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McDonald´s auf dem absteigenden Ast?

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Ein Blick zurück auf Mittwoch. McDonald´s veröffentlichte seine Quartalszahlen. Direkt nach der Veröffentlichung stieg die Aktie von 95 auf 97 Dollar. Erstaunlich, wenn man sich die Zahlen ansieht. Denn oft bewerten die Börsianer nicht die Zahlen selbst, sondern nur die Relation zwischen gemeldeten Zahlen und der vorher herrschenden Erwartungshaltung. Fällt z.B. ein Umsatzrückgang geringer aus als erwartet, steigt der Kurs. So anscheinend geschehen bei McDonald´s. Das veröffentlichte Zahlenwerk lässt durchaus den Schluss zu, dass McDonald´s auf dem absteigenden Ast ist.

Normalerweise versuchen gerade US-Konzerne, bei denen die Quartalszahlen für Anleger deutlich wichtiger sind als bei europäischen Aktiengesellschaften, schlechte Nachrichten in ihren Veröffentlichungen nett zu verpacken oder blumig zu formulieren. Nicht so McDonald´s. Direkt am Anfang des Quartalsberichts wird u.a. klar aufgezeigt: Die weltweiten Umsätze sind im Vergleich zum 1. Quartal 2014 um 2,3% zurückgegangen. Das Unternehmen verweist nicht auf den starken Dollar, sondern auf tatsächlich weltweit rückläufige Kundenzahlen. Der Gewinnrückgang liegt bei 20% (starker Dollar schon rausgerechnet). Immerhin macht das Unternehmen noch Gewinne, aber bei weiterhin flächendeckenden Umsatzrückgängen kann man nicht ewig in der Gewinnzone bleiben.

Im Gesamtjahr 2014 war der globale Umsatz ebenfalls um 1% zurückgegangen. Auch hier sprach McDonald´s selbst nicht von Russlandkrise oder sonstigen Sondereffekten, sondern von auf breiter Front rückläufigen Kundenzahlen.

In Europa wie auch in den USA steht McDonald´s vor einem großen Problem, dass man selbst geschaffen hat. Immer mehr Mitbewerber haben sich das „Systemgrastronomie“-Prinzip abgeschaut. Und zunehmend bieten Supermärkte und Bäckereiketten auch Snacks und warme Angebote fürs Mittagessen. In Deutschland treten hochpreisige Ketten wie das „Block House“ mit ihrem Ableger „Jim Block“ in direkte Konkurrenz zu McDonald´s. Ketten wie „Vapiano“ uvm nehmen dem Konzern von der Pasta-Schiene her auch Kunden weg. Ähnliche Entwicklungen finden ebenfalls in den USA statt. Es scheint derzeit eine klare Antwort von McDonald´s zu fehlen… Preise runter? Mehr Qualität? Mehr Vielfalt?

Der Aktienkurs reagiert noch nicht negativ auf die strukturell rückgängigen Umsätze und Kundenzahlen, die auch den ersten Blick noch harmlos wirken. Hier 1% weniger, da 2% weniger… aber nach ein paar Jahren Rückgang summiert sich das ganz schön zusammen. Die Aktionäre werden sich das nicht ewig anschauen. Deswegen geht der Vorstandsvorsitzende Steve Easterbrook in die Offensive und möchte am 4. Mai einen Plan vorlegen, wie alles besser werden soll:

„We are developing a turnaround plan to improve our performance and deliver enduring profitable growth. We look forward to sharing the initial details of this plan on May 4, 2015.“

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Robert Schröder

    27. April 2015 11:55 at 11:55

    Nicht zu vergessen die Burgerkette „Hans im Glück“, die bis Ende 2015 bis zu 50 Filialen in Deutschland betreiben wollen.

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Markus Koch LIVE zum Handelsstart in New York – die Wirtschaft entscheidet und nicht die Wahlen

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Trump oder Biden, Rettungspaket JA oder NEIN? Egal was passiert, die Börse läuft weiter?

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Coronakrise: Die unheimliche Hausse der Schusswaffen-Hersteller

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Amerikaner kaufen in der Coronakrise Waffen, Deutsche dagegen Toilettenpapier – wie Analysen aus dem Frühjahr gezeigt haben. Kurz vor den US-Wahlen steigt die Unsicherheit in vielerlei Hinsicht – und die Aktienkurse von Waffenherstellern. Waffenkäufe in den USA sind in Zeiten der Coronakrise schon seit längerer Zeit feststellbar –  jetzt aber gesellen sich noch weitere Ursachen dazu. Die Steigerungen bei den Kursen der Waffenfirmen brauchen sich nicht einmal hinter den Tech-Werten zu verstecken. Und wieder einmal könnte ein Regierungswechsel einen Boom auslösen.

Das Recht des Amerikaners zum Waffenbesitz

Wie oft wurde in den USA schon über eine Verschärfung des Waffenrechts diskutiert, zumeist im Zusammenhang mit Amokläufen! Stets beruft sich die US-Waffenlobby in Gestalt der NRA – National Rifle Association of America, Nationale Schützen-Vereinigung – auf das verfassungsrechtlich garantierte Recht der Amerikaner zum Waffenbesitz.

Im 2. Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten, verabschiedet bereits am 15. Dezember 1791 hieß es:

„Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“ Obwohl es immer wieder Versuche gibt dieses uralte „Grundrecht“ abzuändern, unterstützen insbesondere die Republikaner mit ihrem Präsidenten Donald Trump die Interessen der NRA. Da ein Regierungswechsel zu den Demokraten sehr wahrscheinlich geworden ist, haben die Aktien von Waffenherstellern einen weiteren Aufwind bekommen – man erwartet Hamsterkäufe im Falle eines Wahlsiegs von Joe Biden.

Die Hausse der Revolveraktien im Jahr der Coronakrise – oder Amerikaner kaufen Waffen, Deutsche Toilettenpapier

So lautete eine etwas scherzhaft gemeinte Feststellung zu Zeiten des Lockdowns im April. Betrachtet man sich aber die Entwicklung der Aktien von Pistolen-, Revolver-, und Gewehrherstellern in den letzten neun Monaten, so erkennt man, dass dies kein billiger Kalauer gewesen ist. Im Übrigen waren die Regale mit dem Toillettenutensil eine Zeitlang wirklich Mangelware in Deutschland.

Die Performance:

Konnte der große S&P 500 in diesem Jahr bisher um sieben Prozent zulegen, so ging es mit den Aktien der weltbekannten Waffenfirma Smith&Wesson um 135 Prozent nach oben, die weniger bekannte Firma Sturm Ruger aus Southport (Connecticut) bringt es immerhin auf 51 Prozent. Allein im Monat Oktober ging es bereits um 8 beziehungsweise 9,5 Prozent nach oben.

Waren es im Spätwinter Sorgen der Amerikaner vor Plünderungen infolge der Coronakrise, später die Angst vor Unruhen im Lande wegen des gewaltsamen Todes des Afroamerikaners George Floyd, so fürchtet man sich jetzt vor einem möglichen Chaos nach dem 3. November, sollte es keinen eindeutigen Sieger geben. Zusätzlich sorgen sich die Waffennarren vor härteren Regelungen, insbesondere von Schnellfeuerwaffen, die für die Demokraten ein echtes Übel darstellen. In Deutschland würde manche Waffengattung unter die Regelungen des Kriegswaffenkontrollgesetzes (KrWaffKontrG ) fallen. Die Chefs der Waffen-Firmen in den USA hingegen freuen sich über die Nachfrage, man komme mit den Auslieferungen kaum hinterher.

Absonderliche Entwicklungen unter den Reps und Dems

Die eindeutige Positionierung von Demokraten und Republikanern haben in der Vergangenheit zu seltsamen Entwicklungen der Aktienkurse von Waffenfirmen geführt. Unter den acht Jahren von Präsident Barrack Obama stiegen die Aktien von Sturm Ruger um etwa 900 Prozent, weil der Demokrat zwar immer für schärfere Waffengesetze eintrat, dieses im Kongress aber nicht durchsetzen konnte. Unter Donald Trump stieg die Aktie dieser Firma nur um mickrige 16 Prozent, weil sich die NRA der Unterstützung des Präsidenten sicher sein konnte. Jetzt könnte Joe Biden aufgrund der Coronakrise ins Weiße Haus zurückkehren, um die Ideen von Barack Obama in die Tat umzusetzen.

Wozu brauchen die Amerikaner so viele Waffen?

Diese Frage kommt einem sofort in den Sinn, wenn man sich die Statistiken über den Waffenbesitz in den USA betrachtet – eine „kleine“ Privatarmee. 43 Prozent aller Amerikaner leben in einem Haushalt mit mindestens einer Schusswaffe. Es gibt in den USA 300 Millionen Waffen, Pistolen und halbautomatische Sturmgewehre.

Fazit

Es ist für uns Europäer schon eine schauerliche Vorstellung: Dass es in fast jedem zweiten Haushalt Schusswaffen gibt, dass Millionen von Amerikanern selbst im Handschuhfach ihres Wagens eine Waffe mitführen. Gerade in der jetzigen Situation eines gespaltenen Landes, in dem sich bestimmte Gruppierungen im Lande unversöhnlich und fanatisch gegenüberstehen, bei einem Präsidenten, der vieles gewähren lässt, um es höflich auszudrücken. Dazu die Coronakrise mit ihren wirtschaftlichen Folgen: Gestiegene Waffenkäufe und gestiegene Aktienkurse bei Smith&Wesson und Co, ob das nicht der gefährlichste Teil der Aktienhausse in den USA ist?

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