil Medien populistisch waren? Was nehmen Sie`?

    Hier noch etwas schönes:

    Wenn du nur aufhörst, der Maus mit Fallen nachzustellen, wird auch sie keinen Grund mehr haben, an deinen Vorräten zu nagen.“

    Wenn wir nur aufhören, SUVs zu fahren, werden die Chinesen auch keinen Grund mehr haben, Kohlekrafwerke zu errichten und zu betreiben?

    Wenn wir nur aufhören, Fleisch zu verzehren, werden die Brasilianer auch keinen Grund mehr haben, den Regenwald abzuholzen?

    Wenn wir nur aufhören, Inlandsflüge zu nutzen, wird die Bahn auch keinen Grund mehr haben, teuer, überfüllt und unpünktlich zu sein?

    Wenn wir nur aufhören, Ölheizungen zu betreiben, werden die USA auch keinen Grund mehr haben, Fracking Gas nach Polen zu exportieren?

    Wenn wir nur aufhören, Kinder zu bekommen, wird es auch keinen Grund mehr geben, die Bevölkerung Afrikas jede Woche um eine Million Menschen wachsen zu lassen.

    • Avatar

      sabine

      25. November 2019 20:32 at 20:32

      1-3 und -1 und -2 waren Zitate.
      Das schöne Zitat ist von Egon Kreutzer.
      https://egon-w-kreutzer.de/mobilitaetsverein-prognostiziert-jobwunder

      Hier noch einer: Der übergeordnete Blödsinn heißt:
      Wenn die Menschheit nur aufhört, CO2 zu emittieren,
      wird auch das Klima keinen Grund mehr haben, sich zu wandeln.

    • Avatar

      Michael

      26. November 2019 10:06 at 10:06

      @sabine, Sie können ja richtig poetisch sein. Hübsch! Ein paar der Sachen lebe ich schon lange, andere wiederum sind Unsinn.

      Im letzten Absatz Ihres 2. Kommentars reagieren Sie über, in Ihrem 1. Kommentar vermischen Sie die Zahlen willkürlich. Das kann doch nicht so schwer zu verstehen sein für eine Poetin.
      Und ich meine Migranten- und Medienhetze in den Alternativmedien (Lügenpresse etc.) und dass alternative Medien und Parteien populistisch waren und noch immer sind.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Coronakrise: Warum stehen die Aktienmärkte noch so hoch?

Avatar

Veröffentlicht

am

Die Coronakrise errreicht einen Hochpunkt nach dem anderen – und viele reiben sich derzeit verwundert die Augen: Warum stehen die Aktienmärkte so hoch, angesichts der schlechtesten Konjunkturaussichten in den vergangenen 100 Jahren? Gerade mal 20 bis 25 Prozent im Minus und nur leicht im Bärenmarkt. Spinnen die Börsianer – oder sehen Sie etwas anderes, was man aus den gegenwärtigen Daten nicht entnehmen kann? Hierzu ein paar Argumente aus der bullishen Sicht der Märkte.

Coronakrise: Was bringt uns das zweite Halbjahr?

Aus der Sicht der Börsen geht es fast nie um die Gegenwart oder die nahe Zukunft. Aktienmärkte fragen, wie sieht es in einigen Monaten aus? Also haben wir im Spätsommer 2020 noch Millionen von Coronainfizierten in den USA und ein Vielfaches davon an Arbeitslosen im Gefolge der Coronakrise? Das scheint sich in den Kursen derzeit niederzuschlagen.

Viele könnten von einer falschen Grundprämisse ausgehen.:Was nicht beachtet wird beim Vergleich mit früheren Rezessionen, selbst mit der von 1929 ist, dass es noch nie ein Situation gab, in der die Wirtschaft staatlich verordnet in Teilbereichen so auf null heruntergefahren wurde (und auch absehbar wieder hochgefahren wird).

Nicht einmal im Zweiten Weltkrieg wurde in den USA einem Friseur, einem Bäcker, einem Hot-Dog-Verkäufer u.a. die Arbeit untersagt. Das heißt aber auch, dass die kommenden Tage des Lockdowns alles überbieten werden, was es an kurzfristigen (!) Wirtschaftsindizes wie Arbeitslosenanträge, Verbrauchervertrauen etc. je gebeben hat. Klar, vermutlich erleben wird bald,  dass es wegen der Coronakrise in den USA 25 Millionen Arbeitslose geben wird –  in einem Land mit einer Hire-and-Fire-Mentalität. Aber Covid-19 hat ein natürliches Ende. Und dann wird es kurzfristig Anstiegsdaten aus tiefem Niveau geben, wie es sonst nur in Aufbauphasen nach einen Bombenkrieg möglich ist – einen kleinen Vorgeschmack darauf gibt bereits China mit seinen Einkaufsmanagerindizes.

Beispiel Deutschland

Wir haben bereits in dieser Woche R-0 erreicht (Feststellung Robert-Koch-Institut): das heißt, ein Infizierter steckt nur noch einen Menschen an. Vor drei Wochen lag dieser Wert bei 3-7 und damit noch deutlich höher. Bereits in wenigen Tagen/Wochen wird sehr wahrscheinlich die Zahl der „active cases“ sinken und dann die ersten Maßnahmen der Integration ins Arbeitsleben erfolgen. Die Epidemiologen dürfen nur nicht zu früh Entwarnung geben, sonst würde durch Leichtsinn der ganze Effekt zunichte gemacht werden und sich der Schaden der Coronakrise noch  potenzieren. Nach dem 20. April wird es in Deutschland ziemlich wahrscheinlich mit einer leichten Exitstrategie losgehen.

Coronakrise: Wird die Arbeitslosigkeit Bestand haben?

Die US-Börsen sehen nicht mehr auf den Mai, in dem die schlechtesten Arbeitslosenzahlen seit 1930 kommen werden, sondern sie blicken vermutlich auf den Sommer und später. Deshalb fallen sie auch zur Zeit nicht so stark, trotz der schlechtesten Arbeitslosenzahlen, die man sich ausmalen kann. Man erwartet bereits das Schlimmste und wenn Goldman Sachs von 25 Millionen im Mai spricht, so ist das weitgehend schon eskomptiert. Sonst müssten die Börsen schon weit über 50 Prozent ihres Wertes verloren haben. Das ist ein Grund, warum die Aktienmärkte derzeit nicht in die Tiefen fallen, die dem aktuellen Wirtschaftseinbruch durch die Coronakrise entsprächen. Der Zukunftsaspekt der Börse und als zweiter Grund das 10 Billionen-Dollar-Rettungspaket weltweit, was den Konsum vor einem totalen Kollaps bewahrt.

Was einige Investoren immer noch unterschätzen, ist die absolute Hemmungslosigkeit, Schmerzfreiheit oder Radikalität der US-Regierung, um den US-Konsum zu retten. Wenn das 4 Billionen-Dollarpaket für die Coronakrise nicht ausreicht, wird man eben noch weitere Billionen hinterherschieben: es ist ein Wahljahr und Donald Trump wird ohne Rücksicht auf Verluste alle fiskalpolitischen Mittel einsetzen.

Dass er damit die Verschuldung der USA in gefährlichste Dimensionen anheben wird, das kümmert ihn bisher noch wenig. Schließlich hat er wohl den stärksten Glauben Aller in die Einzigartigkeit der US-Wirtschaft und deren Leitwährung. Spricht er nicht schon dauernd davon, wie gestärkt Amerika aus der Coronakrise hervorgehen wird? Noch glauben ihm die Weltmärkte: der Dollar ist nach wie vor die Leitwährung und die Federal Reserve kann als eine der wenigen Notenbanken in unvorstellbarem Ausmaß Geld drucken. Dass das nicht ewig gut gehen kann und auch in einem Desaster enden könnte (muss?) – das steht auf einem anderen Blatt. Bisher sind die USA eine der wenigen Länder, die noch niemals einen Staatsbankrott erleben mussten. Deutschland hingegen schon derer sieben, in den letzten 200 Jahren. God bless America..

Noch ein Wort zu China: Warum sind dort im Januar/Februar wegen der Coronakrise die Aktienmärkte nicht in die Tiefe gestürzt, als eine Schlüsselindustrie, die Automobilbranche, mit 92 und 80 Prozent Rückgang die schlechtest denkbaren Daten geliefert hat? Weil man erwartet hat, dass sich die Wirtschaft ab April/Mai von der Coronakrise wieder erholen wird. Was gerade auch geschieht.

Das ist nämlich auch für die USA der springende Punkt: Man kann doch nicht erwarten, dass die Masse der Friseure, Bäcker, Souvenirhändler (um nur ein paar einfache Beispiele zu nennen) auch in drei oder sechs Monaten noch arbeitslos sein werden. Von einem langsamen Wiedereinstieg im Flug- und Touristikgeschäft gar nicht zu reden. Die Touristikbranche steht für acht Prozent des weltweiten BIPs. Menschen werden wieder den Friseur (und viele Dienstleister, vom Masseur bis zum Fitnessstudio) brauchen.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
weiterlesen

Aktien

Automobil-Aktien: Kurse für erste, vorsichtige Käufe! – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

Dass die kapitalintensive, wettbewerbsstarke Autoindustrie in der kommenden Krise hart getroffen werden würde, war wohl fast allen klar. Als teure Konsumprodukte sind Autos das erste, auf dessen Kauf Unternehmen und Verbraucher in einer Krise verzichten. Die Überkapazitäten in der Branche tun ihr Übriges, um die Margen erodieren zu lassen. Die Frage ist, ob Auto-Aktien nach 45% Kursverlust seit Januar nun bereits eine Kaufgelegenheit darstellen oder nicht. Wie so oft in diesen Tagen mache ich diese Entscheidung am Chart fest.

Der Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts Index hat inzwischen das Hoch des Jahres 2007 deutlich hinter sich gelassen. 2007 markierte den Gipfelpunkt der vorvorherigen Boomphase. Anschließend stürzte der Kurs von rund 440 auf fast nur noch 140 Punkte. Heute bewegt sich der Index bei 294 Punkten – also mittig zwischen dem damaligen Hoch und Tief. Auf diesem Niveau sind die Aktien zwar noch keine echten Schnäppchen, aber relativ zum Gesamtmarkt gesehen immerhin schon realistischer bepreist.

Bereinigt sich der Markt, gibt es nach der Krise einen größeren Boom

Viel hängt sicherlich davon ab, wie Regierungen in der Krise reagieren. Wahrscheinlich ist, dass sie ihre nationalen Automobilhersteller auf Teufel komm raus versuchen werden zu retten. Damit würden die Überkapazitäten und der starke Wettbewerb zwischen kaum rentablen Herstellern nach der Krise weitergehen und die Margen auch künftig unter Druck setzen. Lassen es Regierungen hingegen zu, dass nicht überlebensfähige Autohersteller auch Pleite gehen können, so wie es Schweden mit Saab tat, dann könnte in der Krise eine Marktbereinigung stattfinden. Mit abgebauten Überkapazitäten und weniger Konkurrenz wäre das Geschäftsumfeld für die überlebenden Hersteller nach der Krise deutlich profitabler. Kandidaten für eine Pleite finden sich in China zuhauf. Mit Tesla haben wir aber auch einen US-Hersteller, der chronisch…..

Täglich gratis! Lesen Sie diesen Artikel in ganzer Länge, und erhalten Sie auch alle meine folgenden Analysen regelmäßig und in voller Länge automatisch per e-mail. Sie müssen nur beim Klick an dieser Stelle ihre e-Mail Adresse angeben.

Mit Börsianer-Grüßen,
Thomas Kallwaß
Chefanalyst Profit Alarm

weiterlesen

Aktien

Tesla: Autoabsatz viel besser als erwartet, Aktie vorbörslich +15 Prozent

Avatar

Veröffentlicht

am

Tesla Innenansicht

Tesla ist immer wieder für Überraschungen gut, so auch in der aktuellen Coronakrise. Wo die ganze Autobranche derzeit ächzt, da liefert Tesla heute Nacht Zahlen, die den Markt glücklich machen. Man hat im 1. Quartal 103.000 Autos produziert. Wichtig ist aber der Autoabsatz. Da waren es 88.400 verkaufte Autos. Die Erwartungen lagen laut Berichten bei knapp unter 80.000 Stück. Auch erwähnt man in seiner Mitteilung, dass die neue Fertigung in Shanghai „darüber hinaus trotz erheblicher Rückschläge“ weiterhin ein Rekord-Produktionsniveau erreicht habe. Die Tesla-Aktie notiert heute vorbörslich bei 525 Dollar. Das ist ein Plus von 70 Dollar oder 15,5 Prozent gegenüber gestern Abend!

Tesla-Aktie in den letzten 12 Monaten

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage