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Devisen

May´s unglaublicher Brexit-Plan B und die unverständliche Hoffnung der Devisenhändler

Claudio Kummerfeld

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Vielen Abgeordneten im britischen Parlament war das Entsetzen gestern ins Gesicht geschrieben, als sie der Rede von Theresa May zuhörten. Sie „präsentierte“ gestern nämlich ihren „Plan B“ für den Brexit, da das Parlament ja letzte Woche ihren ersten Plan A zurückgewiesen hatte. Also musste nun eine neue Idee her, damit die Parlamentarier ihr die Zustimmung für den Brexit geben.

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Brexit Plan B

Tja, alle Welt hatte sich gefragt, wie Theresa May binnen einer Woche einen Plan B aus dem Hut zaubern könne, zumal ihr Handlungsspielraum in alle Richtung gleich Null war. Und so kam es, wie es kommen musste. Ihr Plan B lautet: An Plan A festhalten und auf Zeit spielen. Sie brachte nichts, rein gar nichts Neues vor. Sie wolle weiterhin mit Brüssel verhandeln, so sagte May. Tja, nur was soll dabei rauskommen außer ein nettes Mittagessen mit Jean-Claude Juncker und Donald Tusk?  Denn sie hat ja keinerlei neue Fakten oder Angebote im Gepäck.

Wie gesagt… vielen Parlamentariern war das Entsetzen ins Gesicht geschrieben angesichts von May´s Floskeln gestern Nachmittag. Sie spielt ganz klar auf Zeit. Je näher der Brexit-Termin 29. März rückt, desto mehr Angst haben wohl zahlreiche Abgeordnete vor einem harten kalten Brexit, der dann automatisch in Kraft treten wird – das ist wohl das Kalkül hinter ihrem Spiel auf Zeit. Und wer weiß, vielleicht geht ihre Rechnung auf?

May hat in den letzten Tagen klar gemacht, dass es mit ihr keine zweite Volksbefragung in Sachen Brexit geben wird. Also gibt es nur den harten Brexit, oder eine Art Brexit-Deal mit der EU. Und da gibt es bisher nur den Deal, den sie mit Brüssel schon ausgehandelt hatte. Nun bleiben nur noch zwei Monate Zeit, und die einzig verbleibende Hoffnung scheint in der Tat zu sein, dass nach und nach Abgeordnete aus beiden Lagern umkippen aus Angst vor dem harten Brexit.

Devisenmarkt unverständlich ruhig

Aber ob dieses Szenario wirklich so eintreten wird? Das ist mehr als unklar, denn die Fronten sind verhärtet. Daher ist die Hoffnung des Devisenmarktes mehr als unverständlich, so möchten wir es meinen. Wir haben in den letzten Tagen schon mehrfach darauf hingewiesen, und tun es heute erneut. Das Pfund hätte in den letzten Tagen (eigentlich!?) kräftig durchsacken müssen gegen US-Dollar und Euro, weil es in der Londoner Politik keine Lösung zu geben scheint.

Normalerweise wären andere Währungen bei diesem Chaos und dem bevorstehenden Ereignis (harter Brexit) massiv unter Druck geraten – aber nicht das Pfund. Es bleibt ein merkwürdiges Phänomen. Die Masse der Devisentrader in London hofft also auf irgendetwas. Nur worauf? Nochmal… wir wollen nicht zu einer Short-Wette gegen das Pfund raten. Aber dass das Pfund bisher nicht kräftig abgesackt ist, bleibt ein Mysterium der Forex-Geschichte, um es mal so hochtrabend auszudrücken!

Im Chart sieht man die (unterm Strich) stattfindende Seitwärtsbewegung von Pfund vs USD seit 10. Januar. Auch von gestern früh bis gestern Abend gab es keinerlei Schwäche!

Pfund vs USD im Brexit-Chaos

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Devisen

Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Anleihen

Woher die aktuelle Euro-Stärke kommt – ein Analyst gibt Hinweise

Claudio Kummerfeld

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Das Euro-Symbol

Der Euro steigt seit genau zwei Tagen gegen den US-Dollar spürbar an von 1,1700 auf aktuell 1,1865. Dafür könnte es einen interessanten Grund geben. Man schaue auf den gestrigen Tag. Quasi unbemerkt von der breiten medialen Öffentlichkeit hat die EU ihre erste eigene Anleihetranche am freien Anleihemarkt platziert. Laut Berichten (siehe beispielsweise Bondguide) sei die Attraktivität dieses Angebots an EU-Anleihen schwer zu übersehen gewesen. Denn Moody’s habe die EU-Anleihen mit „Aaa“ bewertet. Und der Emissionspreis sei so festgesetzt worden, dass die Emission vom Markt gut aufgenommen wurde. Eine Nachfrage von 233 Milliarden Euro traf auf gerade mal 17 Milliarden Euro Angebot! Das zeigt, wie groß die Nachfrage der Institutionellen nach den Anleihen der EU war. Und wo soll da noch das Risiko sein, wenn Brüssel selbst die Anleihen ausgibt, und nicht ein Einzelstaat?

EU-Anleihen als Grund für aktuell steigenden Euro?

Eben dieser Drang in ein neues Anleihevehikel, nämlich eine zentrale Emission von EU-Anleihen, könnte bei den großen global agierenden Investoren (Fonds, Versicherungen, Pensionskassen etc) einen verstärkten Drang in den Euro verursachen. Der Deutsche Bank-Analyst George Saravelos hat ganz aktuell einige sehr interessante Aussagen zum Euro veröffentlicht mit der Headline „Someone likes Europe“, also übersetzt „Irgendwer mag Europa“. Über das große Auftragsbuch im Vorfeld der Emission sei ausführlich berichtet worden, aber weniger über die große Nachfrage seitens der Notenbanken, so seine Aussage. Nahezu 40 Prozent der gestrigen zehnjährigen Emission der EU wurden laut George Saravelos von den Notenbanken aufgenommen, was fast doppelt so viel sei wie die durchschnittliche Inanspruchnahme bei früheren europäischen Emissionen.

Warum das wichtig sei? Erstens seien Notenbanken in der Regel nicht abgesicherte Investoren, so dass eine starke Nachfrage von dieser Seite nach den neuen EU-Anleihen eine direkte Nachfrage für den Euro gegenüber dem US-Dollar bedeute, so George Saravelos. Zweitens sei die hohe Nachfrage von Notenbanken für diese neuen EU-Anleihen ein Vertrauensvotum für den Euro als Reservewährung, insbesondere in einer Zeit, in der die dominierende Rolle des Dollars in Frage gestellt werde.

Aber George Saravelos sagt auch, dass dieses aktuelle Ereignis nicht als alleiniger Grund für die aktuelle Euro-Stärke gesehen werden soll. Es solle auch in den Kontext größerer struktureller Verschiebungen gestellt werden. Es gehe um einen extrem starken negativen Policy-Mix für den US-Dollar. Die großes US-Haushaltsdefizite, eine sehr lockere Geldpolitik der Fed und sich verschlechternde Außenhandelskonten der USA. Schon vor den Wahlen in den USA verschlechtern sich diese Trends, so George Saravelos. Schauen wir an dieser Stelle mal auf den Chart. Er zeigt Euro gegen US-Dollar im Verlauf der letzten 30 Tage. Ist das neue „Aufnahmevehikel“ der EU (meine Wortkreation) für internationale Investorengelder aktuell ein zusätzlicher Impuls, der den Euro-Anstieg befeuert? Gut möglich.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

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Devisen

Aktuell: Pfund sieht kein Brexit-Problem, US-Dollar und Goldpreis in Bewegung

Claudio Kummerfeld

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Die aktuelle Lage bei Goldpreis, US-Dollar sowie im britischen Pfund sind Thema in diesem Artikel. Der Devisenmarkt reagiert tief entspannt auf die Ereignisse rund um den Brexit. Die Verhandlungen zwischen EU und UK sollen diese Woche weitergehen, aber die letzte Brexit-Deadline zur Klärung von Problem rückt unaufhaltsam näher. Und dann hört man heute, dass die britische Regierung an 200.000 Unternehmen Briefe verschickt, wonach diese Vorbereitungen für einen harten Brexit treffen sollten. Und zack, das britische Pfund rauscht ab in den Keller?

Nein, das Pfund steigt sogar leicht! Gibt es nicht? Doch, heute geschieht es genau so. Am Freitag hatten wir noch vor der großen Ungewissheit und dem Risiko gewarnt, übers Wochenende im Pfund engagiert zu sein. Die Trader sagen mit dem Kursverlauf heute: Leute, ganz entspannt, es wird noch einen Deal geben. Was für ein Optimismus! Pfund gegen US-Dollar hat seit Freitag Abend gut 80 Pips zugelegt auf aktuell 1,3018. Euro gegen Pfund hat verloren von 0,9066 auf aktuell 0,9048.

US-Dollar und Goldpreis spielen ihr Spiel

Der US-Dollar verliert schon seit heute früh. Die steigende Hoffnung auf eine Einigung für einen neuen Billionen-Stimulus in den USA schürt natürlich Hoffnung für eine bessere globale Konjunktur. Damit ist der „große sichere Hafen“ namens US-Dollar als Fluchtwährung weniger gefragt. So verliert der Dollar-Index (Währungskorb) seit heute früh von 93,75 auf aktuell 93,23 Indexpunkte.

Tja, und der Goldpreis? Die ständigen seit Tagen anhaltenden Versuche, deutlich über 1.900 Dollar zu laufen, scheiterten immer wieder. Erst heute Vormittag berichteten wir. Ein schwacher US-Dollar bedeutet in der Regel einen stärkeren Goldpreis. Und so kletterte er heute auch von 1.900 auf 1.918 Dollar in der Spitze um 14 Uhr. Aber bis jetzt kommt der Goldpreis wieder zurück auf 1.909 Dollar. Mal wieder scheint der Anlauf nach oben zu scheitern. Im Chart sehen wir seit Freitag früh den US-Dollar-Index in blau gegen den Goldpreis in rot-grün.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf gegen US-Dollar

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